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	<title>PANGAEA Wiki - User contributions [en]</title>
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	<updated>2026-05-16T10:11:57Z</updated>
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		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Anonymisierung_und_Pseudonymisierung_qualitativer_textbasierter_Forschungsdaten:_eine_Handreichung&amp;diff=16219</id>
		<title>Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten: eine Handreichung</title>
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		<updated>2025-05-26T05:59:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Category:Qualiservice]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Kati Mozygemba &amp;amp;amp; Betina Hollstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Zusammenarbeit mit: Jan-Ocko Heuer, Elisabeth Huber, Hai Ha Nguyen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten –&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eine Handreichung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-5-2023&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Zitierung / Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati &amp;amp;amp; Betina Hollstein (2023): Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten – eine Handreichung. Qualiservice Working Papers 5-2023, Bremen, https://doi.org/10.26092/elib/2525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© FDZ Qualiservice, Oktober 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Universität Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UNICOM - Gebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Germany&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
E-Mail: [mailto:info@qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;info@qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;einleitung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Einleitung =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hintergrund&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Anonymisierung werden Informationen über Forschungsteilnehmer/-innen, Forscher/-innen und etwaige Dritte, die in den Materialien enthalten sind, so verändert, dass ein Personenbezug nicht mehr möglich ist und die Beteiligten nicht mehr (oder nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand an Ressourcen – faktische Anonymisierung) identifiziert werden können. Sie dient damit dem Schutz von Persönlichkeitsrechten beteiligter Akteure. Die rechtliche Basis dafür, Forschungsdaten zu anonymisieren, sobald es der Forschungszweck erlaubt, resultiert aus der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) (Europäische Union (EU), 2018).&amp;lt;ref&amp;gt;Sind die Daten anonymisiert, fallen sie nicht mehr in den Anwendungsbereich der DSGVO. Solange die Zuordnung von Ersetzungen zu Originalinformationen noch möglich ist, spricht man von pseudonymisierten Daten. Pseudonymisierte Daten sind personenbezogene Daten (vgl. Punkt 1.3).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sind die Daten anonymisiert, fallen sie nicht mehr in den Anwendungsbereich der DSGVO. Darüber hinaus ist die Anonymisierung als Schutzstrategie Bestandteil forschungsethischer Anforderungen an die gute wissenschaftliche Praxis (RatSWD 2017b) und in verschiedene fachspezifische Ethikkodizes sowie Positionspapiere zum Umgang mit Forschungsdaten eingegangen (z.B. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), 2019; Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (DGV), 2018; Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), 2017; Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), 2005, 2016).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig geht mit der Anonymisierung von Forschungsmaterialien immer auch ein Informationsverlust einher. Es gilt deshalb Strategien zu entwickeln, die den Schutzrechten von Forscher/-innen und Beforschten gerecht werden und gleichzeitig den wissenschaftlichen Nachnutzungswert erhalten. Der Zweck, für den anonymisiert wird, ist dabei für die Entwicklung eines passenden Anonymisierungskonzeptes von besonderer Bedeutung (Medjedovic, 2011; Opitz &amp;amp;amp; Mauer, 2005) (vgl. Punkt 3.2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Nachnutzung von Daten aus der qualitativen Sozialforschung stellt darüber hinaus besondere Ansprüche an eine solche Strategieentwicklung. Am Beispiel von biographischen Erzählungen oder ethnographischen Feldbeobachtungen kann leicht nachvollzogen werden, dass qualitative Forschung mit dem Ziel, untersuchte Phänomene in ihrer Komplexität zu verstehen, auf ein besonders tiefes Eindringen und mögliches Verständnis des untersuchten Phänomens zielt (von Unger, 2014). Des Weiteren richtet sich das Erkenntnisinteresse in den meisten Fällen gerade auf sensible Themenbereiche, die zudem aus der subjektiven Sicht von Befragten rekonstruiert werden (Kretzer, 2013).&amp;lt;ref&amp;gt;Bei der Erhebung personenbezogener Daten sollte immer reflektiert werden, ob bei der Durchführung einer Studie den Beteiligten Anonymität tatsächlich versprochen werden kann oder ob nicht auch die Grenzen des Vorgehens verdeutlicht werden sollten Kelly (2009). Eine Überlegung, die z.B. auch Stein, A. (2010) reflektiert – eine Forscherin, die selbst Erfahrungen mit der Re-Identifikation von Forschungsteilnehmer/-innen gemacht hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Begründet in der Offenheit des Forschungsprozesses, der hohen Informationsdichte sowie der Kontextgebundenheit der Daten findet sich in qualitativen Forschungsmaterialien in der Regel eine Vielzahl miteinander verwobener personenbezogener Informationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollen qualitative Daten wissenschaftlich nachgenutzt werden, muss der sozialwissenschaftlich relevante (Entstehungs-)Kontext von zu anonymisierenden Äußerungen so weit wie möglich erhalten bleiben, um die im Material repräsentierten Sinnzusammenhänge für eine wissenschaftliche Nachnutzung zu erhalten. Entsprechende Aufbereitungsstrategien sollten auf verschiedenen Ebenen ansetzen. Bestimmte Vorgehensweisen wie die Abstraktion von Informationen eignen sich dabei mehr für das Ziel der Sekundäranalyse als z.B. das Löschen von Informationen (Medjedovic, 2014).&amp;lt;ref&amp;gt;Ist eine Bereitstellung für die wissenschaftliche Sekundärnutzung von Forschungsdaten anvisiert, sollten Fragen der Pseudonymisierung und Anonymisierung von Beginn an mitgedacht werden, um z.B. zeitliche und personelle Ressourcen zu planen, datenschutzrechtlichen und forschungsethischen Erfordernissen zu entsprechen sowie das Nachnutzungspotenzial eines Datensatzes so weit wie möglich zu erhalten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Anforderungen an die Anonymisierung qualitativer Forschungsmaterialien variieren dabei von Studie zu Studie, wenn z.B. in einer Studie politisch brisante Themen verhandelt werden; oder auch von Datensatz zu Datensatz innerhalb einer Studie, wenn z.B. begründet in der Verwendung verschiedener Interviewformen unterschiedlich komplexe Daten gewonnen werden. Das Anonymisierungskonzept muss für jede Studie entwickelt bzw. angepasst werden; ein Vorgehen im Sinne von &amp;amp;quot;one size fits all&amp;amp;quot; (Stam &amp;amp;amp; Kleiner, 2020) wäre mit einer (unnötigen) Reduktion des Nachnutzungswertes und/oder einer etwaigen Erhöhung des Re-Identifikationsrisikos verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ein gutes datenspezifisches Schutzkonzept mit Blick auf die Nachnutzung qualitativer Daten zu entwickeln, gilt es Fragen des Vorgehens und der Tiefe von Abstraktionen ebenso wie Fragen der Notwendigkeit zusätzlicher organisatorisch-technischer Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen. Ein Beispiel hierfür ist die Einschränkung der Nachnutzung auf besonders geschützte Arbeitsplätze im Forschungsdatenzentrum (FDZ) vor Ort (onsite-Nutzung). Neben technisch-organisatorischen Maßnahmen kann hier auch eine Option sein, die Forschungsteilnehmer/-innen erneut zu kontaktieren und in die Abwägungs- und Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen (von Unger, 2014).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisher finden qualitativ Forschende nur wenig praktische Anleitung, um ein für ihr Vorhaben adäquates Anonymisierungsprozedere zu entwickeln. Informationen zum Vorgehen finden sich zum Teil in Texten, die sich eher generisch mit den besonderen Schutzmaßnahmen und Bedarfen von qualitativen Daten auseinandersetzen (z.B. Bishop, 2005; Corti, Day, &amp;amp;amp; Backhouse, 2000). Manche Infrastruktureinrichtungen bieten auch kurze Hinweispapiere oder Beispiele für die Anonymisierung qualitativer Forschungsdaten an wie (z.B. das Finnish Social Science Data Archive (2021) und das FDZ Bildung (Meyermann &amp;amp;amp; Porzelt, 2014) oder der UK Data Service (2021). Darüber hinaus finden sich Berichte von Forschern/-innen, die ihre Erfahrungen mit der Anonymisierung qualitativer Forschungsdaten reflektieren (z.B. Richter et al., 2021; Laudel &amp;amp;amp; Bielick, 2019; Saunders et al., 2015a, 2015b; Thomson et al., 2005). Dennoch – das zeigen u.a. die Erfahrungen aus der Beratungspraxis beim FDZ Qualiservice – gibt es viele offene Fragen bzgl. der Anonymisierung qualitativer Forschungsmaterialien, die Forscher/-innen Unterstützung suchen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der vorliegenden Handreichung möchten wir Antworten auf diese Fragen geben und Vorschläge machen, wie qualitative textgebundene Forschungsmaterialien so aufbereitet - d.h., anonymisiert oder pseudonymisiert – werden können, dass einerseits die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten gewahrt werden und andererseits die Daten wissenschaftlich (nach-)genutzt werden können. Wir ziehen dabei ethische und datenschutzrechtliche Aspekte in Betracht und präsentieren praktische Anleitungen und Anwendungsbeispiele für die Anonymisierung und/ oder Pseudonymisierung qualitativer textgebundener Forschungsmaterialien. Wir zeigen verschiedene Wege der Ersetzung personenbezogener Informationen&amp;lt;ref&amp;gt;Wir sprechen in dieser Handreichung von der „Ersetzung personenbezogener Informationen“ und beziehen uns damit sowohl auf die Anonymisierung von Forschungsdaten, nach der die Re-Identifikation einer Person nicht bzw. nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand möglich ist sowie auf die Pseudonymisierung von Informationen, in der die Originalinformation und die zugehörige Ersetzung dokumentiert sind und zur Re-Identifikation von Personen -z.B. für Längsschnittstudien – herangezogen werden können.&amp;lt;/ref&amp;gt; und werben für ein sensibles Vorgehen, welches dazu anhält, den Nachnutzungswert eines Datensatzes möglichst groß zu erhalten und einer Unter- sowie einer Überanonymisierung vorzubeugen. Für die effiziente Umsetzung hat Qualiservice das Anonymisierungstool QualiAnon für textgebundene Forschungsdaten (Nicolai et al., 2021) zusammen mit Forscher/-innen für die Anonymisierung und Pseudonymisierung textgebundener Forschungsmaterialien entwickelt, welches kostenfrei verwendet werden kann (vgl. Punkt 6). Im Anhang finden sich verschiedene Anwendungsbeispiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zielgruppe-und-anwendungsbereiche-der-handreichung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Zielgruppe und Anwendungsbereiche der Handreichung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handreichung richtet sich an Forschende, die qualitative textgebundene Daten und Forschungsmaterialien anonymisieren/ pseudonymisieren und für die Archivierung und weitere wissenschaftliche Nutzungen (Data Sharing) bereitstellen möchten. Im Zentrum stehen konzeptionelle Überlegungen, die vordergründig an qualitativen Interviewstudien erprobt wurden, aber sich auch auf andere textbasierte Forschungsdaten wie Transkripte von Fokusgruppen oder Beobachtungsprotokolle anwenden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Handreichung zur Anonymisierung qualitativer Forschungsdaten fügt sich in einen Kanon von weiteren Handreichungen und Mustervorlagen ein, die Qualiservice kostenfrei über seine Website zur Verfügung stellt (https://www.qualiservice.org/en/the-helpdesk/guidelines.html). Dazu gehören: Eine Handreichung zur Kontextualisierung von qualitativen Forschungsdaten (Heuer et al., 2020) sowie eine Handreichung und rechtlich geprüfte Mustervorlagen für das Einholen der informierten Einwilligung für Primärforschung, Archivierung und Sekundärnutzung (Kretzer et al., 2020).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;begriffsklärung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Begriffsklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die vorliegende Handreichung zentral sind die Begriffe „personenbezogene Daten“, „Pseudonymisierung“ und „Anonymisierung“. Diese werden im Folgenden kurz erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Personenbezogene Daten:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; In Artikel 4 Abs. 1 DSGVO werden Informationen als „personenbezogene Daten“ bezeichnet, „die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person […] beziehen“; Zu diesen Informationen gehören z.B. Namen, Kennnummern oder Standortdaten ebenso wie „besondere Merkmale, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person (…) sind“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Besondere Kategorien personenbezogener Daten:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die DSGVO stellt in Art. 9 besondere Kategorien von personenbezogenen Daten heraus, die besonders geschützt sind. Dazu zählen die „rassische und ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen, die Gewerkschaftszugehörigkeit, genetische Daten, biometrische Daten zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung“. Anders als für personenbezogene Daten generell müssen Personen in die Verarbeitung dieser Daten explizit einwilligen, d.h. die in Art. 9 DSGVO aufgelisteten besonderen Kategorien müssen, wenn sie verarbeitet werden sollen, in der Einwilligungserklärung gelistet sein (Erlaubnisvorbehalt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Art. 4 Abs. 5 DSGVO definiert Pseudonymisierung als „die Verarbeitung personenbezogener Daten in einer Weise, dass die personenbezogenen Daten ohne Hinzuziehung zusätzlicher Informationen nicht mehr einer spezifischen betroffenen Person zugeordnet werden können, sofern diese zusätzlichen Informationen gesondert aufbewahrt werden und technischen und organisatorischen Maßnahmen unterliegen, die gewährleisten, dass die personenbezogenen Daten nicht einer identifizierten oder identifizierbaren natürlichen Person zugewiesen werden.“ Pseudonymisierte Daten sind weiterhin personenbezogen und fallen in den Anwendungsbereich der DSGVO. Inwieweit personenbezogene Daten erhalten bleiben können, bestimmt sich in der Regel nach den Vereinbarungen, die in der Einwilligung zur Forschungsteilnahme von Forschenden und Forschungsteilnehmern/-innen getroffen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hinweise und juristisch geprüfte Mustervorlagen zur informierten Einwilligung in Forschung, Archivierung und Nachnutzung qualitativer Forschungsdaten bietet Qualiservice in der Handreichung für das Einholen der informierten Einwilligung für Primärforschung, Archivierung und Sekundärnutzung (Kretzer et al. 2020).&amp;lt;/ref&amp;gt; In Einzelfällen kann auch eine Interessensabwägung nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO über die Zulässigkeit einer Verarbeitung personenbezogener Daten zu Forschungszwecken ohne Einwilligung herangezogen werden. Dies setzt eine entsprechende Interessensabwägung voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Anonymisierung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Anonymisierung meint die „Tilgung des Personenbezuges“ (RatSWD, 2020, S. 18). Die DSGVO bietet keine eigene Begriffsbestimmung von Anonymisierung an; sie bezieht sich aber auf das Konzept der Anonymisierung (vgl. ebd.). Erwägungsgrund 26 der DSGVO macht deutlich, dass die DSGVO keine Anwendung auf anonyme Daten findet. Weitere Ausführungen zur Anonymisierung finden sich in der DSGVO nicht (vgl. ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das frühere Bundesdatenschutzgesetz unterschied drei Varianten der Anonymisierung, die unterschiedliche Anonymisierungsgrate beschreiben. Auch wenn die gesetzlichen Regelungen nunmehr ausschließlich von Anonymisierung sprechen, wird sich in der Praxis weiterhin an der differenzierteren Betrachtung dieser drei Anonymisierungsgrate orientiert. Bei der &#039;&#039;formalen Anonymisierung&#039;&#039; werden die direkten Identifikatoren wie Namen und Adressen verändert. Mit Blick auf qualitative Daten muss nach einer formalen Anonymisierung i.d.R. weiterhin von personenbezogenen Daten gesprochen werden. Die &#039;&#039;absolute Anonymisierung&#039;&#039;, die auch unter Einsatz von Ressourcen eine Re-Identifikation ausschließt, arbeitet mit Paraphrasierung, Maskierung oder Löschung und nimmt eine starke Reduktion des wissenschaftlichen Nachnutzungspotenzials in Kauf (Kretzer, 2013). Bei der &#039;&#039;faktischen Anonymisierung&#039;&#039; (Anonymisierung im Sinne des § 3 Abs. 6 BDSG alte Fassung) werden personenbezogene Daten derart verändert, „dass die Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse nicht mehr oder nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand an Zeit, Kosten und Arbeitskraft einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person zugeordnet werden können“. Die faktische Anonymisierung bietet die Möglichkeit, Datenschutz und Nachnutzungspotenzial auszubalancieren. Sie ist die für die Anonymisierung qualitativer Daten i.d.R. gewählte Form der Anonymisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der RatSWD führt in der Handreichung zum Datenschutz aus: „Das Datenschutzrecht enthält besondere Anonymisierungsgebote für die Forschung. Art. 89 Abs. 1 Satz 4 DSGVO verlangt, die Weiterverarbeitung von Daten zu Forschungszwecken, wenn möglich in einer Form durchzuführen, bei der die Identifizierung von betroffenen Personen nicht oder nicht mehr möglich ist. Daraus ist ein Gebot abzuleiten, Daten bei ihrer Verarbeitung zu Forschungszwecken nach Möglichkeit zu pseudonymisieren oder zu anonymisieren (Golla 2019: 658 f.). Ein besonderes Gebot der Anonymisierung enthält auch § 27 Abs. 3 Satz 1 BDSG für besondere Kategorien personenbezogener Daten (…), die zu Forschungszwecken verarbeitet werden“ (RatSWD 2020, S. 18f.). Dem RatSWD folgend, gelten Daten als anonym, wenn sie faktisch anonymisiert sind, d.h., „wenn ein Personenbezug nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand wiederhergestellt werden kann“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anonymisierung von Daten stellt selbst eine Verarbeitung personenbezogener Daten dar und bedarf somit einer Rechtsgrundlage.&amp;lt;ref&amp;gt;MLS Legal (2020) Rechtsfragen zur Nutzung von Daten in Forschung, Archivierung und Sekundärnutzung. https://youtube/vC8ucG9MJSw (Zugriff: 01.09.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese können sich z.B. aus den Erlaubnistatbeständen des Artikel 6 DSGVO ergeben. In diesem Zusammenhang ist aber auch der Art. 5 Abs. 1 DSGVO wichtig, der Ausnahmen für z.B. die wissenschaftliche Forschung definiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsethik-datenschutz-und-forschungsinteresse-abwägen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Forschungsethik, Datenschutz und Forschungsinteresse abwägen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;datenschutzaspekten-nachkommen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Datenschutzaspekten nachkommen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Datenschutz geht es um den Schutz von Persönlichkeitsrechten und hier insbesondere um Schutzaspekte, die sich aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung – also dem Recht jedes Einzelnen, über die eigenen personenbezogenen Daten und deren Nutzung zu bestimmen − ableiten. Die rechtliche Grundlage für den Schutz dieser Daten bildet die DSGVO. Sie trat am 25. Mai 2018 in Kraft und ist als Verordnung in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unmittelbar bindend, d.h., sie muss nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden. Nationale Regelungen wie z.B. das 2018 neuformulierte Bundesdatenschutzgesetz (BDS neu) – und ggf. subnationale Regelungen wie die Datenschutzgesetze der Bundesländer treten nur ergänzend zur DSGVO hinzu, sofern in der DSGVO entsprechende Öffnungsklauseln vorgesehen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die DSGVO ist die verbindliche Rechtsgrundlage für Forschende aus den EU-Ländern. Ihr folgend, bedarf jeder Verarbeitungsschritt personenbezogener Daten einer Rechtsgrundlage – unabhängig davon, ob es sich um die Erhebung, Speicherung, Auswertung oder Aufbereitung personenbezogener Daten für die wissenschaftliche Nachnutzung handelt. Die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung ist in Art. 6 DSGVO geregelt. Hier steht u.a., dass die personenbezogenen Daten verarbeitet werden dürfen, wenn die Person z.B. in die Verarbeitung eingewilligt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verarbeitung personenbezogener Daten für die wissenschaftliche Forschung wird in der DSGVO besonders privilegiert. Dies zeigt sich an mehreren Stellen (RatSWD 2020, S. 8), wie an den Ausnahmen von den Grundsätzen der Zweckbestimmtheit und Zweckbindung der Verarbeitung in Art. 5 oder der Möglichkeit besondere Kategorien von personenbezogenen Daten für Forschungszwecke zu verarbeiten (RatSWD 2020, 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Der RatSWD führt hierzu weiter aus: „Die wissenschaftliche Forschung ist ein berechtigtes Interesse in diesem Sinne, das gegen die Interessen der Betroffenen abzuwägen ist. Auf der Seite der Betroffenen ist unter anderem zu berücksichtigen wie sensibel die Daten sind (…), ob sie aus allgemein zugänglichen oder anderen Quellen stammen und ob der Betroffene mit einer (weiteren) Verarbeitung der Daten rechnen konnte. Es ist auch die Beziehung zwischen dem forschenden Datenverarbeitenden und dem Betroffenen zu berücksichtigen. Bei den Forschungsinteressen kommt es darauf an, welche Bedeutung die Verarbeitung spezifischer personenbezogener Daten für die Ausführung eines Forschungsvorhabens hat“ (RatSWD, 2020).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zeitpunkt der Anonymisierung wird in der DSGVO vom Zweck bestimmt, für den die Informationen verarbeitet werden (Art. 5 DSGVO). Solange die Verarbeitung personenbezogener Daten notwendig ist, um den Verarbeitungszweck (z.B. das Forschungsziel) zu erreichen, müssen sie nicht anonymisiert, aber – z.B. durch Pseudonymisierung und/ oder Verschlüsselung − besonders geschützt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsethische-aspekte-berücksichtigen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Forschungsethische Aspekte berücksichtigen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsethik umfasst die ethischen Prinzipien und Regeln, „in denen mehr oder minder verbindlich und mehr oder minder konsensuell bestimmt wird, in welcher Weise die Beziehungen zwischen den Forschenden auf der einen Seite und den in sozialwissenschaftliche Untersuchungen einbezogenen Personen auf der anderen Seite zu gestalten sind (Hopf, 2004, S. 589-590)“.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Orientierung für in sozialwissenschaftlichen Studien relevanten forschungsethischen Aspekten bietet das vom RatSWD veröffentlichte Working Paper Forschungsethische Grundsätze und Prüfverfahren in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (RatSWD 2017a), aber auch die Arbeiten von Hella von Unger (2014, 2020) bieten hilfreiche Hinweise und Informationen für einen Einstieg in die Thematik. Darüber hinaus bietet der RatSWD eine Best-Practice-Sammlung zum Thema an: https://www.konsortswd.de/ratswd/best-practice-forschungsethik/ (Zugriff: 01.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschungsethische Aspekte beinhalten die Reflektion und Aushandlung der Werte forschenden Vorgehens/ Ergründens, die dem Forschungshandeln als sozialem Handeln innewohnen. „Eine forschungsethische Perspektive besteht darin, ‚kritisch zu reflektieren, inwiefern bestimmte ethische Grundsätze für das Forschungshandeln gelten und in der Praxis realisiert werden [können]‘ (von Unger et al. 2014: 2)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Fachgesellschaften haben Ethikkodizes verabschiedet, die für ihr Handeln und das ihrer Mitglieder handlungsleitend sind&amp;lt;ref&amp;gt;Z.B. Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) (2017) oder Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) (2005, 2016).&amp;lt;/ref&amp;gt; und auch Forschungsförderer wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gehen in Leitlinien wie denen zu einer guten wissenschaftlichen Praxis auf ethische Aspekte forschenden Tuns ein (DFG 2022). Die Wahrung der Anonymität von an der Forschung beteiligten Akteuren findet sich in diesen Kodizes als ein forschungsethisches Prinzip neben anderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei können forschungsethische Aspekte den datenschutzrechtlichen Schutzvorschriften für forscherisches Tun entsprechen. Sie können aber auch darüber hinausgehen, wie das Vorgehen in einem konkreten Beispiel eines Projektes, welches qualitative Daten über Qualiservice zur Nachnutzung zur Verfügung stellen lässt, zeigt: In diesem Fall hatten sich Forscher/-innen entschieden, ihre Interviewdaten zu archivieren und für die Nachnutzung bereit zu stellen. Die Forschungsteilnehmer/-innen hatten in die Archivierung und Weiterverarbeitung für die wissenschaftliche Nachnutzung eingewilligt. Damit wäre datenschutzrechtlichen Verpflichtungen genüge getan gewesen. Das Forscherteam entschied sich aber, die Einwilligung zur Weitergabe der personenbezogenen Daten zur Archivierung und Nachnutzung unter Vorlage des fertig für die Nachnutzung aufbereiteten Interviewtranskriptes noch einmal zu validieren und legte diese den Teilnehmer/-innen erneut zur Bestätigung Ihrer Entscheidung vor, bevor die Daten an Qualiservice übergeben wurden. Darüber hinaus gelangte das Forschungsteam, im Verlauf ihres Forschungsprojektes zu der Entscheidung, die nicht anonymisierten Interviewtranskripte aus forschungsethischen Überlegungen heraus durch weitere technisch-organisatorische Maßnahmen schützen zu wollen und entschied, sie ausschließlich im Gastwissenschaftlerraum vor Ort zugänglich zu machen – auch wenn rein datenschutzrechtlich betrachtet in diesem Fall eine nichtanonymisierte Weiternutzung als Scientific-Use-File (SUF) zum externen Download möglich wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung mit forschungsethischen Aspekten ist immer ein studien- und datensatzbezogener Prozess. Die Abwägung für mögliche Schutzmaßnahmen betreffen die methodische Anlage einer Studie ebenso wie deren Durchführung, Publikation und Aufbereitung für die Nachnutzung. Die Entscheidung aus forschungsethischen Gründen die Nachnutzung auf einen stark geschützten und dadurch (evtl. auch nur für einzelne Interviews eines Datensatzes) auch stärker reglementierten Datenzugang im Gastwissenschaftlerraum vor Ort zu beschränken, um die Teilnehmer/-innen zu schützen, könnte in einem anderen Fall als problematisch oder auch paternalistisch angesehen werden - z.B. in einer Studie mit Zeitzeugeninterviews in der Oral-History-Forschung (Thomson et al., 2005) oder in der partizipativen Forschung (von Unger, 2014), wo Forschungsteilnehmer/-innen unter Umständen auch genannt werden wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschung-im-spannungsfeld-zwischen-datenschutz-forschungsethik-forschungsinteresse-und-guter-wissenschaftlicher-praxis&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Forschung im Spannungsfeld zwischen Datenschutz, Forschungsethik, Forschungsinteresse und guter wissenschaftlicher Praxis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datenschutz und Forschungsethik liefern einen Handlungsrahmen, in dem sich wissenschaftliche Forschung bewegt. Sollen Daten für wissenschaftliche Zwecke nachgenutzt werden, müssen datenschutzrechtliche und forschungsethische Anforderungen erfüllt sein. Zugleich gilt es die wissenschaftliche (Nach-)Nutzung in dem so bestimmten Rahmen so gut es geht zu ermöglichen. Die DSGVO beinhaltet aus diesem Grund für die Forschung besondere Befugnisse im Umgang mit personenbezogenen Daten (vgl. Punkt 2.1). Die Abwägung zwischen Datenschutz, Forschungsethik und Erkenntnisinteresse sollte studien- und ggf. auch fallspezifisch vorgenommen werden. Der Abwägungsprozess erstreckt sich oft über den gesamten Forschungsprozess und schließt auch mögliche Nachnutzungsszenarien mit ein. Mit Blick auf das Anonymisierungsverfahren gilt es demzufolge ein sicheres und dennoch flexibles Vorgehen zu entwickeln, welches für sozialwissenschaftliche Forschung relevante Information erhält, ohne gegen datenschutzrechtliche und ethische Handlungsmaximen zu verstoßen. Die Lösungen, die das FDZ Qualiservice hierfür erarbeitet hat, beschreiben wir im Folgenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;das-anonymisierungskonzept-des-fdz-qualiservice&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Das Anonymisierungskonzept des FDZ Qualiservice =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;die-informierte-einwilligung-als-grundlage-für-die-datenaufbereitung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Die informierte Einwilligung als Grundlage für die Datenaufbereitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel stellt die informierte Einwilligung der Forschungsteilnehmer/-innen bei Qualiservice die Grundlage für die Datenverarbeitung dar (vgl. Fußnote 11). In der Einwilligungserklärung ist geregelt, ob und wenn ja in welcher Form Forschungsdaten/-materialien genutzt und an Dritte weitergegeben werden dürfen – z.B. ob personenbezogene Informationen in den zu archivierenden Materialien erhalten bleiben dürfen, ob sie anonymisiert oder gar gelöscht werden müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;Informationen zu den Vorlagen für die informierte Einwilligung finden Sie auf der Website von Qualiservice [http://www.qualiservice.org www.qualiservice.org] oder in der Qualiservice-Handreichung zur informierten Einwilligung (Kretzer et al. 2020). Die Einwilligung der Forschungsteilnehmer/-innen sollte dokumentiert sein und im Idealfall schriftlich vorliegen. Aber auch andere Varianten der Einwilligung sind denkbar. Mit diesen alternativen Optionen beschäftigt sich z.B. das Qualiservice-Working Paper von Huber, E., &amp;amp;amp; Imeri, S. (2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zweck-der-anonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Zweck der Anonymisierung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der notwendigen Abstraktion hängt neben datenschutzrechtlichen und forschungsethischen Aspekten auch davon ab, wofür die anonymisierten Materialien verwendet werden sollen. So stellt die Publikation von Forschungsergebnissen in wissenschaftlichen Fachjournals andere Ansprüche an das Vorgehen als die Aufbereitung für die wissenschaftliche Nachnutzung oder die akademische Lehre: Für die Publikation in Fachjournals werden i.d.R. Interviewausschnitte aus einem Datensatz ausgewählt, um Analyseergebnisse zu veranschaulichen und nachvollziehbar zu machen. Allein die Konzentration auf Textausschnitte reduziert dabei ein mögliches Re-Identifikationsrisiko erheblich. Wird ein Datensatz wissenschaftlich nachgenutzt, verwenden Forscher/-innen vollständige Interviewtexte mit vielen kontextuellen Bezügen. Das Re-Identifikationsrisiko ist hier größer und die Anonymisierung wesentlich aufwendiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;anonymisierung-als-bestandteil-des-forschungsprozesses-und-kooperative-aufgabe&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Anonymisierung als Bestandteil des Forschungsprozesses und kooperative Aufgabe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um möglichst optimal aufbereitete Forschungsmaterialien zu erhalten, kooperiert Qualiservice eng mit den Datengeber/-innen in der Aufbereitung der Materialien für die Sekundärnutzung (Mozygemba &amp;amp;amp; Kretzer, 2022), berät und stellt Handreichungen, Workshops, Webinare sowie das Anonymisierungstool QualiAnon zur Verfügung. Die Anonymisierung, resp. Pseudonymisierung übernehmen die Forscher/-innen im Projekt. Sie kennen die Daten genau und wissen, wo sich sensible Textbezüge finden. Die im Forschungsprojekt vorbereiteten pseudonymisierten/ anonymisierten Daten werden nach der Übergabe von Qualiservice geprüft. Wenn nötig werden weitere organisatorisch-technische Schutzvorkehrungen getroffen und ggf. die Anonymisierung vervollständigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell empfiehlt es sich, dass Forscher/-innen für die Aufbereitung von Forschungsmaterialien für die wissenschaftliche Nachnutzung, dass für die Langzeitarchivierung anvisierte FDZ von Beginn an mit einbeziehen. So bietet Qualiservice bereits während des Forschungsprozesses und an den insbesondere für die Archivierung wichtigen Anforderungen wie der Informierten Einwilligung und der Anonymisierung eine umfangreiche Beratung und Unterstützung an. Forscher/-innen realisieren so die Aufbereitung der Daten bereits schrittweise während des Forschungsprozesses. Dieses Vorgehen verhindert auch eine Ballung von Aufgaben am oder nach Projektende, wenn Mitarbeiter/-innen oft schon nicht mehr im Projekt arbeiten oder Publikationen fertig gestellt werden. Umgekehrt kommt die Integration der Datenaufbereitung in den Forschungsprozess oft auch der Qualität und Transparenz der Forschungsdokumentation und so der Forschung selbst zu Gute (vgl. Fielding, 2004). Darüber hinaus kann das FDZ bei der Antragstellung hinsichtlich der notwendigen personellen wie finanziellen Ressourcen für die Aufbereitung der Daten unterstützen (vgl. Punkt 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Anonymisierung empfiehlt Qualiservice ein schrittweises Vorgehen, welches zunächst pseudonymisiert und/oder nur direkte Identifikatoren wie Namen und Adressen anonymisiert (formale Anonymisierung) und die Anonymisierung weiterer Informationen auf einen Zeitpunkt legt, an dem es der Forschungszweck erlaubt. Originalinformationen können so in die Auswertung einbezogen werden. Das schrittweise Ersetzen hilft auch, die Notwendigkeit von Ersetzungen noch einmal zu prüfen: Erfahrungsgemäß besteht anfangs eine Tendenz zur Überanonymisierung, die sich legt, wenn Forscher/-innen im Laufe des Projektes bzw. des Anonymisierungsprozesses besser einschätzen können, wo sich in den Daten Risiken zur Re-Identifikation finden. Das standardisierte Ersetzen in der Regel vorher festgelegter Informationen wie z.B. die generelle Ersetzung aller Ortsnamen in einem Interview weicht dann z.B. einer Abwägung, ob die Ortsangabe im jeweiligen Kontext einen Personenbezug enthält oder nicht. Im Beispiel: Berlin als Geburtsort würde evtl. ersetzt, bei einer Urlaubsreise nach Berlin könnte Berlin erhalten bleiben (vgl. Punkt 5.3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;die-strategie-der-flexiblen-anonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Die Strategie der „flexiblen Anonymisierung“  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Nachnutzungswert möglichst groß zu halten, empfiehlt Qualiservice die Strategie, sensible Informationen mit sozialwissenschaftlich relevanten Informationen zu ersetzen (Kretzer, 2013). Soll der Beruf des Rettungssanitäters ersetzt werden, böte sich z.B. als Ersetzung „ein Vertreter des Rettungsdienstpersonals“ an und weitere Informationen wie Tätigkeit im ambulanten oder stationären Bereich könnten hilfreiche Informationen für die Nachnutzung erhalten. Ersetzungen werden außerdem auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen vorgenommen: Ein „Herzinfarkt“ könnte z.B. zum „akuten Koronarsyndrom“ oder auf einer höheren Abstraktionsebene zu einer „Herz-Kreislauf-Erkrankung“ oder noch abstrakter zu einer nicht näher bestimmten „Erkrankung“ werden (vgl. 5.7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedlich stark von der Originalinformation abstrahierenden Ersetzungen – evtl. sogar unter Erhalt der Originalinformation (Pseudonymisierung) – sind die Grundlage der von Kretzer (2013) das erste Mal beschriebenen „flexiblen Anonymisierung“. Die flexible Anonymisierung ermöglicht durch das Auf- und Zuklappen von Informationen die Erstellung unterschiedlich stark anonymisierter Scientific-Use-Files für die Nachnutzung. D.h., es können je nach Forschungszweck bestimmte Informationen geöffnet und andere verdeckt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beschreibung von Kretzer (2013) bezieht sich auf die Verwendung pseudonymisierter Daten, bei denen Originalinformationen vorliegen. Sie kann aber darüber hinaus auch Anwendung finden, wenn Daten anonymisiert vorliegen (die Originalinformation also nicht mehr vorhanden ist) und Ersetzungen auf unterschiedlichen stark abstrahierenden Ebenen dokumentiert sind. Liegen Qualiservice wie im Beispiel des Herzinfarktes diese unterschiedlich stark von der Originalinformation abstrahierenden Ersetzungen vor, können diese verwendet werden, um unterschiedliche Versionen eines anonymisierten Datensatzes zu erstellen und somit den Nachnutzungswert für spezifische Forschungsfragen zu erhöhen. Grundlage für die flexible Anonymisierung sind somit unterschiedlich stark abstrahierte Ersetzungen – mit oder ohne Bezug zur Originalinformation (vgl. Schritt 6 auf Seite [[#schritt-6-erstellen-einer-ersetzungstabelle-pseudonymisierungsliste|18]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;löschen-personenbezogener-informationen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Löschen personenbezogener Informationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice empfiehlt auf das Löschen von Informationen ebenso wie auf das Schwärzen und das Verfälschen von Informationen (aus Berlin wird z.B. Hamburg oder aus der Kosmetikerin die Frisörin) zu verzichten. Müssen Daten gelöscht werden, weil ein etwaiger Personenbezug anders nicht auszuschließen ist, sollte der Löschvorgang im Text kenntlich gemacht werden. Für gelöschte Wörter können z.B. Buchstaben oder Sonderzeichen genutzt werden, die Auskunft über die Anzahl der Wörter geben, die gelöscht wurden. Somit wird zumindest die Information über den Umfang der Löschung, d.h., darüber ob z.B. nur einzelne Wörter oder ganze Absätze fehlen, erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;listenverwendung-und-teilstandardisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Listenverwendung und Teilstandardisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in der quantitativen Sozialforschung oftmals auf standardisierte Ersetzungen für die Anonymisierung zurückgegriffen wird, sind in der qualitativen Sozialforschung i.d.R. studienspezifische Anonymisierungskonzepte geeignet, um personenbezogene Informationen zu ersetzen. Werden diese Ersetzungsschemata geteilt, können Forscher/-innen eines Themenbereichs diese weiterentwickeln und so peu á peu ausdifferenzierte Ersetzungsschemata mit etwaig sozialwissenschaftlich relevanten Informationen auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen für bestimmte Themenbereiche entwickeln. Die bloße Verwendung standardisierter Ersetzungen von Kategorien wie Orten, Namen, Berufen, Zeitangaben etc. führt eher zu gering ausdifferenzierten Ersetzungsschemata, die Information recht stark abstrahiert und eher zu Standardisierung führt. Dennoch kann auch die Verwendung standardisierter Klassifikationssysteme für bestimmte Themenbereiche einen Mehrwert bieten. Neben z.B. Zeiteinteilungen in Monate, Jahre, Jahresabschnitte, Tage etc. können standardisierte Listen wie die International Classification of Occupations (ISCO), die in der quantitativen Forschung zur Codierung von Berufen genutzt wird (z. B. Züll, 2015), für diesen Zweck Verwendung finden. Sind standardisierte Klassifikationen wie die ISCO hierarchisch organisiert, können sie z.B. auch unterschiedliche Abstraktionsniveaus abbilden helfen (vgl. Punkt 5.4). Qualiservice hat gute Erfahrungen mit diesem Vorgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Forschende können Klassifikationen auch in das Anonymisierungstool QualiAnon einlesen sowie die erstellten (themen-, disziplinspezifischen) Ersetzungskategorien exportieren, wiederverwenden, weiterentwickeln, teilen und so auch als Projektoutput publizieren (vgl. Punkt 6).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob die Verwendung einer Liste einen Mehrwert für die Erhaltung sozialwissenschaftlicher Information bei der Abstraktion personenbezogener Informationen bietet, muss von Studie zu Studie entschieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier solcher Klassifikationen, die für die Ersetzung personenbezogener Information eingesetzt werden können, stellen wir im Rahmen der folgenden Ausführungen vor. Die vorgestellten Klassifikationen sind frei zugänglich und werden regelmäßig aktualisiert. Dazu gehören die ISCO (vgl. Punkt 5.4), die International Classification of Diseases (ICD) (vgl. Punkt 5.7), die Klassifikation der Wirtschaftszweige (vgl. Punkt 5.6) und die Gemeindelisten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumplanung (BBSR) (vgl. 5.3). Die Gemeindeliste des BBSR bietet sogar die Möglichkeit über eine Kennziffer weitere Listen zu verknüpfen und so weitere z.B. ortsspezifische Informationen wie Angaben zur Infrastruktur oder Arbeitslosigkeit in der Region für Ersetzungen zu verwenden. Bis auf die Gemeindelisten des BBSR sind die genannten Listen hierarchisch strukturiert. Wie die Listeninformationen in die Ersetzung aufgenommen werden, ob man z.B. den zugehörigen Listen-Code zu einem Wirtschaftszweig eines Unternehmens nur einmal dokumentiert, um die Lesbarkeit des Transkriptes nicht zu beeinträchtigen oder ob man sich entscheidet, diesen bei jeder Ersetzung mitzuführen, muss zu Beginn der Arbeit entschieden werden und sollte dann für die Studie bzw. den Datensatz konsistent gehandhabt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;weitere-bestandteile-des-datenschutzkonzeptes-von-qualiservice&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Weitere Bestandteile des Datenschutzkonzeptes von Qualiservice ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor wir die einzelnen Schritte beschreiben, die Qualiservice bei der Ersetzung personenbezogener Daten vornimmt, möchten wir darauf hinweisen, dass die Anonymisierung nur ein Element des Datenschutzkonzeptes von Qualiservice neben weiteren technisch-organisatorischen Schutzmaßnahmen ist (vgl. z.B. Heuer, Hollstein, &amp;amp;amp; Mozygemba, 2021). Beispiele für weitere Maßnahmen sind die getrennte Speicherung von Identifikationsdaten und Forschungsmaterialien, die Beschränkung der Nachnutzung auf wissenschaftliche Zwecke, der kontrollierte Zugang zu Forschungsdaten sowie vertragliche Vereinbarungen für die Nutzung von Forschungsdaten. Letztere verbieten u.a. Re-Identifikationsversuche oder die Veröffentlichung ganzer Interviews.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Nutzungsbedingungen von Qualiservice finden sich unter folgendem Link: https://www.qualiservice.org/files/contao-theme/public/documents/downloads/Vereinbarung_Datennutzung_01_20202_barrierefrei.pdf oder auf Nachfrage bei Qualiservice unter [mailto:info@qualiservice.org info@qualiservice.org]&amp;lt;/ref&amp;gt; Forscher/-innen können darüber hinaus weitere individuelle Schutzmaßnahmen wie z.B. zeitliche Embargos oder Bedingungen für die Zitation festlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;personenbezogene-informationen-schritt-für-schritt-ersetzen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Personenbezogene Informationen Schritt für Schritt ersetzen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 1 zeigt im Überblick welche Schritte notwendig sind, um die Ersetzung personenbezogener Informationen vorzubereiten, durchzuführen und zu dokumentieren, sodass das Vorgehen von potenziellen Nachnutzer/-innen gut nachvollzogen werden kann und das Material immer noch ausreichend Potenzial für die Nachnutzung bietet.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb1.png|thumb|598x598px|Abbildung 1: Das Vorgehen im Überblick]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schritt 1: Einwilligungserklärung ansehen  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der informierten Einwilligung (Informed Consent) sollten Forscher/-innen festhalten, wie mit den im Forschungsprojekt erhobenen Daten umzugehen ist (vgl. Punkt 3.1). Die Informierte Einwilligung ist die Grundlage der Datenverarbeitung bei Qualiservice.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-2-festlegen-der-zielgruppe-für-die-anonymisiert-wird&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 2: Festlegen der Zielgruppe, für die anonymisiert wird ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage danach, für wen anonymisiert wird, wer also potenziell Zugriff auf die anonymisierten Daten haben wird, ist bedeutsam für die Wahl des Abstraktionsniveaus der Ersetzungen. Gute Freunde/-innen, Nachbarn/-innen, Arbeitskollegen/-innen oder Forschende haben in der Regel unterschiedliches Kontextwissen über die beforschten Personen, welches zu einer Re-Identifikation herangezogen werden könnte. Sollen Interviewteile z.B. in einem Buch publiziert werden, welches jede/-r einsehen kann, muss das Abstraktionsniveau weit höher sein, als wenn – wie bei Qualiservice – ausschließlich Wissenschaftler/-innen mit berechtigtem Forschungsinteresse und nach Unterzeichnung einer Nutzungsvereinbarung auf die Daten zugreifen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-3-bestimmen-des-abstraktionsniveaus-zweckgebundene-anonymisierungsstufe&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 3: Bestimmen des Abstraktionsniveaus (zweckgebundene Anonymisierungsstufe) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Abstraktionsniveau gilt es datenschutzrechtliche und forschungsethische Aspekte sowie das wissenschaftliche Nachnutzungspotenzial gegeneinander abzuwägen (vgl. Punkt 2.3). Die Entscheidung für ein Abstraktionsniveau kann auf Studienebene, aber auch auf der Ebene einzelner Datensatzelemente wie z.B. für einzelne Interviews getroffen werden. In die Entscheidung fließen die Zielgruppe der Nachnutzung, Studienspezifika wie z.B. eine besondere Sensibilität des Themas oder der Darstellung ebenso ein wie technisch/ organisatorische Maßnahmen wie z.B. der besonders gesicherte Zugang über den Gastwissenschaftlerarbeitsplatz (onsite-Nutzung). Die Entscheidung für ein bestimmtes Abstraktionsniveau muss studien- und z.T. fallspezifisch getroffen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Abwägung kann wie im Fall des von Laudel &amp;amp;amp; Bielick (2019) beschriebenen Projektes auch zu dem Ergebnis führen, dass Daten nicht anonymisierbar sind, wenn ihr Nachnutzungswert erhalten bleiben soll. Liegt die Einwilligung in die Weitergabe personenbezogener Informationen vor, kann in so einem Fall geprüft werden, ob bestimmte technisch-organisatorische Vorkehrungen wie z.B. der Gastwissenschaftsarbeitsplatz vor Ort die Nachnutzung ermöglichen könnten. Evtl. kann auch eine Interessensabwägung nach § 6 Abs. 1 DSGVO angemessen sein. Das gilt es im Einzelfall zu entscheiden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-4-auswahl-der-materialien-die-anonymisiert-pseudonymisiert-werden-sollen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 4: Auswahl der Materialien, die anonymisiert/ pseudonymisiert werden sollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Forschungsdaten im engeren Sinne kann es auch notwendig sein, weitere Materialien wie Postskripte, soziodemographische Daten und sofern sie zur Kontextualisierung des Datensatzes beigelegt werden auch Projektberichte, Projektveröffentlichungen etc. in die Planung der Anonymisierung/ Pseudonymisierung mit einzubeziehen. Sie können ebenfalls personenbezogene Informationen enthalten, wie z.B. den Namen des/-r Befragten oder der Interviewer/-in im Header des Postskripts oder auch bereits veröffentlichte Informationen wie im Falle der Nennung von für die Fallauswahl relevanten Erhebungsorten in Publikationen oder Projektberichten. Diese Informationen müssen bei der Planung der Anonymisierung berücksichtigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-5-das-vorgehen-bei-der-anonymisierung-pseudonymisierung-dokumentieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 5: Das Vorgehen bei der Anonymisierung/ Pseudonymisierung dokumentieren  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit Sekundärnutzer/-innen nachvollziehen können, wie das Forschungsmaterial für die Nachnutzung verändert wurde, muss das Vorgehen bei der Anonymisierung/ Pseudonymisierung dokumentiert werden. Gleichzeitig unterstützt die Dokumentation ein konsistentes Vorgehen, wenn über einen längeren Zeitraum gearbeitet wird oder z.B. mehrere Personen die Daten bearbeiten. Die Dokumentation sollte Angaben zu folgenden Punkten enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Warum werden die Daten anonymisiert oder pseudonymisiert?&lt;br /&gt;
* Werden die Forschungsmaterialien anonymisiert oder pseudonymisiert weitergegeben?&lt;br /&gt;
* Bleibt die Pseudonymisierungsliste (vgl. Schritt 6) beim Forschenden oder wird sie mit an das FDZ übergeben?&lt;br /&gt;
* Wie wird abstrahiert? Werden z.B. unterschiedliche Abstraktionsniveaus verwendet?&lt;br /&gt;
* Wird die Anonymisierung/ Pseudonymisierung vor der Datenanalyse vorgenommen oder wird schrittweise vorgegangen? D.h., werden zunächst die direkten Identifikatoren entfernt (Basisanonymisierung) und erst in einem späteren Schritt (z.B. nach Abschluss der Analyse) auch indirekte Identifikatoren abstrahiert?&lt;br /&gt;
* Werden die Teilnehmer/-innen in der Feldsituation darum gebeten, Namen, Orte und weitere evtl. identifizierende Informationen außen vor zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wird für die Anonymisierung ein Anonymisierungstool verwendet oder wird manuell vorgegangen? Wenn ja, welches Tool wird verwendet?&lt;br /&gt;
* Wie werden Ersetzungen im Material kenntlich gemacht? (Verwendung finden hier z.B. Sonderzeichen wie eckige Klammern, Pipes oder farbliche Hervorhebungen. Es sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht Teil der verwendeten Transkriptionsgrammatik sind.)&lt;br /&gt;
* Wird mit Zeilen- oder Absatznummern gearbeitet? (Zeilennummern des Originalmaterials werden sich durch Ersetzungen verändern, bieten aber eine genauere Zuordnung in der Ersetzungsliste, Absatznummern ändern sich nicht.)&lt;br /&gt;
* Werden Ersetzungen fall- oder studienspezifisch vorgenommen? D.h., wurde die Stadt Berlin nur in Interview 1 mit “Ort 1, große Großstadt in Deutschland” ersetzt (fallbezogen) oder wird Berlin in allen Interviews/ Materialien der Studie auf diese Weise maskiert (studienbezogen)?&lt;br /&gt;
* Welche Informationen werden ersetzt (Ersetzungskategorien wie Orte, Krankheiten etc. (vgl. Punkt 5.10)? Welche sozialwissenschaftlich relevanten Informationen sollen zu den Ersetzungen erhalten werden?&lt;br /&gt;
* Werden (kontrollierte) Listen (vgl. Punkt 5.7) für die Ersetzung verwendet? Wenn ja, welche Listen (bei kontrollierten Listen muss die genaue Zitation mit Versionsdatum dokumentiert werden, da diese Listen regelmäßig von den zuständigen Stellen aktualisiert werden)&lt;br /&gt;
* Werden Ersetzungen in bestimmten Ersetzungskategorien gezählt? (Eine Zählung hat Vorteile für den Erhalt des Nachnutzungspotenzials. Dies zeigt die beschriebene Ersetzung von “Berlin” mit “Ort 1”. Ließe man die Zählung weg, wäre nicht bestimmbar, ob im Text von einem oder von verschiedenen Orten die Rede ist. “Ort 2, große Großstadt in Deutschland” dagegen ließe sich von Ort 1 als weitere große Großstadt in Deutschland, z.B. Hamburg abgrenzen.) Es gilt zu dokumentieren, wie die Zählung kenntlich gemacht wird (z.B. Verwendung von Ziffern oder Buchstaben) und in der Verwendung konsistent zu bleiben.&lt;br /&gt;
* Werden Informationen gelöscht? Wenn ja, wie werden Löschungen kenntlich gemacht? (vgl. Punkt 3.5).&amp;lt;ref&amp;gt;Um das Nachnutzungspotenzial zu erhalten empfiehlt Qualiservice mit Abstraktionen auf unterschiedlichen Ebenen sowie bei der Ersetzung mit sozialwissenschaftlich relevanten Informationen zu arbeiten und Löschungen nur in ganz besonders sensiblen Kontexten vorzunehmen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Haben mehrere Personen die Anonymisierung/ Pseudonymisierung vorgenommen? Wenn ja, wie wurde Konsistenz im gemeinsamen Vorgehen sichergestellt (gab es z.B. einen Testlauf an einem Interviewbeispiel)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-6-erstellen-einer-ersetzungstabelle-pseudonymisierungsliste&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 6: Erstellen einer Ersetzungstabelle/ Pseudonymisierungsliste  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ersetzung personenbezogener Informationen werden in einer Ersetzungstabelle (vgl. Tabelle 1) dokumentiert. Diese sollte auch bereits im Forschungsprojekt an einem sicheren Ort getrennt von den Daten aufbewahrt werden. Die Kopfzeile einer Ersetzungsliste sollte die Interviewnummer, die Dateibezeichnung, die Zeilen- oder Absatznummer der Originalinformation, die Ersetzungskategorien, und die Ersetzungen auf unterschiedlichen Abstraktionsstufen und ggf. den Originaltext sowie Raum für Kommentare als Spaltentitel enthalten. Wenn mit pseudonymisierten Daten gearbeitet werden darf, bleibt auch die Originalinformation erhalten und wird in der Ersetzungstabelle dokumentiert. Für die Anonymisierung der Daten wird die Spalte, die die Originalinformation enthält, entfernt. Unterschiedlich stark abstrahierte Ersetzungen bleiben aber ebenso wie weitere sozialwissenschaftlich relevante Informationen erhalten und können für die flexible Anonymisierung (vgl. 3.4) herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-7-sinnverstehendes-lesen-und-markieren-sensibler-stellen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 7: Sinnverstehendes Lesen und Markieren sensibler Stellen  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nächsten Schritt werden die zu bearbeitenden Materialien sinnverstehend gelesen und Informationen, die potenziell einen Rückschluss auf Personen zulassen, markiert. Dabei gilt es etwaige Reidentifkationsrisiken für Dritte (Interviewer, Personen, über die im Interview gesprochen wird) zu berücksichtigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auch wenn Forschungsteilnehmer/-innen in die Verarbeitung und Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten eingewilligt haben und diese damit nicht anonymisiert werden müssen, müssen personenbezogene Informationen über Dritte anonymisiert werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beratungen von Forscher/-innen sowie die Kuration von Forschungsmaterialien im FDZ zeigen, dass Forscher/-innen aus Sorge datenschutzrechtliche Auflagen evtl. nicht zu erfüllen, insbesondere zu Beginn des Anonymisierungsprozesses sehr starke Abstraktionen wählen oder sogar Informationen löschen. Es werden dann mehr Informationen ersetzt als aufgrund datenschutzrechtlicher Vorgaben oder aufgrund forschungsethischer Erwägungen nötig ist. Ein solches Vorgehen wirkt sich dann deutlich auf den Nachnutzungswert der Materialien aus. Um Überanonymisierung zu vermeiden, empfiehlt es sich deshalb, zunächst als sensibel ein-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geschätzte Informationen in mehreren Interviews zu markieren, bevor mit der Ersetzung begonnen wird. Das Markieren hilft dabei, ein Gefühl für die sensiblen Stellen zu bekommen und auf dieser Basis in einem weiteren Schritt die für ein mögliches Re-Identifikationsrisiko relevanten Informationen auszuwählen und ggf. im Team konkrete bedenkliche Stellen zu diskutieren. Das Markieren von ausgewählten Textbeispielen unterstützt dabei die gemeinsame Entscheidung bei Unsicherheiten bzgl. der Sensibilität der Information mit Blick auf einen Fall oder eine Studie und hilft ein konsistentes Vorgehen sicher zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiel für eine Ersetzungs-/Pseudonymisierungsliste mit unterschiedlichen Abstraktionsniveaus der Ersetzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Interview-Nr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Interview-bezeichnung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1&lt;br /&gt;
| Interview-ID_1.0&lt;br /&gt;
|  &lt;br /&gt;
|  &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zeilennr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzungskategorie&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Originaltext&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzung, Level 1&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzung, Level 2&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzung, Level 3&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzung, Level 4&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Listen-verwendung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5&lt;br /&gt;
| Name&lt;br /&gt;
| Elisabeth Gerken&lt;br /&gt;
| Person 1&lt;br /&gt;
| Person 1, Name der Interviewten 1&lt;br /&gt;
| Person 1, Name der Interviewten 1, altdeutscher Vorname&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 54&lt;br /&gt;
| Beruf&lt;br /&gt;
| Altenpflegerin&lt;br /&gt;
| Beruf im Bereich Dienstleistungsberufe und Verkäufer, ISCO08-5&lt;br /&gt;
| Beruf im Bereich Betreuungs-berufe ISCO08-53&lt;br /&gt;
| Beruf im Bereich Betreuungs-berufe im Gesundheitswesen ISCO08-532&lt;br /&gt;
| Pflege-helferin ISCO-08 5321&lt;br /&gt;
| ISCO-08&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 56&lt;br /&gt;
| Ort&lt;br /&gt;
| Bremen&lt;br /&gt;
| Ort 1, große Großstadt&lt;br /&gt;
| Ort 1, große Großstadt in Norddeutschland&lt;br /&gt;
| Ort 1, große Großstadt in Norddeutschland mit Hafenanbindung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| BBSR&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 62&lt;br /&gt;
| Unternehmen&lt;br /&gt;
| Firma Schmidt&lt;br /&gt;
| Unternehmen B, Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen - WZ Q&lt;br /&gt;
| Unternehm-en B, Unter-nehmen im Sozialwesen WZ Q88&lt;br /&gt;
| Unternehmen B, Unter-nehmen zur sozialen Betreuung älterer und behinderter Menschen WZQ88.1&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Wirtschafts-zweige&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
=== Schritt 8: Ersetzen sensibler Informationen: Pseudonymisieren/ Anonymisieren  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice empfiehlt ein schrittweises Vorgehen, bei dem zunächst in einer Basisanonymisierung direkte Identifikatoren wie Namen oder Anschrift von Personen ersetzt werden (formale Anonymisierung) oder die Daten pseudonymisiert werden. Die Anonymisierung weiterer Informationen wird dann im Verlauf der Analyse bzw. nach deren Abschluss vorgenommen (sobald es der Forschungszweck erlaubt). Die Frage, ob bestimmte Informationen einen Personenbezug herstellen lassen, sollte ständiger Begleiter bei der Arbeit sein – v. a., wenn bereits Informationen im Text abstrahiert wurden: So können Informationen über die Eltern eines Interviewpartners bereits ihren Personenbezug dadurch verlieren, dass der Interviewte selbst maskiert wurde. Auch pauschale Ersetzungen bestimmter Kategorien (direkte Identifikatoren wie Namen und Adressen ausgenommen) können eine Überanonymisierung begünstigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Das pauschale Markieren bestimmter Informationen kann hingegen helfen die (evtl. auch später zu treffende) Entscheidung über die Ersetzung zu erleichtern und das Vorgehen zu systematisieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Anwendung des gewählten Abstraktionsniveaus (vgl. Schritt 3) werden personenbezogene Informationen so ersetzt, dass so viel wie möglich sozialwissenschaftlich relevante Information erhalten bleibt und gleichzeitig die Re-Identifikation einer Person verhindert wird. Um den Nachnutzungswert möglichst groß zu erhalten, empfiehlt es sich Ersetzungen auf unterschiedlichen Abstraktionsstufen (z.B. Ort, große Großstadt, große Großstadt im Norden Deutschlands, große Großstadt in Schleswig-Holstein etc.), vorzunehmen, so dass z.B. mit dem Anonymisierungstool QualiAnon unterschiedlich stark abstrahierte Versionen eines Textes erstellt werden können (vgl. Punkt 3.4). Orientieren sollte man sich bei Ersetzungen an dem für den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beteiligten notwendigem Maß. Technisch-organisatorische Maßnahmen, die zusätzlich zu Pseudonymisierung/ Anonymisierung vorgenommen werden und einem Re-Identifikationsrisiko entgegenwirken, sollten in die Abwägung einfließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig wird die Frage nach möglichen evtl. fachspezifischen Ersetzungskategorien gestellt, die für ein bestimmtes Forschungsthema verwendet werden können. Hier kann auch der Einsatz spezifischer Listen/ Klassifikationen helfen (vgl. Punkt 3.6). Darüber hinaus können bereits in anderen Zusammenhängen von Forscher/-innen ausgearbeitete Ersetzungsschemata wiederverwendet und weiterentwickelt werden. QualiAnon erlaubt z.B. die Publikation, Weiterverwendung und Ausdifferenzierung einmal erstellter Ersetzungsschemata (vgl. Punkt 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Ersetzungen vorgenommen, sollten diese im Interview z.B. durch Unterstreichungen, Sonderzeichen oder ähnlichem kenntlich gemacht werden, die nicht Teil der verwendeten Transkriptionsgrammatik sind. Das könnte z.B. wie folgt aussehen: [~ text text text ~]. Die Ersetzungen werden in einer Ersetzungstabelle dokumentiert (vgl. Tabelle 1). Sinnvoll kann ein schrittweises Vorgehen sein, z.B. weil Informationen noch für die Analyse benötigt werden oder weil noch nicht abschließend entschieden wurde, ob Informationen anonymisiert werden müssen oder nicht. Die Ersetzungen werden dann peu a peu vorgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig leidet die Lesbarkeit eines Transkriptes durch Ersetzungen. Um die Lesbarkeit zu verbessern, könnte man die Ersetzungen grammatikalisch anpassen. Steht z.B. im Originaltext „die Elbe fließt an meinem Geburtshaus entlang“ könnte man – einen Personenbezug vorausgesetzt – den Artikel „die“ in die Ersetzung einbeziehen, um die Lesbarkeit zu verbessern und erhielte z.B. „[der Fluss 1, großer mitteleuropäischer Fluss] fließt an meinem Geburtshaus entlang“. Es gilt allerdings abzuwägen, inwieweit der Originaltext zugunsten der Lesbarkeit überhaupt bearbeitet werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Office-Funktion „Suchen und Ersetzen“ kann der Orientierung helfen, sollte aber vorsichtig verwendet werden, da Schreibfehler, abgebrochene Wörter, Dialektbezeichnungen für das gesuchte Wort evtl. im Transkript nicht gefunden werden und somit im Original erhalten bleiben. Von der Verwendung der Funktion „alles ersetzen“ raten wir wie z.B. auch die University of Leeds (2008) ab. Auch hier können Schreibfehler, Dialektbezeichnungen, Abkürzungen etc. dazu führen, dass nicht alle Verwendungen des gesuchten Terms gefunden werden (z.B. kann “München” im Dialekt zu “Minga” werden und würde nicht mit ersetzt). Darüber hinaus werden Ersetzungen evtl. in Wörtern vorgenommen, die dieselbe Buchstabenreihenfolge enthalten: Ich suche Michael und will diesen mit “Person 1, Freund des Interviewten” ersetzen. Im Text finde ich die zugehörige Kurzform “Micha” nicht; zusätzlich wird Michaela, die Ehefrau des Befragten bis auf das “a” mit ersetzt und damit zu derselben Person wie der Befragte selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-9-prüfen-der-anonymisierung-pseudonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 9: Prüfen der Anonymisierung/ Pseudonymisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend muss das anonymisierte/ pseudonymisierte Forschungsmaterial noch einmal geprüft werden. Die Prüfung richtet sich auf evtl. noch im Text enthaltene mögliche Re-Identifikationsrisiken für Personen. Geprüft werden aber auch die Ersetzungen: Es könnten z.B. Wortreste oder ganze Markierungen stehen geblieben sein oder es fällt auf, dass eine Ersetzung unnötig ist oder dass Zusatzinformationen fehlen. Ist die Prüfung durch die Forscher/-in selbst abgeschlossen, können die Materialien an Qualiservice weitergegeben werden. Werden anonyme Materialien weitergegeben, muss die Originalinformationen aus der Ersetzungsliste gelöscht werden. Qualiservice prüft die Anonymisierung und ergänzt diese wenn nötig.&amp;lt;ref&amp;gt;Wichtig zu wissen, nicht alle FDZ prüfen wie Qualiservice die Anonymisierung der übermittelten Daten. Manche FDZ überlassen dies den Datengebern/-innen. Ist man am Data Sharing interessiert, sollte man sich deshalb bzgl. des Vorgehens im gewählten FDZ und der evtl. mit einer Anonymisierung verbundenen Haftung informieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zentrale-kategorien-für-die-ersetzung-personenbezogener-information&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Zentrale Kategorien für die Ersetzung personenbezogener Information =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden präsentieren wir zentrale Ersetzungskategorien im Überblick. Es empfiehlt sich, jede Ersetzung darauf hin zu prüfen, ob sie nötig ist, um das Re-Identifikationsrisiko für eine Person zu verringern. Zentral ist, ein Vorgehen zu finden, welches der jeweiligen Studie und den vorliegenden Forschungsmaterialien gerecht wird und damit gut zu Thema und Daten passt. Das bereits genannte schrittweise Vorgehen (vgl. Schritt 8) kann hier unterstützen. Von einem routinehaften Ersetzen der genannten Kategorien ist abzuraten. Ob eine Ersetzung notwendig ist, sollte bei jeder einzelnen Ersetzung geprüft werden: Oft verändert die Ersetzung einer oder weniger Kategorie/n bereits den Informationsgehalt in einem Interview so, dass eine Re-Identifikation unwahrscheinlicher wird. Werden z.B. Lehrer/-innen einer Großstadt beforscht, ist diese Gruppe viel größer als die der Justizvollzugsbeamt/-innen in derselben Stadt. Je nach im Interview vorhandenen Kontextinformationen könnten im ersten Fall evtl. berufliche Tätigkeit und der Name der Stadt, in der geforscht wurde, erhalten bleiben oder eine Abstraktion auf Regionsebene ausreichen, um den Personenbezug aus dem Text zu eliminieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Ein passendes Beispiel präsentiert auch das Finnish Social Science Data Archive (FSD) hierzu: „We were never really very religious even though my aunt was one of the first women to be ordained as priest in Finland.“ Es wird diskutiert, dass die Information, dass die Tante des Interviewten eine der ersten Pastorinnen Finnlands war, Rückschlüsse auf den Befragten ermöglichen könne. Weiß man allerdings, dass bei der ersten Ordination 94 Frauen als Pastorinnen eingesetzt wurden, relativiert sich diese Einschätzung (https://www.fsd.tuni.fi/en/services/data-management-guidelines/anonymisation-and-identifiers/ (Zugriff: 15.12.2021).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Kategorien, die bei der Ersetzung häufig eine Rolle spielen, zählen: Namen, Zeitangaben, Ortsangaben, Informationen zu Ausbildung und Beruf, Namen von Organisationen und Institutionen, individuelle Besonderheiten sowie Positionen und Rollen (vgl. Tabelle 2). Entlang dieser (und auch anderer) Kategorien können Ersetzungen vorgenommen und ausdifferenziert werden. Im Folgenden gehen wir auf die hier zusammengestellten Ersetzungskategorien ein und greifen dabei auf Beispiele und Erfahrungen aus der Beratungsarbeit von Qualiservice zurück. Die hier präsentierten Ersetzungskategorien bilden die Grundlage für ein Kategorienschema, welches auf der Ebene der Kategorien und themenspezifisch weiterentwickelt sowie im Qualiservice-Anonymisierungstool QualiAnon eingelesen und bearbeitet werden kann (vgl. Punkt 6 ).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Die für die Ersetzung personenbezogener Informationen zentralen Ersetzungskategorien im Überblick (zusammengefasst aus der Beratungs- und Kurationspraxis von Qualiservice)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Ersetzungskategorie&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Unterkategorien&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Originalinformation&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen ohne differenzierte Abstraktionsgrade&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Charakteristika der Person&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Name, Funktion für den Befragten, Anzahl der Kinder, Geschlecht&lt;br /&gt;
| Jutta&lt;br /&gt;
| Name der Ehefrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zeitangaben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Datum, Zeitspanne, Monatsangaben, Altersangaben&lt;br /&gt;
| Aug 2002 – Okt 2005&lt;br /&gt;
| Sommer 2002 bis Herbst 2005&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ortsangaben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Land, Region, Bundesland, Gemeindeverband, Stadt, Stadtteil, Straßennamen, Gewässer, Gebirge Landstriche, Wohnort, Arbeitsort, Andere&lt;br /&gt;
| Stadt Bremen&lt;br /&gt;
| Stadt A, große Großstadt in Norddeutschland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ausbildung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Bildungsabschluss, Fach, Schulart, Weiterbildung, Ausbildungsform, andere&lt;br /&gt;
| Altenpflegeausbildung&lt;br /&gt;
| Ausbildung zur Fachkraft für einen Assistenzberuf im Gesundheitswesen (ISCO3200)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Berufliche und vergleichbare Tätigkeiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Funktionen, Beruf, Tätigkeit, ehrenamtliches Engagement, Positionen und Rollen, Andere&lt;br /&gt;
| Rettungs-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sanitäter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Vertreter des Rettungsdienstpersonals (ISCO08 3258)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Organisationen und Institutionen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Firmen, Schulen, Ausbildungsstätten, Behörden/Verwaltung, Wirtschaftszweige, Andere&lt;br /&gt;
| Interviewdienst Horch&lt;br /&gt;
| Unternehmen A - Unternehmen für sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten (WZ M74)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 7&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Individuelle Besonderheiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Krankheiten, Preise, sportliche Positionen, Unfall, Andere&lt;br /&gt;
| Herzinfarkt&lt;br /&gt;
| Erkrankung des Kreislaufsystems (ICD10 I00-I99)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 8&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Andere&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Sprachen, Nationalität, Religion&lt;br /&gt;
| italienisch&lt;br /&gt;
| Südeuropäische Sprache, in der Landessprache, seine Erstsprache, seine Muttersprache&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
==  Ersetzung von Namen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Namen identifizieren Personen relativ eindeutig. Sie gehören zu den direkten Identifikatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Übersicht zu direkten Identifikatoren präsentieren z.B. in Watteler, O., &amp;amp;amp; Ebel, T. (2019).&amp;lt;/ref&amp;gt; Haben Personen nicht in die Verwendung und Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten eingewilligt&amp;lt;ref&amp;gt;Im Rahmen von Open Science, Zeitzeugeninterviews oder im Rahmen von partizipativer Forschung kommt es häufiger vor, dass Namen und weitere Informationen – auch auf Wunsch der Teilnehmer/-innen – erhalten bleiben sollen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, müssen Namen (z.B. von Forschungsteilnehmer/-innen, Forscher/-innen oder von anderen sog. Dritten) anonymisiert werden. Dafür stehen unterschiedliche Optionen zur Verfügung (vgl. Tabelle 3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Muss ein hohes Abstraktionsniveau gewählt werden, um die Person zu schützen, wählt man z.B. die Ersetzungskategorie „Name einer Person“ oder „Person“. Mehr Informationen werden allerdings schon durch die bloße Ergänzung einer Nummerierung erhalten („Name der Person 1“ oder „Person 1“). Die Nummerierung übernimmt die Funktion, die ersetzte Person 1 im Text oder bei studienbezogenem Vorgehen auch in der Studie als ein und dieselbe Person auszuweisen. Einen weiteren Mehrwert erhält man, wenn Informationen z.B. über die Funktion, die der/ die Namensträger/-in im Interview hat (z.B. Name des Interviewten) oder auch die Art der Beziehung, in der Namensträger/-innen zueinanderstehen (z.B. „Name der Ehefrau von Person 1“, „Mutter des Befragten“) erhalten werden. Weitere Informationen wie z.B. das Geschlecht des Namensträgers oder die Herkunft eines ersetzten Namens (z.B. deutscher Familienname, arabischer Familienname, Jungenname, Mädchenname) bieten weitere Möglichkeiten, um den Nachnutzungswert zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit ist die Ersetzung durch andere (Vor-)Namen – sog. Pseudonyme.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff des Pseudonyms wird in diesem Kontext auch verwendet, wenn eine Dokumentation des Originalnamens nicht stattfindet, die Namensinformation also pseudonymisiert wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erfahrungen mit diesem Vorgehen beschreiben z.B. Saunders, Kitzinger and Kitzinger (2015a). Die Wahl von Pseudonymen aus einem ähnlichen Kulturkreis und Sprachkreis und/ oder die Wahl von Pseudonymen mit ähnlicher Bedeutung kann einen Informationszugewinn bedeuten. Hier gilt es aber zu bedenken, dass mit der Namensgebung kulturelle und sozialstrukturelle Hinweise z.B. auf die soziale Herkunft einer Person oder auch ihr Alter verbunden sein können (Gerhards, 2005, 2010).&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhards beschreibt wie neben individuellen Präferenzen eines Paares, der soziale Status und das kulturelle Milieu die Auswahl eines Vornamens für das gemeinsame Kind und damit die Identität der Namensträger beeinflussen und auch für Distinktion zu anderen kulturellen Milieus sorgen Gerhards, J. (2005, 2010). In der Beschreibung eines Auswahlprozesses eines Paares wird dies deutlich: „The repertoire of potential first names was thus confined to those acceptable to the parents‘ social milieu. Names from films, television, and sports were judged to be vulgar, since they were often used by the lower classes. Old German names like Wilhelm, Uta or Otto were rejected on grounds of being too traditional and otherwise conservative. Jewish names like Sarah and Daniel would have been considered if they hadn’t been used a decade earlier by the same milieu; they were shopworn and did not satisfy the parents‘ need to christen their child with something distinctive and individual.“ Gerhards, J. (2005).&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese könnten bei Ersetzungen mit anderen Namen verloren gehen oder im ungünstigeren Fall so verändert werden, dass „falsche Fährten“ in das Material gelegt werden. Die Wahl eines anderen Namens muss vor diesem Hintergrund gut überlegt und sollte dokumentiert werden (vgl. Punkt 4, Schritt 5). Entscheidet man sich für diese Form der Ersetzung können Namenslisten bei der Ersetzung helfen. Beispiele für offiziell herausgegebene Listen finden sich u.a. bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache, die seit 1977 jährlich Listen der in Deutschland am häufigsten vergebenen Vornamen herausgibt oder bezogen auf deutsche Nachnamen können Informationen des Deutschen Familiennamenatlas hilfreich sein, der auch Hinweise auf die räumliche Verbreitung von Namen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für die Ersetzung von Namen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Original&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Hinweise&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gerda&lt;br /&gt;
| Helga, Interviewte 1 (althochdeutscher Vorname), Namensnennung der Interviewten, Person 1&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Meine Cousine Berta&lt;br /&gt;
| Name der Cousine der Interviewten, Name der Cousine mütterlicherseits der Interviewten&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tim Schulze&lt;br /&gt;
| Interviewer 1 (männlich)&lt;br /&gt;
| Auch Informationen über Interviewer/-innen sollten dokumentiert werden, da damit wichtige Hinweise den Interviewverlauf oder die Interviewführung betreffend, verbunden sein können. So macht es z.B. einen Unterschied, ob ein Werkstudent oder eine von Außen kommende Wissenschaftlerin den Personalrat interviewt; oder ob eine forschende Hebamme oder eine Soziologin einer Schwangeren Fragen zur Versorgung stellt.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beziehen sich Aussagen auf in der Öffentlichkeit stehende Personen – z.B. der/ die Bundeskanzler/-in – und deren Aufgabe bzw. stehen die Aussagen mit dem öffentlichen Interesse in Zusammenhang, können die Namen erhalten bleiben, sofern sich die Person als Amtsträger äußert und sofern damit kein Re-Identifikationsrisiko für weitere nicht in der Öffentlichkeit stehende Dritte verbunden ist. Beziehen sich die Aussagen allerdings auf Informationen, die nichts mit dem ausgeübten Amt zu tun haben, sondern z.B. die Privatsphäre der Person betreffen, müssen diese ebenso verändert werden.&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Zeitangaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Zeitangaben können einen Personenbezug begründen. Zu dieser Ersetzungskategorie gehören u.a. Datumsangaben, Angaben von Zeitspannen, Angaben zum zeitlichen Verlauf sowie Beginn oder Ende von bestimmten Lebensphasen. Auch bei der Abstraktion von Zeitangaben gilt es genau zu überlegen, ob die zu ersetzende Information dazu beitragen können, eine Person zu reidentifizieren. Bei Angaben wie z.B. dem Geburtsdatum einer Person ist ein Personenbezug i.d.R. gegeben, anders kann das z.B. bei Angaben zur Dauer eines Beschäftigungsverhältnisses sein, hier entscheidet der Interviewkontext wie sensibel die Information ist – insbes. dann, wenn z.B. andere Informationen wie der Ort der Beschäftigung oder Angaben zur Firma bereits abstrahiert sind. Tabelle 4 zeigt Beispiele für die Ersetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für die Ersetzung von Zeitangaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Originaltext&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Ersetzungsoptionen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Hinweise&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Datumsangabe&lt;br /&gt;
| 01.04.2020&lt;br /&gt;
| Im Frühjahr 2020, im April 2020, 2020, [Nennung des Datums]&lt;br /&gt;
| Die Entsprechung für Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter sollte dokumentiert sein, z.B. Frühjahr: 21. März bis 20. Juni&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Monatsangabe&lt;br /&gt;
| 01.04.2020&lt;br /&gt;
| Anfang April 2020, im April, Monat xy&lt;br /&gt;
| Die Entsprechung für Anfang, Mitte, Ende eines Monats, Jahres, Jahrzehnts, Jahrhunderts etc. sollte dokumentiert werden. Für Monate könnte man z.B. 1.-10. Tag eines Monats: Anfang des Monats, 11-20. Tag = Mitte des Monats, 21-31. Tag = Ende des Monats wählen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Jahresangabe&lt;br /&gt;
| 2002&lt;br /&gt;
| Zu Beginn der 2000er Jahre, Anfang des 21. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Altersangabe&lt;br /&gt;
| Ich war 8 Jahre alt.&lt;br /&gt;
| In meiner Kindheit, Bevor ich 10 Jahre alt war, [genaue Altersangabe]&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Hier braucht es die Dokumentation der Angaben für die Verwendung der Altersintervalle. Z.B. 40-43 = Anfang 40, 44-46 = Mitte 40, 47-49 Ende 40. Von Bedeutung ist aber auch der informationelle Gehalt für die Wahl der Abstraktion. Dieser ergibt sich aus dem Interview- oder Studienkontext So kann z.B. die Altersangabe 25 leicht mit Mitte 20 ersetzt werden. Spricht jemand aber über das 65. Lebensjahr könnte über das Alter hinaus z.B. auch die Information „Rentenbeginn“ für den Nachvollzug des Erzählten wichtige Bedeutung haben und sollten sich in der Abstraktion evtl. wiederfinden. Genauere Informationen können dem Datum in Klammern hinzugefügt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Zu meinem 18. Geburtstag.&lt;br /&gt;
| Als ich volljährig wurde, als junger Erwachsener&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zeitspanne&lt;br /&gt;
| Von Mitte April 2004 bis Ende Dezember 2004&lt;br /&gt;
| Von Frühjahr 2004 bis Winter 2010; von Monat A bis Monat J (10 Monate), eine Zeit lang in 2004, mehrere Monate in 2004, mehrere Monate Anfang der 2000er Jahre, von Ostern 2004 bis Weihnachten 2004&lt;br /&gt;
| Bei Ersetzungen der 12 Monate mit Monat A-L oder 1-12 sollte man sich bewusst darüber sein, dass die Reihenfolge der Buchstaben und Ziffern eine Reihenfolge der Monate suggerieren kann. Auch kann durch die Ersetzung mit Monat A- bis Monat B die Information über die Dauer einer Zeitspanne verloren gehen, die man viellicht besser in Klammern (10 Monate, mehrere Monate usw.) ergänzt. Evtl. hilft die Abstraktion in Jahreszeiten.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-ortsangaben&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Ortsangaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielfalt von Ortsangaben ist groß. Die Bandbreite reicht von Angaben zu Ländern, Bundesländern, Regionen, Gemeinden und Gemeindeverbänden, Städtenamen, Namen von Stadtteilen hin zu Straßennamen, Gewässerbezeichnungen, Namen von Gebirgen, Landstrichen etc. (Eine Übersicht über häufig auftretende Beispiele liefert Tabelle 5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ortsangaben können einen Personenbezug beinhalten. In Interviews finden sich Ortsangaben aber auch oft ohne konkreten Bezug zu einer Person. So sind die Dienstreise nach Berlin oder der Urlaub an der Ostsee per se kein personenbezogenes Datum. Oder: In einer Studie zu Lehrer/-innen in Hamburg kann der Ort Hamburg unter Umständen benannt werden, weil das mit der Information verbundene Re-Identifikationsrisiko etwa aufgrund der Zahl der zur Berufsgruppe zugehörigen Personen in dieser Großstadt gering ist. Ähnlich beschreiben es Saunders et al. (2015a): In ihrer Studie würde die Nennung des Ortes einer behandelnden Klinik ein Re-Identifikationsrisiko für die Interviewpartner/-innen darstellen, weil nur sehr wenige Kliniken die beforschte seltene Erkrankung behandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine generelle Ersetzung aller Orte, ohne den Personenbezug zu prüfen, würde in der Regel das Nachnutzungspotenzial eines Datensatzes einschränken. Der Kontext, in den die Schilderungen der Forschungsteilnehmer/-innen eingebettet ist, ist ebenso wie der Kontext der Studie selbst entscheidend für die Ersetzung von Ortsinformationen. Dabei gilt es auch zu prüfen, ob der Ort der Erhebung bereits in Publikationen oder in Projektbeschreibungen veröffentlicht wurde und dadurch eine Anonymisierung im Interview evtl. obsolet wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ersetzungen von Ortsbezeichnungen können unterschiedlich stark abstrahiert vorgenommen werden. Z.B. könnte die Funktion, die ein Ort für den Interviewten hat, sozialwissenschaftlich relevant sein (z.B. Geburtsort, Wohnort, Arbeitsort). Daneben liefern Angaben zu Größe, Lage oder Infrastruktur eines Ortes für die Nachnutzung wichtige Informationen. Spricht eine Interviewpartnerin z.B. davon, dass sie in Bremen arbeitet und die Information ist als sensibel anzusehen, könnten trotz notwendiger Ersetzung des Ortes „Bremen“, Informationen wie „große Großstadt in Norddeutschland“ wichtige Hinweise für die Nachnutzung erhalten. Auf welcher Ebene (Gemeinde, Land, Bundesland, Region) und in welcher Breite Informationen erhalten bleiben, entscheidet sich im konkreten Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für zu anonymisierende Ortsangaben und Möglichkeiten ihrer Ersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Originaltext&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Ersetzungsmöglichkeiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Hinweise&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;6&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;Städte/ Stadtteile&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Bremen&lt;br /&gt;
| Ortsangabe, Ort 1, Stadt A, Stadt 1&lt;br /&gt;
| Man kann Ortsangaben einfach mit dem Hinweis darauf ersetzen, dass es sich um eine Ortsangabe handelt. Der Informationsgehalt der Ersetzung ist so allerdings gering. Größer wird dieser bereits durch eine Zählung mit Buchstaben oder Ziffern. So kann z.B. nachvollzogen werden, ob es sich um dieselben Orte handelt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bremen&lt;br /&gt;
| Stadt 1 (große Großstadt), Stadt 1 (große Großstadt in Norddeutschland)&lt;br /&gt;
| Hier wird sich auf die BBSR-Klassifikation bezogen. Weitere Hinweise wie die genauere Bestimmung der Lage oder Informationen zur Infrastruktur können ergänzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bremen&lt;br /&gt;
| Große Großstadt A, Wohnort 1&lt;br /&gt;
| Ein Informationsgewinn wird auch dadurch erreicht, dass die Funktion des Ortes – z.B. Wohnort, Arbeitsort, Ort der Entspannung etc. erhalten bleibt. Die Zählung kann die Unterscheidung zwischen verschiedenen Orten ermöglichen. Dies könnte z.B. relevant sein, wenn in einem Interview über berufsbedingtes Pendeln gesprochen wird. In diesem Fall könnten z.B. Entfernungen zwischen Arbeitsort 1 und Arbeitsort 2 in Klammern angegeben werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Schwachhausen&lt;br /&gt;
| Stadtteil A (oder 1) der großen Großstadt A,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stadtteil A (oder 1) der Stadt A&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Auch hier können, z.B. in Klammern, Informationen zur Infrastruktur oder sozialstrukturellen und politischen Charakteristik des Stadtteils gegeben werden. Beispiele sind Angaben zur Arbeitslosigkeit, zum Migrationshintergrund, Einkommens- und Bildungsstruktur. Je nach Forschungsprojekt können aber auch Informationen wie Vorhandensein von Grünflächen, verkehrstechnische Erschließung etc. interessante Informationen sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rom&lt;br /&gt;
| Hauptstadt im (südeuropäischen) Ausland + Nummer&lt;br /&gt;
| Analog zu den für Städte beschriebenen Ersetzungen können Städte im Ausland abstrahiert werden. Listen wie die der European Statistics (EUROSTAT)&amp;lt;ref&amp;gt;https://ec.europa.eu/eurostat/ramon/index.cfm?TargetUrl=DSP_PUB_WELC (letzter Zugriff: 23.06.2022)&amp;lt;/ref&amp;gt; könnten hierzu hilfreich sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|X-Stadt&lt;br /&gt;
|Nicht identifizierbarer Ort + Buchstabe&lt;br /&gt;
|Nichtidentifizierbare Orte könnten im Interview genauso auch wiedergegeben werden. Die Ersetzung von einer evtl. im Interview unverständlich gebliebenen Stadt mit „x-Stadt“ könnte Fragen bei der Nachnutzung aufwerfen, gerade wenn versucht wird, an anderer Stelle so viel Information zu erhalten wie möglich. Der Hinweis darauf, dass der Ort z.B. nicht identifizierbar ist oder unverständlich geblieben ist, ist für die Nachnutzung bedeutsam.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Straßennamen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Mehrmannstraße&lt;br /&gt;
|Straße + Nummer&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; |Funktionen einer Adressangabe für den/die Interviewten/-e können z.B. darin bestehen, dass er/sie in der genannten Straße wohnt, arbeitet, zur Schule geht etc. Eine Ziffer oder einen Buchstaben anzuhängen, kann die Information erhalten, dass es sich z.B. um verschiedene Adressen oder dieselbe Wohnadresse handelt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Mehrmannstraße&lt;br /&gt;
|Wohnadresse (mit o­der ohne Zählung)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Länder&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Kanada&lt;br /&gt;
|Nordamerikanisches Land&lt;br /&gt;
|mit oder ohne Zählung, ggf. Informationen, die das Land näher charakterisieren&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gewässer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Chiemsee&lt;br /&gt;
|See&lt;br /&gt;
|Der See kann z.B. in seiner Größe oder Lage weiter bestimmt werden. Evtl. ist auch eine Zählung sinnvoll, wenn mehrere Seen im Text präsentiert werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Region&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Ostpreußen&lt;br /&gt;
|europäische Region&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Konkrete Orte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Bremen Flughafen&lt;br /&gt;
|Verkehrsknotenpunkt 1 in große Großstadt A&lt;br /&gt;
|Auch hier können weitere Informationen gegeben werden, die je nach Sensibilität des Datums mehr oder weniger vom Ursprungsort – dem Flughafen – abstrahieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Saftschuppen&lt;br /&gt;
|Lager in Bahnhofsnähe&lt;br /&gt;
|Die Ersetzung des Ortes mit seiner Funktion für die Interviewte (z.B. Arbeitsort, Treffpunkt, …) kann - auch ohne Zählung - sozialwissenschaftlich relevante Information erhalten. Diese Form der Ersetzung lässt sich z.B. gut bei Ersetzungen von Geschäften, Diskotheken, Fitnessstudios etc. verwenden.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfahrungsgemäß ist es hilfreich, wenn die Ersetzung von Ortsangaben studienbezogen vorgenommen wird: D.h., dieselbe Ortsbezeichnung wird in allen Interviews einer Studie auf immer dieselbe Weise ersetzt. Somit bleibt der Datensatz auch eher als Ganzer verbunden und die Interviews untereinander aufeinander beziehbar. In einer Studie zu Wendeerfahrungen, die in den 1990er Jahren in zwei Orten durchgeführt wurde, könnten so z.B. die Erfahrungen von Menschen eines Ortes 1 (kleine Landgemeinde, starke religiöse Prägung, hohe Arbeitslosigkeit) mit den Erfahrungen der Menschen des Ortes 2 (mittlere Kleinstadt, Universitätsstadt, gute Infrastruktur) verglichen werden, obwohl der Ort wegen eines mit seiner Nennung möglichen Re-Identifikationsrisikos für die Interviewten abstrahiert wurde.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb2.gif|thumb|370x370px|Abbildung 2: Stadt- und Gemeindetypen des BBSR, Quelle: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/Raumabgrenzungen/deutschland/gemeinden/StadtGemeindetyp/StadtGemeindetyp.html, Zugriff: 01.08.2023]]&lt;br /&gt;
Werden Ziffern für die nähere Bestimmung verwendet, kann eine unbegrenzte Anzahl von Orten eindeutig zugeordnet werden. Die Verwendung von Buchstaben (A bis Z) führt schnell zu unübersichtlichen und oft fehleranfälligen Buchstabenreihen (z.B. muss man nach der Verwendung der Ersetzung „Stadt Z“ mit „Stadt AA“ o.ä. beginnen). Die Verwendung von Buchstaben beugt wiederum der Annahme einer möglichen Priorisierung einzelner bezifferter Orte vor, die im Interview nicht intendiert war – z. B. wenn verschiedene Arbeits- oder Wohnorte einer Person im Text präsentiert werden und mit der Bezifferung der Eindruck vermittelt würde, dass Wohnort 1 der priorisierte Wohnort sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die teilstandardisierte Ersetzung mit Listen (vgl. Punkt 3.6) von Orten in Deutschland kann die Übersicht über Stadt- und Gemeindetypen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) verwendet werden. Diese Liste beinhaltet u.a. den Gemeindenamen, das Bundesland, den Namen des Gemeindeverbandes und seine Nummer, Angaben zu Fläche und Einwohnerzahl sowie differenzierte und weniger differenzierte Angaben zu den Gemeindetypen&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/Raumabgrenzungen/deutschland/gemeinden/StadtGemeindetyp/StadtGemeindetyp.html, Zugriff: 01.08.2023&amp;lt;/ref&amp;gt;. Bei Anwendung der Liste kann der Gemeindename in der Liste gesucht werden und je nach gewähltem Vorgehen durch zugehörige Informationen auf einer höheren Abstraktionsebene wie dem Bundesland oder dem differenzierten Gemeindetyp abstrahiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindetypen, die das BBSR verwendet, sind in drei Haupttypen kategorisiert, die wiederum qualitativ unterschieden werden können. Anhand der Legende können Informationen über Regionen vermittelt werden. Die Gemeindetypen geben Auskunft über Fläche und Einwohnerzahl und auch darüber wie viele Gemeinden und Gemeindeverbände der jeweiligen Kategorie zugeordnet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Gemeindekennziffer können Informationen zu den jeweiligen Orten, die in weiteren Listen des BBSR aufgelistet sind, kombiniert werden. Hier finden sich z.B. ortsbezogene Informationen zur Infrastruktur des Ortes wie Besiedelung und Lage, kreisbezogene Informationen auf Regionsebene (z.B. Arbeitslosigkeitsregionen, Wohnungsmarktregionen etc.) oder zu seiner (aggregierten) Einwohner- und Arbeitslosenzahl. Eine Ersetzung könnte wie folgt aussehen: „Ort 1, große Großstadt in Mitteldeutschland, niedrige Arbeitslosigkeit“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Verlinkungen zu Informationen auf europäischer Ebene sind möglich über die NUTS-Regionen&amp;lt;ref&amp;gt;Nomenclature of territorial units for statistics&amp;lt;/ref&amp;gt; und die siedlungsstrukturellen Regionstypen Europas. Auch auf der Ebene der NUTS-Regionen kann man sich mittels der Gemeindekennziffer bewegen. Weitere Informationen zur Beschreibung konkreter Orte und Regionen auf europäischer Ebene sind z.B. über die Statistiken der Europäischen Kommission&amp;lt;ref&amp;gt;EUROSTAT: https://ec.europa.eu/eurostat/de/web/regions-and-cities&amp;lt;/ref&amp;gt; erhältlich. Darüber hinaus stellen die United Nations Organisation (UNO oder IfO) eine Liste zur Verfügung, die auch Länderbezeichnungen und Ozeanien beinhaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;Informationen und Tabellen zu lokalen Verwaltungseinheiten, den sog. NUTs finden sich hier: https://ec.europa.eu/eurostat/de/web/regions-and-cities und auf folgender Website http://ec.europa.eu/eurostat/ramon/nomenclatures/index.cfm?TargetUrl=LST_CLS_DLD&amp;amp;amp;StrNom=NUTS_2013L&amp;amp;amp;StrLanguageCode=EN&amp;amp;amp;StrLayoutCode=HIERARCHIC (Zugriff 12.05.2020).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;,&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/_node.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidet man sich für die Verwendung von Listen, können diese in QualiAnon eingelesen und so für die Bildung von Ersetzungen verwendet werden (vgl. Punkt 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-informationen-zu-ausbildung-und-beruf&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Informationen zu Ausbildung und Beruf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben zu Berufen, beruflichen Tätigkeiten, Ausbildungen etc. können personenbezogene Daten enthalten. Auch bei dieser Kategorie ist es für den Erhalt des Nachnutzungspotenzials des Materials wichtig, Ersetzungen gut abzuwägen, da eine Abstraktion immer mit einem Informationsverlust verbunden ist und das Nachnutzungspotenzial des Materials verringert. Bezogen auf Ausbildung und Beruf diskutieren z.B. Thomson et al. (2005) welche Schwierigkeiten in einem interdisziplinären Forschungsprojekt mit der Ersetzung von „nurse“ und „psysician“ durch „health professional“ verbunden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;„For example, in interdisciplinary discussions between researchers in business and nursing, the business researchers proposed replacing the words &amp;amp;quot;nurse&amp;amp;quot; and &amp;amp;quot;physician&amp;amp;quot; with the broader category of &amp;amp;quot;health care professional&amp;amp;quot; for the sake of preserving the individual professionals&#039; anonymity. From an organizational analysis perspective, concerned with the professions as a group, this was a possibly acceptable solution. Our nursing colleague objected, however, saying that a participant&#039;s identity as a nurse or physician was crucial to data analysis“ Thomson et al. (2005).&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Fällen bietet sich evtl. auch an, die Berufsbezeichnungen unberührt zu lassen, weil z.B. die Ersetzung anderer Informationen genügt, um eine Re-Identifikation von Personen zu verhindern ebenso wie eine ausreichend große Anzahl von Vertreter/-innen einer Berufsgruppe (siehe das Beispiel der Priesterin in Fußnote 19) bzw. eben gerade nicht (siehe das Beispiel der Justizvollzugsbeamten auf Seite [[#zentrale-kategorien-für-die-ersetzung-personenbezogener-information|21]]). Eine Abwägung sollte deshalb fallbezogen vorgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berufe können auf unterschiedliche Weise abstrahiert werden. Beispiele für Ersetzungen finden sich in Tabelle 6. Um keine „falschen Fährten“ zu legen, empfiehlt Qualiservice Beruf und berufliche Tätigkeiten unterschiedlich stark zu abstrahieren und nicht mit anderen Berufen zu ersetzen. Ersetzte man z.B. den Phyisiotherapeuten mit dem Masseur würde man zwei Berufsbilder vermischen, die sich mindestens bzgl. der Ausbildung und deren Zugangsvoraussetzungen unterscheiden. Besser wäre Physiotherapeut und Masseur zu abstrahieren und mit einer Sammelkategorie „personenbezogener Dienstleistungsberuf im Gesundheitswesen“ zu ersetzen, die durch weitere Informationen wie „Fokus auf den Bewegungsapparat“ für den Physiotherapeuten ergänzt werden könnte. Es gehen zwar auch dann Informationen verloren (vgl. Thomson et al., 2005), aber es werden keine Informationen in den Text eingebaut, die im Original nicht enthalten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Suche nach adäquaten Ersetzungen mit unterschiedlich hohem Abstrakationsniveau können hierarchisch aufgebaute standardisierte Listen helfen. Für Berufe eignet sich die International Classification of Occupations (ISCO)&amp;lt;ref&amp;gt;https://ec.europa.eu/eurostat/ramon/nomenclatures/index.cfm?TargetUrl=LST_NOM_DTL&amp;amp;StrNom=CL_ISCO08&amp;amp;StrLanguageCode=DE&amp;amp;IntPcKey=&amp;amp;StrLayoutCode= (Zugriff am 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Diese Klassifikation ist etabliertes Instrumentarium, um Angaben zu Berufen und beruflichen Tätigkeiten in quantitativen Datensätzen zu anonymisieren (Ebel, o. J.; Züll, 2015). Die ISCO unterscheidet Berufshauptgruppen, Berufsgruppen, Berufsuntergruppen und Berufsgattungen in einem hierarchisch gegliederten Klassifikationssystem, welches unterschiedlich stark abstrahierte Informationen zu den jeweiligen Berufen und beruflichen Tätigkeiten enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;Neben der ISCO-08 findet in den Sozialwissenschaften auch die Klassifikation der Berufe (KldB) Anwendung. In der KldB 2010 werden Berufsbezeichnungen erfasst. Sie hält eine komplette Liste von Berufsbezeichnungen in bestimmten Branchen vor. Sollen nicht Berufe, sondern Tätigkeiten im Mittelpunkt der Information stehen, bietet sich evtl. eher die Nutzung der ISCO-08 an.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Einordnung der Qualifikationsstufen folgt der International Standard Classification of Education (ISCED)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. https://www.bfs.admin.ch/asset/de/do-d-15.01-isced-01, Zugriff: 31.07.2023&amp;lt;/ref&amp;gt; – mit Grundbildung, Sekundärbildung/ Grundberufsausbildung/ berufliche Erstausbildung, postsekundare Bildung und Tertiärbildung sowie der Hochschulausbildung. Dies ermöglicht es vier Qualifikationsstufen (skill level) (Hilfsarbeitskräfte, Fachkräfte, gehobene Fachkräfte und akademische Berufe) zu klassifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ISCO-Klassifikation ist hierarchisch aufgebaut. Dies ermöglicht, Informationen unterschiedlich stark zu abstrahieren, ohne falsche Fährten zu legen. Je höher der gewählte Abstraktionsgrad, desto größer ist die Zahl derjenigen Berufe, die in die jeweilige Kategorie fallen, was das Re-Identifikationsrisiko verringert. So kann der Beruf der Altenpflegerin je nach Abstraktionsstufe zum „Dienstleistungsberuf (ISCO 08 Code 5)“, „Betreuungsberuf (ISCO08 Code 53) oder z.B. zu einem „Betreuungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO-08-Code 532) werden. Zusätzliche Informationen wie z.B. die Zielgruppe, die betreut wird oder der Betreuungssektor (ambulant vs. stationär) können als weitere wichtige Hinweise für die Nachnutzung ergänzt werden. Im Beispiel könnte die Ersetzung folgendermaßen aussehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Frau A.: (1) Also, ich, (1) beruflich hatte ich eigentlich anders angefangen. Ich war [[Nennung des Berufs, Gruppe: Hauswarte und Hauswirtschaftsleiter ISCO: 515 000]], hab dann halt geheiratet, zwei Kinder, aufgehört zu arbeiten, war ungefähr 10 Jahre zu Hause und hab dann über nen [[Ausbildungskurs in der Gesundheitsversorgung]] in [[einer Einrichtung der Gesundheitsversorgung für ältere Menschen&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Könnte z.B. weiter ergänzt werden mit sozialwissenschaftlich relevanter Information wie &#039;&#039;Einrichtung im ländlichen Raum, großer Arbeitgeber für Frauen, mit weniger als 100 Personen in der Versorgung, …&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039;] ein Praktikum gemacht und bin dann da gleich gefragt worden, ob ich nicht mal vertretungsweise als [[Nennung des Berufs, Betreuungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO 532 000)]] (2) einspringen könnte. Hab ich dann auch gemacht und bin dann da einfach hängengeblieben. Das, aus dem Mal einspringen wurden dann [[mehrere, &amp;amp;gt;5]] Jahre Arbeit und dann hab ich gedacht, na gut, wenn ich jetzt diese Arbeit schon mach, dann mach ich auch die Ausbildung dazu. und hab dann die [[Ausbildung zur Fachkraft für einen Assistenzberuf im Gesundheitswesen (ISCO 3200)]] gemacht ...“&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Die hier vorgenommenen Ersetzungen sind in doppelten Klammern eingefügt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Angaben zur Ausbildung können personenbezogen sein. Die Komplexität und Vielgestaltigkeit und damit auch fehlende Vergleichbarkeit der Ausbildungs- und Bildungssysteme stellt eine besondere Herausforderung dar. Reicht ein hoher Abstraktionsgrad aus, kann die ISCED der UNESCO&amp;lt;ref&amp;gt;http://uis.unesco.org/en/topic/international-standard-classification-education-isced (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstützen. Die ISCED zielt auf die Vergleichbarkeit der Bildungsinstitutionen auf europäischer Ebene ab. Sie ist in den „skill levels“ der ISCO-08 repräsentiert. Die Klassifikation beinhaltet zehn Qualifikationsstufen, welche von frühkindlicher Bildung im Kindergarten bis zur abgeschlossenen Promotion an Universitäten reichen. Ein Blick auf das komplexe und vielfältig verzweigte deutsche Bildungssystem macht aber deutlich, dass hier der Verwendung der ISCED schnell Grenzen gesetzt sind, wenn Informationen zu Binnendifferenzierung, Varianz und Spezifika des deutschen Bildungssystems im Datensatz erhalten werden sollen. Ob ein Mehrwert mit der Listenverwendung verbunden ist, gilt es studien- und v.a. themenbezogen zu entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für die Ersetzung von Angaben zu Ausbildung und Beruf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Original&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ich studiere Sozialpolitik.&lt;br /&gt;
| Ich studiere [[Angabe des Fachs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich studiere [[ein sozialwissenschaftliches Fach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| An dieser Schule habe ich Abitur gemacht.&lt;br /&gt;
| An dieser Schule habe ich [[einen Schulabschluss]] gemacht.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ich bin Altenpflegerin.&lt;br /&gt;
| Ich bin [[Nennung des Berufs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin [[Pflegerin/ Pflegekraft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin [[Nennung des Berufs, Dienstleistungsberufe und Verkäufer, ISCO-08: Code 05:]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin [[Nennung des Berufs, Betreuungsberufe im Gesundheitswesen, ISCO08 Code 532:]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin [[Nennung des Berufs, Betreuungsberufe im Gesundheistwesen, Haus- und Familienpfleger, ISCO08 Code 5322:]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Freie Ersetzungen oder auch weitere Bestimmungen des Tätigkeitsbereichs (außerklinisch, stationär, ambulant) können herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Lesbarkeit zu verbessern, kann die Dokumentation des ISCO-Codes auch auf die Anonymisierungsdokumentation begrenzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mein Spezialgebiet ist Statistik.&lt;br /&gt;
| Mein Spezialgebiet ist [[Angabe des Fachgebiets]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Spezialgebiet ist [[Angabe des mathematischen Fachgebiets]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dann habe ich eine Praxisklasse absolviert.&lt;br /&gt;
| Dann habe ich [[ein Schuljahr in einem Modellprojekt]] absolviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann habe ich [[ein Schuljahr in einem Modellprojekt in Kooperation mit Betrieben absolviert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann habe ich [[ein Schuljahr in einem Modellprojekt für SchülerInnen mit Hauptschulabschluss und Lern- und Leistungsrückständen]] absolviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Das Modell der Praxisklasse wird in einem bestimmten regionalen Gebiet durchgeführt. Ähnliche Infrastrukturprojekte gibt es regional und überregional. Der konkrete Name könnte aber je nach Kontext eine Re-Identifikation ermöglichen, da solche Modelle auf bestimmte unterschiedlich große Regionen begrenzt sind.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-organisationen-und-institutionen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Organisationen und Institutionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Informationen zu Organisationen und Institutionen können personenbezogen sein. Zu dieser Gruppe gehören Informationen über Firmen, in denen Menschen arbeiten, Theater und Museen, in die sie gehen, Projekte, für die sie sich engagieren ebenso wie Schulen, Kliniken und Behörden, sofern sie einen Personenbezug herstellen lassen und im Interviewkontext von Bedeutung sind. Eine Übersicht über Beispiele für diesen Themenbereich bietet Tabelle 7. Um ein Überanonymisieren zu vermeiden und das Nachnutzungspotenzial zu erhalten, gilt es auch hier von Fall zu Fall zu entscheiden, ob eine Ersetzung vorgenommen und wenn ja, wie stark abstrahiert werden muss bzw. welche Zusatzinformationen wie Größe, Ausrichtung, besondere Charakteristika für die Sekundärnutzung hilfreich sein können. Um Unternehmen zu kennzeichnen kann z.B. die Größe des Unternehmens, die akkumulierte Mitarbeiterzahl, die nationale oder internationale Ausrichtung von Bedeutung sein (z.B., um ein McDonalds-Restaurant vom kleinen Schnellimbiss um die Ecke abzugrenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele und Ersetzungsvorschläge für Angaben zu Institutionen und Organisationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Beispiel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Kommentar&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Firmen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Karstadt&lt;br /&gt;
| Warenhauskette, Warenhauskette 1, Warenhauskette A&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bäcker Neumann&lt;br /&gt;
| Firma 1 (kleines Familienunternehmen), Firma 1 Lebensmittelbranche (kleines Familienunternehmen), ein Lebensmittelgeschäft&lt;br /&gt;
| Die Regeln für Nummerierung sollten dokumentiert sein, ebenso wie z.B. die Abgrenzung von kleinen, mittleren und großen Unternehmen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wir sind ca. 25 Mann&lt;br /&gt;
| Wir sind ein mittelgroßer Betrieb mit 20-30 Mitarbeitern&lt;br /&gt;
| Betriebsgrößen sollten festlegt und dokumentiert werden, ebenso wie der Umgang mit gegenderten Formen. Ist z.B. keine Frau beschäftigt, sollte auch nicht von Mitarbeiter*innen gesprochen werden).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Burger King&lt;br /&gt;
| Systemgastronomie – mehr als 1000 Beschäftigte&lt;br /&gt;
| Informationen wie z.B. „international agierend“ könnten ergänzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei-Mann-Betrieb&lt;br /&gt;
| sehr kleiner Betrieb&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| drei Lehrlinge&lt;br /&gt;
| 3-5 Lehrlinge, unter 5 Lehrlinge&lt;br /&gt;
| Clustern kann eine Option sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Schulen/ Ausbildungsstätten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Volkshochschule&lt;br /&gt;
| Weiterbildungseinrichtung + Ziffer&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Müller-Schule&lt;br /&gt;
| Gymnasium + Ziffer, Name der Schule (Gymnasium)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kolping&lt;br /&gt;
| Konfessioneller Sozialverband&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Behörden/Verwaltung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Handelskammer&lt;br /&gt;
| Öffentlich-rechtliche Personalkörperschaft im Handel&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Beim Finanzamt&lt;br /&gt;
| Bei einer Landesbehörde, Landesamt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Andere&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Radio Bremen&lt;br /&gt;
| Rundfunkanstalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überseemuseum&lt;br /&gt;
| Museum&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;informationen-zu-wirtschaftszweigen-zur-bestimmung-von-berufen-und-organisationen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Informationen zu Wirtschaftszweigen zur Bestimmung von Berufen und Organisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Informationen zu Wirtschaftszweigen sind seltener Teil einer Ersetzung. Viel häufiger ergänzen sie Informationen zu Berufen, beruflichen Tätigkeiten und Organisationen. Um den Wirtschaftszweig in die Ersetzung einfließen zu lassen, kann man einerseits über die im Text benannte Firma recherchieren und auf dieser Basis Informationen bereitstellen. Hilfreich können aber auch hier standardisierte Listen wie Handelsregister oder die Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ) sein. Diese Klassifikation wird regelmäßig vom Statistischen Bundesamt herausgegeben und ist kostenfrei zugänglich.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.destatis.de/DE/Methoden/Klassifikationen/Gueter-Wirtschaftsklassifikationen/klassifikation-wz-2008.html?nn=205976 (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;,&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;„Die Gliederung der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008), wurde unter intensiver Beteiligung von Datennutzern und Datenproduzenten in Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft geschaffen. Sie berücksichtigt die Vorgaben der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (Nomenclature statistique des activités économiques dans la Communauté européenne (NACE) Revision 2), die mit der Verordnung (Europäische Gemeinschaft (EG)) Nummer 1893/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 (Amtsblatt Europäische Gemeinschaft Nummer Liste 393 Seite 1) veröffentlicht wurde. Die Zustimmung der Europäischen Kommission gemäß Artikel 4, Absatz 3, der oben genannte Verordnung liegt vor.“ (https://www.destatis.de/DE/Methoden/Klassifikationen/Gueter-Wirtschaftsklassifikationen/klassifikation-wz-2008.html) (Zugriff: 01.12.2021).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie gliedert sich in 21 Unterabschnitte (A-U), die sich wiederum in 88 Abteilungen, 272 Gruppen, 615 Klassen und 839 Unterklassen aufgliedern. Beispiele der Anwendung finden sich in Tabelle 8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle :Beispiele für die Anwendung der WZ08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Original&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Level 1&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Level 2&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Level 3&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Level 4&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Siemens&lt;br /&gt;
| Verarbeitendes Gewerbe (WZ 2008 Abs.C)&lt;br /&gt;
| Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (WZ08,26)&lt;br /&gt;
| Herstellung von optischen und fotografischen Instrumenten und Geräten (WZ08,26.70.0)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Charité&lt;br /&gt;
| Einrichtung im Gesundheits- und Sozialwesen (WZ08, Abs.Q)&lt;br /&gt;
| Einrichtung im Gesundheitswesen (WZ08,86)&lt;br /&gt;
| Krankenhaus (WZ08, 88.1)&lt;br /&gt;
| Hochschulklinik (WZ08, 86.10.01)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berichtet ein Interviewpartner im Interview davon, dass er bei der Charité angestellt war, kann also in der anonymisierten Version unterschiedlich stark abstrahiert werden, dass er in einer Institution/ einem Unternehmen etc. im Gesundheits- und Sozialwesen; im Gesundheitswesen, in einem Krankenhaus oder einer Hochschulklinik beschäftigt war. Mit zunehmendem Abstraktionsgrad erhöht sich damit der mitgelieferte Informationsgehalt. Die Ersetzung der Firma Siemens unter Anwendung der WZ2008 könnte im Beispiel wie folgt aussehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Frau Bach: „… Wir sind hierhergezogen, weil eben [[Unternehmen B – WZ08,26: Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen]] natürlich eine attraktive Arbeitsstelle war. Und das sind dann so 200km Entfernung…“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf europäischer und internationaler Ebene gibt es weitere Klassifikationen, die hilfreiche Informationen beinhalten können. Dazu gehört z.B. die ISIC (International Standard Industrial Classification of all Economic Activities)&amp;lt;ref&amp;gt;https://ilostat.ilo.org/resources/concepts-and-definitions/classification-economic-activities/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; der Vereinten Nationen, die Wirtschaftsbereiche und Industriezweige international aufgliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-gesundheitsinformationen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Gesundheitsinformationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesundheitsinformationen stellen einen Teilbereich der „individuellen Besonderheiten“ dar (vgl. Tabelle 2), die daneben z.B. auch Informationen über Preise, sportliche Positionen, Unfälle etc. zusammenfasst. In die Verarbeitung von Gesundheitsinformationen muss explizit eingewilligt werden. Sie sind durch Art. 9 DSGVO besonders geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollen Gesundheitsinformationen abstrahiert werden, kann je nach Forschungsthema und Abstraktionsniveau z.B. von einer „Erkrankung“, einer „langjährigen Erkrankung“, einer „Diagnose“ der „ersten oder zweiten Erkrankung“ oder z.B. von einer „Krebserkrankung“ usw. gesprochen werden. Hilfreich bei der Suche nach standardisierten Ersetzungen kann die International Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD)&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.who.int/classifications/classification-of-diseases (Zugriff: 01.12.2022)&amp;lt;/ref&amp;gt; sein. Die ICD wird weltweit eingesetzt, um Diagnosen zu klassifizieren. Sie wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben und regelmäßig aktualisiert. Die deutschsprachige Version wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)&amp;lt;ref&amp;gt;Ursprünglich oblag die Bearbeitung der deutschen Version der ICD dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Dieses wurde am 26. Mai 2020 mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter dem Dach des BfArM zu einer Behörde zusammengeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; jährlich überarbeitet und angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ICD ist hierarchisch gegliedert und beinhaltet 22 Hauptgruppen von Krankheiten (I-XXII), auf der höchsten Abstraktionsebene. Darunter finden sich z.B. Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (Gruppe IV), Krankheiten des Kreislaufsystems (Gruppe IX) oder auch Krankheiten der Haut und der Unterhaut (Gruppe XII). Diese Hauptgruppen verzweigen sich in immer differenziertere Untergruppen. Das Hierarchisierungsniveau lässt sich aus der jeweiligs zugehörigen ICD-Codenummer ablesen. Der ICD-Code lässt sich bis auf fünf Ebenen auffächern, die unterschiedlich stark spezfizierte Informationen zu Krankheiten bereitstellen. Ein Herzinfarkt eines Interviewpartners könnte beispielsweise als „Erkrankung“, als „Krankheit des Kreislaufsystems (Gruppe IX, ICD10)“ oder als „ischämische Herzkrankheit (I20 ICD10)“ ersetzt werden. Von Abstraktionsebene zu Abstraktionsebene erhöht sich die Zahl der Menschen, die am genannten Gesundheitsproblem leiden, was den konkreten Personenbezug verringert.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb3.png|thumb|498x498px|Abbildung 3: ICD10, Aufgliederung der Herzkreislauferkrankungen Gruppe IX in Unterkategorien auf der zweiten Abstraktionsebene&amp;lt;ref&amp;gt;zugänglich unter https://www.praxis-wiesbaden.de/icd10-gm-diagnosen/#IX (Zugriff am 23.06.2022)&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Unter Beachtung der Einwilligungserklärung und bereits vorgenommener Ersetzungen gilt es genau abzuwägen, was ersetzt werden muss, um einen Re-Identifikation zu verhindern. Der Herzinfarkt könnte je nach Studienkontext als Einzeldatum auch unspezifisch genug sein und nicht notwendigerweise abstrahiert werden müssen. Beispiele für dieses Abwägen des Abstraktionsgrades von Ersetzungen, beschreiben z.B. Saunders et al. (2015a) in ihren Ausführungen zur Anonymisierung der Forschungsmaterialien einer Studie mit Angehörigen von chronisch erkrankten Menschen, die in der Wahrnehmung ihrer selbst und ihrer Umwelt stark eingeschränkt waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Over and above name, place, occupation and religion there are often features in any dataset, which may provide unique (or closely narrowing) identifying information. We have given examples of a range of such features throughout the discussion above – including idiosyncratic details of a case. Depending on the substantive focus of the research there may also be a recurring issue that needs special attention. In our case this was the nature of the original injury. Such information was often interwoven throughout accounts and also has prognostic significance. Brain damage resulting from ‘non-traumatic’ injury (e.g. from oxygen deprivation following cardiac arrest) is more predictably devastating that resulting from traumatic brain injury (e.g. from a blow to the head). Distinguishing between these types of injury is therefore analytically important. However, beyond this we commonly used generic phrases such as ‘road traffic accident’ or ‘sporting injury’, which allowed us to describe a range of events while not revealing more specific information.“ (Saunders et al. 2015a, 627)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Neben der ICD bietet die WHO weitere Klassifikationen an, die für die Abstraktion personenbezogener Gesundheitsinformationen in spezifischen Forschungsprojekten interessant sein können. Dazu gehören z.B. die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF)&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.who.int/classifications/icf/en/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; (dts: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) oder die International Classification of Health Interventions (ICHI).&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.who.int/classifications/ichi/en/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ICD kann in das Qualiservice Anonymisierungstool eingelesen werden. Werden Listen für Ersetzungen verwendet, gilt es die listenspezifischen Nutzungsbedingungen zu befolgen und die jeweilige Version der Klassifikation zu dokumentieren und zu zitieren (vgl. Punkt 4, Schritt 5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-positionen-und-rollen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Positionen und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personen können auch über Angaben zu Positionen und Rollen in familiären oder in Arbeitszusammenhängen, bzgl. politischer Gremien oder ehrenamtlichen Engagements oder auch durch Platzierungen in sportlichen Wettbewerben identifiziert werden. Eine Auswahl an Beispielen findet sich in Tabelle 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder muss geprüft werden, ob im Text erhaltene Informationen einen Personenbezug herstellen lassen oder ob z.B. schon die Ersetzung anderer Informationen im Text eine Re-Identifikation nahezu ausschließt, so dass evtl. die Originalinformation erhalten bleiben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für die Ersetzung von Informationen zu Positionen und Rollen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Original&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Er war erster Vorsitzender im hiesigen Schützenverein.&lt;br /&gt;
| Er [[hatte eine hohe Position]] im hiesigen Schützenverein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war erster Vorsitzender im hiesigen [[Verein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Sind z.B. Erhebungsorte bekannt, könnte auch der Verweis auf den „hiesigen“ Schützenverein zu ersetzen sein. Ersetzt man Spezifika des Vereins kann evtl. die Funktion des Vorsitzenden erhalten bleiben (siehe zweites Beispiel).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mein Vater war Schmiedemeister.&lt;br /&gt;
| Mein Vater [[hatte Meisterfunktion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vater war [[Handwerksmeister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Mein Vater war [[Handwerksmeister im verarbeitenden Gewerbe (WZ2008 Abs. C)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vater war [[Handwerksmeister in der Herstellung von Metallerzeugnissen (WZ 2008 Abs. C, 25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Informationen zu Wirtschaftszweigen können verwendet werden, um unterschiedlich stark abstrahierte sozialwissenschaftlich relevante Information zu erhalten (vgl. Punkt 5.6).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| In diesem Jahr wurde ich Referentin der Senatorin für Bildung.&lt;br /&gt;
| In diesem Jahr wurde ich Referentin [[in der öffentlichen Verwaltung des Landes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Jahr wurde ich Referentin der Senatorin [[xx (nähere Bestimmung des Senatsressorts)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Auch Positionen anderer können zur Re-Identifikation einer Person beitragen. Im Beispiel wird die „Senatorin für Bildung“ ersetzt und die Position der Referentin erhalten. Diese Entscheidung kann je nach Kontext der Studie unterschiedlich ausfallen und auch dazu führen, dass z.B. die Referendarstelle abstrahiert wird. Im zweiten Beispiel werden Informationen weggelassen. Die Löschung der beiden Wörter ist mit jeweils einem X für ein Wort markiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Er aß privat regelmäßig mit Helmut Kohl zu Mittag.&lt;br /&gt;
| Er aß privat regelmäßig mit [[einem deutschen hochrangigen Politiker]] zu Mittag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er aß privat regelmäßig mit [[einem deutschen Bundeskanzler]] zu Mittag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Die Ersetzung von Namen von in der Öffentlichkeit stehenden Personen wie der Person von Helmut Kohl ist ein besonderes Thema (siehe Punkt 5.1). Im Beispiel wird angenommen, dass die Nennung Helmut Kohls mit einem Re-Identifikationsrisiko für den oder die Forschungsteilnehmer/in einhergeht.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;weitere-informationen-die-einen-personenbezug-enthalten-können&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Weitere Informationen, die einen Personenbezug enthalten können ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Kontext des Textes und der Forschungsfragen können neben den genannten Ersetzungskategorien auch Informationen aus anderen Bereichen wie z.B. Angaben zu Sprachen, Nationalitäten, Konfessionen oder Sportarten ggf. die Re-Identifikation einer Person ermöglichen. Auch hier gilt es zunächst zu prüfen, ob und wenn ja, wie viel der Information ersetzt werden muss, um ein Über- oder Unteranonymisieren zu vermeiden. Insbesondere gilt es Informationen zur Religionszugehörigkeit oder zur sexuellen Orientierung, die wie auch Gesundheitsinformationen von der DSGVO besonders geschützt sind, zu prüfen. Die Abwägung von notwendigen Schutzmaßnahmen und wissenschaftlichem Erkenntnisinteresse ist bei der Abstraktion von Informationen ständiger Begleiter gut ablesbar in den Beschreibungen von Saunders et al. (2015a, 624):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„We compromised through cutting references which would narrow down identification of their religion/cultural background too tightly – this involved losing some very interesting data but seemed a reasonable compromise, albeit one which made the quotations much more anodyne than they had been in the original form. The question we ask ourselves here is whether we have veered too far, and ‘white-washed’ the data, ‘forfeiting much of the richness yielded by the study’ (Parry and Mauthner, 2004: 144) and draining it of meaning?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schwierigkeiten treten auf, wenn Informationen zur Religion oder zu religiösen Handlungen für die Forschungsfrage wichtige Informationen enthalten. Saunders et al. (2015a, 623) beschreiben z.B. wie in einer religiösen Handlung deutlich wird, dass die Bewusstseinsleistung eines am Hirn verletzten Patienten größer ist als von Ärzten eingeschätzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„…we often replaced religion/culture with similar but unrelated items, or with generalised descriptions (e.g. Jaspal’s Hinduism became ‘Jaspal’s religious faith’). This strategy became problematic when religion, culture or ethnic identity was not simply ‘background information’ but crucial ‘context for deeper and fuller understanding’ (Clark, 2006: 6). After lengthy discussion we decided to retain certain features in some cases. For example George’s brother, David, had been injured six years prior to the interview, and at the time was diagnosed by medical professionals as having ‘low awareness’. George and his wife, Linda, (interviewed together) were very optimistic about David’s situation. Their religion underpinned their shared views about David’s future, along with a strong sense of family togetherness that they associated with their cultural heritage (from outside the UK). They consistently represented these factors as underpinning their belief in David’s ongoing recovery…“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Teil gibt es auch für diese Kategorie listenartige Übersichten, die bei der Suche nach passenden Ersetzungen helfen können. Diese müssen aber im Einzelfall auf ihre Eignung (fachliche Qualität, Zugänglichkeit und Aktualisierung) geprüft werden. Hilfreiche Informationen zu Sprachen könnte z.B. die Website „Ethnologue language name index“&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.ethnologue.com/data-consulting (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; bieten. Daneben bieten offizielle Seiten wie das Statistische Bundesamt, die UNO z.B. zu Ländern, deren Bevölkerung und ihren regionalen Profilen&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.un.org/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die WHO&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.who.int/data/collectionsweitere (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; oder EUROSTAT&amp;lt;ref&amp;gt;https://ec.europa.eu/eurostat/web/main/data/databaseInformationen (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; Informationen, die die Suche nach passenden Abstraktionen im Sinne sozialwissenschaftlich relevanter Informationen unterstützen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;kumulation-von-personenbezogenen-informationen-verschiedener-kategorien&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Kumulation von personenbezogenen Informationen verschiedener Kategorien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der hier beschriebenen Vorgehensweisen ist es, datenschutzrechtlichen Aspekten nachzukommen und dabei das Nachnutzungspotenzial eines Datensatzes zu erhalten. Wir haben einzelne Ersetzungskategorien beschrieben, die häufig personenbezogene Informationen enthalten und empfehlen ein Vorgehen, welches alle potenziell zu ersetzenden Informationen im Einzelnen auf ihren Personenbezug hin prüft. Bei der Entscheidung, ob ein Personenbezug enthalten ist oder nicht, sollte berücksichtigt werden, dass vorgenommene Ersetzungen einer Kategorie den Personenbezug von Informationen anderer Ersetzungskategorien beeinflussen. Sind z.B. neben direkten Identifikatoren wie Namen und Adressen auch Orts- und Zeitangaben im Text abstrahiert, kann dies ggf. für eine Anonymisierung eines Textes bereits ausreichen. Umgekehrt, kann die Nennung des Erhebungsortes in Publikationen und Kontextmaterialien dazu führen, dass im Interviewtext viel umfassender eingegriffen werden muss, um dieses Ziel zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben beeinflusst auch das Studiendesign die Entscheidung für ein passendes Anonymisierungskonzept. Bei der Archivierung von Panelstudien, die über mehrere Jahre hinweg dieselben Personen beforschen, soll z.B. eine konsistente Anonymisierung über alle Wellen hinweg sichergestellt werden. Hier kann es ggf. helfen – anders als beschrieben - bestimmte Informationen wie z.B. Ortsbezeichnungen konsistent über die Studie hinweg von Beginn auch ohne Prüfung des jeweiligen Personenbezugs standardisiert in derselben Weise zu ersetzen, um eine konsistente Handhabung der Ortsinformation zu erleichtern. D.h., ohne zu prüfen, ob z.B. die Nennung des Ortes Kappeln an der Schlei an den verschiedenen Stellen der Materialien einen Personenbezug beinhaltet (z.B. Geburtsort oder eben nur Urlaubsort ist) würden alle Nennungen von Kappeln ersetzt, um auf pragmatische Weise sicher zu stellen, dass Ort 1, kleine Mittelstadt in Wassernähe mit viel Landwirtschaft aus Welle 1 dem in Welle 5 entspricht. Man würde hier auf den möglichen Erhalt von Originalinformation zugunsten eines konsistenten und über mehrere Wellen stabil zu haltenden Anonymisierungskonzeptes verzichten. Diese Vorgehensweise hätte den Vorteil, dass evtl. aufwendige Nachbearbeitungen von Interviews aus vorangegangenen Wellen reduziert werden könnten, die durch Bezüge zwischen Interviews derselben Personen und dem damit evtl. verbundenen Reidentifikationsrisiko notwendig werden könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;qualianon---das-qualiservice-anonymisierungstool-für-textbasierte-forschungsmaterialien&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= QualiAnon - Das Qualiservice Anonymisierungstool für textbasierte Forschungsmaterialien =&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb4.png|thumb|443x443px|Abbildung 4: Anonymisierungsbeispiel für die Anwendung von QualiAnon (Darstellung: Tom Nicolai)]]&lt;br /&gt;
Personenbezogene Informationen in textgebundenen Forschungsmaterialien zu abstrahieren, ist ein ressourcenaufwändiger Prozess. Das gilt insbesondere dann, wenn die Materialien für die wissenschaftliche Nachnutzung aufbereitet werden. Schon vor Jahren begann Qualiservice deshalb mit der Entwicklung und Anwendung eines Anonymisierungstools, mit dessen Hilfe Ersetzungen fall- oder studienbezogen vorgenommen und bearbeitet werden können (vgl. Kretzer, 2013) und welches sicher stellt, dass Identifikationsdaten getrennt von anderen Informationen wie z.B. von anonymisierten Interviewtranskripten gespeichert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
QualiAnon ist so konzipiert, dass Anwender/-innen jederzeit die Kontrolle über die von der Software ausgeführten Prozesse und bearbeiteten Informationen haben. Das Tool läuft ohne Anbindung an das Internet. Auf automatisch ablaufende Prozesse wurde bewusst verzichtet. D.h., QualiAnon unterstützt den Ersetzungsprozess, es nimmt aber keine Ersetzungen automatisch vor. Das kritische sinnverstehende Lesen und Einordnen von Informationen als sensibel muss von den Anwendern/-innen vorgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Entwicklung spielten u.a. die folgenden Überlegungen eine besondere Rolle: Das Anonymisierungstool sollte sensible Informationen markieren und – unter Verwendung verschiedener Abstraktionsniveaus - ersetzen können. Die Art der Ersetzung sollte dokumentierbar und bearbeitbar sein und sofern gewollt auch die Originalinformation erhalten werden (Pseudonymisierung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung : Anonymisierungsbeispiel für die Anwendung von QualiAnon (Darstellung: Tom Nicolai)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 4 zeigt ein Beispiel für die Anonymisierung eines Namens in einem Interviewausschnitt mit QualiAnon. Für jede Entität, die QualiAnon ersetzt, kann aus einem bearbeitbaren System von Ersetzungskategorien, eine Kategorie gewählt werden (z.B. Person, Beruf, Ort, etc.). In eckigen Klammern findet sich die Information, die im Beispiel zur Ersetzung des Namens verwendet wurde: „[Person 1| Role: Interviewee| Gender: male]“.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb5.png|thumb|444x444px|Abbildung 5: Anonymisierungsbeispiel für die Anwendung von QualiAnon (Darstellung: Tom Nicolai)]]&lt;br /&gt;
Die verwandten Ersetzungskategorien können für alle Interviews einer Studie durchnummeriert werden, so dass Person 1 im gesamten Interview oder auch in weiteren Interviews als dieselbe Person erkennbar ist. Darüber hinaus können je nach Sensibilität der Information und angestrebter Sicherheitskategorie unterschiedliche Abstraktionsebenen der Ersetzung gewählt werden, was die Umsetzung des Konzeptes der „flexiblen Anonymisierung“ (vgl. Punkt 3.4) ermöglicht. Im Beispiel sind es die Information, dass es sich bei Person 1 um den Interviewten handelt und die Information, dass der Interviewte männlichen Geschlechts ist. Die bei der Ersetzung entstehenden Kategoriensysteme können exportiert und mit anderen Forschern/-innen geteilt werden (vgl. das zum Tool gehörige Manual (Nicolai, 2021)). Auf diese Weise können themen- oder bereichsspezifische Ersetzungsschemata entstehen, die Anwender/-innen, die zu ähnlichen Themen arbeiten, qualifizierte Anhaltspunkte oder auch ausgearbeitete Anonymisierungskonzepte für das eigene Projekt liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit Forscher/-innen auch außerhalb der besonders geschützten Kurationsumgebung eines FDZ QualiAnon nutzen können, waren verschiedene Weiterentwicklungen nötig. Um einen datenschutzrechtlich konformen Umgang mit den Forschungsdaten sicher zu stellen, sollten Nutzer z.B. Identifikationsdaten getrennt von anderen Informationen abgelegen können.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb6.png|thumb|445x445px|Abbildung 6: Bildschirmfoto Programmanwendung (Tom Nicolai)]]&lt;br /&gt;
Das Tool arbeitet mit einem System von Universally Unique Identifiers (UUIDs) (vgl. Abbildung 5). Das anonymisierte Interview („blackened interview“) enthält die Marker-ID, die bei der Bearbeitung im Originaltext gesetzt wird. Die Replacement-ID bezieht sich auf die jeweils gewählte Übersetzung. In einem weiteren Dokument werden Marker-IDs und Replacement-IDs einer Studie sowie die Originalinformation gespeichert.&amp;lt;ref&amp;gt;Sollen Daten anonymisiert werden, muss die Originalinformation aus diesem Dokument gelöscht werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von Nicolai et al. (2021) entwickelte Tool QualiAnon wurde im Mai 2021 im virtuellen Launch vorgestellt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Abbildung 6 zeigt wie die einzelnen Bausteine des Programms während der Bearbeitung eines Projektes organisiert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
QualiAnon ist als Open Source-Tool entwickelt. Der Code wird über ein Github-Repository&amp;lt;ref&amp;gt;https://github.com/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; veröffentlicht. Bis zur Veröffentlichung des Codes erhält man kostenfrei Zugang über Qualiservice unter der Adresse [mailto:qualianon@uni-bremen.de qualianon@uni-bremen.de].&amp;lt;ref&amp;gt;Sollten Sie Ihre Daten für die Sekundärnutzung bei Qualiservice aufbereiten wollen, kontaktieren Sie uns bitte immer vorab.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die einzelnen Anwendungsschritte können im detaillierten Anwendungsmanual (Nicolai, 2023) nachvollzogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zusammenfassung-und-ausblick&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Zusammenfassung und Ausblick =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anonymisierung von personenbezogenen Daten ist eine Strategie um datenschutzrechtliche und forschungsethische Anforderungen und damit auch Anforderungen an die gute wissenschaftliche Praxis zu erfüllen (DFG, 2022). Anders als in der quantitativen Sozialforschung fehlen in der qualitativen Sozialforschung etablierte Anonymisierungsverfahren, was auch mit der Beschaffenheit der Forschungsmaterialien, ihrer besonderen Informations- und Kontextdichte sowie dem hohen Grad des Aufeinanderverwiesenseins der Informationen liegt. Eine weitere Herausforderung für die Anonymisierung von qualitativen Textdaten liegt darin, dass die Nähe zum Ursprungstext soweit wie möglich erhalten werden muss, um qualitative Forschungsmaterialien wissenschaftlich nachnutzen zu können. Schritt für Schritt, von Fall zu Fall und oft auch bezogen auf die Nennung ein und derselben Information im Text muss entschieden werden, ob Informationen in der jeweiligen Verwendung im Text ein Re-Identifikationsrisiko bergen und ersetzt werden müssen und welche Informationen im Originalwortlaut erhalten werden können. Gleichzeitig gilt es nach Möglichkeiten zu suchen, die Lesbarkeit des Textes zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese besonderen Herausforderungen sprechen gegen die Realisierung eines standardisierten Anonymisierungsverfahrens in der qualitativen Sozialforschung. Gleichzeitig ist es sinnvoll aus Gründen begrenzter Ressourcen und mit Blick auf den Erhalt des Nachnutzungspotenzials auch in der qualitativen Sozialforschung (themen- und disziplinspezifische) Best Practices zu etablieren, die es ermöglichen, Strategien weiter zu entwickeln und die Vor- und Nachteile bestimmter Vorgehensweisen festzuhalten. Die Verwendung von autorisierten, d.h. regelmäßig aktualisierten und von öffentlichen Institutionen, erstellten Listen bei der Ersetzung von z.B. Orten oder Krankheiten kann hier ebenso wie die Weiterentwicklung und das Teilen themenspezifischer Schemata von Ersetzungskategorien helfen, themenspezifische Teilstandardisierungen zu entwickeln. Allerdings muss im Einzelfall abgewogen werden, ob die Verwendung standardisierter Listen einen Mehrwert für die Erhaltung sozialwissenschaftlicher Information bringt oder ob nicht ganz andere Informationen (die nicht standardisiert erfasst sind) für die Nachnutzung bedeutsam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Anonymisierung qualitativer Forschungsdaten zu planen und den notwendigen Aufwand abzuschätzen, empfiehlt es sich zunächst ein Anonymisierungskonzept zu erstellen und zu dokumentieren. Der Zweck, für den anonymisiert wird, ist dabei für die Schätzung des notwendigerweise zu betreibenden Aufwandes zentral – ein bebilderndes Zitat in einem wissenschaftlichen Fachjournal ist weit weniger aufwendig zu anonymisieren als komplette Interviewtranskripte, die für die Nachnutzung aufbereitet werden. Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, für wen anonymisiert werden soll: Sollen die anonymisierten Forschungsmaterialien öffentlich zugänglich sein, sodass im Zweifel auch Freunde/-innen oder Kollegen/-innen von Befragten die Materialien einsehen können, oder wird der Zugang wie bei Qualiservice auf Wissenschaftler/-innen, die eine Nutzungsvereinbarung unterschreiben, reglementiert sein? Auch Fragen der Über- und Unteranonymisierung stellen sich bezogen auf den jeweiligen Verwendungszweck unterschiedlich und müssen vor dem Hintergrund der geplanten Art der Nachnutzung beurteilt werden. Die ausführliche Dokumentation des gewählten Anonymisierungsprozederes hilft, ein konsistentes Vorgehen im Forschungsteam sicherzustellen und ermöglicht Sekundärnutzern/-innen den Nachvollzug der am Text vorgenommenen Veränderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend gilt es festzuhalten, dass absolute Anonymität in einer digitalisierten Welt wie unserer bei gleichzeitigem Erhalt des wissenschaftlichen Nachnutzungswertes für qualitative Forschungsmaterialien nicht realisierbar ist. Was aber realisierbar ist, ist durch die Möglichkeiten, die die faktische Anonymisierung und auch die Pseudonymisierung bieten in Verbindung mit weiteren organisatorisch-technischen Maßnahmen wie Verschlüsselung, Passwortschutz, Zugangsbeschränkungen, getrennte Speicherung von Identifikatoren und Forschungsmaterialien, onsite-Nutzung etc. das Risiko für eine mögliche Re-Identifikation von Personen soweit zu minimieren, dass die häufig unter hohem Ressourcenaufwand erhobenen und in der Regel nicht in ihrer kompletten Tiefe ausgewerteten qualitativen Daten weiter beforscht werden können, sie bei der Vorbereitung von Anträgen verwendet und in der akademischen Lehre genutzt werden können. Für diesen nachhaltigen Ansatz arbeitet Qualiservice zusammen mit Forscher/-innen an innovativen Lösungen, die praktikabel sind und genügend Raum für die studien- und fallspezifische Flexibilität lassen. Wir hoffen mit unserer Handreichung Forschende bei der Entwicklung eines passenden Vorgehens unterstützen zu können, stehen für Rückfragen gern zur Verfügung und freuen uns über Anregungen, Erfahrungsberichte und Feedback.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;quellenverzeichnis&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Quellenverzeichnis =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bishop, L. (2005). Protecting Respondents and Enabling Data Sharing: Reply to Parry and Mauthner. &#039;&#039;Sociology&#039;&#039;, &#039;&#039;39&#039;&#039;(2), 333-336.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Corti, L., Day, A., &amp;amp;amp; Backhouse, G. (2000). Confidentiality and Informed Consent: Issues for Consideration in the Preservation of and Provision of Access to Qualitative Data Archives. &#039;&#039;FQS&#039;&#039;, &#039;&#039;1&#039;&#039;(3), Art. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). (2019). &#039;&#039;Handreichung des Fachkollegiums 106 Sozial- und Kulturanthropologie, Außereuropäische Kulturen, Judaistik und Religionswissenschaft zum Umgang mit Forschungsdaten.&#039;&#039; https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/antragstellung/forschungsdaten/handreichung_fachkollegium_106_forschungsdaten.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). (2022). Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). (2005). &#039;&#039;Anonymisierung von Daten in der qualitativen Forschung: Probleme und Empfehlungen&#039;&#039; https://www.dgfe.de/fileadmin/OrdnerRedakteure/Stellungnahmen/2005.11_Anonymisierung_von_Daten.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). (2016). Ethikkodex der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. &#039;&#039;Erziehungswissenschaft&#039;&#039;, &#039;&#039;53&#039;&#039; (27).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS). (2017). &#039;&#039;Ethikkodex der deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und des Berufsverbandes Deutscher Soziologinnen und Soziologen (BDS)&#039;&#039;. https://www.soziologie.de/die-dgs/ethik/ethik-kodex/ (Zugriff 25.10.2019)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (DGV) (Ed.). (2018). &#039;&#039;Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten&#039;&#039;. https://www.d-g-v.de/wp-content/uploads/2019/04/dgv-Positionspapier_FDM.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebel, T. (o. J.). &#039;&#039;Empfehlungen zur Anonymisierung quantitativer Daten&#039;&#039; https://www.google.com/url?sa=t&amp;amp;amp;rct=j&amp;amp;amp;q=&amp;amp;amp;esrc=s&amp;amp;amp;source=web&amp;amp;amp;cd=&amp;amp;amp;ved=2ahUKEwjy3_D4pKnqAhVQwKQKHailAMkQFjABegQIBRAB&amp;amp;amp;url=https%3A%2F%2Fwww.gesis.org%2Ffileadmin%2Fupload%2Finstitut%2Fwiss_arbeitsbereiche%2Fdatenarchiv_analyse%2FAnonymisierung_quantitiativer_Daten-0150512.pdf&amp;amp;amp;usg=AOvVaw1iDH8hMUXt4614vUc851CS (Zugriff: 01.08.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung) Version des ABl. L 119, 04.05.2016; ber. ABl. L 127, 23.05.2018, (2018). https://dsgvo-gesetz.de/ (Zugriff: 01.08.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fielding, N. (2004). Getting the most from archived qualitative data: epistemological, practical and professional obstacles. &#039;&#039;Int J Social Research Methodology&#039;&#039;, &#039;&#039;7&#039;&#039;(1), 97-104.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Gerhards, J. (2005). &#039;&#039;The Name Game&#039;&#039;. Transaction Publishers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Heuer, J.-O., Hollstein, B., &amp;amp;amp; Mozygemba, K. (2021). Data Sharing mit Qualiservice. &#039;&#039;Soziologie&#039;&#039;, &#039;&#039;50&#039;&#039; (4), 459-471.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heuer, J.-O., Kretzer, S., Mozygemba, K., Huber, E., &amp;amp;amp; Hollstein, B. (2020). &#039;&#039;Kontextualisierung qualitativer Forschungsdaten für die Nachnutzung. Eine Handreichung für Forschende zur Erstellung eines Studienreports für das Forschungsdatenzentrum Qualiservice.&#039;&#039; https://doi.org/http://dx.doi.org/10.26092/elib/166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Huber, E., &amp;amp;amp; Imeri, S. (2021). Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges. In &#039;&#039;Qualiservice Working Papers&#039;&#039;. Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1070&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kelly, A. (2009). In defence of anonymity: rejoining the criticism. &#039;&#039;British Educational Research Journal&#039;&#039;, &#039;&#039;35&#039;&#039;(3), 431-445.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, S. (2013). Arbeitspapier zur Konzeptentwicklung der Anonymisierungs-/Pseudonymisierung in Qualiservice. https://wiso.genios.de/document/SSOA__47605&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, S., Mozygemba, K., Heuer, J.-O., &amp;amp;amp; Huber, E. (2020). Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung. &#039;&#039;Qualiservice Working Papers&#039;&#039;, &#039;&#039;QS-WP-2-2020&#039;&#039;. https://doi.org/http://dx.doi.org/10.26092/elib/192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laudel, G., &amp;amp;amp; Bielick, J. (2019). Forschungspraktische Probleme bei der Archivierung von leitfadengestützten Interviews. &#039;&#039;Forum Qualitative Sozialforschung&#039;&#039;, &#039;&#039;20&#039;&#039; (2), 1-32. https://doi.org/https:// doi.org/10.17169/fqs-20.2.3077&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Medjedovic, I. (2011). Secondary Analysis of Qualitative Interview Data: Objections and Experiences. Results of a German Feasibility Study. &#039;&#039;FQS&#039;&#039;, &#039;&#039;12&#039;&#039;(3), Art 10. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1103104&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Medjedovic, I. (2014). &#039;&#039;Qualitative Sekundäranalyse. Zum Potenzial einer neuen Forschungsstrategie in der empirischen Sozialforschung&#039;&#039;. Springer VS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meyermann, A., &amp;amp;amp; Porzelt, M. (2014). &#039;&#039;Hinweise zur Anonymisierung qualitativer Daten&#039;&#039; (Vol. 1). Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung. http://www.forschungsdaten-bildung.de/files/fdb-informiert-nr-1.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom &amp;amp;amp; Mozygemba, Kati (2023): QualiAnon User Manual, v1.3 Qualiservice Technical Report 1-2023, Bremen, doi: https://doi.org/10.26092/elib/2576&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, T., Mozygemba, K., Kretzer, S., &amp;amp;amp; Hollstein, B. (2021). &#039;&#039;QualiAnon - Qualiservice Tool for Anonymizing Text Data&#039;&#039;. In University of Bremen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Opitz, D., &amp;amp;amp; Mauer, R. (2005). Erfahrungen mit der Sekundärnutzung von qualitativem Datenmaterial – Erste Ergebnisse einer schriftlichen Befragung im Rahmen der Machbarkeitsstudie zur Archivierung und Sekundärnutzung qualitativer Interviewdaten. &#039;&#039;FQS&#039;&#039;, &#039;&#039;6&#039;&#039;, Art. 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). (2017a). &#039;&#039;Forschungsethische Grundsätze und Prüfverfahren in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften&#039;&#039;. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_Output9_Forschungsethik.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). (2017b). &#039;&#039;Handreichung Datenschutz&#039;&#039;. Bundesministerium für Bildung und Forschung. https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_Output5_HandreichungDatenschutz.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). (2020). &#039;&#039;Handreichung Datenschutz&#039;&#039; (2. vollständig überarbeitete Auflage. ed., Vol. Output 8). Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). https://doi.org/https://doi.org/10.17620/02671.50&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richter, C., Kwelik, N., Müller, M., &amp;amp;amp; Severing, L. (2021). Qualitative Daten anonymisieren und für Sekundäranalysen aufbereiten: Das Bochumer Anonymisierungsmodell (BAM). In C. Richter &amp;amp;amp; K. Mojescik (Eds.), &#039;&#039;Qualitative Sekundäranalysen. Daten der Sozialforschung aufbereiten und nachnutzen.&#039;&#039; Springer VS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Saunders, B., Kitzinger, J., &amp;amp;amp; Kitzinger, C. (2015a). Anonymising interview data: challenges and compromise in practice. &#039;&#039;Qualitative Research&#039;&#039;, &#039;&#039;15&#039;&#039;(5), 616-632. https://doi.org/10.1177/1468794114550439&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Saunders, B., Kitzinger, J., &amp;amp;amp; Kitzinger, C. (2015b). Participant Anonymity in the Internet Age: From Theory to Practice. &#039;&#039;Qualitative Research in Psychology&#039;&#039;, &#039;&#039;12&#039;&#039;(2), 125-137. https://doi.org/10.1080/14780887.2014.948697&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stein, A. (2010). Sex, Truths, and Audiotape: Anonymity and the Ethics of Exposure in Public Ethnography. &#039;&#039;Journal of Contemporary Ethnography&#039;&#039;, &#039;&#039;39&#039;&#039;(5), 554-568.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomson, D., Bzdel, L., Golden-Biddle, K., Reay, T., &amp;amp;amp; Estabrooks, C. A. (2005). Central Questions of Anonymization: A Case Study of Secondary Use of Qualitative Data. &#039;&#039;FQS&#039;&#039;, &#039;&#039;6&#039;&#039;(1), Art. 29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UK Data Service. (2021). https://ukdataservice.ac.uk/events/webinar-how-to-anonymise-qualitative-and-quantitative-data/ (Zugriff: 01.08.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Leeds. (2008). &#039;&#039;Timescapes Anonymisation Guidelines. Version in use 18 Aug 08 lb.&#039;&#039; www.timescapes.leeds.ac.uk/assets/files/timescapes/Timescapes-Anonymisation-Guidelines-18Aug08-in-use.doc (Zugriff: 30.06.2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Unger, H. (2014). Forschungsethik in der qualitativen Forschung: Grundsätze, Debatten und offene Fragen. In H. von Unger, P. Narimani, &amp;amp;amp; R. M&#039;Bayo (Eds.), &#039;&#039;Forschungsethik in der qualitativen Forschung: Reflexivität, Perspektiven, Positionen.&#039;&#039; (pp. 15-39). VS Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Unger, H. (2018). Forschungsethik, digitale und biographische Interviews. In H. Lutz, M. Schiebel, &amp;amp;amp; E. Tuider (Eds.), &#039;&#039;Handbuch Biographieforschung&#039;&#039; (pp. 681-693). Springer VS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Unger, H. (2020). Archivierung und Nachnutzung qualitativer Daten aus forschungsethischer Perspektive. In RatSWD (Ed.), &#039;&#039;Handreichung Datenschutz.&#039;&#039; https://doi.org/10.17620/02671.50&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Watteler, O., &amp;amp;amp; Ebel, T. (2019). Datenschutz im Forschungsdatenmanagement. In U. Jensen, S. Netscher, &amp;amp;amp; K. Weller (Eds.), &#039;&#039;Forschungsdatenmanagement sozialwissenschaftlicher Umfragedaten: Grundlagen und praktische Lösungen für den Umgang mit quantitativen Forschungsdaten&#039;&#039; (pp. 57-80). Barbara Budrich. https://doi.org/https://doi.org/10.3224/84742233.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Züll, C. (2015). &#039;&#039;Berufscodierung&#039;&#039; (SDM - Suvery Guidelines). gesis Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. Doi: 10.15465/sdm-sg_019&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;anhang-beispiele-für-die-ersetzung-von-personenbezogenen-qualitativen-textdaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Anhang: Beispiele für die Ersetzung von personenbezogenen qualitativen Textdaten =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;textbeispiel-1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Textbeispiel 1 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Originaltext:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P08: Naja, und jedenfalls dann hab&#039; ich dann halt so Wettkämpfe mitgemacht. Das ging los, ich war, also, das fing mit der Vereinsmeisterschaft eben an, dann wurde ich Vereinsmeisterin, wurd&#039; ich Kreismeisterin, Bezirksmeisterin, Landesmeisterin, ja, und denn, das ging also immer bis zur Landesmeisterin, vier Jahre so, und dann im 5. Jahr, also mein Traum war&#039;s immer, bis zur deutschen Meisterschaft zu kommen, ja und dann hab&#039; ich das 1970 dann geschafft, ne? Also, erst die Endausscheidung in, in Rothenburg, da, in der Sven-Hannawald-Halle. Das war die Landesmeisterschaft, also ich hab&#039; denn Luftgewehr und Kleinkaliber geschossen, ne? (räuspert sich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Hm, hm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P06: Ja, und dann kam ich denn nach Berlin (undeutlich) da, im Olympia-Stadion, also, die Schieß (undeutlich), und das war immer mein Wunsch gewesen, und dann war das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Markierung evtl. sensibler Stellen in Textbeispiel 1&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P08: Naja, und jedenfalls dann hab&#039; ich dann halt so Wettkämpfe mitgemacht. Das ging los, ich war, also, das fing mit der Vereinsmeisterschaft eben an, dann wurde ich Vereinsmeisterin, wurd&#039; ich Kreismeisterin, Bezirksmeisterin, Landesmeisterin, ja, und denn, das ging also immer bis zur Landesmeisterin, vier Jahre so, und dann im 5. Jahr, also mein Traum war&#039;s immer, bis zur deutschen Meisterschaft zu kommen, ja und dann hab&#039; ich das &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;1970&amp;lt;/span&amp;gt; dann geschafft, ne? Also, erst die Endausscheidung in, in &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Rothenburg&amp;lt;/span&amp;gt;, da, in der &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Sven-Hannawald-Halle&amp;lt;/span&amp;gt;. Das war die Landesmeisterschaft, also ich hab&#039; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;denn Luftgewehr und Kleinkaliber&amp;lt;/span&amp;gt; geschossen, ne? (räuspert sich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Hm, hm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P06: Ja, und dann kam ich denn nach &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Berlin&amp;lt;/span&amp;gt; (undeutlich) da, im &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Olympia-Stadion&amp;lt;/span&amp;gt;, also, die &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Schieß&amp;lt;/span&amp;gt; (undeutlich), und das war immer mein Wunsch gewesen, und dann war das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Anonymisierung Testbeispiel 1:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P08: Naja, und jedenfalls dann hab&#039; ich dann halt so Wettkämpfe mitgemacht. Das ging los, ich war, also, das fing mit der Vereinsmeisterschaft eben an, dann wurde ich Vereinsmeisterin, wurd&#039; ich Kreismeisterin, Bezirksmeisterin, Landesmeisterin, ja, und denn, das ging also immer bis zur Landesmeisterin, vier Jahre so, und dann im 5. Jahr, also mein Traum war&#039;s immer, bis zur deutschen Meisterschaft zu kommen, ja und dann hab&#039; ich das &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Jahresangabe&amp;lt;/span&amp;gt;| dann geschafft, ne? Also, erst die Endausscheidung in, in &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Ort A,&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Landgemeinde&amp;lt;/span&amp;gt;|, da, in der &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Austragungsort für Wettkämpfe 1|.&amp;lt;/span&amp;gt; Das war die Landesmeisterschaft, also ich hab&#039; denn &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|in zwei Disziplinen&amp;lt;/span&amp;gt;| geschossen, ne? (räuspert sich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Hm, hm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P06: Ja, und dann kam ich denn nach &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Ort B, große Großstadt&amp;lt;/span&amp;gt; (undeutlich) da, im &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Austragungsort für Wettkämpfe 2&amp;lt;/span&amp;gt;|, also, die Schieß (undeutlich), und das war immer mein Wunsch gewesen, und dann war das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;textbeispiel-2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Textbeispiel 2  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Originaltext:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A: (1) Also, ich, (1) beruflich hatte ich eigentlich anders angefangen. Ich hab dann halt geheiratet, zwei Kinder, aufgehört zu arbeiten, und das war ganz schlimm, Schwiegervater hatte am ersten April siebenachtzig (ei)nen Schlaganfall. Ich war ungefähr 10 Jahre zu Hause und hab dann über nen Krankenpflegekurs in einem Altersheim ein Praktikum gemacht und bin dann da gleich gefragt worden, ob ich nicht mal vertretungsweise als Pflegehelferin (2) einspringen könnte. Hab ich dann auch gemacht und bin dann da einfach hängengeblieben. Aus dem Mal einspringen wurden dann sieben Jahre Arbeit und dann hab ich gedacht, na gut, wenn ich jetzt diese Arbeit schon mach, dann mach ich auch die Ausbildung dazu. und hab dann die Ausbildung zur Pflegehelferin gemacht, hab dann gleich als Leitung im Pflegebereich gearbeitet. Aber ich hatte natürlich sieben Jahre Vorlauf schon Arbeit in dem Bereich, ne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Markierung evtl. sensibler Stellen in Textbeispiel 3&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A: (1) Also, ich, (1) beruflich hatte ich eigentlich anders angefangen. Ich hab dann halt geheiratet, zwei Kinder, aufgehört zu arbeiten, und das war ganz schlimm, Schwiegervater hatte &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;am ersten April siebenachtzig&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;(ei)nen Schlaganfall&amp;lt;/span&amp;gt;. Ich war ungefähr 10 Jahre zu Hause und hab dann über nen &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Krankenpflegekurs in einem Altersheim&amp;lt;/span&amp;gt; ein Praktikum gemacht und bin dann da gleich gefragt worden, ob ich nicht mal vertretungsweise als &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Pflegehelferin&amp;lt;/span&amp;gt; (2) einspringen könnte. Hab ich dann auch gemacht und bin dann da einfach hängengeblieben. Aus dem Mal einspringen wurden dann sieben Jahre Arbeit und dann hab ich gedacht, na gut, wenn ich jetzt diese Arbeit schon mach, dann mach ich auch die Ausbildung dazu. und hab dann die &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Ausbildung zur Pflegehelferin&amp;lt;/span&amp;gt; gemacht, hab dann gleich als &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Leitung im Pflegebereich&amp;lt;/span&amp;gt; gearbeitet. Aber ich hatte natürlich sieben Jahre Vorlauf schon Arbeit in dem Bereich, ne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Anonymisierung Testbeispiel 3:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A: (1) Also, ich, (1) beruflich hatte ich eigentlich anders angefangen. Ich hab dann halt geheiratet, zwei Kinder, aufgehört zu arbeiten, und das war ganz schlimm, Schwiegervater hatte am &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Ende der 1980er&amp;lt;/span&amp;gt;| &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|eine zerebrovaskuläre Erkrankung-ICD10 I60-I69&amp;lt;/span&amp;gt;|. Ich war ungefähr 10 Jahre zu Hause und hab dann über nen &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Ausbildungskurs in der Gesundheitsversorgung&amp;lt;/span&amp;gt;| ein Praktikum gemacht und bin dann da gleich gefragt worden, ob ich nicht mal vertretungsweise als &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Betreuungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO 532)&amp;lt;/span&amp;gt;| (2) einspringen könnte. Hab ich dann auch gemacht und bin dann da einfach hängengeblieben. Aus dem Mal einspringen wurden dann sieben Jahre Arbeit und dann hab ich gedacht, na gut, wenn ich jetzt diese Arbeit schon mach, dann mach ich auch die Ausbildung dazu. und hab dann die Ausbildung zur &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Fachkraft für einen Betreuungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO-08 532)&amp;lt;/span&amp;gt;| gemacht, hab dann gleich als &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|leitende Funktion im Betreungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO 532-08&amp;lt;/span&amp;gt;| gearbeitet. Aber ich hatte natürlich sieben Jahre Vorlauf schon Arbeit in dem Bereich, ne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;textbeispiel-3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Textbeispiel 3 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Originaltext Textbeispiel 2&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nein, mein Mann war bei (ei)ner anderen Firma. Ich weiß nicht, kennen Sie die Hamburger Geschäfte? Mein Mann war bei Flimmermüller und ich bin bei Hagenschmidt gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Flimmermüller, das ist mir ein Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Und da hab ich noch zehn Jahre immer +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Aber das heißt, das war dann immer Saisonarbeit. Also immer, wenn Dom +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nur noch Dom dann. Weil ich ja als Verkäuferin in Finkenwerder gearbeitet hab, aber bis Mittag. Und dann fing ich nachmittags um drei auf (de)m Markt an, bis abends, noch zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Ach, die Verkäuferinnenstelle, die hatten Sie hier in Finkenwerder? Also, das ist noch (ei)ne andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: (Ei)Ne andere Stelle wieder. Da in der Obst- und Gemüse-(Abteilung), da war ich zwölf Jahre als Verkäuferin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Markierung evtl. sensibler Stellen in Textbeispiel 2&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nein, mein Mann war bei (ei)ner anderen Firma. Ich weiß nicht, kennen Sie die &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Hamburger&amp;lt;/span&amp;gt; Geschäfte? Mein Mann war bei &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Flimmermüller&amp;lt;/span&amp;gt; und ich bin bei &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Hagenschmidt&amp;lt;/span&amp;gt; gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Flimmermüller&amp;lt;/span&amp;gt;, das ist mir ein Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Und da hab ich noch zehn Jahre immer +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Aber das heißt, das war dann immer Saisonarbeit. Also immer, wenn &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Dom&amp;lt;/span&amp;gt; +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nur noch &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Dom&amp;lt;/span&amp;gt; dann. Weil ich ja als Verkäuferin in &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Finkenwerder&amp;lt;/span&amp;gt; gearbeitet hab, aber bis Mittag. Und dann fing ich nachmittags um drei auf (de)m Markt an, bis abends, noch zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Ach, die Verkäuferinnenstelle, die hatten Sie hier in &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Finkenwerder&amp;lt;/span&amp;gt;? Also, das ist noch (ei)ne andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: (Ei)Ne andere Stelle wieder. Da in der Obst- und Gemüse-(Abteilung), da war ich zwölf Jahre als Verkäuferin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Anonymisierung Testbeispiel 2:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nein, mein Mann war bei (ei)ner anderen Firma. Ich weiß nicht, kennen Sie die |&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;örtlichen&amp;lt;/span&amp;gt;| Geschäfte? Mein Mann war bei |Firma A, Unternehmen im Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (in Verkaufsräumen) – WZ47.2| und ich bin bei |Firma B, Einzelhandel mit Textilien – WZ47.51| gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: |Firma A|, das ist mir ein Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Und da hab ich noch zehn Jahre immer +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Aber das heißt, das war dann immer Saisonarbeit. Also immer, wenn |Volksfest| +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nur noch |Volksfest| dann. Weil ich ja als Verkäuferin in |Stadtteil A in Stadt A, große Großstadt| gearbeitet hab, aber bis Mittag. Und dann fing ich nachmittags um drei auf (de)m Markt an, bis abends, noch zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Ach, die Verkäuferinnenstelle, die hatten Sie hier in |Stadtteil A in Stadt A, große Großstadt|? Also, das ist noch (ei)ne andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: (Ei)Ne andere Stelle wieder. Da in der Obst- und Gemüse-(Abteilung), da war ich zwölf Jahre als Verkäuferin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;section-4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Über Qualiservice =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Über Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum Qualiservice archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzungen zur Verfügung. Unsere Services sind sicher, flexibel und forschungsorientiert. Sie beinhalten die persönliche und studienspezifische Beratung, die Kuration und Aufbereitung Ihrer Daten für die Nachnutzung und die Langzeitarchivierung ebenso wie die Bereitstellung archivierter Forschungsdaten und relevanter Kontextinformationen. Durch international anschlussfähige Metadaten werden Daten­sätze such- und findbar. Persistente Identifikatoren (DOI) sorgen für eine nachhaltige Zitierfähigkeit von Daten und Studienkontexten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2019 wurde Qualiservice vom RatSWD akkreditiert und orientiert sich an dessen Kriterien zur Qualitätssicherung. Qualiservice fühlt sich den &#039;&#039;DFG-Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&#039;&#039; verpflichtet und berücksichtigt darüber hinaus die &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for Scientific Data Management and Stewardship&#039;&#039; sowie die &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Qualiservice-Konsortium:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PANGAEA – zertifiziertes Weltdatenzentrum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Akkreditiert durch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gefördert von&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Anonymisierung_und_Pseudonymisierung_qualitativer_textbasierter_Forschungsdaten:_eine_Handreichung&amp;diff=16138</id>
		<title>Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten: eine Handreichung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Anonymisierung_und_Pseudonymisierung_qualitativer_textbasierter_Forschungsdaten:_eine_Handreichung&amp;diff=16138"/>
		<updated>2025-05-09T06:43:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: Created page &amp;quot;Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Kati Mozygemba &amp;amp;amp; Betina Hollstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;In Zusammenarbeit mit: Jan-Ocko Heuer, Elisabeth Huber, Hai Ha Nguyen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten –&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eine Handreichung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-5-2023&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Zitierung / Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati &amp;amp;amp; Betina Hollstein (2023): Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten – eine Handreichung. Qualiservice Working Papers 5-2023, Bremen, https://doi.org/10.26092/elib/2525&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© FDZ Qualiservice, Oktober 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Universität Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UNICOM - Gebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Germany&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
E-Mail: [mailto:info@qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;info@qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;einleitung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Einleitung =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hintergrund&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Anonymisierung werden Informationen über Forschungsteilnehmer/-innen, Forscher/-innen und etwaige Dritte, die in den Materialien enthalten sind, so verändert, dass ein Personenbezug nicht mehr möglich ist und die Beteiligten nicht mehr (oder nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand an Ressourcen – faktische Anonymisierung) identifiziert werden können. Sie dient damit dem Schutz von Persönlichkeitsrechten beteiligter Akteure. Die rechtliche Basis dafür, Forschungsdaten zu anonymisieren, sobald es der Forschungszweck erlaubt, resultiert aus der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) (Europäische Union (EU), 2018).&amp;lt;ref&amp;gt;Sind die Daten anonymisiert, fallen sie nicht mehr in den Anwendungsbereich der DSGVO. Solange die Zuordnung von Ersetzungen zu Originalinformationen noch möglich ist, spricht man von pseudonymisierten Daten. Pseudonymisierte Daten sind personenbezogene Daten (vgl. Punkt 1.3).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sind die Daten anonymisiert, fallen sie nicht mehr in den Anwendungsbereich der DSGVO. Darüber hinaus ist die Anonymisierung als Schutzstrategie Bestandteil forschungsethischer Anforderungen an die gute wissenschaftliche Praxis (RatSWD 2017b) und in verschiedene fachspezifische Ethikkodizes sowie Positionspapiere zum Umgang mit Forschungsdaten eingegangen (z.B. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), 2019; Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (DGV), 2018; Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), 2017; Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), 2005, 2016).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig geht mit der Anonymisierung von Forschungsmaterialien immer auch ein Informationsverlust einher. Es gilt deshalb Strategien zu entwickeln, die den Schutzrechten von Forscher/-innen und Beforschten gerecht werden und gleichzeitig den wissenschaftlichen Nachnutzungswert erhalten. Der Zweck, für den anonymisiert wird, ist dabei für die Entwicklung eines passenden Anonymisierungskonzeptes von besonderer Bedeutung (Medjedovic, 2011; Opitz &amp;amp;amp; Mauer, 2005) (vgl. Punkt 3.2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Nachnutzung von Daten aus der qualitativen Sozialforschung stellt darüber hinaus besondere Ansprüche an eine solche Strategieentwicklung. Am Beispiel von biographischen Erzählungen oder ethnographischen Feldbeobachtungen kann leicht nachvollzogen werden, dass qualitative Forschung mit dem Ziel, untersuchte Phänomene in ihrer Komplexität zu verstehen, auf ein besonders tiefes Eindringen und mögliches Verständnis des untersuchten Phänomens zielt (von Unger, 2014). Des Weiteren richtet sich das Erkenntnisinteresse in den meisten Fällen gerade auf sensible Themenbereiche, die zudem aus der subjektiven Sicht von Befragten rekonstruiert werden (Kretzer, 2013).&amp;lt;ref&amp;gt;Bei der Erhebung personenbezogener Daten sollte immer reflektiert werden, ob bei der Durchführung einer Studie den Beteiligten Anonymität tatsächlich versprochen werden kann oder ob nicht auch die Grenzen des Vorgehens verdeutlicht werden sollten Kelly (2009). Eine Überlegung, die z.B. auch Stein, A. (2010) reflektiert – eine Forscherin, die selbst Erfahrungen mit der Re-Identifikation von Forschungsteilnehmer/-innen gemacht hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; Begründet in der Offenheit des Forschungsprozesses, der hohen Informationsdichte sowie der Kontextgebundenheit der Daten findet sich in qualitativen Forschungsmaterialien in der Regel eine Vielzahl miteinander verwobener personenbezogener Informationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollen qualitative Daten wissenschaftlich nachgenutzt werden, muss der sozialwissenschaftlich relevante (Entstehungs-)Kontext von zu anonymisierenden Äußerungen so weit wie möglich erhalten bleiben, um die im Material repräsentierten Sinnzusammenhänge für eine wissenschaftliche Nachnutzung zu erhalten. Entsprechende Aufbereitungsstrategien sollten auf verschiedenen Ebenen ansetzen. Bestimmte Vorgehensweisen wie die Abstraktion von Informationen eignen sich dabei mehr für das Ziel der Sekundäranalyse als z.B. das Löschen von Informationen (Medjedovic, 2014).&amp;lt;ref&amp;gt;Ist eine Bereitstellung für die wissenschaftliche Sekundärnutzung von Forschungsdaten anvisiert, sollten Fragen der Pseudonymisierung und Anonymisierung von Beginn an mitgedacht werden, um z.B. zeitliche und personelle Ressourcen zu planen, datenschutzrechtlichen und forschungsethischen Erfordernissen zu entsprechen sowie das Nachnutzungspotenzial eines Datensatzes so weit wie möglich zu erhalten.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Anforderungen an die Anonymisierung qualitativer Forschungsmaterialien variieren dabei von Studie zu Studie, wenn z.B. in einer Studie politisch brisante Themen verhandelt werden; oder auch von Datensatz zu Datensatz innerhalb einer Studie, wenn z.B. begründet in der Verwendung verschiedener Interviewformen unterschiedlich komplexe Daten gewonnen werden. Das Anonymisierungskonzept muss für jede Studie entwickelt bzw. angepasst werden; ein Vorgehen im Sinne von &amp;amp;quot;one size fits all&amp;amp;quot; (Stam &amp;amp;amp; Kleiner, 2020) wäre mit einer (unnötigen) Reduktion des Nachnutzungswertes und/oder einer etwaigen Erhöhung des Re-Identifikationsrisikos verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ein gutes datenspezifisches Schutzkonzept mit Blick auf die Nachnutzung qualitativer Daten zu entwickeln, gilt es Fragen des Vorgehens und der Tiefe von Abstraktionen ebenso wie Fragen der Notwendigkeit zusätzlicher organisatorisch-technischer Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen. Ein Beispiel hierfür ist die Einschränkung der Nachnutzung auf besonders geschützte Arbeitsplätze im Forschungsdatenzentrum (FDZ) vor Ort (onsite-Nutzung). Neben technisch-organisatorischen Maßnahmen kann hier auch eine Option sein, die Forschungsteilnehmer/-innen erneut zu kontaktieren und in die Abwägungs- und Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen (von Unger, 2014).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisher finden qualitativ Forschende nur wenig praktische Anleitung, um ein für ihr Vorhaben adäquates Anonymisierungsprozedere zu entwickeln. Informationen zum Vorgehen finden sich zum Teil in Texten, die sich eher generisch mit den besonderen Schutzmaßnahmen und Bedarfen von qualitativen Daten auseinandersetzen (z.B. Bishop, 2005; Corti, Day, &amp;amp;amp; Backhouse, 2000). Manche Infrastruktureinrichtungen bieten auch kurze Hinweispapiere oder Beispiele für die Anonymisierung qualitativer Forschungsdaten an wie (z.B. das Finnish Social Science Data Archive (2021) und das FDZ Bildung (Meyermann &amp;amp;amp; Porzelt, 2014) oder der UK Data Service (2021). Darüber hinaus finden sich Berichte von Forschern/-innen, die ihre Erfahrungen mit der Anonymisierung qualitativer Forschungsdaten reflektieren (z.B. Richter et al., 2021; Laudel &amp;amp;amp; Bielick, 2019; Saunders et al., 2015a, 2015b; Thomson et al., 2005). Dennoch – das zeigen u.a. die Erfahrungen aus der Beratungspraxis beim FDZ Qualiservice – gibt es viele offene Fragen bzgl. der Anonymisierung qualitativer Forschungsmaterialien, die Forscher/-innen Unterstützung suchen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der vorliegenden Handreichung möchten wir Antworten auf diese Fragen geben und Vorschläge machen, wie qualitative textgebundene Forschungsmaterialien so aufbereitet - d.h., anonymisiert oder pseudonymisiert – werden können, dass einerseits die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten gewahrt werden und andererseits die Daten wissenschaftlich (nach-)genutzt werden können. Wir ziehen dabei ethische und datenschutzrechtliche Aspekte in Betracht und präsentieren praktische Anleitungen und Anwendungsbeispiele für die Anonymisierung und/ oder Pseudonymisierung qualitativer textgebundener Forschungsmaterialien. Wir zeigen verschiedene Wege der Ersetzung personenbezogener Informationen&amp;lt;ref&amp;gt;Wir sprechen in dieser Handreichung von der „Ersetzung personenbezogener Informationen“ und beziehen uns damit sowohl auf die Anonymisierung von Forschungsdaten, nach der die Re-Identifikation einer Person nicht bzw. nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand möglich ist sowie auf die Pseudonymisierung von Informationen, in der die Originalinformation und die zugehörige Ersetzung dokumentiert sind und zur Re-Identifikation von Personen -z.B. für Längsschnittstudien – herangezogen werden können.&amp;lt;/ref&amp;gt; und werben für ein sensibles Vorgehen, welches dazu anhält, den Nachnutzungswert eines Datensatzes möglichst groß zu erhalten und einer Unter- sowie einer Überanonymisierung vorzubeugen. Für die effiziente Umsetzung hat Qualiservice das Anonymisierungstool QualiAnon für textgebundene Forschungsdaten (Nicolai et al., 2021) zusammen mit Forscher/-innen für die Anonymisierung und Pseudonymisierung textgebundener Forschungsmaterialien entwickelt, welches kostenfrei verwendet werden kann (vgl. Punkt 6). Im Anhang finden sich verschiedene Anwendungsbeispiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zielgruppe-und-anwendungsbereiche-der-handreichung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Zielgruppe und Anwendungsbereiche der Handreichung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handreichung richtet sich an Forschende, die qualitative textgebundene Daten und Forschungsmaterialien anonymisieren/ pseudonymisieren und für die Archivierung und weitere wissenschaftliche Nutzungen (Data Sharing) bereitstellen möchten. Im Zentrum stehen konzeptionelle Überlegungen, die vordergründig an qualitativen Interviewstudien erprobt wurden, aber sich auch auf andere textbasierte Forschungsdaten wie Transkripte von Fokusgruppen oder Beobachtungsprotokolle anwenden lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Handreichung zur Anonymisierung qualitativer Forschungsdaten fügt sich in einen Kanon von weiteren Handreichungen und Mustervorlagen ein, die Qualiservice kostenfrei über seine Website zur Verfügung stellt (https://www.qualiservice.org/en/the-helpdesk/guidelines.html). Dazu gehören: Eine Handreichung zur Kontextualisierung von qualitativen Forschungsdaten (Heuer et al., 2020) sowie eine Handreichung und rechtlich geprüfte Mustervorlagen für das Einholen der informierten Einwilligung für Primärforschung, Archivierung und Sekundärnutzung (Kretzer et al., 2020).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;begriffsklärung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Begriffsklärung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die vorliegende Handreichung zentral sind die Begriffe „personenbezogene Daten“, „Pseudonymisierung“ und „Anonymisierung“. Diese werden im Folgenden kurz erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Personenbezogene Daten:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; In Artikel 4 Abs. 1 DSGVO werden Informationen als „personenbezogene Daten“ bezeichnet, „die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person […] beziehen“; Zu diesen Informationen gehören z.B. Namen, Kennnummern oder Standortdaten ebenso wie „besondere Merkmale, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person (…) sind“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Besondere Kategorien personenbezogener Daten:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Die DSGVO stellt in Art. 9 besondere Kategorien von personenbezogenen Daten heraus, die besonders geschützt sind. Dazu zählen die „rassische und ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen, die Gewerkschaftszugehörigkeit, genetische Daten, biometrische Daten zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung“. Anders als für personenbezogene Daten generell müssen Personen in die Verarbeitung dieser Daten explizit einwilligen, d.h. die in Art. 9 DSGVO aufgelisteten besonderen Kategorien müssen, wenn sie verarbeitet werden sollen, in der Einwilligungserklärung gelistet sein (Erlaubnisvorbehalt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Art. 4 Abs. 5 DSGVO definiert Pseudonymisierung als „die Verarbeitung personenbezogener Daten in einer Weise, dass die personenbezogenen Daten ohne Hinzuziehung zusätzlicher Informationen nicht mehr einer spezifischen betroffenen Person zugeordnet werden können, sofern diese zusätzlichen Informationen gesondert aufbewahrt werden und technischen und organisatorischen Maßnahmen unterliegen, die gewährleisten, dass die personenbezogenen Daten nicht einer identifizierten oder identifizierbaren natürlichen Person zugewiesen werden.“ Pseudonymisierte Daten sind weiterhin personenbezogen und fallen in den Anwendungsbereich der DSGVO. Inwieweit personenbezogene Daten erhalten bleiben können, bestimmt sich in der Regel nach den Vereinbarungen, die in der Einwilligung zur Forschungsteilnahme von Forschenden und Forschungsteilnehmern/-innen getroffen wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Hinweise und juristisch geprüfte Mustervorlagen zur informierten Einwilligung in Forschung, Archivierung und Nachnutzung qualitativer Forschungsdaten bietet Qualiservice in der Handreichung für das Einholen der informierten Einwilligung für Primärforschung, Archivierung und Sekundärnutzung (Kretzer et al. 2020).&amp;lt;/ref&amp;gt; In Einzelfällen kann auch eine Interessensabwägung nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO über die Zulässigkeit einer Verarbeitung personenbezogener Daten zu Forschungszwecken ohne Einwilligung herangezogen werden. Dies setzt eine entsprechende Interessensabwägung voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Anonymisierung:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; Anonymisierung meint die „Tilgung des Personenbezuges“ (RatSWD, 2020, S. 18). Die DSGVO bietet keine eigene Begriffsbestimmung von Anonymisierung an; sie bezieht sich aber auf das Konzept der Anonymisierung (vgl. ebd.). Erwägungsgrund 26 der DSGVO macht deutlich, dass die DSGVO keine Anwendung auf anonyme Daten findet. Weitere Ausführungen zur Anonymisierung finden sich in der DSGVO nicht (vgl. ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das frühere Bundesdatenschutzgesetz unterschied drei Varianten der Anonymisierung, die unterschiedliche Anonymisierungsgrate beschreiben. Auch wenn die gesetzlichen Regelungen nunmehr ausschließlich von Anonymisierung sprechen, wird sich in der Praxis weiterhin an der differenzierteren Betrachtung dieser drei Anonymisierungsgrate orientiert. Bei der &#039;&#039;formalen Anonymisierung&#039;&#039; werden die direkten Identifikatoren wie Namen und Adressen verändert. Mit Blick auf qualitative Daten muss nach einer formalen Anonymisierung i.d.R. weiterhin von personenbezogenen Daten gesprochen werden. Die &#039;&#039;absolute Anonymisierung&#039;&#039;, die auch unter Einsatz von Ressourcen eine Re-Identifikation ausschließt, arbeitet mit Paraphrasierung, Maskierung oder Löschung und nimmt eine starke Reduktion des wissenschaftlichen Nachnutzungspotenzials in Kauf (Kretzer, 2013). Bei der &#039;&#039;faktischen Anonymisierung&#039;&#039; (Anonymisierung im Sinne des § 3 Abs. 6 BDSG alte Fassung) werden personenbezogene Daten derart verändert, „dass die Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse nicht mehr oder nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand an Zeit, Kosten und Arbeitskraft einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person zugeordnet werden können“. Die faktische Anonymisierung bietet die Möglichkeit, Datenschutz und Nachnutzungspotenzial auszubalancieren. Sie ist die für die Anonymisierung qualitativer Daten i.d.R. gewählte Form der Anonymisierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der RatSWD führt in der Handreichung zum Datenschutz aus: „Das Datenschutzrecht enthält besondere Anonymisierungsgebote für die Forschung. Art. 89 Abs. 1 Satz 4 DSGVO verlangt, die Weiterverarbeitung von Daten zu Forschungszwecken, wenn möglich in einer Form durchzuführen, bei der die Identifizierung von betroffenen Personen nicht oder nicht mehr möglich ist. Daraus ist ein Gebot abzuleiten, Daten bei ihrer Verarbeitung zu Forschungszwecken nach Möglichkeit zu pseudonymisieren oder zu anonymisieren (Golla 2019: 658 f.). Ein besonderes Gebot der Anonymisierung enthält auch § 27 Abs. 3 Satz 1 BDSG für besondere Kategorien personenbezogener Daten (…), die zu Forschungszwecken verarbeitet werden“ (RatSWD 2020, S. 18f.). Dem RatSWD folgend, gelten Daten als anonym, wenn sie faktisch anonymisiert sind, d.h., „wenn ein Personenbezug nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand wiederhergestellt werden kann“ (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anonymisierung von Daten stellt selbst eine Verarbeitung personenbezogener Daten dar und bedarf somit einer Rechtsgrundlage.&amp;lt;ref&amp;gt;MLS Legal (2020) Rechtsfragen zur Nutzung von Daten in Forschung, Archivierung und Sekundärnutzung. https://youtube/vC8ucG9MJSw (Zugriff: 01.09.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese können sich z.B. aus den Erlaubnistatbeständen des Artikel 6 DSGVO ergeben. In diesem Zusammenhang ist aber auch der Art. 5 Abs. 1 DSGVO wichtig, der Ausnahmen für z.B. die wissenschaftliche Forschung definiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsethik-datenschutz-und-forschungsinteresse-abwägen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Forschungsethik, Datenschutz und Forschungsinteresse abwägen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;datenschutzaspekten-nachkommen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Datenschutzaspekten nachkommen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Datenschutz geht es um den Schutz von Persönlichkeitsrechten und hier insbesondere um Schutzaspekte, die sich aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung – also dem Recht jedes Einzelnen, über die eigenen personenbezogenen Daten und deren Nutzung zu bestimmen − ableiten. Die rechtliche Grundlage für den Schutz dieser Daten bildet die DSGVO. Sie trat am 25. Mai 2018 in Kraft und ist als Verordnung in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unmittelbar bindend, d.h., sie muss nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden. Nationale Regelungen wie z.B. das 2018 neuformulierte Bundesdatenschutzgesetz (BDS neu) – und ggf. subnationale Regelungen wie die Datenschutzgesetze der Bundesländer treten nur ergänzend zur DSGVO hinzu, sofern in der DSGVO entsprechende Öffnungsklauseln vorgesehen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die DSGVO ist die verbindliche Rechtsgrundlage für Forschende aus den EU-Ländern. Ihr folgend, bedarf jeder Verarbeitungsschritt personenbezogener Daten einer Rechtsgrundlage – unabhängig davon, ob es sich um die Erhebung, Speicherung, Auswertung oder Aufbereitung personenbezogener Daten für die wissenschaftliche Nachnutzung handelt. Die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung ist in Art. 6 DSGVO geregelt. Hier steht u.a., dass die personenbezogenen Daten verarbeitet werden dürfen, wenn die Person z.B. in die Verarbeitung eingewilligt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verarbeitung personenbezogener Daten für die wissenschaftliche Forschung wird in der DSGVO besonders privilegiert. Dies zeigt sich an mehreren Stellen (RatSWD 2020, S. 8), wie an den Ausnahmen von den Grundsätzen der Zweckbestimmtheit und Zweckbindung der Verarbeitung in Art. 5 oder der Möglichkeit besondere Kategorien von personenbezogenen Daten für Forschungszwecke zu verarbeiten (RatSWD 2020, 8).&amp;lt;ref&amp;gt;Der RatSWD führt hierzu weiter aus: „Die wissenschaftliche Forschung ist ein berechtigtes Interesse in diesem Sinne, das gegen die Interessen der Betroffenen abzuwägen ist. Auf der Seite der Betroffenen ist unter anderem zu berücksichtigen wie sensibel die Daten sind (…), ob sie aus allgemein zugänglichen oder anderen Quellen stammen und ob der Betroffene mit einer (weiteren) Verarbeitung der Daten rechnen konnte. Es ist auch die Beziehung zwischen dem forschenden Datenverarbeitenden und dem Betroffenen zu berücksichtigen. Bei den Forschungsinteressen kommt es darauf an, welche Bedeutung die Verarbeitung spezifischer personenbezogener Daten für die Ausführung eines Forschungsvorhabens hat“ (RatSWD, 2020).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zeitpunkt der Anonymisierung wird in der DSGVO vom Zweck bestimmt, für den die Informationen verarbeitet werden (Art. 5 DSGVO). Solange die Verarbeitung personenbezogener Daten notwendig ist, um den Verarbeitungszweck (z.B. das Forschungsziel) zu erreichen, müssen sie nicht anonymisiert, aber – z.B. durch Pseudonymisierung und/ oder Verschlüsselung − besonders geschützt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsethische-aspekte-berücksichtigen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Forschungsethische Aspekte berücksichtigen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsethik umfasst die ethischen Prinzipien und Regeln, „in denen mehr oder minder verbindlich und mehr oder minder konsensuell bestimmt wird, in welcher Weise die Beziehungen zwischen den Forschenden auf der einen Seite und den in sozialwissenschaftliche Untersuchungen einbezogenen Personen auf der anderen Seite zu gestalten sind (Hopf, 2004, S. 589-590)“.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Orientierung für in sozialwissenschaftlichen Studien relevanten forschungsethischen Aspekten bietet das vom RatSWD veröffentlichte Working Paper Forschungsethische Grundsätze und Prüfverfahren in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (RatSWD 2017a), aber auch die Arbeiten von Hella von Unger (2014, 2020) bieten hilfreiche Hinweise und Informationen für einen Einstieg in die Thematik. Darüber hinaus bietet der RatSWD eine Best-Practice-Sammlung zum Thema an: https://www.konsortswd.de/ratswd/best-practice-forschungsethik/ (Zugriff: 01.08.2023)&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschungsethische Aspekte beinhalten die Reflektion und Aushandlung der Werte forschenden Vorgehens/ Ergründens, die dem Forschungshandeln als sozialem Handeln innewohnen. „Eine forschungsethische Perspektive besteht darin, ‚kritisch zu reflektieren, inwiefern bestimmte ethische Grundsätze für das Forschungshandeln gelten und in der Praxis realisiert werden [können]‘ (von Unger et al. 2014: 2)“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedene Fachgesellschaften haben Ethikkodizes verabschiedet, die für ihr Handeln und das ihrer Mitglieder handlungsleitend sind&amp;lt;ref&amp;gt;Z.B. Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) (2017) oder Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) (2005, 2016).&amp;lt;/ref&amp;gt; und auch Forschungsförderer wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gehen in Leitlinien wie denen zu einer guten wissenschaftlichen Praxis auf ethische Aspekte forschenden Tuns ein (DFG 2022). Die Wahrung der Anonymität von an der Forschung beteiligten Akteuren findet sich in diesen Kodizes als ein forschungsethisches Prinzip neben anderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei können forschungsethische Aspekte den datenschutzrechtlichen Schutzvorschriften für forscherisches Tun entsprechen. Sie können aber auch darüber hinausgehen, wie das Vorgehen in einem konkreten Beispiel eines Projektes, welches qualitative Daten über Qualiservice zur Nachnutzung zur Verfügung stellen lässt, zeigt: In diesem Fall hatten sich Forscher/-innen entschieden, ihre Interviewdaten zu archivieren und für die Nachnutzung bereit zu stellen. Die Forschungsteilnehmer/-innen hatten in die Archivierung und Weiterverarbeitung für die wissenschaftliche Nachnutzung eingewilligt. Damit wäre datenschutzrechtlichen Verpflichtungen genüge getan gewesen. Das Forscherteam entschied sich aber, die Einwilligung zur Weitergabe der personenbezogenen Daten zur Archivierung und Nachnutzung unter Vorlage des fertig für die Nachnutzung aufbereiteten Interviewtranskriptes noch einmal zu validieren und legte diese den Teilnehmer/-innen erneut zur Bestätigung Ihrer Entscheidung vor, bevor die Daten an Qualiservice übergeben wurden. Darüber hinaus gelangte das Forschungsteam, im Verlauf ihres Forschungsprojektes zu der Entscheidung, die nicht anonymisierten Interviewtranskripte aus forschungsethischen Überlegungen heraus durch weitere technisch-organisatorische Maßnahmen schützen zu wollen und entschied, sie ausschließlich im Gastwissenschaftlerraum vor Ort zugänglich zu machen – auch wenn rein datenschutzrechtlich betrachtet in diesem Fall eine nichtanonymisierte Weiternutzung als Scientific-Use-File (SUF) zum externen Download möglich wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung mit forschungsethischen Aspekten ist immer ein studien- und datensatzbezogener Prozess. Die Abwägung für mögliche Schutzmaßnahmen betreffen die methodische Anlage einer Studie ebenso wie deren Durchführung, Publikation und Aufbereitung für die Nachnutzung. Die Entscheidung aus forschungsethischen Gründen die Nachnutzung auf einen stark geschützten und dadurch (evtl. auch nur für einzelne Interviews eines Datensatzes) auch stärker reglementierten Datenzugang im Gastwissenschaftlerraum vor Ort zu beschränken, um die Teilnehmer/-innen zu schützen, könnte in einem anderen Fall als problematisch oder auch paternalistisch angesehen werden - z.B. in einer Studie mit Zeitzeugeninterviews in der Oral-History-Forschung (Thomson et al., 2005) oder in der partizipativen Forschung (von Unger, 2014), wo Forschungsteilnehmer/-innen unter Umständen auch genannt werden wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschung-im-spannungsfeld-zwischen-datenschutz-forschungsethik-forschungsinteresse-und-guter-wissenschaftlicher-praxis&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Forschung im Spannungsfeld zwischen Datenschutz, Forschungsethik, Forschungsinteresse und guter wissenschaftlicher Praxis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Datenschutz und Forschungsethik liefern einen Handlungsrahmen, in dem sich wissenschaftliche Forschung bewegt. Sollen Daten für wissenschaftliche Zwecke nachgenutzt werden, müssen datenschutzrechtliche und forschungsethische Anforderungen erfüllt sein. Zugleich gilt es die wissenschaftliche (Nach-)Nutzung in dem so bestimmten Rahmen so gut es geht zu ermöglichen. Die DSGVO beinhaltet aus diesem Grund für die Forschung besondere Befugnisse im Umgang mit personenbezogenen Daten (vgl. Punkt 2.1). Die Abwägung zwischen Datenschutz, Forschungsethik und Erkenntnisinteresse sollte studien- und ggf. auch fallspezifisch vorgenommen werden. Der Abwägungsprozess erstreckt sich oft über den gesamten Forschungsprozess und schließt auch mögliche Nachnutzungsszenarien mit ein. Mit Blick auf das Anonymisierungsverfahren gilt es demzufolge ein sicheres und dennoch flexibles Vorgehen zu entwickeln, welches für sozialwissenschaftliche Forschung relevante Information erhält, ohne gegen datenschutzrechtliche und ethische Handlungsmaximen zu verstoßen. Die Lösungen, die das FDZ Qualiservice hierfür erarbeitet hat, beschreiben wir im Folgenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;das-anonymisierungskonzept-des-fdz-qualiservice&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Das Anonymisierungskonzept des FDZ Qualiservice =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;die-informierte-einwilligung-als-grundlage-für-die-datenaufbereitung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Die informierte Einwilligung als Grundlage für die Datenaufbereitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Regel stellt die informierte Einwilligung der Forschungsteilnehmer/-innen bei Qualiservice die Grundlage für die Datenverarbeitung dar (vgl. Fußnote 11). In der Einwilligungserklärung ist geregelt, ob und wenn ja in welcher Form Forschungsdaten/-materialien genutzt und an Dritte weitergegeben werden dürfen – z.B. ob personenbezogene Informationen in den zu archivierenden Materialien erhalten bleiben dürfen, ob sie anonymisiert oder gar gelöscht werden müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;Informationen zu den Vorlagen für die informierte Einwilligung finden Sie auf der Website von Qualiservice [http://www.qualiservice.org www.qualiservice.org] oder in der Qualiservice-Handreichung zur informierten Einwilligung (Kretzer et al. 2020). Die Einwilligung der Forschungsteilnehmer/-innen sollte dokumentiert sein und im Idealfall schriftlich vorliegen. Aber auch andere Varianten der Einwilligung sind denkbar. Mit diesen alternativen Optionen beschäftigt sich z.B. das Qualiservice-Working Paper von Huber, E., &amp;amp;amp; Imeri, S. (2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zweck-der-anonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Zweck der Anonymisierung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der notwendigen Abstraktion hängt neben datenschutzrechtlichen und forschungsethischen Aspekten auch davon ab, wofür die anonymisierten Materialien verwendet werden sollen. So stellt die Publikation von Forschungsergebnissen in wissenschaftlichen Fachjournals andere Ansprüche an das Vorgehen als die Aufbereitung für die wissenschaftliche Nachnutzung oder die akademische Lehre: Für die Publikation in Fachjournals werden i.d.R. Interviewausschnitte aus einem Datensatz ausgewählt, um Analyseergebnisse zu veranschaulichen und nachvollziehbar zu machen. Allein die Konzentration auf Textausschnitte reduziert dabei ein mögliches Re-Identifikationsrisiko erheblich. Wird ein Datensatz wissenschaftlich nachgenutzt, verwenden Forscher/-innen vollständige Interviewtexte mit vielen kontextuellen Bezügen. Das Re-Identifikationsrisiko ist hier größer und die Anonymisierung wesentlich aufwendiger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;anonymisierung-als-bestandteil-des-forschungsprozesses-und-kooperative-aufgabe&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Anonymisierung als Bestandteil des Forschungsprozesses und kooperative Aufgabe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um möglichst optimal aufbereitete Forschungsmaterialien zu erhalten, kooperiert Qualiservice eng mit den Datengeber/-innen in der Aufbereitung der Materialien für die Sekundärnutzung (Mozygemba &amp;amp;amp; Kretzer, 2022), berät und stellt Handreichungen, Workshops, Webinare sowie das Anonymisierungstool QualiAnon zur Verfügung. Die Anonymisierung, resp. Pseudonymisierung übernehmen die Forscher/-innen im Projekt. Sie kennen die Daten genau und wissen, wo sich sensible Textbezüge finden. Die im Forschungsprojekt vorbereiteten pseudonymisierten/ anonymisierten Daten werden nach der Übergabe von Qualiservice geprüft. Wenn nötig werden weitere organisatorisch-technische Schutzvorkehrungen getroffen und ggf. die Anonymisierung vervollständigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell empfiehlt es sich, dass Forscher/-innen für die Aufbereitung von Forschungsmaterialien für die wissenschaftliche Nachnutzung, dass für die Langzeitarchivierung anvisierte FDZ von Beginn an mit einbeziehen. So bietet Qualiservice bereits während des Forschungsprozesses und an den insbesondere für die Archivierung wichtigen Anforderungen wie der Informierten Einwilligung und der Anonymisierung eine umfangreiche Beratung und Unterstützung an. Forscher/-innen realisieren so die Aufbereitung der Daten bereits schrittweise während des Forschungsprozesses. Dieses Vorgehen verhindert auch eine Ballung von Aufgaben am oder nach Projektende, wenn Mitarbeiter/-innen oft schon nicht mehr im Projekt arbeiten oder Publikationen fertig gestellt werden. Umgekehrt kommt die Integration der Datenaufbereitung in den Forschungsprozess oft auch der Qualität und Transparenz der Forschungsdokumentation und so der Forschung selbst zu Gute (vgl. Fielding, 2004). Darüber hinaus kann das FDZ bei der Antragstellung hinsichtlich der notwendigen personellen wie finanziellen Ressourcen für die Aufbereitung der Daten unterstützen (vgl. Punkt 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Anonymisierung empfiehlt Qualiservice ein schrittweises Vorgehen, welches zunächst pseudonymisiert und/oder nur direkte Identifikatoren wie Namen und Adressen anonymisiert (formale Anonymisierung) und die Anonymisierung weiterer Informationen auf einen Zeitpunkt legt, an dem es der Forschungszweck erlaubt. Originalinformationen können so in die Auswertung einbezogen werden. Das schrittweise Ersetzen hilft auch, die Notwendigkeit von Ersetzungen noch einmal zu prüfen: Erfahrungsgemäß besteht anfangs eine Tendenz zur Überanonymisierung, die sich legt, wenn Forscher/-innen im Laufe des Projektes bzw. des Anonymisierungsprozesses besser einschätzen können, wo sich in den Daten Risiken zur Re-Identifikation finden. Das standardisierte Ersetzen in der Regel vorher festgelegter Informationen wie z.B. die generelle Ersetzung aller Ortsnamen in einem Interview weicht dann z.B. einer Abwägung, ob die Ortsangabe im jeweiligen Kontext einen Personenbezug enthält oder nicht. Im Beispiel: Berlin als Geburtsort würde evtl. ersetzt, bei einer Urlaubsreise nach Berlin könnte Berlin erhalten bleiben (vgl. Punkt 5.3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;die-strategie-der-flexiblen-anonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Die Strategie der „flexiblen Anonymisierung“  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um den Nachnutzungswert möglichst groß zu halten, empfiehlt Qualiservice die Strategie, sensible Informationen mit sozialwissenschaftlich relevanten Informationen zu ersetzen (Kretzer, 2013). Soll der Beruf des Rettungssanitäters ersetzt werden, böte sich z.B. als Ersetzung „ein Vertreter des Rettungsdienstpersonals“ an und weitere Informationen wie Tätigkeit im ambulanten oder stationären Bereich könnten hilfreiche Informationen für die Nachnutzung erhalten. Ersetzungen werden außerdem auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen vorgenommen: Ein „Herzinfarkt“ könnte z.B. zum „akuten Koronarsyndrom“ oder auf einer höheren Abstraktionsebene zu einer „Herz-Kreislauf-Erkrankung“ oder noch abstrakter zu einer nicht näher bestimmten „Erkrankung“ werden (vgl. 5.7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedlich stark von der Originalinformation abstrahierenden Ersetzungen – evtl. sogar unter Erhalt der Originalinformation (Pseudonymisierung) – sind die Grundlage der von Kretzer (2013) das erste Mal beschriebenen „flexiblen Anonymisierung“. Die flexible Anonymisierung ermöglicht durch das Auf- und Zuklappen von Informationen die Erstellung unterschiedlich stark anonymisierter Scientific-Use-Files für die Nachnutzung. D.h., es können je nach Forschungszweck bestimmte Informationen geöffnet und andere verdeckt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beschreibung von Kretzer (2013) bezieht sich auf die Verwendung pseudonymisierter Daten, bei denen Originalinformationen vorliegen. Sie kann aber darüber hinaus auch Anwendung finden, wenn Daten anonymisiert vorliegen (die Originalinformation also nicht mehr vorhanden ist) und Ersetzungen auf unterschiedlichen stark abstrahierenden Ebenen dokumentiert sind. Liegen Qualiservice wie im Beispiel des Herzinfarktes diese unterschiedlich stark von der Originalinformation abstrahierenden Ersetzungen vor, können diese verwendet werden, um unterschiedliche Versionen eines anonymisierten Datensatzes zu erstellen und somit den Nachnutzungswert für spezifische Forschungsfragen zu erhöhen. Grundlage für die flexible Anonymisierung sind somit unterschiedlich stark abstrahierte Ersetzungen – mit oder ohne Bezug zur Originalinformation (vgl. Schritt 6 auf Seite [[#schritt-6-erstellen-einer-ersetzungstabelle-pseudonymisierungsliste|18]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;löschen-personenbezogener-informationen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Löschen personenbezogener Informationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice empfiehlt auf das Löschen von Informationen ebenso wie auf das Schwärzen und das Verfälschen von Informationen (aus Berlin wird z.B. Hamburg oder aus der Kosmetikerin die Frisörin) zu verzichten. Müssen Daten gelöscht werden, weil ein etwaiger Personenbezug anders nicht auszuschließen ist, sollte der Löschvorgang im Text kenntlich gemacht werden. Für gelöschte Wörter können z.B. Buchstaben oder Sonderzeichen genutzt werden, die Auskunft über die Anzahl der Wörter geben, die gelöscht wurden. Somit wird zumindest die Information über den Umfang der Löschung, d.h., darüber ob z.B. nur einzelne Wörter oder ganze Absätze fehlen, erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;listenverwendung-und-teilstandardisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Listenverwendung und Teilstandardisierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in der quantitativen Sozialforschung oftmals auf standardisierte Ersetzungen für die Anonymisierung zurückgegriffen wird, sind in der qualitativen Sozialforschung i.d.R. studienspezifische Anonymisierungskonzepte geeignet, um personenbezogene Informationen zu ersetzen. Werden diese Ersetzungsschemata geteilt, können Forscher/-innen eines Themenbereichs diese weiterentwickeln und so peu á peu ausdifferenzierte Ersetzungsschemata mit etwaig sozialwissenschaftlich relevanten Informationen auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen für bestimmte Themenbereiche entwickeln. Die bloße Verwendung standardisierter Ersetzungen von Kategorien wie Orten, Namen, Berufen, Zeitangaben etc. führt eher zu gering ausdifferenzierten Ersetzungsschemata, die Information recht stark abstrahiert und eher zu Standardisierung führt. Dennoch kann auch die Verwendung standardisierter Klassifikationssysteme für bestimmte Themenbereiche einen Mehrwert bieten. Neben z.B. Zeiteinteilungen in Monate, Jahre, Jahresabschnitte, Tage etc. können standardisierte Listen wie die International Classification of Occupations (ISCO), die in der quantitativen Forschung zur Codierung von Berufen genutzt wird (z. B. Züll, 2015), für diesen Zweck Verwendung finden. Sind standardisierte Klassifikationen wie die ISCO hierarchisch organisiert, können sie z.B. auch unterschiedliche Abstraktionsniveaus abbilden helfen (vgl. Punkt 5.4). Qualiservice hat gute Erfahrungen mit diesem Vorgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Forschende können Klassifikationen auch in das Anonymisierungstool QualiAnon einlesen sowie die erstellten (themen-, disziplinspezifischen) Ersetzungskategorien exportieren, wiederverwenden, weiterentwickeln, teilen und so auch als Projektoutput publizieren (vgl. Punkt 6).&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob die Verwendung einer Liste einen Mehrwert für die Erhaltung sozialwissenschaftlicher Information bei der Abstraktion personenbezogener Informationen bietet, muss von Studie zu Studie entschieden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier solcher Klassifikationen, die für die Ersetzung personenbezogener Information eingesetzt werden können, stellen wir im Rahmen der folgenden Ausführungen vor. Die vorgestellten Klassifikationen sind frei zugänglich und werden regelmäßig aktualisiert. Dazu gehören die ISCO (vgl. Punkt 5.4), die International Classification of Diseases (ICD) (vgl. Punkt 5.7), die Klassifikation der Wirtschaftszweige (vgl. Punkt 5.6) und die Gemeindelisten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumplanung (BBSR) (vgl. 5.3). Die Gemeindeliste des BBSR bietet sogar die Möglichkeit über eine Kennziffer weitere Listen zu verknüpfen und so weitere z.B. ortsspezifische Informationen wie Angaben zur Infrastruktur oder Arbeitslosigkeit in der Region für Ersetzungen zu verwenden. Bis auf die Gemeindelisten des BBSR sind die genannten Listen hierarchisch strukturiert. Wie die Listeninformationen in die Ersetzung aufgenommen werden, ob man z.B. den zugehörigen Listen-Code zu einem Wirtschaftszweig eines Unternehmens nur einmal dokumentiert, um die Lesbarkeit des Transkriptes nicht zu beeinträchtigen oder ob man sich entscheidet, diesen bei jeder Ersetzung mitzuführen, muss zu Beginn der Arbeit entschieden werden und sollte dann für die Studie bzw. den Datensatz konsistent gehandhabt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;weitere-bestandteile-des-datenschutzkonzeptes-von-qualiservice&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Weitere Bestandteile des Datenschutzkonzeptes von Qualiservice ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor wir die einzelnen Schritte beschreiben, die Qualiservice bei der Ersetzung personenbezogener Daten vornimmt, möchten wir darauf hinweisen, dass die Anonymisierung nur ein Element des Datenschutzkonzeptes von Qualiservice neben weiteren technisch-organisatorischen Schutzmaßnahmen ist (vgl. z.B. Heuer, Hollstein, &amp;amp;amp; Mozygemba, 2021). Beispiele für weitere Maßnahmen sind die getrennte Speicherung von Identifikationsdaten und Forschungsmaterialien, die Beschränkung der Nachnutzung auf wissenschaftliche Zwecke, der kontrollierte Zugang zu Forschungsdaten sowie vertragliche Vereinbarungen für die Nutzung von Forschungsdaten. Letztere verbieten u.a. Re-Identifikationsversuche oder die Veröffentlichung ganzer Interviews.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Nutzungsbedingungen von Qualiservice finden sich unter folgendem Link: https://www.qualiservice.org/files/contao-theme/public/documents/downloads/Vereinbarung_Datennutzung_01_20202_barrierefrei.pdf oder auf Nachfrage bei Qualiservice unter [mailto:info@qualiservice.org info@qualiservice.org]&amp;lt;/ref&amp;gt; Forscher/-innen können darüber hinaus weitere individuelle Schutzmaßnahmen wie z.B. zeitliche Embargos oder Bedingungen für die Zitation festlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;personenbezogene-informationen-schritt-für-schritt-ersetzen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Personenbezogene Informationen Schritt für Schritt ersetzen =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 1 zeigt im Überblick welche Schritte notwendig sind, um die Ersetzung personenbezogener Informationen vorzubereiten, durchzuführen und zu dokumentieren, sodass das Vorgehen von potenziellen Nachnutzer/-innen gut nachvollzogen werden kann und das Material immer noch ausreichend Potenzial für die Nachnutzung bietet.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb1.png|thumb|598x598px|Abbildung 1: Das Vorgehen im Überblick]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schritt 1: Einwilligungserklärung ansehen  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der informierten Einwilligung (Informed Consent) sollten Forscher/-innen festhalten, wie mit den im Forschungsprojekt erhobenen Daten umzugehen ist (vgl. Punkt 3.1). Die Informierte Einwilligung ist die Grundlage der Datenverarbeitung bei Qualiservice.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-2-festlegen-der-zielgruppe-für-die-anonymisiert-wird&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 2: Festlegen der Zielgruppe, für die anonymisiert wird ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage danach, für wen anonymisiert wird, wer also potenziell Zugriff auf die anonymisierten Daten haben wird, ist bedeutsam für die Wahl des Abstraktionsniveaus der Ersetzungen. Gute Freunde/-innen, Nachbarn/-innen, Arbeitskollegen/-innen oder Forschende haben in der Regel unterschiedliches Kontextwissen über die beforschten Personen, welches zu einer Re-Identifikation herangezogen werden könnte. Sollen Interviewteile z.B. in einem Buch publiziert werden, welches jede/-r einsehen kann, muss das Abstraktionsniveau weit höher sein, als wenn – wie bei Qualiservice – ausschließlich Wissenschaftler/-innen mit berechtigtem Forschungsinteresse und nach Unterzeichnung einer Nutzungsvereinbarung auf die Daten zugreifen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-3-bestimmen-des-abstraktionsniveaus-zweckgebundene-anonymisierungsstufe&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 3: Bestimmen des Abstraktionsniveaus (zweckgebundene Anonymisierungsstufe) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Abstraktionsniveau gilt es datenschutzrechtliche und forschungsethische Aspekte sowie das wissenschaftliche Nachnutzungspotenzial gegeneinander abzuwägen (vgl. Punkt 2.3). Die Entscheidung für ein Abstraktionsniveau kann auf Studienebene, aber auch auf der Ebene einzelner Datensatzelemente wie z.B. für einzelne Interviews getroffen werden. In die Entscheidung fließen die Zielgruppe der Nachnutzung, Studienspezifika wie z.B. eine besondere Sensibilität des Themas oder der Darstellung ebenso ein wie technisch/ organisatorische Maßnahmen wie z.B. der besonders gesicherte Zugang über den Gastwissenschaftlerarbeitsplatz (onsite-Nutzung). Die Entscheidung für ein bestimmtes Abstraktionsniveau muss studien- und z.T. fallspezifisch getroffen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Abwägung kann wie im Fall des von Laudel &amp;amp;amp; Bielick (2019) beschriebenen Projektes auch zu dem Ergebnis führen, dass Daten nicht anonymisierbar sind, wenn ihr Nachnutzungswert erhalten bleiben soll. Liegt die Einwilligung in die Weitergabe personenbezogener Informationen vor, kann in so einem Fall geprüft werden, ob bestimmte technisch-organisatorische Vorkehrungen wie z.B. der Gastwissenschaftsarbeitsplatz vor Ort die Nachnutzung ermöglichen könnten. Evtl. kann auch eine Interessensabwägung nach § 6 Abs. 1 DSGVO angemessen sein. Das gilt es im Einzelfall zu entscheiden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-4-auswahl-der-materialien-die-anonymisiert-pseudonymisiert-werden-sollen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 4: Auswahl der Materialien, die anonymisiert/ pseudonymisiert werden sollen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Forschungsdaten im engeren Sinne kann es auch notwendig sein, weitere Materialien wie Postskripte, soziodemographische Daten und sofern sie zur Kontextualisierung des Datensatzes beigelegt werden auch Projektberichte, Projektveröffentlichungen etc. in die Planung der Anonymisierung/ Pseudonymisierung mit einzubeziehen. Sie können ebenfalls personenbezogene Informationen enthalten, wie z.B. den Namen des/-r Befragten oder der Interviewer/-in im Header des Postskripts oder auch bereits veröffentlichte Informationen wie im Falle der Nennung von für die Fallauswahl relevanten Erhebungsorten in Publikationen oder Projektberichten. Diese Informationen müssen bei der Planung der Anonymisierung berücksichtigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-5-das-vorgehen-bei-der-anonymisierung-pseudonymisierung-dokumentieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 5: Das Vorgehen bei der Anonymisierung/ Pseudonymisierung dokumentieren  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit Sekundärnutzer/-innen nachvollziehen können, wie das Forschungsmaterial für die Nachnutzung verändert wurde, muss das Vorgehen bei der Anonymisierung/ Pseudonymisierung dokumentiert werden. Gleichzeitig unterstützt die Dokumentation ein konsistentes Vorgehen, wenn über einen längeren Zeitraum gearbeitet wird oder z.B. mehrere Personen die Daten bearbeiten. Die Dokumentation sollte Angaben zu folgenden Punkten enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Warum werden die Daten anonymisiert oder pseudonymisiert?&lt;br /&gt;
* Werden die Forschungsmaterialien anonymisiert oder pseudonymisiert weitergegeben?&lt;br /&gt;
* Bleibt die Pseudonymisierungsliste (vgl. Schritt 6) beim Forschenden oder wird sie mit an das FDZ übergeben?&lt;br /&gt;
* Wie wird abstrahiert? Werden z.B. unterschiedliche Abstraktionsniveaus verwendet?&lt;br /&gt;
* Wird die Anonymisierung/ Pseudonymisierung vor der Datenanalyse vorgenommen oder wird schrittweise vorgegangen? D.h., werden zunächst die direkten Identifikatoren entfernt (Basisanonymisierung) und erst in einem späteren Schritt (z.B. nach Abschluss der Analyse) auch indirekte Identifikatoren abstrahiert?&lt;br /&gt;
* Werden die Teilnehmer/-innen in der Feldsituation darum gebeten, Namen, Orte und weitere evtl. identifizierende Informationen außen vor zu lassen?&lt;br /&gt;
* Wird für die Anonymisierung ein Anonymisierungstool verwendet oder wird manuell vorgegangen? Wenn ja, welches Tool wird verwendet?&lt;br /&gt;
* Wie werden Ersetzungen im Material kenntlich gemacht? (Verwendung finden hier z.B. Sonderzeichen wie eckige Klammern, Pipes oder farbliche Hervorhebungen. Es sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht Teil der verwendeten Transkriptionsgrammatik sind.)&lt;br /&gt;
* Wird mit Zeilen- oder Absatznummern gearbeitet? (Zeilennummern des Originalmaterials werden sich durch Ersetzungen verändern, bieten aber eine genauere Zuordnung in der Ersetzungsliste, Absatznummern ändern sich nicht.)&lt;br /&gt;
* Werden Ersetzungen fall- oder studienspezifisch vorgenommen? D.h., wurde die Stadt Berlin nur in Interview 1 mit “Ort 1, große Großstadt in Deutschland” ersetzt (fallbezogen) oder wird Berlin in allen Interviews/ Materialien der Studie auf diese Weise maskiert (studienbezogen)?&lt;br /&gt;
* Welche Informationen werden ersetzt (Ersetzungskategorien wie Orte, Krankheiten etc. (vgl. Punkt 5.10)? Welche sozialwissenschaftlich relevanten Informationen sollen zu den Ersetzungen erhalten werden?&lt;br /&gt;
* Werden (kontrollierte) Listen (vgl. Punkt 5.7) für die Ersetzung verwendet? Wenn ja, welche Listen (bei kontrollierten Listen muss die genaue Zitation mit Versionsdatum dokumentiert werden, da diese Listen regelmäßig von den zuständigen Stellen aktualisiert werden)&lt;br /&gt;
* Werden Ersetzungen in bestimmten Ersetzungskategorien gezählt? (Eine Zählung hat Vorteile für den Erhalt des Nachnutzungspotenzials. Dies zeigt die beschriebene Ersetzung von “Berlin” mit “Ort 1”. Ließe man die Zählung weg, wäre nicht bestimmbar, ob im Text von einem oder von verschiedenen Orten die Rede ist. “Ort 2, große Großstadt in Deutschland” dagegen ließe sich von Ort 1 als weitere große Großstadt in Deutschland, z.B. Hamburg abgrenzen.) Es gilt zu dokumentieren, wie die Zählung kenntlich gemacht wird (z.B. Verwendung von Ziffern oder Buchstaben) und in der Verwendung konsistent zu bleiben.&lt;br /&gt;
* Werden Informationen gelöscht? Wenn ja, wie werden Löschungen kenntlich gemacht? (vgl. Punkt 3.5).&amp;lt;ref&amp;gt;Um das Nachnutzungspotenzial zu erhalten empfiehlt Qualiservice mit Abstraktionen auf unterschiedlichen Ebenen sowie bei der Ersetzung mit sozialwissenschaftlich relevanten Informationen zu arbeiten und Löschungen nur in ganz besonders sensiblen Kontexten vorzunehmen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Haben mehrere Personen die Anonymisierung/ Pseudonymisierung vorgenommen? Wenn ja, wie wurde Konsistenz im gemeinsamen Vorgehen sichergestellt (gab es z.B. einen Testlauf an einem Interviewbeispiel)?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-6-erstellen-einer-ersetzungstabelle-pseudonymisierungsliste&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 6: Erstellen einer Ersetzungstabelle/ Pseudonymisierungsliste  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ersetzung personenbezogener Informationen werden in einer Ersetzungstabelle (vgl. Tabelle 1) dokumentiert. Diese sollte auch bereits im Forschungsprojekt an einem sicheren Ort getrennt von den Daten aufbewahrt werden. Die Kopfzeile einer Ersetzungsliste sollte die Interviewnummer, die Dateibezeichnung, die Zeilen- oder Absatznummer der Originalinformation, die Ersetzungskategorien, und die Ersetzungen auf unterschiedlichen Abstraktionsstufen und ggf. den Originaltext sowie Raum für Kommentare als Spaltentitel enthalten. Wenn mit pseudonymisierten Daten gearbeitet werden darf, bleibt auch die Originalinformation erhalten und wird in der Ersetzungstabelle dokumentiert. Für die Anonymisierung der Daten wird die Spalte, die die Originalinformation enthält, entfernt. Unterschiedlich stark abstrahierte Ersetzungen bleiben aber ebenso wie weitere sozialwissenschaftlich relevante Informationen erhalten und können für die flexible Anonymisierung (vgl. 3.4) herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-7-sinnverstehendes-lesen-und-markieren-sensibler-stellen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 7: Sinnverstehendes Lesen und Markieren sensibler Stellen  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nächsten Schritt werden die zu bearbeitenden Materialien sinnverstehend gelesen und Informationen, die potenziell einen Rückschluss auf Personen zulassen, markiert. Dabei gilt es etwaige Reidentifkationsrisiken für Dritte (Interviewer, Personen, über die im Interview gesprochen wird) zu berücksichtigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Auch wenn Forschungsteilnehmer/-innen in die Verarbeitung und Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten eingewilligt haben und diese damit nicht anonymisiert werden müssen, müssen personenbezogene Informationen über Dritte anonymisiert werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beratungen von Forscher/-innen sowie die Kuration von Forschungsmaterialien im FDZ zeigen, dass Forscher/-innen aus Sorge datenschutzrechtliche Auflagen evtl. nicht zu erfüllen, insbesondere zu Beginn des Anonymisierungsprozesses sehr starke Abstraktionen wählen oder sogar Informationen löschen. Es werden dann mehr Informationen ersetzt als aufgrund datenschutzrechtlicher Vorgaben oder aufgrund forschungsethischer Erwägungen nötig ist. Ein solches Vorgehen wirkt sich dann deutlich auf den Nachnutzungswert der Materialien aus. Um Überanonymisierung zu vermeiden, empfiehlt es sich deshalb, zunächst als sensibel ein-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
geschätzte Informationen in mehreren Interviews zu markieren, bevor mit der Ersetzung begonnen wird. Das Markieren hilft dabei, ein Gefühl für die sensiblen Stellen zu bekommen und auf dieser Basis in einem weiteren Schritt die für ein mögliches Re-Identifikationsrisiko relevanten Informationen auszuwählen und ggf. im Team konkrete bedenkliche Stellen zu diskutieren. Das Markieren von ausgewählten Textbeispielen unterstützt dabei die gemeinsame Entscheidung bei Unsicherheiten bzgl. der Sensibilität der Information mit Blick auf einen Fall oder eine Studie und hilft ein konsistentes Vorgehen sicher zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiel für eine Ersetzungs-/Pseudonymisierungsliste mit unterschiedlichen Abstraktionsniveaus der Ersetzungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Interview-Nr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Interview-bezeichnung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1&lt;br /&gt;
| Interview-ID_1.0&lt;br /&gt;
|  &lt;br /&gt;
|  &lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zeilennr.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzungskategorie&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Originaltext&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzung, Level 1&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzung, Level 2&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzung, Level 3&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ersetzung, Level 4&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Listen-verwendung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5&lt;br /&gt;
| Name&lt;br /&gt;
| Elisabeth Gerken&lt;br /&gt;
| Person 1&lt;br /&gt;
| Person 1, Name der Interviewten 1&lt;br /&gt;
| Person 1, Name der Interviewten 1, altdeutscher Vorname&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 54&lt;br /&gt;
| Beruf&lt;br /&gt;
| Altenpflegerin&lt;br /&gt;
| Beruf im Bereich Dienstleistungsberufe und Verkäufer, ISCO08-5&lt;br /&gt;
| Beruf im Bereich Betreuungs-berufe ISCO08-53&lt;br /&gt;
| Beruf im Bereich Betreuungs-berufe im Gesundheitswesen ISCO08-532&lt;br /&gt;
| Pflege-helferin ISCO-08 5321&lt;br /&gt;
| ISCO-08&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 56&lt;br /&gt;
| Ort&lt;br /&gt;
| Bremen&lt;br /&gt;
| Ort 1, große Großstadt&lt;br /&gt;
| Ort 1, große Großstadt in Norddeutschland&lt;br /&gt;
| Ort 1, große Großstadt in Norddeutschland mit Hafenanbindung&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| BBSR&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 62&lt;br /&gt;
| Unternehmen&lt;br /&gt;
| Firma Schmidt&lt;br /&gt;
| Unternehmen B, Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen - WZ Q&lt;br /&gt;
| Unternehm-en B, Unter-nehmen im Sozialwesen WZ Q88&lt;br /&gt;
| Unternehmen B, Unter-nehmen zur sozialen Betreuung älterer und behinderter Menschen WZQ88.1&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Wirtschafts-zweige&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
=== Schritt 8: Ersetzen sensibler Informationen: Pseudonymisieren/ Anonymisieren  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice empfiehlt ein schrittweises Vorgehen, bei dem zunächst in einer Basisanonymisierung direkte Identifikatoren wie Namen oder Anschrift von Personen ersetzt werden (formale Anonymisierung) oder die Daten pseudonymisiert werden. Die Anonymisierung weiterer Informationen wird dann im Verlauf der Analyse bzw. nach deren Abschluss vorgenommen (sobald es der Forschungszweck erlaubt). Die Frage, ob bestimmte Informationen einen Personenbezug herstellen lassen, sollte ständiger Begleiter bei der Arbeit sein – v. a., wenn bereits Informationen im Text abstrahiert wurden: So können Informationen über die Eltern eines Interviewpartners bereits ihren Personenbezug dadurch verlieren, dass der Interviewte selbst maskiert wurde. Auch pauschale Ersetzungen bestimmter Kategorien (direkte Identifikatoren wie Namen und Adressen ausgenommen) können eine Überanonymisierung begünstigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Das pauschale Markieren bestimmter Informationen kann hingegen helfen die (evtl. auch später zu treffende) Entscheidung über die Ersetzung zu erleichtern und das Vorgehen zu systematisieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Anwendung des gewählten Abstraktionsniveaus (vgl. Schritt 3) werden personenbezogene Informationen so ersetzt, dass so viel wie möglich sozialwissenschaftlich relevante Information erhalten bleibt und gleichzeitig die Re-Identifikation einer Person verhindert wird. Um den Nachnutzungswert möglichst groß zu erhalten, empfiehlt es sich Ersetzungen auf unterschiedlichen Abstraktionsstufen (z.B. Ort, große Großstadt, große Großstadt im Norden Deutschlands, große Großstadt in Schleswig-Holstein etc.), vorzunehmen, so dass z.B. mit dem Anonymisierungstool QualiAnon unterschiedlich stark abstrahierte Versionen eines Textes erstellt werden können (vgl. Punkt 3.4). Orientieren sollte man sich bei Ersetzungen an dem für den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beteiligten notwendigem Maß. Technisch-organisatorische Maßnahmen, die zusätzlich zu Pseudonymisierung/ Anonymisierung vorgenommen werden und einem Re-Identifikationsrisiko entgegenwirken, sollten in die Abwägung einfließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig wird die Frage nach möglichen evtl. fachspezifischen Ersetzungskategorien gestellt, die für ein bestimmtes Forschungsthema verwendet werden können. Hier kann auch der Einsatz spezifischer Listen/ Klassifikationen helfen (vgl. Punkt 3.6). Darüber hinaus können bereits in anderen Zusammenhängen von Forscher/-innen ausgearbeitete Ersetzungsschemata wiederverwendet und weiterentwickelt werden. QualiAnon erlaubt z.B. die Publikation, Weiterverwendung und Ausdifferenzierung einmal erstellter Ersetzungsschemata (vgl. Punkt 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Ersetzungen vorgenommen, sollten diese im Interview z.B. durch Unterstreichungen, Sonderzeichen oder ähnlichem kenntlich gemacht werden, die nicht Teil der verwendeten Transkriptionsgrammatik sind. Das könnte z.B. wie folgt aussehen: [~ text text text ~]. Die Ersetzungen werden in einer Ersetzungstabelle dokumentiert (vgl. Tabelle 1). Sinnvoll kann ein schrittweises Vorgehen sein, z.B. weil Informationen noch für die Analyse benötigt werden oder weil noch nicht abschließend entschieden wurde, ob Informationen anonymisiert werden müssen oder nicht. Die Ersetzungen werden dann peu a peu vorgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig leidet die Lesbarkeit eines Transkriptes durch Ersetzungen. Um die Lesbarkeit zu verbessern, könnte man die Ersetzungen grammatikalisch anpassen. Steht z.B. im Originaltext „die Elbe fließt an meinem Geburtshaus entlang“ könnte man – einen Personenbezug vorausgesetzt – den Artikel „die“ in die Ersetzung einbeziehen, um die Lesbarkeit zu verbessern und erhielte z.B. „[der Fluss 1, großer mitteleuropäischer Fluss] fließt an meinem Geburtshaus entlang“. Es gilt allerdings abzuwägen, inwieweit der Originaltext zugunsten der Lesbarkeit überhaupt bearbeitet werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Office-Funktion „Suchen und Ersetzen“ kann der Orientierung helfen, sollte aber vorsichtig verwendet werden, da Schreibfehler, abgebrochene Wörter, Dialektbezeichnungen für das gesuchte Wort evtl. im Transkript nicht gefunden werden und somit im Original erhalten bleiben. Von der Verwendung der Funktion „alles ersetzen“ raten wir wie z.B. auch die University of Leeds (2008) ab. Auch hier können Schreibfehler, Dialektbezeichnungen, Abkürzungen etc. dazu führen, dass nicht alle Verwendungen des gesuchten Terms gefunden werden (z.B. kann “München” im Dialekt zu “Minga” werden und würde nicht mit ersetzt). Darüber hinaus werden Ersetzungen evtl. in Wörtern vorgenommen, die dieselbe Buchstabenreihenfolge enthalten: Ich suche Michael und will diesen mit “Person 1, Freund des Interviewten” ersetzen. Im Text finde ich die zugehörige Kurzform “Micha” nicht; zusätzlich wird Michaela, die Ehefrau des Befragten bis auf das “a” mit ersetzt und damit zu derselben Person wie der Befragte selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;schritt-9-prüfen-der-anonymisierung-pseudonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Schritt 9: Prüfen der Anonymisierung/ Pseudonymisierung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend muss das anonymisierte/ pseudonymisierte Forschungsmaterial noch einmal geprüft werden. Die Prüfung richtet sich auf evtl. noch im Text enthaltene mögliche Re-Identifikationsrisiken für Personen. Geprüft werden aber auch die Ersetzungen: Es könnten z.B. Wortreste oder ganze Markierungen stehen geblieben sein oder es fällt auf, dass eine Ersetzung unnötig ist oder dass Zusatzinformationen fehlen. Ist die Prüfung durch die Forscher/-in selbst abgeschlossen, können die Materialien an Qualiservice weitergegeben werden. Werden anonyme Materialien weitergegeben, muss die Originalinformationen aus der Ersetzungsliste gelöscht werden. Qualiservice prüft die Anonymisierung und ergänzt diese wenn nötig.&amp;lt;ref&amp;gt;Wichtig zu wissen, nicht alle FDZ prüfen wie Qualiservice die Anonymisierung der übermittelten Daten. Manche FDZ überlassen dies den Datengebern/-innen. Ist man am Data Sharing interessiert, sollte man sich deshalb bzgl. des Vorgehens im gewählten FDZ und der evtl. mit einer Anonymisierung verbundenen Haftung informieren.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zentrale-kategorien-für-die-ersetzung-personenbezogener-information&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Zentrale Kategorien für die Ersetzung personenbezogener Information =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden präsentieren wir zentrale Ersetzungskategorien im Überblick. Es empfiehlt sich, jede Ersetzung darauf hin zu prüfen, ob sie nötig ist, um das Re-Identifikationsrisiko für eine Person zu verringern. Zentral ist, ein Vorgehen zu finden, welches der jeweiligen Studie und den vorliegenden Forschungsmaterialien gerecht wird und damit gut zu Thema und Daten passt. Das bereits genannte schrittweise Vorgehen (vgl. Schritt 8) kann hier unterstützen. Von einem routinehaften Ersetzen der genannten Kategorien ist abzuraten. Ob eine Ersetzung notwendig ist, sollte bei jeder einzelnen Ersetzung geprüft werden: Oft verändert die Ersetzung einer oder weniger Kategorie/n bereits den Informationsgehalt in einem Interview so, dass eine Re-Identifikation unwahrscheinlicher wird. Werden z.B. Lehrer/-innen einer Großstadt beforscht, ist diese Gruppe viel größer als die der Justizvollzugsbeamt/-innen in derselben Stadt. Je nach im Interview vorhandenen Kontextinformationen könnten im ersten Fall evtl. berufliche Tätigkeit und der Name der Stadt, in der geforscht wurde, erhalten bleiben oder eine Abstraktion auf Regionsebene ausreichen, um den Personenbezug aus dem Text zu eliminieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Ein passendes Beispiel präsentiert auch das Finnish Social Science Data Archive (FSD) hierzu: „We were never really very religious even though my aunt was one of the first women to be ordained as priest in Finland.“ Es wird diskutiert, dass die Information, dass die Tante des Interviewten eine der ersten Pastorinnen Finnlands war, Rückschlüsse auf den Befragten ermöglichen könne. Weiß man allerdings, dass bei der ersten Ordination 94 Frauen als Pastorinnen eingesetzt wurden, relativiert sich diese Einschätzung (https://www.fsd.tuni.fi/en/services/data-management-guidelines/anonymisation-and-identifiers/ (Zugriff: 15.12.2021).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Kategorien, die bei der Ersetzung häufig eine Rolle spielen, zählen: Namen, Zeitangaben, Ortsangaben, Informationen zu Ausbildung und Beruf, Namen von Organisationen und Institutionen, individuelle Besonderheiten sowie Positionen und Rollen (vgl. Tabelle 2). Entlang dieser (und auch anderer) Kategorien können Ersetzungen vorgenommen und ausdifferenziert werden. Im Folgenden gehen wir auf die hier zusammengestellten Ersetzungskategorien ein und greifen dabei auf Beispiele und Erfahrungen aus der Beratungsarbeit von Qualiservice zurück. Die hier präsentierten Ersetzungskategorien bilden die Grundlage für ein Kategorienschema, welches auf der Ebene der Kategorien und themenspezifisch weiterentwickelt sowie im Qualiservice-Anonymisierungstool QualiAnon eingelesen und bearbeitet werden kann (vgl. Punkt 6 ).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Die für die Ersetzung personenbezogener Informationen zentralen Ersetzungskategorien im Überblick (zusammengefasst aus der Beratungs- und Kurationspraxis von Qualiservice)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Ersetzungskategorie&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Unterkategorien&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Originalinformation&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen ohne differenzierte Abstraktionsgrade&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Charakteristika der Person&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Name, Funktion für den Befragten, Anzahl der Kinder, Geschlecht&lt;br /&gt;
| Jutta&lt;br /&gt;
| Name der Ehefrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zeitangaben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Datum, Zeitspanne, Monatsangaben, Altersangaben&lt;br /&gt;
| Aug 2002 – Okt 2005&lt;br /&gt;
| Sommer 2002 bis Herbst 2005&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 3&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ortsangaben&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Land, Region, Bundesland, Gemeindeverband, Stadt, Stadtteil, Straßennamen, Gewässer, Gebirge Landstriche, Wohnort, Arbeitsort, Andere&lt;br /&gt;
| Stadt Bremen&lt;br /&gt;
| Stadt A, große Großstadt in Norddeutschland&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 4&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Ausbildung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Bildungsabschluss, Fach, Schulart, Weiterbildung, Ausbildungsform, andere&lt;br /&gt;
| Altenpflegeausbildung&lt;br /&gt;
| Ausbildung zur Fachkraft für einen Assistenzberuf im Gesundheitswesen (ISCO3200)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 5&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Berufliche und vergleichbare Tätigkeiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Funktionen, Beruf, Tätigkeit, ehrenamtliches Engagement, Positionen und Rollen, Andere&lt;br /&gt;
| Rettungs-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
sanitäter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Vertreter des Rettungsdienstpersonals (ISCO08 3258)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 6&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Organisationen und Institutionen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Firmen, Schulen, Ausbildungsstätten, Behörden/Verwaltung, Wirtschaftszweige, Andere&lt;br /&gt;
| Interviewdienst Horch&lt;br /&gt;
| Unternehmen A - Unternehmen für sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten (WZ M74)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 7&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Individuelle Besonderheiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Krankheiten, Preise, sportliche Positionen, Unfall, Andere&lt;br /&gt;
| Herzinfarkt&lt;br /&gt;
| Erkrankung des Kreislaufsystems (ICD10 I00-I99)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 8&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Andere&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Sprachen, Nationalität, Religion&lt;br /&gt;
| italienisch&lt;br /&gt;
| Südeuropäische Sprache, in der Landessprache, seine Erstsprache, seine Muttersprache&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
==  Ersetzung von Namen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Namen identifizieren Personen relativ eindeutig. Sie gehören zu den direkten Identifikatoren.&amp;lt;ref&amp;gt;Eine Übersicht zu direkten Identifikatoren präsentieren z.B. in Watteler, O., &amp;amp;amp; Ebel, T. (2019).&amp;lt;/ref&amp;gt; Haben Personen nicht in die Verwendung und Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten eingewilligt&amp;lt;ref&amp;gt;Im Rahmen von Open Science, Zeitzeugeninterviews oder im Rahmen von partizipativer Forschung kommt es häufiger vor, dass Namen und weitere Informationen – auch auf Wunsch der Teilnehmer/-innen – erhalten bleiben sollen.&amp;lt;/ref&amp;gt;, müssen Namen (z.B. von Forschungsteilnehmer/-innen, Forscher/-innen oder von anderen sog. Dritten) anonymisiert werden. Dafür stehen unterschiedliche Optionen zur Verfügung (vgl. Tabelle 3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Muss ein hohes Abstraktionsniveau gewählt werden, um die Person zu schützen, wählt man z.B. die Ersetzungskategorie „Name einer Person“ oder „Person“. Mehr Informationen werden allerdings schon durch die bloße Ergänzung einer Nummerierung erhalten („Name der Person 1“ oder „Person 1“). Die Nummerierung übernimmt die Funktion, die ersetzte Person 1 im Text oder bei studienbezogenem Vorgehen auch in der Studie als ein und dieselbe Person auszuweisen. Einen weiteren Mehrwert erhält man, wenn Informationen z.B. über die Funktion, die der/ die Namensträger/-in im Interview hat (z.B. Name des Interviewten) oder auch die Art der Beziehung, in der Namensträger/-innen zueinanderstehen (z.B. „Name der Ehefrau von Person 1“, „Mutter des Befragten“) erhalten werden. Weitere Informationen wie z.B. das Geschlecht des Namensträgers oder die Herkunft eines ersetzten Namens (z.B. deutscher Familienname, arabischer Familienname, Jungenname, Mädchenname) bieten weitere Möglichkeiten, um den Nachnutzungswert zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit ist die Ersetzung durch andere (Vor-)Namen – sog. Pseudonyme.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff des Pseudonyms wird in diesem Kontext auch verwendet, wenn eine Dokumentation des Originalnamens nicht stattfindet, die Namensinformation also pseudonymisiert wäre.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erfahrungen mit diesem Vorgehen beschreiben z.B. Saunders, Kitzinger and Kitzinger (2015a). Die Wahl von Pseudonymen aus einem ähnlichen Kulturkreis und Sprachkreis und/ oder die Wahl von Pseudonymen mit ähnlicher Bedeutung kann einen Informationszugewinn bedeuten. Hier gilt es aber zu bedenken, dass mit der Namensgebung kulturelle und sozialstrukturelle Hinweise z.B. auf die soziale Herkunft einer Person oder auch ihr Alter verbunden sein können (Gerhards, 2005, 2010).&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhards beschreibt wie neben individuellen Präferenzen eines Paares, der soziale Status und das kulturelle Milieu die Auswahl eines Vornamens für das gemeinsame Kind und damit die Identität der Namensträger beeinflussen und auch für Distinktion zu anderen kulturellen Milieus sorgen Gerhards, J. (2005, 2010). In der Beschreibung eines Auswahlprozesses eines Paares wird dies deutlich: „The repertoire of potential first names was thus confined to those acceptable to the parents‘ social milieu. Names from films, television, and sports were judged to be vulgar, since they were often used by the lower classes. Old German names like Wilhelm, Uta or Otto were rejected on grounds of being too traditional and otherwise conservative. Jewish names like Sarah and Daniel would have been considered if they hadn’t been used a decade earlier by the same milieu; they were shopworn and did not satisfy the parents‘ need to christen their child with something distinctive and individual.“ Gerhards, J. (2005).&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese könnten bei Ersetzungen mit anderen Namen verloren gehen oder im ungünstigeren Fall so verändert werden, dass „falsche Fährten“ in das Material gelegt werden. Die Wahl eines anderen Namens muss vor diesem Hintergrund gut überlegt und sollte dokumentiert werden (vgl. Punkt 4, Schritt 5). Entscheidet man sich für diese Form der Ersetzung können Namenslisten bei der Ersetzung helfen. Beispiele für offiziell herausgegebene Listen finden sich u.a. bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache, die seit 1977 jährlich Listen der in Deutschland am häufigsten vergebenen Vornamen herausgibt oder bezogen auf deutsche Nachnamen können Informationen des Deutschen Familiennamenatlas hilfreich sein, der auch Hinweise auf die räumliche Verbreitung von Namen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für die Ersetzung von Namen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Original&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Hinweise&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gerda&lt;br /&gt;
| Helga, Interviewte 1 (althochdeutscher Vorname), Namensnennung der Interviewten, Person 1&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Meine Cousine Berta&lt;br /&gt;
| Name der Cousine der Interviewten, Name der Cousine mütterlicherseits der Interviewten&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tim Schulze&lt;br /&gt;
| Interviewer 1 (männlich)&lt;br /&gt;
| Auch Informationen über Interviewer/-innen sollten dokumentiert werden, da damit wichtige Hinweise den Interviewverlauf oder die Interviewführung betreffend, verbunden sein können. So macht es z.B. einen Unterschied, ob ein Werkstudent oder eine von Außen kommende Wissenschaftlerin den Personalrat interviewt; oder ob eine forschende Hebamme oder eine Soziologin einer Schwangeren Fragen zur Versorgung stellt.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beziehen sich Aussagen auf in der Öffentlichkeit stehende Personen – z.B. der/ die Bundeskanzler/-in – und deren Aufgabe bzw. stehen die Aussagen mit dem öffentlichen Interesse in Zusammenhang, können die Namen erhalten bleiben, sofern sich die Person als Amtsträger äußert und sofern damit kein Re-Identifikationsrisiko für weitere nicht in der Öffentlichkeit stehende Dritte verbunden ist. Beziehen sich die Aussagen allerdings auf Informationen, die nichts mit dem ausgeübten Amt zu tun haben, sondern z.B. die Privatsphäre der Person betreffen, müssen diese ebenso verändert werden.&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Zeitangaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Zeitangaben können einen Personenbezug begründen. Zu dieser Ersetzungskategorie gehören u.a. Datumsangaben, Angaben von Zeitspannen, Angaben zum zeitlichen Verlauf sowie Beginn oder Ende von bestimmten Lebensphasen. Auch bei der Abstraktion von Zeitangaben gilt es genau zu überlegen, ob die zu ersetzende Information dazu beitragen können, eine Person zu reidentifizieren. Bei Angaben wie z.B. dem Geburtsdatum einer Person ist ein Personenbezug i.d.R. gegeben, anders kann das z.B. bei Angaben zur Dauer eines Beschäftigungsverhältnisses sein, hier entscheidet der Interviewkontext wie sensibel die Information ist – insbes. dann, wenn z.B. andere Informationen wie der Ort der Beschäftigung oder Angaben zur Firma bereits abstrahiert sind. Tabelle 4 zeigt Beispiele für die Ersetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für die Ersetzung von Zeitangaben&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Originaltext&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Ersetzungsoptionen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Hinweise&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Datumsangabe&lt;br /&gt;
| 01.04.2020&lt;br /&gt;
| Im Frühjahr 2020, im April 2020, 2020, [Nennung des Datums]&lt;br /&gt;
| Die Entsprechung für Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter sollte dokumentiert sein, z.B. Frühjahr: 21. März bis 20. Juni&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Monatsangabe&lt;br /&gt;
| 01.04.2020&lt;br /&gt;
| Anfang April 2020, im April, Monat xy&lt;br /&gt;
| Die Entsprechung für Anfang, Mitte, Ende eines Monats, Jahres, Jahrzehnts, Jahrhunderts etc. sollte dokumentiert werden. Für Monate könnte man z.B. 1.-10. Tag eines Monats: Anfang des Monats, 11-20. Tag = Mitte des Monats, 21-31. Tag = Ende des Monats wählen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Jahresangabe&lt;br /&gt;
| 2002&lt;br /&gt;
| Zu Beginn der 2000er Jahre, Anfang des 21. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Altersangabe&lt;br /&gt;
| Ich war 8 Jahre alt.&lt;br /&gt;
| In meiner Kindheit, Bevor ich 10 Jahre alt war, [genaue Altersangabe]&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Hier braucht es die Dokumentation der Angaben für die Verwendung der Altersintervalle. Z.B. 40-43 = Anfang 40, 44-46 = Mitte 40, 47-49 Ende 40. Von Bedeutung ist aber auch der informationelle Gehalt für die Wahl der Abstraktion. Dieser ergibt sich aus dem Interview- oder Studienkontext So kann z.B. die Altersangabe 25 leicht mit Mitte 20 ersetzt werden. Spricht jemand aber über das 65. Lebensjahr könnte über das Alter hinaus z.B. auch die Information „Rentenbeginn“ für den Nachvollzug des Erzählten wichtige Bedeutung haben und sollten sich in der Abstraktion evtl. wiederfinden. Genauere Informationen können dem Datum in Klammern hinzugefügt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Zu meinem 18. Geburtstag.&lt;br /&gt;
| Als ich volljährig wurde, als junger Erwachsener&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zeitspanne&lt;br /&gt;
| Von Mitte April 2004 bis Ende Dezember 2004&lt;br /&gt;
| Von Frühjahr 2004 bis Winter 2010; von Monat A bis Monat J (10 Monate), eine Zeit lang in 2004, mehrere Monate in 2004, mehrere Monate Anfang der 2000er Jahre, von Ostern 2004 bis Weihnachten 2004&lt;br /&gt;
| Bei Ersetzungen der 12 Monate mit Monat A-L oder 1-12 sollte man sich bewusst darüber sein, dass die Reihenfolge der Buchstaben und Ziffern eine Reihenfolge der Monate suggerieren kann. Auch kann durch die Ersetzung mit Monat A- bis Monat B die Information über die Dauer einer Zeitspanne verloren gehen, die man viellicht besser in Klammern (10 Monate, mehrere Monate usw.) ergänzt. Evtl. hilft die Abstraktion in Jahreszeiten.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-ortsangaben&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Ortsangaben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielfalt von Ortsangaben ist groß. Die Bandbreite reicht von Angaben zu Ländern, Bundesländern, Regionen, Gemeinden und Gemeindeverbänden, Städtenamen, Namen von Stadtteilen hin zu Straßennamen, Gewässerbezeichnungen, Namen von Gebirgen, Landstrichen etc. (Eine Übersicht über häufig auftretende Beispiele liefert Tabelle 5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ortsangaben können einen Personenbezug beinhalten. In Interviews finden sich Ortsangaben aber auch oft ohne konkreten Bezug zu einer Person. So sind die Dienstreise nach Berlin oder der Urlaub an der Ostsee per se kein personenbezogenes Datum. Oder: In einer Studie zu Lehrer/-innen in Hamburg kann der Ort Hamburg unter Umständen benannt werden, weil das mit der Information verbundene Re-Identifikationsrisiko etwa aufgrund der Zahl der zur Berufsgruppe zugehörigen Personen in dieser Großstadt gering ist. Ähnlich beschreiben es Saunders et al. (2015a): In ihrer Studie würde die Nennung des Ortes einer behandelnden Klinik ein Re-Identifikationsrisiko für die Interviewpartner/-innen darstellen, weil nur sehr wenige Kliniken die beforschte seltene Erkrankung behandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine generelle Ersetzung aller Orte, ohne den Personenbezug zu prüfen, würde in der Regel das Nachnutzungspotenzial eines Datensatzes einschränken. Der Kontext, in den die Schilderungen der Forschungsteilnehmer/-innen eingebettet ist, ist ebenso wie der Kontext der Studie selbst entscheidend für die Ersetzung von Ortsinformationen. Dabei gilt es auch zu prüfen, ob der Ort der Erhebung bereits in Publikationen oder in Projektbeschreibungen veröffentlicht wurde und dadurch eine Anonymisierung im Interview evtl. obsolet wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ersetzungen von Ortsbezeichnungen können unterschiedlich stark abstrahiert vorgenommen werden. Z.B. könnte die Funktion, die ein Ort für den Interviewten hat, sozialwissenschaftlich relevant sein (z.B. Geburtsort, Wohnort, Arbeitsort). Daneben liefern Angaben zu Größe, Lage oder Infrastruktur eines Ortes für die Nachnutzung wichtige Informationen. Spricht eine Interviewpartnerin z.B. davon, dass sie in Bremen arbeitet und die Information ist als sensibel anzusehen, könnten trotz notwendiger Ersetzung des Ortes „Bremen“, Informationen wie „große Großstadt in Norddeutschland“ wichtige Hinweise für die Nachnutzung erhalten. Auf welcher Ebene (Gemeinde, Land, Bundesland, Region) und in welcher Breite Informationen erhalten bleiben, entscheidet sich im konkreten Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für zu anonymisierende Ortsangaben und Möglichkeiten ihrer Ersetzung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Originaltext&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Ersetzungsmöglichkeiten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Hinweise&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;6&amp;quot; | &#039;&#039;&#039;Städte/ Stadtteile&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| Bremen&lt;br /&gt;
| Ortsangabe, Ort 1, Stadt A, Stadt 1&lt;br /&gt;
| Man kann Ortsangaben einfach mit dem Hinweis darauf ersetzen, dass es sich um eine Ortsangabe handelt. Der Informationsgehalt der Ersetzung ist so allerdings gering. Größer wird dieser bereits durch eine Zählung mit Buchstaben oder Ziffern. So kann z.B. nachvollzogen werden, ob es sich um dieselben Orte handelt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bremen&lt;br /&gt;
| Stadt 1 (große Großstadt), Stadt 1 (große Großstadt in Norddeutschland)&lt;br /&gt;
| Hier wird sich auf die BBSR-Klassifikation bezogen. Weitere Hinweise wie die genauere Bestimmung der Lage oder Informationen zur Infrastruktur können ergänzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bremen&lt;br /&gt;
| Große Großstadt A, Wohnort 1&lt;br /&gt;
| Ein Informationsgewinn wird auch dadurch erreicht, dass die Funktion des Ortes – z.B. Wohnort, Arbeitsort, Ort der Entspannung etc. erhalten bleibt. Die Zählung kann die Unterscheidung zwischen verschiedenen Orten ermöglichen. Dies könnte z.B. relevant sein, wenn in einem Interview über berufsbedingtes Pendeln gesprochen wird. In diesem Fall könnten z.B. Entfernungen zwischen Arbeitsort 1 und Arbeitsort 2 in Klammern angegeben werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Schwachhausen&lt;br /&gt;
| Stadtteil A (oder 1) der großen Großstadt A,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stadtteil A (oder 1) der Stadt A&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Auch hier können, z.B. in Klammern, Informationen zur Infrastruktur oder sozialstrukturellen und politischen Charakteristik des Stadtteils gegeben werden. Beispiele sind Angaben zur Arbeitslosigkeit, zum Migrationshintergrund, Einkommens- und Bildungsstruktur. Je nach Forschungsprojekt können aber auch Informationen wie Vorhandensein von Grünflächen, verkehrstechnische Erschließung etc. interessante Informationen sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rom&lt;br /&gt;
| Hauptstadt im (südeuropäischen) Ausland + Nummer&lt;br /&gt;
| Analog zu den für Städte beschriebenen Ersetzungen können Städte im Ausland abstrahiert werden. Listen wie die der European Statistics (EUROSTAT)&amp;lt;ref&amp;gt;https://ec.europa.eu/eurostat/ramon/index.cfm?TargetUrl=DSP_PUB_WELC (letzter Zugriff: 23.06.2022)&amp;lt;/ref&amp;gt; könnten hierzu hilfreich sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|X-Stadt&lt;br /&gt;
|Nicht identifizierbarer Ort + Buchstabe&lt;br /&gt;
|Nichtidentifizierbare Orte könnten im Interview genauso auch wiedergegeben werden. Die Ersetzung von einer evtl. im Interview unverständlich gebliebenen Stadt mit „x-Stadt“ könnte Fragen bei der Nachnutzung aufwerfen, gerade wenn versucht wird, an anderer Stelle so viel Information zu erhalten wie möglich. Der Hinweis darauf, dass der Ort z.B. nicht identifizierbar ist oder unverständlich geblieben ist, ist für die Nachnutzung bedeutsam.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Straßennamen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Mehrmannstraße&lt;br /&gt;
|Straße + Nummer&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; |Funktionen einer Adressangabe für den/die Interviewten/-e können z.B. darin bestehen, dass er/sie in der genannten Straße wohnt, arbeitet, zur Schule geht etc. Eine Ziffer oder einen Buchstaben anzuhängen, kann die Information erhalten, dass es sich z.B. um verschiedene Adressen oder dieselbe Wohnadresse handelt.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Mehrmannstraße&lt;br /&gt;
|Wohnadresse (mit o­der ohne Zählung)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Länder&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Kanada&lt;br /&gt;
|Nordamerikanisches Land&lt;br /&gt;
|mit oder ohne Zählung, ggf. Informationen, die das Land näher charakterisieren&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Gewässer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Chiemsee&lt;br /&gt;
|See&lt;br /&gt;
|Der See kann z.B. in seiner Größe oder Lage weiter bestimmt werden. Evtl. ist auch eine Zählung sinnvoll, wenn mehrere Seen im Text präsentiert werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&#039;&#039;&#039;Region&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Ostpreußen&lt;br /&gt;
|europäische Region&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; |&#039;&#039;&#039;Konkrete Orte&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|Bremen Flughafen&lt;br /&gt;
|Verkehrsknotenpunkt 1 in große Großstadt A&lt;br /&gt;
|Auch hier können weitere Informationen gegeben werden, die je nach Sensibilität des Datums mehr oder weniger vom Ursprungsort – dem Flughafen – abstrahieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Saftschuppen&lt;br /&gt;
|Lager in Bahnhofsnähe&lt;br /&gt;
|Die Ersetzung des Ortes mit seiner Funktion für die Interviewte (z.B. Arbeitsort, Treffpunkt, …) kann - auch ohne Zählung - sozialwissenschaftlich relevante Information erhalten. Diese Form der Ersetzung lässt sich z.B. gut bei Ersetzungen von Geschäften, Diskotheken, Fitnessstudios etc. verwenden.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erfahrungsgemäß ist es hilfreich, wenn die Ersetzung von Ortsangaben studienbezogen vorgenommen wird: D.h., dieselbe Ortsbezeichnung wird in allen Interviews einer Studie auf immer dieselbe Weise ersetzt. Somit bleibt der Datensatz auch eher als Ganzer verbunden und die Interviews untereinander aufeinander beziehbar. In einer Studie zu Wendeerfahrungen, die in den 1990er Jahren in zwei Orten durchgeführt wurde, könnten so z.B. die Erfahrungen von Menschen eines Ortes 1 (kleine Landgemeinde, starke religiöse Prägung, hohe Arbeitslosigkeit) mit den Erfahrungen der Menschen des Ortes 2 (mittlere Kleinstadt, Universitätsstadt, gute Infrastruktur) verglichen werden, obwohl der Ort wegen eines mit seiner Nennung möglichen Re-Identifikationsrisikos für die Interviewten abstrahiert wurde.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb2.gif|thumb|370x370px|Abbildung 2: Stadt- und Gemeindetypen des BBSR, Quelle: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/Raumabgrenzungen/deutschland/gemeinden/StadtGemeindetyp/StadtGemeindetyp.html, Zugriff: 01.08.2023]]&lt;br /&gt;
Werden Ziffern für die nähere Bestimmung verwendet, kann eine unbegrenzte Anzahl von Orten eindeutig zugeordnet werden. Die Verwendung von Buchstaben (A bis Z) führt schnell zu unübersichtlichen und oft fehleranfälligen Buchstabenreihen (z.B. muss man nach der Verwendung der Ersetzung „Stadt Z“ mit „Stadt AA“ o.ä. beginnen). Die Verwendung von Buchstaben beugt wiederum der Annahme einer möglichen Priorisierung einzelner bezifferter Orte vor, die im Interview nicht intendiert war – z. B. wenn verschiedene Arbeits- oder Wohnorte einer Person im Text präsentiert werden und mit der Bezifferung der Eindruck vermittelt würde, dass Wohnort 1 der priorisierte Wohnort sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die teilstandardisierte Ersetzung mit Listen (vgl. Punkt 3.6) von Orten in Deutschland kann die Übersicht über Stadt- und Gemeindetypen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) verwendet werden. Diese Liste beinhaltet u.a. den Gemeindenamen, das Bundesland, den Namen des Gemeindeverbandes und seine Nummer, Angaben zu Fläche und Einwohnerzahl sowie differenzierte und weniger differenzierte Angaben zu den Gemeindetypen&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/Raumabgrenzungen/deutschland/gemeinden/StadtGemeindetyp/StadtGemeindetyp.html, Zugriff: 01.08.2023&amp;lt;/ref&amp;gt;. Bei Anwendung der Liste kann der Gemeindename in der Liste gesucht werden und je nach gewähltem Vorgehen durch zugehörige Informationen auf einer höheren Abstraktionsebene wie dem Bundesland oder dem differenzierten Gemeindetyp abstrahiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeindetypen, die das BBSR verwendet, sind in drei Haupttypen kategorisiert, die wiederum qualitativ unterschieden werden können. Anhand der Legende können Informationen über Regionen vermittelt werden. Die Gemeindetypen geben Auskunft über Fläche und Einwohnerzahl und auch darüber wie viele Gemeinden und Gemeindeverbände der jeweiligen Kategorie zugeordnet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Gemeindekennziffer können Informationen zu den jeweiligen Orten, die in weiteren Listen des BBSR aufgelistet sind, kombiniert werden. Hier finden sich z.B. ortsbezogene Informationen zur Infrastruktur des Ortes wie Besiedelung und Lage, kreisbezogene Informationen auf Regionsebene (z.B. Arbeitslosigkeitsregionen, Wohnungsmarktregionen etc.) oder zu seiner (aggregierten) Einwohner- und Arbeitslosenzahl. Eine Ersetzung könnte wie folgt aussehen: „Ort 1, große Großstadt in Mitteldeutschland, niedrige Arbeitslosigkeit“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Verlinkungen zu Informationen auf europäischer Ebene sind möglich über die NUTS-Regionen&amp;lt;ref&amp;gt;Nomenclature of territorial units for statistics&amp;lt;/ref&amp;gt; und die siedlungsstrukturellen Regionstypen Europas. Auch auf der Ebene der NUTS-Regionen kann man sich mittels der Gemeindekennziffer bewegen. Weitere Informationen zur Beschreibung konkreter Orte und Regionen auf europäischer Ebene sind z.B. über die Statistiken der Europäischen Kommission&amp;lt;ref&amp;gt;EUROSTAT: https://ec.europa.eu/eurostat/de/web/regions-and-cities&amp;lt;/ref&amp;gt; erhältlich. Darüber hinaus stellen die United Nations Organisation (UNO oder IfO) eine Liste zur Verfügung, die auch Länderbezeichnungen und Ozeanien beinhaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;Informationen und Tabellen zu lokalen Verwaltungseinheiten, den sog. NUTs finden sich hier: https://ec.europa.eu/eurostat/de/web/regions-and-cities und auf folgender Website http://ec.europa.eu/eurostat/ramon/nomenclatures/index.cfm?TargetUrl=LST_CLS_DLD&amp;amp;amp;StrNom=NUTS_2013L&amp;amp;amp;StrLanguageCode=EN&amp;amp;amp;StrLayoutCode=HIERARCHIC (Zugriff 12.05.2020).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;,&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/_node.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidet man sich für die Verwendung von Listen, können diese in QualiAnon eingelesen und so für die Bildung von Ersetzungen verwendet werden (vgl. Punkt 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-informationen-zu-ausbildung-und-beruf&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Informationen zu Ausbildung und Beruf ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben zu Berufen, beruflichen Tätigkeiten, Ausbildungen etc. können personenbezogene Daten enthalten. Auch bei dieser Kategorie ist es für den Erhalt des Nachnutzungspotenzials des Materials wichtig, Ersetzungen gut abzuwägen, da eine Abstraktion immer mit einem Informationsverlust verbunden ist und das Nachnutzungspotenzial des Materials verringert. Bezogen auf Ausbildung und Beruf diskutieren z.B. Thomson et al. (2005) welche Schwierigkeiten in einem interdisziplinären Forschungsprojekt mit der Ersetzung von „nurse“ und „psysician“ durch „health professional“ verbunden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;„For example, in interdisciplinary discussions between researchers in business and nursing, the business researchers proposed replacing the words &amp;amp;quot;nurse&amp;amp;quot; and &amp;amp;quot;physician&amp;amp;quot; with the broader category of &amp;amp;quot;health care professional&amp;amp;quot; for the sake of preserving the individual professionals&#039; anonymity. From an organizational analysis perspective, concerned with the professions as a group, this was a possibly acceptable solution. Our nursing colleague objected, however, saying that a participant&#039;s identity as a nurse or physician was crucial to data analysis“ Thomson et al. (2005).&amp;lt;/ref&amp;gt; In manchen Fällen bietet sich evtl. auch an, die Berufsbezeichnungen unberührt zu lassen, weil z.B. die Ersetzung anderer Informationen genügt, um eine Re-Identifikation von Personen zu verhindern ebenso wie eine ausreichend große Anzahl von Vertreter/-innen einer Berufsgruppe (siehe das Beispiel der Priesterin in Fußnote 19) bzw. eben gerade nicht (siehe das Beispiel der Justizvollzugsbeamten auf Seite [[#zentrale-kategorien-für-die-ersetzung-personenbezogener-information|21]]). Eine Abwägung sollte deshalb fallbezogen vorgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berufe können auf unterschiedliche Weise abstrahiert werden. Beispiele für Ersetzungen finden sich in Tabelle 6. Um keine „falschen Fährten“ zu legen, empfiehlt Qualiservice Beruf und berufliche Tätigkeiten unterschiedlich stark zu abstrahieren und nicht mit anderen Berufen zu ersetzen. Ersetzte man z.B. den Phyisiotherapeuten mit dem Masseur würde man zwei Berufsbilder vermischen, die sich mindestens bzgl. der Ausbildung und deren Zugangsvoraussetzungen unterscheiden. Besser wäre Physiotherapeut und Masseur zu abstrahieren und mit einer Sammelkategorie „personenbezogener Dienstleistungsberuf im Gesundheitswesen“ zu ersetzen, die durch weitere Informationen wie „Fokus auf den Bewegungsapparat“ für den Physiotherapeuten ergänzt werden könnte. Es gehen zwar auch dann Informationen verloren (vgl. Thomson et al., 2005), aber es werden keine Informationen in den Text eingebaut, die im Original nicht enthalten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Suche nach adäquaten Ersetzungen mit unterschiedlich hohem Abstrakationsniveau können hierarchisch aufgebaute standardisierte Listen helfen. Für Berufe eignet sich die International Classification of Occupations (ISCO)&amp;lt;ref&amp;gt;https://ec.europa.eu/eurostat/ramon/nomenclatures/index.cfm?TargetUrl=LST_NOM_DTL&amp;amp;StrNom=CL_ISCO08&amp;amp;StrLanguageCode=DE&amp;amp;IntPcKey=&amp;amp;StrLayoutCode= (Zugriff am 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Diese Klassifikation ist etabliertes Instrumentarium, um Angaben zu Berufen und beruflichen Tätigkeiten in quantitativen Datensätzen zu anonymisieren (Ebel, o. J.; Züll, 2015). Die ISCO unterscheidet Berufshauptgruppen, Berufsgruppen, Berufsuntergruppen und Berufsgattungen in einem hierarchisch gegliederten Klassifikationssystem, welches unterschiedlich stark abstrahierte Informationen zu den jeweiligen Berufen und beruflichen Tätigkeiten enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;Neben der ISCO-08 findet in den Sozialwissenschaften auch die Klassifikation der Berufe (KldB) Anwendung. In der KldB 2010 werden Berufsbezeichnungen erfasst. Sie hält eine komplette Liste von Berufsbezeichnungen in bestimmten Branchen vor. Sollen nicht Berufe, sondern Tätigkeiten im Mittelpunkt der Information stehen, bietet sich evtl. eher die Nutzung der ISCO-08 an.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Einordnung der Qualifikationsstufen folgt der International Standard Classification of Education (ISCED)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. https://www.bfs.admin.ch/asset/de/do-d-15.01-isced-01, Zugriff: 31.07.2023&amp;lt;/ref&amp;gt; – mit Grundbildung, Sekundärbildung/ Grundberufsausbildung/ berufliche Erstausbildung, postsekundare Bildung und Tertiärbildung sowie der Hochschulausbildung. Dies ermöglicht es vier Qualifikationsstufen (skill level) (Hilfsarbeitskräfte, Fachkräfte, gehobene Fachkräfte und akademische Berufe) zu klassifizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ISCO-Klassifikation ist hierarchisch aufgebaut. Dies ermöglicht, Informationen unterschiedlich stark zu abstrahieren, ohne falsche Fährten zu legen. Je höher der gewählte Abstraktionsgrad, desto größer ist die Zahl derjenigen Berufe, die in die jeweilige Kategorie fallen, was das Re-Identifikationsrisiko verringert. So kann der Beruf der Altenpflegerin je nach Abstraktionsstufe zum „Dienstleistungsberuf (ISCO 08 Code 5)“, „Betreuungsberuf (ISCO08 Code 53) oder z.B. zu einem „Betreuungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO-08-Code 532) werden. Zusätzliche Informationen wie z.B. die Zielgruppe, die betreut wird oder der Betreuungssektor (ambulant vs. stationär) können als weitere wichtige Hinweise für die Nachnutzung ergänzt werden. Im Beispiel könnte die Ersetzung folgendermaßen aussehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;„Frau A.: (1) Also, ich, (1) beruflich hatte ich eigentlich anders angefangen. Ich war [[Nennung des Berufs, Gruppe: Hauswarte und Hauswirtschaftsleiter ISCO: 515 000]], hab dann halt geheiratet, zwei Kinder, aufgehört zu arbeiten, war ungefähr 10 Jahre zu Hause und hab dann über nen [[Ausbildungskurs in der Gesundheitsversorgung]] in [[einer Einrichtung der Gesundheitsversorgung für ältere Menschen&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Könnte z.B. weiter ergänzt werden mit sozialwissenschaftlich relevanter Information wie &#039;&#039;Einrichtung im ländlichen Raum, großer Arbeitgeber für Frauen, mit weniger als 100 Personen in der Versorgung, …&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039;] ein Praktikum gemacht und bin dann da gleich gefragt worden, ob ich nicht mal vertretungsweise als [[Nennung des Berufs, Betreuungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO 532 000)]] (2) einspringen könnte. Hab ich dann auch gemacht und bin dann da einfach hängengeblieben. Das, aus dem Mal einspringen wurden dann [[mehrere, &amp;amp;gt;5]] Jahre Arbeit und dann hab ich gedacht, na gut, wenn ich jetzt diese Arbeit schon mach, dann mach ich auch die Ausbildung dazu. und hab dann die [[Ausbildung zur Fachkraft für einen Assistenzberuf im Gesundheitswesen (ISCO 3200)]] gemacht ...“&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Die hier vorgenommenen Ersetzungen sind in doppelten Klammern eingefügt.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Angaben zur Ausbildung können personenbezogen sein. Die Komplexität und Vielgestaltigkeit und damit auch fehlende Vergleichbarkeit der Ausbildungs- und Bildungssysteme stellt eine besondere Herausforderung dar. Reicht ein hoher Abstraktionsgrad aus, kann die ISCED der UNESCO&amp;lt;ref&amp;gt;http://uis.unesco.org/en/topic/international-standard-classification-education-isced (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstützen. Die ISCED zielt auf die Vergleichbarkeit der Bildungsinstitutionen auf europäischer Ebene ab. Sie ist in den „skill levels“ der ISCO-08 repräsentiert. Die Klassifikation beinhaltet zehn Qualifikationsstufen, welche von frühkindlicher Bildung im Kindergarten bis zur abgeschlossenen Promotion an Universitäten reichen. Ein Blick auf das komplexe und vielfältig verzweigte deutsche Bildungssystem macht aber deutlich, dass hier der Verwendung der ISCED schnell Grenzen gesetzt sind, wenn Informationen zu Binnendifferenzierung, Varianz und Spezifika des deutschen Bildungssystems im Datensatz erhalten werden sollen. Ob ein Mehrwert mit der Listenverwendung verbunden ist, gilt es studien- und v.a. themenbezogen zu entscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für die Ersetzung von Angaben zu Ausbildung und Beruf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Original&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ich studiere Sozialpolitik.&lt;br /&gt;
| Ich studiere [[Angabe des Fachs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich studiere [[ein sozialwissenschaftliches Fach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| An dieser Schule habe ich Abitur gemacht.&lt;br /&gt;
| An dieser Schule habe ich [[einen Schulabschluss]] gemacht.&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Ich bin Altenpflegerin.&lt;br /&gt;
| Ich bin [[Nennung des Berufs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin [[Pflegerin/ Pflegekraft]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin [[Nennung des Berufs, Dienstleistungsberufe und Verkäufer, ISCO-08: Code 05:]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin [[Nennung des Berufs, Betreuungsberufe im Gesundheitswesen, ISCO08 Code 532:]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin [[Nennung des Berufs, Betreuungsberufe im Gesundheistwesen, Haus- und Familienpfleger, ISCO08 Code 5322:]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Freie Ersetzungen oder auch weitere Bestimmungen des Tätigkeitsbereichs (außerklinisch, stationär, ambulant) können herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Lesbarkeit zu verbessern, kann die Dokumentation des ISCO-Codes auch auf die Anonymisierungsdokumentation begrenzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mein Spezialgebiet ist Statistik.&lt;br /&gt;
| Mein Spezialgebiet ist [[Angabe des Fachgebiets]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Spezialgebiet ist [[Angabe des mathematischen Fachgebiets]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Dann habe ich eine Praxisklasse absolviert.&lt;br /&gt;
| Dann habe ich [[ein Schuljahr in einem Modellprojekt]] absolviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann habe ich [[ein Schuljahr in einem Modellprojekt in Kooperation mit Betrieben absolviert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann habe ich [[ein Schuljahr in einem Modellprojekt für SchülerInnen mit Hauptschulabschluss und Lern- und Leistungsrückständen]] absolviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Das Modell der Praxisklasse wird in einem bestimmten regionalen Gebiet durchgeführt. Ähnliche Infrastrukturprojekte gibt es regional und überregional. Der konkrete Name könnte aber je nach Kontext eine Re-Identifikation ermöglichen, da solche Modelle auf bestimmte unterschiedlich große Regionen begrenzt sind.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-organisationen-und-institutionen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Organisationen und Institutionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Informationen zu Organisationen und Institutionen können personenbezogen sein. Zu dieser Gruppe gehören Informationen über Firmen, in denen Menschen arbeiten, Theater und Museen, in die sie gehen, Projekte, für die sie sich engagieren ebenso wie Schulen, Kliniken und Behörden, sofern sie einen Personenbezug herstellen lassen und im Interviewkontext von Bedeutung sind. Eine Übersicht über Beispiele für diesen Themenbereich bietet Tabelle 7. Um ein Überanonymisieren zu vermeiden und das Nachnutzungspotenzial zu erhalten, gilt es auch hier von Fall zu Fall zu entscheiden, ob eine Ersetzung vorgenommen und wenn ja, wie stark abstrahiert werden muss bzw. welche Zusatzinformationen wie Größe, Ausrichtung, besondere Charakteristika für die Sekundärnutzung hilfreich sein können. Um Unternehmen zu kennzeichnen kann z.B. die Größe des Unternehmens, die akkumulierte Mitarbeiterzahl, die nationale oder internationale Ausrichtung von Bedeutung sein (z.B., um ein McDonalds-Restaurant vom kleinen Schnellimbiss um die Ecke abzugrenzen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele und Ersetzungsvorschläge für Angaben zu Institutionen und Organisationen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Beispiel&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Kommentar&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Firmen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Karstadt&lt;br /&gt;
| Warenhauskette, Warenhauskette 1, Warenhauskette A&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Bäcker Neumann&lt;br /&gt;
| Firma 1 (kleines Familienunternehmen), Firma 1 Lebensmittelbranche (kleines Familienunternehmen), ein Lebensmittelgeschäft&lt;br /&gt;
| Die Regeln für Nummerierung sollten dokumentiert sein, ebenso wie z.B. die Abgrenzung von kleinen, mittleren und großen Unternehmen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wir sind ca. 25 Mann&lt;br /&gt;
| Wir sind ein mittelgroßer Betrieb mit 20-30 Mitarbeitern&lt;br /&gt;
| Betriebsgrößen sollten festlegt und dokumentiert werden, ebenso wie der Umgang mit gegenderten Formen. Ist z.B. keine Frau beschäftigt, sollte auch nicht von Mitarbeiter*innen gesprochen werden).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Burger King&lt;br /&gt;
| Systemgastronomie – mehr als 1000 Beschäftigte&lt;br /&gt;
| Informationen wie z.B. „international agierend“ könnten ergänzt werden.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zwei-Mann-Betrieb&lt;br /&gt;
| sehr kleiner Betrieb&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| drei Lehrlinge&lt;br /&gt;
| 3-5 Lehrlinge, unter 5 Lehrlinge&lt;br /&gt;
| Clustern kann eine Option sein.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Schulen/ Ausbildungsstätten&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Volkshochschule&lt;br /&gt;
| Weiterbildungseinrichtung + Ziffer&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Müller-Schule&lt;br /&gt;
| Gymnasium + Ziffer, Name der Schule (Gymnasium)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kolping&lt;br /&gt;
| Konfessioneller Sozialverband&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;3&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Behörden/Verwaltung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Handelskammer&lt;br /&gt;
| Öffentlich-rechtliche Personalkörperschaft im Handel&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Beim Finanzamt&lt;br /&gt;
| Bei einer Landesbehörde, Landesamt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Andere&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Radio Bremen&lt;br /&gt;
| Rundfunkanstalt&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Überseemuseum&lt;br /&gt;
| Museum&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;informationen-zu-wirtschaftszweigen-zur-bestimmung-von-berufen-und-organisationen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Informationen zu Wirtschaftszweigen zur Bestimmung von Berufen und Organisationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Informationen zu Wirtschaftszweigen sind seltener Teil einer Ersetzung. Viel häufiger ergänzen sie Informationen zu Berufen, beruflichen Tätigkeiten und Organisationen. Um den Wirtschaftszweig in die Ersetzung einfließen zu lassen, kann man einerseits über die im Text benannte Firma recherchieren und auf dieser Basis Informationen bereitstellen. Hilfreich können aber auch hier standardisierte Listen wie Handelsregister oder die Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ) sein. Diese Klassifikation wird regelmäßig vom Statistischen Bundesamt herausgegeben und ist kostenfrei zugänglich.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.destatis.de/DE/Methoden/Klassifikationen/Gueter-Wirtschaftsklassifikationen/klassifikation-wz-2008.html?nn=205976 (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;sup&amp;gt;,&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;„Die Gliederung der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008), wurde unter intensiver Beteiligung von Datennutzern und Datenproduzenten in Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft geschaffen. Sie berücksichtigt die Vorgaben der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (Nomenclature statistique des activités économiques dans la Communauté européenne (NACE) Revision 2), die mit der Verordnung (Europäische Gemeinschaft (EG)) Nummer 1893/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 (Amtsblatt Europäische Gemeinschaft Nummer Liste 393 Seite 1) veröffentlicht wurde. Die Zustimmung der Europäischen Kommission gemäß Artikel 4, Absatz 3, der oben genannte Verordnung liegt vor.“ (https://www.destatis.de/DE/Methoden/Klassifikationen/Gueter-Wirtschaftsklassifikationen/klassifikation-wz-2008.html) (Zugriff: 01.12.2021).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie gliedert sich in 21 Unterabschnitte (A-U), die sich wiederum in 88 Abteilungen, 272 Gruppen, 615 Klassen und 839 Unterklassen aufgliedern. Beispiele der Anwendung finden sich in Tabelle 8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle :Beispiele für die Anwendung der WZ08&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Original&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Level 1&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Level 2&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Level 3&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Level 4&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Siemens&lt;br /&gt;
| Verarbeitendes Gewerbe (WZ 2008 Abs.C)&lt;br /&gt;
| Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (WZ08,26)&lt;br /&gt;
| Herstellung von optischen und fotografischen Instrumenten und Geräten (WZ08,26.70.0)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Charité&lt;br /&gt;
| Einrichtung im Gesundheits- und Sozialwesen (WZ08, Abs.Q)&lt;br /&gt;
| Einrichtung im Gesundheitswesen (WZ08,86)&lt;br /&gt;
| Krankenhaus (WZ08, 88.1)&lt;br /&gt;
| Hochschulklinik (WZ08, 86.10.01)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Berichtet ein Interviewpartner im Interview davon, dass er bei der Charité angestellt war, kann also in der anonymisierten Version unterschiedlich stark abstrahiert werden, dass er in einer Institution/ einem Unternehmen etc. im Gesundheits- und Sozialwesen; im Gesundheitswesen, in einem Krankenhaus oder einer Hochschulklinik beschäftigt war. Mit zunehmendem Abstraktionsgrad erhöht sich damit der mitgelieferte Informationsgehalt. Die Ersetzung der Firma Siemens unter Anwendung der WZ2008 könnte im Beispiel wie folgt aussehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Frau Bach: „… Wir sind hierhergezogen, weil eben [[Unternehmen B – WZ08,26: Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen]] natürlich eine attraktive Arbeitsstelle war. Und das sind dann so 200km Entfernung…“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf europäischer und internationaler Ebene gibt es weitere Klassifikationen, die hilfreiche Informationen beinhalten können. Dazu gehört z.B. die ISIC (International Standard Industrial Classification of all Economic Activities)&amp;lt;ref&amp;gt;https://ilostat.ilo.org/resources/concepts-and-definitions/classification-economic-activities/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; der Vereinten Nationen, die Wirtschaftsbereiche und Industriezweige international aufgliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-gesundheitsinformationen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Gesundheitsinformationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesundheitsinformationen stellen einen Teilbereich der „individuellen Besonderheiten“ dar (vgl. Tabelle 2), die daneben z.B. auch Informationen über Preise, sportliche Positionen, Unfälle etc. zusammenfasst. In die Verarbeitung von Gesundheitsinformationen muss explizit eingewilligt werden. Sie sind durch Art. 9 DSGVO besonders geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollen Gesundheitsinformationen abstrahiert werden, kann je nach Forschungsthema und Abstraktionsniveau z.B. von einer „Erkrankung“, einer „langjährigen Erkrankung“, einer „Diagnose“ der „ersten oder zweiten Erkrankung“ oder z.B. von einer „Krebserkrankung“ usw. gesprochen werden. Hilfreich bei der Suche nach standardisierten Ersetzungen kann die International Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD)&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.who.int/classifications/classification-of-diseases (Zugriff: 01.12.2022)&amp;lt;/ref&amp;gt; sein. Die ICD wird weltweit eingesetzt, um Diagnosen zu klassifizieren. Sie wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben und regelmäßig aktualisiert. Die deutschsprachige Version wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)&amp;lt;ref&amp;gt;Ursprünglich oblag die Bearbeitung der deutschen Version der ICD dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Dieses wurde am 26. Mai 2020 mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter dem Dach des BfArM zu einer Behörde zusammengeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; jährlich überarbeitet und angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ICD ist hierarchisch gegliedert und beinhaltet 22 Hauptgruppen von Krankheiten (I-XXII), auf der höchsten Abstraktionsebene. Darunter finden sich z.B. Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (Gruppe IV), Krankheiten des Kreislaufsystems (Gruppe IX) oder auch Krankheiten der Haut und der Unterhaut (Gruppe XII). Diese Hauptgruppen verzweigen sich in immer differenziertere Untergruppen. Das Hierarchisierungsniveau lässt sich aus der jeweiligs zugehörigen ICD-Codenummer ablesen. Der ICD-Code lässt sich bis auf fünf Ebenen auffächern, die unterschiedlich stark spezfizierte Informationen zu Krankheiten bereitstellen. Ein Herzinfarkt eines Interviewpartners könnte beispielsweise als „Erkrankung“, als „Krankheit des Kreislaufsystems (Gruppe IX, ICD10)“ oder als „ischämische Herzkrankheit (I20 ICD10)“ ersetzt werden. Von Abstraktionsebene zu Abstraktionsebene erhöht sich die Zahl der Menschen, die am genannten Gesundheitsproblem leiden, was den konkreten Personenbezug verringert.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb3.png|thumb|498x498px|Abbildung 3: ICD10, Aufgliederung der Herzkreislauferkrankungen Gruppe IX in Unterkategorien auf der zweiten Abstraktionsebene&amp;lt;ref&amp;gt;zugänglich unter https://www.praxis-wiesbaden.de/icd10-gm-diagnosen/#IX (Zugriff am 23.06.2022)&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Unter Beachtung der Einwilligungserklärung und bereits vorgenommener Ersetzungen gilt es genau abzuwägen, was ersetzt werden muss, um einen Re-Identifikation zu verhindern. Der Herzinfarkt könnte je nach Studienkontext als Einzeldatum auch unspezifisch genug sein und nicht notwendigerweise abstrahiert werden müssen. Beispiele für dieses Abwägen des Abstraktionsgrades von Ersetzungen, beschreiben z.B. Saunders et al. (2015a) in ihren Ausführungen zur Anonymisierung der Forschungsmaterialien einer Studie mit Angehörigen von chronisch erkrankten Menschen, die in der Wahrnehmung ihrer selbst und ihrer Umwelt stark eingeschränkt waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Over and above name, place, occupation and religion there are often features in any dataset, which may provide unique (or closely narrowing) identifying information. We have given examples of a range of such features throughout the discussion above – including idiosyncratic details of a case. Depending on the substantive focus of the research there may also be a recurring issue that needs special attention. In our case this was the nature of the original injury. Such information was often interwoven throughout accounts and also has prognostic significance. Brain damage resulting from ‘non-traumatic’ injury (e.g. from oxygen deprivation following cardiac arrest) is more predictably devastating that resulting from traumatic brain injury (e.g. from a blow to the head). Distinguishing between these types of injury is therefore analytically important. However, beyond this we commonly used generic phrases such as ‘road traffic accident’ or ‘sporting injury’, which allowed us to describe a range of events while not revealing more specific information.“ (Saunders et al. 2015a, 627)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Neben der ICD bietet die WHO weitere Klassifikationen an, die für die Abstraktion personenbezogener Gesundheitsinformationen in spezifischen Forschungsprojekten interessant sein können. Dazu gehören z.B. die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF)&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.who.int/classifications/icf/en/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; (dts: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) oder die International Classification of Health Interventions (ICHI).&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.who.int/classifications/ichi/en/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ICD kann in das Qualiservice Anonymisierungstool eingelesen werden. Werden Listen für Ersetzungen verwendet, gilt es die listenspezifischen Nutzungsbedingungen zu befolgen und die jeweilige Version der Klassifikation zu dokumentieren und zu zitieren (vgl. Punkt 4, Schritt 5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ersetzung-von-positionen-und-rollen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Ersetzung von Positionen und Rollen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Personen können auch über Angaben zu Positionen und Rollen in familiären oder in Arbeitszusammenhängen, bzgl. politischer Gremien oder ehrenamtlichen Engagements oder auch durch Platzierungen in sportlichen Wettbewerben identifiziert werden. Eine Auswahl an Beispielen findet sich in Tabelle 9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wieder muss geprüft werden, ob im Text erhaltene Informationen einen Personenbezug herstellen lassen oder ob z.B. schon die Ersetzung anderer Informationen im Text eine Re-Identifikation nahezu ausschließt, so dass evtl. die Originalinformation erhalten bleiben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tabelle : Beispiele für die Ersetzung von Informationen zu Positionen und Rollen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Original&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Mögliche Ersetzungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! &#039;&#039;&#039;Anmerkung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Er war erster Vorsitzender im hiesigen Schützenverein.&lt;br /&gt;
| Er [[hatte eine hohe Position]] im hiesigen Schützenverein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war erster Vorsitzender im hiesigen [[Verein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Sind z.B. Erhebungsorte bekannt, könnte auch der Verweis auf den „hiesigen“ Schützenverein zu ersetzen sein. Ersetzt man Spezifika des Vereins kann evtl. die Funktion des Vorsitzenden erhalten bleiben (siehe zweites Beispiel).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mein Vater war Schmiedemeister.&lt;br /&gt;
| Mein Vater [[hatte Meisterfunktion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vater war [[Handwerksmeister]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Mein Vater war [[Handwerksmeister im verarbeitenden Gewerbe (WZ2008 Abs. C)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Vater war [[Handwerksmeister in der Herstellung von Metallerzeugnissen (WZ 2008 Abs. C, 25]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Informationen zu Wirtschaftszweigen können verwendet werden, um unterschiedlich stark abstrahierte sozialwissenschaftlich relevante Information zu erhalten (vgl. Punkt 5.6).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| In diesem Jahr wurde ich Referentin der Senatorin für Bildung.&lt;br /&gt;
| In diesem Jahr wurde ich Referentin [[in der öffentlichen Verwaltung des Landes]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Jahr wurde ich Referentin der Senatorin [[xx (nähere Bestimmung des Senatsressorts)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Auch Positionen anderer können zur Re-Identifikation einer Person beitragen. Im Beispiel wird die „Senatorin für Bildung“ ersetzt und die Position der Referentin erhalten. Diese Entscheidung kann je nach Kontext der Studie unterschiedlich ausfallen und auch dazu führen, dass z.B. die Referendarstelle abstrahiert wird. Im zweiten Beispiel werden Informationen weggelassen. Die Löschung der beiden Wörter ist mit jeweils einem X für ein Wort markiert.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Er aß privat regelmäßig mit Helmut Kohl zu Mittag.&lt;br /&gt;
| Er aß privat regelmäßig mit [[einem deutschen hochrangigen Politiker]] zu Mittag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er aß privat regelmäßig mit [[einem deutschen Bundeskanzler]] zu Mittag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| Die Ersetzung von Namen von in der Öffentlichkeit stehenden Personen wie der Person von Helmut Kohl ist ein besonderes Thema (siehe Punkt 5.1). Im Beispiel wird angenommen, dass die Nennung Helmut Kohls mit einem Re-Identifikationsrisiko für den oder die Forschungsteilnehmer/in einhergeht.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;weitere-informationen-die-einen-personenbezug-enthalten-können&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Weitere Informationen, die einen Personenbezug enthalten können ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach Kontext des Textes und der Forschungsfragen können neben den genannten Ersetzungskategorien auch Informationen aus anderen Bereichen wie z.B. Angaben zu Sprachen, Nationalitäten, Konfessionen oder Sportarten ggf. die Re-Identifikation einer Person ermöglichen. Auch hier gilt es zunächst zu prüfen, ob und wenn ja, wie viel der Information ersetzt werden muss, um ein Über- oder Unteranonymisieren zu vermeiden. Insbesondere gilt es Informationen zur Religionszugehörigkeit oder zur sexuellen Orientierung, die wie auch Gesundheitsinformationen von der DSGVO besonders geschützt sind, zu prüfen. Die Abwägung von notwendigen Schutzmaßnahmen und wissenschaftlichem Erkenntnisinteresse ist bei der Abstraktion von Informationen ständiger Begleiter gut ablesbar in den Beschreibungen von Saunders et al. (2015a, 624):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„We compromised through cutting references which would narrow down identification of their religion/cultural background too tightly – this involved losing some very interesting data but seemed a reasonable compromise, albeit one which made the quotations much more anodyne than they had been in the original form. The question we ask ourselves here is whether we have veered too far, and ‘white-washed’ the data, ‘forfeiting much of the richness yielded by the study’ (Parry and Mauthner, 2004: 144) and draining it of meaning?“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schwierigkeiten treten auf, wenn Informationen zur Religion oder zu religiösen Handlungen für die Forschungsfrage wichtige Informationen enthalten. Saunders et al. (2015a, 623) beschreiben z.B. wie in einer religiösen Handlung deutlich wird, dass die Bewusstseinsleistung eines am Hirn verletzten Patienten größer ist als von Ärzten eingeschätzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„…we often replaced religion/culture with similar but unrelated items, or with generalised descriptions (e.g. Jaspal’s Hinduism became ‘Jaspal’s religious faith’). This strategy became problematic when religion, culture or ethnic identity was not simply ‘background information’ but crucial ‘context for deeper and fuller understanding’ (Clark, 2006: 6). After lengthy discussion we decided to retain certain features in some cases. For example George’s brother, David, had been injured six years prior to the interview, and at the time was diagnosed by medical professionals as having ‘low awareness’. George and his wife, Linda, (interviewed together) were very optimistic about David’s situation. Their religion underpinned their shared views about David’s future, along with a strong sense of family togetherness that they associated with their cultural heritage (from outside the UK). They consistently represented these factors as underpinning their belief in David’s ongoing recovery…“&lt;br /&gt;
&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Teil gibt es auch für diese Kategorie listenartige Übersichten, die bei der Suche nach passenden Ersetzungen helfen können. Diese müssen aber im Einzelfall auf ihre Eignung (fachliche Qualität, Zugänglichkeit und Aktualisierung) geprüft werden. Hilfreiche Informationen zu Sprachen könnte z.B. die Website „Ethnologue language name index“&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.ethnologue.com/data-consulting (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; bieten. Daneben bieten offizielle Seiten wie das Statistische Bundesamt, die UNO z.B. zu Ländern, deren Bevölkerung und ihren regionalen Profilen&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.un.org/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die WHO&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.who.int/data/collectionsweitere (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; oder EUROSTAT&amp;lt;ref&amp;gt;https://ec.europa.eu/eurostat/web/main/data/databaseInformationen (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; Informationen, die die Suche nach passenden Abstraktionen im Sinne sozialwissenschaftlich relevanter Informationen unterstützen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;kumulation-von-personenbezogenen-informationen-verschiedener-kategorien&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Kumulation von personenbezogenen Informationen verschiedener Kategorien ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der hier beschriebenen Vorgehensweisen ist es, datenschutzrechtlichen Aspekten nachzukommen und dabei das Nachnutzungspotenzial eines Datensatzes zu erhalten. Wir haben einzelne Ersetzungskategorien beschrieben, die häufig personenbezogene Informationen enthalten und empfehlen ein Vorgehen, welches alle potenziell zu ersetzenden Informationen im Einzelnen auf ihren Personenbezug hin prüft. Bei der Entscheidung, ob ein Personenbezug enthalten ist oder nicht, sollte berücksichtigt werden, dass vorgenommene Ersetzungen einer Kategorie den Personenbezug von Informationen anderer Ersetzungskategorien beeinflussen. Sind z.B. neben direkten Identifikatoren wie Namen und Adressen auch Orts- und Zeitangaben im Text abstrahiert, kann dies ggf. für eine Anonymisierung eines Textes bereits ausreichen. Umgekehrt, kann die Nennung des Erhebungsortes in Publikationen und Kontextmaterialien dazu führen, dass im Interviewtext viel umfassender eingegriffen werden muss, um dieses Ziel zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben beeinflusst auch das Studiendesign die Entscheidung für ein passendes Anonymisierungskonzept. Bei der Archivierung von Panelstudien, die über mehrere Jahre hinweg dieselben Personen beforschen, soll z.B. eine konsistente Anonymisierung über alle Wellen hinweg sichergestellt werden. Hier kann es ggf. helfen – anders als beschrieben - bestimmte Informationen wie z.B. Ortsbezeichnungen konsistent über die Studie hinweg von Beginn auch ohne Prüfung des jeweiligen Personenbezugs standardisiert in derselben Weise zu ersetzen, um eine konsistente Handhabung der Ortsinformation zu erleichtern. D.h., ohne zu prüfen, ob z.B. die Nennung des Ortes Kappeln an der Schlei an den verschiedenen Stellen der Materialien einen Personenbezug beinhaltet (z.B. Geburtsort oder eben nur Urlaubsort ist) würden alle Nennungen von Kappeln ersetzt, um auf pragmatische Weise sicher zu stellen, dass Ort 1, kleine Mittelstadt in Wassernähe mit viel Landwirtschaft aus Welle 1 dem in Welle 5 entspricht. Man würde hier auf den möglichen Erhalt von Originalinformation zugunsten eines konsistenten und über mehrere Wellen stabil zu haltenden Anonymisierungskonzeptes verzichten. Diese Vorgehensweise hätte den Vorteil, dass evtl. aufwendige Nachbearbeitungen von Interviews aus vorangegangenen Wellen reduziert werden könnten, die durch Bezüge zwischen Interviews derselben Personen und dem damit evtl. verbundenen Reidentifikationsrisiko notwendig werden könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;qualianon---das-qualiservice-anonymisierungstool-für-textbasierte-forschungsmaterialien&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= QualiAnon - Das Qualiservice Anonymisierungstool für textbasierte Forschungsmaterialien =&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb4.png|thumb|443x443px|Abbildung 4: Anonymisierungsbeispiel für die Anwendung von QualiAnon (Darstellung: Tom Nicolai)]]&lt;br /&gt;
Personenbezogene Informationen in textgebundenen Forschungsmaterialien zu abstrahieren, ist ein ressourcenaufwändiger Prozess. Das gilt insbesondere dann, wenn die Materialien für die wissenschaftliche Nachnutzung aufbereitet werden. Schon vor Jahren begann Qualiservice deshalb mit der Entwicklung und Anwendung eines Anonymisierungstools, mit dessen Hilfe Ersetzungen fall- oder studienbezogen vorgenommen und bearbeitet werden können (vgl. Kretzer, 2013) und welches sicher stellt, dass Identifikationsdaten getrennt von anderen Informationen wie z.B. von anonymisierten Interviewtranskripten gespeichert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
QualiAnon ist so konzipiert, dass Anwender/-innen jederzeit die Kontrolle über die von der Software ausgeführten Prozesse und bearbeiteten Informationen haben. Das Tool läuft ohne Anbindung an das Internet. Auf automatisch ablaufende Prozesse wurde bewusst verzichtet. D.h., QualiAnon unterstützt den Ersetzungsprozess, es nimmt aber keine Ersetzungen automatisch vor. Das kritische sinnverstehende Lesen und Einordnen von Informationen als sensibel muss von den Anwendern/-innen vorgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Entwicklung spielten u.a. die folgenden Überlegungen eine besondere Rolle: Das Anonymisierungstool sollte sensible Informationen markieren und – unter Verwendung verschiedener Abstraktionsniveaus - ersetzen können. Die Art der Ersetzung sollte dokumentierbar und bearbeitbar sein und sofern gewollt auch die Originalinformation erhalten werden (Pseudonymisierung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung : Anonymisierungsbeispiel für die Anwendung von QualiAnon (Darstellung: Tom Nicolai)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 4 zeigt ein Beispiel für die Anonymisierung eines Namens in einem Interviewausschnitt mit QualiAnon. Für jede Entität, die QualiAnon ersetzt, kann aus einem bearbeitbaren System von Ersetzungskategorien, eine Kategorie gewählt werden (z.B. Person, Beruf, Ort, etc.). In eckigen Klammern findet sich die Information, die im Beispiel zur Ersetzung des Namens verwendet wurde: „[Person 1| Role: Interviewee| Gender: male]“.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb5.png|thumb|444x444px|Abbildung 5: Anonymisierungsbeispiel für die Anwendung von QualiAnon (Darstellung: Tom Nicolai)]]&lt;br /&gt;
Die verwandten Ersetzungskategorien können für alle Interviews einer Studie durchnummeriert werden, so dass Person 1 im gesamten Interview oder auch in weiteren Interviews als dieselbe Person erkennbar ist. Darüber hinaus können je nach Sensibilität der Information und angestrebter Sicherheitskategorie unterschiedliche Abstraktionsebenen der Ersetzung gewählt werden, was die Umsetzung des Konzeptes der „flexiblen Anonymisierung“ (vgl. Punkt 3.4) ermöglicht. Im Beispiel sind es die Information, dass es sich bei Person 1 um den Interviewten handelt und die Information, dass der Interviewte männlichen Geschlechts ist. Die bei der Ersetzung entstehenden Kategoriensysteme können exportiert und mit anderen Forschern/-innen geteilt werden (vgl. das zum Tool gehörige Manual (Nicolai, 2021)). Auf diese Weise können themen- oder bereichsspezifische Ersetzungsschemata entstehen, die Anwender/-innen, die zu ähnlichen Themen arbeiten, qualifizierte Anhaltspunkte oder auch ausgearbeitete Anonymisierungskonzepte für das eigene Projekt liefern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit Forscher/-innen auch außerhalb der besonders geschützten Kurationsumgebung eines FDZ QualiAnon nutzen können, waren verschiedene Weiterentwicklungen nötig. Um einen datenschutzrechtlich konformen Umgang mit den Forschungsdaten sicher zu stellen, sollten Nutzer z.B. Identifikationsdaten getrennt von anderen Informationen abgelegen können.&lt;br /&gt;
[[File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb6.png|thumb|445x445px|Abbildung 6: Bildschirmfoto Programmanwendung (Tom Nicolai)]]&lt;br /&gt;
Das Tool arbeitet mit einem System von Universally Unique Identifiers (UUIDs) (vgl. Abbildung 5). Das anonymisierte Interview („blackened interview“) enthält die Marker-ID, die bei der Bearbeitung im Originaltext gesetzt wird. Die Replacement-ID bezieht sich auf die jeweils gewählte Übersetzung. In einem weiteren Dokument werden Marker-IDs und Replacement-IDs einer Studie sowie die Originalinformation gespeichert.&amp;lt;ref&amp;gt;Sollen Daten anonymisiert werden, muss die Originalinformation aus diesem Dokument gelöscht werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von Nicolai et al. (2021) entwickelte Tool QualiAnon wurde im Mai 2021 im virtuellen Launch vorgestellt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Abbildung 6 zeigt wie die einzelnen Bausteine des Programms während der Bearbeitung eines Projektes organisiert werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
QualiAnon ist als Open Source-Tool entwickelt. Der Code wird über ein Github-Repository&amp;lt;ref&amp;gt;https://github.com/ (Zugriff: 01.12.2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; veröffentlicht. Bis zur Veröffentlichung des Codes erhält man kostenfrei Zugang über Qualiservice unter der Adresse [mailto:qualianon@uni-bremen.de qualianon@uni-bremen.de].&amp;lt;ref&amp;gt;Sollten Sie Ihre Daten für die Sekundärnutzung bei Qualiservice aufbereiten wollen, kontaktieren Sie uns bitte immer vorab.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die einzelnen Anwendungsschritte können im detaillierten Anwendungsmanual (Nicolai, 2023) nachvollzogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zusammenfassung-und-ausblick&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Zusammenfassung und Ausblick =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anonymisierung von personenbezogenen Daten ist eine Strategie um datenschutzrechtliche und forschungsethische Anforderungen und damit auch Anforderungen an die gute wissenschaftliche Praxis zu erfüllen (DFG, 2022). Anders als in der quantitativen Sozialforschung fehlen in der qualitativen Sozialforschung etablierte Anonymisierungsverfahren, was auch mit der Beschaffenheit der Forschungsmaterialien, ihrer besonderen Informations- und Kontextdichte sowie dem hohen Grad des Aufeinanderverwiesenseins der Informationen liegt. Eine weitere Herausforderung für die Anonymisierung von qualitativen Textdaten liegt darin, dass die Nähe zum Ursprungstext soweit wie möglich erhalten werden muss, um qualitative Forschungsmaterialien wissenschaftlich nachnutzen zu können. Schritt für Schritt, von Fall zu Fall und oft auch bezogen auf die Nennung ein und derselben Information im Text muss entschieden werden, ob Informationen in der jeweiligen Verwendung im Text ein Re-Identifikationsrisiko bergen und ersetzt werden müssen und welche Informationen im Originalwortlaut erhalten werden können. Gleichzeitig gilt es nach Möglichkeiten zu suchen, die Lesbarkeit des Textes zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese besonderen Herausforderungen sprechen gegen die Realisierung eines standardisierten Anonymisierungsverfahrens in der qualitativen Sozialforschung. Gleichzeitig ist es sinnvoll aus Gründen begrenzter Ressourcen und mit Blick auf den Erhalt des Nachnutzungspotenzials auch in der qualitativen Sozialforschung (themen- und disziplinspezifische) Best Practices zu etablieren, die es ermöglichen, Strategien weiter zu entwickeln und die Vor- und Nachteile bestimmter Vorgehensweisen festzuhalten. Die Verwendung von autorisierten, d.h. regelmäßig aktualisierten und von öffentlichen Institutionen, erstellten Listen bei der Ersetzung von z.B. Orten oder Krankheiten kann hier ebenso wie die Weiterentwicklung und das Teilen themenspezifischer Schemata von Ersetzungskategorien helfen, themenspezifische Teilstandardisierungen zu entwickeln. Allerdings muss im Einzelfall abgewogen werden, ob die Verwendung standardisierter Listen einen Mehrwert für die Erhaltung sozialwissenschaftlicher Information bringt oder ob nicht ganz andere Informationen (die nicht standardisiert erfasst sind) für die Nachnutzung bedeutsam sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Anonymisierung qualitativer Forschungsdaten zu planen und den notwendigen Aufwand abzuschätzen, empfiehlt es sich zunächst ein Anonymisierungskonzept zu erstellen und zu dokumentieren. Der Zweck, für den anonymisiert wird, ist dabei für die Schätzung des notwendigerweise zu betreibenden Aufwandes zentral – ein bebilderndes Zitat in einem wissenschaftlichen Fachjournal ist weit weniger aufwendig zu anonymisieren als komplette Interviewtranskripte, die für die Nachnutzung aufbereitet werden. Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, für wen anonymisiert werden soll: Sollen die anonymisierten Forschungsmaterialien öffentlich zugänglich sein, sodass im Zweifel auch Freunde/-innen oder Kollegen/-innen von Befragten die Materialien einsehen können, oder wird der Zugang wie bei Qualiservice auf Wissenschaftler/-innen, die eine Nutzungsvereinbarung unterschreiben, reglementiert sein? Auch Fragen der Über- und Unteranonymisierung stellen sich bezogen auf den jeweiligen Verwendungszweck unterschiedlich und müssen vor dem Hintergrund der geplanten Art der Nachnutzung beurteilt werden. Die ausführliche Dokumentation des gewählten Anonymisierungsprozederes hilft, ein konsistentes Vorgehen im Forschungsteam sicherzustellen und ermöglicht Sekundärnutzern/-innen den Nachvollzug der am Text vorgenommenen Veränderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend gilt es festzuhalten, dass absolute Anonymität in einer digitalisierten Welt wie unserer bei gleichzeitigem Erhalt des wissenschaftlichen Nachnutzungswertes für qualitative Forschungsmaterialien nicht realisierbar ist. Was aber realisierbar ist, ist durch die Möglichkeiten, die die faktische Anonymisierung und auch die Pseudonymisierung bieten in Verbindung mit weiteren organisatorisch-technischen Maßnahmen wie Verschlüsselung, Passwortschutz, Zugangsbeschränkungen, getrennte Speicherung von Identifikatoren und Forschungsmaterialien, onsite-Nutzung etc. das Risiko für eine mögliche Re-Identifikation von Personen soweit zu minimieren, dass die häufig unter hohem Ressourcenaufwand erhobenen und in der Regel nicht in ihrer kompletten Tiefe ausgewerteten qualitativen Daten weiter beforscht werden können, sie bei der Vorbereitung von Anträgen verwendet und in der akademischen Lehre genutzt werden können. Für diesen nachhaltigen Ansatz arbeitet Qualiservice zusammen mit Forscher/-innen an innovativen Lösungen, die praktikabel sind und genügend Raum für die studien- und fallspezifische Flexibilität lassen. Wir hoffen mit unserer Handreichung Forschende bei der Entwicklung eines passenden Vorgehens unterstützen zu können, stehen für Rückfragen gern zur Verfügung und freuen uns über Anregungen, Erfahrungsberichte und Feedback.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;quellenverzeichnis&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Quellenverzeichnis =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bishop, L. (2005). Protecting Respondents and Enabling Data Sharing: Reply to Parry and Mauthner. &#039;&#039;Sociology&#039;&#039;, &#039;&#039;39&#039;&#039;(2), 333-336.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Corti, L., Day, A., &amp;amp;amp; Backhouse, G. (2000). Confidentiality and Informed Consent: Issues for Consideration in the Preservation of and Provision of Access to Qualitative Data Archives. &#039;&#039;FQS&#039;&#039;, &#039;&#039;1&#039;&#039;(3), Art. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). (2019). &#039;&#039;Handreichung des Fachkollegiums 106 Sozial- und Kulturanthropologie, Außereuropäische Kulturen, Judaistik und Religionswissenschaft zum Umgang mit Forschungsdaten.&#039;&#039; https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/antragstellung/forschungsdaten/handreichung_fachkollegium_106_forschungsdaten.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). (2022). Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). (2005). &#039;&#039;Anonymisierung von Daten in der qualitativen Forschung: Probleme und Empfehlungen&#039;&#039; https://www.dgfe.de/fileadmin/OrdnerRedakteure/Stellungnahmen/2005.11_Anonymisierung_von_Daten.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). (2016). Ethikkodex der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. &#039;&#039;Erziehungswissenschaft&#039;&#039;, &#039;&#039;53&#039;&#039; (27).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS). (2017). &#039;&#039;Ethikkodex der deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und des Berufsverbandes Deutscher Soziologinnen und Soziologen (BDS)&#039;&#039;. https://www.soziologie.de/die-dgs/ethik/ethik-kodex/ (Zugriff 25.10.2019)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (DGV) (Ed.). (2018). &#039;&#039;Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten&#039;&#039;. https://www.d-g-v.de/wp-content/uploads/2019/04/dgv-Positionspapier_FDM.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebel, T. (o. J.). &#039;&#039;Empfehlungen zur Anonymisierung quantitativer Daten&#039;&#039; https://www.google.com/url?sa=t&amp;amp;amp;rct=j&amp;amp;amp;q=&amp;amp;amp;esrc=s&amp;amp;amp;source=web&amp;amp;amp;cd=&amp;amp;amp;ved=2ahUKEwjy3_D4pKnqAhVQwKQKHailAMkQFjABegQIBRAB&amp;amp;amp;url=https%3A%2F%2Fwww.gesis.org%2Ffileadmin%2Fupload%2Finstitut%2Fwiss_arbeitsbereiche%2Fdatenarchiv_analyse%2FAnonymisierung_quantitiativer_Daten-0150512.pdf&amp;amp;amp;usg=AOvVaw1iDH8hMUXt4614vUc851CS (Zugriff: 01.08.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung) Version des ABl. L 119, 04.05.2016; ber. ABl. L 127, 23.05.2018, (2018). https://dsgvo-gesetz.de/ (Zugriff: 01.08.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fielding, N. (2004). Getting the most from archived qualitative data: epistemological, practical and professional obstacles. &#039;&#039;Int J Social Research Methodology&#039;&#039;, &#039;&#039;7&#039;&#039;(1), 97-104.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finnish Social Science Data Archive. (2021). &#039;&#039;Anonymization and Personal Data&#039;&#039;. https://www.fsd.tuni.fi/en/services/data-management-guidelines/anonymisation-and-identifiers/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerhards, J. (2005). &#039;&#039;The Name Game&#039;&#039;. Transaction Publishers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerhards, J. (2010). &#039;&#039;Die Moderne und ihre Vornamen&#039;&#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/https://doi.org/10.1007/978-3-531-92353-6_9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heuer, J.-O., Hollstein, B., &amp;amp;amp; Mozygemba, K. (2021). Data Sharing mit Qualiservice. &#039;&#039;Soziologie&#039;&#039;, &#039;&#039;50&#039;&#039; (4), 459-471.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heuer, J.-O., Kretzer, S., Mozygemba, K., Huber, E., &amp;amp;amp; Hollstein, B. (2020). &#039;&#039;Kontextualisierung qualitativer Forschungsdaten für die Nachnutzung. Eine Handreichung für Forschende zur Erstellung eines Studienreports für das Forschungsdatenzentrum Qualiservice.&#039;&#039; https://doi.org/http://dx.doi.org/10.26092/elib/166&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hopf, C. (2004). Forschungsethik und qualitative Forschung. In U. Flick, E. von Kardoff, &amp;amp;amp; I. Steinke (Eds.), &#039;&#039;Qualitative Forschung. Ein Handbuch&#039;&#039; (pp. 589-600). Rowohlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, E., &amp;amp;amp; Imeri, S. (2021). Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges. In &#039;&#039;Qualiservice Working Papers&#039;&#039;. Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1070&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kelly, A. (2009). In defence of anonymity: rejoining the criticism. &#039;&#039;British Educational Research Journal&#039;&#039;, &#039;&#039;35&#039;&#039;(3), 431-445.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, S. (2013). Arbeitspapier zur Konzeptentwicklung der Anonymisierungs-/Pseudonymisierung in Qualiservice. https://wiso.genios.de/document/SSOA__47605&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, S., Mozygemba, K., Heuer, J.-O., &amp;amp;amp; Huber, E. (2020). Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung. &#039;&#039;Qualiservice Working Papers&#039;&#039;, &#039;&#039;QS-WP-2-2020&#039;&#039;. https://doi.org/http://dx.doi.org/10.26092/elib/192&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laudel, G., &amp;amp;amp; Bielick, J. (2019). Forschungspraktische Probleme bei der Archivierung von leitfadengestützten Interviews. &#039;&#039;Forum Qualitative Sozialforschung&#039;&#039;, &#039;&#039;20&#039;&#039; (2), 1-32. https://doi.org/https:// doi.org/10.17169/fqs-20.2.3077&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Medjedovic, I. (2011). Secondary Analysis of Qualitative Interview Data: Objections and Experiences. Results of a German Feasibility Study. &#039;&#039;FQS&#039;&#039;, &#039;&#039;12&#039;&#039;(3), Art 10. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1103104&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Meyermann, A., &amp;amp;amp; Porzelt, M. (2014). &#039;&#039;Hinweise zur Anonymisierung qualitativer Daten&#039;&#039; (Vol. 1). Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung. http://www.forschungsdaten-bildung.de/files/fdb-informiert-nr-1.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, K., &amp;amp;amp; Kretzer, S. (2022). Datenvielfalt im Data-Sharing – eine kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum. In C. Lohmeier &amp;amp;amp; T. Wiedemann (Eds.), &#039;&#039;Datenvielfalt in kommunikationswissenschaftlichen Forschungskontexten&#039;&#039;. Springer VS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Nicolai, T., Mozygemba, K., Kretzer, S., &amp;amp;amp; Hollstein, B. (2021). &#039;&#039;QualiAnon - Qualiservice Tool for Anonymizing Text Data&#039;&#039;. In University of Bremen.&lt;br /&gt;
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Opitz, D., &amp;amp;amp; Mauer, R. (2005). Erfahrungen mit der Sekundärnutzung von qualitativem Datenmaterial – Erste Ergebnisse einer schriftlichen Befragung im Rahmen der Machbarkeitsstudie zur Archivierung und Sekundärnutzung qualitativer Interviewdaten. &#039;&#039;FQS&#039;&#039;, &#039;&#039;6&#039;&#039;, Art. 13.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). (2017a). &#039;&#039;Forschungsethische Grundsätze und Prüfverfahren in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften&#039;&#039;. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_Output9_Forschungsethik.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). (2017b). &#039;&#039;Handreichung Datenschutz&#039;&#039;. Bundesministerium für Bildung und Forschung. https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_Output5_HandreichungDatenschutz.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). (2020). &#039;&#039;Handreichung Datenschutz&#039;&#039; (2. vollständig überarbeitete Auflage. ed., Vol. Output 8). Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). https://doi.org/https://doi.org/10.17620/02671.50&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richter, C., Kwelik, N., Müller, M., &amp;amp;amp; Severing, L. (2021). Qualitative Daten anonymisieren und für Sekundäranalysen aufbereiten: Das Bochumer Anonymisierungsmodell (BAM). In C. Richter &amp;amp;amp; K. Mojescik (Eds.), &#039;&#039;Qualitative Sekundäranalysen. Daten der Sozialforschung aufbereiten und nachnutzen.&#039;&#039; Springer VS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Saunders, B., Kitzinger, J., &amp;amp;amp; Kitzinger, C. (2015a). Anonymising interview data: challenges and compromise in practice. &#039;&#039;Qualitative Research&#039;&#039;, &#039;&#039;15&#039;&#039;(5), 616-632. https://doi.org/10.1177/1468794114550439&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Saunders, B., Kitzinger, J., &amp;amp;amp; Kitzinger, C. (2015b). Participant Anonymity in the Internet Age: From Theory to Practice. &#039;&#039;Qualitative Research in Psychology&#039;&#039;, &#039;&#039;12&#039;&#039;(2), 125-137. https://doi.org/10.1080/14780887.2014.948697&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stein, A. (2010). Sex, Truths, and Audiotape: Anonymity and the Ethics of Exposure in Public Ethnography. &#039;&#039;Journal of Contemporary Ethnography&#039;&#039;, &#039;&#039;39&#039;&#039;(5), 554-568.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thomson, D., Bzdel, L., Golden-Biddle, K., Reay, T., &amp;amp;amp; Estabrooks, C. A. (2005). Central Questions of Anonymization: A Case Study of Secondary Use of Qualitative Data. &#039;&#039;FQS&#039;&#039;, &#039;&#039;6&#039;&#039;(1), Art. 29.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
von Unger, H. (2014). Forschungsethik in der qualitativen Forschung: Grundsätze, Debatten und offene Fragen. In H. von Unger, P. Narimani, &amp;amp;amp; R. M&#039;Bayo (Eds.), &#039;&#039;Forschungsethik in der qualitativen Forschung: Reflexivität, Perspektiven, Positionen.&#039;&#039; (pp. 15-39). VS Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Unger, H. (2018). Forschungsethik, digitale und biographische Interviews. In H. Lutz, M. Schiebel, &amp;amp;amp; E. Tuider (Eds.), &#039;&#039;Handbuch Biographieforschung&#039;&#039; (pp. 681-693). Springer VS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Unger, H. (2020). Archivierung und Nachnutzung qualitativer Daten aus forschungsethischer Perspektive. In RatSWD (Ed.), &#039;&#039;Handreichung Datenschutz.&#039;&#039; https://doi.org/10.17620/02671.50&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Watteler, O., &amp;amp;amp; Ebel, T. (2019). Datenschutz im Forschungsdatenmanagement. In U. Jensen, S. Netscher, &amp;amp;amp; K. Weller (Eds.), &#039;&#039;Forschungsdatenmanagement sozialwissenschaftlicher Umfragedaten: Grundlagen und praktische Lösungen für den Umgang mit quantitativen Forschungsdaten&#039;&#039; (pp. 57-80). Barbara Budrich. https://doi.org/https://doi.org/10.3224/84742233.05&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Züll, C. (2015). &#039;&#039;Berufscodierung&#039;&#039; (SDM - Suvery Guidelines). gesis Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. Doi: 10.15465/sdm-sg_019&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;anhang-beispiele-für-die-ersetzung-von-personenbezogenen-qualitativen-textdaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Anhang: Beispiele für die Ersetzung von personenbezogenen qualitativen Textdaten =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;textbeispiel-1&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Textbeispiel 1 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Originaltext:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P08: Naja, und jedenfalls dann hab&#039; ich dann halt so Wettkämpfe mitgemacht. Das ging los, ich war, also, das fing mit der Vereinsmeisterschaft eben an, dann wurde ich Vereinsmeisterin, wurd&#039; ich Kreismeisterin, Bezirksmeisterin, Landesmeisterin, ja, und denn, das ging also immer bis zur Landesmeisterin, vier Jahre so, und dann im 5. Jahr, also mein Traum war&#039;s immer, bis zur deutschen Meisterschaft zu kommen, ja und dann hab&#039; ich das 1970 dann geschafft, ne? Also, erst die Endausscheidung in, in Rothenburg, da, in der Sven-Hannawald-Halle. Das war die Landesmeisterschaft, also ich hab&#039; denn Luftgewehr und Kleinkaliber geschossen, ne? (räuspert sich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Hm, hm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P06: Ja, und dann kam ich denn nach Berlin (undeutlich) da, im Olympia-Stadion, also, die Schieß (undeutlich), und das war immer mein Wunsch gewesen, und dann war das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Markierung evtl. sensibler Stellen in Textbeispiel 1&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P08: Naja, und jedenfalls dann hab&#039; ich dann halt so Wettkämpfe mitgemacht. Das ging los, ich war, also, das fing mit der Vereinsmeisterschaft eben an, dann wurde ich Vereinsmeisterin, wurd&#039; ich Kreismeisterin, Bezirksmeisterin, Landesmeisterin, ja, und denn, das ging also immer bis zur Landesmeisterin, vier Jahre so, und dann im 5. Jahr, also mein Traum war&#039;s immer, bis zur deutschen Meisterschaft zu kommen, ja und dann hab&#039; ich das &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;1970&amp;lt;/span&amp;gt; dann geschafft, ne? Also, erst die Endausscheidung in, in &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Rothenburg&amp;lt;/span&amp;gt;, da, in der &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Sven-Hannawald-Halle&amp;lt;/span&amp;gt;. Das war die Landesmeisterschaft, also ich hab&#039; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;denn Luftgewehr und Kleinkaliber&amp;lt;/span&amp;gt; geschossen, ne? (räuspert sich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Hm, hm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P06: Ja, und dann kam ich denn nach &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Berlin&amp;lt;/span&amp;gt; (undeutlich) da, im &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Olympia-Stadion&amp;lt;/span&amp;gt;, also, die &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Schieß&amp;lt;/span&amp;gt; (undeutlich), und das war immer mein Wunsch gewesen, und dann war das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Anonymisierung Testbeispiel 1:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P08: Naja, und jedenfalls dann hab&#039; ich dann halt so Wettkämpfe mitgemacht. Das ging los, ich war, also, das fing mit der Vereinsmeisterschaft eben an, dann wurde ich Vereinsmeisterin, wurd&#039; ich Kreismeisterin, Bezirksmeisterin, Landesmeisterin, ja, und denn, das ging also immer bis zur Landesmeisterin, vier Jahre so, und dann im 5. Jahr, also mein Traum war&#039;s immer, bis zur deutschen Meisterschaft zu kommen, ja und dann hab&#039; ich das &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Jahresangabe&amp;lt;/span&amp;gt;| dann geschafft, ne? Also, erst die Endausscheidung in, in &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Ort A,&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Landgemeinde&amp;lt;/span&amp;gt;|, da, in der &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Austragungsort für Wettkämpfe 1|.&amp;lt;/span&amp;gt; Das war die Landesmeisterschaft, also ich hab&#039; denn &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|in zwei Disziplinen&amp;lt;/span&amp;gt;| geschossen, ne? (räuspert sich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Hm, hm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P06: Ja, und dann kam ich denn nach &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Ort B, große Großstadt&amp;lt;/span&amp;gt; (undeutlich) da, im &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Austragungsort für Wettkämpfe 2&amp;lt;/span&amp;gt;|, also, die Schieß (undeutlich), und das war immer mein Wunsch gewesen, und dann war das.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;textbeispiel-2&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Textbeispiel 2  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Originaltext:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A: (1) Also, ich, (1) beruflich hatte ich eigentlich anders angefangen. Ich hab dann halt geheiratet, zwei Kinder, aufgehört zu arbeiten, und das war ganz schlimm, Schwiegervater hatte am ersten April siebenachtzig (ei)nen Schlaganfall. Ich war ungefähr 10 Jahre zu Hause und hab dann über nen Krankenpflegekurs in einem Altersheim ein Praktikum gemacht und bin dann da gleich gefragt worden, ob ich nicht mal vertretungsweise als Pflegehelferin (2) einspringen könnte. Hab ich dann auch gemacht und bin dann da einfach hängengeblieben. Aus dem Mal einspringen wurden dann sieben Jahre Arbeit und dann hab ich gedacht, na gut, wenn ich jetzt diese Arbeit schon mach, dann mach ich auch die Ausbildung dazu. und hab dann die Ausbildung zur Pflegehelferin gemacht, hab dann gleich als Leitung im Pflegebereich gearbeitet. Aber ich hatte natürlich sieben Jahre Vorlauf schon Arbeit in dem Bereich, ne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Markierung evtl. sensibler Stellen in Textbeispiel 3&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A: (1) Also, ich, (1) beruflich hatte ich eigentlich anders angefangen. Ich hab dann halt geheiratet, zwei Kinder, aufgehört zu arbeiten, und das war ganz schlimm, Schwiegervater hatte &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;am ersten April siebenachtzig&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;(ei)nen Schlaganfall&amp;lt;/span&amp;gt;. Ich war ungefähr 10 Jahre zu Hause und hab dann über nen &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Krankenpflegekurs in einem Altersheim&amp;lt;/span&amp;gt; ein Praktikum gemacht und bin dann da gleich gefragt worden, ob ich nicht mal vertretungsweise als &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Pflegehelferin&amp;lt;/span&amp;gt; (2) einspringen könnte. Hab ich dann auch gemacht und bin dann da einfach hängengeblieben. Aus dem Mal einspringen wurden dann sieben Jahre Arbeit und dann hab ich gedacht, na gut, wenn ich jetzt diese Arbeit schon mach, dann mach ich auch die Ausbildung dazu. und hab dann die &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Ausbildung zur Pflegehelferin&amp;lt;/span&amp;gt; gemacht, hab dann gleich als &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Leitung im Pflegebereich&amp;lt;/span&amp;gt; gearbeitet. Aber ich hatte natürlich sieben Jahre Vorlauf schon Arbeit in dem Bereich, ne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Anonymisierung Testbeispiel 3:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
A: (1) Also, ich, (1) beruflich hatte ich eigentlich anders angefangen. Ich hab dann halt geheiratet, zwei Kinder, aufgehört zu arbeiten, und das war ganz schlimm, Schwiegervater hatte am &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Ende der 1980er&amp;lt;/span&amp;gt;| &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|eine zerebrovaskuläre Erkrankung-ICD10 I60-I69&amp;lt;/span&amp;gt;|. Ich war ungefähr 10 Jahre zu Hause und hab dann über nen &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Ausbildungskurs in der Gesundheitsversorgung&amp;lt;/span&amp;gt;| ein Praktikum gemacht und bin dann da gleich gefragt worden, ob ich nicht mal vertretungsweise als &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Betreuungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO 532)&amp;lt;/span&amp;gt;| (2) einspringen könnte. Hab ich dann auch gemacht und bin dann da einfach hängengeblieben. Aus dem Mal einspringen wurden dann sieben Jahre Arbeit und dann hab ich gedacht, na gut, wenn ich jetzt diese Arbeit schon mach, dann mach ich auch die Ausbildung dazu. und hab dann die Ausbildung zur &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|Fachkraft für einen Betreuungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO-08 532)&amp;lt;/span&amp;gt;| gemacht, hab dann gleich als &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;|leitende Funktion im Betreungsberuf im Gesundheitswesen (ISCO 532-08&amp;lt;/span&amp;gt;| gearbeitet. Aber ich hatte natürlich sieben Jahre Vorlauf schon Arbeit in dem Bereich, ne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;textbeispiel-3&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Textbeispiel 3 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Originaltext Textbeispiel 2&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nein, mein Mann war bei (ei)ner anderen Firma. Ich weiß nicht, kennen Sie die Hamburger Geschäfte? Mein Mann war bei Flimmermüller und ich bin bei Hagenschmidt gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Flimmermüller, das ist mir ein Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Und da hab ich noch zehn Jahre immer +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Aber das heißt, das war dann immer Saisonarbeit. Also immer, wenn Dom +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nur noch Dom dann. Weil ich ja als Verkäuferin in Finkenwerder gearbeitet hab, aber bis Mittag. Und dann fing ich nachmittags um drei auf (de)m Markt an, bis abends, noch zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Ach, die Verkäuferinnenstelle, die hatten Sie hier in Finkenwerder? Also, das ist noch (ei)ne andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: (Ei)Ne andere Stelle wieder. Da in der Obst- und Gemüse-(Abteilung), da war ich zwölf Jahre als Verkäuferin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Markierung evtl. sensibler Stellen in Textbeispiel 2&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nein, mein Mann war bei (ei)ner anderen Firma. Ich weiß nicht, kennen Sie die &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Hamburger&amp;lt;/span&amp;gt; Geschäfte? Mein Mann war bei &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Flimmermüller&amp;lt;/span&amp;gt; und ich bin bei &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Hagenschmidt&amp;lt;/span&amp;gt; gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Flimmermüller&amp;lt;/span&amp;gt;, das ist mir ein Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Und da hab ich noch zehn Jahre immer +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Aber das heißt, das war dann immer Saisonarbeit. Also immer, wenn &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Dom&amp;lt;/span&amp;gt; +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nur noch &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Dom&amp;lt;/span&amp;gt; dann. Weil ich ja als Verkäuferin in &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Finkenwerder&amp;lt;/span&amp;gt; gearbeitet hab, aber bis Mittag. Und dann fing ich nachmittags um drei auf (de)m Markt an, bis abends, noch zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Ach, die Verkäuferinnenstelle, die hatten Sie hier in &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Finkenwerder&amp;lt;/span&amp;gt;? Also, das ist noch (ei)ne andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: (Ei)Ne andere Stelle wieder. Da in der Obst- und Gemüse-(Abteilung), da war ich zwölf Jahre als Verkäuferin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;Anonymisierung Testbeispiel 2:&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nein, mein Mann war bei (ei)ner anderen Firma. Ich weiß nicht, kennen Sie die |&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;örtlichen&amp;lt;/span&amp;gt;| Geschäfte? Mein Mann war bei |Firma A, Unternehmen im Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (in Verkaufsräumen) – WZ47.2| und ich bin bei |Firma B, Einzelhandel mit Textilien – WZ47.51| gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: |Firma A|, das ist mir ein Begriff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Und da hab ich noch zehn Jahre immer +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Aber das heißt, das war dann immer Saisonarbeit. Also immer, wenn |Volksfest| +/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: Nur noch |Volksfest| dann. Weil ich ja als Verkäuferin in |Stadtteil A in Stadt A, große Großstadt| gearbeitet hab, aber bis Mittag. Und dann fing ich nachmittags um drei auf (de)m Markt an, bis abends, noch zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV1: Ach, die Verkäuferinnenstelle, die hatten Sie hier in |Stadtteil A in Stadt A, große Großstadt|? Also, das ist noch (ei)ne andere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P001: (Ei)Ne andere Stelle wieder. Da in der Obst- und Gemüse-(Abteilung), da war ich zwölf Jahre als Verkäuferin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;section-4&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Über Qualiservice =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Über Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum Qualiservice archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzungen zur Verfügung. Unsere Services sind sicher, flexibel und forschungsorientiert. Sie beinhalten die persönliche und studienspezifische Beratung, die Kuration und Aufbereitung Ihrer Daten für die Nachnutzung und die Langzeitarchivierung ebenso wie die Bereitstellung archivierter Forschungsdaten und relevanter Kontextinformationen. Durch international anschlussfähige Metadaten werden Daten­sätze such- und findbar. Persistente Identifikatoren (DOI) sorgen für eine nachhaltige Zitierfähigkeit von Daten und Studienkontexten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2019 wurde Qualiservice vom RatSWD akkreditiert und orientiert sich an dessen Kriterien zur Qualitätssicherung. Qualiservice fühlt sich den &#039;&#039;DFG-Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&#039;&#039; verpflichtet und berücksichtigt darüber hinaus die &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for Scientific Data Management and Stewardship&#039;&#039; sowie die &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Qualiservice-Konsortium:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PANGAEA – zertifiziertes Weltdatenzentrum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Akkreditiert durch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gefördert von&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb6.png&amp;diff=16137</id>
		<title>File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb6.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb6.png&amp;diff=16137"/>
		<updated>2025-05-09T06:42:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Abbildung 6: Bildschirmfoto Programmanwendung (Tom Nicolai)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb5.png&amp;diff=16136</id>
		<title>File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb5.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb5.png&amp;diff=16136"/>
		<updated>2025-05-09T06:41:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Abbildung 5: Anonymisierungsbeispiel für die Anwendung von QualiAnon (Darstellung: Tom Nicolai)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb4.png&amp;diff=16135</id>
		<title>File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb4.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb4.png&amp;diff=16135"/>
		<updated>2025-05-09T06:40:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Abbildung 4: Anonymisierungsbeispiel für die Anwendung von QualiAnon (Darstellung: Tom Nicolai)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb3.png&amp;diff=16134</id>
		<title>File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb3.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb3.png&amp;diff=16134"/>
		<updated>2025-05-09T06:38:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Abbildung 3: ICD10, Aufgliederung der Herzkreislauferkrankungen Gruppe IX in Unterkategorien auf der zweiten Abstraktionsebene[1]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb2.gif&amp;diff=16133</id>
		<title>File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb2.gif</title>
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		<updated>2025-05-09T06:37:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Abbildung 2: Stadt- und Gemeindetypen des BBSR, Quelle: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/raumbeobachtung/Raumabgrenzungen/deutschland/gemeinden/StadtGemeindetyp/StadtGemeindetyp.html, Zugriff: 01.08.2023&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb1.png&amp;diff=16132</id>
		<title>File:QS Handreichung-Anonymisierung Abb1.png</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=File:QS_Handreichung-Anonymisierung_Abb1.png&amp;diff=16132"/>
		<updated>2025-05-09T06:31:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Abbildung 1: Das Vorgehen im Überblick&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16076</id>
		<title>Ethnographische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten - ein Überblick für Forschende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16076"/>
		<updated>2025-05-02T05:15:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: Removed numbering of chapters 2 and 3&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Michaela Rizzolli, Sabine Imeri und Elisabeth Huber&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-6-2024&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Zitierung / Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rizzolli, Michaela; Imeri, Sabine &amp;amp;amp; Huber, Elisabeth (2024): Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende, Qualiservice Working Papers 6-2024, Bremen, https://doi.org/10.26092/elib/2723.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© FDZ Qualiservice, Januar 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Universität Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UNICOM - Gebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Germany&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
E-Mail: [mailto:info@qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;info@qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;vorbemerkung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Vorbemerkung&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung richtet sich insbesondere an Sozial- und Kulturanthropolog:innen, Ethnolog:innen und Empirische Kulturwissenschaftler:innen, aber auch an Forschende anderer Fachrichtungen, die ethnografisch arbeiten. Sie informiert über die Möglichkeiten, Forschungsmaterialien beim Forschungsdatenzentrum Qualiservice für die weitere Nutzung zugänglich zu machen und erläutert die dafür erforderlichen Vorarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Rahmen des [https://www.evifa.de/de/ueber-uns &amp;lt;u&amp;gt;Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie&amp;lt;/u&amp;gt;] (DFG-Förderung) arbeiten das Forschungsdatenzentrum Qualiservice an der Universität Bremen und die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin seit 2019 gemeinsam an der Entwicklung angemessener Verfahren für die Archivierung und Nachnutzung ethnografischen Materials. Die Autorinnen danken den Mitgliedern des Beirats des FID SKA sowie weiteren Kolleg:innen – insbesondere Hansjörg Dilger, Igor Eberhard, Lina Franken, Wolfgang Kraus, Martina Röthl, Birgitt Röttger-Rössler, Franz Templin und Larissa Vetters – für Hinweise und konstruktive Kritik.&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschungsmaterial zugänglich zu machen bedeutet hier nicht, dass es frei im Internet einsehbar ist, sondern dass es unter kontrollierten Bedingungen von anderen Wissenschaftler:innen in Forschung und/oder Lehre verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice ist spezialisiert auf die angemessene Archivierung qualitativer und insbesondere auch ethnografischer Forschungsmaterialien mit sensiblen Inhalten. Archivierung bedeutet dabei zunächst erhaltende Speicherung digitaler Artefakte in einer kontrollierten, sicheren Umgebung – im Unterschied zu mehr oder weniger privaten Speicherpraktiken von Material, das nicht mehr regelmäßig bearbeitet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Den [https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827 &amp;lt;u&amp;gt;Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&amp;lt;/u&amp;gt;] der DFG zufolge sollen Forschungsdaten für einen angemessenen Zeitraum – in der Regel wird dabei an zehn Jahre gedacht – aufbewahrt werden (Deutsche Forschungsgemeinschaft 2022). Hier können auch institutionelle Angebote, z.B. Repositorien einzelner Forschungseinrichtungen Unterstützung leisten. Häufig können diese jedoch spezifische Anforderungen – gerade mit Blick auf ethnografisches Material – nicht ausreichend erfüllen. Auch kann eine Langzeitarchivierung über zehn Jahre hinaus oft nicht gewährleistet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das eigentliche Ziel der Archivierung geht aber darüber hinaus: Forschungsmaterialien sollen nicht nur erhalten, sondern für weitere wissenschaftliche Nutzungen aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Der Ressourcenaufwand für den Datenerhalt rechtfertigt sich also vor allem durch die Absicht, Material für weitere Forschungen zugänglich zu machen, unabhängig davon, wann und in welchem Umfang archiviertes Forschungsmaterial tatsächlich nachgenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit Archivierung und Nachnutzung überhaupt sinnvoll möglich sind, kann Material nicht einfach auf einer Festplatte oder Ähnlichem bei Qualiservice abgegeben werden. Sollen nicht nur findbare, sondern auch gut nutzbare Datensätze entstehen, ist es vielmehr notwendig, dass Sie vorbereitende Schritte selbst unternehmen, weil Sie Potenziale wie Schwierigkeiten Ihres Materials am besten kennen. Das kann auf den ersten Blick auch erfahrene Forscher:innen vor Herausforderungen stellen. Diese Handreichung soll Ihnen deshalb Einblicke in Verfahren sowie obligatorische wie optionale Schritte ermöglichen und damit einen Eindruck vermitteln, wie Sie die Archivierung Ihres Materials bei Qualiservice gut vorbereiten können. Wesentlich ist, dass alle hier beschriebenen Schritte an den je spezifischen Fall angepasst werden können – und oft auch müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendige Schritte der Vorbereitung von Material für die Archivierung sollen in diesem Sinne immer im Hinblick auf die mögliche Nachnutzung erfolgen. Qualiservice versteht diese Vorbereitung als kooperative Aufgabe (Mozygemba und Kretzer 2022), in deren Zentrum die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Forschungsdatenzentrum steht. Das betrifft zunächst den intensiven Austausch über die Planung der für die Archivierung notwendigen Arbeitsschritte, die Forschende als Expert:innen ihres Materials selbst umsetzen müssen. Es kann zudem notwendig sein, dass Forschende Entscheidungen gemeinsam oder nach Rücksprache mit Partner:innen aus dem jeweiligen Forschungsfeld treffen. Ziel ist, alle vorbereitenden Tätigkeiten sinnvoll so in den Projektverlauf zu integrieren, dass eine intensive Verdichtung der Aufgaben am Projektende bestmöglich vermieden wird, und zwar auch dann, wenn Material aus einem Projekt nicht vollständig archiviert werden soll. Qualiservice unterstützt und begleitet Forschende in diesem Prozess und berät dabei ebenso zu Aspekten des Datenschutzes und der Forschungsethik wie zu Fragen der Kontextualisierung und Anonymisierung von Forschungsmaterialien. Nach der Übergabe an Qualiservice werden alle Materialien nochmals geprüft und kuratiert und – sofern vereinbart, zunächst mit einer Sperrfrist versehen – schließlich für die wissenschaftliche Nachnutzung bereitgestellt. Weil dafür sowohl in einem Forschungsprojekt als auch bei Qualiservice selbst Ressourcen notwendig sind, bietet Qualiservice zudem Unterstützung bei der Kalkulation von Kosten – die in den Projektantrag einfließen kann – schon im Prozess der Antragstellung an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Idealerweise wenden Sie sich daher bereits bei Projektplanung und Antragstellung an Qualiservice – Sie können &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;uns&amp;lt;/span&amp;gt; aber auch zu j&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;edem beliebigen Zeitpunkt&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ansprechen.&amp;lt;/span&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind uns bewusst, dass ethnografische Forschung kaum standardisierbar ist, sondern unter den Prämissen der Gegenstandsangemessenheit, der methodischen Offenheit und Prozesshaftigkeit feldspezifisch arbeitet und in diesem Sinne spezifisches, weitgehend unikales Material zusammenträgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dies betonen auch die Fachgesellschaften der ethnologischen Fächer in ihren Positionspapieren zum Umgang mit Forschungsdaten (vgl. [https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW/dgv 2018] und [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies im Blick, können die folgenden Erörterungen vermutlich nicht für alle Herausforderungen unmittelbare Lösungen anbieten. Sie zeigen vielmehr Möglichkeiten und Verfahren der Dokumentation und Aufbereitung von ethnografischen Materialien auf, die im Einzelfall und in Kooperation mit Qualiservice flexibel gehandhabt und angepasst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-nachnutzen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Ethnografisches Material nachnutzen&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice archivierte Materialien werden ausschließlich an Wissenschaftler:innen für Nach- bzw. Sekundärnutzungen in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung gestellt. Das Potenzial für solche Nutzungen lässt sich kaum vollständig antizipieren – nicht zuletzt, weil umfangreichere Arbeiten auf der Grundlage einer Sichtung und Re-Lektüre vorhandenen Materials durch Dritte und unter anderen Fragestellungen zumindest in den ethnologischen Fächern bisher die Ausnahme sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielhaft genannt sei die Arbeit von Christine Oldörp, die im Rahmen einer Sekundäranalyse von Material aus dem Forschungsprojekt “Kultur, Alltag und Wandel der Technik im Spiegel biographischer Erfahrungen der Gegenwart” (Thomas Hengartner, Hans Joachim Schröder,1999-2001) untersucht hat, wie im Frage-Antwort-Muster ethnografischer Interviews Sprach- und Handlungsräume ausgehandelt werden (Oldörp 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl sind vielfältige Szenarien der Nachnutzung denkbar: Archiviertes Material kann für neue Fragestellungen relevant und aufschlussreich sein, auch weil der analytische Gehalt des reichhaltigen und komplexen Materials aus offenen Erhebungsverfahren, die in der primären Forschung letztlich realisierten Analysen in der Regel übersteigt. Insbesondere dann, wenn das Material nicht oder nur in Teilen ausgewertet wurde, könnten Feinanalysen durchgeführt oder Zeitvergleiche angestellt werden. Auch Re-Analysen, die Material aus verschiedenen Forschungsprojekten bzw. in Kombination mit selbst erhobenem Material gemeinsam auswerten, sind denkbar, etwa um gruppen- oder regionenübergreifende Aussagen zu treffen. Archiviertes Material könnte in diesem Sinne auch für breiter angelegte Vergleichsstudien genutzt werden. Auch bei fehlenden oder eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Forschungsfeldern, bei fehlenden Mitteln für eine eigene Feldforschung oder um einer Überforschung einzelner Felder oder Gruppen (vgl. [https://doi.org/10.17620/02671.35 Hollstein und Strübing 2018]: 2) zu begegnen, kann die Sekundärauswertung vorhandenen Materials eine Alternative sein. Archiviertes Material kann sich zudem für die Bearbeitung epistemologischer und methodologischer Fragestellungen eignen. Die Sichtung kann auch dazu dienen, ein eigenes Forschungsprojekt vorzubereiten. Bei Qualiservice archivierte Materialien werden nicht zuletzt auch für die Lehre zur Verfügung gestellt und finden insbesondere in der Methodenausbildung und für die beispielhafte Bearbeitung von Themen aus den Bereichen Forschungsethik, Datenschutz und Forschungsdokumentation Verwendung (siehe etwa Witzel und Reiter 2022).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Material aus ethnografischer Forschung ist eng an die forschende Person gebunden – das für die ethnografische Wissensproduktion so wichtige körperlich-sinnliche Erleben und auch die „epistemic affects“ (Stodulka, Selim und Mattes 2018) der Forschenden bilden sich zwar in „headnotes“ (Ottenberg 1990: 144), aber eben nur begrenzt nachvollziehbar im Material ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Formen der systematischen Verbalisierung werden gleichwohl auch explizit empfohlen, z.B. im Rahmen eines Emotionstagebuchs (Stodulka, Samia und Ferdiansyah 2019). Das Medium soll Forschenden dabei helfen, sich ihrer Emotionen, Affekte und Gefühle im Forschungsprozess bewusst zu werden, indem diese vor und während des Aufenthalts im Feld möglichst systematisch erfasst und genau beschrieben werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine sekundäre Auswertung bekommt damit unvermeidlich einen anderen Charakter als die Analyse selbst erhobenen Materials (Simon 2015). Umso wichtiger ist es daher, Forschungsschritte soweit wie möglich nachvollziehbar zu machen und dazu das Material mit entsprechenden Hinweisen zu versehen, seine Entstehung zu rekapitulieren, Besonderheiten des Feldes, Schwierigkeiten oder auch Umwege, Neujustierungen oder die Einbindung unterschiedlicher Akteur:innen in den Forschungsprozess und ähnliches zu dokumentieren – unabhängig davon, ob Material aus einem Projekt oder einer Studie vollständig oder in Teilen und unabhängig davon, ob Material unmittelbar oder erst nach Ablauf einer Sperrfrist zugänglich gemacht werden kann (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-dokumentieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Ethnografisches Material dokumentieren&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Datasets don’t speak for themselves“ (Lederman 2016: 261). Die möglichst umfassende Dokumentation empirischer Forschungsdaten gilt als eine wesentliche Voraussetzung für jede Analyse und jede neue Interpretation der Materialien. Auch Sozial- und Kulturanthropolog:innen, die eigenes Feldforschungsmaterial Jahre nach der Erstellung nochmals unter neuen Blickwinkeln analysiert oder selbst mit archiviertem Material gearbeitet haben, betonen die Bedeutung umfassender Dokumentation (vgl. Åkerström et al. 2004; [http://eprints.ncrm.ac.uk/921/ Geiger et al. 2010]). Die Dokumentation soll Informationen bereitstellen, die Nachnutzenden eine angemessene Einordnung und Bewertung und damit ein besseres Verständnis des archivierten Materials ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll ethnografisches Material von Dritten verwendet werden, die nicht an der Forschung beteiligt waren, dann ist ein eher technisches Verständnis der Datenbeschreibung, wie sie etwa die Checkliste der DFG zum Umgang mit Forschungsdaten ([https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf DFG 2021]) oder auch das Informationsportal zu Forschungsdatenmanagement [https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ forschungsdaten.info]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; nahelegen, nicht ausreichend. Forschungsdokumentation muss sich vielmehr darüber hinaus auch auf die vielgestaltigen und untrennbar in das empirische Material verwickelten Kontexte eines beobachteten Phänomens (Dilger und Hadolt 2010) und damit auch auf die Kontexte der Materialproduktion selbst erstrecken (vgl. Kraus und Eberhard 2022: 192f). Forschungsdokumentation fußt in diesem Sinne auf Verfahren des möglichst strukturierten Aufzeichnens, Aufschreibens und Sicherns ethnografischer Materialien bereits während des Forschungsprozesses (vgl. Fischer und Beer 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern sind Schritte der Dokumentation für die Archivierung keine vollständig neuen oder zusätzlichen Arbeitsschritte. Vielmehr ist – bei aller Unterschiedlichkeit der individuellen Praxis – die Dokumentation von Wahrnehmungen, Erfahrungen und Eindrücken in Form von Feldnotizen und Memos, Feldtagebüchern oder Gesprächs- und Beobachtungsprotokollen ohnehin Teil des ethnografischen Prozesses. Das gilt auf einer anderen Ebene ähnlich für die Protokollierung gemeinsamer Entscheidungen und Erkenntnisse in Forschungsgruppen, die etwa dazu auffordert, Verständnis- und Lernprozesse zu explizieren und zu reflektieren, für Visualisierungen von Arbeitsprozessen (z.B. Timelines oder Visual Maps) sowie für Arbeits- und Projektberichte. Je frühzeitiger und systematischer Sie Formen der Dokumentation in den Forschungsprozess integrieren können, desto weniger Aufwand wird – mit Blick auf die Archivierung – für die retrospektive Rekapitulation von Arbeitsschritten und Entscheidungen erforderlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein vergleichsweise neues Format ist der Datenmanagementplan (DMP), der die Dokumentation des Umgangs mit Material im Forschungsprozess unterstützen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Für die Erstellung eines DMPs können ggf. strukturierte Online-Fragenkataloge genutzt werden. Weitere Informationen sowie Links z.B. unter https://www.forschungsdaten.info/themen/informieren-und-planen/datenmanagementplan/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein DMP kann auch für die Vorbereitung Ihres Materials zur Archivierung bei Qualiservice nützlich sein, weil damit notwendige Vorkehrungen und Entscheidungen organisatorischer, rechtlicher und technischer Natur frühzeitig getroffen und schriftlich dokumentiert werden. Ein DMP ist ein dynamisches Dokument (sog. living document) und sollte, vor dem Hintergrund der Ergebnisoffenheit und Flexibilität ethnografischen Forschens, laufend aktualisiert und angepasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;formate-der-dokumentation-bei-qualiservice&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Formate der Dokumentation bei Qualiservice&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Dokumentation für das Verständnis ethnografischen Materials so zentral ist, stehen Ihnen dafür bei Qualiservice verschiedene Formate zur Verfügung, die sich in ihrer Funktion und dem Informationsgehalt unterscheiden bzw. auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. Manche dieser Dokumentationsformate müssen obligatorisch erstellt werden, andere stehen optional zur Verfügung. Wir beschreiben im Folgenden das Mögliche. In welchem Umfang und in welcher Tiefe Sie die Dokumentation Ihrer Materialien erarbeiten bzw. einzelne Dokumentationsformate nutzen (können), wird sich projektspezifisch und in Abhängigkeit verfügbarer Ressourcen unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dokumentationsformate unterscheiden sich mit Blick auf ihre Zugänglichkeit und Sichtbarkeit im Internet. Sie bilden damit gleichzeitig einen idealtypischen Weg bzw. eine Reihenfolge ab, in der potenzielle Nutzer:innen bei der Recherche auf archiviertes Material aufmerksam werden und in der sie sich dem Material schrittweise annähern können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;5&amp;quot;|  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Annäherung an das archivierte Material&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Format&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zugänglichkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Funktion&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Metadaten&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Fernglas“, um erste grobe und formalisierte Informationen über das Material zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studienreport&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Schaufenster“ in das Forschungsvorhaben und das Material, um ausführlichere Informationen zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mikro-Metadaten&lt;br /&gt;
| zugänglich nach Registrierung&lt;br /&gt;
| „Lupe“, um detailliertere Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Feldreport&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| „Wegweiser“ durch das ethnografische Material zur weiteren Einordnung ggf. auch ethischer Fragen und um sensible Informationen zum Forschungsverlauf zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Forschungsmaterial und zusätzliches Kontextmaterial&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| Forschungs- und Kontextmaterial kann je nach Einstufung entweder extern heruntergeladen oder vor Ort unter streng kontrollierten Bedingungen genutzt werden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 1: Formate der Dokumentation bei Qualiservice&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Metadaten&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archivierten Forschungsmaterialien werden durch ausführliche Metadaten beschrieben, die sicherstellen, dass das Material überhaupt gefunden und dann auch genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind strukturierte Informationen, die die archivierten Forschungsmaterialien beschreiben – vergleichbar etwa mit Informationen über Publikationen in Bibliothekskatalogen. „Strukturiert“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass in vordefinierten Feldern allgemeine Informationen z.B. zu Art (Beobachtungsprotokoll, Interviewtranskript etc.) und Umfang des Materials, zu Ort und Zeit der Materialerstellung sowie ggf. Nutzungseinschränkungen (z.B. Sperrfristen) und Ähnliches erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind erforderlich, damit Forschungsdaten nicht nur bei Qualiservice, sondern auch in übergreifenden Portalen und Suchmaschinen&amp;lt;ref&amp;gt;Datenportale wie etwa DataCite ermöglichen die Suche nach Datensätzen über mehrere Repositorien hinweg. Bei Qualiservice archivierte ethnografische Forschungsdaten können z.B. auch im [https://www.evifa.de/de Fachportal EVIFA] des Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie gefunden werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; – national wie international sowie über Institutionen und Fachgrenzen hinweg – recherchiert werden können. Metadaten können bei Qualiservice teilweise oder vollständig mehrsprachig erfasst werden, um die Auffindbarkeit und Sichtbarkeit des Materials auch im internationalen Kontext zu fördern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z.B. die Metdaten zur Studie: Hornidge, Anna-Katharina; Barragán-Paladines, María José; Broocks, Anne-Katrin; Zimmer, Martin (eds.) (2021): Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Qualiservice, PANGAEA, https://doi.org/10.1594/PANGAEA.929747&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten vermitteln – gemessen an der inhaltlichen Dichte des Materials selbst – ähnlich einem „Fernglas“ nur grobe, rudimentäre Informationen über ein Projekt oder eine sog. Datenkollektion, in der Forschungsmaterialien nach unterschiedlichen Kriterien zusammengefasst werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;). Gleichzeitig sind sie aber die Ebene der Materialbeschreibung, auf die Personen, die nach Forschungsdaten suchen, als erstes stoßen. Sie sind öffentlich zugänglich, durchsuchbar und vermitteln einen ersten Eindruck des archivierten Materials.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice bietet an, neben verpflichtenden Metadaten auch optionale Informationen zu erfassen. Die Pflichtmetadaten umfassen im Wesentlichen allgemeine Informationen zu einer Forschung bzw. zu einem Projekt wie den Titel, ein Abstract, den Forschungsgegenstand, den Förderzeitraum etc. Die optionalen Elemente bieten die Möglichkeit, weitere und spezifischere Informationen über das Projekt zur Verfügung zu stellen, wie etwa räumliche&amp;lt;ref&amp;gt;Wenn z.B. konkrete Orte in den – frei zugänglichen – Metadaten nicht benannt werden sollen, kann auch die Erfassung größerer territorialer Einheiten (z.B. Staaten) in Erwägung gezogen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; und weitere zeitliche Angaben, Informationen zum methodischen Vorgehen, Förderinstitutionen etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Qualiservice-Metadatenschema findet sich unter https://wiki.pangaea.de/wiki/Qualiservice_Data_Model [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ermöglicht Forschenden, von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Informationen in Form von Metadaten öffentlich zugänglich sein können und welche womöglich problematisch bzw. zu sensibel wären. Gleichwohl gilt: Je umfangreicher die frei zugänglichen Metadaten sind, desto besser können Daten gefunden werden, und desto präziser können interessierte Wissenschaftler:innen schon in diesem ersten Rechercheschritt das Potenzial archivierten Materials für die eigene Fragestellung einschätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe werden Sie daher gebeten, Metadaten zu ihrem Material zu erfassen. Qualiservice stellt dafür ein Webformular&amp;lt;ref&amp;gt;https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zur Verfügung, das vordefinierte Felder und Termini zur Beschreibung bereithält, aber auch Raum lässt für fach- und projektspezifische Angaben. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung der Metadaten, überprüft die Eingaben nochmals und nimmt in Rücksprache mit Ihnen ggf. Ergänzungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der sogenannten verteilten Archivierung bietet Qualiservice zudem die (virtuelle) Verknüpfung mit Datensätzen in anderen Datenzentren an, z.B. wenn Sie mit Mixed-Methods-Ansätzen gearbeitet haben&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Forschungsdaten aus der Mixed-Methods Studie von Achim Goerres et al. (2020) wurden beispielsweise bei Qualiservice (qualitatives Material) und GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (quantitative Daten),&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
archiviert. Siehe hier die Metadaten für die qualitativen Daten: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.919342&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Verknüpfung wird mit Hilfe der Metadaten realisiert, sodass der gemeinsame Projektentstehungskontext sowie die Beziehungen des Materials sichtbar erhalten bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;studienreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport dient – über die Metadaten hinaus – als eine Art „Schaufenster“ (Heuer et al. 2020: 5), das Interessierten einen genaueren Eindruck von Art, Inhalt und dem Entstehungskontext des bei Qualiservice archivierten Materials sowie ggf. den Bedingungen für die Nachnutzung vermittelt. Wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten, ist die Anfertigung eines Studienreports deshalb unerlässlich. Der Studienreport ist zudem im Suchportal von Qualiservice&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.qualiservice.org/de/qsearch.html [Zugriff am 09.10.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; als Volltext durchsuchbar und trägt damit auch zur Auffindbarkeit Ihrer archivierten Forschungsmaterialien bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport wird auf dem Dokumentenserver der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen als eigenständige Internet-Publikation frei zugänglich veröffentlicht und erhält einen persistenten Digital Object Identifier (DOI). Es ist deshalb notwendig, dass Sie Formulierungen wählen, die für die Veröffentlichung geeignet sind, und ggf. Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung mitdenken (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sollten dann darauf achten, dass das zugrunde gelegte Anonymisierungskonzept (vgl. [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013] und [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]) dasselbe ist, mit dem Sie auch die Forschungsmaterialien selbst sowie Ihre darauf basierenden weiteren Publikationen bearbeitet haben. Studienreports können in Umfang und Ausführlichkeit variieren (vgl. z.B. [https://doi.org/10.26092/elib/1071 Broocks 2021] und [https://doi.org/10.26092/elib/1395 Weiß et al. 2022]). Qualiservice empfiehlt auch hier, so viele Informationen wie möglich im Studienreport zu publizieren, damit sich interessierte Forschende ein möglichst genaues Bild von Ihrem Material und dessen Potenzial für eine mögliche Nachnutzung machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport bietet damit auch einen Rahmen, zentrale Aspekte des Forschungsprozesses explizit in einer eigenständigen Publikation zusammenzuführen. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung ([https://doi.org/10.26092/elib/166 Heuer et al. 2020]) und einer Autor:innenvorlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Studienreport kann beispielsweise Angaben zu folgenden Punkten enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;allgemeine Ausführungen&#039;&#039;&#039; zum Forschungsvorhaben, zum Forschungsgegenstand und dem administrativen wie organisatorischen Rahmen (z.B. Förderprogramm und Förderdauer, Affiliation und Projektleitung)&lt;br /&gt;
* Angaben zu den &#039;&#039;&#039;Zielen und Fragestellungen&#039;&#039;&#039; sowie die Darstellung des theoretischen Bezugsrahmens und konzeptionelle Begriffsklärungen&lt;br /&gt;
* Erläuterungen zur &#039;&#039;&#039;methodischen Herangehensweise&#039;&#039;&#039;, zu verwendeter Software und Tools (wie z.B. [http://www.maxqda.com MAXQDA&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.maxqda.com [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt;] oder [https://www.laurenceanthony.net/software AntConc]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.laurenceanthony.net/software [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;), ggf. vorhandene Gesprächsleitfäden können als Anhang beigefügt werden&lt;br /&gt;
* eine Skizze von &#039;&#039;&#039;Feldzugang, Erhebungs- und Auswertungsstrategien&#039;&#039;&#039;, die idealerweise einen Einblick in die konkrete Arbeitspraxis gibt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&amp;lt;/u&amp;gt;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;projektspezifische Informationen&#039;&#039;&#039;, wie etwa die Darstellung der Arbeitsteilung bei der Auswertung im Team und/oder die gemeinsame Organisation und Bearbeitung von Material und Dokumenten&lt;br /&gt;
* Beschreibung und Begründung der &#039;&#039;&#039;Auswahl&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;der archivierten Materialien&#039;&#039;&#039;, Hinweise auf Relationen zwischen bzw. den inneren Zusammenhang von verschiedenen Materialien, Hinweise auf ggf. nicht archiviertes Material aus demselben Forschungskontext&lt;br /&gt;
* Informationen zu &#039;&#039;&#039;Schritten der Aufbereitung&#039;&#039;&#039; für die Nachnutzung, z.B. zu Maßnahmen zur Pseudonymisierung und Anonymisierung&lt;br /&gt;
* Informationen zur Umsetzung &#039;&#039;&#039;rechtlicher Anforderungen&#039;&#039;&#039; (z.B. Informierte Einwilligung) und ggf. Hinweise auf feldspezifische &#039;&#039;&#039;ethische Aspekte&#039;&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* Sofern das Material in Forschungskooperationen, Forschungsverbünden und/oder internationalen Projekten entstanden ist, sollten auch &#039;&#039;&#039;etwaige Besonderheiten&#039;&#039;&#039; beschrieben werden; dazu können unterschiedliche Rechtslagen und Genehmigungspflichten in den beteiligten Ländern gehören oder vertragliche Vereinbarungen mit Partnerinstitutionen, die Auswirkungen auf die Forschung hatten&lt;br /&gt;
* Überlegungen zum &#039;&#039;&#039;Nachnutzungspotenzial des Materials&#039;&#039;&#039; und den spezifischen Anforderungen an die Weiternutzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mit Blick auf ethnografische Forschungsansätze können hier folgende und ähnliche Fragen Orientierung geben bzw. als Anregung dienen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wurden z.B. Protokolle/Notizen tageweise verfasst oder wurden bestimmte Situationen wiederkehrend beobachtet und dokumentiert? In welcher Form, in welcher Detailtreue und Sprache wurden Beobachtungen notiert? Werden wortwörtliche Ausdrücke erwähnt?&lt;br /&gt;
* Welche Techniken wurden beim Verfassen von Beobachtungsprotokollen, Feldnotizen, Feldtagebüchern und anderen Materialien eingesetzt, z.B. sinnhafte Rekonstruktion, Kontrastierung, Verfremdung?&lt;br /&gt;
* In welchen Formaten bestehen Beobachtungsprotokolle, liegen neben Text etwa auch Fotos, Skizzen oder andere multimodale Materialien vor?&lt;br /&gt;
* Wird die eigene Rolle als Forscher:in thematisiert, z.B. die eigene Körpersprache und das eigene Verhalten, die Beziehungsarbeit oder Emotionen, und wenn ja, in welcher Form?&lt;br /&gt;
* In welchen Settings und Situationen wurden die Materialien angefertigt?&lt;br /&gt;
* Wie wurde bei Interviews die Leitfadenentwicklung gestaltet? Inwieweit und warum wurde vom Leitfaden abgewichen, wurde dieser im Laufe der Erhebung angepasst?&lt;br /&gt;
* Wie gestaltete sich der Prozess des Einholens informierter Einwilligungen?&lt;br /&gt;
* Haben sich aus Erkenntnissen Rückwirkungen auf den Forschungsprozess ergeben, wie etwa Modifizierungen und Anpassungen von Forschungsfragen und Forschungsdesign?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mikro-metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikro-Metadaten stellen detaillierte Informationen zu einzelnen Dateien innerhalb einer Datenkollektion (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;) zur Verfügung. Sie enthalten – in Abhängigkeit vom konkreten Material – zusätzliche Informationen etwa zur sozialen Einbettung einer konkreten Beobachtungssituation (Marktplatz, Patientengespräch, Straßenfest etc.) oder zu Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Geschlecht, Alter, Beruf). Außerdem kann in Mikro-Metadaten erfasst werden, zu welchem Zeitpunkt, an welchem Ort und mittels welcher Methoden beispielsweise ein Beobachtungsprotokoll angefertigt wurde und welche Inhalte und Themen darin vorkommen. Auch spezifische Dateiinformationen (z.B. Dateiname und das technische Format) und – mit Blick auf den Erhalt von Komplexität besonders wichtig – die Zusammenhänge zwischen Dateien (z.B. Audio-Aufnahme und Transkript eines Interviews sowie Fotos derselben Interviewsituation) können durch Mikro-Metadaten vermittelt werden. Dementsprechend können sie – ähnlich einer „Lupe“ – dazu beitragen, dass interessierte Wissenschaftler:innen Materialien finden, die möglichst gut zu ihrem Anliegen passen. Mikro-Metadaten sind für Nutzer:innen nur nach vorheriger Online-Registrierung&amp;lt;ref&amp;gt;Die Registrierung erfolgt derzeit über ein [https://www.pangaea.de/user/signup.php?referer=https%3A%2F%2Fwww.pangaea.de%2Fsubmit%2F Online-Formular] beim Informationssystem PANGAEA, das die technische Infrastruktur für Qualiservice bereitstellt. Anschließend können die Mikro-Metadaten eingesehen werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe fertigen Sie eine Übersicht der Materialien an, die sie an Qualiservice übermitteln. Diese Übersicht nutzt Qualiservice in Absprache mit Ihnen gleichzeitig zur Erstellung von Mikro-Metadaten. Qualiservice stellt für die Übersicht eine geeignete Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung. Zur Vorbereitung und Erleichterung dieses Arbeitsschritts empfiehlt Qualiservice die fortlaufende Pflege der Tabelle bereits während des Forschungsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;feldreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Feldreport&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Abhängigkeit vom Forschungsfeld und dem zu archivierenden Material wird es mehr oder weniger regelmäßig Informationen geben, die zwar nicht öffentlich zugänglich in den Metadaten oder im Studienreport hinterlegt werden können, für das Verständnis des Forschungsprozesses bzw. der Forschungsmaterialien aber hilfreich oder notwendig sind. Qualiservice bietet deshalb die Möglichkeit, solche Informationen und Hinweise optional im sogenannten „Feldreport“ zu archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feldreport dient – ähnlich einem „Wegweiser“ – der weiteren Einbettung des archivierten Materials und der Orientierung für Nachnutzende. Er lässt sich in diesem Sinne als zusätzliche Anleitung und Hilfestellung für Personen, die Ihre Materialien nutzen und weiter bearbeiten möchten, charakterisieren und kann auch zur Einordnung feldspezifischer ethischer Fragen genutzt werden – sofern die nicht im offen zugänglichen Studienreport dargelegt werden können. Eine Leitfrage könnte sein: Welche Informationen benötigen Dritte ergänzend zu den Metadaten, dem Studienreport und ggf. zu Ihren Publikationen, damit sie das archivierte Material und z.B. das Vorgehen im Feld angemessen verstehen können? Damit einher geht der Versuch, implizites Wissen aus dem Feld, Überlegungen zur Beziehungsgestaltung und Positionalität im Feld sowie leibliche Erfahrungen und sinnliche Eindrücke, die zwar konstitutiv für den Prozess der ethnografischen Wissensgenerierung sind, sich aber nur begrenzt datenförmig abbilden, diskursiv so weit wie möglich verfügbar zu machen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Feldnotizen nicht archiviert werden sollen oder können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern mit Blick auf ethische Fragestellungen, Machtdynamiken und historische Kontexte oder affektive Dynamiken im Feld die Informationsdichte in den öffentlich zugänglichen Formaten der Dokumentation (Metadaten und Studienreport) reduziert werden muss, kann dieses Dokument auch zur Weitergabe solcher Informationen genutzt werden. Auch sensible Informationen über die Forschenden selbst (z.B. Feldforschung mit Partner:in oder Kindern, Wohnen im Feld, Schwierigkeiten und Lücken) können vielleicht nicht öffentlich zugänglich, aber unter Umständen im Feldreport transparent und nachvollziehbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie entscheiden selbst, ob Sie einen Feldreport anfertigen. Qualiservice lässt die Wahl der konkreten Form, des Umfangs und Inhalts des Feldreports bewusst offen: Die konkrete Gestalt hängt vielmehr davon ab, welchen Bedarf Sie sehen, Nachnutzenden zusätzliche Hinweise zum Forschungsprozess zu geben. Welche Aspekte in den Metadaten, im Studienreport oder im Feldreport wie gewichtet werden, wird sich entsprechend von Projekt zu Projekt unterscheiden. Unabhängig von der konkreten Form steht dieses Dokument – wie das eigentliche Forschungsmaterial auch – nicht frei im Internet zur Verfügung, sondern ist ausschließlich unter kontrollierten Bedingungen (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;) einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zusätzliches-kontextmaterial&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Zusätzliches Kontextmaterial&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus können Sie ergänzende Materialien unterschiedlicher Art, die Sie für das Verständnis Ihres Forschungsmaterials als relevant erachten, bei Qualiservice archivieren und für die Nachnutzung zur Verfügung stellen. Dazu können z.B. Materialien gehören, die zur Vorbereitung der ethnografischen Forschung dienten, wie etwa Leitfäden, Beobachtungs-bögen oder Dokumente zur Kontaktaufnahme mit potenziellen Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Anschreiben, Flyer, Aushänge, Anzeigen, Vorlage für die Einwilligungserklärung). Die Archivierung ausgefüllter und unterschriebener Einwilligungserklärungen ist bei Bedarf – und unter speziellen Sicherungsvorkehrungen – ebenfalls möglich. Auch Material, das im Zuge der Interpretation und Auswertung entstanden ist, wie etwa Codelisten, Kategorienschemata, aber auch Fallanalysen und Zusammenfassungen können geeignet sein. Sofern Exportdateien aus Programmen der computergestützten Datenanalyse wie MAXQDA oder [https://atlasti.com/de ATLAS.ti]&amp;lt;ref&amp;gt;https://atlasti.com/de [Zugriff am 12.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; mit archiviert werden, können Nachnutzende über Memos und Codierungen Einblicke in die Auswertungsschritte erhalten. Wurden die Forschungsmaterialien in Arbeitsgruppen und Forschungswerkstätten gemeinsam interpretiert, können ggf. auch Protokolle dieser Sitzungen als ergänzendes Kontextmaterial archiviert werden. Das gilt auch für die Dokumentation der Nutzung von Zitaten, Exzerpten oder Bildern für Publikationen und Vorträge. Darüber hinaus können auch von Dritten erstellte Dokumente, Materialien oder Leitlinien, die arbeitspraktisch und/oder thematisch mit Ihrem Material in Zusammenhang stehen, Anträge oder Berichte aus dem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis liefern – sofern die Archivierung urheberrechtlich möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie mit Beteiligung von NGOs, Unternehmen, lokalen Behörden oder Community Organizations geforscht haben, können Sie überlegen, ob Vereinbarungen zur Zusammenarbeit oder dem Umgang mit Informationen und Forschungsdaten, Vertraulichkeitserklärungen und Verschwiegenheitspflichten mit archiviert werden können. Wichtig hierbei ist, dass Qualiservice diese Kontextmaterialien wie die Forschungsmaterialien selbst behandelt. Sie sind entsprechend nicht öffentlich zugänglich und können ggf. unter besonderen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-für-die-archivierung-und-nachnutzung-vorbereiten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Ethnografisches Material für die Archivierung und Nachnutzung vorbereiten&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen erste Ideen nahebringen, wie Sie mit Blick auf die Archivierung und die Nachnutzung über Ihr Material nachdenken können, und gleichzeitig Einblicke in die Archivierungspraxis bei Qualiservice ermöglichen. Weiterführende Überlegungen und spezifische Fragen zu konkreten Materialien lassen sich hingegen häufig am besten in individuellen Beratungsgesprächen klären. Qualiservice unterstützt Sie in diesem Sinne bei allen Schritten, die Sie vorbereitend unternehmen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice können im Grundsatz alle Arten ethnografischen/qualitativen Forschungsmaterials archiviert werden. Wie oben ausgeführt, ist in aller Regel das Ziel, dieses Material auch für wissenschaftliche Nachnutzungen zur Verfügung zu stellen. Für internetbasierte und Social Media Daten werden aktuell Möglichkeiten der sinnvollen Archivierung und Nachnutzung eruiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach wie vor sind viele Fragen in diesem, aber auch in anderen Bereichen nicht ausreichend geklärt. Qualiservice arbeitet hier gemeinsam mit anderen Forschungsdatenzentren und im Rahmen des NFDI-Konsortiums KonsortSWD kontinuierlich an der Verbesserung seiner Angebote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice überprüft, ob die &#039;&#039;&#039;datenschutzrechtlichen Anforderungen&#039;&#039;&#039; an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind. Die Übergabe von Material, das personenbezogene Informationen enthält, z.B. in Konvoluten von Fotos oder Videoaufzeichnungen, ist immer dann möglich, wenn eine informierte Einwilligung der Betroffenen zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung vorliegt&amp;lt;ref&amp;gt;Die Einwilligung kann zu verschiedenen Zeitpunkten im Forschungsprozess eingeholt werden. Ein Überblick zu Bedeutung und Verwendung der Informierten Einwilligung in der ethnologischen (Feld-)Forschung findet sich in [https://doi.org/10.26092/elib/1070 Huber und Imeri (2021)].&amp;lt;/ref&amp;gt; oder eine andere Rechtsvorschrift&amp;lt;ref&amp;gt;Z.B. im Rahmen der sog. Interessensabwägung (Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO).&amp;lt;/ref&amp;gt; dies erlaubt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Eine informierte Einwilligung kann mündlich, schriftlich oder elektronisch (z.B. durch eine E-Mail oder ein Webformular) erfolgen. Unabhängig von dieser Formfreiheit wird – um der Nachweispflicht bestmöglich gerecht werden zu können – gerade mit Blick auf sensible Daten im Allgemeinen die Schriftform empfohlen (Baumann, Krahn und Lauber-Rönsberg 2021: 195). Qualiservice stellt auf seiner Webseite DSGVO-konforme Vorlagen zur Verfügung, die Sie bei Bedarf nutzen und an die Erfordernisse Ihres Projektes individuell anpassen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe https://www.qualiservice.org/de/datenschutz.html [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern das Einholen der schriftlichen Zustimmung nicht möglich oder angemessen ist, ist es wichtig, dass Sie die Einwilligung in anderer Form dokumentieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Das kann z.B. geschehen, indem die mündliche Zustimmung aufgezeichnet wird (vgl. [https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08 Benner und Löhe 2019]). In der Forschungspraxis ist es durchaus üblich – und manchmal auch nicht anders umsetzbar –, dass zusätzlich zu ggf. erforderlichen offiziellen Forschungsgenehmigungen von Behörden oder Institutionen einzelne Personen zwar informell über Zwecke und Anliegen der Forschung informiert werden und Akte der Zustimmung erfolgen, die aber nicht aufgezeichnet werden können (vgl z.B. Dilger 2017). Es sollte dann gesondert notiert werden, wer wann wozu eine Einwilligung gegeben hat und worüber genau informiert worden ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Fragen zur Informierten Einwilligung unterstützt Qualiservice Forschende im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/4407 Kretzer et al. 2020]), die den ethischen und rechtlichen Hintergrund erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig ist ggf. zudem die Klärung von &#039;&#039;&#039;Urheberrechten&#039;&#039;&#039;, insbesondere bei Material, das Sie nicht selbst oder auch gemeinsam mit Personen im Forschungsfeld erstellt haben, wie etwa Zeitungen, veröffentlichte Filme, Dokumente, Flyer, Plakate, Archivmaterial und Ähnliches. Sollten rechtliche Klärungen erforderlich sein, können Sie sich an die zuständigen Stellen (Datenschutzbeauftragte, Rechtsabteilung, Beratungsstellen zu Forschungsdaten-management etc.) an Ihrer Hochschule bzw. Forschungseinrichtung wenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &#039;&#039;&#039;technischen Dateiformaten&#039;&#039;&#039; macht Qualiservice derzeit keine standardisierten Vorgaben, empfiehlt jedoch die Verwendung von Dateiformaten, die die weitere Bearbeitung im Kurationsprozess erlauben.&amp;lt;ref&amp;gt;Es sollten z.B. nach Möglichkeit keine PDFs an Qualiservice übergeben werden. Wir empfehlen für Textdokumente TXT, RTF, ODT, DOCX, für Fotos TIFF, JPEG, JPEG2000, für Videos MPEG-4, MP4, für Audio WAV, MP3, für Zitate RIS oder Bibtex. Während der Kuration wandeln wir die Formate ggf. in langzeitarchivierungsfähige Formate um. Darüber hinaus ist z.B. auch die Bewertung unterschiedlicher technischer Dateiformate der Schweizerischen Koordinationsstelle für die dauerhafte Archivierung elektronischer Unterlagen (KOST) hilfreich: https://kost-ceco.ch/cms/kad_main_de.html [Zugriff am 16.05.2023]. Eine weitere Bewertungsmatrix findet sich im Wiki der Fachstelle Forschungsdatenmanagement und Datenerhalt der ETH-Bibliothek Zürich unter https://documentation.library.ethz.ch/display/DD/Archivtaugliche+Dateiformate [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern Sie handschriftliche Notizen angefertigt haben, können Sie auch diese – in digitalisierter, also gescannter Form – bei Qualiservice archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsmaterialien-für-die-archivierung-auswählen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Forschungsmaterialien für die Archivierung auswählen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht immer möglich – und auch nicht zwingend notwendig – Materialien aus einem Projekt vollständig zu archivieren und für die Nachnutzung zugänglich zu machen (vgl. [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]). Bei der Beurteilung kommt es immer auf den Einzelfall an, dennoch gibt es einige generelle Anhaltspunkte, die Ihnen bei der Entscheidung helfen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Auswahl kann zunächst Material mangelnder technischer Qualität (z.B. missglückte “Schnappschüsse”) ausschließen. Es kann zudem notwendig und sinnvoll sein, aus ethischen oder rechtlichen Gründen eine Auswahl aus einem Materialkorpus zu treffen und bestimmte Dokumente, einzelne Textpassagen oder Bilder von vornherein nicht zu berücksichtigen. Auch persönliche Informationen über die Forschenden selbst können unter Umständen zum Ausschluss führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ethnografische Forschung in den allermeisten Fällen im engen Austausch von Forschenden und Forschungsteilnehmer:innen stattfindet, kann es notwendig und/oder ethisch angemessen sein, Forschungsteilnehmer:innen in Entscheidungsprozesse über die Auswahl und Weitergabe der Daten einzubinden (vgl. Kraus und Eberhard 2022, 191). Personen, die insgesamt in besonderer Weise an der Erstellung bzw. der Aufbereitung des Materials beteiligt waren, können namentlich z.B. in den Metadaten genannt werden, sofern diese Angaben aus rechtlichen oder ethischen Gründen nicht pseudonymisiert bzw. anonymisiert werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie, dass die Auswahl in erheblichem Maße mit bestimmt, welche Nachnutzungs-szenarien möglich sind. Auswahlentscheidungen sollten idealerweise in den Studienreport, alternativ auch in den Feldreport Eingang finden, damit ein Verständnis für die originäre Zusammensetzung des Materialkorpus ermöglicht wird. Für Forschungsmaterialien, die nicht archiviert werden, sollten im Idealfall ein knapper Überblick über die Materialien und Hinweise auf die Gründe für den Ausschluss notiert werden. Qualiservice kann Sie bei grundlegenden Fragen zur Auswahl beraten. Da Sie als forschende Person Ihr Material sowie die Umstände und Kontexte Ihrer Forschung am besten kennen, liegt die konkrete Auswahlentscheidung aber bei Ihnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Innerfachlich abgestimmte Kriterien oder Empfehlungen existieren in den ethnologischen – und auch anderen – Fächern bisher nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;material-in-datenkollektionen-ordnen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Material in Datenkollektionen ordnen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig von möglichen Auswahlentscheidungen ist ethnografisches Material äußerst komplex und heterogen. Heterogen im Sinne einer großen Vielfalt an Materialarten – Beobachtungs- und Gesprächsprotokolle, Interviews, Feldnotizen, Fotos, Filme, Mappings etc. – komplex, weil Material aufeinander Bezug nimmt, sich wechselseitig kommentiert, erweitert und ergänzt (Amann und Hirschauer 1997: 16). Es ist ein besonderes Anliegen von Qualiservice, bei der Archivierung die Komplexität – die im je konkreten Projektzusammenhang unterschiedlich gewichtet und unterschiedlich gut zu dokumentieren sein kann – soweit wie möglich zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Abbildung 3: Material nach unterschiedlichen Kriterien in Datenkollektionen zusammenfassen (Beispiel)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element der Materialordnung sind bei Qualiservice die sogenannten Datenkollektionen. In Datenkollektionen können zum Beispiel Materialien derselben Art zusammengefasst werden: Interviews zu einer Datenkollektion, Beobachtungsprotokolle zu einer weiteren, Fotos zu einer dritten, usw. Materialien können aber auch nach anderen Kriterien wie etwa Entstehungsort&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.B. Weiß, Anja; Sommer, Ilka; Chen, Wei; Liu, Tao; Guo, Fan; Liu, Wenting (2021): Globalizing medical knowledge and practise. Doctor-patient-interaction videoobserved at a university hospital in Beijing (PRChina). Transcripts, translation, audiovisual and context material. PANGAEA: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.939235&amp;lt;/ref&amp;gt;, Entstehungszeitpunkt oder Ereignissen gruppiert werden, um die Beziehungen zwischen den Daten zu erhalten. Datenkollektionen werden durch die oben erwähnten Mikro-Metadaten ergänzt, die einen Überblick über den Inhalt einer Datenkollektion ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice versucht im Regelfall, die Materialordnung und -struktur, die Sie bereits im Forschungsprozess erarbeitet haben, in Datenkollektionen zu überführen und/oder mit Ihnen gemeinsam abzustimmen. Wenn Sie bereits im Forschungsprozess eine Übersicht der Materialien angelegt haben, erleichtert dies die hierfür notwendigen Entscheidungen. Qualiservice stellt für diese Übersicht eine Vorlage zur Verfügung – die oben bereits beschriebene Tabelle (siehe [[#mikro-metadaten|Mikro-Metadaten]]), die damit für unterschiedliche Arbeitsschritte in der Archivierungsvorbereitung genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden greifen wir einige Aspekte und Fragen auf, die sich im Umgang mit bestimmten Materialarten stellen bzw. die mit Blick auf die Nachnutzung ethnografischen Materials besondere Relevanz haben können. Die Ausführungen sollen Ihnen als Anregung dienen, wie sich einzelne Materialarten für die Archivierung vorbereiten lassen. Abhängig vom konkreten Material und von verfügbaren Ressourcen wird sich die konkrete Umsetzung projektspezifisch unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zu-einzelnen-materialarten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Hinweise zu einzelnen Materialarten&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn &#039;&#039;&#039;Interviewtranskripte&#039;&#039;&#039; archiviert werden, können sie mit ergänzendem Material – wie bspw. Postskripta, die für das Verständnis wesentlich sein können – angereichert werden. Die Transkriptionsweise wird von Qualiservice nicht vorgegeben, empfohlen wird lediglich, das Transkriptionsverfahren zu dokumentieren. Sofern Sie die Interviewtranskripte pseudonymisieren bzw. anonymisieren (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;), achten Sie auf ein möglichst einheitliches Vorgehen und versuchen Sie auch hier, Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Dafür käme in der Regel der Studienreport, alternativ auch der Feldreport infrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Audioaufnahmen&#039;&#039;&#039; können eigenständig archiviert werden, unabhängig davon, ob gleichzeitig auch Transkriptionen der aufgezeichneten mündlichen Interaktionen an Qualiservice übergeben werden. Aufnahmen können auch ausschließlich non-verbale Informationen und akustische Ereignisse dokumentieren – denkbar ist z.B. die Archivierung von alltäglichen Geräuschkulissen, Klangräumen oder Soundscapes, die etwa im Rahmen ethnografischer Forschung/sensorischer Ethnografie aufgezeichnet werden. Für das bessere Verständnis des Materials ist es in der Regel sinnvoll, den Entstehungszusammenhang und den Stellenwert der Aufnahmen im Studienreport, alternativ auch im Feldreport, zu erläutern. Vor allem bei Audioaufnahmen ohne dazugehöriges Transkript bietet es sich an, im Forschungsprozess ggf. generierte Zeitmarken und Kodierungen mit zu archivieren, um die Navigation durch die Aufzeichnung zu erleichtern. Sofern Audioaufnahmen personenbezogene Informationen enthalten, werden sie bei Qualiservice besonders geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch &#039;&#039;&#039;Fotos&#039;&#039;&#039; und anderes Bildmaterial können archiviert werden. Sofern Fotos und Bilder personenbezogene Daten enthalten und eine Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nicht sinnvoll umgesetzt werden kann, werden auch sie besonders geschützt. Für die Verwaltung und Sortierung von Fotos kommt bei Qualiservice derzeit das Bildverwaltungsprogramm [https://www.tropy.org Tropy]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;https://www.tropy.org [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Einsatz. Qualiservice empfiehlt Forschenden, diese kostenfreie Software für die Verwaltung von Fotos und Bildmaterial zu nutzen, weil hiermit u.a. eine nutzerfreundliche Erfassung von Metadaten (z.B. Titel, Urheber:in, Entstehungszeitpunkt), aber auch eine einfache Übermittlung an Qualiservice möglich ist. Um das Verständnis des Materials zu erleichtern, können Fotos in Tropy zudem mit Notizen versehen werden, die weitere Informationen zur Abbildung und zum Zustandekommen der Bilder festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle&#039;&#039;&#039; entstehen häufig in oder unmittelbar nach einer konkreten Beobachtungssituation. Sofern sie nicht „nur“ als unmittelbare Erinnerungsstützen dienen und ungeordnete und für Außenstehende unverständliche Notizen enthalten, sollten Sie über die Archivierung nachdenken. Ausführliche Beschreibungen sind ein besonders reichhaltiges Material und können ein hohes Maß an Nachvollziehbarkeit gewährleisten. Es kann deshalb sinnvoll sein, die Nachnutzung gerade dieses wertvollen Materials mit weiteren Schritten zu erleichtern. Sie können z.B. Themen und Sachgebiete kennzeichnen oder einen Index erstellen. Sofern angemessen, können Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle auch kodiert und damit im Detail erschlossen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie ein &#039;&#039;&#039;Feldtagebuch&#039;&#039;&#039; geführt haben, können Sie in Erwägung ziehen, es mit zu archivieren. Was ein Feldtagebuch beinhaltet und wie es geführt wird, ist bekanntermaßen nicht klar definiert und hängt stark von individuellen Vorlieben und feldspezifischen Bedingungen ab (vgl. Sanjek 1990). Stärker themen- oder methodenbezogene Notizen können mit persönlicheren Reflexionen, etwa auch über Emotionen im Feld, verwoben sein. Wir sind uns bewusst, dass Feldtagebücher individuell und in vielen Fällen ein Material sind, in dem die forschende Person selbst besonders stark hervortritt. Feldtagebücher können daher gerade mit Blick auf die Forschenden selbst besonders sensibles, gleichzeitig aber auch besonders reichhaltiges und wertvolles Material sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann insofern auch sinnvoll sein, nur Teile des Tagebuchs zugänglich zu machen, oder – etwa bei groben Verständnisschwierigkeiten – Überarbeitungen, Glättung, Korrektur oder stilistische Verfeinerung in Erwägung zu ziehen. Es ist auch möglich, persönlichere Passagen zu kennzeichnen und vor der Archivierung aus dem Dokument zu entfernen. Um dem hohen Schutzbedürfnis von Feldtagebüchern Rechnung zu tragen, können sie – wie andere Materialien auch – überdies mit einem Embargo für eine bestimmte Zeit geschützt werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sind dann erst nach Ablauf dieser Frist für Nachnutzungen zugänglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich wie Feldtagebücher kann auch autoethnografisches Material unter spezifischen Sicherheitsmaßnahmen archiviert und zur wissenschaftlichen Nachnutzung bereitgestellt werden. Siehe beispielsweise dieses bei Quali-service archivierte Projekt: Domsel, Maike Maria (2021): „Leben! Freiheit! Gott?!“ – Die spirituelle Wanderschaft einer Religionslehrerin. Autoethnographische Materialien. https://doi.org/10.1594/PANGAEA.933316&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechende Informationen können ggf. im Studienreport und/oder Feldreport gegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;pseudonymisierung-und-anonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisch Forschende sichern ihren Gesprächspartner:innen oftmals Anonymität zu, um einen geschützten, möglichst offenen und vertraulichen Austausch zu ermöglichen. Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung kommt daher – bisher vor allem mit Blick auf Publikationen – ein besonderer Stellenwert bei der Umsetzung ethischer Prinzipien zu: Sie sollen die Forschungsbeteiligten schützen und Schaden abwenden, indem sie Rückschlüsse auf die beteiligten Personen verunmöglichen bzw. hochgradig unwahrscheinlich machen. Sie sind damit auch Instrumente, um Anforderungen des Datenschutzes zu erfüllen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die DSGVO (Erwägungsgrund 26) legt nahe, dass Daten als anonym gelten, wenn sie faktisch anonymisiert sind, d.h. wenn identifizierende Informationen über Personen entfernt oder so verändert wurden, dass „ein Personenbezug nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand wiederhergestellt werden kann“ (RatSWD 2020, 18, vgl. [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]). Auch bei der Pseudonymisierung werden personenbezogene Informationen im Material verändert. Eine Schlüsseldatei ermöglicht jedoch, dass sie einer Person wieder zugeordnet werden können.&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechend stellen Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung wesentliche Schritte der Aufbereitung von Material für die Archivierung und Nachnutzung dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während also das Ziel ist, Forschungsbeteiligte zu schützen, ist es aus der Sicht von Personen, die Forschungsmaterial nachnutzen möchten, gleichzeitig wesentlich, möglichst viele für die Interpretation relevante Informationen und damit die Aussagekraft der Forschungsmaterialien weitgehend zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Qualiservice hat deshalb das Konzept der flexiblen Anonymisierung entwickelt, das es erlaubt, mit Blick auf eine konkrete Nutzungsanfrage Abstraktionsebenen anzupassen, bevor Material zur Nutzung freigegeben wird ([https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Schutzbedarf und potenzielle Nutzungsinteressen müssen entsprechend in jedem Projekt feld- und materialspezifisch ausbalanciert werden. Notwendige Schritte der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung führen Forschende in der Regel selbst und vor der Übergabe des Materials an Qualiservice durch. Qualiservice berät und unterstützt Sie dabei insbesondere mit Blick auf die Erstellung und Abstimmung projektspezifischer Anonymisierungskonzepte. Es trägt zur Vermeidung der Re-Identifizierung von Personen bei, wenn Sie darauf achten, dass Sie in den Forschungsmaterialien sowie in allen Formen der Dokumentation demselben Anonymisierungskonzept folgen. Für die Umsetzung von Anonymisierungsschritten in textgebundenen Materialien bietet Qualiservice mit dem Anonymisierungstool QualiAnon eine teilautomatisierte Unterstützung (&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Nicolai et al. 2021&amp;lt;/span&amp;gt;, [https://doi.org/10.26092/elib/2576 Nicolai und Mozygemba 2023]) und mit einer Handreichung weitere Hilfestellung an (Mozygemba und Hollstein 2023). Spezifische Fragen können darüber hinaus individuell besprochen werden. Die Pseudonymisierung oder Anonymisierung, die Sie im Material selbst vorgenommen haben, wird bei Qualiservice nach der Datenübergabe nochmals geprüft und, falls erforderlich, vervollständigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mehrsprachigkeit-im-material&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Mehrsprachigkeit im Material&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografische Forschung findet häufig in Feldern statt, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden. Es ist daher üblich, dass im Material zumindest einige Begriffe, Formulierungen und Redewendungen verwendet werden, die für Forschende ohne Vertrautheit mit dem spezifischen Feld nicht unmittelbar verständlich sind. In solchen Fällen kann ein Verzeichnis, in dem relevante fremdsprachige Begriffe erläutert werden, das Verständnis in der Nachnutzung unterstützen. Sofern Sie ganze Schilderungen von Ereignissen, Erzählungen oder Stellungnahmen von Personen in verschiedenen Sprachen notiert haben, können Sie – insbesondere an ausgewählten, besonders wichtigen Stellen im Material – über Zusammenfassungen in deutscher oder englischer Sprache nachdenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vollständige Übersetzungen sind keine Voraussetzung für die Archivierung bei Qualiservice. Sofern Material anonymisiert bzw. pseudonymisiert werden muss, kann durch Qualiservice derzeit eine Überprüfung nur in Deutsch und Englisch garantiert werden. Wenn Material in anderen Sprachen vorliegt, ist eine Rücksprache mit Qualiservice erforderlich – in der Regel müssen Sie selbst dafür Sorge tragen, dass die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung erfolgt ist und die Forschungsmaterialien forschungsethischen wie datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen. Qualiservice begleitet Sie bei der Umsetzung und arbeitet daran, hierfür angemessene Verfahren weiter zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zur-datenübergabe&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Hinweise zur Datenübergabe&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice begreift die Archivierung und Bereitstellung der Materialien für die Nachnutzung stets als kooperative Aufgabe von Forschungsdatenzentrum und Forschenden, die Material abgeben. Deshalb werden Zugangsformen und Nutzungsbedingungen für das Material gemeinsam besprochen und von den Datengebenden festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Sie Forschungsmaterialien zur Archivierung übergeben, schließen Sie mit Qualiservice eine Übergabevereinbarung ab. Diese Vereinbarung dokumentiert die Ergebnisse von Absprachen zur Bewertung der Sensibilität der Forschungsmaterialien und dem entsprechenden Schutzbedarf, der für verschiedene Materialien unterschiedlich hoch sein kann. Für besonders sensible oder nicht anonymisierbare Forschungsmaterialien etwa können zusätzlich schützende Vorkehrungen getroffen werden. Das kann z.B. auch einschließen, dass Material nur in einem speziell gesicherten Gastwissenschaftler:innenraum vor Ort (On-Site Nutzung) oder erst nach Information bzw. in begründeten Einzelfällen nach individueller Zustimmung der Datengebenden genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang werden ggf. auch Sperrfristen (Embargo) festgelegt – Zeiträume, in denen Ihr Material zwar in Katalogen nachgewiesen, aber (noch) nicht von Dritten genutzt werden kann. Damit kann auch sichergestellt werden, dass Sie Ihr Material noch einige Zeit exklusiv bearbeiten können, bspw. weil Qualifikationsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Sofern z.B. veränderte Bedingungen im Feld, der Feldbeziehungen oder der Schutzbedarfe dies erforderlich machen, können die in der Übergabevereinbarung festgelegten Zugangs- und Nutzungsbedingungen auch nachträglich verändert, also z.B. eine Sperrfrist aufgehoben oder verlängert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte nutzen Sie – unabhängig vom Schutzbedarf – für die Übergabe aller Materialien ausschließlich den besonders gesicherten Upload-Space von Qualiservice. Den Zugang stellt Qualiservice im Übergabeprozess bereit. Nach dem Upload der Materialien über eine gesicherte Verbindung werden Ihre Materialien – abgeschnitten vom Internet – kuratiert. Die Kuration umfasst eine Reihe von Schritten, die sicherstellen, dass das Material dauerhaft aufbewahrt und genutzt werden kann und datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllt sind. Dabei wird unter anderem die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung im gesamten Material geprüft und ggf. in Abstimmung mit Ihnen ergänzt. Darüber hinaus nimmt Qualiservice keine Veränderungen am Material vor. Die umfangreiche Kuration erfolgt im so genannten Safe Center vor Ort, das höchste Sicherheitsanforderungen erfüllt und nur für die Kurator:innen zugänglich ist. Die Kuration selbst wird von ausgebildeten Sozialwissenschaftler:innen mit Erfahrungen in der qualitativen bzw. ethnografischen Forschung übernommen. Nach Abschluss der Kuration können Sie den vollständig aufbereiteten Datensatz (Metadaten, Datenkollektionen, Material etc.) noch einmal prüfen. Schließlich vergibt Qualiservice Persistente Identifikatoren (DOI), die für eine nachhaltige Zitierfähigkeit der archivierten Materialien und des Studienreports sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Dritte Ihr Material nutzen können, werden wiederum [https://www.qualiservice.org/files/contao-theme/public/documents/downloads/Vereinbarung_Datennutzung_01_20202_barrierefrei.pdf Nutzungsvereinbarungen]&amp;lt;ref&amp;gt;Projektspezifische Anpassungen können seitens der Datengebenden vorgeschlagen und vereinbart werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen dem/der Datennutzer:in und Qualiservice geschlossen. Die Vereinbarungen stellen sicher, dass die Daten entsprechend der Qualiservice-Nutzungsbedingungen verwendet werden. So verpflichten sich Nutzer:innen etwa, Versuche der Re-Identifikation einzelner Personen sowie die Veröffentlichung ganzer Interviewtranskripte zu unterlassen. Zudem werden Löschfristen für das genutzte Material vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zum-schluss-forschungsdaten-archivieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Zum Schluss: Forschungsdaten archivieren&#039;&#039;&#039;  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisches Material ist in der Regel sehr reichhaltiges, in weiten Teilen unikales Material, dessen analytischer Gehalt in der primären Forschung häufig nicht ausgeschöpft wird. Es besitzt deshalb in vielen Fällen auch über den ursprünglichen Entstehungs- und Forschungskontext hinaus einen bleibenden Wert. Die Archivierung erlaubt es dann nicht nur, Material unter neuen Fragestellungen und Perspektiven zu analysieren, sondern ermöglicht gleichzeitig den Aufbau eines fachlichen Archivs „neuen Typs“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Archivierung digitalen ethnografischen Materials nicht verpflichtend sein kann ([https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW 2018], [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]): Wenn Sie Material archivieren und dessen Nachnutzung ermöglichen können und möchten, finden Sie bei Qualiservice eine angemessene technische Infrastruktur sowie fachlich passende Prozesse und Verfahren, die mit Blick auf material- und projektspezifische Anforderungen flexibel sind. Qualiservice archiviert digitales ethnografisches Material und stellt es unter kontrollierten – und gemeinsam mit Ihnen festgelegten – Bedingungen für die weitere Nutzung in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung basiert auf dem derzeitigen Stand der Archivierungsprozesse bei Qualiservice. Qualiservice arbeitet kontinuierlich – und im Austausch mit Forschenden – an der Verbesserung und Erweiterung seiner Angebote. Wenn Sie über die Archivierung Ihres Materials nachdenken, treten Sie gern mit uns in Kontakt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;archivierung-kompakt&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Archivierung kompakt&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Edit Icon erstellt von zafdesign, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/bearbeiten_4803228 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Archiv Icon erstellt von Kiranshastry, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/archiv_711729 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgende Übersicht führt in knapper Form nochmals wesentliche Bereiche zusammen, in denen Sie vorbereitende Arbeitsschritte unternehmen müssen, wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei allen Schritten, kann Ihnen die erforderlichen Vorarbeiten aber nicht abnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Data Sharing als kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen – ggf. im Austausch mit Forschungspartner:innen – fest, welche Daten und ergänzende Kontextmaterialien archiviert werden.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice berät bei Projektplanung und Antrag-stellung, inkl. der Kalkulation von Kosten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende bereiten die Daten im Projekt vor (zentral: Informierte Einwilligung einholen, Daten ggf. anonymisieren / pseudonymisieren, Forschungsschritte und Material dokumentie-ren).&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice bietet fortwährend Beratung und Unterstützung an, um bereits im Forschungs-projekt geeignete Voraussetzungen für die Archivierung zu schaffen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen in der Übergabevereinba-rung fest, wann und unter welchen Bedingun-gen ihr Material genutzt werden kann: Forschung und/oder Lehre, On-Site Nutzung, Sperrfristen etc.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice übernimmt die Daten und kuratiert sie.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende geben den vollständig aufberei-teten Datensatz frei.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt die Materialien für die Nach-nutzung zur Verfügung und macht sie sichtbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Metadaten&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;gewährleisten als „Fernglas“ die Auffindbarkeit Ihrer Forschungsdaten (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erfassen Metadaten, die allgemei-ne Angaben und Informationen zum Projekt und zum Material enthalten.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt ein [https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm Online-Formular] zur Er-fassung der Metadaten zur Verfügung; überprüft die Eingaben und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermittelt als „Schaufenster“ einen genauen Eindruck von Inhalt/Umfang des archivierten Materials (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen einen Studienreport.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstel-lung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung (Heuer et al. 2020) und Good-Practice-Beispielen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermitteln als „Lupe“ Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion (zugänglich nach Registrierung)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende fertigen eine Materialübersicht an, die sie an Qualiservice übergeben.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt eine Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung und erstellt daraus die Mikro-Metadaten. Die Übersicht dient auch als Grund-lage für die Ordnung des Materials in Datenkol-lektionen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Feldreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
enthält als zusätzlicher „Wegweiser“ z.B. sensible Informationen zum Forschungsverlauf (zugänglich mit Nutzungsvertrag)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen optional einen Feld-report.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstellung des Feldreports individuell.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Datenschutzrechtliche Anforderungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen eine Dokumentation der Einwilligung der Forschungsbeteiligten für die Archivierung und wissenschaftliche Nach-nutzung des sie betreffenden Materials vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice prüft, ob Anforderungen an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind und unterstützt im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([http://dx.doi.org/10.26092/elib/192 Kretzer et al. 2020]) und stellt individuell anpassbare DSGVO-konforme Vorlagen für die Einwilligung zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;soll Rückschlüsse auf einzelne Forschungsbeteiligte verunmöglichen bzw. unwahrscheinlich machen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende entwickeln ein Konzept der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung und nehmen entsprechende Schritte im gesamten Material selbst vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt mit individueller Beratung, einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/7215 Mozygemba und Hollstein 2023]) und dem Anonymisierungstool QualiAnon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Qualiservice prüft die Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nach der Datenübergabe und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;literatur&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Åkerström, Malin; Jacobsson, Katarina; Wästerfors, David (2004) Reanalysis of Previously Collected Material. In: Seale, Clive et al. (Hg.) Qualitative Research Practice. London: SAGE, 314–327.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amann, Klaus; Hirschauer, Stefan (1997) Die Befremdung der eigenen Kultur. Ein Programm. In: Dies. (Hg.) Die Befremdung der eigenen Kultur. Zur ethnographischen Herausforderung soziologischer Empirie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 7–52.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumann, Paul; Krahn, Philipp; Lauber-Rönsberg, Anne (2021) Forschungsdatenmanagement und Recht. Datenschutz-, Urheber- und Vertragsrecht. Feldkirch/Düns: Wolfgang Neugebauer Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benner, Angela; Löhe, Julian (2019) Die informierte Einwilligung auf Tonband: Analyse im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie mit älteren Menschen aus forschungsethischer und rechtlicher Perspektive. In: ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung 20(2), 341–356. [https://www.budrich-journals.de/index.php/zqf/article/view/34855 https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Broocks, Anne-Katrin (2021) Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Study Report. Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1071.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2021) Umgang mit Forschungsdaten: Checkliste für Antragstellende zur Planung und zur Beschreibung des Umgangs mit Forschungsdaten in Forschungsvorhaben. Version 21.12.2021. https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf. [Zugriff am 22.08.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2022) Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Kodex. 1.1. https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) (2019) Positionspapier zum Umgang mit ethnologischen Forschungsdaten, Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA). [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-für-MV_24.09.2019.pdf]. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW), vorm. Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv) (2018) Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten. https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg (2017) Ethics, Epistemology and Ethnography: The Need for an Anthropological Debate on Ethical Review Processes in Germany. In: Sociologus 67(2), 191–208. https://doi.org/10.3790/soc.67.2.191.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg; Hadolt, Bernhard (2010) Medizin im Kontext. Überlegungen zu einer Sozial- und Kulturanthropologie der Medizin(en) in einer vernetzten Welt. In: Dies. (Hg.): Medizin im Kontext. Krankheit und Gesundheit in einer vernetzen Welt. Frankfurt a.M.: Peter Lang, 11–19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fischer, Hans; Beer, Bettina (2020) Dokumentation von Feldforschungsdaten. In: Beer, Bettina; König, Anika (Hg.) Methoden ethnologischer Feldforschung. Berlin: Dietrich Reimer Verlag, 261–282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geiger, Till; Moore, Niamh; Savage, Mike (2010) The archive in question. NCRM Discussion Paper. http://eprints.ncrm.ac.uk/921/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goerres, Achim; Mayer, Sabrina J; Spies, Dennis C. (2020) Immigrant voters against their will: a focus group analysis of identities, political issues and party allegiances among Ger-man resettlers during the 2017 bundestag election campaign. In: Journal of Ethnic and Migration Studies 46(7), 1205–1222. https://doi.org/10.1080/1369183X.2018.1503527.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heuer, Jan-Ocko; Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Huber, Elisabeth; Hollstein, Betina (2020) Kontextualisierung qualitativer Forschungsdaten für die Nachnutzung – eine Handreichung für Forschende zur Erstellung eines Studienreports. Qualiservice Working Papers 1-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/166.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hollstein, Betina; Strübing, Jörg (2018) Zentrale Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Workshop für Archivierung und Sekundäranalyse qualitativer Forschungsdaten. In: RatSWD (Hg.): Archivierung und Zugang zu Qualitativen Daten. RatSWD Working Paper 267/201. Berlin, Rat für Sozial und Wirtschaftsdaten (RatSWD), 101–105. https://doi.org/10.17620/02671.35.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, Elisabeth; Imeri, Sabine (2021) Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges (preprint). Qualiservice Working Papers 4-2021, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1070.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraus, Wolfgang; Eberhard, Igor (2022) Managing Data, Managing Contradictions: Archiving and Sharing Ethnographic Data. In: Burkhardt, Marcus et al. (Hg.): Interrogating Datafication: Towards a Praxeology of Data. Bielefeld: Transcript, 185-206.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne (2013) Arbeitspapier zur Konzeptentwicklung der Anonymisierungs-/Pseudonymisierung in Qualiservice. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Heuer, Jan-Ocko; Huber, Elisabeth (2020) Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung. Qualiservice Working Papers 2-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. http://dx.doi.org/10.26092/elib/192.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lederman, Rena (2016) Archiving Fieldnotes? Placing “Anthropological Records” Among Plural Digital Worlds. In: Sanjek, Roger; Tratner, Susan W. (Hg.): eFieldnotes. The Makings of Anthropology in the Digital World. Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 251–271.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne (2022) Datenvielfalt im Data-Sharing - eine kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum. In: Lohmeier, Christine; Wiedemann, Thomas (Hg.) Datenvielfalt in kommunikationswissenschaftlichen Forschungskontexten. Wiesbaden: Springer VS, 157–178.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Hollstein, Betina (2023) Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten – eine Handreichung. Qualiservice Working Papers 5, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/2525.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne; Hollstein, Betina (2021) QualiAnon - Qualiservice tool for anonymizing text data. Qualiservice. University of Bremen. Software available at: https://github.com/pangaea-data-publisher/qualianon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati (2023) QualiAnon User Manual, v1.3. Qualiservice Technical Report 2-2023, Bremen. https://doi.org/10.26092/elib/2576.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oldörp, Christine (2018) Verschriftlichungen? Zur Technizität und Medialität des Sprechens im qualitativen Interview. Zürich: Chronos Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ottenberg, Simon (1990) Thirty Years of Fieldnotes: Changing Relationships to the Text. In: Sanjek, Roger (Hg.) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press, 139–160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RatSWD [Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten] (2020) Handreichung Datenschutz. 2.vollständig überarbeitete Auflage. RatSWD Output 8/6. https://doi.org/10.17620/02671.50.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sanjek, Roger (Hg.) (1990) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simon, Michael (2015) Ethnologische Anmerkungen zu Bernd Riekens „Gesprächen mit Einheimischen“ in Galtür. In: Bernd Rieken (Hg.) Wie bewältigt man das Unfassbare? Interdisziplinäre Zugänge am Beispiel der Lawinenkatastrophe von Galtür. Münster: Waxmann, 93–105.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Selim, Nasima; Mattes, Dominik (2018) Affective Scholarship: Doing Anthropology with Epistemic Affects. In: ETHOS 46(4), 519–536. https://doi.org/10.1111/etho.12219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Dinkelaker, Samia; Thajib, Ferdiansyah (2019) Fieldwork, ethnography and the empirical affect montage. In: Kahl, Antje (Hg.) Analyzing Affective Societies. Methods and Methodologies. London: Routledge, 279–295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Tropy&amp;lt;/span&amp;gt; (2017) Roy Rosenzweig Center for History and New Media, George Mason University, Fairfax/Virginia. https://www.tropy.org. [Zugriff am 16.05.2023].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiß, Anja; Quasinowski, Benjamin; Sommer, Ilka (2022) Study Report “Globalizing medical knowledge and practice”. Transcripts, translation, audiovisual and context material for doctor-patient-interaction videoobserved at university hospitals in Ankara (Turkey), Beijing (PRChina), Groningen (Netherlands) and Würzburg (Germany). Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1395.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Witzel, Andreas; Reiter, Herwig (2022) Das problemzentrierte Interview - eine praxisorientierte Einführung. Weinheim: Beltz Juventa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Über Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum Qualiservice archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzung zur Verfügung. Unsere Services sind sicher, flexibel und forschungsorientiert. Sie beinhalten die persönliche und studienspezifische Beratung, die Kuration und Aufbereitung qualitativer Daten für die Nachnutzung und die Langzeitarchivierung ebenso wie die Bereitstellung archivierter Forschungsdaten und relevanter Kontextinformationen. Durch international anschlussfähige Metadaten werden Daten­sätze such- und findbar. Persistente Identifikatoren (DOI) sorgen für eine nachhaltige Zitierfähigkeit von Daten und Studienkontexten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2019 wurde Qualiservice vom RatSWD akkreditiert und orientiert sich an dessen Kriterien zur Qualitätssicherung. Qualiservice fühlt sich den &#039;&#039;DFG-Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&#039;&#039; verpflichtet und berücksichtigt darüber hinaus die &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for Scientific Data Management and Stewardship&#039;&#039; sowie die &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Qualiservice-Konsortium:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Akkreditiert durch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PANGAEA – zertifiziertes Weltdatenzentrum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gefördert von&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Qualiservice]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16075</id>
		<title>Ethnographische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten - ein Überblick für Forschende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16075"/>
		<updated>2025-05-02T05:14:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: Removed the numbering of the Feldreport section&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Michaela Rizzolli, Sabine Imeri und Elisabeth Huber&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-6-2024&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Zitierung / Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rizzolli, Michaela; Imeri, Sabine &amp;amp;amp; Huber, Elisabeth (2024): Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende, Qualiservice Working Papers 6-2024, Bremen, https://doi.org/10.26092/elib/2723.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© FDZ Qualiservice, Januar 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Universität Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UNICOM - Gebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Germany&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
E-Mail: [mailto:info@qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;info@qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;vorbemerkung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Vorbemerkung&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung richtet sich insbesondere an Sozial- und Kulturanthropolog:innen, Ethnolog:innen und Empirische Kulturwissenschaftler:innen, aber auch an Forschende anderer Fachrichtungen, die ethnografisch arbeiten. Sie informiert über die Möglichkeiten, Forschungsmaterialien beim Forschungsdatenzentrum Qualiservice für die weitere Nutzung zugänglich zu machen und erläutert die dafür erforderlichen Vorarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Rahmen des [https://www.evifa.de/de/ueber-uns &amp;lt;u&amp;gt;Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie&amp;lt;/u&amp;gt;] (DFG-Förderung) arbeiten das Forschungsdatenzentrum Qualiservice an der Universität Bremen und die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin seit 2019 gemeinsam an der Entwicklung angemessener Verfahren für die Archivierung und Nachnutzung ethnografischen Materials. Die Autorinnen danken den Mitgliedern des Beirats des FID SKA sowie weiteren Kolleg:innen – insbesondere Hansjörg Dilger, Igor Eberhard, Lina Franken, Wolfgang Kraus, Martina Röthl, Birgitt Röttger-Rössler, Franz Templin und Larissa Vetters – für Hinweise und konstruktive Kritik.&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschungsmaterial zugänglich zu machen bedeutet hier nicht, dass es frei im Internet einsehbar ist, sondern dass es unter kontrollierten Bedingungen von anderen Wissenschaftler:innen in Forschung und/oder Lehre verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice ist spezialisiert auf die angemessene Archivierung qualitativer und insbesondere auch ethnografischer Forschungsmaterialien mit sensiblen Inhalten. Archivierung bedeutet dabei zunächst erhaltende Speicherung digitaler Artefakte in einer kontrollierten, sicheren Umgebung – im Unterschied zu mehr oder weniger privaten Speicherpraktiken von Material, das nicht mehr regelmäßig bearbeitet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Den [https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827 &amp;lt;u&amp;gt;Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&amp;lt;/u&amp;gt;] der DFG zufolge sollen Forschungsdaten für einen angemessenen Zeitraum – in der Regel wird dabei an zehn Jahre gedacht – aufbewahrt werden (Deutsche Forschungsgemeinschaft 2022). Hier können auch institutionelle Angebote, z.B. Repositorien einzelner Forschungseinrichtungen Unterstützung leisten. Häufig können diese jedoch spezifische Anforderungen – gerade mit Blick auf ethnografisches Material – nicht ausreichend erfüllen. Auch kann eine Langzeitarchivierung über zehn Jahre hinaus oft nicht gewährleistet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das eigentliche Ziel der Archivierung geht aber darüber hinaus: Forschungsmaterialien sollen nicht nur erhalten, sondern für weitere wissenschaftliche Nutzungen aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Der Ressourcenaufwand für den Datenerhalt rechtfertigt sich also vor allem durch die Absicht, Material für weitere Forschungen zugänglich zu machen, unabhängig davon, wann und in welchem Umfang archiviertes Forschungsmaterial tatsächlich nachgenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit Archivierung und Nachnutzung überhaupt sinnvoll möglich sind, kann Material nicht einfach auf einer Festplatte oder Ähnlichem bei Qualiservice abgegeben werden. Sollen nicht nur findbare, sondern auch gut nutzbare Datensätze entstehen, ist es vielmehr notwendig, dass Sie vorbereitende Schritte selbst unternehmen, weil Sie Potenziale wie Schwierigkeiten Ihres Materials am besten kennen. Das kann auf den ersten Blick auch erfahrene Forscher:innen vor Herausforderungen stellen. Diese Handreichung soll Ihnen deshalb Einblicke in Verfahren sowie obligatorische wie optionale Schritte ermöglichen und damit einen Eindruck vermitteln, wie Sie die Archivierung Ihres Materials bei Qualiservice gut vorbereiten können. Wesentlich ist, dass alle hier beschriebenen Schritte an den je spezifischen Fall angepasst werden können – und oft auch müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendige Schritte der Vorbereitung von Material für die Archivierung sollen in diesem Sinne immer im Hinblick auf die mögliche Nachnutzung erfolgen. Qualiservice versteht diese Vorbereitung als kooperative Aufgabe (Mozygemba und Kretzer 2022), in deren Zentrum die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Forschungsdatenzentrum steht. Das betrifft zunächst den intensiven Austausch über die Planung der für die Archivierung notwendigen Arbeitsschritte, die Forschende als Expert:innen ihres Materials selbst umsetzen müssen. Es kann zudem notwendig sein, dass Forschende Entscheidungen gemeinsam oder nach Rücksprache mit Partner:innen aus dem jeweiligen Forschungsfeld treffen. Ziel ist, alle vorbereitenden Tätigkeiten sinnvoll so in den Projektverlauf zu integrieren, dass eine intensive Verdichtung der Aufgaben am Projektende bestmöglich vermieden wird, und zwar auch dann, wenn Material aus einem Projekt nicht vollständig archiviert werden soll. Qualiservice unterstützt und begleitet Forschende in diesem Prozess und berät dabei ebenso zu Aspekten des Datenschutzes und der Forschungsethik wie zu Fragen der Kontextualisierung und Anonymisierung von Forschungsmaterialien. Nach der Übergabe an Qualiservice werden alle Materialien nochmals geprüft und kuratiert und – sofern vereinbart, zunächst mit einer Sperrfrist versehen – schließlich für die wissenschaftliche Nachnutzung bereitgestellt. Weil dafür sowohl in einem Forschungsprojekt als auch bei Qualiservice selbst Ressourcen notwendig sind, bietet Qualiservice zudem Unterstützung bei der Kalkulation von Kosten – die in den Projektantrag einfließen kann – schon im Prozess der Antragstellung an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Idealerweise wenden Sie sich daher bereits bei Projektplanung und Antragstellung an Qualiservice – Sie können &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;uns&amp;lt;/span&amp;gt; aber auch zu j&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;edem beliebigen Zeitpunkt&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ansprechen.&amp;lt;/span&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind uns bewusst, dass ethnografische Forschung kaum standardisierbar ist, sondern unter den Prämissen der Gegenstandsangemessenheit, der methodischen Offenheit und Prozesshaftigkeit feldspezifisch arbeitet und in diesem Sinne spezifisches, weitgehend unikales Material zusammenträgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dies betonen auch die Fachgesellschaften der ethnologischen Fächer in ihren Positionspapieren zum Umgang mit Forschungsdaten (vgl. [https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW/dgv 2018] und [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies im Blick, können die folgenden Erörterungen vermutlich nicht für alle Herausforderungen unmittelbare Lösungen anbieten. Sie zeigen vielmehr Möglichkeiten und Verfahren der Dokumentation und Aufbereitung von ethnografischen Materialien auf, die im Einzelfall und in Kooperation mit Qualiservice flexibel gehandhabt und angepasst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-nachnutzen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Ethnografisches Material nachnutzen&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice archivierte Materialien werden ausschließlich an Wissenschaftler:innen für Nach- bzw. Sekundärnutzungen in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung gestellt. Das Potenzial für solche Nutzungen lässt sich kaum vollständig antizipieren – nicht zuletzt, weil umfangreichere Arbeiten auf der Grundlage einer Sichtung und Re-Lektüre vorhandenen Materials durch Dritte und unter anderen Fragestellungen zumindest in den ethnologischen Fächern bisher die Ausnahme sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielhaft genannt sei die Arbeit von Christine Oldörp, die im Rahmen einer Sekundäranalyse von Material aus dem Forschungsprojekt “Kultur, Alltag und Wandel der Technik im Spiegel biographischer Erfahrungen der Gegenwart” (Thomas Hengartner, Hans Joachim Schröder,1999-2001) untersucht hat, wie im Frage-Antwort-Muster ethnografischer Interviews Sprach- und Handlungsräume ausgehandelt werden (Oldörp 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl sind vielfältige Szenarien der Nachnutzung denkbar: Archiviertes Material kann für neue Fragestellungen relevant und aufschlussreich sein, auch weil der analytische Gehalt des reichhaltigen und komplexen Materials aus offenen Erhebungsverfahren, die in der primären Forschung letztlich realisierten Analysen in der Regel übersteigt. Insbesondere dann, wenn das Material nicht oder nur in Teilen ausgewertet wurde, könnten Feinanalysen durchgeführt oder Zeitvergleiche angestellt werden. Auch Re-Analysen, die Material aus verschiedenen Forschungsprojekten bzw. in Kombination mit selbst erhobenem Material gemeinsam auswerten, sind denkbar, etwa um gruppen- oder regionenübergreifende Aussagen zu treffen. Archiviertes Material könnte in diesem Sinne auch für breiter angelegte Vergleichsstudien genutzt werden. Auch bei fehlenden oder eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Forschungsfeldern, bei fehlenden Mitteln für eine eigene Feldforschung oder um einer Überforschung einzelner Felder oder Gruppen (vgl. [https://doi.org/10.17620/02671.35 Hollstein und Strübing 2018]: 2) zu begegnen, kann die Sekundärauswertung vorhandenen Materials eine Alternative sein. Archiviertes Material kann sich zudem für die Bearbeitung epistemologischer und methodologischer Fragestellungen eignen. Die Sichtung kann auch dazu dienen, ein eigenes Forschungsprojekt vorzubereiten. Bei Qualiservice archivierte Materialien werden nicht zuletzt auch für die Lehre zur Verfügung gestellt und finden insbesondere in der Methodenausbildung und für die beispielhafte Bearbeitung von Themen aus den Bereichen Forschungsethik, Datenschutz und Forschungsdokumentation Verwendung (siehe etwa Witzel und Reiter 2022).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Material aus ethnografischer Forschung ist eng an die forschende Person gebunden – das für die ethnografische Wissensproduktion so wichtige körperlich-sinnliche Erleben und auch die „epistemic affects“ (Stodulka, Selim und Mattes 2018) der Forschenden bilden sich zwar in „headnotes“ (Ottenberg 1990: 144), aber eben nur begrenzt nachvollziehbar im Material ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Formen der systematischen Verbalisierung werden gleichwohl auch explizit empfohlen, z.B. im Rahmen eines Emotionstagebuchs (Stodulka, Samia und Ferdiansyah 2019). Das Medium soll Forschenden dabei helfen, sich ihrer Emotionen, Affekte und Gefühle im Forschungsprozess bewusst zu werden, indem diese vor und während des Aufenthalts im Feld möglichst systematisch erfasst und genau beschrieben werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine sekundäre Auswertung bekommt damit unvermeidlich einen anderen Charakter als die Analyse selbst erhobenen Materials (Simon 2015). Umso wichtiger ist es daher, Forschungsschritte soweit wie möglich nachvollziehbar zu machen und dazu das Material mit entsprechenden Hinweisen zu versehen, seine Entstehung zu rekapitulieren, Besonderheiten des Feldes, Schwierigkeiten oder auch Umwege, Neujustierungen oder die Einbindung unterschiedlicher Akteur:innen in den Forschungsprozess und ähnliches zu dokumentieren – unabhängig davon, ob Material aus einem Projekt oder einer Studie vollständig oder in Teilen und unabhängig davon, ob Material unmittelbar oder erst nach Ablauf einer Sperrfrist zugänglich gemacht werden kann (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-dokumentieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;2 Ethnografisches Material dokumentieren&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Datasets don’t speak for themselves“ (Lederman 2016: 261). Die möglichst umfassende Dokumentation empirischer Forschungsdaten gilt als eine wesentliche Voraussetzung für jede Analyse und jede neue Interpretation der Materialien. Auch Sozial- und Kulturanthropolog:innen, die eigenes Feldforschungsmaterial Jahre nach der Erstellung nochmals unter neuen Blickwinkeln analysiert oder selbst mit archiviertem Material gearbeitet haben, betonen die Bedeutung umfassender Dokumentation (vgl. Åkerström et al. 2004; [http://eprints.ncrm.ac.uk/921/ Geiger et al. 2010]). Die Dokumentation soll Informationen bereitstellen, die Nachnutzenden eine angemessene Einordnung und Bewertung und damit ein besseres Verständnis des archivierten Materials ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll ethnografisches Material von Dritten verwendet werden, die nicht an der Forschung beteiligt waren, dann ist ein eher technisches Verständnis der Datenbeschreibung, wie sie etwa die Checkliste der DFG zum Umgang mit Forschungsdaten ([https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf DFG 2021]) oder auch das Informationsportal zu Forschungsdatenmanagement [https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ forschungsdaten.info]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; nahelegen, nicht ausreichend. Forschungsdokumentation muss sich vielmehr darüber hinaus auch auf die vielgestaltigen und untrennbar in das empirische Material verwickelten Kontexte eines beobachteten Phänomens (Dilger und Hadolt 2010) und damit auch auf die Kontexte der Materialproduktion selbst erstrecken (vgl. Kraus und Eberhard 2022: 192f). Forschungsdokumentation fußt in diesem Sinne auf Verfahren des möglichst strukturierten Aufzeichnens, Aufschreibens und Sicherns ethnografischer Materialien bereits während des Forschungsprozesses (vgl. Fischer und Beer 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern sind Schritte der Dokumentation für die Archivierung keine vollständig neuen oder zusätzlichen Arbeitsschritte. Vielmehr ist – bei aller Unterschiedlichkeit der individuellen Praxis – die Dokumentation von Wahrnehmungen, Erfahrungen und Eindrücken in Form von Feldnotizen und Memos, Feldtagebüchern oder Gesprächs- und Beobachtungsprotokollen ohnehin Teil des ethnografischen Prozesses. Das gilt auf einer anderen Ebene ähnlich für die Protokollierung gemeinsamer Entscheidungen und Erkenntnisse in Forschungsgruppen, die etwa dazu auffordert, Verständnis- und Lernprozesse zu explizieren und zu reflektieren, für Visualisierungen von Arbeitsprozessen (z.B. Timelines oder Visual Maps) sowie für Arbeits- und Projektberichte. Je frühzeitiger und systematischer Sie Formen der Dokumentation in den Forschungsprozess integrieren können, desto weniger Aufwand wird – mit Blick auf die Archivierung – für die retrospektive Rekapitulation von Arbeitsschritten und Entscheidungen erforderlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein vergleichsweise neues Format ist der Datenmanagementplan (DMP), der die Dokumentation des Umgangs mit Material im Forschungsprozess unterstützen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Für die Erstellung eines DMPs können ggf. strukturierte Online-Fragenkataloge genutzt werden. Weitere Informationen sowie Links z.B. unter https://www.forschungsdaten.info/themen/informieren-und-planen/datenmanagementplan/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein DMP kann auch für die Vorbereitung Ihres Materials zur Archivierung bei Qualiservice nützlich sein, weil damit notwendige Vorkehrungen und Entscheidungen organisatorischer, rechtlicher und technischer Natur frühzeitig getroffen und schriftlich dokumentiert werden. Ein DMP ist ein dynamisches Dokument (sog. living document) und sollte, vor dem Hintergrund der Ergebnisoffenheit und Flexibilität ethnografischen Forschens, laufend aktualisiert und angepasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;formate-der-dokumentation-bei-qualiservice&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Formate der Dokumentation bei Qualiservice&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Dokumentation für das Verständnis ethnografischen Materials so zentral ist, stehen Ihnen dafür bei Qualiservice verschiedene Formate zur Verfügung, die sich in ihrer Funktion und dem Informationsgehalt unterscheiden bzw. auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. Manche dieser Dokumentationsformate müssen obligatorisch erstellt werden, andere stehen optional zur Verfügung. Wir beschreiben im Folgenden das Mögliche. In welchem Umfang und in welcher Tiefe Sie die Dokumentation Ihrer Materialien erarbeiten bzw. einzelne Dokumentationsformate nutzen (können), wird sich projektspezifisch und in Abhängigkeit verfügbarer Ressourcen unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dokumentationsformate unterscheiden sich mit Blick auf ihre Zugänglichkeit und Sichtbarkeit im Internet. Sie bilden damit gleichzeitig einen idealtypischen Weg bzw. eine Reihenfolge ab, in der potenzielle Nutzer:innen bei der Recherche auf archiviertes Material aufmerksam werden und in der sie sich dem Material schrittweise annähern können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;5&amp;quot;|  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Annäherung an das archivierte Material&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Format&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zugänglichkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Funktion&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Metadaten&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Fernglas“, um erste grobe und formalisierte Informationen über das Material zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studienreport&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Schaufenster“ in das Forschungsvorhaben und das Material, um ausführlichere Informationen zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mikro-Metadaten&lt;br /&gt;
| zugänglich nach Registrierung&lt;br /&gt;
| „Lupe“, um detailliertere Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Feldreport&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| „Wegweiser“ durch das ethnografische Material zur weiteren Einordnung ggf. auch ethischer Fragen und um sensible Informationen zum Forschungsverlauf zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Forschungsmaterial und zusätzliches Kontextmaterial&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| Forschungs- und Kontextmaterial kann je nach Einstufung entweder extern heruntergeladen oder vor Ort unter streng kontrollierten Bedingungen genutzt werden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 1: Formate der Dokumentation bei Qualiservice&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Metadaten&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archivierten Forschungsmaterialien werden durch ausführliche Metadaten beschrieben, die sicherstellen, dass das Material überhaupt gefunden und dann auch genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind strukturierte Informationen, die die archivierten Forschungsmaterialien beschreiben – vergleichbar etwa mit Informationen über Publikationen in Bibliothekskatalogen. „Strukturiert“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass in vordefinierten Feldern allgemeine Informationen z.B. zu Art (Beobachtungsprotokoll, Interviewtranskript etc.) und Umfang des Materials, zu Ort und Zeit der Materialerstellung sowie ggf. Nutzungseinschränkungen (z.B. Sperrfristen) und Ähnliches erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind erforderlich, damit Forschungsdaten nicht nur bei Qualiservice, sondern auch in übergreifenden Portalen und Suchmaschinen&amp;lt;ref&amp;gt;Datenportale wie etwa DataCite ermöglichen die Suche nach Datensätzen über mehrere Repositorien hinweg. Bei Qualiservice archivierte ethnografische Forschungsdaten können z.B. auch im [https://www.evifa.de/de Fachportal EVIFA] des Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie gefunden werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; – national wie international sowie über Institutionen und Fachgrenzen hinweg – recherchiert werden können. Metadaten können bei Qualiservice teilweise oder vollständig mehrsprachig erfasst werden, um die Auffindbarkeit und Sichtbarkeit des Materials auch im internationalen Kontext zu fördern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z.B. die Metdaten zur Studie: Hornidge, Anna-Katharina; Barragán-Paladines, María José; Broocks, Anne-Katrin; Zimmer, Martin (eds.) (2021): Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Qualiservice, PANGAEA, https://doi.org/10.1594/PANGAEA.929747&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten vermitteln – gemessen an der inhaltlichen Dichte des Materials selbst – ähnlich einem „Fernglas“ nur grobe, rudimentäre Informationen über ein Projekt oder eine sog. Datenkollektion, in der Forschungsmaterialien nach unterschiedlichen Kriterien zusammengefasst werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;). Gleichzeitig sind sie aber die Ebene der Materialbeschreibung, auf die Personen, die nach Forschungsdaten suchen, als erstes stoßen. Sie sind öffentlich zugänglich, durchsuchbar und vermitteln einen ersten Eindruck des archivierten Materials.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice bietet an, neben verpflichtenden Metadaten auch optionale Informationen zu erfassen. Die Pflichtmetadaten umfassen im Wesentlichen allgemeine Informationen zu einer Forschung bzw. zu einem Projekt wie den Titel, ein Abstract, den Forschungsgegenstand, den Förderzeitraum etc. Die optionalen Elemente bieten die Möglichkeit, weitere und spezifischere Informationen über das Projekt zur Verfügung zu stellen, wie etwa räumliche&amp;lt;ref&amp;gt;Wenn z.B. konkrete Orte in den – frei zugänglichen – Metadaten nicht benannt werden sollen, kann auch die Erfassung größerer territorialer Einheiten (z.B. Staaten) in Erwägung gezogen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; und weitere zeitliche Angaben, Informationen zum methodischen Vorgehen, Förderinstitutionen etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Qualiservice-Metadatenschema findet sich unter https://wiki.pangaea.de/wiki/Qualiservice_Data_Model [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ermöglicht Forschenden, von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Informationen in Form von Metadaten öffentlich zugänglich sein können und welche womöglich problematisch bzw. zu sensibel wären. Gleichwohl gilt: Je umfangreicher die frei zugänglichen Metadaten sind, desto besser können Daten gefunden werden, und desto präziser können interessierte Wissenschaftler:innen schon in diesem ersten Rechercheschritt das Potenzial archivierten Materials für die eigene Fragestellung einschätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe werden Sie daher gebeten, Metadaten zu ihrem Material zu erfassen. Qualiservice stellt dafür ein Webformular&amp;lt;ref&amp;gt;https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zur Verfügung, das vordefinierte Felder und Termini zur Beschreibung bereithält, aber auch Raum lässt für fach- und projektspezifische Angaben. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung der Metadaten, überprüft die Eingaben nochmals und nimmt in Rücksprache mit Ihnen ggf. Ergänzungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der sogenannten verteilten Archivierung bietet Qualiservice zudem die (virtuelle) Verknüpfung mit Datensätzen in anderen Datenzentren an, z.B. wenn Sie mit Mixed-Methods-Ansätzen gearbeitet haben&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Forschungsdaten aus der Mixed-Methods Studie von Achim Goerres et al. (2020) wurden beispielsweise bei Qualiservice (qualitatives Material) und GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (quantitative Daten),&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
archiviert. Siehe hier die Metadaten für die qualitativen Daten: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.919342&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Verknüpfung wird mit Hilfe der Metadaten realisiert, sodass der gemeinsame Projektentstehungskontext sowie die Beziehungen des Materials sichtbar erhalten bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;studienreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport dient – über die Metadaten hinaus – als eine Art „Schaufenster“ (Heuer et al. 2020: 5), das Interessierten einen genaueren Eindruck von Art, Inhalt und dem Entstehungskontext des bei Qualiservice archivierten Materials sowie ggf. den Bedingungen für die Nachnutzung vermittelt. Wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten, ist die Anfertigung eines Studienreports deshalb unerlässlich. Der Studienreport ist zudem im Suchportal von Qualiservice&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.qualiservice.org/de/qsearch.html [Zugriff am 09.10.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; als Volltext durchsuchbar und trägt damit auch zur Auffindbarkeit Ihrer archivierten Forschungsmaterialien bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport wird auf dem Dokumentenserver der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen als eigenständige Internet-Publikation frei zugänglich veröffentlicht und erhält einen persistenten Digital Object Identifier (DOI). Es ist deshalb notwendig, dass Sie Formulierungen wählen, die für die Veröffentlichung geeignet sind, und ggf. Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung mitdenken (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sollten dann darauf achten, dass das zugrunde gelegte Anonymisierungskonzept (vgl. [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013] und [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]) dasselbe ist, mit dem Sie auch die Forschungsmaterialien selbst sowie Ihre darauf basierenden weiteren Publikationen bearbeitet haben. Studienreports können in Umfang und Ausführlichkeit variieren (vgl. z.B. [https://doi.org/10.26092/elib/1071 Broocks 2021] und [https://doi.org/10.26092/elib/1395 Weiß et al. 2022]). Qualiservice empfiehlt auch hier, so viele Informationen wie möglich im Studienreport zu publizieren, damit sich interessierte Forschende ein möglichst genaues Bild von Ihrem Material und dessen Potenzial für eine mögliche Nachnutzung machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport bietet damit auch einen Rahmen, zentrale Aspekte des Forschungsprozesses explizit in einer eigenständigen Publikation zusammenzuführen. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung ([https://doi.org/10.26092/elib/166 Heuer et al. 2020]) und einer Autor:innenvorlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Studienreport kann beispielsweise Angaben zu folgenden Punkten enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;allgemeine Ausführungen&#039;&#039;&#039; zum Forschungsvorhaben, zum Forschungsgegenstand und dem administrativen wie organisatorischen Rahmen (z.B. Förderprogramm und Förderdauer, Affiliation und Projektleitung)&lt;br /&gt;
* Angaben zu den &#039;&#039;&#039;Zielen und Fragestellungen&#039;&#039;&#039; sowie die Darstellung des theoretischen Bezugsrahmens und konzeptionelle Begriffsklärungen&lt;br /&gt;
* Erläuterungen zur &#039;&#039;&#039;methodischen Herangehensweise&#039;&#039;&#039;, zu verwendeter Software und Tools (wie z.B. [http://www.maxqda.com MAXQDA&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.maxqda.com [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt;] oder [https://www.laurenceanthony.net/software AntConc]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.laurenceanthony.net/software [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;), ggf. vorhandene Gesprächsleitfäden können als Anhang beigefügt werden&lt;br /&gt;
* eine Skizze von &#039;&#039;&#039;Feldzugang, Erhebungs- und Auswertungsstrategien&#039;&#039;&#039;, die idealerweise einen Einblick in die konkrete Arbeitspraxis gibt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&amp;lt;/u&amp;gt;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;projektspezifische Informationen&#039;&#039;&#039;, wie etwa die Darstellung der Arbeitsteilung bei der Auswertung im Team und/oder die gemeinsame Organisation und Bearbeitung von Material und Dokumenten&lt;br /&gt;
* Beschreibung und Begründung der &#039;&#039;&#039;Auswahl&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;der archivierten Materialien&#039;&#039;&#039;, Hinweise auf Relationen zwischen bzw. den inneren Zusammenhang von verschiedenen Materialien, Hinweise auf ggf. nicht archiviertes Material aus demselben Forschungskontext&lt;br /&gt;
* Informationen zu &#039;&#039;&#039;Schritten der Aufbereitung&#039;&#039;&#039; für die Nachnutzung, z.B. zu Maßnahmen zur Pseudonymisierung und Anonymisierung&lt;br /&gt;
* Informationen zur Umsetzung &#039;&#039;&#039;rechtlicher Anforderungen&#039;&#039;&#039; (z.B. Informierte Einwilligung) und ggf. Hinweise auf feldspezifische &#039;&#039;&#039;ethische Aspekte&#039;&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* Sofern das Material in Forschungskooperationen, Forschungsverbünden und/oder internationalen Projekten entstanden ist, sollten auch &#039;&#039;&#039;etwaige Besonderheiten&#039;&#039;&#039; beschrieben werden; dazu können unterschiedliche Rechtslagen und Genehmigungspflichten in den beteiligten Ländern gehören oder vertragliche Vereinbarungen mit Partnerinstitutionen, die Auswirkungen auf die Forschung hatten&lt;br /&gt;
* Überlegungen zum &#039;&#039;&#039;Nachnutzungspotenzial des Materials&#039;&#039;&#039; und den spezifischen Anforderungen an die Weiternutzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mit Blick auf ethnografische Forschungsansätze können hier folgende und ähnliche Fragen Orientierung geben bzw. als Anregung dienen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wurden z.B. Protokolle/Notizen tageweise verfasst oder wurden bestimmte Situationen wiederkehrend beobachtet und dokumentiert? In welcher Form, in welcher Detailtreue und Sprache wurden Beobachtungen notiert? Werden wortwörtliche Ausdrücke erwähnt?&lt;br /&gt;
* Welche Techniken wurden beim Verfassen von Beobachtungsprotokollen, Feldnotizen, Feldtagebüchern und anderen Materialien eingesetzt, z.B. sinnhafte Rekonstruktion, Kontrastierung, Verfremdung?&lt;br /&gt;
* In welchen Formaten bestehen Beobachtungsprotokolle, liegen neben Text etwa auch Fotos, Skizzen oder andere multimodale Materialien vor?&lt;br /&gt;
* Wird die eigene Rolle als Forscher:in thematisiert, z.B. die eigene Körpersprache und das eigene Verhalten, die Beziehungsarbeit oder Emotionen, und wenn ja, in welcher Form?&lt;br /&gt;
* In welchen Settings und Situationen wurden die Materialien angefertigt?&lt;br /&gt;
* Wie wurde bei Interviews die Leitfadenentwicklung gestaltet? Inwieweit und warum wurde vom Leitfaden abgewichen, wurde dieser im Laufe der Erhebung angepasst?&lt;br /&gt;
* Wie gestaltete sich der Prozess des Einholens informierter Einwilligungen?&lt;br /&gt;
* Haben sich aus Erkenntnissen Rückwirkungen auf den Forschungsprozess ergeben, wie etwa Modifizierungen und Anpassungen von Forschungsfragen und Forschungsdesign?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mikro-metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikro-Metadaten stellen detaillierte Informationen zu einzelnen Dateien innerhalb einer Datenkollektion (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;) zur Verfügung. Sie enthalten – in Abhängigkeit vom konkreten Material – zusätzliche Informationen etwa zur sozialen Einbettung einer konkreten Beobachtungssituation (Marktplatz, Patientengespräch, Straßenfest etc.) oder zu Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Geschlecht, Alter, Beruf). Außerdem kann in Mikro-Metadaten erfasst werden, zu welchem Zeitpunkt, an welchem Ort und mittels welcher Methoden beispielsweise ein Beobachtungsprotokoll angefertigt wurde und welche Inhalte und Themen darin vorkommen. Auch spezifische Dateiinformationen (z.B. Dateiname und das technische Format) und – mit Blick auf den Erhalt von Komplexität besonders wichtig – die Zusammenhänge zwischen Dateien (z.B. Audio-Aufnahme und Transkript eines Interviews sowie Fotos derselben Interviewsituation) können durch Mikro-Metadaten vermittelt werden. Dementsprechend können sie – ähnlich einer „Lupe“ – dazu beitragen, dass interessierte Wissenschaftler:innen Materialien finden, die möglichst gut zu ihrem Anliegen passen. Mikro-Metadaten sind für Nutzer:innen nur nach vorheriger Online-Registrierung&amp;lt;ref&amp;gt;Die Registrierung erfolgt derzeit über ein [https://www.pangaea.de/user/signup.php?referer=https%3A%2F%2Fwww.pangaea.de%2Fsubmit%2F Online-Formular] beim Informationssystem PANGAEA, das die technische Infrastruktur für Qualiservice bereitstellt. Anschließend können die Mikro-Metadaten eingesehen werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe fertigen Sie eine Übersicht der Materialien an, die sie an Qualiservice übermitteln. Diese Übersicht nutzt Qualiservice in Absprache mit Ihnen gleichzeitig zur Erstellung von Mikro-Metadaten. Qualiservice stellt für die Übersicht eine geeignete Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung. Zur Vorbereitung und Erleichterung dieses Arbeitsschritts empfiehlt Qualiservice die fortlaufende Pflege der Tabelle bereits während des Forschungsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;feldreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Feldreport&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Abhängigkeit vom Forschungsfeld und dem zu archivierenden Material wird es mehr oder weniger regelmäßig Informationen geben, die zwar nicht öffentlich zugänglich in den Metadaten oder im Studienreport hinterlegt werden können, für das Verständnis des Forschungsprozesses bzw. der Forschungsmaterialien aber hilfreich oder notwendig sind. Qualiservice bietet deshalb die Möglichkeit, solche Informationen und Hinweise optional im sogenannten „Feldreport“ zu archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feldreport dient – ähnlich einem „Wegweiser“ – der weiteren Einbettung des archivierten Materials und der Orientierung für Nachnutzende. Er lässt sich in diesem Sinne als zusätzliche Anleitung und Hilfestellung für Personen, die Ihre Materialien nutzen und weiter bearbeiten möchten, charakterisieren und kann auch zur Einordnung feldspezifischer ethischer Fragen genutzt werden – sofern die nicht im offen zugänglichen Studienreport dargelegt werden können. Eine Leitfrage könnte sein: Welche Informationen benötigen Dritte ergänzend zu den Metadaten, dem Studienreport und ggf. zu Ihren Publikationen, damit sie das archivierte Material und z.B. das Vorgehen im Feld angemessen verstehen können? Damit einher geht der Versuch, implizites Wissen aus dem Feld, Überlegungen zur Beziehungsgestaltung und Positionalität im Feld sowie leibliche Erfahrungen und sinnliche Eindrücke, die zwar konstitutiv für den Prozess der ethnografischen Wissensgenerierung sind, sich aber nur begrenzt datenförmig abbilden, diskursiv so weit wie möglich verfügbar zu machen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Feldnotizen nicht archiviert werden sollen oder können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern mit Blick auf ethische Fragestellungen, Machtdynamiken und historische Kontexte oder affektive Dynamiken im Feld die Informationsdichte in den öffentlich zugänglichen Formaten der Dokumentation (Metadaten und Studienreport) reduziert werden muss, kann dieses Dokument auch zur Weitergabe solcher Informationen genutzt werden. Auch sensible Informationen über die Forschenden selbst (z.B. Feldforschung mit Partner:in oder Kindern, Wohnen im Feld, Schwierigkeiten und Lücken) können vielleicht nicht öffentlich zugänglich, aber unter Umständen im Feldreport transparent und nachvollziehbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie entscheiden selbst, ob Sie einen Feldreport anfertigen. Qualiservice lässt die Wahl der konkreten Form, des Umfangs und Inhalts des Feldreports bewusst offen: Die konkrete Gestalt hängt vielmehr davon ab, welchen Bedarf Sie sehen, Nachnutzenden zusätzliche Hinweise zum Forschungsprozess zu geben. Welche Aspekte in den Metadaten, im Studienreport oder im Feldreport wie gewichtet werden, wird sich entsprechend von Projekt zu Projekt unterscheiden. Unabhängig von der konkreten Form steht dieses Dokument – wie das eigentliche Forschungsmaterial auch – nicht frei im Internet zur Verfügung, sondern ist ausschließlich unter kontrollierten Bedingungen (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;) einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zusätzliches-kontextmaterial&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Zusätzliches Kontextmaterial&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus können Sie ergänzende Materialien unterschiedlicher Art, die Sie für das Verständnis Ihres Forschungsmaterials als relevant erachten, bei Qualiservice archivieren und für die Nachnutzung zur Verfügung stellen. Dazu können z.B. Materialien gehören, die zur Vorbereitung der ethnografischen Forschung dienten, wie etwa Leitfäden, Beobachtungs-bögen oder Dokumente zur Kontaktaufnahme mit potenziellen Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Anschreiben, Flyer, Aushänge, Anzeigen, Vorlage für die Einwilligungserklärung). Die Archivierung ausgefüllter und unterschriebener Einwilligungserklärungen ist bei Bedarf – und unter speziellen Sicherungsvorkehrungen – ebenfalls möglich. Auch Material, das im Zuge der Interpretation und Auswertung entstanden ist, wie etwa Codelisten, Kategorienschemata, aber auch Fallanalysen und Zusammenfassungen können geeignet sein. Sofern Exportdateien aus Programmen der computergestützten Datenanalyse wie MAXQDA oder [https://atlasti.com/de ATLAS.ti]&amp;lt;ref&amp;gt;https://atlasti.com/de [Zugriff am 12.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; mit archiviert werden, können Nachnutzende über Memos und Codierungen Einblicke in die Auswertungsschritte erhalten. Wurden die Forschungsmaterialien in Arbeitsgruppen und Forschungswerkstätten gemeinsam interpretiert, können ggf. auch Protokolle dieser Sitzungen als ergänzendes Kontextmaterial archiviert werden. Das gilt auch für die Dokumentation der Nutzung von Zitaten, Exzerpten oder Bildern für Publikationen und Vorträge. Darüber hinaus können auch von Dritten erstellte Dokumente, Materialien oder Leitlinien, die arbeitspraktisch und/oder thematisch mit Ihrem Material in Zusammenhang stehen, Anträge oder Berichte aus dem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis liefern – sofern die Archivierung urheberrechtlich möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie mit Beteiligung von NGOs, Unternehmen, lokalen Behörden oder Community Organizations geforscht haben, können Sie überlegen, ob Vereinbarungen zur Zusammenarbeit oder dem Umgang mit Informationen und Forschungsdaten, Vertraulichkeitserklärungen und Verschwiegenheitspflichten mit archiviert werden können. Wichtig hierbei ist, dass Qualiservice diese Kontextmaterialien wie die Forschungsmaterialien selbst behandelt. Sie sind entsprechend nicht öffentlich zugänglich und können ggf. unter besonderen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-für-die-archivierung-und-nachnutzung-vorbereiten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;3 Ethnografisches Material für die Archivierung und Nachnutzung vorbereiten&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen erste Ideen nahebringen, wie Sie mit Blick auf die Archivierung und die Nachnutzung über Ihr Material nachdenken können, und gleichzeitig Einblicke in die Archivierungspraxis bei Qualiservice ermöglichen. Weiterführende Überlegungen und spezifische Fragen zu konkreten Materialien lassen sich hingegen häufig am besten in individuellen Beratungsgesprächen klären. Qualiservice unterstützt Sie in diesem Sinne bei allen Schritten, die Sie vorbereitend unternehmen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice können im Grundsatz alle Arten ethnografischen/qualitativen Forschungsmaterials archiviert werden. Wie oben ausgeführt, ist in aller Regel das Ziel, dieses Material auch für wissenschaftliche Nachnutzungen zur Verfügung zu stellen. Für internetbasierte und Social Media Daten werden aktuell Möglichkeiten der sinnvollen Archivierung und Nachnutzung eruiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach wie vor sind viele Fragen in diesem, aber auch in anderen Bereichen nicht ausreichend geklärt. Qualiservice arbeitet hier gemeinsam mit anderen Forschungsdatenzentren und im Rahmen des NFDI-Konsortiums KonsortSWD kontinuierlich an der Verbesserung seiner Angebote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice überprüft, ob die &#039;&#039;&#039;datenschutzrechtlichen Anforderungen&#039;&#039;&#039; an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind. Die Übergabe von Material, das personenbezogene Informationen enthält, z.B. in Konvoluten von Fotos oder Videoaufzeichnungen, ist immer dann möglich, wenn eine informierte Einwilligung der Betroffenen zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung vorliegt&amp;lt;ref&amp;gt;Die Einwilligung kann zu verschiedenen Zeitpunkten im Forschungsprozess eingeholt werden. Ein Überblick zu Bedeutung und Verwendung der Informierten Einwilligung in der ethnologischen (Feld-)Forschung findet sich in [https://doi.org/10.26092/elib/1070 Huber und Imeri (2021)].&amp;lt;/ref&amp;gt; oder eine andere Rechtsvorschrift&amp;lt;ref&amp;gt;Z.B. im Rahmen der sog. Interessensabwägung (Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO).&amp;lt;/ref&amp;gt; dies erlaubt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Eine informierte Einwilligung kann mündlich, schriftlich oder elektronisch (z.B. durch eine E-Mail oder ein Webformular) erfolgen. Unabhängig von dieser Formfreiheit wird – um der Nachweispflicht bestmöglich gerecht werden zu können – gerade mit Blick auf sensible Daten im Allgemeinen die Schriftform empfohlen (Baumann, Krahn und Lauber-Rönsberg 2021: 195). Qualiservice stellt auf seiner Webseite DSGVO-konforme Vorlagen zur Verfügung, die Sie bei Bedarf nutzen und an die Erfordernisse Ihres Projektes individuell anpassen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe https://www.qualiservice.org/de/datenschutz.html [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern das Einholen der schriftlichen Zustimmung nicht möglich oder angemessen ist, ist es wichtig, dass Sie die Einwilligung in anderer Form dokumentieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Das kann z.B. geschehen, indem die mündliche Zustimmung aufgezeichnet wird (vgl. [https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08 Benner und Löhe 2019]). In der Forschungspraxis ist es durchaus üblich – und manchmal auch nicht anders umsetzbar –, dass zusätzlich zu ggf. erforderlichen offiziellen Forschungsgenehmigungen von Behörden oder Institutionen einzelne Personen zwar informell über Zwecke und Anliegen der Forschung informiert werden und Akte der Zustimmung erfolgen, die aber nicht aufgezeichnet werden können (vgl z.B. Dilger 2017). Es sollte dann gesondert notiert werden, wer wann wozu eine Einwilligung gegeben hat und worüber genau informiert worden ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Fragen zur Informierten Einwilligung unterstützt Qualiservice Forschende im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/4407 Kretzer et al. 2020]), die den ethischen und rechtlichen Hintergrund erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig ist ggf. zudem die Klärung von &#039;&#039;&#039;Urheberrechten&#039;&#039;&#039;, insbesondere bei Material, das Sie nicht selbst oder auch gemeinsam mit Personen im Forschungsfeld erstellt haben, wie etwa Zeitungen, veröffentlichte Filme, Dokumente, Flyer, Plakate, Archivmaterial und Ähnliches. Sollten rechtliche Klärungen erforderlich sein, können Sie sich an die zuständigen Stellen (Datenschutzbeauftragte, Rechtsabteilung, Beratungsstellen zu Forschungsdaten-management etc.) an Ihrer Hochschule bzw. Forschungseinrichtung wenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &#039;&#039;&#039;technischen Dateiformaten&#039;&#039;&#039; macht Qualiservice derzeit keine standardisierten Vorgaben, empfiehlt jedoch die Verwendung von Dateiformaten, die die weitere Bearbeitung im Kurationsprozess erlauben.&amp;lt;ref&amp;gt;Es sollten z.B. nach Möglichkeit keine PDFs an Qualiservice übergeben werden. Wir empfehlen für Textdokumente TXT, RTF, ODT, DOCX, für Fotos TIFF, JPEG, JPEG2000, für Videos MPEG-4, MP4, für Audio WAV, MP3, für Zitate RIS oder Bibtex. Während der Kuration wandeln wir die Formate ggf. in langzeitarchivierungsfähige Formate um. Darüber hinaus ist z.B. auch die Bewertung unterschiedlicher technischer Dateiformate der Schweizerischen Koordinationsstelle für die dauerhafte Archivierung elektronischer Unterlagen (KOST) hilfreich: https://kost-ceco.ch/cms/kad_main_de.html [Zugriff am 16.05.2023]. Eine weitere Bewertungsmatrix findet sich im Wiki der Fachstelle Forschungsdatenmanagement und Datenerhalt der ETH-Bibliothek Zürich unter https://documentation.library.ethz.ch/display/DD/Archivtaugliche+Dateiformate [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern Sie handschriftliche Notizen angefertigt haben, können Sie auch diese – in digitalisierter, also gescannter Form – bei Qualiservice archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsmaterialien-für-die-archivierung-auswählen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Forschungsmaterialien für die Archivierung auswählen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht immer möglich – und auch nicht zwingend notwendig – Materialien aus einem Projekt vollständig zu archivieren und für die Nachnutzung zugänglich zu machen (vgl. [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]). Bei der Beurteilung kommt es immer auf den Einzelfall an, dennoch gibt es einige generelle Anhaltspunkte, die Ihnen bei der Entscheidung helfen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Auswahl kann zunächst Material mangelnder technischer Qualität (z.B. missglückte “Schnappschüsse”) ausschließen. Es kann zudem notwendig und sinnvoll sein, aus ethischen oder rechtlichen Gründen eine Auswahl aus einem Materialkorpus zu treffen und bestimmte Dokumente, einzelne Textpassagen oder Bilder von vornherein nicht zu berücksichtigen. Auch persönliche Informationen über die Forschenden selbst können unter Umständen zum Ausschluss führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ethnografische Forschung in den allermeisten Fällen im engen Austausch von Forschenden und Forschungsteilnehmer:innen stattfindet, kann es notwendig und/oder ethisch angemessen sein, Forschungsteilnehmer:innen in Entscheidungsprozesse über die Auswahl und Weitergabe der Daten einzubinden (vgl. Kraus und Eberhard 2022, 191). Personen, die insgesamt in besonderer Weise an der Erstellung bzw. der Aufbereitung des Materials beteiligt waren, können namentlich z.B. in den Metadaten genannt werden, sofern diese Angaben aus rechtlichen oder ethischen Gründen nicht pseudonymisiert bzw. anonymisiert werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie, dass die Auswahl in erheblichem Maße mit bestimmt, welche Nachnutzungs-szenarien möglich sind. Auswahlentscheidungen sollten idealerweise in den Studienreport, alternativ auch in den Feldreport Eingang finden, damit ein Verständnis für die originäre Zusammensetzung des Materialkorpus ermöglicht wird. Für Forschungsmaterialien, die nicht archiviert werden, sollten im Idealfall ein knapper Überblick über die Materialien und Hinweise auf die Gründe für den Ausschluss notiert werden. Qualiservice kann Sie bei grundlegenden Fragen zur Auswahl beraten. Da Sie als forschende Person Ihr Material sowie die Umstände und Kontexte Ihrer Forschung am besten kennen, liegt die konkrete Auswahlentscheidung aber bei Ihnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Innerfachlich abgestimmte Kriterien oder Empfehlungen existieren in den ethnologischen – und auch anderen – Fächern bisher nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;material-in-datenkollektionen-ordnen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Material in Datenkollektionen ordnen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig von möglichen Auswahlentscheidungen ist ethnografisches Material äußerst komplex und heterogen. Heterogen im Sinne einer großen Vielfalt an Materialarten – Beobachtungs- und Gesprächsprotokolle, Interviews, Feldnotizen, Fotos, Filme, Mappings etc. – komplex, weil Material aufeinander Bezug nimmt, sich wechselseitig kommentiert, erweitert und ergänzt (Amann und Hirschauer 1997: 16). Es ist ein besonderes Anliegen von Qualiservice, bei der Archivierung die Komplexität – die im je konkreten Projektzusammenhang unterschiedlich gewichtet und unterschiedlich gut zu dokumentieren sein kann – soweit wie möglich zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Abbildung 3: Material nach unterschiedlichen Kriterien in Datenkollektionen zusammenfassen (Beispiel)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element der Materialordnung sind bei Qualiservice die sogenannten Datenkollektionen. In Datenkollektionen können zum Beispiel Materialien derselben Art zusammengefasst werden: Interviews zu einer Datenkollektion, Beobachtungsprotokolle zu einer weiteren, Fotos zu einer dritten, usw. Materialien können aber auch nach anderen Kriterien wie etwa Entstehungsort&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.B. Weiß, Anja; Sommer, Ilka; Chen, Wei; Liu, Tao; Guo, Fan; Liu, Wenting (2021): Globalizing medical knowledge and practise. Doctor-patient-interaction videoobserved at a university hospital in Beijing (PRChina). Transcripts, translation, audiovisual and context material. PANGAEA: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.939235&amp;lt;/ref&amp;gt;, Entstehungszeitpunkt oder Ereignissen gruppiert werden, um die Beziehungen zwischen den Daten zu erhalten. Datenkollektionen werden durch die oben erwähnten Mikro-Metadaten ergänzt, die einen Überblick über den Inhalt einer Datenkollektion ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice versucht im Regelfall, die Materialordnung und -struktur, die Sie bereits im Forschungsprozess erarbeitet haben, in Datenkollektionen zu überführen und/oder mit Ihnen gemeinsam abzustimmen. Wenn Sie bereits im Forschungsprozess eine Übersicht der Materialien angelegt haben, erleichtert dies die hierfür notwendigen Entscheidungen. Qualiservice stellt für diese Übersicht eine Vorlage zur Verfügung – die oben bereits beschriebene Tabelle (siehe [[#mikro-metadaten|Mikro-Metadaten]]), die damit für unterschiedliche Arbeitsschritte in der Archivierungsvorbereitung genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden greifen wir einige Aspekte und Fragen auf, die sich im Umgang mit bestimmten Materialarten stellen bzw. die mit Blick auf die Nachnutzung ethnografischen Materials besondere Relevanz haben können. Die Ausführungen sollen Ihnen als Anregung dienen, wie sich einzelne Materialarten für die Archivierung vorbereiten lassen. Abhängig vom konkreten Material und von verfügbaren Ressourcen wird sich die konkrete Umsetzung projektspezifisch unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zu-einzelnen-materialarten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Hinweise zu einzelnen Materialarten&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn &#039;&#039;&#039;Interviewtranskripte&#039;&#039;&#039; archiviert werden, können sie mit ergänzendem Material – wie bspw. Postskripta, die für das Verständnis wesentlich sein können – angereichert werden. Die Transkriptionsweise wird von Qualiservice nicht vorgegeben, empfohlen wird lediglich, das Transkriptionsverfahren zu dokumentieren. Sofern Sie die Interviewtranskripte pseudonymisieren bzw. anonymisieren (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;), achten Sie auf ein möglichst einheitliches Vorgehen und versuchen Sie auch hier, Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Dafür käme in der Regel der Studienreport, alternativ auch der Feldreport infrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Audioaufnahmen&#039;&#039;&#039; können eigenständig archiviert werden, unabhängig davon, ob gleichzeitig auch Transkriptionen der aufgezeichneten mündlichen Interaktionen an Qualiservice übergeben werden. Aufnahmen können auch ausschließlich non-verbale Informationen und akustische Ereignisse dokumentieren – denkbar ist z.B. die Archivierung von alltäglichen Geräuschkulissen, Klangräumen oder Soundscapes, die etwa im Rahmen ethnografischer Forschung/sensorischer Ethnografie aufgezeichnet werden. Für das bessere Verständnis des Materials ist es in der Regel sinnvoll, den Entstehungszusammenhang und den Stellenwert der Aufnahmen im Studienreport, alternativ auch im Feldreport, zu erläutern. Vor allem bei Audioaufnahmen ohne dazugehöriges Transkript bietet es sich an, im Forschungsprozess ggf. generierte Zeitmarken und Kodierungen mit zu archivieren, um die Navigation durch die Aufzeichnung zu erleichtern. Sofern Audioaufnahmen personenbezogene Informationen enthalten, werden sie bei Qualiservice besonders geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch &#039;&#039;&#039;Fotos&#039;&#039;&#039; und anderes Bildmaterial können archiviert werden. Sofern Fotos und Bilder personenbezogene Daten enthalten und eine Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nicht sinnvoll umgesetzt werden kann, werden auch sie besonders geschützt. Für die Verwaltung und Sortierung von Fotos kommt bei Qualiservice derzeit das Bildverwaltungsprogramm [https://www.tropy.org Tropy]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;https://www.tropy.org [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Einsatz. Qualiservice empfiehlt Forschenden, diese kostenfreie Software für die Verwaltung von Fotos und Bildmaterial zu nutzen, weil hiermit u.a. eine nutzerfreundliche Erfassung von Metadaten (z.B. Titel, Urheber:in, Entstehungszeitpunkt), aber auch eine einfache Übermittlung an Qualiservice möglich ist. Um das Verständnis des Materials zu erleichtern, können Fotos in Tropy zudem mit Notizen versehen werden, die weitere Informationen zur Abbildung und zum Zustandekommen der Bilder festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle&#039;&#039;&#039; entstehen häufig in oder unmittelbar nach einer konkreten Beobachtungssituation. Sofern sie nicht „nur“ als unmittelbare Erinnerungsstützen dienen und ungeordnete und für Außenstehende unverständliche Notizen enthalten, sollten Sie über die Archivierung nachdenken. Ausführliche Beschreibungen sind ein besonders reichhaltiges Material und können ein hohes Maß an Nachvollziehbarkeit gewährleisten. Es kann deshalb sinnvoll sein, die Nachnutzung gerade dieses wertvollen Materials mit weiteren Schritten zu erleichtern. Sie können z.B. Themen und Sachgebiete kennzeichnen oder einen Index erstellen. Sofern angemessen, können Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle auch kodiert und damit im Detail erschlossen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie ein &#039;&#039;&#039;Feldtagebuch&#039;&#039;&#039; geführt haben, können Sie in Erwägung ziehen, es mit zu archivieren. Was ein Feldtagebuch beinhaltet und wie es geführt wird, ist bekanntermaßen nicht klar definiert und hängt stark von individuellen Vorlieben und feldspezifischen Bedingungen ab (vgl. Sanjek 1990). Stärker themen- oder methodenbezogene Notizen können mit persönlicheren Reflexionen, etwa auch über Emotionen im Feld, verwoben sein. Wir sind uns bewusst, dass Feldtagebücher individuell und in vielen Fällen ein Material sind, in dem die forschende Person selbst besonders stark hervortritt. Feldtagebücher können daher gerade mit Blick auf die Forschenden selbst besonders sensibles, gleichzeitig aber auch besonders reichhaltiges und wertvolles Material sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann insofern auch sinnvoll sein, nur Teile des Tagebuchs zugänglich zu machen, oder – etwa bei groben Verständnisschwierigkeiten – Überarbeitungen, Glättung, Korrektur oder stilistische Verfeinerung in Erwägung zu ziehen. Es ist auch möglich, persönlichere Passagen zu kennzeichnen und vor der Archivierung aus dem Dokument zu entfernen. Um dem hohen Schutzbedürfnis von Feldtagebüchern Rechnung zu tragen, können sie – wie andere Materialien auch – überdies mit einem Embargo für eine bestimmte Zeit geschützt werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sind dann erst nach Ablauf dieser Frist für Nachnutzungen zugänglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich wie Feldtagebücher kann auch autoethnografisches Material unter spezifischen Sicherheitsmaßnahmen archiviert und zur wissenschaftlichen Nachnutzung bereitgestellt werden. Siehe beispielsweise dieses bei Quali-service archivierte Projekt: Domsel, Maike Maria (2021): „Leben! Freiheit! Gott?!“ – Die spirituelle Wanderschaft einer Religionslehrerin. Autoethnographische Materialien. https://doi.org/10.1594/PANGAEA.933316&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechende Informationen können ggf. im Studienreport und/oder Feldreport gegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;pseudonymisierung-und-anonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisch Forschende sichern ihren Gesprächspartner:innen oftmals Anonymität zu, um einen geschützten, möglichst offenen und vertraulichen Austausch zu ermöglichen. Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung kommt daher – bisher vor allem mit Blick auf Publikationen – ein besonderer Stellenwert bei der Umsetzung ethischer Prinzipien zu: Sie sollen die Forschungsbeteiligten schützen und Schaden abwenden, indem sie Rückschlüsse auf die beteiligten Personen verunmöglichen bzw. hochgradig unwahrscheinlich machen. Sie sind damit auch Instrumente, um Anforderungen des Datenschutzes zu erfüllen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die DSGVO (Erwägungsgrund 26) legt nahe, dass Daten als anonym gelten, wenn sie faktisch anonymisiert sind, d.h. wenn identifizierende Informationen über Personen entfernt oder so verändert wurden, dass „ein Personenbezug nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand wiederhergestellt werden kann“ (RatSWD 2020, 18, vgl. [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]). Auch bei der Pseudonymisierung werden personenbezogene Informationen im Material verändert. Eine Schlüsseldatei ermöglicht jedoch, dass sie einer Person wieder zugeordnet werden können.&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechend stellen Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung wesentliche Schritte der Aufbereitung von Material für die Archivierung und Nachnutzung dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während also das Ziel ist, Forschungsbeteiligte zu schützen, ist es aus der Sicht von Personen, die Forschungsmaterial nachnutzen möchten, gleichzeitig wesentlich, möglichst viele für die Interpretation relevante Informationen und damit die Aussagekraft der Forschungsmaterialien weitgehend zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Qualiservice hat deshalb das Konzept der flexiblen Anonymisierung entwickelt, das es erlaubt, mit Blick auf eine konkrete Nutzungsanfrage Abstraktionsebenen anzupassen, bevor Material zur Nutzung freigegeben wird ([https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Schutzbedarf und potenzielle Nutzungsinteressen müssen entsprechend in jedem Projekt feld- und materialspezifisch ausbalanciert werden. Notwendige Schritte der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung führen Forschende in der Regel selbst und vor der Übergabe des Materials an Qualiservice durch. Qualiservice berät und unterstützt Sie dabei insbesondere mit Blick auf die Erstellung und Abstimmung projektspezifischer Anonymisierungskonzepte. Es trägt zur Vermeidung der Re-Identifizierung von Personen bei, wenn Sie darauf achten, dass Sie in den Forschungsmaterialien sowie in allen Formen der Dokumentation demselben Anonymisierungskonzept folgen. Für die Umsetzung von Anonymisierungsschritten in textgebundenen Materialien bietet Qualiservice mit dem Anonymisierungstool QualiAnon eine teilautomatisierte Unterstützung (&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Nicolai et al. 2021&amp;lt;/span&amp;gt;, [https://doi.org/10.26092/elib/2576 Nicolai und Mozygemba 2023]) und mit einer Handreichung weitere Hilfestellung an (Mozygemba und Hollstein 2023). Spezifische Fragen können darüber hinaus individuell besprochen werden. Die Pseudonymisierung oder Anonymisierung, die Sie im Material selbst vorgenommen haben, wird bei Qualiservice nach der Datenübergabe nochmals geprüft und, falls erforderlich, vervollständigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mehrsprachigkeit-im-material&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Mehrsprachigkeit im Material&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografische Forschung findet häufig in Feldern statt, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden. Es ist daher üblich, dass im Material zumindest einige Begriffe, Formulierungen und Redewendungen verwendet werden, die für Forschende ohne Vertrautheit mit dem spezifischen Feld nicht unmittelbar verständlich sind. In solchen Fällen kann ein Verzeichnis, in dem relevante fremdsprachige Begriffe erläutert werden, das Verständnis in der Nachnutzung unterstützen. Sofern Sie ganze Schilderungen von Ereignissen, Erzählungen oder Stellungnahmen von Personen in verschiedenen Sprachen notiert haben, können Sie – insbesondere an ausgewählten, besonders wichtigen Stellen im Material – über Zusammenfassungen in deutscher oder englischer Sprache nachdenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vollständige Übersetzungen sind keine Voraussetzung für die Archivierung bei Qualiservice. Sofern Material anonymisiert bzw. pseudonymisiert werden muss, kann durch Qualiservice derzeit eine Überprüfung nur in Deutsch und Englisch garantiert werden. Wenn Material in anderen Sprachen vorliegt, ist eine Rücksprache mit Qualiservice erforderlich – in der Regel müssen Sie selbst dafür Sorge tragen, dass die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung erfolgt ist und die Forschungsmaterialien forschungsethischen wie datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen. Qualiservice begleitet Sie bei der Umsetzung und arbeitet daran, hierfür angemessene Verfahren weiter zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zur-datenübergabe&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Hinweise zur Datenübergabe&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice begreift die Archivierung und Bereitstellung der Materialien für die Nachnutzung stets als kooperative Aufgabe von Forschungsdatenzentrum und Forschenden, die Material abgeben. Deshalb werden Zugangsformen und Nutzungsbedingungen für das Material gemeinsam besprochen und von den Datengebenden festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Sie Forschungsmaterialien zur Archivierung übergeben, schließen Sie mit Qualiservice eine Übergabevereinbarung ab. Diese Vereinbarung dokumentiert die Ergebnisse von Absprachen zur Bewertung der Sensibilität der Forschungsmaterialien und dem entsprechenden Schutzbedarf, der für verschiedene Materialien unterschiedlich hoch sein kann. Für besonders sensible oder nicht anonymisierbare Forschungsmaterialien etwa können zusätzlich schützende Vorkehrungen getroffen werden. Das kann z.B. auch einschließen, dass Material nur in einem speziell gesicherten Gastwissenschaftler:innenraum vor Ort (On-Site Nutzung) oder erst nach Information bzw. in begründeten Einzelfällen nach individueller Zustimmung der Datengebenden genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang werden ggf. auch Sperrfristen (Embargo) festgelegt – Zeiträume, in denen Ihr Material zwar in Katalogen nachgewiesen, aber (noch) nicht von Dritten genutzt werden kann. Damit kann auch sichergestellt werden, dass Sie Ihr Material noch einige Zeit exklusiv bearbeiten können, bspw. weil Qualifikationsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Sofern z.B. veränderte Bedingungen im Feld, der Feldbeziehungen oder der Schutzbedarfe dies erforderlich machen, können die in der Übergabevereinbarung festgelegten Zugangs- und Nutzungsbedingungen auch nachträglich verändert, also z.B. eine Sperrfrist aufgehoben oder verlängert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte nutzen Sie – unabhängig vom Schutzbedarf – für die Übergabe aller Materialien ausschließlich den besonders gesicherten Upload-Space von Qualiservice. Den Zugang stellt Qualiservice im Übergabeprozess bereit. Nach dem Upload der Materialien über eine gesicherte Verbindung werden Ihre Materialien – abgeschnitten vom Internet – kuratiert. Die Kuration umfasst eine Reihe von Schritten, die sicherstellen, dass das Material dauerhaft aufbewahrt und genutzt werden kann und datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllt sind. Dabei wird unter anderem die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung im gesamten Material geprüft und ggf. in Abstimmung mit Ihnen ergänzt. Darüber hinaus nimmt Qualiservice keine Veränderungen am Material vor. Die umfangreiche Kuration erfolgt im so genannten Safe Center vor Ort, das höchste Sicherheitsanforderungen erfüllt und nur für die Kurator:innen zugänglich ist. Die Kuration selbst wird von ausgebildeten Sozialwissenschaftler:innen mit Erfahrungen in der qualitativen bzw. ethnografischen Forschung übernommen. Nach Abschluss der Kuration können Sie den vollständig aufbereiteten Datensatz (Metadaten, Datenkollektionen, Material etc.) noch einmal prüfen. Schließlich vergibt Qualiservice Persistente Identifikatoren (DOI), die für eine nachhaltige Zitierfähigkeit der archivierten Materialien und des Studienreports sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Dritte Ihr Material nutzen können, werden wiederum [https://www.qualiservice.org/files/contao-theme/public/documents/downloads/Vereinbarung_Datennutzung_01_20202_barrierefrei.pdf Nutzungsvereinbarungen]&amp;lt;ref&amp;gt;Projektspezifische Anpassungen können seitens der Datengebenden vorgeschlagen und vereinbart werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen dem/der Datennutzer:in und Qualiservice geschlossen. Die Vereinbarungen stellen sicher, dass die Daten entsprechend der Qualiservice-Nutzungsbedingungen verwendet werden. So verpflichten sich Nutzer:innen etwa, Versuche der Re-Identifikation einzelner Personen sowie die Veröffentlichung ganzer Interviewtranskripte zu unterlassen. Zudem werden Löschfristen für das genutzte Material vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zum-schluss-forschungsdaten-archivieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Zum Schluss: Forschungsdaten archivieren&#039;&#039;&#039;  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisches Material ist in der Regel sehr reichhaltiges, in weiten Teilen unikales Material, dessen analytischer Gehalt in der primären Forschung häufig nicht ausgeschöpft wird. Es besitzt deshalb in vielen Fällen auch über den ursprünglichen Entstehungs- und Forschungskontext hinaus einen bleibenden Wert. Die Archivierung erlaubt es dann nicht nur, Material unter neuen Fragestellungen und Perspektiven zu analysieren, sondern ermöglicht gleichzeitig den Aufbau eines fachlichen Archivs „neuen Typs“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Archivierung digitalen ethnografischen Materials nicht verpflichtend sein kann ([https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW 2018], [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]): Wenn Sie Material archivieren und dessen Nachnutzung ermöglichen können und möchten, finden Sie bei Qualiservice eine angemessene technische Infrastruktur sowie fachlich passende Prozesse und Verfahren, die mit Blick auf material- und projektspezifische Anforderungen flexibel sind. Qualiservice archiviert digitales ethnografisches Material und stellt es unter kontrollierten – und gemeinsam mit Ihnen festgelegten – Bedingungen für die weitere Nutzung in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung basiert auf dem derzeitigen Stand der Archivierungsprozesse bei Qualiservice. Qualiservice arbeitet kontinuierlich – und im Austausch mit Forschenden – an der Verbesserung und Erweiterung seiner Angebote. Wenn Sie über die Archivierung Ihres Materials nachdenken, treten Sie gern mit uns in Kontakt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;archivierung-kompakt&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Archivierung kompakt&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Edit Icon erstellt von zafdesign, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/bearbeiten_4803228 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Archiv Icon erstellt von Kiranshastry, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/archiv_711729 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgende Übersicht führt in knapper Form nochmals wesentliche Bereiche zusammen, in denen Sie vorbereitende Arbeitsschritte unternehmen müssen, wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei allen Schritten, kann Ihnen die erforderlichen Vorarbeiten aber nicht abnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Data Sharing als kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen – ggf. im Austausch mit Forschungspartner:innen – fest, welche Daten und ergänzende Kontextmaterialien archiviert werden.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice berät bei Projektplanung und Antrag-stellung, inkl. der Kalkulation von Kosten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende bereiten die Daten im Projekt vor (zentral: Informierte Einwilligung einholen, Daten ggf. anonymisieren / pseudonymisieren, Forschungsschritte und Material dokumentie-ren).&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice bietet fortwährend Beratung und Unterstützung an, um bereits im Forschungs-projekt geeignete Voraussetzungen für die Archivierung zu schaffen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen in der Übergabevereinba-rung fest, wann und unter welchen Bedingun-gen ihr Material genutzt werden kann: Forschung und/oder Lehre, On-Site Nutzung, Sperrfristen etc.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice übernimmt die Daten und kuratiert sie.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende geben den vollständig aufberei-teten Datensatz frei.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt die Materialien für die Nach-nutzung zur Verfügung und macht sie sichtbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Metadaten&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;gewährleisten als „Fernglas“ die Auffindbarkeit Ihrer Forschungsdaten (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erfassen Metadaten, die allgemei-ne Angaben und Informationen zum Projekt und zum Material enthalten.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt ein [https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm Online-Formular] zur Er-fassung der Metadaten zur Verfügung; überprüft die Eingaben und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermittelt als „Schaufenster“ einen genauen Eindruck von Inhalt/Umfang des archivierten Materials (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen einen Studienreport.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstel-lung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung (Heuer et al. 2020) und Good-Practice-Beispielen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermitteln als „Lupe“ Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion (zugänglich nach Registrierung)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende fertigen eine Materialübersicht an, die sie an Qualiservice übergeben.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt eine Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung und erstellt daraus die Mikro-Metadaten. Die Übersicht dient auch als Grund-lage für die Ordnung des Materials in Datenkol-lektionen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Feldreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
enthält als zusätzlicher „Wegweiser“ z.B. sensible Informationen zum Forschungsverlauf (zugänglich mit Nutzungsvertrag)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen optional einen Feld-report.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstellung des Feldreports individuell.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Datenschutzrechtliche Anforderungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen eine Dokumentation der Einwilligung der Forschungsbeteiligten für die Archivierung und wissenschaftliche Nach-nutzung des sie betreffenden Materials vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice prüft, ob Anforderungen an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind und unterstützt im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([http://dx.doi.org/10.26092/elib/192 Kretzer et al. 2020]) und stellt individuell anpassbare DSGVO-konforme Vorlagen für die Einwilligung zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;soll Rückschlüsse auf einzelne Forschungsbeteiligte verunmöglichen bzw. unwahrscheinlich machen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende entwickeln ein Konzept der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung und nehmen entsprechende Schritte im gesamten Material selbst vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt mit individueller Beratung, einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/7215 Mozygemba und Hollstein 2023]) und dem Anonymisierungstool QualiAnon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Qualiservice prüft die Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nach der Datenübergabe und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;literatur&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Åkerström, Malin; Jacobsson, Katarina; Wästerfors, David (2004) Reanalysis of Previously Collected Material. In: Seale, Clive et al. (Hg.) Qualitative Research Practice. London: SAGE, 314–327.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amann, Klaus; Hirschauer, Stefan (1997) Die Befremdung der eigenen Kultur. Ein Programm. In: Dies. (Hg.) Die Befremdung der eigenen Kultur. Zur ethnographischen Herausforderung soziologischer Empirie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 7–52.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumann, Paul; Krahn, Philipp; Lauber-Rönsberg, Anne (2021) Forschungsdatenmanagement und Recht. Datenschutz-, Urheber- und Vertragsrecht. Feldkirch/Düns: Wolfgang Neugebauer Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benner, Angela; Löhe, Julian (2019) Die informierte Einwilligung auf Tonband: Analyse im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie mit älteren Menschen aus forschungsethischer und rechtlicher Perspektive. In: ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung 20(2), 341–356. [https://www.budrich-journals.de/index.php/zqf/article/view/34855 https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Broocks, Anne-Katrin (2021) Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Study Report. Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1071.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2021) Umgang mit Forschungsdaten: Checkliste für Antragstellende zur Planung und zur Beschreibung des Umgangs mit Forschungsdaten in Forschungsvorhaben. Version 21.12.2021. https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf. [Zugriff am 22.08.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2022) Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Kodex. 1.1. https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) (2019) Positionspapier zum Umgang mit ethnologischen Forschungsdaten, Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA). [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-für-MV_24.09.2019.pdf]. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW), vorm. Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv) (2018) Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten. https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg (2017) Ethics, Epistemology and Ethnography: The Need for an Anthropological Debate on Ethical Review Processes in Germany. In: Sociologus 67(2), 191–208. https://doi.org/10.3790/soc.67.2.191.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg; Hadolt, Bernhard (2010) Medizin im Kontext. Überlegungen zu einer Sozial- und Kulturanthropologie der Medizin(en) in einer vernetzten Welt. In: Dies. (Hg.): Medizin im Kontext. Krankheit und Gesundheit in einer vernetzen Welt. Frankfurt a.M.: Peter Lang, 11–19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fischer, Hans; Beer, Bettina (2020) Dokumentation von Feldforschungsdaten. In: Beer, Bettina; König, Anika (Hg.) Methoden ethnologischer Feldforschung. Berlin: Dietrich Reimer Verlag, 261–282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geiger, Till; Moore, Niamh; Savage, Mike (2010) The archive in question. NCRM Discussion Paper. http://eprints.ncrm.ac.uk/921/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goerres, Achim; Mayer, Sabrina J; Spies, Dennis C. (2020) Immigrant voters against their will: a focus group analysis of identities, political issues and party allegiances among Ger-man resettlers during the 2017 bundestag election campaign. In: Journal of Ethnic and Migration Studies 46(7), 1205–1222. https://doi.org/10.1080/1369183X.2018.1503527.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heuer, Jan-Ocko; Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Huber, Elisabeth; Hollstein, Betina (2020) Kontextualisierung qualitativer Forschungsdaten für die Nachnutzung – eine Handreichung für Forschende zur Erstellung eines Studienreports. Qualiservice Working Papers 1-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/166.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hollstein, Betina; Strübing, Jörg (2018) Zentrale Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Workshop für Archivierung und Sekundäranalyse qualitativer Forschungsdaten. In: RatSWD (Hg.): Archivierung und Zugang zu Qualitativen Daten. RatSWD Working Paper 267/201. Berlin, Rat für Sozial und Wirtschaftsdaten (RatSWD), 101–105. https://doi.org/10.17620/02671.35.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, Elisabeth; Imeri, Sabine (2021) Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges (preprint). Qualiservice Working Papers 4-2021, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1070.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraus, Wolfgang; Eberhard, Igor (2022) Managing Data, Managing Contradictions: Archiving and Sharing Ethnographic Data. In: Burkhardt, Marcus et al. (Hg.): Interrogating Datafication: Towards a Praxeology of Data. Bielefeld: Transcript, 185-206.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne (2013) Arbeitspapier zur Konzeptentwicklung der Anonymisierungs-/Pseudonymisierung in Qualiservice. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Heuer, Jan-Ocko; Huber, Elisabeth (2020) Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung. Qualiservice Working Papers 2-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. http://dx.doi.org/10.26092/elib/192.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lederman, Rena (2016) Archiving Fieldnotes? Placing “Anthropological Records” Among Plural Digital Worlds. In: Sanjek, Roger; Tratner, Susan W. (Hg.): eFieldnotes. The Makings of Anthropology in the Digital World. Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 251–271.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne (2022) Datenvielfalt im Data-Sharing - eine kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum. In: Lohmeier, Christine; Wiedemann, Thomas (Hg.) Datenvielfalt in kommunikationswissenschaftlichen Forschungskontexten. Wiesbaden: Springer VS, 157–178.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Hollstein, Betina (2023) Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten – eine Handreichung. Qualiservice Working Papers 5, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/2525.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne; Hollstein, Betina (2021) QualiAnon - Qualiservice tool for anonymizing text data. Qualiservice. University of Bremen. Software available at: https://github.com/pangaea-data-publisher/qualianon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati (2023) QualiAnon User Manual, v1.3. Qualiservice Technical Report 2-2023, Bremen. https://doi.org/10.26092/elib/2576.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oldörp, Christine (2018) Verschriftlichungen? Zur Technizität und Medialität des Sprechens im qualitativen Interview. Zürich: Chronos Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ottenberg, Simon (1990) Thirty Years of Fieldnotes: Changing Relationships to the Text. In: Sanjek, Roger (Hg.) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press, 139–160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RatSWD [Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten] (2020) Handreichung Datenschutz. 2.vollständig überarbeitete Auflage. RatSWD Output 8/6. https://doi.org/10.17620/02671.50.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sanjek, Roger (Hg.) (1990) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simon, Michael (2015) Ethnologische Anmerkungen zu Bernd Riekens „Gesprächen mit Einheimischen“ in Galtür. In: Bernd Rieken (Hg.) Wie bewältigt man das Unfassbare? Interdisziplinäre Zugänge am Beispiel der Lawinenkatastrophe von Galtür. Münster: Waxmann, 93–105.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Selim, Nasima; Mattes, Dominik (2018) Affective Scholarship: Doing Anthropology with Epistemic Affects. In: ETHOS 46(4), 519–536. https://doi.org/10.1111/etho.12219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Dinkelaker, Samia; Thajib, Ferdiansyah (2019) Fieldwork, ethnography and the empirical affect montage. In: Kahl, Antje (Hg.) Analyzing Affective Societies. Methods and Methodologies. London: Routledge, 279–295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Tropy&amp;lt;/span&amp;gt; (2017) Roy Rosenzweig Center for History and New Media, George Mason University, Fairfax/Virginia. https://www.tropy.org. [Zugriff am 16.05.2023].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiß, Anja; Quasinowski, Benjamin; Sommer, Ilka (2022) Study Report “Globalizing medical knowledge and practice”. Transcripts, translation, audiovisual and context material for doctor-patient-interaction videoobserved at university hospitals in Ankara (Turkey), Beijing (PRChina), Groningen (Netherlands) and Würzburg (Germany). Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1395.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Witzel, Andreas; Reiter, Herwig (2022) Das problemzentrierte Interview - eine praxisorientierte Einführung. Weinheim: Beltz Juventa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Über Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum Qualiservice archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzung zur Verfügung. Unsere Services sind sicher, flexibel und forschungsorientiert. Sie beinhalten die persönliche und studienspezifische Beratung, die Kuration und Aufbereitung qualitativer Daten für die Nachnutzung und die Langzeitarchivierung ebenso wie die Bereitstellung archivierter Forschungsdaten und relevanter Kontextinformationen. Durch international anschlussfähige Metadaten werden Daten­sätze such- und findbar. Persistente Identifikatoren (DOI) sorgen für eine nachhaltige Zitierfähigkeit von Daten und Studienkontexten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2019 wurde Qualiservice vom RatSWD akkreditiert und orientiert sich an dessen Kriterien zur Qualitätssicherung. Qualiservice fühlt sich den &#039;&#039;DFG-Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&#039;&#039; verpflichtet und berücksichtigt darüber hinaus die &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for Scientific Data Management and Stewardship&#039;&#039; sowie die &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Qualiservice-Konsortium:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Akkreditiert durch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PANGAEA – zertifiziertes Weltdatenzentrum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gefördert von&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Qualiservice]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Erl%C3%A4uterungen_zur_Verwendung_der_von_Qualiservice_bereitgestellten_Vorlagen_f%C3%BCr_die_informierte_Einwilligung&amp;diff=16067</id>
		<title>Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Erl%C3%A4uterungen_zur_Verwendung_der_von_Qualiservice_bereitgestellten_Vorlagen_f%C3%BCr_die_informierte_Einwilligung&amp;diff=16067"/>
		<updated>2025-04-30T08:44:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: Created the page&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Susanne Kretzer, Kati Mozygemba,&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jan-Ocko Heuer, Elisabeth Huber&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-2-2020&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Zitierung / Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Heuer, Jan-Ocko &amp;amp;amp; Huber, Elisabeth (2020): &#039;&#039;Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung&#039;&#039;. Qualiservice Working Papers 2-2020, Bremen, http://dx.doi.org/10.26092/elib/192.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© FDZ Qualiservice, August 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Universität Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UNICOM - Gebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Germany&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
E-Mail: [mailto:info@qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;info@qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;erläuterungen-zur-verwendung-der-von-qualiservice-bereit--gestellten-vorlagen-für-die-informierte-einwilligung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Von Susanne Kretzer, Kati Mozygemba, Jan-Ocko Heuer, Elisabeth Huber&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice hat gemeinsam mit der Kanzlei MLS LEGAL GmbH – Rechtsanwalts- und Fachanwaltsgesellschaft (&amp;lt;u&amp;gt;[https://www.mls-legal.de/MLS-LEGAL-Rechtsanwalts-und-Fachanwaltsgesellschaft.659.0.html mls legal])&amp;lt;/u&amp;gt; rechtssichere Einwilligungserklärungen zur Absicherung Ihrer Datenverarbeitung, unter die sowohl die Datenerhebung und -verarbeitung im Forschungsprozess als auch die Übermittlung an Qualiservice zur weiteren wissenschaftlichen Sekundärnutzung und Archivierung&amp;lt;ref&amp;gt;Weitere Information zu Archivierung und Sekundärnutzung finden Sie auf https://qualiservice.org. Dort erhalten Sie auch eine Übersicht unserer Publikationen zum Thema.&amp;lt;/ref&amp;gt; fällt, erarbeitet. Diese stellen wir zum Download auf unserer [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;Website&amp;lt;/u&amp;gt;] bereit. Mit diesen Einwilligungserklärungen möchten wir Sie in der Vorbereitung der unterschiedlichen Phasen der Datenverarbeitung in Ihrem Forschungsprojekt, aber auch in der Vorbereitung einer geplanten Archivierung und Bereitstellung der Forschungsdaten für die wissenschaftliche Sekundärnutzung unterstützen. In internationalen Forschungsvorhaben können Sie auf die von uns in englischer Sprache bereitgestellten Fassungen der Einwilligungserklärung a) für die Primärforschung und b) für die Archivierung und Sekundärnutzung zurückgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden erläutern wir grundlegende Bestimmungen für die Information und die Einwilligungserklärung Ihrer Forschungsteilnehmer*innen. Wir beschreiben, wie Sie die Mustervorlagen nutzen und an Ihr konkretes Forschungsvorhaben anpassen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zum-rechtlichen-hintergrund-der-informierten-einwilligung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Zum rechtlichen Hintergrund der informierten Einwilligung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 25. Mai 2018 gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union (EU) für alle Mitgliedsstaaten der EU. Sie ist unmittelbar bindend anzuwenden, da sie eine Verordnung und keine Richtlinie ist. Sie regelt umfassend die Verarbeitung personenbezogener Daten. Anonymisierte Daten fallen nicht unter die Regelungen der DSGVO, da für anonymisierte Daten kein Personenbezug mehr hergestellt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Hier sind ausdrücklich anonymisierte Daten angesprochen. Pseudonymisierte Daten sind personenbezogene Daten, denn sie ermöglichen einen Personenbezug.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die DSGVO gilt für Wissenschaft und Forschung in allen europäischen Staaten als verbindliche Rechtsgrundlage. Von der dem nationalen Recht übergeordneten DSGVO wird den Nationalstaaten für einige Regelungen die Möglichkeit eingeräumt, diese national auszuformulieren und in ihren nationalen Datenschutzgesetzen niederzulegen. In Deutschland finden diese Regelungen Eingang in das neue Bundesdatenschutzgesetz, welches ebenfalls seit Mai 2018 gilt. Weitere Rechtsgrundlagen für die Verarbeitung personenbezogener Daten sind außerdem die Landesdatenschutzgesetze und ggf. weitere bereichsspezifische Gesetze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die DSGVO und die nationalen Datenschutzgesetze haben für die Verarbeitung personenbezogener Daten in Wissenschaft und Forschung zwar einige Ausnahmen&amp;lt;ref&amp;gt;In der DSGVO sind Ausnahmen von der Regel der Einwilligung als besonderer Erlaubnistatbestand definiert; diese sind aber nicht als „Ersatz“ für nicht eingeholte oder zu erzielende Einwilligungen zu sehen, sondern sie unterliegen gänzlich eigenen Anforderungen.&amp;lt;/ref&amp;gt; eingeführt, diese entheben aber nicht von der prinzipiellen Wahrung der Persönlichkeitsrechte (Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz/GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG sowie außerdem EU-Grundrechtecharta Art. 3, 7 und 8) wie bspw. der informationellen Selbstbestimmung und damit dem Recht, über die eigenen personenbezogenen Daten und deren Nutzung zu bestimmen. Mit Ihrer Unterschrift willigen die Teilnehmer*innen ein, dass sie unter den von Ihnen formulierten Bedingungen mit der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten einverstanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige personenbezogene Daten schützt die DSGVO in Art. 9 Abs. 1 besonders. Zu diesen besonders geschützten personenbezogenen Daten gehören Informationen zur „rassischen und ethnischen Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen“ (ebd.). Auch die Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft, genetische und biometrische Daten, Gesundheitsdaten und Daten zur Sexualität oder sexuellen Orientierung müssen besonders geschützt werden. Diese Informationen müssen besonders geschützt werden, da sie „im Zusammenhang mit ihrer Verarbeitung erhebliche Risiken für die Grundrechte und Grundfreiheiten“ (DSGVO Erwägungsgrund 51) der Betroffenen darstellen können. Die Verarbeitung dieser Daten muss von den betreffenden Personen explizit erlaubt werden. Sie sind in einer Einwilligungserklärung besonders zu adressieren, wenn sie im Forschungsvorhaben erhoben oder an ein Forschungsdatenzentrum zur Archivierung und Sekundärnutzung übermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsethik-und-informierte-einwilligung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Forschungsethik und informierte Einwilligung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Verantwortung weisen Fachgesellschaften den Forscher*innen in ihren Ethik-Kodizes und Stellungnahmen zur Archivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten als Ergänzung zur Einwilligungserklärung zu (DGV 2018, DGS 2019, AS 2019, DGSKA 2019). Forscher*innen sind aufgefordert, mögliche Risiken, die Teilnehmer*innen aus der Preisgabe personenbezogener Informationen im Forschungsprojekt entstehen können, abzuschätzen und ethisch zu reflektieren. Dieses Vorgehen soll einen sicheren Umgang mit den Daten unterstützen. Forscher*innen informieren die Teilnehmer*innen über mögliche Folgen, Risiken und Chancen der wissenschaftlichen Verarbeitung ihrer Daten im Projekt und ggf. auch für die wissenschaftliche Nutzung darüber hinaus, z.B. in themenverwandten Forschungsbereichen. In Kenntnis der personenbezogenen Daten können Forscher*innen auch weitere Schutzmaßnahmen thematisieren. Dies spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn sie für weitere Forschungsarbeiten mit Wissenschaftler*innen sekundär genutzt werden sollen. Die Forschungsteilnehmer*innen müssen explizit einwilligen, damit ihre personenbezogenen Daten auch über das konkrete Forschungsprojekt hinaus genutzt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forscher*innen können aber auch ihrer Wertschätzung den Teilnehmer*innen gegenüber Ausdruck verleihen, wenn diese bereit sind, ihre Daten für weitere wissenschaftliche Forschung zur Verfügung zu stellen. Die Teilnehmer*innen erfahren durch diese Wertschätzung, dass ihre Informationen wichtige Daten für die Wissenschaft sind und die Anstrengungen, die mit einer Studienteilnahme verbunden sind, geachtet werden. Die intensive Kommunikation über das Forschungsvorhaben und über die mögliche Sekundärnutzung könnte zukünftig die vertrauensvolle Beziehung zwischen Forschungsteilnehmer*innen und Forscher*innen weiter stärken. Denn durch die Informationen können die Teilnehmer*innen ihre Rolle im Forschungsprozess und im Verhältnis zu den Forscher*innen besser verstehen und über die Nachnutzung ihrer personenbezogenen Daten entscheiden. Auch werden die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis durch die damit erreichte Transparenz in Forschungsprojekten umgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;grundsätzliche-anforderungen-an-die-einwilligungserklärung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Grundsätzliche Anforderungen an die Einwilligungserklärung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;dokumentation-der-einwilligung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== 3.1 Dokumentation der Einwilligung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einwilligungen müssen nicht notwendigerweise schriftlich erteilt werden. Sie müssen jedoch eindeutig und explizit als freiwillige Zustimmung ausgedrückt werden (Art. 4 Abs.11 DSGVO). Aus dieser Offenheit heraus entsteht eine Unsicherheit, inwieweit andere Formen als die der schriftlichen Einwilligung juristisch gesehen sicher, forschungsethisch vertretbar und forschungspraktisch realisierbar sind. Aus dieser Unsicherheit resultieren Fragen danach wie alternative Formen der Einwilligungserklärungen z.B. in mündlicher Form konsistent und rechtssicher dokumentiert werden können. Um unter den realen Forschungsbedingungen im Feld eine datenschutzrechtlich und forschungsethisch akzeptable Form der Einwilligung zu erzielen, sollten Forscher*innen sich bei der Verwendung anderer Formen als der schriftlichen Einwilligung mit Datenschutzbeauftragten beraten oder ein Ethikvotum einholen. Gleichwohl können die vorliegenden Qualiservice-Einwilligungsformulare als Leitfaden bspw. für das mündliche Einholen von Einwilligungen genutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;inhalte-der-einwilligung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== 3.2 Inhalte der Einwilligung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die DSGVO fordert nicht nur, dass die informierte Einwilligung als freiwillige und explizite Handlung erfolgt, sondern auch, dass sie in informierter Weise für einen bestimmten Fall und widerruflich erfolgt (Art. 4 Nr. 11 DSGVO, Erwägungsgrund 32). Für „einen bestimmten Fall“ unterstreicht die Anforderung, für unterschiedliche Zwecke der Datenverarbeitung eine informierte Einwilligung einzuholen. Dies gilt für die Primärforschung als auch für die spätere Nachnutzung von personenbezogenen Daten, etwa für die Archivierung und wissenschaftliche Sekundärnutzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einwilligung auf „informierte Weise“ beinhaltet die Information über das geplante Forschungsvorhaben und die Datenverarbeitung im Primärforschungsprojekt. Die Einwilligung zur Teilnahme muss grundsätzlich vor der Datenerhebung eingeholt werden. Sollen personenbezogene Forschungsdaten nach Abschluss des Forschungsprojektes an Forschungsdatenzentren zur Archivierung oder Archivierung und Sekundärnutzung übermittelt werden, sind auch dafür informierte Einwilligungen einzuholen. Für Zwecke der wissenschaftlichen Forschung sind ausnahmsweise auch breit formulierte Einwilligungen möglich, da zum Zeitpunkt der Erhebung der personenbezogenen Daten der Zweck der Verarbeitung oftmals nicht vollständig angegeben werden kann (DSGVO Erwägungsgrund 33).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bedeutet diese Anforderung, dass die Forschungsteilnehmer*innen alle Informationen erhalten haben, die sie zur Wahrung ihrer Rechte (Art. 15-18 DSGVO) benötigen, etwa, dass sie ihre Einwilligung ohne Nachteile widerrufen können (Art. 7 Absatz 3 DSGVO). Dazu müssen in der Information die Ansprechpersonen und -institutionen, die diese Rechte gewähren müssen, genannt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen unterschiedlichen Pflichten zur Information und Einwilligung heraus strukturieren sich vollständige Einwilligungserklärungen in vier inhaltliche Abschnitte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Information über den Zweck (Forschungsteilnahme, Archivierung und Sekundärnutzung), für den die Einwilligung eingeholt wird,&lt;br /&gt;
* die datenschutzrechtliche Information,&lt;br /&gt;
* die Einwilligungserklärung zur Teilnahme am Forschungsprojekt oder zu einem anderen Zweck, wie etwa der Datenübermittlung an ein Forschungsdatenzentrum zur Archivierung und Sekundärnutzung,&lt;br /&gt;
* die datenschutzrechtliche Einwilligungserklärung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;die-qualiservice-vorlagen-für-die-informierte-einwilligung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Die Qualiservice-Vorlagen für die informierte Einwilligung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice bietet drei unterschiedliche Einwilligungsformulare an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* für die Einwilligung in das Forschungsvorhaben (Primärforschung),&lt;br /&gt;
* für die Einwilligung in die weitere Nutzung der personenbezogenen Daten (z.B. für Archivierung und wissenschaftliche Sekundärnutzung),&lt;br /&gt;
* für die Einwilligung in die Archivierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Verwendung der zweckgebundenen Formulare können Sie die Einwilligung zu den unterschiedlichen Zwecken zu verschiedenen Zeitpunkten einholen. Das hat den Vorteil, dass die Situation zu Beginn der Datenerhebung nicht mit vielfältigen Informationen und unterschiedlichen Formularen überfrachtet wird. Der erste Feldzugang bleibt zunächst weitgehend unabhängig von der Diskussion um eine evtl. zukünftige Archivierung und Sekundärnutzung und Forscher*innen können vor Beginn der Datenerhebung die informierte Einwilligung zur Teilnahme am Forschungsprojekt erlangen. Nach der Datenerhebung kann die Einwilligung zur Übermittlung der personenbezogenen Daten für die Archivierung und Sekundärnutzung an Qualiservice besprochen werden. Dieses Vorgehen birgt den Vorteil, dass die Forschungsteilnehmer*innen zu diesem späteren Zeitpunkt nach der Datenerhebung besser einschätzen können, welche personenbezogenen Daten sie für die Archivierung und Sekundärnutzung bereitstellen möchten und welche nicht. Für den erhöhten Aufwand, der entsteht, um die informierte Einwilligung zu erlangen, können Ressourcen in entsprechenden Arbeitspaketen bspw. für das Forschungsdatenmanagement bei Förderinstitutionen beantragt werden. Denn in der Konsequenz bedeuten die rechtlichen und forschungsethischen Hintergründe der informierten Einwilligung, dass den Forschungsteilnehmer*innen mehr Information über das Forschungsprojekt und den Umgang mit ihren Daten kommuniziert werden muss, als dies häufig bisher praktiziert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Wir stellen Ihnen drei Formulare zur informierten Einwilligung als Download zur Verfügung:&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;Für die Primärforschung&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit Informationen zu Zielsetzung und Ablauf der Forschung, zur Teilnahme und Freiwilligkeit, zum Datenschutz wie der Art der Daten und der Datenverarbeitung, dem Personenkreis mit Datenzugang, den Betroffenenrechten und verantwortlichen Ansprechpartner*innen für deren Wahrung; schließlich finden Sie die Einwilligung zur Teilnahme als auch die datenschutzrechtliche Einwilligung. Am Ende des Formulars bestätigen Sie als verantwortliche/r Forscher*in, dass Sie den/die Einwilligende/n über alle notwendigen Aspekte und Risiken informiert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ol start=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;list-style-type: decimal;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;li&amp;gt;&amp;lt;p&amp;gt;&#039;&#039;Für die Übermittlung an Qualiservice zur Archivierung und wissenschaftlichen Sekundärnutzung&#039;&#039;&amp;lt;/p&amp;gt;&amp;lt;/li&amp;gt;&amp;lt;/ol&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit Informationen zur Begründung und Zielsetzung der Übermittlung personenbezogener Daten für die Archivierung und Sekundärnutzung bei Qualiservice, der Art der übermittelten Daten, dem Personenkreis mit Datenzugang, dem Ablauf der Datenarchivierung und dem Schutz der Daten, der Sekundärnutzung, den Betroffenenrechten und den verantwortlichen Ansprechpartner*innen für deren Wahrung; schließlich finden Sie die Einwilligung in die Übermittlung und die wissenschaftliche Sekundärnutzung als auch die datenschutzrechtliche Einwilligung. Am Ende des Formulars bestätigen Sie als verantwortliche/r Forscher*in, dass Sie den/die Einwilligende/n über alle notwendigen Aspekte und Risiken informiert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ol start=&amp;quot;3&amp;quot; style=&amp;quot;list-style-type: decimal;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;li&amp;gt;&amp;lt;p&amp;gt;&#039;&#039;Für die Übermittlung an Qualiservice zur Archivierung&#039;&#039;&amp;lt;/p&amp;gt;&amp;lt;/li&amp;gt;&amp;lt;/ol&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit Informationen zur Begründung einer zehnjährigen Archivierung mit anschließender Löschung der personenbezogenen Daten, der Art der übermittelten Daten und deren Verarbeitung für die Archivierung ohne Sekundärnutzung, den Betroffenenrechten und den verantwortlichen Ansprechpartner*innen für deren Wahrung; schließlich finden Sie die Einwilligung in die Übermittlung zur Archivierung als auch die datenschutzrechtliche Einwilligung. Am Ende des Formulars bestätigen Sie als verantwortliche/r Forscher*in, dass Sie den/die Einwilligende/n über alle notwendigen Aspekte und Risiken informiert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben uns bemüht, die Einwilligungen einfach, verständlich und rechtssicher zu formulieren. Die rechtssichere Formulierung ist für Sie als Forschende und für Qualiservice als Forschungsdatenzentrum eine wichtige Absicherung im Falle zukünftiger Unklarheiten und Konflikte hinsichtlich der Datenverarbeitung und der gegebenen Einwilligung. Andererseits ist – wie zuvor schon erläutert – aus datenschutzrechtlicher, aber auch aus forschungsethischer Sicht geboten, die Forschungsteilnehmer*innen über Zwecke der Forschungsvorhaben oder die Übermittlung ihrer personenbezogenen Daten an Dritte (bspw. an Qualiservice), den Umgang und die Zugänglichkeit mit und zu ihren Daten verständlich zu informieren und ihnen die Möglichkeit einzuräumen, über die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten zu bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konflikt zwischen rechtssicheren und verständlichen Formulierungen wird besonders offensichtlich, wenn Sie die Formulare in leichte Sprache abwandeln wollen, weil Sie bspw. mit Menschen mit geringen Sprachkenntnissen forschen. Für eine Anpassung der Formulare an leichte Sprache sollten Sie sich jedenfalls mit der/dem Datenschutzbeauftragten Ihrer Organisation beraten. Ein Kompromiss im Umgang mit dieser Herausforderung könnte evtl. sein, dass Sie die einzelnen Inhalte der Qualiservice-Formulare Ihren Forschungsteilnehmer*innen mündlich erläutern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;praktische-hinweise-zur-arbeit-mit-den-formularen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== 4.1 Praktische Hinweise zur Arbeit mit den Formularen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur leichteren Bearbeitung stellen wir die drei Formulare barrierefrei im Word-Format online. Zur Anpassung an Ihr Forschungsprojekt bedarf es einiger Erläuterungen, die Sie im Folgenden finden. Da wir die Formulare im Word-Format zum Download stellen, haben Sie die Möglichkeit auch anderweitige Anpassungen vorzunehmen. Bedenken Sie bei Ergänzungen und Änderungen der Texte aber bitte, dass neue Formulierungen die Rechtssicherheit unserer Formulare beeinträchtigen können. Beraten Sie sich dazu ggf. mit Ihren Datenschutzbeauftragten in Ihrer Institution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beachten Sie bitte folgende Hinweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Auszufüllende Felder sind als Formularsteuerfeld in Form eines grau hinterlegten Textfeldes eingefügt und an das jeweilige Forschungsprojekt anzupassen. Dazu können die Felder einfach gelöscht und durch den individuellen Text ersetzt werden. So wird sichergestellt, dass alle zu bearbeitenden Informationen auf den ersten Blick ersichtlich sind und nicht vergessen werden.&lt;br /&gt;
* Im Sinne eines barrierefreien Zugangs sind diese Felder mit Hilfstext unterlegt.&lt;br /&gt;
* Für bessere Lesbarkeit kann die graue Feldschattierung ausgeblendet werden: Dazu in der Registerkarte auf „Entwicklertools &amp;amp;gt; Formulare aus Vorversionen &amp;amp;gt; Feldschattierung anzeigen“ gehen und die Feldschattierung bei Bedarf ein oder ausschalten. Wird die Option „Entwicklertools“ nicht angezeigt, so muss vorweg die Registerkarte „Datei &amp;amp;gt; Optionen &amp;amp;gt; Menüband anpassen &amp;amp;gt; Hauptregisterkarten“ geöffnet und das Kontrollkästchen bei „Entwicklertools“ aktiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;literatur-und-weiterführende-informationen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Literatur und weiterführende Informationen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akademie für Soziologie (AS) (2019): &#039;&#039;Richtlinien zum Umgang mit Forschungsdaten in der Soziologie. 25. September 2019&#039;&#039;. Online: [https://akademie-soziologie.de/wp-content/uploads/2019/10/richtlinien-zum-umgang-mit-forschungsdaten-AS_25_09_2019-1.pdf &amp;lt;u&amp;gt;https://akademie-soziologie.de/wp-content/uploads/2019/10/richtlinien-zum-umgang-mit-forschungsdaten-AS_25_09_2019-1.pdf&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) (2019): &#039;&#039;Positionspapier zum Umgang mit ethnologischen Forschungsdaten&#039;&#039;. Online: [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf &amp;lt;u&amp;gt;https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) (2019): &#039;&#039;Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten in der Soziologie. Stellungnahme des Vorstands und Konzils der DGS, Stand: 08.01.2019&#039;&#039;. Online: [https://soziologie.de/aktuell/news/bereitstellung-und-nachnutzung-von-forschungsdaten-in-der-soziologie &amp;lt;u&amp;gt;https://soziologie.de/aktuell/news/bereitstellung-und-nachnutzung-von-forschungsdaten-in-der-soziologie&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (DGV) (2018): &#039;&#039;Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten&#039;&#039;. Online: https://www.d-g-v.de/wp-content/uploads/2019/04/dgv-Positionspapier_FDM.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebel, Tobias; Grenzer, Matthis; Kreusch, Julia; Liebig, Stefan; Schuster, Heidi; Tscherwinka, Ralf; Watteler, Oliver; Witzel, Andreas (2015): Verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist: Datenschutz in qualitativen Interviews. In: &#039;&#039;Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research&#039;&#039; 16(2), Art. 27. Online: [http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/viewFile/2266/3822 &amp;lt;u&amp;gt;http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/viewFile/2266/3822&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, Elisabeth (2019): Beratung und Entscheidungsfindung bei rechtlichen und ethischen Fragen des Forschungsdatenmanagements. In: &#039;&#039;Bausteine Forschungsdatenmanagement&#039;&#039; Nr. 2 (Oktober), S. 31–39. Online: [https://doi.org/10.17192/bfdm.2019.2.8072 &amp;lt;u&amp;gt;https://doi.org/10.17192/bfdm.2019.2.8072&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, Elisabeth; Imeri, Sabine (in Vorbereitung): The What and Why and When of Informed Consent in Ethnographic Research. In: &#039;&#039;Bulletin de l’AFAS. Sonorités&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kuula, Arja (2011): Methodological and Ethical Dilemmas of Archiving Qualitative Data. In: &#039;&#039;IASSIST Quarterly&#039;&#039; 34(3-4), S. 12–17. Online: [https://doi.org/10.29173/iq455 &amp;lt;u&amp;gt;https://doi.org/10.29173/iq455&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice; MLS Legal (2020): &#039;&#039;Rechtsfragen zur Nutzung qualitativer Daten in Forschung, Archivierung und Sekundärnutzung&#039;&#039;. Workshop-Video. Online: [https://www.qualiservice.org/de/workshops.html &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org/de/workshops.html&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) (2019): &#039;&#039;Forschungsethik in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften: Lehr- und Übungsmaterialien für die akademische Lehre&#039;&#039;. Online: [https://www.ratswd.de/publikation/forschungsethik-lehrmaterial &amp;lt;u&amp;gt;https://www.ratswd.de/publikation/forschungsethik-lehrmaterial&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) (2019): &#039;&#039;Übersicht sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Ethikkommissionen&#039;&#039;. Online: https://www.ratswd.de/themen/forschungsethik/kommissionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) (2020): &#039;&#039;Handreichung Datenschutz&#039;&#039;. 2. vollständig überarbeitete Auflage. RatSWD Output 8 (6). Berlin. Online:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schaar, Katrin (2017): &#039;&#039;Die informierte Einwilligung als Voraussetzung für die (Nach-)nutzung von Forschungsdaten: Beitrag zur Standardisierung von Einwilligungserklärungen im Forschungsbereich unter Einbeziehung der Vorgaben der DS-GVO und Ethikvorgaben&#039;&#039;. RatSWD Working Paper 264. Berlin. Online: [https://www.ratswd.de/dl/%20RatSWD_WP_264.pdf https://www.ratswd.de/dl/ RatSWD_WP_264.pdf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbund Forschungsdaten Bildung (VerbundFDB) (2019): &#039;&#039;Informierte Einwilligung&#039;&#039;. Online: [https://www.forschungsdaten-bildung.de/einwilligung &amp;lt;u&amp;gt;https://www.forschungsdaten-bildung.de/einwilligung&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Unger, Hella (2018): Forschungsethik, digitale Archivierung und biografische Interviews. In: Lutz, Helma; Schiebel, Martina; Tuider, Elisabeth (Hrsg.): &#039;&#039;Handbuch Biographieforschung&#039;&#039;. Wiesbaden: Springer VS, S. 681–693. Online: [https://doi.org/10.1007/978-3-658-18171-0_57 &amp;lt;u&amp;gt;https://doi.org/10.1007/978-3-658-18171-0_57&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
von Unger, Hella; Dilger, Hansjörg; Schönhuth, Michael (2016): &#039;&#039;Ethikbegutachtung in der sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung? Ein Debattenbeitrag aus soziologischer und ethnologischer Sicht&#039;&#039;. RatSWD Working Paper 259. Berlin. Online: [https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_WP_259.pdf &amp;lt;u&amp;gt;https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_WP_259.pdf&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Watteler, Oliver; Ebel, Thomas (2019): Datenschutz im Forschungsdatenmanagement. In: Jensen, Uwe; Netscher, Sebastian; Weller, Katrin (Hrsg.): &#039;&#039;Forschungsdatenmanagement sozialwissenschaftlicher Umfragedaten: Grundlagen und praktische Lösungen für den Umgang mit quantitativen Forschungsdaten&#039;&#039;. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich, S. 57–80. Online: [https://doi.org/10.3224/84742233.05 &amp;lt;u&amp;gt;https://doi.org/10.3224/84742233.05&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;anhang-qualiservice-vorlagen-für-die-informierte-einwilligung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &amp;lt;u&amp;gt;ANHANG&amp;lt;/u&amp;gt;: Qualiservice-Vorlagen für die informierte Einwilligung =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;_Toc41316710&amp;quot; class=&amp;quot;anchor&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;Stand: August 2020. Die jeweils aktuellen Versionen können als bearbeitbare Word-Dokumente von unserer [https://www.qualiservice.org/ Website] heruntergeladen werden. Dort sind auch englischsprachige Fassungen a) für die Primärforschung und b) für die Archivierung und Sekundärnutzung verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;einwilligungserklärung-für-die-primär-forschung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Einwilligungserklärung für die (Primär-)Forschung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Information und Einwilligungserklärung&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zum wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[vollständiger Titel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039; - &#039;&#039;[Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Information zum wissenschaftlichen Forschungsvorhaben&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr geehrte*r Teilnehmer*in des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
wir möchten Sie um Ihre Einwilligung zur Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039; und der damit verbundenen Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten bitten. Hierzu erhalten Sie im Folgenden Informationen zum Inhalt und zum Ablauf des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens sowie zur beabsichtigten Nutzung Ihrer Daten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Worum geht es in diesem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wissenschaftliche Forschungsvorhaben wird durchgeführt, um &#039;&#039;[einfügen und erläutern: Warum wird dieses wissenschaftliche Forschungsvorhaben durchgeführt und werden Daten verarbeitet? Zu welchem Zweck bzw. mit welchem Ziel wird das Forschungsvorhaben durchgeführt? Ggf. aufnehmen: Wer ist der Fördergeber? Ggf. aufnehmen: Wie ist die Laufzeit des Forschungsvorhabens?&#039;&#039;]&#039;&#039;.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wie ist der genaue Ablauf des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens und wie sollen meine Daten verwendet werden?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Teilnahme an diesem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben wird voraussichtlich &#039;&#039;[&amp;lt;u&amp;gt;Soweit möglich&amp;lt;/u&amp;gt; den Umfang bzw. Zeitraum/zeitlichen Aufwand benennen und einfügen: z.B. zeitlicher Aufwand: 1 Stunde, 1 Tag, 8 Wochen etc. oder z.B. Umfang: einen oder maximal 2 Interviewtermine etc.]&#039;&#039; umfassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während dieses wissenschaftlichen Forschungsvorhabens werden Sie &#039;&#039;[einfügen: Ablauf des Forschungsvorhabens und die durchzuführenden Maßnahmen beschreiben, z.B.: „……. an einem Interview teilnehmen. Die Interviews werden mit einem Aufnahmegerät aufgezeichnet werden. Zusätzlich werden Sie gebeten einen Fragebogen auszufüllen.“]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entstehen für mich Kosten durch die Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben und wird eine Aufwandsentschädigung bezahlt?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Teilnahme an diesem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben entstehen für Sie keine zusätzlichen Kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Vergütung/Aufwandsentschädigung für Ihre Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben wird nicht gezahlt [&#039;&#039;beachten&#039;&#039;: ggf. &#039;&#039;nur im Rahmen einer begründbaren Aufwandsentschädigung: z.B.: „Als Aufwandsentschädigung erhalten Sie einmalig EUR 10,- für entstehende Reisekosten.“&#039;&#039;].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansprüche auf weitere Vergütung, Tantiemen oder sonstige Beteiligungen an finanziellen Vorteilen und Gewinnen, die möglicherweise auf der Basis der Forschungsergebnisse erzielt werden, sind ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bin ich während der Durchführung des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens versichert?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[Bei allen Forschungsvorhaben muss im Einzelfall geprüft werden, ob eine spezielle Versicherung abgeschlossen werden muss. Falls keine Versicherung abgeschlossen wurde, muss dies auch erwähnt werden.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Alternative A:&amp;lt;/u&amp;gt; &amp;lt;u&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/u&amp;gt;Für Ihre Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben besteht ein Versicherungsschutz bei [&#039;&#039;einfügen: Name und Anschrift der Versicherung, Telefon, Fax, Versicherungsschein-Nr.: &#039;&#039;&#039;XXXX&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;]. Die Höchstleistung pro versicherte Person beträgt &#039;&#039;[einfügen x €]&#039;&#039;. Diese Versicherung deckt alle etwaigen Schäden, die Ihnen durch Maßnahmen des Forschungsvorhabens entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir weisen Sie ferner darauf hin, dass Sie auf dem Weg von und zum Ort des stattfindenden Forschungsvorhabens durch uns nicht unfallversichert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Alternative B:&amp;lt;/u&amp;gt; &amp;lt;u&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/u&amp;gt;Wir weisen Sie darauf hin, dass für die Durchführung dieses wissenschaftlichen Forschungsvorhabens keine spezielle Versicherung abgeschlossen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wer entscheidet, ob ich aus dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben gegebenenfalls vorzeitig ausscheide?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilnahme an diesem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben ist freiwillig. Sie können jederzeit ohne Angabe von Gründen die Teilnahme beenden, ohne dass Ihnen dadurch Nachteile entstehen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unter gewissen Umständen ist es aber auch möglich, dass ein wissenschaftliches Forschungsvorhaben vorzeitig beendet wird, beispielsweise aus organisatorischen Gründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollten während der Durchführung des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens wichtige neue Informationen bekannt werden, die sich auf Ihre Entscheidung über die weitere Fortsetzung Ihrer Teilnahme an diesem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben auswirken könnten, werden Sie darüber informiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Datenschutzrechtliche Information: Was passiert mit meinen Daten?&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Welche Daten werden in dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben erhoben?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens werden die folgenden Daten von Ihnen erhoben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kontaktdaten &#039;&#039;[einfügen: bitte alle persönlichen Daten benennen, z.B. Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Projektdaten, d.h. die im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens produzierten Informationen zu Ihrer Person, wie insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
* [&#039;&#039;einfügen, z.B.: Audioaufzeichnungen eines Interviews,Videoaufzeichnungen,schriftliche Fassung eines Interviews,Fragebogendaten zu Ihrer Person.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Projektdaten können auch besondere Kategorien personenbezogener Daten umfassen wie beispielsweise personenbezogene Daten aus denen die rassische und ethnische Herkunft&amp;lt;ref&amp;gt;Original-Wortlaut des Gesetzestextes nach Artikel 9 Absatz 1 DSGVO.&amp;lt;/ref&amp;gt;, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen, genetische Daten, biometrische Daten, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung [&#039;&#039;nicht zutreffendes aus dieser Aufzählung bitte streichen&#039;&#039;].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Auf welche Art und Weise erfolgt die Datenverarbeitung in dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produzierten Projektdaten, d.h. die [&#039;&#039;einfügen und beschreiben: Art und Weise der Datenverarbeitung, z.B.: „…..Originaltexte Ihres Interviews ODER Original-Audioaufzeichnungen Ihres Interviews ODER Original-Videoaufzeichnungen werden von Projektmitarbeitern ausgewertet. Im Rahmen der Auswertung werden auch Abschriften erstellt, in denen alle Angaben, die zu einer Identifizierung Ihrer Person führen könnten (z.B. Namen) und sonstige Hinweise, verändert, abstrahiert oder aus den Abschriften entfernt werden.“]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Originaldaten- bzw. -aufzeichnungen werden gemäß der Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis mindestens 10 Jahre lang aufbewahrt und anschließend gelöscht, soweit gesetzliche Vorgaben nicht längere Archivierungspflichten vorsehen [&#039;&#039;Soweit dieser Abschnitt nicht zutreffend ist, da die Daten z.B. unbefristet archiviert werden sollen, bitte diesen Abschnitt komplett streichen&#039;&#039;].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In wissenschaftlichen Veröffentlichungen, wie in Publikationen oder auf Tagungen und Konferenzen, werden keine personenbezogenen Daten von Ihnen genannt, d.h. die Forschungsergebnisse werden ohne Bezug zu Ihrer Person veröffentlicht. Interviews werden nur in Ausschnitten zitiert, um gegenüber Dritten sicherzustellen, dass der entstehende Gesamtzusammenhang von Ereignissen nicht zu einer Identifizierung Ihrer Person führen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Kontaktdaten werden mit einer Kennung für die Projektdaten versehen und getrennt von den Projektdaten an unterschiedlichen Orten gespeichert, zu denen nur autorisierte Mitarbeiter*innen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens sowie berechtigte Wissenschaftler*innen Zutritt haben. Nach der Beendigung des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens werden Ihre Kontaktdaten automatisch gelöscht, soweit Sie nicht in eine weitere Speicherung Ihrer Kontaktdaten für themenverwandte wissenschaftliche Forschungsvorhaben ausdrücklich einwilligen. In diesem Fall würden Wissenschaftler*innen die Daten auf Antrag zur Verfügung gestellt, damit diese sie kontaktieren und erfragen können, ob Sie für eine Teilnahme an einem themenverwandten wissenschaftlichen Forschungsvorhaben zur Verfügung stehen. Eine solche Teilnahme ist natürlich freiwillig und Sie können sie ohne Angaben von Gründen ablehnen. Sie können einer längeren Speicherung natürlich auch zu jedem Zeitpunkt widersprechen; Ihre Kontaktdaten werden dann gelöscht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wer erhält Kenntnis von den Daten und welche Personen und Institutionen haben Zugang zu den Daten?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugang zu Ihren Daten haben nur Mitarbeiter*innen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens, Personen sowie zugangsberechtigte Wissenschaftler*innen. Diese Personen sind auf Beachtung der datenschutzrechtlichen Anforderungen verpflichtet. Die Daten sind vor fremden Zugriffen geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Welche Rechte stehen den von der Datenverarbeitung Betroffenen zu?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben ist freiwillig; sollten Sie nicht teilnehmen, entstehen Ihnen keine Nachteile. Sie haben jederzeit die Möglichkeit die folgenden Rechte geltend zu machen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Auskunft&#039;&#039;&#039; über die von Ihnen verarbeiteten personenbezogenen Daten (Art. 15 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Berichtigung&#039;&#039;&#039; Sie betreffender unrichtiger personenbezogener Daten (Art. 16 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Löschung&#039;&#039;&#039; Sie betreffender personenbezogener Daten (Art. 17 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Einschränkung der Verarbeitung&#039;&#039;&#039; Sie betreffender personenbezogener Daten (Art. 18 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Widerspruch&#039;&#039;&#039; gegen die Verarbeitung Sie betreffender personenbezogner Daten (Art. 21 DSGVO),&lt;br /&gt;
* Sie haben zudem das Recht, sich bei einer &#039;&#039;&#039;Datenschutz-Aufsichtsbehörde&#039;&#039;&#039; über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten durch uns zu &#039;&#039;&#039;beschweren&#039;&#039;&#039; (Art. 77 DSGVO),&lt;br /&gt;
* Sofern Sie in die Verarbeitung Ihrer Daten eingewilligt haben, besteht die Möglichkeit diese jederzeit für die Zukunft zu &#039;&#039;&#039;widerrufen&#039;&#039;&#039; (Art. 7 Absatz 3 DSGVO). In diesem Fall müssen alle personenbezogenen Daten entweder gelöscht oder anonymisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Rechte sind grundsätzlich schriftlich bei dem zur Datenverarbeitung Verantwortlichen geltend zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wer ist für das wissenschaftliche Forschungsvorhaben und die damit verbundene Datenverarbeitung verantwortlich? An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wissenschaftliche Forschungsvorhaben wird von &#039;&#039;[einfügen: durchführende Institution mit Namen, Adresse benennen]&#039;&#039; durchgeführt. Für die Datenverarbeitung verantwortlich ist &#039;&#039;[einfügen: der für die Datenverarbeitung Verantwortliche ist mit Namen, Funktion, Institution, Adresse zu benennen, z.B. N.N., Leiter des Forschungsvorhabens, Universität XY.]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für datenschutzrechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an die*den Datenschutzbeauftragte*n an der &#039;&#039;[einfügen: Name der Institution, Name des Datenschutzbeauftragten/der Datenschutzbeauftragten, Adresse, Telefon, E-Mail]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollten Sie weitere Fragen bezüglich des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens haben, wenden Sie sich bitte an die folgende Kontaktstelle/Projektleitung &#039;&#039;[einfügen: studienspezifische Kontaktstelle/Projektleitung mit entsprechenden Angaben zur Kontaktaufnahme, wie Name, Adresse, Telefon, Fax, E-Mail]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben teilnehmen wollen, lesen und unterschreiben Sie bitte die beiliegende Einwilligungserklärung. Das Original der Einwilligungserklärung bleibt bei &#039;&#039;[Institution einfügen, bei der die Original-Einwilligungserklärung hinterlegt wird]&#039;&#039;. Sie erhalten eine Kopie der Einwilligungserklärung. Das Informationsschreiben zum wissenschaftlichen Forschungsvorhaben verbleibt ebenfalls bei Ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit freundlichen Grüßen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[einfügen: N.N.]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leiter*in des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Institution einfügen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Information und Einwilligungserklärung&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zum wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[vollständiger Titel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039; - &#039;&#039;[Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Einwilligungserklärung zur Teilnahme&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe die schriftliche Information zu dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhalten. Mir wurde eine Kopie meiner unterschriebenen Einwilligungserklärung zur Teilnahme und zum Datenschutz ausgehändigt. Ich habe beide Dokumente gelesen und verstanden. Ich wurde ausführlich - mündlich und schriftlich - über das Ziel und den Verlauf des Forschungsvorhabens, meine Rechte und Pflichten, den mir zustehenden Versicherungsschutz sowie über meine Datenschutzrechte informiert. Ich hatte Gelegenheit Fragen zu stellen. Diese wurden zufrieden stellend und vollständig beantwortet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erkläre hiermit meine Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039;. Ich wurde darauf hingewiesen, dass meine Teilnahme an dem Forschungsvorhaben freiwillig ist und dass ich das Recht habe, diese jederzeit ohne Angaben von Gründen zu beenden, ohne dass mir dadurch Nachteile entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erkläre hiermit meine Einwilligung, dass ich für zukünftige themenverwandte wissenschaftliche Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf deren Antrag hin, kontaktiert werden darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Datenschutzrechtliche Einwilligungserklärung&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin mit der Verarbeitung meiner erhobenen personenbezogenen Projektdaten, nämlich der [&#039;&#039;einfügen, z.B.: Audioaufzeichnungen meines Interviews ODER Videoaufzeichnungen ODER schriftlichen Fassung meines Interviews ODER Fragebogendaten zu meiner Person etc&#039;&#039;.] im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens [&#039;&#039;einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens&#039;&#039;] einverstanden, [&#039;&#039;einfügen soweit relevant, ansonsten unzutreffendes streichen: „…….insbesondere auch mit der Verarbeitung besonderer Kategorien meiner personenbezogenen Daten, wie beispielsweise personenbezogene Daten aus denen die rassische und ethnische Herkunft&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Original-Wortlaut des Gesetzestextes nach Artikel 9 Absatz 1 DSGVO.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039;, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen, genetische Daten, biometrische Daten, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung.&#039;&#039;“].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner erkläre ich mein Einverständnis dazu, dass auch nach Abschluss des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens&#039;&#039;] meine erhobenen personenbezogenen Kontaktdaten für zukünftige themenverwandte wissenschaftliche Forschungsvorhaben gespeichert und verarbeitet sowie an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf deren Antrag hin übermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__________________________________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor- und Nachname&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__________________________________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
______________________________ _____________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ort und Datum Unterschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als verantwortliche*r Wissenschaftler*in [&#039;&#039;Alternativ: Projektleiter*in&#039;&#039;] habe ich über das Ziel, Zweck, Bedeutung, Tragweite sowie etwaige Risiken dieses wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; aufgeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
_______________________________ _____________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ort und Datum Unterschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;einwilligungserklärung-für-die-archivierungsekundärnutzung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Einwilligungserklärung für die Archivierung/Sekundärnutzung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Information und Einwilligungserklärung&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung von personenbezogenen Daten aus dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;[vollständiger Titel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039; &#039;&#039;- [Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Information zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung Ihrer personenbezogenen Daten&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr geehrte*r Teilnehmer*in des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit Ihrer Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; leisten Sie der Wissenschaft einen wertvollen Dienst, denn ohne die Erhebung von Informationen über Menschen und ihren Lebensverhältnissen wäre die Erforschung unseres sozialen Zusammenlebens unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir möchten Sie um Einwilligung zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung Ihrer im wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen bitten. Hierzu erhalten Sie im Folgenden Informationen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Warum sollen meine im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039;&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ verwendet werden?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen archiviert wertvolle Informationen und stellt sie Wissenschaftler*innen für die weitere wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung. Die mehrfache wissenschaftliche Verwendung unterstützt damit eine verbesserte Ausschöpfung bereits geleisteter wissenschaftlicher Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entstehen für mich Kosten durch meine Einwilligung zur Verwendung meiner im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ und wird eine Aufwandsentschädigung bezahlt?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ihre Einwilligung zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung Ihrer im wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ entstehen für Sie keine zusätzlichen Kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Vergütung für die Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung Ihrer im wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ wird nicht gezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansprüche auf weitere Vergütung, Tantiemen oder sonstige Beteiligungen an finanziellen Vorteilen und Gewinnen, die möglicherweise auf der Basis der Forschungsergebnisse erzielt werden, sind ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Datenschutzrechtliche Information: Was passiert mit meinen Daten?&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Welche Daten werden an das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ zur Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung übermittelt?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ werden die im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; von Ihnen erhobenen und verarbeiteten Daten übermittelt, nämlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kontaktdaten &#039;&#039;[einfügen: bitte alle persönlichen Daten benennen, z.B. Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* Projektdaten, d.h. die im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens produzierten Informationen zu Ihrer Person, wie insbesondere:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
* &lt;br /&gt;
* [&#039;&#039;einfügen, z.B.: Audioaufzeichnungen eines Interviews und ausgewertete Abschriften davon,Videoaufzeichnungen und ausgewertete Abschriften davon,schriftliche Fassung eines Interviews und ausgewertete Abschriften davon,Fragebogendaten zu Ihrer Person]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Projektdaten können auch besondere Kategorien personenbezogener Daten umfassen wie beispielsweise personenbezogene Daten aus denen die rassische und ethnische Herkunft&amp;lt;ref&amp;gt;Original-Wortlaut des Gesetzestextes nach Artikel 9 Absatz 1 DSGVO.&amp;lt;/ref&amp;gt;, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen, genetische, Daten, biometrische Daten, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung [&#039;&#039;nicht zutreffendes aus dieser Aufzählung bitte streichen&#039;&#039;].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wer erhält Kenntnis von den Daten und welche Personen und Institutionen haben Zugang zu den Daten?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugang zu Ihren Daten haben nur berechtigte Mitarbeiter*innen des Forschungsdatenzentrums „Qualiservice“ an der Universität Bremen sowie zugangsberechtigte Wissenschaftler*innen. Diese Personen sind auf Beachtung der datenschutzrechtlichen Anforderungen verpflichtet. Die Daten sind vor fremden Zugriffen geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wie erfolgt eine Archivierung und weitere wissenschaftliche Nutzung Ihrer übermittelten Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; werden - nach den Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis - die von Ihnen erhobenen Projektdaten und zwar sowohl die erhobenen Originaldaten/-aufzeichnungen als auch die im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; ausgewerteten, d.h. die veränderten, abstrahierten und anonymisierten Abschriften davon, zur Archivierung und weiteren ausschließlich wissenschaftlichen Nutzung für verwandte Themen in Forschung und Lehre an das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen übermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den übermittelten Projektdaten prüft das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“, ob die Daten bereits vollständig anonymisiert sind, d.h. inwieweit Sie nicht oder nicht mehr identifiziert werden können und ergreift, falls erforderlich, zusätzliche Maßnahmen zur Anonymisierung und zum Schutz der Daten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ stellt die anonymisierten Projektdaten auf Antrag und nach einer individuellen Prüfung anderen Wissenschaftler*innen unter strengen Auflagen, die in einer Nutzungsvereinbarung festgehalten werden, zu ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken in Forschung und Lehre zur Verfügung. Alle Daten werden vertraulich unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Anforderungen sowie von forschungsethischen Aspekten behandelt und gegen unbefugten Zugriff gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; werden Ihre Kontaktdaten automatisch gelöscht, soweit Sie nicht in eine weitere Speicherung Ihrer Kontaktdaten für themenverwandte wissenschaftliche Forschungsvorhaben ausdrücklich eingewilligt haben. In diesem Fall werden Ihre Kontaktdaten nach Abschluss des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; an das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ übermittelt, vorausgesetzt Sie haben auch hierzu eine entsprechende Einwilligung erteilt. Ihre übermittelten Kontaktdaten werden dort mit einer Kennung für die Projektdaten versehen und getrennt von den Projektdaten an unterschiedlichen Orten gespeichert, zu denen nur autorisierte Mitarbeiter*innen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens sowie berechtigte Wissenschaftler*innen Zutritt haben. Die Kontaktdaten werden auf Antrag anderen Wissenschaftler*innen, die ein themenverwandtes wissenschaftliches Forschungsvorhaben untersuchen möchten, zur Verfügung gestellt. In diesem Fall würden die Wissenschaftler*innen Sie erneut kontaktieren und erfragen, ob Sie für eine Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben zu Verfügung stehen. Eine solche Teilnahme ist freiwillig und Sie können sie ohne Angaben von Gründen ablehnen. Sie können einer längeren Speicherung natürlich auch zu jedem Zeitpunkt widersprechen; Ihre Kontaktdaten werden dann gelöscht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Welche Rechte stehen den von der Datenverarbeitung Betroffenen zu?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übermittlung, Archivierung und weitere wissenschaftliche Nutzung durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen Ihrer im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen und verarbeiteten Daten erfolgt freiwillig; sollten Sie einer Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung nicht zustimmen, entstehen Ihnen keine Nachteile. Sie haben jederzeit die Möglichkeit die folgenden Rechte geltend zu machen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Auskunft&#039;&#039;&#039; über die von Ihnen verarbeiteten personenbezogenen Daten (Art. 15 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Berichtigung&#039;&#039;&#039; Sie betreffender unrichtiger personenbezogener Daten (Art. 16 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Löschung&#039;&#039;&#039; Sie betreffender personenbezogener Daten (Art. 17 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Einschränkung der Verarbeitung&#039;&#039;&#039; Sie betreffender personenbezogener Daten (Art. 18 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Widerspruch&#039;&#039;&#039; gegen die Verarbeitung Sie betreffender personenbezogener Daten (Art. 21 DSGVO),&lt;br /&gt;
* Sie haben zudem das Recht, sich bei einer &#039;&#039;&#039;Datenschutz-Aufsichtsbehörde&#039;&#039;&#039; über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten durch uns zu &#039;&#039;&#039;beschweren&#039;&#039;&#039; (Art. 77 DSGVO),&lt;br /&gt;
* Sofern Sie in die Verarbeitung Ihrer Daten eingewilligt haben, besteht die Möglichkeit diese jederzeit für die Zukunft zu &#039;&#039;&#039;widerrufen&#039;&#039;&#039; (Art. 7 Absatz 3 DSGVO). In diesem Fall müssen alle personenbezogenen Daten entweder gelöscht oder anonymisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Rechte sind grundsätzlich schriftlich bei dem zur Datenverarbeitung Verantwortlichen geltend zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wer ist für die Archivierung und weitere Nutzung der im wissenschaftlichen Forschungsvorhaben&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;&#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; verarbeiteten Daten verantwortlich? An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Archivierung und weitere wissenschaftliche Nutzung der übermittelten Daten verantwortlich ist das Team des Forschungsdatenzentrums „Qualiservice“ an der Universität Bremen unter der Projektleitung von Prof. Dr. Betina Hollstein des Forschungsdatenzentrums „Qualiservice“ am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik an der Universität Bremen, Mary-Somerville-Str. 9, 28359 Bremen, E-Mail: bhollstein@uni-bremen.de. Auf der Internetseite [https://www.qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;] steht zudem ein Kontaktformular zu Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für datenschutzrechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an die Datenschutzbeauftragte an der Universität Bremen, Petra Banik, Referat 06, Bibliothekstrasse 1-3, 28359 Bremen, Telefon: (0421) 218 60211, E-Mail: pbanik@uni-bremen.de.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollten Sie weitere Fragen bezüglich des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens sowie der Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung haben, wenden Sie sich bitte an die folgende Kontaktstelle/Projektleitung &#039;&#039;[einfügen: studienspezifische Kontaktstelle/Projektleitung mit entsprechenden Angaben zur Kontaktaufnahme, wie Name, Adresse, Telefon, Fax, E-Mail].&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie in die Übermittlung Ihrer Daten an das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ zur Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung in Forschung und Lehre einwilligen wollen, unterschreiben Sie bitte die beiliegende Einwilligungserklärung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Original dieser Einwilligungserklärung verbleibt bei dem Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik an der Universität Bremen, Mary-Somerville-Str. 7, 28359 Bremen, Telefon: (0421) 218 58616, E-Mail: qualiservices@uni-bremen.de. Sie erhalten eine Kopie der Einwilligungserklärung. Das Informationsschreiben verbleibt ebenfalls bei Ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit freundlichen Grüßen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[einfügen: N.N., Funktion benennen]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Information und Einwilligungserklärung&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung von personenbezogenen Daten aus dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;[vollständiger Titel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039; &#039;&#039;- [Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Einwilligungserklärung zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung Ihrer personenbezogenen Daten&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe die schriftliche Information erhalten. Mir wurde eine Kopie meiner unterschriebenen Einwilligungserklärung ausgehändigt. Ich habe beide Dokumente gelesen und verstanden. Ich wurde ausführlich - mündlich und schriftlich - über das Ziel und den Zweck der Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung meiner personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“, meine Rechte und Pflichten sowie über meine Datenschutzrechte informiert. Ich hatte Gelegenheit Fragen zu stellen. Diese wurden zufrieden stellend und vollständig beantwortet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin einverstanden, dass nach Abschluss des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen],&#039;&#039; die von mir erhobenen Projektdaten und zwar sowohl die Originalaufzeichnungen als auch die veränderten, abstrahierten und anonymisierten Abschriften davon, an das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ zur Archivierung und weiteren ausschließlich wissenschaftlichen Nutzung durch Wissenschaftler*innen in themenverwandten Bereichen von Forschung und Lehre übermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erkläre hiermit meine Einwilligung dazu, dass nach Abschluss des oben genannten wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039;, meine Kontaktdaten ebenfalls an das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen übermittelt werden dürfen, sodass ich für zukünftig themenverwandte wissenschaftliche Forschungsvorhaben von Wissenschaftler*innen auf deren Antrag hin, kontaktiert werden darf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Datenschutzrechtliche Einwilligungserklärung&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin mit der Übermittlung meiner im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039; erhobenen und verarbeiteten personenbezogenen Projektdaten, nämlich sowohl der Original- &#039;&#039;[einfügen, z.B.: Original-Audioaufzeichnungen meines Interviews ODER Original-Videoaufzeichnungen ODER der Originaldaten der schriftlichen Fassung meines Interviews ODER der Original-Fragebogendaten zu meiner Person etc.]&#039;&#039; als auch der veränderten, abstrahierten und anonymisierten Abschriften davon an das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen zur Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe an Wissenschaftler*innen zur themenverwandten wissenschaftlichen Nutzung in Forschung und Lehre einverstanden, &#039;&#039;[einfügen soweit relevant, ansonsten unzutreffendes streichen: „……insbesondere auch betreffend besonderer Kategorien meiner personenbezogenen Daten, wie beispielsweise personenbezogene Daten aus denen die rassische und ethnische Herkunft&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Original-Wortlaut des Gesetzestextes nach Artikel 9 Absatz 1 DSGVO.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039;, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen, genetische Daten, biometrische Daten, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung“].&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner bin ich mit der Übermittlung meiner im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Kontaktdaten an das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen zur Speicherung, Verarbeitung und Weitergabe an Wissenschaftler*innen zur themenverwandten wissenschaftlichen Nutzung in Forschung und Lehre einverstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__________________________________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor- und Nachname&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__________________________________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
______________________________ _____________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ort und Datum Unterschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als verantwortliche*r Wissenschaftler*in [&#039;&#039;Alternativ: Projektleiter*in&#039;&#039;] habe ich über das Ziel, Zweck, Bedeutung, Tragweite sowie etwaige Risiken dieses wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; aufgeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
_______________________________ _____________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ort und Datum Unterschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;einwilligungserklärung-für-die-archivierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Einwilligungserklärung für die Archivierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Information und Einwilligungserklärung&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Übermittlung und Archivierung von personenbezogenen Daten aus dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;[vollständiger Titel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039; &#039;&#039;- [Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Information zur Übermittlung und Archivierung Ihrer personenbezogenen Daten&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr geehrte*r Teilnehmer*in des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit Ihrer Teilnahme an dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039; leisten Sie der Wissenschaft einen wertvollen Dienst, denn ohne die Erhebung von Informationen über Menschen und ihren Lebensverhältnissen wäre die Erforschung unseres sozialen Zusammenlebens unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir möchten Sie um Einwilligung zur Übermittlung und Archivierung Ihrer im wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen bitten. Hierzu erhalten Sie im Folgenden Informationen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Warum sollen meine im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ verwendet werden?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen archiviert wertvolle Informationen aus der Sozialforschung und stellt dafür die notwendigen technisch-organisatorischen Maßnahmen für die datenschutzgerechte Archivierung dieser Forschungsdaten in Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Dienstleistern bereit. Die von Ihnen in dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben [&#039;&#039;einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens&#039;&#039;] erhobenen personenbezogenen Daten sollen vorliegend für einen Zeitraum von 10 Jahren [&#039;&#039;soweit ein anderer Zeitraum als 10 Jahre gewünscht ist, bitte einfügen&#039;&#039;] archiviert und anschließend automatisch gelöscht werden, soweit gesetzliche Vorgaben nicht längere Archivierungspflichten vorsehen. Die Archivierung soll gewährleisten, dass die Forschungsarbeit, an der Sie beteiligt waren, für die Dauer von 10 Jahren [&#039;&#039;soweit ein anderer Zeitraum als 10 Jahre gewünscht ist, bitte einfügen&#039;&#039;] von Förderinstitutionen geprüft werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Entstehen für mich Kosten durch meine Einwilligung zur Verwendung meiner im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ und wird eine Aufwandsentschädigung bezahlt?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ihre Einwilligung zur Übermittlung und Archivierung Ihrer im wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ entstehen für Sie keine zusätzlichen Kosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Vergütung für die Übermittlung und Archivierung Ihrer im wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ wird nicht gezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansprüche auf weitere Vergütung, Tantiemen oder sonstige Beteiligungen an finanziellen Vorteilen und Gewinnen, die möglicherweise auf der Basis der Forschungsergebnisse erzielt werden, sind ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Datenschutzrechtliche Information: Was passiert mit meinen Daten?&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Welche Daten werden an das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ zur Archivierung übermittelt?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ werden die Folgenden im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; von Ihnen erhobenen und verarbeiteten Daten übermittelt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Projektdaten, d.h. die im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens produzierten Informationen zu Ihrer Person, wie insbesondere:&lt;br /&gt;
** &lt;br /&gt;
** &lt;br /&gt;
** &lt;br /&gt;
** &lt;br /&gt;
** [&#039;&#039;einfügen, z.B.: Audioaufzeichnungen eines Interviews und ausgewertete Abschriften davon,Videoaufzeichnungen und ausgewertete Abschriften davon,schriftliche Fassung eines Interviews und ausgewertete Abschriften davon,Fragebogendaten zu Ihrer Person]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Projektdaten können auch besondere Kategorien personenbezogener Daten umfassen wie beispielsweise personenbezogene Daten, aus denen die rassische und ethnische Herkunft&amp;lt;ref&amp;gt;Original-Wortlaut des Gesetzestextes nach Artikel 9 Absatz 1 DSGVO.&amp;lt;/ref&amp;gt;, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen, genetische Daten, biometrische Daten, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung [&#039;&#039;nicht zutreffendes aus dieser Aufzählung bitte streichen&#039;&#039;].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wer erhält Kenntnis von den Daten und welche Personen und Institutionen haben Zugang zu den Daten?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugang zu Ihren Daten haben nur berechtigte Mitarbeiter*innen des Forschungsdatenzentrums „Qualiservice“ an der Universität Bremen sowie Personen, die zur nachträglichen Überprüfung von Forschungsprojekten, wie dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens],&#039;&#039; berechtigt sind. Diese Personen sind auf Beachtung der datenschutzrechtlichen Anforderungen verpflichtet. Die Daten sind vor fremden Zugriffen geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wie erfolgt eine Archivierung Ihrer übermittelten Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; werden - nach den Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis - die von Ihnen erhobenen Projektdaten und zwar sowohl die erhobenen Originaldaten/ -aufzeichnungen als auch die im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; ausgewerteten, d.h. die veränderten, abstrahierten und anonymisierten Abschriften davon, zur Archivierung an das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen übermittelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ wird alle notwendigen zweckdienlichen technischen und organisatorischen Mittel, Formate und Methoden verwenden, um die übermittelten Forschungsdatensätze anhand von Metadaten in Datenbanken für die Wiederauffindbarkeit zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von Ihnen erhobenen Projektdaten und zwar sowohl die erhobenen Originaldaten/ -aufzeichnungen als auch die im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; ausgewerteten, d.h. die veränderten, abstrahierten und anonymisierten Abschriften davon, werden 10 Jahre &#039;&#039;[soweit ein anderer Zeitraum als 10 Jahre gewünscht ist, bitte einfügen&#039;&#039;] lang von dem Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ aufbewahrt und anschließend automatisch gelöscht, soweit gesetzliche Vorgaben nicht längere Archivierungspflichten vorsehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Daten werden vertraulich unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Anforderungen sowie von forschungsethischen Aspekten behandelt und gegen unbefugten Zugriff gesichert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Welche Rechte stehen den von der Datenverarbeitung Betroffenen zu?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Übermittlung und Archivierung durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen Ihrer im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen und verarbeiteten Daten erfolgt freiwillig; sollten Sie einer Übermittlung und Archivierung nicht zustimmen, entstehen Ihnen keine Nachteile. Sie haben jederzeit die Möglichkeit die folgenden Rechte geltend zu machen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Auskunft&#039;&#039;&#039; über die von Ihnen verarbeiteten personenbezogenen Daten (Art. 15 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Berichtigung&#039;&#039;&#039; Sie betreffender unrichtiger personenbezogener Daten (Art. 16 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Löschung&#039;&#039;&#039; Sie betreffender personenbezogener Daten (Art. 17 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Einschränkung der Verarbeitung&#039;&#039;&#039; Sie betreffender personenbezogener Daten (Art. 18 DSGVO),&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Recht auf Widerspruch&#039;&#039;&#039; gegen die Verarbeitung Sie betreffender personenbezogener Daten (Art. 21 DSGVO),&lt;br /&gt;
* Sie haben zudem das Recht, sich bei einer &#039;&#039;&#039;Datenschutz-Aufsichtsbehörde&#039;&#039;&#039; über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten durch uns zu &#039;&#039;&#039;beschweren&#039;&#039;&#039; (Art. 77 DSGVO),&lt;br /&gt;
* Sofern Sie in die Verarbeitung Ihrer Daten eingewilligt haben, besteht die Möglichkeit diese jederzeit für die Zukunft zu &#039;&#039;&#039;widerrufen&#039;&#039;&#039; (Art. 7 Absatz 3 DSGVO). In diesem Fall müssen alle personenbezogenen Daten entweder gelöscht oder anonymisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Rechte sind grundsätzlich schriftlich bei dem zur Datenverarbeitung Verantwortlichen geltend zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wer ist für die Archivierung der im wissenschaftlichen Forschungsvorhaben &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; verarbeiteten Daten verantwortlich? An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Archivierung der übermittelten Daten verantwortlich ist &#039;&#039;&#039;das Team des Forschungsdatenzentrums „Qualiservice“ an der Universität Bremen unter der Projektleitung von Prof. Dr. Betina Hollstein&#039;&#039;&#039; des Forschungsdatenzentrums „Qualiservice“ am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik an der Universität Bremen, Mary-Somerville-Str. 9, 28359 Bremen, Telefon: (0421) 218 58616, E-Mail: bhollstein@uni-bremen.de. Auf der Internetseite &amp;lt;u&amp;gt;qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt; steht zudem ein Kontaktformular zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für datenschutzrechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an die Datenschutzbeauftragte an der Universität Bremen, Petra Banik, Referat 06, Bibliothekstrasse 1-3, 28359 Bremen, Telefon: (0421) 218 60211, E-Mail: pbanik@uni-bremen.de.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollten Sie weitere Fragen bezüglich des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens sowie der Archivierung haben, wenden Sie sich bitte an die folgende Kontaktstelle/Projektleitung [&#039;&#039;einfügen: studienspezifische Kontaktstelle/Projektleitung mit entsprechenden Angaben zur Kontaktaufnahme, wie Name, Adresse, Telefon, Fax, E-Mail].&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie in die Übermittlung Ihrer Daten an das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ zur Archivierung einwilligen wollen, unterschreiben Sie bitte die beiliegende Einwilligungserklärung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Original dieser Einwilligungserklärung verbleibt bei dem Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik an der Universität Bremen, Mary-Somerville-Str. 7, 28359 Bremen, Telefon: (0421) 218 58616, E-Mail: qualiservices@uni-bremen.de. Sie erhalten eine Kopie der Einwilligungserklärung. Das Informationsschreiben verbleibt ebenfalls bei Ihnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit freundlichen Grüßen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;[einfügen: N.N., Funktion benennen]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Information und Einwilligungserklärung&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Zur Übermittlung und Archivierung von personenbezogenen Daten aus dem wissenschaftlichen Forschungsvorhaben&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;[vollständiger Titel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039; &#039;&#039;- [Kürzel des Forschungsvorhabens einfügen]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Einwilligungserklärung zur Übermittlung und Archivierung Ihrer personenbezogenen Daten&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe die schriftliche Information erhalten. Mir wurde eine Kopie meiner unterschriebenen Einwilligungserklärung ausgehändigt. Ich habe beide Dokumente gelesen und verstanden. Ich wurde ausführlich - mündlich und schriftlich - über das Ziel und den Zweck der Übermittlung und Archivierung meiner personenbezogenen Daten durch das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“, meine Rechte und Pflichten sowie über meine Datenschutzrechte informiert. Ich hatte Gelegenheit Fragen zu stellen. Diese wurden zufrieden stellend und vollständig beantwortet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin einverstanden, dass nach Abschluss des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens],&#039;&#039; die von mir erhobenen Projektdaten und zwar sowohl die Originalaufzeichnungen als auch die veränderten, abstrahierten und anonymisierten Abschriften davon, an das Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ zur Archivierung übermittelt werden und 10 Jahre lang [&#039;&#039;soweit ein anderer Zeitraum als 10 Jahre gewünscht ist, bitte einfügen&#039;&#039;] von Qualiservice aufbewahrt und anschließend automatisch gelöscht werden, soweit gesetzliche Vorgaben längere Archivierungspflichten vorsehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;u&amp;gt;Datenschutzrechtliche Einwilligungserklärung&amp;lt;/u&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin mit der Übermittlung meiner im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; erhobenen und verarbeiteten personenbezogenen Projektdaten, nämlich sowohl der Original- &#039;&#039;[einfügen, z.B.: Original-Audioaufzeichnungen meines Interviews ODER Original-Videoaufzeichnungen ODER der Originaldaten der schriftlichen Fassung meines Interviews ODER der Original-Fragebogendaten zu meiner Person etc.]&#039;&#039; als auch der veränderten, abstrahierten und anonymisierten Abschriften davon an das wissenschaftliche Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ an der Universität Bremen zur Verarbeitung und Speicherung einverstanden, &#039;&#039;[einfügen soweit relevant, ansonsten unzutreffendes streichen: „……insbesondere auch betreffend besonderer Kategorien meiner personenbezogenen Daten, wie beispielsweise personenbezogene Daten aus denen die rassische und ethnische Herkunft&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Original-Wortlaut des Gesetzestextes nach Artikel 9 Absatz 1 DSGVO.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039;, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen, genetische Daten, biometrische Daten, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung“]&#039;&#039;. Die personenbezogenen Projektdaten werden für 10 Jahre [&#039;&#039;soweit ein anderer Zeitraum als 10 Jahre gewünscht ist, bitte einfügen&#039;&#039;] von dem Forschungsdatenzentrum „Qualiservice“ gespeichert und anschließend automatisch gelöscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;☐ Ja ☐ Nein&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__________________________________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor- und Nachname&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
__________________________________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
______________________________ _____________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ort und Datum Unterschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als verantwortliche*r Wissenschaftler*in [&#039;&#039;Alternativ: Projektleiter*in&#039;&#039;] habe ich über das Ziel, Zweck, Bedeutung, Tragweite sowie etwaige Risiken dieses wissenschaftlichen Forschungsvorhabens &#039;&#039;[einfügen: Kürzel des Forschungsvorhabens]&#039;&#039; aufgeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
______________________________ _____________________________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ort und Datum Unterschrift&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Über Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum Qualiservice archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzungen zur Verfügung. Unsere Services sind sicher, flexibel und forschungsorientiert. Sie beinhalten die persönliche und studienspezifische Beratung, die Kuration und Aufbereitung Ihrer Daten für die Nachnutzung und die Langzeitarchivierung ebenso wie die Bereitstellung archivierter Forschungsdaten und relevanter Kontextinformationen. Durch international anschlussfähige Metadaten werden Daten­sätze such- und findbar. Persistente Identifikatoren (DOI) sorgen für eine nachhaltige Zitierfähigkeit von Daten und Studienkontexten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2019 wurde Qualiservice vom RatSWD akkreditiert und orientiert sich an dessen Kriterien zur Qualitätssicherung. Qualiservice fühlt sich den &#039;&#039;DFG-Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&#039;&#039; verpflichtet und berücksichtigt darüber hinaus die &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for Scientific Data Management and Stewardship&#039;&#039; sowie die &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Qualiservice-Konsortium:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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&#039;&#039;&#039;Akkreditiert durch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
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PANGAEA – zertifiziertes Weltdatenzentrum&lt;br /&gt;
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SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&lt;br /&gt;
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GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften&lt;br /&gt;
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Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gefördert von&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Qualiservice]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Informed_consent_in_ethnographic_research:_A_common_practice_facing_new_challenges&amp;diff=16066</id>
		<title>Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Informed_consent_in_ethnographic_research:_A_common_practice_facing_new_challenges&amp;diff=16066"/>
		<updated>2025-04-30T08:41:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Elisabeth Huber &amp;amp;amp; Sabine Imeri&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-4-2021&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ISSN: 2748-2553&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, Elisabeth &amp;amp;amp; Imeri, Sabine (2021): &#039;&#039;Informed consent in ethnographic research:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
A common practice facing new challenges (preprint)&#039;&#039;, Qualiservice Working Papers 4-2021, Bremen, doi: http://dx.doi.org/10.26092/elib/1070.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The paper published as a preprint article has been submitted to Ethnologia Europaea, journal of the International Society for Ethnology and Folklore (SIEF).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© RDC Qualiservice, September 2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Legal Notice&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Research Data Center (RDC) Qualiservice&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;University of Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Research Center on Inequality and Social Policy&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
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D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
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Germany&lt;br /&gt;
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Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;abstract&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Abstract =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In this article, we give some insight into the growing debate on informed consent among social and cultural anthropologists in Germany and beyond that takes as its current starting point the wider debate on the impacts of the General Data Protection Regulation (GDPR) as well as the requirements of research data management and archiving. This critical debate centres two aspects: the standardized written form and the time of consenting. We use examples from the broader field of qualitative social scientific research when they address similar problems. Subsequently we outline proceedings that could lead to non-written forms of consenting, which have proven more appropriate to ethnographic fieldwork.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;informed-consent-as-a-legal-and-ethical-concern&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Informed consent as a legal and ethical concern =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnographic fieldwork is an activity of encounter. Social and cultural anthropologists usually seek out the living and working environments of research participants in person, where people permit them participation in everyday events, and provide insights into their life contexts. On these grounds, fieldwork is usually based on collaborative, mutual engagement and building confidence over time. Protagonists’ consent to become part of the fieldwork is, with few exceptions, indispensable and one of the ethical premises in ethnographic research. Consent and cooperation are essential prerequisites for researchers to be able to experience, observe and participate in the activities of interest. Social and cultural anthropologists, therefore, treat consent usually as part of research ethics and much less in legal terms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In the English-speaking world, especially the United States, long-standing, ongoing debates in social and cultural anthropology on « the doctrine of informed consent »&amp;lt;ref&amp;gt;Kirsten Bell, « Resisting Commensurability: Against Informed Consent as an Anthropological Virtue », &#039;&#039;American Anthropologist&#039;&#039;, 2014, 116 (3), p. 511-522. Ethical regulation and its implications for ethnographic research in the United States are criticized from different perspectives in the American Ethnologist Forum: « IRBs, Bureaucratic Regulation, and Academic Freedom », &#039;&#039;American Anthropologist&#039;&#039;, 2006, 33 (4). See also Joan Cassell, « Cases and Comments », in Joan Cassell, Sue-Ellen Jacobs (eds.), &#039;&#039;Handbook on Ethical Issues in Anthropology&#039;&#039;, American Anthropological Association, 1987. https://www.americananthro.org/LearnAndTeach/Content.aspx?ItemNumber=12934&amp;amp;amp;navItemNumber=731.&amp;lt;/ref&amp;gt; result from strongly institutionalised and bureaucratized review processes obligatory for all research endeavours with and on human subjects. In Germany, we are seeing similar developments - notably in international or interdisciplinary research - necessitating ethical approval. Even if there are currently no institutional bodies or committees at universities that systematically evaluate ethical conduct of ethnographic research, we notice that more such committees are being established in the last years.&amp;lt;ref&amp;gt;E.g., the Faculty of Humanities at the &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;University of Hamburg offers counselling by an ethics committee, but&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« exclusively on application and voluntarily ». h&amp;lt;/span&amp;gt;ttps://www.gwiss.uni-hamburg.de/service/ekgw.html. Cf. Hella von Unger, Hansjörg Dilger, Michael Schönhuth, &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;« Ethics Reviews in the Social and Cultural Sciences? A Sociological and Anthropological Contribution to the Debate »&amp;lt;/span&amp;gt;, in &#039;&#039;Forum: Qualitative Social Research&#039;&#039;, 2016, 17 (3). http://dx.doi.org/10.17169/fqs-17.3.2719.&amp;lt;/ref&amp;gt; Overall, however, this is one reason why obtaining consent is in no way standardized in German social and cultural anthropology. In Germany, the debate on informed consent is mainly driven from two other sources: first, the General Data Protection Regulation (GDPR) set in place in 2018, to harmonize control and data protection requirements within the European Union and to equip the EU for the digital age; second, the increasing requirements from research funding agencies concerning archiving and sharing of research data. Archiving and subsequent reuse of research data have not been common practice among German ethnographers until now.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The notion of consent is first of all referring to a much broader social and political concept in Western societies with considerable moral and normative power.&amp;lt;ref&amp;gt;cf. Franklin Miller, Alan Wertheimer (eds.), &#039;&#039;The Ethics of Consent. Theory and Practice&#039;&#039;. Oxford, Oxford University Press, 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; On the one hand, it is deeply rooted in Western thought on democratic legitimacy, and on the other it shapes interpersonal relations: “acts of consent establish entitlements, create obligations, and shift risks and responsibilities from some persons to others.”&amp;lt;ref&amp;gt;David Johnston, « A History of Consent in Western Thought », in Franklin Miller, Alan Wertheimer (eds.), &#039;&#039;The Ethics of Consent. Theory and Practice&#039;&#039;. Oxford, Oxford University Press, 2009, p.25-51, see p.25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Consent is thus closely tied to a notion of the independent and responsible individual person which does not fit all societies or groups studied in social and cultural anthropology.&amp;lt;ref&amp;gt;The ethical debate about an essentialist Eurocentric idea of man is nevertheless contradictory. See Annette Hornbacher, « Ethik als transkulturelles Dilemma: Zum Spannungsverhältnis zwischen ethnologischem Relativismus und ethischer Normativität », &#039;&#039;EthnoScripts.&#039;&#039; (Ethnologie und Ethik), 15 (2), 2013, p. 5-19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freely given, informed, specific, and unambiguous consent means that all data collecting, storing, transferring, publishing, and archiving needs an approval from research participants.&amp;lt;ref&amp;gt;See Anne Lauber-Rönsberg, Philipp Krahn, Paul Baumann, « Gutachten zu den rechtlichen Rahmenbedingungen des Forschungsdatenmanagements (Kurzfassung) », Dresden, TU Dresden, 2018. https://tu-dresden.de/gsw/jura/igewem/jfbimd13/ressourcen/dateien/publikationen/DataJus_Zusammenfassung_Gutachten_12-07-18.pdf?lang=de.&amp;lt;/ref&amp;gt; Data protection laws provide for an exemption only in particular cases, e.g. data processing for historical research or statistical purposes of public interest.&amp;lt;ref&amp;gt;cf. Art. 5 and Art. 89 GDPR and Recitals 156 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Overall, however, it is controversial whether scientific research can be exempted from the obligation to obtain informed consent, and to what extent. As an absolutely necessary prerequisite and governing norm for research on/with human beings informed consent derives from common practice in medical research.&amp;lt;ref&amp;gt;The reference to medical ethics and medical law points to the origin of this form of consenting: Clinical research without declared consent was prohibited only in 1947 as a result of the Doctors Trial in Nuremberg and established in the Nuremberg Codex as an effective standard, continuously developed in the course of changing clinical respectively bio- and life-science research. See Paul Julian Weindling, &#039;&#039;Nazi Medicine and the Nuremberg Trials. From Medical War Crimes to Informed Consent&#039;&#039;, Basingstoke, Palgrave Macmillan, 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; But, although the principle of informed consent remains uncontested, the method of getting consent inevitably differs within the disciplines. Regarding ethnographic and qualitative social scientific research practices, simple transfer of the standard of consent from biomedical research to other research contexts has been discussed and criticized.&amp;lt;ref&amp;gt;cf. Peter Pels et al, « Data management in anthropology: The next phase in ethics governance? », &#039;&#039;Social Anthropology&#039;&#039;, 2018, 0 (0), p. 1-23. https://doi.org/10.1111/1469-8676.12526. See also Mary Boulton, Michael Parker (eds.), « Informed Consent in a Changing Environment », &#039;&#039;Social Science &amp;amp;amp; Medicine,&#039;&#039; 2007, vol. 65, special issue 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; We consider it vital to acknowledge disciplinary ways of knowing and proceeding methodically.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unlike in the United States, where anthropological associations have long since regulated informed consent in their ethical guidelines&amp;lt;ref&amp;gt;See Kirsten Bell 2014, &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;, p. 512.&amp;lt;/ref&amp;gt;, in Germany, apart from applicable law, there is currently no further mandatory guidance on consent procedures in social and cultural anthropology. German professional anthropological associations&amp;lt;ref&amp;gt;Disciplinary traditions of ethnology/Social and Cultural Anthropology and folklore/European Ethnology are divided in the German-speaking world. Institutions and courses of study can have yet another designation such as Empirical Cultural Studies, Popular Cultures, sometimes in combination.&amp;lt;/ref&amp;gt; recently initiated intensive critical debates on the consequences of GDPR and the novel requirements from research data management. They issued position papers that also pertain to informed consent.&amp;lt;ref&amp;gt;German Anthropological Association (Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie, DGSKA),&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« Position Paper on the Handling of Anthropological Research Data », 2019. https://en.dgska.de/wp-content/uploads/2020/03/PositionspapierMV_EN_2019-11-29.pdf. And: Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv), « Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten », 2018. http://www.d-g-v.org/sites/default/files/dgv-positionspapier_fdm.pdf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The equivalent European associations have produced similar papers. See European Association of Social Anthropologists, « EASA’s Statement on Data Governance in Ethnographic Projects », 2018. https://www.easaonline.org/downloads/support/EASA%20statement%20on%20data%20governance.pdf. And: International Society for Ethnology and Folklore, « SIEF Statement on Data Management in Ethnology and Folklore », 2019. https://www.siefhome.org/downloads/publications/statements/SIEF_Statement%20Data%20Management.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; All statements clearly show that informed consent is not only a « quintessential object »&amp;lt;ref&amp;gt;Jennifer A. Hamilton, « On the Ethics of Unusable Data», in James D. Faubion, George E. Marcus (eds.), &#039;&#039;Fieldwork Is Not What It Used to Be&#039;&#039;. Ithaca: Cornell University Press, 2017, p. 73-88, see p. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt; of research ethics, but equally the connecting link between ethics and data protection law.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In the big picture, it is the digital transformation of research that calls for increasing attention to legal and ethical questions of data. Novel forms of analysis as well as expanded ways of distribution and archiving possibilities for data and research materials come along with novel methodological challenges, regarding anonymization, metadata creation, and the like. Some researchers hold informed consent as « a necessary evil, as exclusively instrumental in nature, and thus as separate from ‘research’ itself ».&amp;lt;ref&amp;gt;Ibid.&amp;lt;/ref&amp;gt; But we propose that reflections on informed consent also form part of methodological reflections and even methods development.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;inadequacies-and-insufficiencies-of-written-consent&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Inadequacies and insufficiencies of written consent =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
According to data protection laws, consent does not necessitate a signed form, but the data controller has to be capable to provide evidence of voluntary consent. Because the burden of proof lies with the researcher resp. his or her institution, legal experts usually recommend and expect written consent.&amp;lt;ref&amp;gt;See Anne Lauber-Rönsberg, Philipp Krahn, Paul Baumann, 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; This applies in particular to so called special categories of personal data such as political opinions, religious beliefs, sexual orientation, or ethnic origin - that regularly emerge from ethnographic fieldwork. The aim here is also to standardize consent.&amp;lt;ref&amp;gt;Katrin Schaar, « Die informierte Einwilligung als Voraussetzung für die (Nach-)nutzung von Forschungsdaten: Beitrag zur Standardisierung von Einwilligungserklärungen im Forschungsbereich unter Einbeziehung der Vorgaben der DS-GVO und Ethikvorgaben », RatSWD Working Paper, 264, 2017, Berlin, Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten. https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_WP_264.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indeed, in a legal sense, the written form may be a reasonable and ‘safe’ way to obtain consent - moreover, gained with somewhat limited effort. But, as it can be seen in all position papers of the disciplinary associations, social and cultural anthropologists criticize and reject the written form as the only possible way of gaining consent. This refusal is necessarily linked to the epistemological and methodological basis of ethnographic fieldwork.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The recruitment and perception of research participants in anthropological research differs from sociological research and experimental settings in medical institutions, laboratories, and the like. In anthropology, interlocutors are not merely seen as « participants », who are conceived as a « survey unit » and selected as a « sample ».&amp;lt;ref&amp;gt;See Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv), 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roles depicted in ethnographic accounts comprise informants, interlocutors, research participants, collaborators, consultants, and host families. A prominent role can be assigned to so called gatekeepers, who often arrange access to the field and act as advisers, translators, guides, key informants, or even as research assistants in the course of research. Occasionally research participants also figure as co-authors like in the well-known collaboration between American anthropologist Franz Boas and George Hunt, English-Tlingit by birth, in the early 19th century.&amp;lt;ref&amp;gt;See Kathleen Mooney, « George Hunt », &#039;&#039;The Canadian Encyclopedia&#039;&#039;, 2015. https://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article/george-hunt. cf. Roger Sanjek, « Anthropology’s hidden colonialism: Assistants and their ethnographers », &#039;&#039;Anthropology Today&#039;&#039; 1993, 9(2), p. 13–18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The wide range of terms illuminates different levels of participation in and control of the research process in the same field. Researchers and researched people establish more or less long-term relationships, a social process that cannot be fully envisioned. That means trust and consent must be continuously balanced. However, in the process of mutual interaction, the protagonists considerably contribute to data generation. Hence, data from ethnographic research is widely regarded as co-produced by researchers and those being researched.&amp;lt;ref&amp;gt;See, as one of the first proposition to this epistemological condition, Johannes Fabian, &#039;&#039;Time and the Other. How Anthropology Makes Its Object&#039;&#039;, New York, Columbia University Press, ([1983] 2014).&amp;lt;/ref&amp;gt; From that joint production results joint ownership, with consequences to all handling of data.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
With this in mind, consent in anthropology is understood as an ongoing intersubjective relational process.&amp;lt;ref&amp;gt;See German Anthropological Association, « Basic Principles and Procedures for the Ethical Review of Anthropological Research [“Ethical Guidelines”] », 2019. https://en.dgska.de/wp-content/uploads/2020/04/GAA_Principles-and-Procedures-for-Ethical-Reviews.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; It requires dynamic negotiations and generally cannot be fixed with a&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« contractual gesture signed in advance ».&amp;lt;ref&amp;gt;Igor Boog et.al., « Data management for anthropologists and ethnographers. A position paper », in Peter Pels et.al, « Data management in anthropology. The next phase in ethics governance? », &#039;&#039;Social Anthropology/ Anthropologie Sociale&#039;&#039; 2018, 26 (3), p. 391-413, see p. 398.&amp;lt;/ref&amp;gt; How and when consent is or can be established depends on the respective field and concrete settings and scenarios. In other words, there is not one way or procedure that can be applied in a standardized manner. Moreover, the current system of anticipatory, bureaucratic regulation is not a guarantor for ethical research. Anthropologists warn against restricting research ethics to procedural ethics. In order to avoid ethnocentric ethical principles, researchers need to pay attention to embedded ethics.&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Sharon Macdonald, « Embedded ethics and research integrity: A response to &#039;the quest for generic ethics principles in social science research&#039; by David Carpenter », in Ron Iphofen (ed.), &#039;&#039;Finding common ground: Consensus in research ethics across the social sciences&#039;&#039;, Bingley, Emerald, 2017, p. 29-35, see p. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
F&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ield&amp;lt;/span&amp;gt; access is a crucial and often challenging phase in ethnographic fieldwork. « Gaining a&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ccess is not simply a matter of hanging on a door and getting it to open&amp;lt;/span&amp;gt; », it is rather as much a dynamic and relational process as field research itself.&amp;lt;ref&amp;gt;Martha S. Feldman, Jeannine Bell, Michele Tracy Berger, &#039;&#039;Gaining Access. A Practical and Theoretical Guide for Qualitative Reasearchers&#039;&#039;, 2003, Walnut Creek, CA, p. ix.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;And it is necessarily linked to a process of learning on different norms, standards, hierarchies and dependencies on site.&amp;lt;/span&amp;gt; From multiple descriptions of each specific endeavour becomes clear that the entry into a research field depends not only on the ethnographer&#039;s skills but also on specific circumstan&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ces.&amp;lt;/span&amp;gt; Having that in mind, standardised writ&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ten consent is considered as an often inadequate tool&amp;lt;/span&amp;gt;. Rather, t&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;he acceptance of the researcher, his or her behaviour and possible questions to the people on site can only be worked out gradually in many settings and situations. Paul Stoller&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Stoller, « Globalizing Method: The Problems of Doing Ethnography in Transnational Spaces », &#039;&#039;Anthropology and Humanism&#039;&#039;, 1997, 22 (1), p. 81-94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;, for example, used for a study on religious practices in rural Niger demographic surveys to enter the field - with support of local authorities. This strategy was not very useful when Stoller some years later started fieldwork among West African street vendors in Harlem who usually had no residential status. So he decided to join research participants in spending time in street markets at first. Here, with people in precarious social situations&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;the « contractual gesture »&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;See Igor Boog et. al, 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;., see p. 398.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;to fill out a form will hardly be helpful.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
With regard to this contractual gesture, social and cultural anthropologists expect that the&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« quality of relationships in field research » might change.&amp;lt;ref&amp;gt;Gisela Welz, « Wie sollen wir mit Forschungsdaten umgehen? Und was will die DFG? », &#039;&#039;Zeitschrift für Volkskunde&#039;&#039;, 2020, 1, p. 83-85.&amp;lt;/ref&amp;gt; German anthropologists have not extensively made use of written consent yet, but there are reasonable misgivings and doubts. A meta-study conducted among interviewees from social science studies in the United Kingdom reports that research participants overall disapproved of written consent.&amp;lt;ref&amp;gt;Jane Lewis, Jenny Graham, « Research Participants&#039; Views on Ethics in Social Research: Issues for Research Ethics Committees », &#039;&#039;Research Ethics&#039;&#039;, 2007, 3 (3), p. 73-79.&amp;lt;/ref&amp;gt; Information letters and consent forms were perceived as formal, official and even intimidating. Research participants indicated that once they had signed the consent form, they felt committed to participating in the research. In their opinion, withdrawing or refusing to answer questions was hindered. Asking for written consent may be associated with a decrease of&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« naturalness », trust and emotional closeness, especially if the form is filled with abstract and barely tangible paragraphs. In a similar vein, researchers from the field of social work report that while doing interview research with elderly people in Germany on the highly sensitive issues of illness and dying, irritations were caused by the request to sign a sheet before or after finishing the interview. Gaining oral consent, recorded on tape before the interview, proved more acceptable than signing a written form.&amp;lt;ref&amp;gt;See Angela Benner, Julian Löhe, « Die informierte Einwilligung auf Tonband: Analyse im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie mit älteren Menschen aus forschungsethischer und rechtlicher Perspektive », &#039;&#039;Zeitschrift für Qualitative Forschung&#039;&#039;, 2020, 20 (2), p. 341-356.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nevertheless, there are scenarios, where a written paper can be helpful. Marcia Inhorn reports from her research with female patients in private in-vitro fertilization clinics in the Middle East where the consent form acted as an icebreaker in a setting where female as well as male infertility problems are subject of shame and secrecy. The signed consent paper « was crucial in reassuring women that what they told me would be held in the strictest confidence, and their names would never be used in any published report. »&amp;lt;ref&amp;gt;Marcia C. Inhorn, « Privacy, privatization, and the politics of patronage: Ethnographic challenges to penetrating the secret world of Middle Eastern, hospital-based in vitro fertilization », &#039;&#039;Social Science &amp;amp;amp; Medicine&#039;&#039;, 2004, 59 (10), p. 2095-2108, see p. 2099.&amp;lt;/ref&amp;gt; In other cases, a signed paper may be accepted as a token of esteem. In general, it can be assumed that fewer problems arise in research environments where using forms is established and accepted.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Standardised informed consent is also understood as « an a-cultural form of standardization that does not respect local understandings of ‘risk’, ‘benefits’, or ‘consent’ ».&amp;lt;ref&amp;gt;Ibid.&amp;lt;/ref&amp;gt; In this sense, it might reproduce social inequalities and power relations, particularly in postcolonial contexts. This points out again that standardised consent as a Western concept of contractual agreement does not reflect on different norms and ethical standards in different research fields and countries. In general, a signed paper can be of less significance and lower cultural prestige.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Widlok, « The Archive Strikes Back: Effects of Online Digital Language Archiving on Research Relations and Property Rights », In Marc Turin, Claire Wheeler, Eleanor Wilkinson (eds.), &#039;&#039;Oral Literature in the Digital Age: Archiving Orality and Connecting with Communities&#039;&#039;, Cambridge, Open Book Publishers, 2013, p. 3-20, see p.15.&amp;lt;/ref&amp;gt; The bureaucratic exercise cannot substitute what anthropologists rather define as their own capacity for culturally adequate behaviour in local contexts, how two examples may illustrate. In Indonesia « it is considered impolite to openly reject a request or to bluntly say&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
no », Mirjam Lücking reports from her research on Muslim lifestyles. To get truly voluntary consent she paid attention to « indirect messages and emotional subtexts », avoided asking people for consent immediately and offered to return to the matter later.&amp;lt;ref&amp;gt;Mirjam Lücking, « Reciprocity in Research Relationships: Learning from Imbalances », in Thomas Stodulka, Samia Dinkelaker, Ferdiansyah Thajib (eds.), &#039;&#039;Affective Dimensions of Fieldwork and Ethnography&#039;&#039;, Cham: Springer Nature, 2019, p. 109-121, see p. 114.&amp;lt;/ref&amp;gt; When attending funeral services of HIV/AIDS victims in South Africa, Stephen Black mentioned, « decisions about when and how to record were also a display to others of my understanding of cultural conventions about HIV disclosure. » It was his ability to act respectfully that would have enabled him to integrate into broader social networks, families, and neighbourhoods.&amp;lt;ref&amp;gt;Steven P. Black, « Anthropological Ethics and the Communicative Affordances of Audio-Video Recorders in Ethnographic Fieldwork: Transduction as Theory », &#039;&#039;American Anthropologist&#039;&#039;, 2017, 119 (1), p. 46-57, see p. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; However, making a well-grounded decision on the appropriateness of formal regulations assumes a deeper learning and understanding of the research field.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Another argument against standardized consent is that signing a form can put research participants at risk, and this may close certain fields of research. When studying HIV/AIDS as a stigmatizing illness in Tanzania according to Hansjörg Dilger, it was impossible in some situations « to talk directly to interlocutors about HIV/AIDS - or to present a declaration of consent that makes such a reference clear ».&amp;lt;ref&amp;gt;Hansjörg Dilger, « Ethics, Epistemology, and Ethnography: The Need for an Anthropological Debate on Ethical Review Processes in Germany », &#039;&#039;Sociologus,&#039;&#039; 2017, 67 (2), p. 191-208, see p. 200.&amp;lt;/ref&amp;gt; Otherwise, Dilger worried that the bureaucratic act - and even only a form containing the title of the research project - would prevent his research. This is similar for research on socially discredited characteristics or illicit activities, e.g. for research with doormen or drug users.&amp;lt;ref&amp;gt;See David Calvey, « The Art and Politics of Covert Research: Doing ‘Situated Ethics&#039; in the Field », &#039;&#039;Sociology&#039;&#039;, 2008, 42 (5), p. 905-918. And Kirsten Bell, Amy Salmon, « Good intentions and dangerous assumptions: Research ethics committees and illicit drug use research », &#039;&#039;Research Ethics&#039;&#039;, 2012, 8 (4), p. 191-199.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rapport is very important in such encounters. One takes notice, this can also apply in turn for scenarios of « studying up », investigating on powerful and privileged persons in companies or government agencies and the like - those who maybe don&#039;t want to be studied.&amp;lt;ref&amp;gt;Laura Nader, « Up the Anthropologist: Perspectives Gained from Studying up », in Dell Hymes (ed.), &#039;&#039;Reinventing Anthropology&#039;&#039;, New York, Vintage Books, 1974, p. 284-311.&amp;lt;/ref&amp;gt; Less discussed is, that, e.g. in case of violent conflict, keeping consent sheets could also put researchers themselves at risk in case they become targets of police or other official inquiries.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prior written informed consent may safeguard researchers in the legal sense, but it is not a guarantor of ethical research.&amp;lt;ref&amp;gt;See German Anthropological Association (DGSKA), 2019, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;. In addition, Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv), 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; As the situation unfolds, rather tacit consent may decide on how to handle certain information. Some information may function as background knowledge that is widely shared among research partners, some information may be regarded as a secret and be passed on either off record or while recording but with reservation. Depending on the level of trust and knowledge research partners will make clear how to handle the information provided or expect the researcher to act accordingly. Moreover, anthropologists shall pay attention and « respect also non-verbal forms of non-consent and especially non-verbal withdrawal of consent ».&amp;lt;ref&amp;gt;Institute for Anthropology and Development Sociology at Leiden University, « Appendix I: Approved Informed Consent Procedures in Anthropological Research », n.d. https://www.universiteitleiden.nl/binaries/content/assets/sociale-wetenschappen/ca-os/appendix-i---informed-consent.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; All these fine-grained tunings and negotiations are rather to be found in recordings or between the lines. It is impossible to put them down on a form. In case of doubt how to deal with particular pieces during data analysis, in publications or when archiving the material, the researcher may well contact the research participants to authorize the use of data.&amp;lt;ref&amp;gt;Maggie Mort et al., « The Health and Social Consequences of the 2001 Foot &amp;amp;amp; Mouth Disease Epidemic in North Cumbria. Archiving the Study Data: Background guide for users », Lancaster, Lancaster University, 2006. http://doc.ukdataservice.ac.uk/doc/5407/mrdoc/pdf/q5407userguide.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Requirements for data archiving and sharing have broadened the debate on informed consent. Research partners should be asked to agree that data can also be used for future and after all unknown purposes. Among German social and cultural anthropologists, there is still limited experience with sharing and subsequent reuse of research data. Above all, researchers worry that archiving materials will become mandatory for successful funding commitments. The position papers of social and cultural anthropologists’ associations reject such funding policies, not least because consent for archiving data will not always be given. But on the other hand, they support the development of appropriate archiving processes. In view of sustainable research and the creation of value from data, research funders in Germany support the development of infrastructures and expect them to professionalize their services for data preservation. The Data Service Centre Qualiservice at University of Bremen, which is adapting its work flows to ethnographic materials, expects consent for data archiving and sharing to be available in written or audio-visual form. Alternative solutions should be offered for older ethnographic materials or for missing documentation of consent. Data repositories in Anglophone countries, which have a longer tradition of archiving ethnographic materials, work also with embargoes spanning several decades. Data archives in Germany can benefit from their experiences e.g. by involving research partners and groups in decisions on embargoes and access to research materials.&amp;lt;ref&amp;gt;Lisa Cliggett « Preservation, Sharing, and Technological Challenges of Longitudinal Research in the Digital&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Age » in Roger Sanjek, Susan W. Tratner (eds.), eFieldnotes: The Makings of Anthropology in the Digital World, Philadelphia, University of Pennsylvania Press, 2016, p. 231-250. See also Robert Leopold, « The second life of ethnographic fieldnotes », &#039;&#039;Ateliers d&#039;Anthropologie&#039;&#039;, 2008, 32. https://doi.org/10.4000/ateliers.3132.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;gaining-consent-obligatory-appropriate-unnecessary-or-impossible&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Gaining consent: obligatory, appropriate, unnecessary, or impossible? =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnographic fieldwork is a largely non-standardised, informal, and first of all relational practice, conducted in complex dynamic real-life settings. The « ability to see social life as it unfolds rather than as we imagined it »&amp;lt;ref&amp;gt;Charles L. Bosk, « The New Bureaucracies of Virtue or When Form Fails to Follow Function », &#039;&#039;PoLAR: Political and Legal Anthropology Review&#039;&#039;, 2007, 30 (2), p. 192-209, see p. 194.&amp;lt;/ref&amp;gt; is the primary benefit of this in-situ observation. It is characterised by a particular openness, sometimes also described as « messy process »&amp;lt;ref&amp;gt;See most recently Alexandra Plows, « Introduction. Coming Clean About Messy Ethnography », in Alexandra Plows (ed.) &#039;&#039;Messy Ethnographies in Action&#039;&#039;. Wilmington, Delaware 2018, xiii-xxv. See also John Van Maanen, &#039;&#039;Tales of the field: On writing ethnography&#039;&#039;, Chicago, University of Chicago Press, 1988, see p. 147.&amp;lt;/ref&amp;gt;. But, it forms a methodological program that allows adjustments to unpredictable developments in the course of research, and provides a flexible framework for a huge variety of fields, cultural contexts, settings and scenarios and a heterogeneity of themes and approaches.&amp;lt;ref&amp;gt;Michi Knecht, « Nach Writing Culture, mit Actor-Network. Ethnographie/Praxeographie im Feld der Wissenschafts-, Medizin- und Technikanthropologie », in Sabine Hess, Johannes Moser, Maria Schwertl (eds.), &#039;&#039;Europäisch-ethnologisches Forschen. Neue Methoden und Konzepte&#039;&#039;, Berlin 2013, p. 79-106.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In the light of legal regulations, including data protection laws, personality rights, and even intellectual property rights, it is becoming difficult for social and cultural anthropologists to decide when consent is required. Data protection refers to personal data, and legally speaking, it is well defined what « personal » means.&amp;lt;ref&amp;gt;See Oliver Watteler, Thomas Ebel, « Datenschutz im Forschungsdatenmanagement », in Uwe Jensen, Sebastian Netscher, Katrin Weller (eds.), &#039;&#039;Forschungsdatenmanagement sozialwissenschaftlicher Umfragedaten: Grundlagen und praktische Lösungen für den Umgang mit quantitativen Forschungsdaten&#039;&#039;, Opladen, Verlag Barbara Budrich, 2019, p. 57-80.&amp;lt;/ref&amp;gt; However, in which research scenarios is one dealing with such information? In qualitative sociological research, recommendations as to how to gain informed consent usually refer to interviews.&amp;lt;ref&amp;gt;See Tobias Gebel et al, « Verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist: Datenschutz in qualitativen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Interviews », &#039;&#039;Forum: Qualitative Social Research&#039;&#039;, 2015, 16 (2). http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1502279.&amp;lt;/ref&amp;gt; Because of detailed, aim-oriented research designs, and the use of interview guides, interview-based studies often take on a more formal character and atmosphere: time is arranged, a room as quiet as possible is provided, and a technical recording is made.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Even if qualitative sociologists or oral historians have elaborated the difficulties implied when informing and gaining consent from interview partners&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Rose Wiles et al., « Informed Consent and the Research Process: Following Rules or Striking Balances? », &#039;&#039;Sociological Research Online&#039;&#039;, 2007, 12 (2), p. 99-110. https://doi.org/10.5153/sro.1208. And Almut Leh, « Forschungsethische Probleme in der Zeitzeugenforschung », &#039;&#039;BIOS&#039;&#039;, 2000, 13 (1), p. 64-76, see p. 70.&amp;lt;/ref&amp;gt;, conducting interviews and the expectations on interviewers and interviewees are more standardised than in several ethnographic research scenarios. In such cases, providing information cannot be handled as a « one-way street », granting certain rights and taking particular precautions. This applies especially to the countless and heterogeneous informal unstructured real-life situations in ethnographic fieldwo&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;rk, while observing events of citizens&#039; action groups in Berlin&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Beate Binder, &#039;&#039;Streitfall Stadtmitte. Der Berliner Schlossplatz&#039;&#039;, Köln, Weimar, Böhlau Verlag, 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;or talking with workers in German department stores during coffee breaks.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Götz Bachmann, &#039;&#039;Kollegialität: eine Ethnografie der Belegschaftskultur im Kaufhaus&#039;&#039;, Frankfurt/M., Campus Verlag, 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; To get « comprehensive informed consent from everyone present can be difficult, if not impossible. »&amp;lt;ref&amp;gt;See Hella von Unger, Hansjörg Dilger, Michael Schönhuth, 2016, &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;, see paragraph 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; But just those situations are open for serendipity, and can form the basis for unexpected relationships, sudden insights, and new knowledge, but also create the need for continuing reflection: To avoid conducting covert research&amp;lt;ref&amp;gt;Dvora Yanow, Peregrine Schwartz-Shea, « Framing ‘deception’ and ‘covertness’ in research: Do Milgram, Humphreys, and Zimbardo justify regulating social science research ethics? », &#039;&#039;Forum: Qualitative Social Research&#039;&#039;, 2018, 19 (3). http://dx.doi.org/10.17169/fqs-19.3.3102.&amp;lt;/ref&amp;gt; it is necessary to engage constantly in conversations with research partners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Similar uncertainties may arise when conducting research in public space. Informed consent is recommended but not necessarily required, even if recording technologies are used. According to the German law regulating the copyright for works of art, also conclusive behaviour like posing, nodding or smiling is considered as a clear and unambiguous affirmative act to be filmed or photographed in more or less public space.&amp;lt;ref&amp;gt;See § 22 KunstUrhG. See also Diana Papademas, The International Visual Sociology Association, « IVSA Code of Research Ethics and Guidelines », &#039;&#039;Visual Studies&#039;&#039;, 2009, 24 (3), p. 250-257, see p. 256. https://doi.org/10.1080/14725860903309187.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maren Heibges et.al. suggest scaling the expectations on privacy to judge whether and to what extent consent is needed: the more privacy one wants of a situation (e.g. a therapeutic session) the more important becomes informed consent.&amp;lt;ref&amp;gt;The framework is formulated with regard to ethnographic research on human-computer-interaction. See Maren Heibges, Frauke Mörike, Markus A. Feufel, « Wann braucht Ethnografie eine Einverständniserklärung? Praktische Antworten auf ethische Fragen zu ethnografischen Methoden in der HCI-Forschung », &#039;&#039;Mensch und Computer 2019 - Workshopband&#039;&#039;, Bonn, 2019. https://doi.org/10.18420/muc2019-ws-258-02.&amp;lt;/ref&amp;gt; This can be helpful when ethnographers and participants share the same understanding of privacy. A similar multilevel approach was chosen for an internet-based ethnography with Wikipedia authors. As long as materials and interactions were unpublished, explicit consent was sought for collecting and analysing the information. For publicly accessible documents and interaction, informed consent was estimated either appropriate, non-essential or unnecessary, depending on the sensitivity of content and the feasibility of gaining consent.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Pentzold, « ‘What are these researchers doing in my Wikipedia?’: Ethical premises and practical judgment in internet-based ethnography », &#039;&#039;Ethics and Information Technology&#039;&#039;, 2017, 19 (2), p. 143-155. https://doi.org/10.1007/s10676-017-9423-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Even though digital ethnography and research online has increased enormously during the COVID-19 pandemic&amp;lt;ref&amp;gt;Many posts on the boasblog ‚Fieldwork meets crisis‘, for example, talk about this. https://boasblogs.org/fieldworkmeetscrisis/.&amp;lt;/ref&amp;gt;, internet-based research especially in social networks is a more or less new approach for many ethnographers, raising ‘old’ privacy and ethics issues in specific ways. Accordingly, recommendations for conducting digital ethnography in ethically appropriate ways are manifold: Similar to Heibges et.al. legal experts recommend distinguishing between open and closed social media, and being guided by users’ expectations of confidentiality, especially when the size of groups involved does not permit informed consent. They also distinguish between static content - with a lower need for protection due to stronger control of the users themselves - and dynamic content.&amp;lt;ref&amp;gt;Social media set up specifically for research purposes are a type of their own. See Sebastian J. Golla, Henning Hofmann, Matthias Bäcker, « Connecting the Dots. Sozialwissenschaftliche Forschung in Sozialen Online-Medien im Lichte von DS-GVO und BDSG-neu », &#039;&#039;Datenschutz und Datensicherheit&#039;&#039;, 2018, 42, p. 89–100. https://doi.org/10.1007/s11623-018-0900-x.&amp;lt;/ref&amp;gt; In contexts where public and private are in a state of flux or difficult to interpret, researchers are encouraged to provide information via several channels - e.g. research blogs, own accounts and an email address - and proceed step by step in negotiating the terms of participation and then cross-checking with research peers.&amp;lt;ref&amp;gt;Katrin Tiidenberg, « Ethics in Digital Research », in Uwe Flick (ed.), &#039;&#039;The SAGE Handbook of Qualitative Data Collection&#039;&#039;, London: SAGE, 2018, p. 466-479.&amp;lt;/ref&amp;gt; Likewise, Janet Salmons recommends using « the visual interactive ways of communicating online to inform and engage potential participants » and provides a list of questions specified for the consent process in online research.&amp;lt;ref&amp;gt;Janet Salmons, &#039;&#039;Doing Qualitative Research Online&#039;&#039;, London: SAGE, 2016, see p. 80-82.&amp;lt;/ref&amp;gt; In all, research in online spaces imposes requirements akin to usual ethnographic research: Researchers will need good knowledge and tactfulness to decide on disclosing information and keeping information confidential.&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Crystal Abidin « Somewhere Between Here and There: Negotiating Researcher Visibility in a Digital Ethnography of the Influencer Industry », &#039;&#039;Journal of Digital Social Research&#039;&#039;, 2020, 2 (1), p. 56-76, see p. 70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Social and cultural anthropologists understand informed consent as an « exercise in communication ».&amp;lt;ref&amp;gt;Miguel N. Alexiades, Daniela Peluso, « Annex 7.1: prior informed consent: the anthropology and politics of cross-cultural exchange », in Sarah A. Laird (ed.) &#039;&#039;Biodiversity and traditional knowledge: equitable partnerships in practice,&#039;&#039; New York, Earthscan, 2002, p. 221-227, see. p. 225.&amp;lt;/ref&amp;gt; But, it is not always clear, what informed means. In the social sciences, discussions on what and how to communicate to interlocutors have therefore often revolved around the accuracy, completeness and comprehensiveness of information. Besides basic information about the research project or participants’ rights, researchers ought to inform about risks that might arise. In contrast e.g. to psychological experiments, the prevailing risk in ethnographic research, whether in face-to-face interactions or in online research rather relates to « informational risk », i.e. that private information could be made public.&amp;lt;ref&amp;gt;Tom Boellstorff et al., &#039;&#039;Ethnography and virtual worlds: A handbook of method&#039;&#039;, Princeton, Princeton University Press, 2012, p. 131 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
As standardized consent forms and information sheets use standardized wording, written forms are not suitable for adequate communication in many cases. Seeking meaningful consent, oral explanations can ensure that content is communicated in clear and plain language. Especially in research projects with illiterate or semi-literate persons, orally transmitted information is inevitable. Moreover, negotiating on the conditions of participating in a research project and the handling of data is associated with improved understanding, better rapport and trust.&amp;lt;ref&amp;gt;Elisa J. Gordon, « When Oral Consent Will Do », &#039;&#039;Field Methods&#039;&#039;, 2000, 12 (3), p. 235-238.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;If field access is established with the help of gatekeepers, distributing information to different participants sometimes turns out very challenging. R&amp;lt;/span&amp;gt;elying on gatekeepers - and using their credibility - often means that researchers need less informational work: « my gatekeeper [...] was considered alright, so I and my project must be alright ».&amp;lt;ref&amp;gt;David Tittensor, « Doing political ethnography in a difficult climate: A Turkish case study », &#039;&#039;Ethnography&#039;&#039;, 2016, 17 (2), p. 213-228, see p. 223.&amp;lt;/ref&amp;gt; Then again, it can also imply that researchers do not have full control over what information is passed on when and to whom. When studying hard-to-reach groups or hidden communities, there is in fact often no getting around gatekeepers. In a study on militia movements in West Africa, Danny Hoffman describes that he at no point could be sure that the dependency on his research assistant and translator Mohammed Tarawalley, a prominent high-ranking member of a fighting group, adversely affected the voluntary nature of other warriors’ consent. Insofar such groups &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;«&amp;lt;/span&amp;gt; functioned as large patronage networks &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;», younger lower-ranking members possibly felt compelled to consent. But, without the permission of a militia commander they might not have participated in the research.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Danny Hoffman, Mohammed Tarawalley, « Frontline collaborations: The research relationship in unstable places », &#039;&#039;Ethnography&#039;&#039;, 2014, 15 (3), p. 291-310.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Passing information to research participants necessarily remains a subjective matter to be individually judged by the researcher.&amp;lt;ref&amp;gt;See Rena Lederman, « Comparative ‘Research’: A Modest Proposal concerning the Object of Ethics Regulation », &#039;&#039;Political and Legal Anthropology Review&#039;&#039;, 2007, 30 (2), p. 305-327, see p. 310.&amp;lt;/ref&amp;gt; As the example on the militia movement indicates, particular questions may arise from ethnographic research with groups, communities as well as in organisations like companies, schools and governmental agencies. Such organisations often have their own guidelines and policies. Likewise, some indigenous communities have set their own conditions and standard protocols of consenting research. Such a collective consent guarantees self-determination and control over the distribution of traditional knowledge.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles R. Menzies, Caroline F. Butler, « Collaborative Service Learning and Anthropology with Gitxaała&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nation », &#039;&#039;Collaborative Anthropologies&#039;&#039;, 2011, 4, p. 169-242, see p. 173 f. Moreover, Robert Leopold, 2008, &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Recently, the CARE principles also call for respecting indigenous rights when handling research data.&amp;lt;ref&amp;gt;Complementary to FAIR data (&#039;&#039;&#039;fi&#039;&#039;&#039;ndable, &#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;ccessible, &#039;&#039;&#039;i&#039;&#039;&#039;nteroperable, &#039;&#039;&#039;r&#039;&#039;&#039;eusable) CARE calls for the consideration of &#039;&#039;&#039;c&#039;&#039;&#039;ollective benefit, &#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;uthority to control, &#039;&#039;&#039;r&#039;&#039;&#039;esponsibility and &#039;&#039;&#039;e&#039;&#039;&#039;thics. See Stephanie Russo Carroll et al., « The CARE Principles for Indigenous Data Governance », &#039;&#039;Data Science Journal&#039;&#039;, 2020, 19, p. 1-12. http://doi.org/10.5334/dsj-2020-043.&amp;lt;/ref&amp;gt; Research in organisations or institutions usually requires consent at multiple levels, with administrative authorities, e&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;xecutive or management boards, smaller units or entities, and individual persons.&amp;lt;/span&amp;gt; Navigating these fields can be complex and confusing, not least because issues of general admittance, research ethics and data protection are closely entangled. However, all collective consent needs to pay attention to hierarchies and status differences regarding gender or class « that disempower the individual ».&amp;lt;ref&amp;gt;Carolyn Fluehr-Lobban, « Anthropology and Ethics. », in Didier Fassin (ed.), &#039;&#039;A Companion to Moral Anthropology&#039;&#039;, Chichester, West Sussex, Wiley-Blackwell, 2012, p. 103-114, see p. 110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Complexity is also seen in online research, where one needs not only the consent from research participants or groups but also the permission from a moderator as well as the permission from websites or platforms. In some cases, people may want to be cited, then it&#039;s not a privacy issue but an intellectual property issue. Insofar, every single case needs its own strategy for negotiating consent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In some cases, such a multi-level procedure can be a time-consuming exercise. José Luis Molina et al.&amp;lt;ref&amp;gt;José Luis Molina et al., « El consentimiento informado en investigaciones sobre poblaciones vulnerables y/o culturalmente diversas », Pre-Print, Libro de Ponencias y Comunicaciones del V Congreso de ANCEI, Valencia 17-18 Mayo, 2018. https://www.uab.cat/doc/DOC_Ponencia_Conjunta_ANCEI_CI_20180517. See also https://pagines.uab.cat/orbits/en.&amp;lt;/ref&amp;gt; cite the example of a project on Rumanian migrants and their transnational networks in Spain. Before contacting the migrants directly, the researchers organised meetings with associations of Rumanian diaspora, the local churches and the municipal council to gain access to the events and festivities of the migrant community. Only after having become acquaintances with the Rumanian migrants did the researchers distribute information sheets and consent forms. Documentation took place throughout this process, producing data on the social organization of migrants. At the end, negotiating on the conditions of participating in the research project was thus not a waste of time. How formal or informal the process of gaining consent can be, depends not least on how large a researched group is.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
If researchers want to archive their data for long-term access and preservation, explicit consent is required based on ethical requirements, legislation, and the guidelines of professional associations and data archives. Questions about time, scope and extent of the consent arise here once again as well as questions about the anthropologists’ personal responsibility for careful handling of data. Social and cultural anthropologists remain slightly optimistic that prolonged field stays will allow them to responsibly judge on which research materials to archive and on what conditions. However, particularly the infinite possibilities for reusing archived materials also leave them in doubt whether consent for archiving can be sufficiently discussed with research participants.&amp;lt;ref&amp;gt;David Zeitlyn, « Anthropology in and of the Archives: Possible Futures and Contingent Pasts. Archives as Anthropological Surrogates », &#039;&#039;Annual Review of Anthropology&#039;&#039;, 2012, 41 (1), p. 461-480, see p. 471. See also Libby Bishop, « Ethical Sharing and Reuse of Qualitative Data », &#039;&#039;Australian Journal of Social Issues&#039;&#039;, 2009, 44 (3), p. 255-272, see p. 262.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;«&amp;lt;/span&amp;gt; Are we, as researchers, able to see all future implications? &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;»&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;See Thomas Widlok, 2013, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;., see p. 16. Similar considerations are made in oral history research. See Linde Apel, « Oral History reloaded. Zur Zweitauswertung von mündlichen Quellen », &#039;&#039;Westfälische Forschungen&#039;&#039;, 2015, 65, p. 243-254.&amp;lt;/ref&amp;gt; Regarding databases like DOBES (Documentation of Endangered Languages), the overall context, within which a single recording is embedded, can change insofar as the database is constantly growing over years.&amp;lt;ref&amp;gt;Ibid.&amp;lt;/ref&amp;gt; The National Anthropological Archives in the United States has worked with donor agreements on restricted access in order to meet such challenges. In response to requests from native communities, they plea for more ‘open’ methods that allow reviewing and modifying such agreements at the responsibility of the archives or by a joint decision.&amp;lt;ref&amp;gt;See Robert Leopold, 2008, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Moreover, scholars and data professionals have pointed to the fact that information provided is often inadequate insofar as questions concerning authorship and ownership of ethnographic materials remain.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrew Asher, Lori M. Jahnke, « Curating the Ethnographic Moment », 2013. https://www.archivejournal.net/essays/curating-the-ethnographic-moment/.&amp;lt;/ref&amp;gt; Consent is never all-encompassing, but nevertheless, it should be possible to archive ethnographic data. Appropriate solutions to this dilemma are currently lacking.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;alternative-approaches-to-consenting&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Alternative approaches to consenting =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
From an ethical perspective, it is « the quality of the consent, not its format, which is&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
relevant ».&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Albro, Dena Plemmons, « Obtain Informed Consent and Necessary Permission », in Dena Plemmons, Alex W. Barker (eds.), &#039;&#039;Anthropological Ethics in Context: An Ongoing Dialogue&#039;&#039;, Walnut Creek, Left Coast Press, 2016, p. 119-144, see p. 120. See also Sabine Imeri, « Archivierung und Verantwortung: Zum Stand der Debatte über den Umgang mit Forschungsdaten in den ethnologischen Fächern », in Betina Hollstein, Jörg Strübing (eds.), &#039;&#039;Archivierung und Zugang zu Qualitativen Daten. RatSWD Working Paper 267/2018&#039;&#039;, Berlin, Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten, p. 69-79. https://doi.org/10.17620/02671.35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Building mutual trust and confidence cannot be replaced by any other means. This means that flexible forms of consenting should meet the legal requirements as well as the heterogeneous research practices. To achieve this while preserving the quality and the potential social value of ethnographic fieldwork, French anthropologist Didier Fassin had already in 2006 called to invent appropriate principles and practices for consent in sociology and anthropology rather than adopting - criticized and complained - models coming from biomedical research.&amp;lt;ref&amp;gt;Didier Fassin, « The End of Ethnography as Collateral Damage of Ethical Regulation? », &#039;&#039;American Ethnologist&#039;&#039;, 2006, 33 (4), p. 522-524.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Although the GDPR is a generally applicable law within the European Union, national laws affect the possible ways of handling informed consent during fieldwork.&amp;lt;ref&amp;gt;Scott Summers et al., « Legal and Ethical Considerations in Sharing Data », in Louise Corti et al. (eds.), &#039;&#039;Managing and Sharing Research Data: A Guide to Good Practice&#039;&#039;, (2nd edition), London, SAGE, 2020, p. 159-195, see p. 178.&amp;lt;/ref&amp;gt; Some European universities have e.g. set up guidelines for specifying research scenarios, demonstrating a general awareness of the special needs of ethnographic (and other) research. The University of Oxford’s Research Ethics Committee states e.g. cases in which oral consent may be acceptable. These refer to literacy, cultural or political concerns, security issues or time constraints. The committee recommends the recording of oral consent but it also provides for a template for self-documentation of oral consent.&amp;lt;ref&amp;gt;https://researchsupport.admin.ox.ac.uk/governance/ethics/resources/consent#collapse281101, for the script see https://researchsupport.admin.ox.ac.uk/files/templateoralconsentdocx.&amp;lt;/ref&amp;gt; Although this template focuses primarily on interviews, it suggests detailed steps in dialogue form to obtain consent. The Universidad Autónoma de Barcelona exempts research with vulnerable or culturally diverse groups from written consent. The position paper is based on the experiences and project evaluations by the local Research Ethics Committee.&amp;lt;ref&amp;gt;See José Luis Molina et al., 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; It does not apply to research projects involving minors or illegal activities. In referring to participant observation, the authors recommend the gradual gaining of informed consent, from conclusive behaviour at the beginning of research to formal and written consent at a later stage of the research process. Instructive recommendations and strong arguments against obligatory written consent come from the Institute for Cultural Anthropology and Development Sociology at Leiden University.&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Institute for Anthropology and Development Sociology at Leiden University, n. d., &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Even though universities in Germany don’t require ethical or data protection reviews for ethnographic research so far, these pioneers could serve as a model for research institutions, funding organisations and disciplinary associations. In a recently published guidance note, even the European Commission in its role as a major funder has noticed that in certain research contexts strategies for consenting must go beyond written forms. The Commission specifically recommends using oral consent, albeit only in conjunction with a vote by a Research Ethics Committee. The Commission also recommends seeking support from cultural insiders or NGOs when gaining consent from vulnerable groups such as refugees, asylum seekers or migrants.&amp;lt;ref&amp;gt;European Commission - Directorate-General for Research and Innovation, « Guidance Note - Research on Refugees, Asylum Seekers &amp;amp;amp; Migrants. General Principles. v1.1. », 2020. https://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/other/hi/guide_research-refugees-migrants_en.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; From such considerations could emerge models for many fieldwork scenarios.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Not least, data archives and repositories like the Swiss Centre of Expertise in the Social Sciences FORS or the Research Data Centre Qualiservice in Germany provide guidelines and informed consent templates to researchers.&amp;lt;ref&amp;gt;Sybil Krügel, « The informed consent as legal and ethical basis of research data production », &#039;&#039;FORS Guide No. 05&#039;&#039;, Version 1.0, Lausanne, Swiss Centre of Expertise in the Social Sciences FORS, 2019. http://doi.org/10.24449/FG-2019-00005. And Susanne Kretzer et al., « Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung », &#039;&#039;Qualiservice Working Papers&#039;&#039;, 2020, 2. https://doi.org/10.26092/elib/192.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;They are a fairly new player regarding informed consent in German speaking countries, with their own standards and regulations on how and to what extent consent needs to be documented. They are not only service providers, but important partners in the development of legally and ethically acceptable solutions to the long-term preservation of ethnographic research material. Recent guidelines developed by a German consortium of members of research data archives, research data managers and researchers in the social sciences clearly recommend multi-stage consent procedures for primary qualitative research and data sharing.&amp;lt;ref&amp;gt;Isabel Steinhardt et al., « Opening up and Sharing Data from Qualitative Research: A Primer », &#039;&#039;Weizenbaum Series&#039;&#039;, 2021, 17. https://doi.org/10.34669/WI.WS/17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;conclusion-and-outlook&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Conclusion and outlook =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnographic fieldwork is inseparably embedded in a certain time and place as well as in social and cultural relations. The examples above show the wide range and differences that have to be covered by shared regulations and procedures. Nevertheless, a certain standardization of procedures might be beneficial. We recommend developing models that are shared and accepted within the anthropological communities - as a basis for research as well as for the evaluation by ethics committees and data protection officers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
First of all, it should be irrelevant when consent is given. Gaining access in written form can be the preferred way when it is safe to do so. Researchers shall take reasonable care to check whether written consent is actual a meaningful consent in their field or in certain situations. Recorded oral consent on audio or even on video tape combined with oral explanations may replace a signed form. It can be expected that forms of oral informed consent will remain a standard practice as it is common in many research contexts. Therefore, the Institute of Anthropology and Development Sociology at Leiden University proposes yet another format: oral consent with a written resp. printed sheet containing all relevant information, and without recording. In case of mutual understanding between respondents and anthropologists, it is conceivable to turn this sheet into a written consent form in the course of research.&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Institute for Anthropology and Development Sociology at Leiden University, n. d., &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; But if not, there is no proof of consent that could be submitted to a third party. This can be a burden especially for doctoral students or less experienced field researchers. However, regarding highly precarious cases, it might be necessary to develop a similar procedure that does not demand a signature, a tape recording or printed information at all. This would require strict self-documentation by the researcher about what was said to whom and when and how the consent was expressed. From our perspective, such a procedure is not conceivable without close contact and regular consultation with supervisors or qualified peers. Professional organisations should discuss such options and define the conditions of their application.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moreover, different forms of consent may be required within a single research project. What is adequate depends first of all on the research context and the conditions on site. Furthermore, it can be helpful to link the form of consent to the methods used and accepted in the field. Can conversations or interviews be recorded or not? Do researchers only use oral methods or methods where participants are invited to draw or write? Decision-making could be easier, if the ways to gain informed consent are similar to the kind of methods applied. This also applies to digital ethnography. However, decisions on what the appropriate form of documenting consent is, cannot be made by the researcher alone, but is a necessary part of negotiations. As the examples above have shown, consenting is not an externalised obligation but integral part of the social practice of field research. In this sense, it is necessary to train and strengthen young researchers’ ethical judgement already during their studies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Not least, social and cultural anthropologists make substantial pledges to their interlocutors during the consent process. In view of the technologically open future and the possibilities for cross-linking data, these promises maybe cannot be kept. This raises important methodological and theoretical questions on how research relationships, ethically justifiable and legally secure procedures, and ultimately possible research findings will or must change in the coming years.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;acknowledgements&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Acknowledgements  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
We would like to thank Hella von Unger and Hansjörg Dilger for their feedback on an earlier version of this paper. We would also like to thank Stephen Lewis for his editorial help.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;About Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Research Data Center Qualiservice archives and provides qualitative research data from the social sciences for scientific reuse. Our services include personalized and study-specific advice, and curation and processing of your data for reuse and long-term archiving. We also provide research data and relevant context information for scientific reuses in research and teaching. Internationally interoperable metadata ensure that all data sets are searchable and findable. Persistent identifiers (DOI) ensure that data and study contexts are permanently citable.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice was accredited by the RatSWD in 2019 and is based on its quality assurance criteria. Qualiservice is committed to &#039;&#039;the DFG Guidelines for Safeguarding Good Scientific Practice&#039;&#039; and takes into account the &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship&#039;&#039; as well as the &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Qualiservice Consortium&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Funded by&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PANGAEA – certified World Data Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
State and University Library Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Research Center on Inequality and Social Policy&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS Leibniz Institute for the Social Sciences&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Accreditation by&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Specialised Information Service for Social and Cultural Anthropology&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Informed_consent_in_ethnographic_research:_A_common_practice_facing_new_challenges&amp;diff=16065</id>
		<title>Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Informed_consent_in_ethnographic_research:_A_common_practice_facing_new_challenges&amp;diff=16065"/>
		<updated>2025-04-30T08:41:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: Created page with &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Elisabeth Huber &amp;amp;amp; Sabine Imeri&amp;#039;&amp;#039;  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;  University of Bremen – Qualiservice Working Papers  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;QS-WP-4-2021&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;  Qualiservice Working Papers  ISSN: 2748-2553  Suggested Citation:  Huber, Elisabeth &amp;amp;amp; Imeri, Sabine (2021): &amp;#039;&amp;#039;Informed consent in ethnographic research:&amp;lt;br /&amp;gt; A common practice facing new challenges (preprint)&amp;#039;&amp;#039;, Qualiservice Working Papers 4-2021, Bremen, doi: http:...&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Elisabeth Huber &amp;amp;amp; Sabine Imeri&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-4-2021&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ISSN: 2748-2553&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, Elisabeth &amp;amp;amp; Imeri, Sabine (2021): &#039;&#039;Informed consent in ethnographic research:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
A common practice facing new challenges (preprint)&#039;&#039;, Qualiservice Working Papers 4-2021, Bremen, doi: http://dx.doi.org/10.26092/elib/1070.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The paper published as a preprint article has been submitted to Ethnologia Europaea, journal of the International Society for Ethnology and Folklore (SIEF).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© RDC Qualiservice, September 2021&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Legal Notice&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Research Data Center (RDC) Qualiservice&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;University of Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Research Center on Inequality and Social Policy&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Germany&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
E-Mail: [mailto:info@qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;info@qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
= Abstract =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In this article, we give some insight into the growing debate on informed consent among social and cultural anthropologists in Germany and beyond that takes as its current starting point the wider debate on the impacts of the General Data Protection Regulation (GDPR) as well as the requirements of research data management and archiving. This critical debate centres two aspects: the standardized written form and the time of consenting. We use examples from the broader field of qualitative social scientific research when they address similar problems. Subsequently we outline proceedings that could lead to non-written forms of consenting, which have proven more appropriate to ethnographic fieldwork.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;informed-consent-as-a-legal-and-ethical-concern&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Informed consent as a legal and ethical concern =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnographic fieldwork is an activity of encounter. Social and cultural anthropologists usually seek out the living and working environments of research participants in person, where people permit them participation in everyday events, and provide insights into their life contexts. On these grounds, fieldwork is usually based on collaborative, mutual engagement and building confidence over time. Protagonists’ consent to become part of the fieldwork is, with few exceptions, indispensable and one of the ethical premises in ethnographic research. Consent and cooperation are essential prerequisites for researchers to be able to experience, observe and participate in the activities of interest. Social and cultural anthropologists, therefore, treat consent usually as part of research ethics and much less in legal terms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In the English-speaking world, especially the United States, long-standing, ongoing debates in social and cultural anthropology on « the doctrine of informed consent »&amp;lt;ref&amp;gt;Kirsten Bell, « Resisting Commensurability: Against Informed Consent as an Anthropological Virtue », &#039;&#039;American Anthropologist&#039;&#039;, 2014, 116 (3), p. 511-522. Ethical regulation and its implications for ethnographic research in the United States are criticized from different perspectives in the American Ethnologist Forum: « IRBs, Bureaucratic Regulation, and Academic Freedom », &#039;&#039;American Anthropologist&#039;&#039;, 2006, 33 (4). See also Joan Cassell, « Cases and Comments », in Joan Cassell, Sue-Ellen Jacobs (eds.), &#039;&#039;Handbook on Ethical Issues in Anthropology&#039;&#039;, American Anthropological Association, 1987. https://www.americananthro.org/LearnAndTeach/Content.aspx?ItemNumber=12934&amp;amp;amp;navItemNumber=731.&amp;lt;/ref&amp;gt; result from strongly institutionalised and bureaucratized review processes obligatory for all research endeavours with and on human subjects. In Germany, we are seeing similar developments - notably in international or interdisciplinary research - necessitating ethical approval. Even if there are currently no institutional bodies or committees at universities that systematically evaluate ethical conduct of ethnographic research, we notice that more such committees are being established in the last years.&amp;lt;ref&amp;gt;E.g., the Faculty of Humanities at the &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;University of Hamburg offers counselling by an ethics committee, but&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« exclusively on application and voluntarily ». h&amp;lt;/span&amp;gt;ttps://www.gwiss.uni-hamburg.de/service/ekgw.html. Cf. Hella von Unger, Hansjörg Dilger, Michael Schönhuth, &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;« Ethics Reviews in the Social and Cultural Sciences? A Sociological and Anthropological Contribution to the Debate »&amp;lt;/span&amp;gt;, in &#039;&#039;Forum: Qualitative Social Research&#039;&#039;, 2016, 17 (3). http://dx.doi.org/10.17169/fqs-17.3.2719.&amp;lt;/ref&amp;gt; Overall, however, this is one reason why obtaining consent is in no way standardized in German social and cultural anthropology. In Germany, the debate on informed consent is mainly driven from two other sources: first, the General Data Protection Regulation (GDPR) set in place in 2018, to harmonize control and data protection requirements within the European Union and to equip the EU for the digital age; second, the increasing requirements from research funding agencies concerning archiving and sharing of research data. Archiving and subsequent reuse of research data have not been common practice among German ethnographers until now.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The notion of consent is first of all referring to a much broader social and political concept in Western societies with considerable moral and normative power.&amp;lt;ref&amp;gt;cf. Franklin Miller, Alan Wertheimer (eds.), &#039;&#039;The Ethics of Consent. Theory and Practice&#039;&#039;. Oxford, Oxford University Press, 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; On the one hand, it is deeply rooted in Western thought on democratic legitimacy, and on the other it shapes interpersonal relations: “acts of consent establish entitlements, create obligations, and shift risks and responsibilities from some persons to others.”&amp;lt;ref&amp;gt;David Johnston, « A History of Consent in Western Thought », in Franklin Miller, Alan Wertheimer (eds.), &#039;&#039;The Ethics of Consent. Theory and Practice&#039;&#039;. Oxford, Oxford University Press, 2009, p.25-51, see p.25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Consent is thus closely tied to a notion of the independent and responsible individual person which does not fit all societies or groups studied in social and cultural anthropology.&amp;lt;ref&amp;gt;The ethical debate about an essentialist Eurocentric idea of man is nevertheless contradictory. See Annette Hornbacher, « Ethik als transkulturelles Dilemma: Zum Spannungsverhältnis zwischen ethnologischem Relativismus und ethischer Normativität », &#039;&#039;EthnoScripts.&#039;&#039; (Ethnologie und Ethik), 15 (2), 2013, p. 5-19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freely given, informed, specific, and unambiguous consent means that all data collecting, storing, transferring, publishing, and archiving needs an approval from research participants.&amp;lt;ref&amp;gt;See Anne Lauber-Rönsberg, Philipp Krahn, Paul Baumann, « Gutachten zu den rechtlichen Rahmenbedingungen des Forschungsdatenmanagements (Kurzfassung) », Dresden, TU Dresden, 2018. https://tu-dresden.de/gsw/jura/igewem/jfbimd13/ressourcen/dateien/publikationen/DataJus_Zusammenfassung_Gutachten_12-07-18.pdf?lang=de.&amp;lt;/ref&amp;gt; Data protection laws provide for an exemption only in particular cases, e.g. data processing for historical research or statistical purposes of public interest.&amp;lt;ref&amp;gt;cf. Art. 5 and Art. 89 GDPR and Recitals 156 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Overall, however, it is controversial whether scientific research can be exempted from the obligation to obtain informed consent, and to what extent. As an absolutely necessary prerequisite and governing norm for research on/with human beings informed consent derives from common practice in medical research.&amp;lt;ref&amp;gt;The reference to medical ethics and medical law points to the origin of this form of consenting: Clinical research without declared consent was prohibited only in 1947 as a result of the Doctors Trial in Nuremberg and established in the Nuremberg Codex as an effective standard, continuously developed in the course of changing clinical respectively bio- and life-science research. See Paul Julian Weindling, &#039;&#039;Nazi Medicine and the Nuremberg Trials. From Medical War Crimes to Informed Consent&#039;&#039;, Basingstoke, Palgrave Macmillan, 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; But, although the principle of informed consent remains uncontested, the method of getting consent inevitably differs within the disciplines. Regarding ethnographic and qualitative social scientific research practices, simple transfer of the standard of consent from biomedical research to other research contexts has been discussed and criticized.&amp;lt;ref&amp;gt;cf. Peter Pels et al, « Data management in anthropology: The next phase in ethics governance? », &#039;&#039;Social Anthropology&#039;&#039;, 2018, 0 (0), p. 1-23. https://doi.org/10.1111/1469-8676.12526. See also Mary Boulton, Michael Parker (eds.), « Informed Consent in a Changing Environment », &#039;&#039;Social Science &amp;amp;amp; Medicine,&#039;&#039; 2007, vol. 65, special issue 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; We consider it vital to acknowledge disciplinary ways of knowing and proceeding methodically.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unlike in the United States, where anthropological associations have long since regulated informed consent in their ethical guidelines&amp;lt;ref&amp;gt;See Kirsten Bell 2014, &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;, p. 512.&amp;lt;/ref&amp;gt;, in Germany, apart from applicable law, there is currently no further mandatory guidance on consent procedures in social and cultural anthropology. German professional anthropological associations&amp;lt;ref&amp;gt;Disciplinary traditions of ethnology/Social and Cultural Anthropology and folklore/European Ethnology are divided in the German-speaking world. Institutions and courses of study can have yet another designation such as Empirical Cultural Studies, Popular Cultures, sometimes in combination.&amp;lt;/ref&amp;gt; recently initiated intensive critical debates on the consequences of GDPR and the novel requirements from research data management. They issued position papers that also pertain to informed consent.&amp;lt;ref&amp;gt;German Anthropological Association (Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie, DGSKA),&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« Position Paper on the Handling of Anthropological Research Data », 2019. https://en.dgska.de/wp-content/uploads/2020/03/PositionspapierMV_EN_2019-11-29.pdf. And: Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv), « Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten », 2018. http://www.d-g-v.org/sites/default/files/dgv-positionspapier_fdm.pdf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The equivalent European associations have produced similar papers. See European Association of Social Anthropologists, « EASA’s Statement on Data Governance in Ethnographic Projects », 2018. https://www.easaonline.org/downloads/support/EASA%20statement%20on%20data%20governance.pdf. And: International Society for Ethnology and Folklore, « SIEF Statement on Data Management in Ethnology and Folklore », 2019. https://www.siefhome.org/downloads/publications/statements/SIEF_Statement%20Data%20Management.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; All statements clearly show that informed consent is not only a « quintessential object »&amp;lt;ref&amp;gt;Jennifer A. Hamilton, « On the Ethics of Unusable Data», in James D. Faubion, George E. Marcus (eds.), &#039;&#039;Fieldwork Is Not What It Used to Be&#039;&#039;. Ithaca: Cornell University Press, 2017, p. 73-88, see p. 86.&amp;lt;/ref&amp;gt; of research ethics, but equally the connecting link between ethics and data protection law.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In the big picture, it is the digital transformation of research that calls for increasing attention to legal and ethical questions of data. Novel forms of analysis as well as expanded ways of distribution and archiving possibilities for data and research materials come along with novel methodological challenges, regarding anonymization, metadata creation, and the like. Some researchers hold informed consent as « a necessary evil, as exclusively instrumental in nature, and thus as separate from ‘research’ itself ».&amp;lt;ref&amp;gt;Ibid.&amp;lt;/ref&amp;gt; But we propose that reflections on informed consent also form part of methodological reflections and even methods development.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;inadequacies-and-insufficiencies-of-written-consent&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Inadequacies and insufficiencies of written consent =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
According to data protection laws, consent does not necessitate a signed form, but the data controller has to be capable to provide evidence of voluntary consent. Because the burden of proof lies with the researcher resp. his or her institution, legal experts usually recommend and expect written consent.&amp;lt;ref&amp;gt;See Anne Lauber-Rönsberg, Philipp Krahn, Paul Baumann, 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; This applies in particular to so called special categories of personal data such as political opinions, religious beliefs, sexual orientation, or ethnic origin - that regularly emerge from ethnographic fieldwork. The aim here is also to standardize consent.&amp;lt;ref&amp;gt;Katrin Schaar, « Die informierte Einwilligung als Voraussetzung für die (Nach-)nutzung von Forschungsdaten: Beitrag zur Standardisierung von Einwilligungserklärungen im Forschungsbereich unter Einbeziehung der Vorgaben der DS-GVO und Ethikvorgaben », RatSWD Working Paper, 264, 2017, Berlin, Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten. https://www.ratswd.de/dl/RatSWD_WP_264.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indeed, in a legal sense, the written form may be a reasonable and ‘safe’ way to obtain consent - moreover, gained with somewhat limited effort. But, as it can be seen in all position papers of the disciplinary associations, social and cultural anthropologists criticize and reject the written form as the only possible way of gaining consent. This refusal is necessarily linked to the epistemological and methodological basis of ethnographic fieldwork.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The recruitment and perception of research participants in anthropological research differs from sociological research and experimental settings in medical institutions, laboratories, and the like. In anthropology, interlocutors are not merely seen as « participants », who are conceived as a « survey unit » and selected as a « sample ».&amp;lt;ref&amp;gt;See Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv), 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roles depicted in ethnographic accounts comprise informants, interlocutors, research participants, collaborators, consultants, and host families. A prominent role can be assigned to so called gatekeepers, who often arrange access to the field and act as advisers, translators, guides, key informants, or even as research assistants in the course of research. Occasionally research participants also figure as co-authors like in the well-known collaboration between American anthropologist Franz Boas and George Hunt, English-Tlingit by birth, in the early 19th century.&amp;lt;ref&amp;gt;See Kathleen Mooney, « George Hunt », &#039;&#039;The Canadian Encyclopedia&#039;&#039;, 2015. https://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article/george-hunt. cf. Roger Sanjek, « Anthropology’s hidden colonialism: Assistants and their ethnographers », &#039;&#039;Anthropology Today&#039;&#039; 1993, 9(2), p. 13–18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The wide range of terms illuminates different levels of participation in and control of the research process in the same field. Researchers and researched people establish more or less long-term relationships, a social process that cannot be fully envisioned. That means trust and consent must be continuously balanced. However, in the process of mutual interaction, the protagonists considerably contribute to data generation. Hence, data from ethnographic research is widely regarded as co-produced by researchers and those being researched.&amp;lt;ref&amp;gt;See, as one of the first proposition to this epistemological condition, Johannes Fabian, &#039;&#039;Time and the Other. How Anthropology Makes Its Object&#039;&#039;, New York, Columbia University Press, ([1983] 2014).&amp;lt;/ref&amp;gt; From that joint production results joint ownership, with consequences to all handling of data.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
With this in mind, consent in anthropology is understood as an ongoing intersubjective relational process.&amp;lt;ref&amp;gt;See German Anthropological Association, « Basic Principles and Procedures for the Ethical Review of Anthropological Research [“Ethical Guidelines”] », 2019. https://en.dgska.de/wp-content/uploads/2020/04/GAA_Principles-and-Procedures-for-Ethical-Reviews.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; It requires dynamic negotiations and generally cannot be fixed with a&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« contractual gesture signed in advance ».&amp;lt;ref&amp;gt;Igor Boog et.al., « Data management for anthropologists and ethnographers. A position paper », in Peter Pels et.al, « Data management in anthropology. The next phase in ethics governance? », &#039;&#039;Social Anthropology/ Anthropologie Sociale&#039;&#039; 2018, 26 (3), p. 391-413, see p. 398.&amp;lt;/ref&amp;gt; How and when consent is or can be established depends on the respective field and concrete settings and scenarios. In other words, there is not one way or procedure that can be applied in a standardized manner. Moreover, the current system of anticipatory, bureaucratic regulation is not a guarantor for ethical research. Anthropologists warn against restricting research ethics to procedural ethics. In order to avoid ethnocentric ethical principles, researchers need to pay attention to embedded ethics.&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Sharon Macdonald, « Embedded ethics and research integrity: A response to &#039;the quest for generic ethics principles in social science research&#039; by David Carpenter », in Ron Iphofen (ed.), &#039;&#039;Finding common ground: Consensus in research ethics across the social sciences&#039;&#039;, Bingley, Emerald, 2017, p. 29-35, see p. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
F&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ield&amp;lt;/span&amp;gt; access is a crucial and often challenging phase in ethnographic fieldwork. « Gaining a&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ccess is not simply a matter of hanging on a door and getting it to open&amp;lt;/span&amp;gt; », it is rather as much a dynamic and relational process as field research itself.&amp;lt;ref&amp;gt;Martha S. Feldman, Jeannine Bell, Michele Tracy Berger, &#039;&#039;Gaining Access. A Practical and Theoretical Guide for Qualitative Reasearchers&#039;&#039;, 2003, Walnut Creek, CA, p. ix.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;And it is necessarily linked to a process of learning on different norms, standards, hierarchies and dependencies on site.&amp;lt;/span&amp;gt; From multiple descriptions of each specific endeavour becomes clear that the entry into a research field depends not only on the ethnographer&#039;s skills but also on specific circumstan&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ces.&amp;lt;/span&amp;gt; Having that in mind, standardised writ&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ten consent is considered as an often inadequate tool&amp;lt;/span&amp;gt;. Rather, t&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;he acceptance of the researcher, his or her behaviour and possible questions to the people on site can only be worked out gradually in many settings and situations. Paul Stoller&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Stoller, « Globalizing Method: The Problems of Doing Ethnography in Transnational Spaces », &#039;&#039;Anthropology and Humanism&#039;&#039;, 1997, 22 (1), p. 81-94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;, for example, used for a study on religious practices in rural Niger demographic surveys to enter the field - with support of local authorities. This strategy was not very useful when Stoller some years later started fieldwork among West African street vendors in Harlem who usually had no residential status. So he decided to join research participants in spending time in street markets at first. Here, with people in precarious social situations&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;the « contractual gesture »&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;See Igor Boog et. al, 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;., see p. 398.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;to fill out a form will hardly be helpful.&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
With regard to this contractual gesture, social and cultural anthropologists expect that the&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« quality of relationships in field research » might change.&amp;lt;ref&amp;gt;Gisela Welz, « Wie sollen wir mit Forschungsdaten umgehen? Und was will die DFG? », &#039;&#039;Zeitschrift für Volkskunde&#039;&#039;, 2020, 1, p. 83-85.&amp;lt;/ref&amp;gt; German anthropologists have not extensively made use of written consent yet, but there are reasonable misgivings and doubts. A meta-study conducted among interviewees from social science studies in the United Kingdom reports that research participants overall disapproved of written consent.&amp;lt;ref&amp;gt;Jane Lewis, Jenny Graham, « Research Participants&#039; Views on Ethics in Social Research: Issues for Research Ethics Committees », &#039;&#039;Research Ethics&#039;&#039;, 2007, 3 (3), p. 73-79.&amp;lt;/ref&amp;gt; Information letters and consent forms were perceived as formal, official and even intimidating. Research participants indicated that once they had signed the consent form, they felt committed to participating in the research. In their opinion, withdrawing or refusing to answer questions was hindered. Asking for written consent may be associated with a decrease of&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
« naturalness », trust and emotional closeness, especially if the form is filled with abstract and barely tangible paragraphs. In a similar vein, researchers from the field of social work report that while doing interview research with elderly people in Germany on the highly sensitive issues of illness and dying, irritations were caused by the request to sign a sheet before or after finishing the interview. Gaining oral consent, recorded on tape before the interview, proved more acceptable than signing a written form.&amp;lt;ref&amp;gt;See Angela Benner, Julian Löhe, « Die informierte Einwilligung auf Tonband: Analyse im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie mit älteren Menschen aus forschungsethischer und rechtlicher Perspektive », &#039;&#039;Zeitschrift für Qualitative Forschung&#039;&#039;, 2020, 20 (2), p. 341-356.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nevertheless, there are scenarios, where a written paper can be helpful. Marcia Inhorn reports from her research with female patients in private in-vitro fertilization clinics in the Middle East where the consent form acted as an icebreaker in a setting where female as well as male infertility problems are subject of shame and secrecy. The signed consent paper « was crucial in reassuring women that what they told me would be held in the strictest confidence, and their names would never be used in any published report. »&amp;lt;ref&amp;gt;Marcia C. Inhorn, « Privacy, privatization, and the politics of patronage: Ethnographic challenges to penetrating the secret world of Middle Eastern, hospital-based in vitro fertilization », &#039;&#039;Social Science &amp;amp;amp; Medicine&#039;&#039;, 2004, 59 (10), p. 2095-2108, see p. 2099.&amp;lt;/ref&amp;gt; In other cases, a signed paper may be accepted as a token of esteem. In general, it can be assumed that fewer problems arise in research environments where using forms is established and accepted.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Standardised informed consent is also understood as « an a-cultural form of standardization that does not respect local understandings of ‘risk’, ‘benefits’, or ‘consent’ ».&amp;lt;ref&amp;gt;Ibid.&amp;lt;/ref&amp;gt; In this sense, it might reproduce social inequalities and power relations, particularly in postcolonial contexts. This points out again that standardised consent as a Western concept of contractual agreement does not reflect on different norms and ethical standards in different research fields and countries. In general, a signed paper can be of less significance and lower cultural prestige.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Widlok, « The Archive Strikes Back: Effects of Online Digital Language Archiving on Research Relations and Property Rights », In Marc Turin, Claire Wheeler, Eleanor Wilkinson (eds.), &#039;&#039;Oral Literature in the Digital Age: Archiving Orality and Connecting with Communities&#039;&#039;, Cambridge, Open Book Publishers, 2013, p. 3-20, see p.15.&amp;lt;/ref&amp;gt; The bureaucratic exercise cannot substitute what anthropologists rather define as their own capacity for culturally adequate behaviour in local contexts, how two examples may illustrate. In Indonesia « it is considered impolite to openly reject a request or to bluntly say&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
no », Mirjam Lücking reports from her research on Muslim lifestyles. To get truly voluntary consent she paid attention to « indirect messages and emotional subtexts », avoided asking people for consent immediately and offered to return to the matter later.&amp;lt;ref&amp;gt;Mirjam Lücking, « Reciprocity in Research Relationships: Learning from Imbalances », in Thomas Stodulka, Samia Dinkelaker, Ferdiansyah Thajib (eds.), &#039;&#039;Affective Dimensions of Fieldwork and Ethnography&#039;&#039;, Cham: Springer Nature, 2019, p. 109-121, see p. 114.&amp;lt;/ref&amp;gt; When attending funeral services of HIV/AIDS victims in South Africa, Stephen Black mentioned, « decisions about when and how to record were also a display to others of my understanding of cultural conventions about HIV disclosure. » It was his ability to act respectfully that would have enabled him to integrate into broader social networks, families, and neighbourhoods.&amp;lt;ref&amp;gt;Steven P. Black, « Anthropological Ethics and the Communicative Affordances of Audio-Video Recorders in Ethnographic Fieldwork: Transduction as Theory », &#039;&#039;American Anthropologist&#039;&#039;, 2017, 119 (1), p. 46-57, see p. 51.&amp;lt;/ref&amp;gt; However, making a well-grounded decision on the appropriateness of formal regulations assumes a deeper learning and understanding of the research field.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Another argument against standardized consent is that signing a form can put research participants at risk, and this may close certain fields of research. When studying HIV/AIDS as a stigmatizing illness in Tanzania according to Hansjörg Dilger, it was impossible in some situations « to talk directly to interlocutors about HIV/AIDS - or to present a declaration of consent that makes such a reference clear ».&amp;lt;ref&amp;gt;Hansjörg Dilger, « Ethics, Epistemology, and Ethnography: The Need for an Anthropological Debate on Ethical Review Processes in Germany », &#039;&#039;Sociologus,&#039;&#039; 2017, 67 (2), p. 191-208, see p. 200.&amp;lt;/ref&amp;gt; Otherwise, Dilger worried that the bureaucratic act - and even only a form containing the title of the research project - would prevent his research. This is similar for research on socially discredited characteristics or illicit activities, e.g. for research with doormen or drug users.&amp;lt;ref&amp;gt;See David Calvey, « The Art and Politics of Covert Research: Doing ‘Situated Ethics&#039; in the Field », &#039;&#039;Sociology&#039;&#039;, 2008, 42 (5), p. 905-918. And Kirsten Bell, Amy Salmon, « Good intentions and dangerous assumptions: Research ethics committees and illicit drug use research », &#039;&#039;Research Ethics&#039;&#039;, 2012, 8 (4), p. 191-199.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rapport is very important in such encounters. One takes notice, this can also apply in turn for scenarios of « studying up », investigating on powerful and privileged persons in companies or government agencies and the like - those who maybe don&#039;t want to be studied.&amp;lt;ref&amp;gt;Laura Nader, « Up the Anthropologist: Perspectives Gained from Studying up », in Dell Hymes (ed.), &#039;&#039;Reinventing Anthropology&#039;&#039;, New York, Vintage Books, 1974, p. 284-311.&amp;lt;/ref&amp;gt; Less discussed is, that, e.g. in case of violent conflict, keeping consent sheets could also put researchers themselves at risk in case they become targets of police or other official inquiries.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prior written informed consent may safeguard researchers in the legal sense, but it is not a guarantor of ethical research.&amp;lt;ref&amp;gt;See German Anthropological Association (DGSKA), 2019, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;. In addition, Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv), 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; As the situation unfolds, rather tacit consent may decide on how to handle certain information. Some information may function as background knowledge that is widely shared among research partners, some information may be regarded as a secret and be passed on either off record or while recording but with reservation. Depending on the level of trust and knowledge research partners will make clear how to handle the information provided or expect the researcher to act accordingly. Moreover, anthropologists shall pay attention and « respect also non-verbal forms of non-consent and especially non-verbal withdrawal of consent ».&amp;lt;ref&amp;gt;Institute for Anthropology and Development Sociology at Leiden University, « Appendix I: Approved Informed Consent Procedures in Anthropological Research », n.d. https://www.universiteitleiden.nl/binaries/content/assets/sociale-wetenschappen/ca-os/appendix-i---informed-consent.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; All these fine-grained tunings and negotiations are rather to be found in recordings or between the lines. It is impossible to put them down on a form. In case of doubt how to deal with particular pieces during data analysis, in publications or when archiving the material, the researcher may well contact the research participants to authorize the use of data.&amp;lt;ref&amp;gt;Maggie Mort et al., « The Health and Social Consequences of the 2001 Foot &amp;amp;amp; Mouth Disease Epidemic in North Cumbria. Archiving the Study Data: Background guide for users », Lancaster, Lancaster University, 2006. http://doc.ukdataservice.ac.uk/doc/5407/mrdoc/pdf/q5407userguide.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Requirements for data archiving and sharing have broadened the debate on informed consent. Research partners should be asked to agree that data can also be used for future and after all unknown purposes. Among German social and cultural anthropologists, there is still limited experience with sharing and subsequent reuse of research data. Above all, researchers worry that archiving materials will become mandatory for successful funding commitments. The position papers of social and cultural anthropologists’ associations reject such funding policies, not least because consent for archiving data will not always be given. But on the other hand, they support the development of appropriate archiving processes. In view of sustainable research and the creation of value from data, research funders in Germany support the development of infrastructures and expect them to professionalize their services for data preservation. The Data Service Centre Qualiservice at University of Bremen, which is adapting its work flows to ethnographic materials, expects consent for data archiving and sharing to be available in written or audio-visual form. Alternative solutions should be offered for older ethnographic materials or for missing documentation of consent. Data repositories in Anglophone countries, which have a longer tradition of archiving ethnographic materials, work also with embargoes spanning several decades. Data archives in Germany can benefit from their experiences e.g. by involving research partners and groups in decisions on embargoes and access to research materials.&amp;lt;ref&amp;gt;Lisa Cliggett « Preservation, Sharing, and Technological Challenges of Longitudinal Research in the Digital&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Age » in Roger Sanjek, Susan W. Tratner (eds.), eFieldnotes: The Makings of Anthropology in the Digital World, Philadelphia, University of Pennsylvania Press, 2016, p. 231-250. See also Robert Leopold, « The second life of ethnographic fieldnotes », &#039;&#039;Ateliers d&#039;Anthropologie&#039;&#039;, 2008, 32. https://doi.org/10.4000/ateliers.3132.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;gaining-consent-obligatory-appropriate-unnecessary-or-impossible&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Gaining consent: obligatory, appropriate, unnecessary, or impossible? =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnographic fieldwork is a largely non-standardised, informal, and first of all relational practice, conducted in complex dynamic real-life settings. The « ability to see social life as it unfolds rather than as we imagined it »&amp;lt;ref&amp;gt;Charles L. Bosk, « The New Bureaucracies of Virtue or When Form Fails to Follow Function », &#039;&#039;PoLAR: Political and Legal Anthropology Review&#039;&#039;, 2007, 30 (2), p. 192-209, see p. 194.&amp;lt;/ref&amp;gt; is the primary benefit of this in-situ observation. It is characterised by a particular openness, sometimes also described as « messy process »&amp;lt;ref&amp;gt;See most recently Alexandra Plows, « Introduction. Coming Clean About Messy Ethnography », in Alexandra Plows (ed.) &#039;&#039;Messy Ethnographies in Action&#039;&#039;. Wilmington, Delaware 2018, xiii-xxv. See also John Van Maanen, &#039;&#039;Tales of the field: On writing ethnography&#039;&#039;, Chicago, University of Chicago Press, 1988, see p. 147.&amp;lt;/ref&amp;gt;. But, it forms a methodological program that allows adjustments to unpredictable developments in the course of research, and provides a flexible framework for a huge variety of fields, cultural contexts, settings and scenarios and a heterogeneity of themes and approaches.&amp;lt;ref&amp;gt;Michi Knecht, « Nach Writing Culture, mit Actor-Network. Ethnographie/Praxeographie im Feld der Wissenschafts-, Medizin- und Technikanthropologie », in Sabine Hess, Johannes Moser, Maria Schwertl (eds.), &#039;&#039;Europäisch-ethnologisches Forschen. Neue Methoden und Konzepte&#039;&#039;, Berlin 2013, p. 79-106.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In the light of legal regulations, including data protection laws, personality rights, and even intellectual property rights, it is becoming difficult for social and cultural anthropologists to decide when consent is required. Data protection refers to personal data, and legally speaking, it is well defined what « personal » means.&amp;lt;ref&amp;gt;See Oliver Watteler, Thomas Ebel, « Datenschutz im Forschungsdatenmanagement », in Uwe Jensen, Sebastian Netscher, Katrin Weller (eds.), &#039;&#039;Forschungsdatenmanagement sozialwissenschaftlicher Umfragedaten: Grundlagen und praktische Lösungen für den Umgang mit quantitativen Forschungsdaten&#039;&#039;, Opladen, Verlag Barbara Budrich, 2019, p. 57-80.&amp;lt;/ref&amp;gt; However, in which research scenarios is one dealing with such information? In qualitative sociological research, recommendations as to how to gain informed consent usually refer to interviews.&amp;lt;ref&amp;gt;See Tobias Gebel et al, « Verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist: Datenschutz in qualitativen&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Interviews », &#039;&#039;Forum: Qualitative Social Research&#039;&#039;, 2015, 16 (2). http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs1502279.&amp;lt;/ref&amp;gt; Because of detailed, aim-oriented research designs, and the use of interview guides, interview-based studies often take on a more formal character and atmosphere: time is arranged, a room as quiet as possible is provided, and a technical recording is made.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Even if qualitative sociologists or oral historians have elaborated the difficulties implied when informing and gaining consent from interview partners&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Rose Wiles et al., « Informed Consent and the Research Process: Following Rules or Striking Balances? », &#039;&#039;Sociological Research Online&#039;&#039;, 2007, 12 (2), p. 99-110. https://doi.org/10.5153/sro.1208. And Almut Leh, « Forschungsethische Probleme in der Zeitzeugenforschung », &#039;&#039;BIOS&#039;&#039;, 2000, 13 (1), p. 64-76, see p. 70.&amp;lt;/ref&amp;gt;, conducting interviews and the expectations on interviewers and interviewees are more standardised than in several ethnographic research scenarios. In such cases, providing information cannot be handled as a « one-way street », granting certain rights and taking particular precautions. This applies especially to the countless and heterogeneous informal unstructured real-life situations in ethnographic fieldwo&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;rk, while observing events of citizens&#039; action groups in Berlin&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Beate Binder, &#039;&#039;Streitfall Stadtmitte. Der Berliner Schlossplatz&#039;&#039;, Köln, Weimar, Böhlau Verlag, 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;or talking with workers in German department stores during coffee breaks.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Götz Bachmann, &#039;&#039;Kollegialität: eine Ethnografie der Belegschaftskultur im Kaufhaus&#039;&#039;, Frankfurt/M., Campus Verlag, 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; To get « comprehensive informed consent from everyone present can be difficult, if not impossible. »&amp;lt;ref&amp;gt;See Hella von Unger, Hansjörg Dilger, Michael Schönhuth, 2016, &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;, see paragraph 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; But just those situations are open for serendipity, and can form the basis for unexpected relationships, sudden insights, and new knowledge, but also create the need for continuing reflection: To avoid conducting covert research&amp;lt;ref&amp;gt;Dvora Yanow, Peregrine Schwartz-Shea, « Framing ‘deception’ and ‘covertness’ in research: Do Milgram, Humphreys, and Zimbardo justify regulating social science research ethics? », &#039;&#039;Forum: Qualitative Social Research&#039;&#039;, 2018, 19 (3). http://dx.doi.org/10.17169/fqs-19.3.3102.&amp;lt;/ref&amp;gt; it is necessary to engage constantly in conversations with research partners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Similar uncertainties may arise when conducting research in public space. Informed consent is recommended but not necessarily required, even if recording technologies are used. According to the German law regulating the copyright for works of art, also conclusive behaviour like posing, nodding or smiling is considered as a clear and unambiguous affirmative act to be filmed or photographed in more or less public space.&amp;lt;ref&amp;gt;See § 22 KunstUrhG. See also Diana Papademas, The International Visual Sociology Association, « IVSA Code of Research Ethics and Guidelines », &#039;&#039;Visual Studies&#039;&#039;, 2009, 24 (3), p. 250-257, see p. 256. https://doi.org/10.1080/14725860903309187.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maren Heibges et.al. suggest scaling the expectations on privacy to judge whether and to what extent consent is needed: the more privacy one wants of a situation (e.g. a therapeutic session) the more important becomes informed consent.&amp;lt;ref&amp;gt;The framework is formulated with regard to ethnographic research on human-computer-interaction. See Maren Heibges, Frauke Mörike, Markus A. Feufel, « Wann braucht Ethnografie eine Einverständniserklärung? Praktische Antworten auf ethische Fragen zu ethnografischen Methoden in der HCI-Forschung », &#039;&#039;Mensch und Computer 2019 - Workshopband&#039;&#039;, Bonn, 2019. https://doi.org/10.18420/muc2019-ws-258-02.&amp;lt;/ref&amp;gt; This can be helpful when ethnographers and participants share the same understanding of privacy. A similar multilevel approach was chosen for an internet-based ethnography with Wikipedia authors. As long as materials and interactions were unpublished, explicit consent was sought for collecting and analysing the information. For publicly accessible documents and interaction, informed consent was estimated either appropriate, non-essential or unnecessary, depending on the sensitivity of content and the feasibility of gaining consent.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Pentzold, « ‘What are these researchers doing in my Wikipedia?’: Ethical premises and practical judgment in internet-based ethnography », &#039;&#039;Ethics and Information Technology&#039;&#039;, 2017, 19 (2), p. 143-155. https://doi.org/10.1007/s10676-017-9423-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Even though digital ethnography and research online has increased enormously during the COVID-19 pandemic&amp;lt;ref&amp;gt;Many posts on the boasblog ‚Fieldwork meets crisis‘, for example, talk about this. https://boasblogs.org/fieldworkmeetscrisis/.&amp;lt;/ref&amp;gt;, internet-based research especially in social networks is a more or less new approach for many ethnographers, raising ‘old’ privacy and ethics issues in specific ways. Accordingly, recommendations for conducting digital ethnography in ethically appropriate ways are manifold: Similar to Heibges et.al. legal experts recommend distinguishing between open and closed social media, and being guided by users’ expectations of confidentiality, especially when the size of groups involved does not permit informed consent. They also distinguish between static content - with a lower need for protection due to stronger control of the users themselves - and dynamic content.&amp;lt;ref&amp;gt;Social media set up specifically for research purposes are a type of their own. See Sebastian J. Golla, Henning Hofmann, Matthias Bäcker, « Connecting the Dots. Sozialwissenschaftliche Forschung in Sozialen Online-Medien im Lichte von DS-GVO und BDSG-neu », &#039;&#039;Datenschutz und Datensicherheit&#039;&#039;, 2018, 42, p. 89–100. https://doi.org/10.1007/s11623-018-0900-x.&amp;lt;/ref&amp;gt; In contexts where public and private are in a state of flux or difficult to interpret, researchers are encouraged to provide information via several channels - e.g. research blogs, own accounts and an email address - and proceed step by step in negotiating the terms of participation and then cross-checking with research peers.&amp;lt;ref&amp;gt;Katrin Tiidenberg, « Ethics in Digital Research », in Uwe Flick (ed.), &#039;&#039;The SAGE Handbook of Qualitative Data Collection&#039;&#039;, London: SAGE, 2018, p. 466-479.&amp;lt;/ref&amp;gt; Likewise, Janet Salmons recommends using « the visual interactive ways of communicating online to inform and engage potential participants » and provides a list of questions specified for the consent process in online research.&amp;lt;ref&amp;gt;Janet Salmons, &#039;&#039;Doing Qualitative Research Online&#039;&#039;, London: SAGE, 2016, see p. 80-82.&amp;lt;/ref&amp;gt; In all, research in online spaces imposes requirements akin to usual ethnographic research: Researchers will need good knowledge and tactfulness to decide on disclosing information and keeping information confidential.&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Crystal Abidin « Somewhere Between Here and There: Negotiating Researcher Visibility in a Digital Ethnography of the Influencer Industry », &#039;&#039;Journal of Digital Social Research&#039;&#039;, 2020, 2 (1), p. 56-76, see p. 70.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Social and cultural anthropologists understand informed consent as an « exercise in communication ».&amp;lt;ref&amp;gt;Miguel N. Alexiades, Daniela Peluso, « Annex 7.1: prior informed consent: the anthropology and politics of cross-cultural exchange », in Sarah A. Laird (ed.) &#039;&#039;Biodiversity and traditional knowledge: equitable partnerships in practice,&#039;&#039; New York, Earthscan, 2002, p. 221-227, see. p. 225.&amp;lt;/ref&amp;gt; But, it is not always clear, what informed means. In the social sciences, discussions on what and how to communicate to interlocutors have therefore often revolved around the accuracy, completeness and comprehensiveness of information. Besides basic information about the research project or participants’ rights, researchers ought to inform about risks that might arise. In contrast e.g. to psychological experiments, the prevailing risk in ethnographic research, whether in face-to-face interactions or in online research rather relates to « informational risk », i.e. that private information could be made public.&amp;lt;ref&amp;gt;Tom Boellstorff et al., &#039;&#039;Ethnography and virtual worlds: A handbook of method&#039;&#039;, Princeton, Princeton University Press, 2012, p. 131 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
As standardized consent forms and information sheets use standardized wording, written forms are not suitable for adequate communication in many cases. Seeking meaningful consent, oral explanations can ensure that content is communicated in clear and plain language. Especially in research projects with illiterate or semi-literate persons, orally transmitted information is inevitable. Moreover, negotiating on the conditions of participating in a research project and the handling of data is associated with improved understanding, better rapport and trust.&amp;lt;ref&amp;gt;Elisa J. Gordon, « When Oral Consent Will Do », &#039;&#039;Field Methods&#039;&#039;, 2000, 12 (3), p. 235-238.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;If field access is established with the help of gatekeepers, distributing information to different participants sometimes turns out very challenging. R&amp;lt;/span&amp;gt;elying on gatekeepers - and using their credibility - often means that researchers need less informational work: « my gatekeeper [...] was considered alright, so I and my project must be alright ».&amp;lt;ref&amp;gt;David Tittensor, « Doing political ethnography in a difficult climate: A Turkish case study », &#039;&#039;Ethnography&#039;&#039;, 2016, 17 (2), p. 213-228, see p. 223.&amp;lt;/ref&amp;gt; Then again, it can also imply that researchers do not have full control over what information is passed on when and to whom. When studying hard-to-reach groups or hidden communities, there is in fact often no getting around gatekeepers. In a study on militia movements in West Africa, Danny Hoffman describes that he at no point could be sure that the dependency on his research assistant and translator Mohammed Tarawalley, a prominent high-ranking member of a fighting group, adversely affected the voluntary nature of other warriors’ consent. Insofar such groups &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;«&amp;lt;/span&amp;gt; functioned as large patronage networks &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;», younger lower-ranking members possibly felt compelled to consent. But, without the permission of a militia commander they might not have participated in the research.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Danny Hoffman, Mohammed Tarawalley, « Frontline collaborations: The research relationship in unstable places », &#039;&#039;Ethnography&#039;&#039;, 2014, 15 (3), p. 291-310.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Passing information to research participants necessarily remains a subjective matter to be individually judged by the researcher.&amp;lt;ref&amp;gt;See Rena Lederman, « Comparative ‘Research’: A Modest Proposal concerning the Object of Ethics Regulation », &#039;&#039;Political and Legal Anthropology Review&#039;&#039;, 2007, 30 (2), p. 305-327, see p. 310.&amp;lt;/ref&amp;gt; As the example on the militia movement indicates, particular questions may arise from ethnographic research with groups, communities as well as in organisations like companies, schools and governmental agencies. Such organisations often have their own guidelines and policies. Likewise, some indigenous communities have set their own conditions and standard protocols of consenting research. Such a collective consent guarantees self-determination and control over the distribution of traditional knowledge.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles R. Menzies, Caroline F. Butler, « Collaborative Service Learning and Anthropology with Gitxaała&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nation », &#039;&#039;Collaborative Anthropologies&#039;&#039;, 2011, 4, p. 169-242, see p. 173 f. Moreover, Robert Leopold, 2008, &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Recently, the CARE principles also call for respecting indigenous rights when handling research data.&amp;lt;ref&amp;gt;Complementary to FAIR data (&#039;&#039;&#039;fi&#039;&#039;&#039;ndable, &#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;ccessible, &#039;&#039;&#039;i&#039;&#039;&#039;nteroperable, &#039;&#039;&#039;r&#039;&#039;&#039;eusable) CARE calls for the consideration of &#039;&#039;&#039;c&#039;&#039;&#039;ollective benefit, &#039;&#039;&#039;a&#039;&#039;&#039;uthority to control, &#039;&#039;&#039;r&#039;&#039;&#039;esponsibility and &#039;&#039;&#039;e&#039;&#039;&#039;thics. See Stephanie Russo Carroll et al., « The CARE Principles for Indigenous Data Governance », &#039;&#039;Data Science Journal&#039;&#039;, 2020, 19, p. 1-12. http://doi.org/10.5334/dsj-2020-043.&amp;lt;/ref&amp;gt; Research in organisations or institutions usually requires consent at multiple levels, with administrative authorities, e&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;xecutive or management boards, smaller units or entities, and individual persons.&amp;lt;/span&amp;gt; Navigating these fields can be complex and confusing, not least because issues of general admittance, research ethics and data protection are closely entangled. However, all collective consent needs to pay attention to hierarchies and status differences regarding gender or class « that disempower the individual ».&amp;lt;ref&amp;gt;Carolyn Fluehr-Lobban, « Anthropology and Ethics. », in Didier Fassin (ed.), &#039;&#039;A Companion to Moral Anthropology&#039;&#039;, Chichester, West Sussex, Wiley-Blackwell, 2012, p. 103-114, see p. 110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Complexity is also seen in online research, where one needs not only the consent from research participants or groups but also the permission from a moderator as well as the permission from websites or platforms. In some cases, people may want to be cited, then it&#039;s not a privacy issue but an intellectual property issue. Insofar, every single case needs its own strategy for negotiating consent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In some cases, such a multi-level procedure can be a time-consuming exercise. José Luis Molina et al.&amp;lt;ref&amp;gt;José Luis Molina et al., « El consentimiento informado en investigaciones sobre poblaciones vulnerables y/o culturalmente diversas », Pre-Print, Libro de Ponencias y Comunicaciones del V Congreso de ANCEI, Valencia 17-18 Mayo, 2018. https://www.uab.cat/doc/DOC_Ponencia_Conjunta_ANCEI_CI_20180517. See also https://pagines.uab.cat/orbits/en.&amp;lt;/ref&amp;gt; cite the example of a project on Rumanian migrants and their transnational networks in Spain. Before contacting the migrants directly, the researchers organised meetings with associations of Rumanian diaspora, the local churches and the municipal council to gain access to the events and festivities of the migrant community. Only after having become acquaintances with the Rumanian migrants did the researchers distribute information sheets and consent forms. Documentation took place throughout this process, producing data on the social organization of migrants. At the end, negotiating on the conditions of participating in the research project was thus not a waste of time. How formal or informal the process of gaining consent can be, depends not least on how large a researched group is.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
If researchers want to archive their data for long-term access and preservation, explicit consent is required based on ethical requirements, legislation, and the guidelines of professional associations and data archives. Questions about time, scope and extent of the consent arise here once again as well as questions about the anthropologists’ personal responsibility for careful handling of data. Social and cultural anthropologists remain slightly optimistic that prolonged field stays will allow them to responsibly judge on which research materials to archive and on what conditions. However, particularly the infinite possibilities for reusing archived materials also leave them in doubt whether consent for archiving can be sufficiently discussed with research participants.&amp;lt;ref&amp;gt;David Zeitlyn, « Anthropology in and of the Archives: Possible Futures and Contingent Pasts. Archives as Anthropological Surrogates », &#039;&#039;Annual Review of Anthropology&#039;&#039;, 2012, 41 (1), p. 461-480, see p. 471. See also Libby Bishop, « Ethical Sharing and Reuse of Qualitative Data », &#039;&#039;Australian Journal of Social Issues&#039;&#039;, 2009, 44 (3), p. 255-272, see p. 262.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;«&amp;lt;/span&amp;gt; Are we, as researchers, able to see all future implications? &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;»&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;See Thomas Widlok, 2013, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;., see p. 16. Similar considerations are made in oral history research. See Linde Apel, « Oral History reloaded. Zur Zweitauswertung von mündlichen Quellen », &#039;&#039;Westfälische Forschungen&#039;&#039;, 2015, 65, p. 243-254.&amp;lt;/ref&amp;gt; Regarding databases like DOBES (Documentation of Endangered Languages), the overall context, within which a single recording is embedded, can change insofar as the database is constantly growing over years.&amp;lt;ref&amp;gt;Ibid.&amp;lt;/ref&amp;gt; The National Anthropological Archives in the United States has worked with donor agreements on restricted access in order to meet such challenges. In response to requests from native communities, they plea for more ‘open’ methods that allow reviewing and modifying such agreements at the responsibility of the archives or by a joint decision.&amp;lt;ref&amp;gt;See Robert Leopold, 2008, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Moreover, scholars and data professionals have pointed to the fact that information provided is often inadequate insofar as questions concerning authorship and ownership of ethnographic materials remain.&amp;lt;ref&amp;gt;Andrew Asher, Lori M. Jahnke, « Curating the Ethnographic Moment », 2013. https://www.archivejournal.net/essays/curating-the-ethnographic-moment/.&amp;lt;/ref&amp;gt; Consent is never all-encompassing, but nevertheless, it should be possible to archive ethnographic data. Appropriate solutions to this dilemma are currently lacking.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;alternative-approaches-to-consenting&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Alternative approaches to consenting =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
From an ethical perspective, it is « the quality of the consent, not its format, which is&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
relevant ».&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Albro, Dena Plemmons, « Obtain Informed Consent and Necessary Permission », in Dena Plemmons, Alex W. Barker (eds.), &#039;&#039;Anthropological Ethics in Context: An Ongoing Dialogue&#039;&#039;, Walnut Creek, Left Coast Press, 2016, p. 119-144, see p. 120. See also Sabine Imeri, « Archivierung und Verantwortung: Zum Stand der Debatte über den Umgang mit Forschungsdaten in den ethnologischen Fächern », in Betina Hollstein, Jörg Strübing (eds.), &#039;&#039;Archivierung und Zugang zu Qualitativen Daten. RatSWD Working Paper 267/2018&#039;&#039;, Berlin, Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten, p. 69-79. https://doi.org/10.17620/02671.35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Building mutual trust and confidence cannot be replaced by any other means. This means that flexible forms of consenting should meet the legal requirements as well as the heterogeneous research practices. To achieve this while preserving the quality and the potential social value of ethnographic fieldwork, French anthropologist Didier Fassin had already in 2006 called to invent appropriate principles and practices for consent in sociology and anthropology rather than adopting - criticized and complained - models coming from biomedical research.&amp;lt;ref&amp;gt;Didier Fassin, « The End of Ethnography as Collateral Damage of Ethical Regulation? », &#039;&#039;American Ethnologist&#039;&#039;, 2006, 33 (4), p. 522-524.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Although the GDPR is a generally applicable law within the European Union, national laws affect the possible ways of handling informed consent during fieldwork.&amp;lt;ref&amp;gt;Scott Summers et al., « Legal and Ethical Considerations in Sharing Data », in Louise Corti et al. (eds.), &#039;&#039;Managing and Sharing Research Data: A Guide to Good Practice&#039;&#039;, (2nd edition), London, SAGE, 2020, p. 159-195, see p. 178.&amp;lt;/ref&amp;gt; Some European universities have e.g. set up guidelines for specifying research scenarios, demonstrating a general awareness of the special needs of ethnographic (and other) research. The University of Oxford’s Research Ethics Committee states e.g. cases in which oral consent may be acceptable. These refer to literacy, cultural or political concerns, security issues or time constraints. The committee recommends the recording of oral consent but it also provides for a template for self-documentation of oral consent.&amp;lt;ref&amp;gt;https://researchsupport.admin.ox.ac.uk/governance/ethics/resources/consent#collapse281101, for the script see https://researchsupport.admin.ox.ac.uk/files/templateoralconsentdocx.&amp;lt;/ref&amp;gt; Although this template focuses primarily on interviews, it suggests detailed steps in dialogue form to obtain consent. The Universidad Autónoma de Barcelona exempts research with vulnerable or culturally diverse groups from written consent. The position paper is based on the experiences and project evaluations by the local Research Ethics Committee.&amp;lt;ref&amp;gt;See José Luis Molina et al., 2018, &#039;&#039;op. cit&#039;&#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; It does not apply to research projects involving minors or illegal activities. In referring to participant observation, the authors recommend the gradual gaining of informed consent, from conclusive behaviour at the beginning of research to formal and written consent at a later stage of the research process. Instructive recommendations and strong arguments against obligatory written consent come from the Institute for Cultural Anthropology and Development Sociology at Leiden University.&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Institute for Anthropology and Development Sociology at Leiden University, n. d., &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Even though universities in Germany don’t require ethical or data protection reviews for ethnographic research so far, these pioneers could serve as a model for research institutions, funding organisations and disciplinary associations. In a recently published guidance note, even the European Commission in its role as a major funder has noticed that in certain research contexts strategies for consenting must go beyond written forms. The Commission specifically recommends using oral consent, albeit only in conjunction with a vote by a Research Ethics Committee. The Commission also recommends seeking support from cultural insiders or NGOs when gaining consent from vulnerable groups such as refugees, asylum seekers or migrants.&amp;lt;ref&amp;gt;European Commission - Directorate-General for Research and Innovation, « Guidance Note - Research on Refugees, Asylum Seekers &amp;amp;amp; Migrants. General Principles. v1.1. », 2020. https://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/other/hi/guide_research-refugees-migrants_en.pdf.&amp;lt;/ref&amp;gt; From such considerations could emerge models for many fieldwork scenarios.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Not least, data archives and repositories like the Swiss Centre of Expertise in the Social Sciences FORS or the Research Data Centre Qualiservice in Germany provide guidelines and informed consent templates to researchers.&amp;lt;ref&amp;gt;Sybil Krügel, « The informed consent as legal and ethical basis of research data production », &#039;&#039;FORS Guide No. 05&#039;&#039;, Version 1.0, Lausanne, Swiss Centre of Expertise in the Social Sciences FORS, 2019. http://doi.org/10.24449/FG-2019-00005. And Susanne Kretzer et al., « Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung », &#039;&#039;Qualiservice Working Papers&#039;&#039;, 2020, 2. https://doi.org/10.26092/elib/192.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;They are a fairly new player regarding informed consent in German speaking countries, with their own standards and regulations on how and to what extent consent needs to be documented. They are not only service providers, but important partners in the development of legally and ethically acceptable solutions to the long-term preservation of ethnographic research material. Recent guidelines developed by a German consortium of members of research data archives, research data managers and researchers in the social sciences clearly recommend multi-stage consent procedures for primary qualitative research and data sharing.&amp;lt;ref&amp;gt;Isabel Steinhardt et al., « Opening up and Sharing Data from Qualitative Research: A Primer », &#039;&#039;Weizenbaum Series&#039;&#039;, 2021, 17. https://doi.org/10.34669/WI.WS/17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;conclusion-and-outlook&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Conclusion and outlook =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnographic fieldwork is inseparably embedded in a certain time and place as well as in social and cultural relations. The examples above show the wide range and differences that have to be covered by shared regulations and procedures. Nevertheless, a certain standardization of procedures might be beneficial. We recommend developing models that are shared and accepted within the anthropological communities - as a basis for research as well as for the evaluation by ethics committees and data protection officers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
First of all, it should be irrelevant when consent is given. Gaining access in written form can be the preferred way when it is safe to do so. Researchers shall take reasonable care to check whether written consent is actual a meaningful consent in their field or in certain situations. Recorded oral consent on audio or even on video tape combined with oral explanations may replace a signed form. It can be expected that forms of oral informed consent will remain a standard practice as it is common in many research contexts. Therefore, the Institute of Anthropology and Development Sociology at Leiden University proposes yet another format: oral consent with a written resp. printed sheet containing all relevant information, and without recording. In case of mutual understanding between respondents and anthropologists, it is conceivable to turn this sheet into a written consent form in the course of research.&amp;lt;ref&amp;gt;See e.g. Institute for Anthropology and Development Sociology at Leiden University, n. d., &#039;&#039;op. cit.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; But if not, there is no proof of consent that could be submitted to a third party. This can be a burden especially for doctoral students or less experienced field researchers. However, regarding highly precarious cases, it might be necessary to develop a similar procedure that does not demand a signature, a tape recording or printed information at all. This would require strict self-documentation by the researcher about what was said to whom and when and how the consent was expressed. From our perspective, such a procedure is not conceivable without close contact and regular consultation with supervisors or qualified peers. Professional organisations should discuss such options and define the conditions of their application.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moreover, different forms of consent may be required within a single research project. What is adequate depends first of all on the research context and the conditions on site. Furthermore, it can be helpful to link the form of consent to the methods used and accepted in the field. Can conversations or interviews be recorded or not? Do researchers only use oral methods or methods where participants are invited to draw or write? Decision-making could be easier, if the ways to gain informed consent are similar to the kind of methods applied. This also applies to digital ethnography. However, decisions on what the appropriate form of documenting consent is, cannot be made by the researcher alone, but is a necessary part of negotiations. As the examples above have shown, consenting is not an externalised obligation but integral part of the social practice of field research. In this sense, it is necessary to train and strengthen young researchers’ ethical judgement already during their studies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Not least, social and cultural anthropologists make substantial pledges to their interlocutors during the consent process. In view of the technologically open future and the possibilities for cross-linking data, these promises maybe cannot be kept. This raises important methodological and theoretical questions on how research relationships, ethically justifiable and legally secure procedures, and ultimately possible research findings will or must change in the coming years.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;acknowledgements&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= Acknowledgements  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
We would like to thank Hella von Unger and Hansjörg Dilger for their feedback on an earlier version of this paper. We would also like to thank Stephen Lewis for his editorial help.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;About Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
The Research Data Center Qualiservice archives and provides qualitative research data from the social sciences for scientific reuse. Our services include personalized and study-specific advice, and curation and processing of your data for reuse and long-term archiving. We also provide research data and relevant context information for scientific reuses in research and teaching. Internationally interoperable metadata ensure that all data sets are searchable and findable. Persistent identifiers (DOI) ensure that data and study contexts are permanently citable.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice was accredited by the RatSWD in 2019 and is based on its quality assurance criteria. Qualiservice is committed to &#039;&#039;the DFG Guidelines for Safeguarding Good Scientific Practice&#039;&#039; and takes into account the &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship&#039;&#039; as well as the &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Qualiservice Consortium&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Funded by&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PANGAEA – certified World Data Center&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
State and University Library Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Research Center on Inequality and Social Policy&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS Leibniz Institute for the Social Sciences&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Accreditation by&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Specialised Information Service for Social and Cultural Anthropology&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Qualiservice]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16061</id>
		<title>Ethnographische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten - ein Überblick für Forschende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16061"/>
		<updated>2025-04-30T08:37:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: Removed references to non-included graphic files&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Michaela Rizzolli, Sabine Imeri und Elisabeth Huber&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-6-2024&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Zitierung / Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rizzolli, Michaela; Imeri, Sabine &amp;amp;amp; Huber, Elisabeth (2024): Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende, Qualiservice Working Papers 6-2024, Bremen, https://doi.org/10.26092/elib/2723.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© FDZ Qualiservice, Januar 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Universität Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UNICOM - Gebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Germany&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
E-Mail: [mailto:info@qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;info@qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;vorbemerkung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Vorbemerkung&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung richtet sich insbesondere an Sozial- und Kulturanthropolog:innen, Ethnolog:innen und Empirische Kulturwissenschaftler:innen, aber auch an Forschende anderer Fachrichtungen, die ethnografisch arbeiten. Sie informiert über die Möglichkeiten, Forschungsmaterialien beim Forschungsdatenzentrum Qualiservice für die weitere Nutzung zugänglich zu machen und erläutert die dafür erforderlichen Vorarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Rahmen des [https://www.evifa.de/de/ueber-uns &amp;lt;u&amp;gt;Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie&amp;lt;/u&amp;gt;] (DFG-Förderung) arbeiten das Forschungsdatenzentrum Qualiservice an der Universität Bremen und die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin seit 2019 gemeinsam an der Entwicklung angemessener Verfahren für die Archivierung und Nachnutzung ethnografischen Materials. Die Autorinnen danken den Mitgliedern des Beirats des FID SKA sowie weiteren Kolleg:innen – insbesondere Hansjörg Dilger, Igor Eberhard, Lina Franken, Wolfgang Kraus, Martina Röthl, Birgitt Röttger-Rössler, Franz Templin und Larissa Vetters – für Hinweise und konstruktive Kritik.&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschungsmaterial zugänglich zu machen bedeutet hier nicht, dass es frei im Internet einsehbar ist, sondern dass es unter kontrollierten Bedingungen von anderen Wissenschaftler:innen in Forschung und/oder Lehre verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice ist spezialisiert auf die angemessene Archivierung qualitativer und insbesondere auch ethnografischer Forschungsmaterialien mit sensiblen Inhalten. Archivierung bedeutet dabei zunächst erhaltende Speicherung digitaler Artefakte in einer kontrollierten, sicheren Umgebung – im Unterschied zu mehr oder weniger privaten Speicherpraktiken von Material, das nicht mehr regelmäßig bearbeitet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Den [https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827 &amp;lt;u&amp;gt;Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&amp;lt;/u&amp;gt;] der DFG zufolge sollen Forschungsdaten für einen angemessenen Zeitraum – in der Regel wird dabei an zehn Jahre gedacht – aufbewahrt werden (Deutsche Forschungsgemeinschaft 2022). Hier können auch institutionelle Angebote, z.B. Repositorien einzelner Forschungseinrichtungen Unterstützung leisten. Häufig können diese jedoch spezifische Anforderungen – gerade mit Blick auf ethnografisches Material – nicht ausreichend erfüllen. Auch kann eine Langzeitarchivierung über zehn Jahre hinaus oft nicht gewährleistet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das eigentliche Ziel der Archivierung geht aber darüber hinaus: Forschungsmaterialien sollen nicht nur erhalten, sondern für weitere wissenschaftliche Nutzungen aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Der Ressourcenaufwand für den Datenerhalt rechtfertigt sich also vor allem durch die Absicht, Material für weitere Forschungen zugänglich zu machen, unabhängig davon, wann und in welchem Umfang archiviertes Forschungsmaterial tatsächlich nachgenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit Archivierung und Nachnutzung überhaupt sinnvoll möglich sind, kann Material nicht einfach auf einer Festplatte oder Ähnlichem bei Qualiservice abgegeben werden. Sollen nicht nur findbare, sondern auch gut nutzbare Datensätze entstehen, ist es vielmehr notwendig, dass Sie vorbereitende Schritte selbst unternehmen, weil Sie Potenziale wie Schwierigkeiten Ihres Materials am besten kennen. Das kann auf den ersten Blick auch erfahrene Forscher:innen vor Herausforderungen stellen. Diese Handreichung soll Ihnen deshalb Einblicke in Verfahren sowie obligatorische wie optionale Schritte ermöglichen und damit einen Eindruck vermitteln, wie Sie die Archivierung Ihres Materials bei Qualiservice gut vorbereiten können. Wesentlich ist, dass alle hier beschriebenen Schritte an den je spezifischen Fall angepasst werden können – und oft auch müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendige Schritte der Vorbereitung von Material für die Archivierung sollen in diesem Sinne immer im Hinblick auf die mögliche Nachnutzung erfolgen. Qualiservice versteht diese Vorbereitung als kooperative Aufgabe (Mozygemba und Kretzer 2022), in deren Zentrum die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Forschungsdatenzentrum steht. Das betrifft zunächst den intensiven Austausch über die Planung der für die Archivierung notwendigen Arbeitsschritte, die Forschende als Expert:innen ihres Materials selbst umsetzen müssen. Es kann zudem notwendig sein, dass Forschende Entscheidungen gemeinsam oder nach Rücksprache mit Partner:innen aus dem jeweiligen Forschungsfeld treffen. Ziel ist, alle vorbereitenden Tätigkeiten sinnvoll so in den Projektverlauf zu integrieren, dass eine intensive Verdichtung der Aufgaben am Projektende bestmöglich vermieden wird, und zwar auch dann, wenn Material aus einem Projekt nicht vollständig archiviert werden soll. Qualiservice unterstützt und begleitet Forschende in diesem Prozess und berät dabei ebenso zu Aspekten des Datenschutzes und der Forschungsethik wie zu Fragen der Kontextualisierung und Anonymisierung von Forschungsmaterialien. Nach der Übergabe an Qualiservice werden alle Materialien nochmals geprüft und kuratiert und – sofern vereinbart, zunächst mit einer Sperrfrist versehen – schließlich für die wissenschaftliche Nachnutzung bereitgestellt. Weil dafür sowohl in einem Forschungsprojekt als auch bei Qualiservice selbst Ressourcen notwendig sind, bietet Qualiservice zudem Unterstützung bei der Kalkulation von Kosten – die in den Projektantrag einfließen kann – schon im Prozess der Antragstellung an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Idealerweise wenden Sie sich daher bereits bei Projektplanung und Antragstellung an Qualiservice – Sie können &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;uns&amp;lt;/span&amp;gt; aber auch zu j&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;edem beliebigen Zeitpunkt&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ansprechen.&amp;lt;/span&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind uns bewusst, dass ethnografische Forschung kaum standardisierbar ist, sondern unter den Prämissen der Gegenstandsangemessenheit, der methodischen Offenheit und Prozesshaftigkeit feldspezifisch arbeitet und in diesem Sinne spezifisches, weitgehend unikales Material zusammenträgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dies betonen auch die Fachgesellschaften der ethnologischen Fächer in ihren Positionspapieren zum Umgang mit Forschungsdaten (vgl. [https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW/dgv 2018] und [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies im Blick, können die folgenden Erörterungen vermutlich nicht für alle Herausforderungen unmittelbare Lösungen anbieten. Sie zeigen vielmehr Möglichkeiten und Verfahren der Dokumentation und Aufbereitung von ethnografischen Materialien auf, die im Einzelfall und in Kooperation mit Qualiservice flexibel gehandhabt und angepasst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-nachnutzen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Ethnografisches Material nachnutzen&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice archivierte Materialien werden ausschließlich an Wissenschaftler:innen für Nach- bzw. Sekundärnutzungen in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung gestellt. Das Potenzial für solche Nutzungen lässt sich kaum vollständig antizipieren – nicht zuletzt, weil umfangreichere Arbeiten auf der Grundlage einer Sichtung und Re-Lektüre vorhandenen Materials durch Dritte und unter anderen Fragestellungen zumindest in den ethnologischen Fächern bisher die Ausnahme sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielhaft genannt sei die Arbeit von Christine Oldörp, die im Rahmen einer Sekundäranalyse von Material aus dem Forschungsprojekt “Kultur, Alltag und Wandel der Technik im Spiegel biographischer Erfahrungen der Gegenwart” (Thomas Hengartner, Hans Joachim Schröder,1999-2001) untersucht hat, wie im Frage-Antwort-Muster ethnografischer Interviews Sprach- und Handlungsräume ausgehandelt werden (Oldörp 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl sind vielfältige Szenarien der Nachnutzung denkbar: Archiviertes Material kann für neue Fragestellungen relevant und aufschlussreich sein, auch weil der analytische Gehalt des reichhaltigen und komplexen Materials aus offenen Erhebungsverfahren, die in der primären Forschung letztlich realisierten Analysen in der Regel übersteigt. Insbesondere dann, wenn das Material nicht oder nur in Teilen ausgewertet wurde, könnten Feinanalysen durchgeführt oder Zeitvergleiche angestellt werden. Auch Re-Analysen, die Material aus verschiedenen Forschungsprojekten bzw. in Kombination mit selbst erhobenem Material gemeinsam auswerten, sind denkbar, etwa um gruppen- oder regionenübergreifende Aussagen zu treffen. Archiviertes Material könnte in diesem Sinne auch für breiter angelegte Vergleichsstudien genutzt werden. Auch bei fehlenden oder eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Forschungsfeldern, bei fehlenden Mitteln für eine eigene Feldforschung oder um einer Überforschung einzelner Felder oder Gruppen (vgl. [https://doi.org/10.17620/02671.35 Hollstein und Strübing 2018]: 2) zu begegnen, kann die Sekundärauswertung vorhandenen Materials eine Alternative sein. Archiviertes Material kann sich zudem für die Bearbeitung epistemologischer und methodologischer Fragestellungen eignen. Die Sichtung kann auch dazu dienen, ein eigenes Forschungsprojekt vorzubereiten. Bei Qualiservice archivierte Materialien werden nicht zuletzt auch für die Lehre zur Verfügung gestellt und finden insbesondere in der Methodenausbildung und für die beispielhafte Bearbeitung von Themen aus den Bereichen Forschungsethik, Datenschutz und Forschungsdokumentation Verwendung (siehe etwa Witzel und Reiter 2022).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Material aus ethnografischer Forschung ist eng an die forschende Person gebunden – das für die ethnografische Wissensproduktion so wichtige körperlich-sinnliche Erleben und auch die „epistemic affects“ (Stodulka, Selim und Mattes 2018) der Forschenden bilden sich zwar in „headnotes“ (Ottenberg 1990: 144), aber eben nur begrenzt nachvollziehbar im Material ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Formen der systematischen Verbalisierung werden gleichwohl auch explizit empfohlen, z.B. im Rahmen eines Emotionstagebuchs (Stodulka, Samia und Ferdiansyah 2019). Das Medium soll Forschenden dabei helfen, sich ihrer Emotionen, Affekte und Gefühle im Forschungsprozess bewusst zu werden, indem diese vor und während des Aufenthalts im Feld möglichst systematisch erfasst und genau beschrieben werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine sekundäre Auswertung bekommt damit unvermeidlich einen anderen Charakter als die Analyse selbst erhobenen Materials (Simon 2015). Umso wichtiger ist es daher, Forschungsschritte soweit wie möglich nachvollziehbar zu machen und dazu das Material mit entsprechenden Hinweisen zu versehen, seine Entstehung zu rekapitulieren, Besonderheiten des Feldes, Schwierigkeiten oder auch Umwege, Neujustierungen oder die Einbindung unterschiedlicher Akteur:innen in den Forschungsprozess und ähnliches zu dokumentieren – unabhängig davon, ob Material aus einem Projekt oder einer Studie vollständig oder in Teilen und unabhängig davon, ob Material unmittelbar oder erst nach Ablauf einer Sperrfrist zugänglich gemacht werden kann (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-dokumentieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;2 Ethnografisches Material dokumentieren&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Datasets don’t speak for themselves“ (Lederman 2016: 261). Die möglichst umfassende Dokumentation empirischer Forschungsdaten gilt als eine wesentliche Voraussetzung für jede Analyse und jede neue Interpretation der Materialien. Auch Sozial- und Kulturanthropolog:innen, die eigenes Feldforschungsmaterial Jahre nach der Erstellung nochmals unter neuen Blickwinkeln analysiert oder selbst mit archiviertem Material gearbeitet haben, betonen die Bedeutung umfassender Dokumentation (vgl. Åkerström et al. 2004; [http://eprints.ncrm.ac.uk/921/ Geiger et al. 2010]). Die Dokumentation soll Informationen bereitstellen, die Nachnutzenden eine angemessene Einordnung und Bewertung und damit ein besseres Verständnis des archivierten Materials ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll ethnografisches Material von Dritten verwendet werden, die nicht an der Forschung beteiligt waren, dann ist ein eher technisches Verständnis der Datenbeschreibung, wie sie etwa die Checkliste der DFG zum Umgang mit Forschungsdaten ([https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf DFG 2021]) oder auch das Informationsportal zu Forschungsdatenmanagement [https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ forschungsdaten.info]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; nahelegen, nicht ausreichend. Forschungsdokumentation muss sich vielmehr darüber hinaus auch auf die vielgestaltigen und untrennbar in das empirische Material verwickelten Kontexte eines beobachteten Phänomens (Dilger und Hadolt 2010) und damit auch auf die Kontexte der Materialproduktion selbst erstrecken (vgl. Kraus und Eberhard 2022: 192f). Forschungsdokumentation fußt in diesem Sinne auf Verfahren des möglichst strukturierten Aufzeichnens, Aufschreibens und Sicherns ethnografischer Materialien bereits während des Forschungsprozesses (vgl. Fischer und Beer 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern sind Schritte der Dokumentation für die Archivierung keine vollständig neuen oder zusätzlichen Arbeitsschritte. Vielmehr ist – bei aller Unterschiedlichkeit der individuellen Praxis – die Dokumentation von Wahrnehmungen, Erfahrungen und Eindrücken in Form von Feldnotizen und Memos, Feldtagebüchern oder Gesprächs- und Beobachtungsprotokollen ohnehin Teil des ethnografischen Prozesses. Das gilt auf einer anderen Ebene ähnlich für die Protokollierung gemeinsamer Entscheidungen und Erkenntnisse in Forschungsgruppen, die etwa dazu auffordert, Verständnis- und Lernprozesse zu explizieren und zu reflektieren, für Visualisierungen von Arbeitsprozessen (z.B. Timelines oder Visual Maps) sowie für Arbeits- und Projektberichte. Je frühzeitiger und systematischer Sie Formen der Dokumentation in den Forschungsprozess integrieren können, desto weniger Aufwand wird – mit Blick auf die Archivierung – für die retrospektive Rekapitulation von Arbeitsschritten und Entscheidungen erforderlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein vergleichsweise neues Format ist der Datenmanagementplan (DMP), der die Dokumentation des Umgangs mit Material im Forschungsprozess unterstützen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Für die Erstellung eines DMPs können ggf. strukturierte Online-Fragenkataloge genutzt werden. Weitere Informationen sowie Links z.B. unter https://www.forschungsdaten.info/themen/informieren-und-planen/datenmanagementplan/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein DMP kann auch für die Vorbereitung Ihres Materials zur Archivierung bei Qualiservice nützlich sein, weil damit notwendige Vorkehrungen und Entscheidungen organisatorischer, rechtlicher und technischer Natur frühzeitig getroffen und schriftlich dokumentiert werden. Ein DMP ist ein dynamisches Dokument (sog. living document) und sollte, vor dem Hintergrund der Ergebnisoffenheit und Flexibilität ethnografischen Forschens, laufend aktualisiert und angepasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;formate-der-dokumentation-bei-qualiservice&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Formate der Dokumentation bei Qualiservice&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Dokumentation für das Verständnis ethnografischen Materials so zentral ist, stehen Ihnen dafür bei Qualiservice verschiedene Formate zur Verfügung, die sich in ihrer Funktion und dem Informationsgehalt unterscheiden bzw. auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. Manche dieser Dokumentationsformate müssen obligatorisch erstellt werden, andere stehen optional zur Verfügung. Wir beschreiben im Folgenden das Mögliche. In welchem Umfang und in welcher Tiefe Sie die Dokumentation Ihrer Materialien erarbeiten bzw. einzelne Dokumentationsformate nutzen (können), wird sich projektspezifisch und in Abhängigkeit verfügbarer Ressourcen unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dokumentationsformate unterscheiden sich mit Blick auf ihre Zugänglichkeit und Sichtbarkeit im Internet. Sie bilden damit gleichzeitig einen idealtypischen Weg bzw. eine Reihenfolge ab, in der potenzielle Nutzer:innen bei der Recherche auf archiviertes Material aufmerksam werden und in der sie sich dem Material schrittweise annähern können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;5&amp;quot;|  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Annäherung an das archivierte Material&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Format&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zugänglichkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Funktion&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Metadaten&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Fernglas“, um erste grobe und formalisierte Informationen über das Material zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studienreport&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Schaufenster“ in das Forschungsvorhaben und das Material, um ausführlichere Informationen zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mikro-Metadaten&lt;br /&gt;
| zugänglich nach Registrierung&lt;br /&gt;
| „Lupe“, um detailliertere Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Feldreport&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| „Wegweiser“ durch das ethnografische Material zur weiteren Einordnung ggf. auch ethischer Fragen und um sensible Informationen zum Forschungsverlauf zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Forschungsmaterial und zusätzliches Kontextmaterial&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| Forschungs- und Kontextmaterial kann je nach Einstufung entweder extern heruntergeladen oder vor Ort unter streng kontrollierten Bedingungen genutzt werden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 1: Formate der Dokumentation bei Qualiservice&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Metadaten&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archivierten Forschungsmaterialien werden durch ausführliche Metadaten beschrieben, die sicherstellen, dass das Material überhaupt gefunden und dann auch genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind strukturierte Informationen, die die archivierten Forschungsmaterialien beschreiben – vergleichbar etwa mit Informationen über Publikationen in Bibliothekskatalogen. „Strukturiert“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass in vordefinierten Feldern allgemeine Informationen z.B. zu Art (Beobachtungsprotokoll, Interviewtranskript etc.) und Umfang des Materials, zu Ort und Zeit der Materialerstellung sowie ggf. Nutzungseinschränkungen (z.B. Sperrfristen) und Ähnliches erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind erforderlich, damit Forschungsdaten nicht nur bei Qualiservice, sondern auch in übergreifenden Portalen und Suchmaschinen&amp;lt;ref&amp;gt;Datenportale wie etwa DataCite ermöglichen die Suche nach Datensätzen über mehrere Repositorien hinweg. Bei Qualiservice archivierte ethnografische Forschungsdaten können z.B. auch im [https://www.evifa.de/de Fachportal EVIFA] des Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie gefunden werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; – national wie international sowie über Institutionen und Fachgrenzen hinweg – recherchiert werden können. Metadaten können bei Qualiservice teilweise oder vollständig mehrsprachig erfasst werden, um die Auffindbarkeit und Sichtbarkeit des Materials auch im internationalen Kontext zu fördern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z.B. die Metdaten zur Studie: Hornidge, Anna-Katharina; Barragán-Paladines, María José; Broocks, Anne-Katrin; Zimmer, Martin (eds.) (2021): Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Qualiservice, PANGAEA, https://doi.org/10.1594/PANGAEA.929747&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten vermitteln – gemessen an der inhaltlichen Dichte des Materials selbst – ähnlich einem „Fernglas“ nur grobe, rudimentäre Informationen über ein Projekt oder eine sog. Datenkollektion, in der Forschungsmaterialien nach unterschiedlichen Kriterien zusammengefasst werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;). Gleichzeitig sind sie aber die Ebene der Materialbeschreibung, auf die Personen, die nach Forschungsdaten suchen, als erstes stoßen. Sie sind öffentlich zugänglich, durchsuchbar und vermitteln einen ersten Eindruck des archivierten Materials.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice bietet an, neben verpflichtenden Metadaten auch optionale Informationen zu erfassen. Die Pflichtmetadaten umfassen im Wesentlichen allgemeine Informationen zu einer Forschung bzw. zu einem Projekt wie den Titel, ein Abstract, den Forschungsgegenstand, den Förderzeitraum etc. Die optionalen Elemente bieten die Möglichkeit, weitere und spezifischere Informationen über das Projekt zur Verfügung zu stellen, wie etwa räumliche&amp;lt;ref&amp;gt;Wenn z.B. konkrete Orte in den – frei zugänglichen – Metadaten nicht benannt werden sollen, kann auch die Erfassung größerer territorialer Einheiten (z.B. Staaten) in Erwägung gezogen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; und weitere zeitliche Angaben, Informationen zum methodischen Vorgehen, Förderinstitutionen etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Qualiservice-Metadatenschema findet sich unter https://wiki.pangaea.de/wiki/Qualiservice_Data_Model [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ermöglicht Forschenden, von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Informationen in Form von Metadaten öffentlich zugänglich sein können und welche womöglich problematisch bzw. zu sensibel wären. Gleichwohl gilt: Je umfangreicher die frei zugänglichen Metadaten sind, desto besser können Daten gefunden werden, und desto präziser können interessierte Wissenschaftler:innen schon in diesem ersten Rechercheschritt das Potenzial archivierten Materials für die eigene Fragestellung einschätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe werden Sie daher gebeten, Metadaten zu ihrem Material zu erfassen. Qualiservice stellt dafür ein Webformular&amp;lt;ref&amp;gt;https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zur Verfügung, das vordefinierte Felder und Termini zur Beschreibung bereithält, aber auch Raum lässt für fach- und projektspezifische Angaben. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung der Metadaten, überprüft die Eingaben nochmals und nimmt in Rücksprache mit Ihnen ggf. Ergänzungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der sogenannten verteilten Archivierung bietet Qualiservice zudem die (virtuelle) Verknüpfung mit Datensätzen in anderen Datenzentren an, z.B. wenn Sie mit Mixed-Methods-Ansätzen gearbeitet haben&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Forschungsdaten aus der Mixed-Methods Studie von Achim Goerres et al. (2020) wurden beispielsweise bei Qualiservice (qualitatives Material) und GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (quantitative Daten),&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
archiviert. Siehe hier die Metadaten für die qualitativen Daten: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.919342&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Verknüpfung wird mit Hilfe der Metadaten realisiert, sodass der gemeinsame Projektentstehungskontext sowie die Beziehungen des Materials sichtbar erhalten bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;studienreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport dient – über die Metadaten hinaus – als eine Art „Schaufenster“ (Heuer et al. 2020: 5), das Interessierten einen genaueren Eindruck von Art, Inhalt und dem Entstehungskontext des bei Qualiservice archivierten Materials sowie ggf. den Bedingungen für die Nachnutzung vermittelt. Wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten, ist die Anfertigung eines Studienreports deshalb unerlässlich. Der Studienreport ist zudem im Suchportal von Qualiservice&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.qualiservice.org/de/qsearch.html [Zugriff am 09.10.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; als Volltext durchsuchbar und trägt damit auch zur Auffindbarkeit Ihrer archivierten Forschungsmaterialien bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport wird auf dem Dokumentenserver der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen als eigenständige Internet-Publikation frei zugänglich veröffentlicht und erhält einen persistenten Digital Object Identifier (DOI). Es ist deshalb notwendig, dass Sie Formulierungen wählen, die für die Veröffentlichung geeignet sind, und ggf. Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung mitdenken (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sollten dann darauf achten, dass das zugrunde gelegte Anonymisierungskonzept (vgl. [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013] und [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]) dasselbe ist, mit dem Sie auch die Forschungsmaterialien selbst sowie Ihre darauf basierenden weiteren Publikationen bearbeitet haben. Studienreports können in Umfang und Ausführlichkeit variieren (vgl. z.B. [https://doi.org/10.26092/elib/1071 Broocks 2021] und [https://doi.org/10.26092/elib/1395 Weiß et al. 2022]). Qualiservice empfiehlt auch hier, so viele Informationen wie möglich im Studienreport zu publizieren, damit sich interessierte Forschende ein möglichst genaues Bild von Ihrem Material und dessen Potenzial für eine mögliche Nachnutzung machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport bietet damit auch einen Rahmen, zentrale Aspekte des Forschungsprozesses explizit in einer eigenständigen Publikation zusammenzuführen. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung ([https://doi.org/10.26092/elib/166 Heuer et al. 2020]) und einer Autor:innenvorlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Studienreport kann beispielsweise Angaben zu folgenden Punkten enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;allgemeine Ausführungen&#039;&#039;&#039; zum Forschungsvorhaben, zum Forschungsgegenstand und dem administrativen wie organisatorischen Rahmen (z.B. Förderprogramm und Förderdauer, Affiliation und Projektleitung)&lt;br /&gt;
* Angaben zu den &#039;&#039;&#039;Zielen und Fragestellungen&#039;&#039;&#039; sowie die Darstellung des theoretischen Bezugsrahmens und konzeptionelle Begriffsklärungen&lt;br /&gt;
* Erläuterungen zur &#039;&#039;&#039;methodischen Herangehensweise&#039;&#039;&#039;, zu verwendeter Software und Tools (wie z.B. [http://www.maxqda.com MAXQDA&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.maxqda.com [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt;] oder [https://www.laurenceanthony.net/software AntConc]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.laurenceanthony.net/software [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;), ggf. vorhandene Gesprächsleitfäden können als Anhang beigefügt werden&lt;br /&gt;
* eine Skizze von &#039;&#039;&#039;Feldzugang, Erhebungs- und Auswertungsstrategien&#039;&#039;&#039;, die idealerweise einen Einblick in die konkrete Arbeitspraxis gibt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&amp;lt;/u&amp;gt;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;projektspezifische Informationen&#039;&#039;&#039;, wie etwa die Darstellung der Arbeitsteilung bei der Auswertung im Team und/oder die gemeinsame Organisation und Bearbeitung von Material und Dokumenten&lt;br /&gt;
* Beschreibung und Begründung der &#039;&#039;&#039;Auswahl&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;der archivierten Materialien&#039;&#039;&#039;, Hinweise auf Relationen zwischen bzw. den inneren Zusammenhang von verschiedenen Materialien, Hinweise auf ggf. nicht archiviertes Material aus demselben Forschungskontext&lt;br /&gt;
* Informationen zu &#039;&#039;&#039;Schritten der Aufbereitung&#039;&#039;&#039; für die Nachnutzung, z.B. zu Maßnahmen zur Pseudonymisierung und Anonymisierung&lt;br /&gt;
* Informationen zur Umsetzung &#039;&#039;&#039;rechtlicher Anforderungen&#039;&#039;&#039; (z.B. Informierte Einwilligung) und ggf. Hinweise auf feldspezifische &#039;&#039;&#039;ethische Aspekte&#039;&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* Sofern das Material in Forschungskooperationen, Forschungsverbünden und/oder internationalen Projekten entstanden ist, sollten auch &#039;&#039;&#039;etwaige Besonderheiten&#039;&#039;&#039; beschrieben werden; dazu können unterschiedliche Rechtslagen und Genehmigungspflichten in den beteiligten Ländern gehören oder vertragliche Vereinbarungen mit Partnerinstitutionen, die Auswirkungen auf die Forschung hatten&lt;br /&gt;
* Überlegungen zum &#039;&#039;&#039;Nachnutzungspotenzial des Materials&#039;&#039;&#039; und den spezifischen Anforderungen an die Weiternutzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mit Blick auf ethnografische Forschungsansätze können hier folgende und ähnliche Fragen Orientierung geben bzw. als Anregung dienen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wurden z.B. Protokolle/Notizen tageweise verfasst oder wurden bestimmte Situationen wiederkehrend beobachtet und dokumentiert? In welcher Form, in welcher Detailtreue und Sprache wurden Beobachtungen notiert? Werden wortwörtliche Ausdrücke erwähnt?&lt;br /&gt;
* Welche Techniken wurden beim Verfassen von Beobachtungsprotokollen, Feldnotizen, Feldtagebüchern und anderen Materialien eingesetzt, z.B. sinnhafte Rekonstruktion, Kontrastierung, Verfremdung?&lt;br /&gt;
* In welchen Formaten bestehen Beobachtungsprotokolle, liegen neben Text etwa auch Fotos, Skizzen oder andere multimodale Materialien vor?&lt;br /&gt;
* Wird die eigene Rolle als Forscher:in thematisiert, z.B. die eigene Körpersprache und das eigene Verhalten, die Beziehungsarbeit oder Emotionen, und wenn ja, in welcher Form?&lt;br /&gt;
* In welchen Settings und Situationen wurden die Materialien angefertigt?&lt;br /&gt;
* Wie wurde bei Interviews die Leitfadenentwicklung gestaltet? Inwieweit und warum wurde vom Leitfaden abgewichen, wurde dieser im Laufe der Erhebung angepasst?&lt;br /&gt;
* Wie gestaltete sich der Prozess des Einholens informierter Einwilligungen?&lt;br /&gt;
* Haben sich aus Erkenntnissen Rückwirkungen auf den Forschungsprozess ergeben, wie etwa Modifizierungen und Anpassungen von Forschungsfragen und Forschungsdesign?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mikro-metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikro-Metadaten stellen detaillierte Informationen zu einzelnen Dateien innerhalb einer Datenkollektion (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;) zur Verfügung. Sie enthalten – in Abhängigkeit vom konkreten Material – zusätzliche Informationen etwa zur sozialen Einbettung einer konkreten Beobachtungssituation (Marktplatz, Patientengespräch, Straßenfest etc.) oder zu Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Geschlecht, Alter, Beruf). Außerdem kann in Mikro-Metadaten erfasst werden, zu welchem Zeitpunkt, an welchem Ort und mittels welcher Methoden beispielsweise ein Beobachtungsprotokoll angefertigt wurde und welche Inhalte und Themen darin vorkommen. Auch spezifische Dateiinformationen (z.B. Dateiname und das technische Format) und – mit Blick auf den Erhalt von Komplexität besonders wichtig – die Zusammenhänge zwischen Dateien (z.B. Audio-Aufnahme und Transkript eines Interviews sowie Fotos derselben Interviewsituation) können durch Mikro-Metadaten vermittelt werden. Dementsprechend können sie – ähnlich einer „Lupe“ – dazu beitragen, dass interessierte Wissenschaftler:innen Materialien finden, die möglichst gut zu ihrem Anliegen passen. Mikro-Metadaten sind für Nutzer:innen nur nach vorheriger Online-Registrierung&amp;lt;ref&amp;gt;Die Registrierung erfolgt derzeit über ein [https://www.pangaea.de/user/signup.php?referer=https%3A%2F%2Fwww.pangaea.de%2Fsubmit%2F Online-Formular] beim Informationssystem PANGAEA, das die technische Infrastruktur für Qualiservice bereitstellt. Anschließend können die Mikro-Metadaten eingesehen werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe fertigen Sie eine Übersicht der Materialien an, die sie an Qualiservice übermitteln. Diese Übersicht nutzt Qualiservice in Absprache mit Ihnen gleichzeitig zur Erstellung von Mikro-Metadaten. Qualiservice stellt für die Übersicht eine geeignete Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung. Zur Vorbereitung und Erleichterung dieses Arbeitsschritts empfiehlt Qualiservice die fortlaufende Pflege der Tabelle bereits während des Forschungsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;feldreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;2.1.4 Feldreport&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Abhängigkeit vom Forschungsfeld und dem zu archivierenden Material wird es mehr oder weniger regelmäßig Informationen geben, die zwar nicht öffentlich zugänglich in den Metadaten oder im Studienreport hinterlegt werden können, für das Verständnis des Forschungsprozesses bzw. der Forschungsmaterialien aber hilfreich oder notwendig sind. Qualiservice bietet deshalb die Möglichkeit, solche Informationen und Hinweise optional im sogenannten „Feldreport“ zu archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feldreport dient – ähnlich einem „Wegweiser“ – der weiteren Einbettung des archivierten Materials und der Orientierung für Nachnutzende. Er lässt sich in diesem Sinne als zusätzliche Anleitung und Hilfestellung für Personen, die Ihre Materialien nutzen und weiter bearbeiten möchten, charakterisieren und kann auch zur Einordnung feldspezifischer ethischer Fragen genutzt werden – sofern die nicht im offen zugänglichen Studienreport dargelegt werden können. Eine Leitfrage könnte sein: Welche Informationen benötigen Dritte ergänzend zu den Metadaten, dem Studienreport und ggf. zu Ihren Publikationen, damit sie das archivierte Material und z.B. das Vorgehen im Feld angemessen verstehen können? Damit einher geht der Versuch, implizites Wissen aus dem Feld, Überlegungen zur Beziehungsgestaltung und Positionalität im Feld sowie leibliche Erfahrungen und sinnliche Eindrücke, die zwar konstitutiv für den Prozess der ethnografischen Wissensgenerierung sind, sich aber nur begrenzt datenförmig abbilden, diskursiv so weit wie möglich verfügbar zu machen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Feldnotizen nicht archiviert werden sollen oder können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern mit Blick auf ethische Fragestellungen, Machtdynamiken und historische Kontexte oder affektive Dynamiken im Feld die Informationsdichte in den öffentlich zugänglichen Formaten der Dokumentation (Metadaten und Studienreport) reduziert werden muss, kann dieses Dokument auch zur Weitergabe solcher Informationen genutzt werden. Auch sensible Informationen über die Forschenden selbst (z.B. Feldforschung mit Partner:in oder Kindern, Wohnen im Feld, Schwierigkeiten und Lücken) können vielleicht nicht öffentlich zugänglich, aber unter Umständen im Feldreport transparent und nachvollziehbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie entscheiden selbst, ob Sie einen Feldreport anfertigen. Qualiservice lässt die Wahl der konkreten Form, des Umfangs und Inhalts des Feldreports bewusst offen: Die konkrete Gestalt hängt vielmehr davon ab, welchen Bedarf Sie sehen, Nachnutzenden zusätzliche Hinweise zum Forschungsprozess zu geben. Welche Aspekte in den Metadaten, im Studienreport oder im Feldreport wie gewichtet werden, wird sich entsprechend von Projekt zu Projekt unterscheiden. Unabhängig von der konkreten Form steht dieses Dokument – wie das eigentliche Forschungsmaterial auch – nicht frei im Internet zur Verfügung, sondern ist ausschließlich unter kontrollierten Bedingungen (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;) einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zusätzliches-kontextmaterial&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Zusätzliches Kontextmaterial&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus können Sie ergänzende Materialien unterschiedlicher Art, die Sie für das Verständnis Ihres Forschungsmaterials als relevant erachten, bei Qualiservice archivieren und für die Nachnutzung zur Verfügung stellen. Dazu können z.B. Materialien gehören, die zur Vorbereitung der ethnografischen Forschung dienten, wie etwa Leitfäden, Beobachtungs-bögen oder Dokumente zur Kontaktaufnahme mit potenziellen Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Anschreiben, Flyer, Aushänge, Anzeigen, Vorlage für die Einwilligungserklärung). Die Archivierung ausgefüllter und unterschriebener Einwilligungserklärungen ist bei Bedarf – und unter speziellen Sicherungsvorkehrungen – ebenfalls möglich. Auch Material, das im Zuge der Interpretation und Auswertung entstanden ist, wie etwa Codelisten, Kategorienschemata, aber auch Fallanalysen und Zusammenfassungen können geeignet sein. Sofern Exportdateien aus Programmen der computergestützten Datenanalyse wie MAXQDA oder [https://atlasti.com/de ATLAS.ti]&amp;lt;ref&amp;gt;https://atlasti.com/de [Zugriff am 12.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; mit archiviert werden, können Nachnutzende über Memos und Codierungen Einblicke in die Auswertungsschritte erhalten. Wurden die Forschungsmaterialien in Arbeitsgruppen und Forschungswerkstätten gemeinsam interpretiert, können ggf. auch Protokolle dieser Sitzungen als ergänzendes Kontextmaterial archiviert werden. Das gilt auch für die Dokumentation der Nutzung von Zitaten, Exzerpten oder Bildern für Publikationen und Vorträge. Darüber hinaus können auch von Dritten erstellte Dokumente, Materialien oder Leitlinien, die arbeitspraktisch und/oder thematisch mit Ihrem Material in Zusammenhang stehen, Anträge oder Berichte aus dem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis liefern – sofern die Archivierung urheberrechtlich möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie mit Beteiligung von NGOs, Unternehmen, lokalen Behörden oder Community Organizations geforscht haben, können Sie überlegen, ob Vereinbarungen zur Zusammenarbeit oder dem Umgang mit Informationen und Forschungsdaten, Vertraulichkeitserklärungen und Verschwiegenheitspflichten mit archiviert werden können. Wichtig hierbei ist, dass Qualiservice diese Kontextmaterialien wie die Forschungsmaterialien selbst behandelt. Sie sind entsprechend nicht öffentlich zugänglich und können ggf. unter besonderen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-für-die-archivierung-und-nachnutzung-vorbereiten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;3 Ethnografisches Material für die Archivierung und Nachnutzung vorbereiten&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen erste Ideen nahebringen, wie Sie mit Blick auf die Archivierung und die Nachnutzung über Ihr Material nachdenken können, und gleichzeitig Einblicke in die Archivierungspraxis bei Qualiservice ermöglichen. Weiterführende Überlegungen und spezifische Fragen zu konkreten Materialien lassen sich hingegen häufig am besten in individuellen Beratungsgesprächen klären. Qualiservice unterstützt Sie in diesem Sinne bei allen Schritten, die Sie vorbereitend unternehmen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice können im Grundsatz alle Arten ethnografischen/qualitativen Forschungsmaterials archiviert werden. Wie oben ausgeführt, ist in aller Regel das Ziel, dieses Material auch für wissenschaftliche Nachnutzungen zur Verfügung zu stellen. Für internetbasierte und Social Media Daten werden aktuell Möglichkeiten der sinnvollen Archivierung und Nachnutzung eruiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach wie vor sind viele Fragen in diesem, aber auch in anderen Bereichen nicht ausreichend geklärt. Qualiservice arbeitet hier gemeinsam mit anderen Forschungsdatenzentren und im Rahmen des NFDI-Konsortiums KonsortSWD kontinuierlich an der Verbesserung seiner Angebote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice überprüft, ob die &#039;&#039;&#039;datenschutzrechtlichen Anforderungen&#039;&#039;&#039; an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind. Die Übergabe von Material, das personenbezogene Informationen enthält, z.B. in Konvoluten von Fotos oder Videoaufzeichnungen, ist immer dann möglich, wenn eine informierte Einwilligung der Betroffenen zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung vorliegt&amp;lt;ref&amp;gt;Die Einwilligung kann zu verschiedenen Zeitpunkten im Forschungsprozess eingeholt werden. Ein Überblick zu Bedeutung und Verwendung der Informierten Einwilligung in der ethnologischen (Feld-)Forschung findet sich in [https://doi.org/10.26092/elib/1070 Huber und Imeri (2021)].&amp;lt;/ref&amp;gt; oder eine andere Rechtsvorschrift&amp;lt;ref&amp;gt;Z.B. im Rahmen der sog. Interessensabwägung (Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO).&amp;lt;/ref&amp;gt; dies erlaubt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Eine informierte Einwilligung kann mündlich, schriftlich oder elektronisch (z.B. durch eine E-Mail oder ein Webformular) erfolgen. Unabhängig von dieser Formfreiheit wird – um der Nachweispflicht bestmöglich gerecht werden zu können – gerade mit Blick auf sensible Daten im Allgemeinen die Schriftform empfohlen (Baumann, Krahn und Lauber-Rönsberg 2021: 195). Qualiservice stellt auf seiner Webseite DSGVO-konforme Vorlagen zur Verfügung, die Sie bei Bedarf nutzen und an die Erfordernisse Ihres Projektes individuell anpassen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe https://www.qualiservice.org/de/datenschutz.html [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern das Einholen der schriftlichen Zustimmung nicht möglich oder angemessen ist, ist es wichtig, dass Sie die Einwilligung in anderer Form dokumentieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Das kann z.B. geschehen, indem die mündliche Zustimmung aufgezeichnet wird (vgl. [https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08 Benner und Löhe 2019]). In der Forschungspraxis ist es durchaus üblich – und manchmal auch nicht anders umsetzbar –, dass zusätzlich zu ggf. erforderlichen offiziellen Forschungsgenehmigungen von Behörden oder Institutionen einzelne Personen zwar informell über Zwecke und Anliegen der Forschung informiert werden und Akte der Zustimmung erfolgen, die aber nicht aufgezeichnet werden können (vgl z.B. Dilger 2017). Es sollte dann gesondert notiert werden, wer wann wozu eine Einwilligung gegeben hat und worüber genau informiert worden ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Fragen zur Informierten Einwilligung unterstützt Qualiservice Forschende im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/4407 Kretzer et al. 2020]), die den ethischen und rechtlichen Hintergrund erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig ist ggf. zudem die Klärung von &#039;&#039;&#039;Urheberrechten&#039;&#039;&#039;, insbesondere bei Material, das Sie nicht selbst oder auch gemeinsam mit Personen im Forschungsfeld erstellt haben, wie etwa Zeitungen, veröffentlichte Filme, Dokumente, Flyer, Plakate, Archivmaterial und Ähnliches. Sollten rechtliche Klärungen erforderlich sein, können Sie sich an die zuständigen Stellen (Datenschutzbeauftragte, Rechtsabteilung, Beratungsstellen zu Forschungsdaten-management etc.) an Ihrer Hochschule bzw. Forschungseinrichtung wenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &#039;&#039;&#039;technischen Dateiformaten&#039;&#039;&#039; macht Qualiservice derzeit keine standardisierten Vorgaben, empfiehlt jedoch die Verwendung von Dateiformaten, die die weitere Bearbeitung im Kurationsprozess erlauben.&amp;lt;ref&amp;gt;Es sollten z.B. nach Möglichkeit keine PDFs an Qualiservice übergeben werden. Wir empfehlen für Textdokumente TXT, RTF, ODT, DOCX, für Fotos TIFF, JPEG, JPEG2000, für Videos MPEG-4, MP4, für Audio WAV, MP3, für Zitate RIS oder Bibtex. Während der Kuration wandeln wir die Formate ggf. in langzeitarchivierungsfähige Formate um. Darüber hinaus ist z.B. auch die Bewertung unterschiedlicher technischer Dateiformate der Schweizerischen Koordinationsstelle für die dauerhafte Archivierung elektronischer Unterlagen (KOST) hilfreich: https://kost-ceco.ch/cms/kad_main_de.html [Zugriff am 16.05.2023]. Eine weitere Bewertungsmatrix findet sich im Wiki der Fachstelle Forschungsdatenmanagement und Datenerhalt der ETH-Bibliothek Zürich unter https://documentation.library.ethz.ch/display/DD/Archivtaugliche+Dateiformate [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern Sie handschriftliche Notizen angefertigt haben, können Sie auch diese – in digitalisierter, also gescannter Form – bei Qualiservice archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsmaterialien-für-die-archivierung-auswählen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Forschungsmaterialien für die Archivierung auswählen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht immer möglich – und auch nicht zwingend notwendig – Materialien aus einem Projekt vollständig zu archivieren und für die Nachnutzung zugänglich zu machen (vgl. [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]). Bei der Beurteilung kommt es immer auf den Einzelfall an, dennoch gibt es einige generelle Anhaltspunkte, die Ihnen bei der Entscheidung helfen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Auswahl kann zunächst Material mangelnder technischer Qualität (z.B. missglückte “Schnappschüsse”) ausschließen. Es kann zudem notwendig und sinnvoll sein, aus ethischen oder rechtlichen Gründen eine Auswahl aus einem Materialkorpus zu treffen und bestimmte Dokumente, einzelne Textpassagen oder Bilder von vornherein nicht zu berücksichtigen. Auch persönliche Informationen über die Forschenden selbst können unter Umständen zum Ausschluss führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ethnografische Forschung in den allermeisten Fällen im engen Austausch von Forschenden und Forschungsteilnehmer:innen stattfindet, kann es notwendig und/oder ethisch angemessen sein, Forschungsteilnehmer:innen in Entscheidungsprozesse über die Auswahl und Weitergabe der Daten einzubinden (vgl. Kraus und Eberhard 2022, 191). Personen, die insgesamt in besonderer Weise an der Erstellung bzw. der Aufbereitung des Materials beteiligt waren, können namentlich z.B. in den Metadaten genannt werden, sofern diese Angaben aus rechtlichen oder ethischen Gründen nicht pseudonymisiert bzw. anonymisiert werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie, dass die Auswahl in erheblichem Maße mit bestimmt, welche Nachnutzungs-szenarien möglich sind. Auswahlentscheidungen sollten idealerweise in den Studienreport, alternativ auch in den Feldreport Eingang finden, damit ein Verständnis für die originäre Zusammensetzung des Materialkorpus ermöglicht wird. Für Forschungsmaterialien, die nicht archiviert werden, sollten im Idealfall ein knapper Überblick über die Materialien und Hinweise auf die Gründe für den Ausschluss notiert werden. Qualiservice kann Sie bei grundlegenden Fragen zur Auswahl beraten. Da Sie als forschende Person Ihr Material sowie die Umstände und Kontexte Ihrer Forschung am besten kennen, liegt die konkrete Auswahlentscheidung aber bei Ihnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Innerfachlich abgestimmte Kriterien oder Empfehlungen existieren in den ethnologischen – und auch anderen – Fächern bisher nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;material-in-datenkollektionen-ordnen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Material in Datenkollektionen ordnen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig von möglichen Auswahlentscheidungen ist ethnografisches Material äußerst komplex und heterogen. Heterogen im Sinne einer großen Vielfalt an Materialarten – Beobachtungs- und Gesprächsprotokolle, Interviews, Feldnotizen, Fotos, Filme, Mappings etc. – komplex, weil Material aufeinander Bezug nimmt, sich wechselseitig kommentiert, erweitert und ergänzt (Amann und Hirschauer 1997: 16). Es ist ein besonderes Anliegen von Qualiservice, bei der Archivierung die Komplexität – die im je konkreten Projektzusammenhang unterschiedlich gewichtet und unterschiedlich gut zu dokumentieren sein kann – soweit wie möglich zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Abbildung 3: Material nach unterschiedlichen Kriterien in Datenkollektionen zusammenfassen (Beispiel)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element der Materialordnung sind bei Qualiservice die sogenannten Datenkollektionen. In Datenkollektionen können zum Beispiel Materialien derselben Art zusammengefasst werden: Interviews zu einer Datenkollektion, Beobachtungsprotokolle zu einer weiteren, Fotos zu einer dritten, usw. Materialien können aber auch nach anderen Kriterien wie etwa Entstehungsort&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.B. Weiß, Anja; Sommer, Ilka; Chen, Wei; Liu, Tao; Guo, Fan; Liu, Wenting (2021): Globalizing medical knowledge and practise. Doctor-patient-interaction videoobserved at a university hospital in Beijing (PRChina). Transcripts, translation, audiovisual and context material. PANGAEA: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.939235&amp;lt;/ref&amp;gt;, Entstehungszeitpunkt oder Ereignissen gruppiert werden, um die Beziehungen zwischen den Daten zu erhalten. Datenkollektionen werden durch die oben erwähnten Mikro-Metadaten ergänzt, die einen Überblick über den Inhalt einer Datenkollektion ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice versucht im Regelfall, die Materialordnung und -struktur, die Sie bereits im Forschungsprozess erarbeitet haben, in Datenkollektionen zu überführen und/oder mit Ihnen gemeinsam abzustimmen. Wenn Sie bereits im Forschungsprozess eine Übersicht der Materialien angelegt haben, erleichtert dies die hierfür notwendigen Entscheidungen. Qualiservice stellt für diese Übersicht eine Vorlage zur Verfügung – die oben bereits beschriebene Tabelle (siehe [[#mikro-metadaten|Mikro-Metadaten]]), die damit für unterschiedliche Arbeitsschritte in der Archivierungsvorbereitung genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden greifen wir einige Aspekte und Fragen auf, die sich im Umgang mit bestimmten Materialarten stellen bzw. die mit Blick auf die Nachnutzung ethnografischen Materials besondere Relevanz haben können. Die Ausführungen sollen Ihnen als Anregung dienen, wie sich einzelne Materialarten für die Archivierung vorbereiten lassen. Abhängig vom konkreten Material und von verfügbaren Ressourcen wird sich die konkrete Umsetzung projektspezifisch unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zu-einzelnen-materialarten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Hinweise zu einzelnen Materialarten&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn &#039;&#039;&#039;Interviewtranskripte&#039;&#039;&#039; archiviert werden, können sie mit ergänzendem Material – wie bspw. Postskripta, die für das Verständnis wesentlich sein können – angereichert werden. Die Transkriptionsweise wird von Qualiservice nicht vorgegeben, empfohlen wird lediglich, das Transkriptionsverfahren zu dokumentieren. Sofern Sie die Interviewtranskripte pseudonymisieren bzw. anonymisieren (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;), achten Sie auf ein möglichst einheitliches Vorgehen und versuchen Sie auch hier, Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Dafür käme in der Regel der Studienreport, alternativ auch der Feldreport infrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Audioaufnahmen&#039;&#039;&#039; können eigenständig archiviert werden, unabhängig davon, ob gleichzeitig auch Transkriptionen der aufgezeichneten mündlichen Interaktionen an Qualiservice übergeben werden. Aufnahmen können auch ausschließlich non-verbale Informationen und akustische Ereignisse dokumentieren – denkbar ist z.B. die Archivierung von alltäglichen Geräuschkulissen, Klangräumen oder Soundscapes, die etwa im Rahmen ethnografischer Forschung/sensorischer Ethnografie aufgezeichnet werden. Für das bessere Verständnis des Materials ist es in der Regel sinnvoll, den Entstehungszusammenhang und den Stellenwert der Aufnahmen im Studienreport, alternativ auch im Feldreport, zu erläutern. Vor allem bei Audioaufnahmen ohne dazugehöriges Transkript bietet es sich an, im Forschungsprozess ggf. generierte Zeitmarken und Kodierungen mit zu archivieren, um die Navigation durch die Aufzeichnung zu erleichtern. Sofern Audioaufnahmen personenbezogene Informationen enthalten, werden sie bei Qualiservice besonders geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch &#039;&#039;&#039;Fotos&#039;&#039;&#039; und anderes Bildmaterial können archiviert werden. Sofern Fotos und Bilder personenbezogene Daten enthalten und eine Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nicht sinnvoll umgesetzt werden kann, werden auch sie besonders geschützt. Für die Verwaltung und Sortierung von Fotos kommt bei Qualiservice derzeit das Bildverwaltungsprogramm [https://www.tropy.org Tropy]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;https://www.tropy.org [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Einsatz. Qualiservice empfiehlt Forschenden, diese kostenfreie Software für die Verwaltung von Fotos und Bildmaterial zu nutzen, weil hiermit u.a. eine nutzerfreundliche Erfassung von Metadaten (z.B. Titel, Urheber:in, Entstehungszeitpunkt), aber auch eine einfache Übermittlung an Qualiservice möglich ist. Um das Verständnis des Materials zu erleichtern, können Fotos in Tropy zudem mit Notizen versehen werden, die weitere Informationen zur Abbildung und zum Zustandekommen der Bilder festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle&#039;&#039;&#039; entstehen häufig in oder unmittelbar nach einer konkreten Beobachtungssituation. Sofern sie nicht „nur“ als unmittelbare Erinnerungsstützen dienen und ungeordnete und für Außenstehende unverständliche Notizen enthalten, sollten Sie über die Archivierung nachdenken. Ausführliche Beschreibungen sind ein besonders reichhaltiges Material und können ein hohes Maß an Nachvollziehbarkeit gewährleisten. Es kann deshalb sinnvoll sein, die Nachnutzung gerade dieses wertvollen Materials mit weiteren Schritten zu erleichtern. Sie können z.B. Themen und Sachgebiete kennzeichnen oder einen Index erstellen. Sofern angemessen, können Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle auch kodiert und damit im Detail erschlossen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie ein &#039;&#039;&#039;Feldtagebuch&#039;&#039;&#039; geführt haben, können Sie in Erwägung ziehen, es mit zu archivieren. Was ein Feldtagebuch beinhaltet und wie es geführt wird, ist bekanntermaßen nicht klar definiert und hängt stark von individuellen Vorlieben und feldspezifischen Bedingungen ab (vgl. Sanjek 1990). Stärker themen- oder methodenbezogene Notizen können mit persönlicheren Reflexionen, etwa auch über Emotionen im Feld, verwoben sein. Wir sind uns bewusst, dass Feldtagebücher individuell und in vielen Fällen ein Material sind, in dem die forschende Person selbst besonders stark hervortritt. Feldtagebücher können daher gerade mit Blick auf die Forschenden selbst besonders sensibles, gleichzeitig aber auch besonders reichhaltiges und wertvolles Material sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann insofern auch sinnvoll sein, nur Teile des Tagebuchs zugänglich zu machen, oder – etwa bei groben Verständnisschwierigkeiten – Überarbeitungen, Glättung, Korrektur oder stilistische Verfeinerung in Erwägung zu ziehen. Es ist auch möglich, persönlichere Passagen zu kennzeichnen und vor der Archivierung aus dem Dokument zu entfernen. Um dem hohen Schutzbedürfnis von Feldtagebüchern Rechnung zu tragen, können sie – wie andere Materialien auch – überdies mit einem Embargo für eine bestimmte Zeit geschützt werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sind dann erst nach Ablauf dieser Frist für Nachnutzungen zugänglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich wie Feldtagebücher kann auch autoethnografisches Material unter spezifischen Sicherheitsmaßnahmen archiviert und zur wissenschaftlichen Nachnutzung bereitgestellt werden. Siehe beispielsweise dieses bei Quali-service archivierte Projekt: Domsel, Maike Maria (2021): „Leben! Freiheit! Gott?!“ – Die spirituelle Wanderschaft einer Religionslehrerin. Autoethnographische Materialien. https://doi.org/10.1594/PANGAEA.933316&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechende Informationen können ggf. im Studienreport und/oder Feldreport gegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;pseudonymisierung-und-anonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisch Forschende sichern ihren Gesprächspartner:innen oftmals Anonymität zu, um einen geschützten, möglichst offenen und vertraulichen Austausch zu ermöglichen. Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung kommt daher – bisher vor allem mit Blick auf Publikationen – ein besonderer Stellenwert bei der Umsetzung ethischer Prinzipien zu: Sie sollen die Forschungsbeteiligten schützen und Schaden abwenden, indem sie Rückschlüsse auf die beteiligten Personen verunmöglichen bzw. hochgradig unwahrscheinlich machen. Sie sind damit auch Instrumente, um Anforderungen des Datenschutzes zu erfüllen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die DSGVO (Erwägungsgrund 26) legt nahe, dass Daten als anonym gelten, wenn sie faktisch anonymisiert sind, d.h. wenn identifizierende Informationen über Personen entfernt oder so verändert wurden, dass „ein Personenbezug nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand wiederhergestellt werden kann“ (RatSWD 2020, 18, vgl. [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]). Auch bei der Pseudonymisierung werden personenbezogene Informationen im Material verändert. Eine Schlüsseldatei ermöglicht jedoch, dass sie einer Person wieder zugeordnet werden können.&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechend stellen Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung wesentliche Schritte der Aufbereitung von Material für die Archivierung und Nachnutzung dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während also das Ziel ist, Forschungsbeteiligte zu schützen, ist es aus der Sicht von Personen, die Forschungsmaterial nachnutzen möchten, gleichzeitig wesentlich, möglichst viele für die Interpretation relevante Informationen und damit die Aussagekraft der Forschungsmaterialien weitgehend zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Qualiservice hat deshalb das Konzept der flexiblen Anonymisierung entwickelt, das es erlaubt, mit Blick auf eine konkrete Nutzungsanfrage Abstraktionsebenen anzupassen, bevor Material zur Nutzung freigegeben wird ([https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Schutzbedarf und potenzielle Nutzungsinteressen müssen entsprechend in jedem Projekt feld- und materialspezifisch ausbalanciert werden. Notwendige Schritte der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung führen Forschende in der Regel selbst und vor der Übergabe des Materials an Qualiservice durch. Qualiservice berät und unterstützt Sie dabei insbesondere mit Blick auf die Erstellung und Abstimmung projektspezifischer Anonymisierungskonzepte. Es trägt zur Vermeidung der Re-Identifizierung von Personen bei, wenn Sie darauf achten, dass Sie in den Forschungsmaterialien sowie in allen Formen der Dokumentation demselben Anonymisierungskonzept folgen. Für die Umsetzung von Anonymisierungsschritten in textgebundenen Materialien bietet Qualiservice mit dem Anonymisierungstool QualiAnon eine teilautomatisierte Unterstützung (&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Nicolai et al. 2021&amp;lt;/span&amp;gt;, [https://doi.org/10.26092/elib/2576 Nicolai und Mozygemba 2023]) und mit einer Handreichung weitere Hilfestellung an (Mozygemba und Hollstein 2023). Spezifische Fragen können darüber hinaus individuell besprochen werden. Die Pseudonymisierung oder Anonymisierung, die Sie im Material selbst vorgenommen haben, wird bei Qualiservice nach der Datenübergabe nochmals geprüft und, falls erforderlich, vervollständigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mehrsprachigkeit-im-material&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Mehrsprachigkeit im Material&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografische Forschung findet häufig in Feldern statt, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden. Es ist daher üblich, dass im Material zumindest einige Begriffe, Formulierungen und Redewendungen verwendet werden, die für Forschende ohne Vertrautheit mit dem spezifischen Feld nicht unmittelbar verständlich sind. In solchen Fällen kann ein Verzeichnis, in dem relevante fremdsprachige Begriffe erläutert werden, das Verständnis in der Nachnutzung unterstützen. Sofern Sie ganze Schilderungen von Ereignissen, Erzählungen oder Stellungnahmen von Personen in verschiedenen Sprachen notiert haben, können Sie – insbesondere an ausgewählten, besonders wichtigen Stellen im Material – über Zusammenfassungen in deutscher oder englischer Sprache nachdenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vollständige Übersetzungen sind keine Voraussetzung für die Archivierung bei Qualiservice. Sofern Material anonymisiert bzw. pseudonymisiert werden muss, kann durch Qualiservice derzeit eine Überprüfung nur in Deutsch und Englisch garantiert werden. Wenn Material in anderen Sprachen vorliegt, ist eine Rücksprache mit Qualiservice erforderlich – in der Regel müssen Sie selbst dafür Sorge tragen, dass die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung erfolgt ist und die Forschungsmaterialien forschungsethischen wie datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen. Qualiservice begleitet Sie bei der Umsetzung und arbeitet daran, hierfür angemessene Verfahren weiter zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zur-datenübergabe&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Hinweise zur Datenübergabe&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice begreift die Archivierung und Bereitstellung der Materialien für die Nachnutzung stets als kooperative Aufgabe von Forschungsdatenzentrum und Forschenden, die Material abgeben. Deshalb werden Zugangsformen und Nutzungsbedingungen für das Material gemeinsam besprochen und von den Datengebenden festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Sie Forschungsmaterialien zur Archivierung übergeben, schließen Sie mit Qualiservice eine Übergabevereinbarung ab. Diese Vereinbarung dokumentiert die Ergebnisse von Absprachen zur Bewertung der Sensibilität der Forschungsmaterialien und dem entsprechenden Schutzbedarf, der für verschiedene Materialien unterschiedlich hoch sein kann. Für besonders sensible oder nicht anonymisierbare Forschungsmaterialien etwa können zusätzlich schützende Vorkehrungen getroffen werden. Das kann z.B. auch einschließen, dass Material nur in einem speziell gesicherten Gastwissenschaftler:innenraum vor Ort (On-Site Nutzung) oder erst nach Information bzw. in begründeten Einzelfällen nach individueller Zustimmung der Datengebenden genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang werden ggf. auch Sperrfristen (Embargo) festgelegt – Zeiträume, in denen Ihr Material zwar in Katalogen nachgewiesen, aber (noch) nicht von Dritten genutzt werden kann. Damit kann auch sichergestellt werden, dass Sie Ihr Material noch einige Zeit exklusiv bearbeiten können, bspw. weil Qualifikationsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Sofern z.B. veränderte Bedingungen im Feld, der Feldbeziehungen oder der Schutzbedarfe dies erforderlich machen, können die in der Übergabevereinbarung festgelegten Zugangs- und Nutzungsbedingungen auch nachträglich verändert, also z.B. eine Sperrfrist aufgehoben oder verlängert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte nutzen Sie – unabhängig vom Schutzbedarf – für die Übergabe aller Materialien ausschließlich den besonders gesicherten Upload-Space von Qualiservice. Den Zugang stellt Qualiservice im Übergabeprozess bereit. Nach dem Upload der Materialien über eine gesicherte Verbindung werden Ihre Materialien – abgeschnitten vom Internet – kuratiert. Die Kuration umfasst eine Reihe von Schritten, die sicherstellen, dass das Material dauerhaft aufbewahrt und genutzt werden kann und datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllt sind. Dabei wird unter anderem die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung im gesamten Material geprüft und ggf. in Abstimmung mit Ihnen ergänzt. Darüber hinaus nimmt Qualiservice keine Veränderungen am Material vor. Die umfangreiche Kuration erfolgt im so genannten Safe Center vor Ort, das höchste Sicherheitsanforderungen erfüllt und nur für die Kurator:innen zugänglich ist. Die Kuration selbst wird von ausgebildeten Sozialwissenschaftler:innen mit Erfahrungen in der qualitativen bzw. ethnografischen Forschung übernommen. Nach Abschluss der Kuration können Sie den vollständig aufbereiteten Datensatz (Metadaten, Datenkollektionen, Material etc.) noch einmal prüfen. Schließlich vergibt Qualiservice Persistente Identifikatoren (DOI), die für eine nachhaltige Zitierfähigkeit der archivierten Materialien und des Studienreports sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Dritte Ihr Material nutzen können, werden wiederum [https://www.qualiservice.org/files/contao-theme/public/documents/downloads/Vereinbarung_Datennutzung_01_20202_barrierefrei.pdf Nutzungsvereinbarungen]&amp;lt;ref&amp;gt;Projektspezifische Anpassungen können seitens der Datengebenden vorgeschlagen und vereinbart werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen dem/der Datennutzer:in und Qualiservice geschlossen. Die Vereinbarungen stellen sicher, dass die Daten entsprechend der Qualiservice-Nutzungsbedingungen verwendet werden. So verpflichten sich Nutzer:innen etwa, Versuche der Re-Identifikation einzelner Personen sowie die Veröffentlichung ganzer Interviewtranskripte zu unterlassen. Zudem werden Löschfristen für das genutzte Material vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zum-schluss-forschungsdaten-archivieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Zum Schluss: Forschungsdaten archivieren&#039;&#039;&#039;  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisches Material ist in der Regel sehr reichhaltiges, in weiten Teilen unikales Material, dessen analytischer Gehalt in der primären Forschung häufig nicht ausgeschöpft wird. Es besitzt deshalb in vielen Fällen auch über den ursprünglichen Entstehungs- und Forschungskontext hinaus einen bleibenden Wert. Die Archivierung erlaubt es dann nicht nur, Material unter neuen Fragestellungen und Perspektiven zu analysieren, sondern ermöglicht gleichzeitig den Aufbau eines fachlichen Archivs „neuen Typs“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Archivierung digitalen ethnografischen Materials nicht verpflichtend sein kann ([https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW 2018], [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]): Wenn Sie Material archivieren und dessen Nachnutzung ermöglichen können und möchten, finden Sie bei Qualiservice eine angemessene technische Infrastruktur sowie fachlich passende Prozesse und Verfahren, die mit Blick auf material- und projektspezifische Anforderungen flexibel sind. Qualiservice archiviert digitales ethnografisches Material und stellt es unter kontrollierten – und gemeinsam mit Ihnen festgelegten – Bedingungen für die weitere Nutzung in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung basiert auf dem derzeitigen Stand der Archivierungsprozesse bei Qualiservice. Qualiservice arbeitet kontinuierlich – und im Austausch mit Forschenden – an der Verbesserung und Erweiterung seiner Angebote. Wenn Sie über die Archivierung Ihres Materials nachdenken, treten Sie gern mit uns in Kontakt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;archivierung-kompakt&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Archivierung kompakt&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Edit Icon erstellt von zafdesign, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/bearbeiten_4803228 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Archiv Icon erstellt von Kiranshastry, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/archiv_711729 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgende Übersicht führt in knapper Form nochmals wesentliche Bereiche zusammen, in denen Sie vorbereitende Arbeitsschritte unternehmen müssen, wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei allen Schritten, kann Ihnen die erforderlichen Vorarbeiten aber nicht abnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Data Sharing als kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen – ggf. im Austausch mit Forschungspartner:innen – fest, welche Daten und ergänzende Kontextmaterialien archiviert werden.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice berät bei Projektplanung und Antrag-stellung, inkl. der Kalkulation von Kosten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende bereiten die Daten im Projekt vor (zentral: Informierte Einwilligung einholen, Daten ggf. anonymisieren / pseudonymisieren, Forschungsschritte und Material dokumentie-ren).&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice bietet fortwährend Beratung und Unterstützung an, um bereits im Forschungs-projekt geeignete Voraussetzungen für die Archivierung zu schaffen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen in der Übergabevereinba-rung fest, wann und unter welchen Bedingun-gen ihr Material genutzt werden kann: Forschung und/oder Lehre, On-Site Nutzung, Sperrfristen etc.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice übernimmt die Daten und kuratiert sie.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende geben den vollständig aufberei-teten Datensatz frei.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt die Materialien für die Nach-nutzung zur Verfügung und macht sie sichtbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Metadaten&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;gewährleisten als „Fernglas“ die Auffindbarkeit Ihrer Forschungsdaten (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erfassen Metadaten, die allgemei-ne Angaben und Informationen zum Projekt und zum Material enthalten.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt ein [https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm Online-Formular] zur Er-fassung der Metadaten zur Verfügung; überprüft die Eingaben und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermittelt als „Schaufenster“ einen genauen Eindruck von Inhalt/Umfang des archivierten Materials (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen einen Studienreport.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstel-lung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung (Heuer et al. 2020) und Good-Practice-Beispielen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermitteln als „Lupe“ Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion (zugänglich nach Registrierung)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende fertigen eine Materialübersicht an, die sie an Qualiservice übergeben.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt eine Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung und erstellt daraus die Mikro-Metadaten. Die Übersicht dient auch als Grund-lage für die Ordnung des Materials in Datenkol-lektionen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Feldreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
enthält als zusätzlicher „Wegweiser“ z.B. sensible Informationen zum Forschungsverlauf (zugänglich mit Nutzungsvertrag)&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen optional einen Feld-report.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstellung des Feldreports individuell.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Datenschutzrechtliche Anforderungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen eine Dokumentation der Einwilligung der Forschungsbeteiligten für die Archivierung und wissenschaftliche Nach-nutzung des sie betreffenden Materials vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice prüft, ob Anforderungen an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind und unterstützt im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([http://dx.doi.org/10.26092/elib/192 Kretzer et al. 2020]) und stellt individuell anpassbare DSGVO-konforme Vorlagen für die Einwilligung zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;soll Rückschlüsse auf einzelne Forschungsbeteiligte verunmöglichen bzw. unwahrscheinlich machen&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende entwickeln ein Konzept der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung und nehmen entsprechende Schritte im gesamten Material selbst vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt mit individueller Beratung, einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/7215 Mozygemba und Hollstein 2023]) und dem Anonymisierungstool QualiAnon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Qualiservice prüft die Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nach der Datenübergabe und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;literatur&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Åkerström, Malin; Jacobsson, Katarina; Wästerfors, David (2004) Reanalysis of Previously Collected Material. In: Seale, Clive et al. (Hg.) Qualitative Research Practice. London: SAGE, 314–327.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amann, Klaus; Hirschauer, Stefan (1997) Die Befremdung der eigenen Kultur. Ein Programm. In: Dies. (Hg.) Die Befremdung der eigenen Kultur. Zur ethnographischen Herausforderung soziologischer Empirie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 7–52.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumann, Paul; Krahn, Philipp; Lauber-Rönsberg, Anne (2021) Forschungsdatenmanagement und Recht. Datenschutz-, Urheber- und Vertragsrecht. Feldkirch/Düns: Wolfgang Neugebauer Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benner, Angela; Löhe, Julian (2019) Die informierte Einwilligung auf Tonband: Analyse im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie mit älteren Menschen aus forschungsethischer und rechtlicher Perspektive. In: ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung 20(2), 341–356. [https://www.budrich-journals.de/index.php/zqf/article/view/34855 https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Broocks, Anne-Katrin (2021) Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Study Report. Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1071.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2021) Umgang mit Forschungsdaten: Checkliste für Antragstellende zur Planung und zur Beschreibung des Umgangs mit Forschungsdaten in Forschungsvorhaben. Version 21.12.2021. https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf. [Zugriff am 22.08.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2022) Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Kodex. 1.1. https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) (2019) Positionspapier zum Umgang mit ethnologischen Forschungsdaten, Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA). [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-für-MV_24.09.2019.pdf]. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW), vorm. Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv) (2018) Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten. https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg (2017) Ethics, Epistemology and Ethnography: The Need for an Anthropological Debate on Ethical Review Processes in Germany. In: Sociologus 67(2), 191–208. https://doi.org/10.3790/soc.67.2.191.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg; Hadolt, Bernhard (2010) Medizin im Kontext. Überlegungen zu einer Sozial- und Kulturanthropologie der Medizin(en) in einer vernetzten Welt. In: Dies. (Hg.): Medizin im Kontext. Krankheit und Gesundheit in einer vernetzen Welt. Frankfurt a.M.: Peter Lang, 11–19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fischer, Hans; Beer, Bettina (2020) Dokumentation von Feldforschungsdaten. In: Beer, Bettina; König, Anika (Hg.) Methoden ethnologischer Feldforschung. Berlin: Dietrich Reimer Verlag, 261–282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geiger, Till; Moore, Niamh; Savage, Mike (2010) The archive in question. NCRM Discussion Paper. http://eprints.ncrm.ac.uk/921/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goerres, Achim; Mayer, Sabrina J; Spies, Dennis C. (2020) Immigrant voters against their will: a focus group analysis of identities, political issues and party allegiances among Ger-man resettlers during the 2017 bundestag election campaign. In: Journal of Ethnic and Migration Studies 46(7), 1205–1222. https://doi.org/10.1080/1369183X.2018.1503527.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heuer, Jan-Ocko; Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Huber, Elisabeth; Hollstein, Betina (2020) Kontextualisierung qualitativer Forschungsdaten für die Nachnutzung – eine Handreichung für Forschende zur Erstellung eines Studienreports. Qualiservice Working Papers 1-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/166.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hollstein, Betina; Strübing, Jörg (2018) Zentrale Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Workshop für Archivierung und Sekundäranalyse qualitativer Forschungsdaten. In: RatSWD (Hg.): Archivierung und Zugang zu Qualitativen Daten. RatSWD Working Paper 267/201. Berlin, Rat für Sozial und Wirtschaftsdaten (RatSWD), 101–105. https://doi.org/10.17620/02671.35.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, Elisabeth; Imeri, Sabine (2021) Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges (preprint). Qualiservice Working Papers 4-2021, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1070.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraus, Wolfgang; Eberhard, Igor (2022) Managing Data, Managing Contradictions: Archiving and Sharing Ethnographic Data. In: Burkhardt, Marcus et al. (Hg.): Interrogating Datafication: Towards a Praxeology of Data. Bielefeld: Transcript, 185-206.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne (2013) Arbeitspapier zur Konzeptentwicklung der Anonymisierungs-/Pseudonymisierung in Qualiservice. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Heuer, Jan-Ocko; Huber, Elisabeth (2020) Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung. Qualiservice Working Papers 2-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. http://dx.doi.org/10.26092/elib/192.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lederman, Rena (2016) Archiving Fieldnotes? Placing “Anthropological Records” Among Plural Digital Worlds. In: Sanjek, Roger; Tratner, Susan W. (Hg.): eFieldnotes. The Makings of Anthropology in the Digital World. Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 251–271.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne (2022) Datenvielfalt im Data-Sharing - eine kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum. In: Lohmeier, Christine; Wiedemann, Thomas (Hg.) Datenvielfalt in kommunikationswissenschaftlichen Forschungskontexten. Wiesbaden: Springer VS, 157–178.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Hollstein, Betina (2023) Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten – eine Handreichung. Qualiservice Working Papers 5, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/2525.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne; Hollstein, Betina (2021) QualiAnon - Qualiservice tool for anonymizing text data. Qualiservice. University of Bremen. Software available at: https://github.com/pangaea-data-publisher/qualianon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati (2023) QualiAnon User Manual, v1.3. Qualiservice Technical Report 2-2023, Bremen. https://doi.org/10.26092/elib/2576.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oldörp, Christine (2018) Verschriftlichungen? Zur Technizität und Medialität des Sprechens im qualitativen Interview. Zürich: Chronos Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ottenberg, Simon (1990) Thirty Years of Fieldnotes: Changing Relationships to the Text. In: Sanjek, Roger (Hg.) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press, 139–160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RatSWD [Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten] (2020) Handreichung Datenschutz. 2.vollständig überarbeitete Auflage. RatSWD Output 8/6. https://doi.org/10.17620/02671.50.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sanjek, Roger (Hg.) (1990) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simon, Michael (2015) Ethnologische Anmerkungen zu Bernd Riekens „Gesprächen mit Einheimischen“ in Galtür. In: Bernd Rieken (Hg.) Wie bewältigt man das Unfassbare? Interdisziplinäre Zugänge am Beispiel der Lawinenkatastrophe von Galtür. Münster: Waxmann, 93–105.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Selim, Nasima; Mattes, Dominik (2018) Affective Scholarship: Doing Anthropology with Epistemic Affects. In: ETHOS 46(4), 519–536. https://doi.org/10.1111/etho.12219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Dinkelaker, Samia; Thajib, Ferdiansyah (2019) Fieldwork, ethnography and the empirical affect montage. In: Kahl, Antje (Hg.) Analyzing Affective Societies. Methods and Methodologies. London: Routledge, 279–295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Tropy&amp;lt;/span&amp;gt; (2017) Roy Rosenzweig Center for History and New Media, George Mason University, Fairfax/Virginia. https://www.tropy.org. [Zugriff am 16.05.2023].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiß, Anja; Quasinowski, Benjamin; Sommer, Ilka (2022) Study Report “Globalizing medical knowledge and practice”. Transcripts, translation, audiovisual and context material for doctor-patient-interaction videoobserved at university hospitals in Ankara (Turkey), Beijing (PRChina), Groningen (Netherlands) and Würzburg (Germany). Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1395.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Witzel, Andreas; Reiter, Herwig (2022) Das problemzentrierte Interview - eine praxisorientierte Einführung. Weinheim: Beltz Juventa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Über Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum Qualiservice archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzung zur Verfügung. Unsere Services sind sicher, flexibel und forschungsorientiert. Sie beinhalten die persönliche und studienspezifische Beratung, die Kuration und Aufbereitung qualitativer Daten für die Nachnutzung und die Langzeitarchivierung ebenso wie die Bereitstellung archivierter Forschungsdaten und relevanter Kontextinformationen. Durch international anschlussfähige Metadaten werden Daten­sätze such- und findbar. Persistente Identifikatoren (DOI) sorgen für eine nachhaltige Zitierfähigkeit von Daten und Studienkontexten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2019 wurde Qualiservice vom RatSWD akkreditiert und orientiert sich an dessen Kriterien zur Qualitätssicherung. Qualiservice fühlt sich den &#039;&#039;DFG-Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&#039;&#039; verpflichtet und berücksichtigt darüber hinaus die &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for Scientific Data Management and Stewardship&#039;&#039; sowie die &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Qualiservice-Konsortium:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Akkreditiert durch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PANGAEA – zertifiziertes Weltdatenzentrum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gefördert von&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Qualiservice]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16060</id>
		<title>Ethnographische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten - ein Überblick für Forschende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16060"/>
		<updated>2025-04-30T08:34:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: Added the page to the category: Qualiservice&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Michaela Rizzolli, Sabine Imeri und Elisabeth Huber&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-6-2024&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Zitierung / Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rizzolli, Michaela; Imeri, Sabine &amp;amp;amp; Huber, Elisabeth (2024): Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende, Qualiservice Working Papers 6-2024, Bremen, https://doi.org/10.26092/elib/2723.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© FDZ Qualiservice, Januar 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Universität Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UNICOM - Gebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Germany&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
E-Mail: [mailto:info@qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;info@qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;vorbemerkung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Vorbemerkung&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung richtet sich insbesondere an Sozial- und Kulturanthropolog:innen, Ethnolog:innen und Empirische Kulturwissenschaftler:innen, aber auch an Forschende anderer Fachrichtungen, die ethnografisch arbeiten. Sie informiert über die Möglichkeiten, Forschungsmaterialien beim Forschungsdatenzentrum Qualiservice für die weitere Nutzung zugänglich zu machen und erläutert die dafür erforderlichen Vorarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Rahmen des [https://www.evifa.de/de/ueber-uns &amp;lt;u&amp;gt;Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie&amp;lt;/u&amp;gt;] (DFG-Förderung) arbeiten das Forschungsdatenzentrum Qualiservice an der Universität Bremen und die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin seit 2019 gemeinsam an der Entwicklung angemessener Verfahren für die Archivierung und Nachnutzung ethnografischen Materials. Die Autorinnen danken den Mitgliedern des Beirats des FID SKA sowie weiteren Kolleg:innen – insbesondere Hansjörg Dilger, Igor Eberhard, Lina Franken, Wolfgang Kraus, Martina Röthl, Birgitt Röttger-Rössler, Franz Templin und Larissa Vetters – für Hinweise und konstruktive Kritik.&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschungsmaterial zugänglich zu machen bedeutet hier nicht, dass es frei im Internet einsehbar ist, sondern dass es unter kontrollierten Bedingungen von anderen Wissenschaftler:innen in Forschung und/oder Lehre verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice ist spezialisiert auf die angemessene Archivierung qualitativer und insbesondere auch ethnografischer Forschungsmaterialien mit sensiblen Inhalten. Archivierung bedeutet dabei zunächst erhaltende Speicherung digitaler Artefakte in einer kontrollierten, sicheren Umgebung – im Unterschied zu mehr oder weniger privaten Speicherpraktiken von Material, das nicht mehr regelmäßig bearbeitet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Den [https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827 &amp;lt;u&amp;gt;Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&amp;lt;/u&amp;gt;] der DFG zufolge sollen Forschungsdaten für einen angemessenen Zeitraum – in der Regel wird dabei an zehn Jahre gedacht – aufbewahrt werden (Deutsche Forschungsgemeinschaft 2022). Hier können auch institutionelle Angebote, z.B. Repositorien einzelner Forschungseinrichtungen Unterstützung leisten. Häufig können diese jedoch spezifische Anforderungen – gerade mit Blick auf ethnografisches Material – nicht ausreichend erfüllen. Auch kann eine Langzeitarchivierung über zehn Jahre hinaus oft nicht gewährleistet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das eigentliche Ziel der Archivierung geht aber darüber hinaus: Forschungsmaterialien sollen nicht nur erhalten, sondern für weitere wissenschaftliche Nutzungen aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Der Ressourcenaufwand für den Datenerhalt rechtfertigt sich also vor allem durch die Absicht, Material für weitere Forschungen zugänglich zu machen, unabhängig davon, wann und in welchem Umfang archiviertes Forschungsmaterial tatsächlich nachgenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit Archivierung und Nachnutzung überhaupt sinnvoll möglich sind, kann Material nicht einfach auf einer Festplatte oder Ähnlichem bei Qualiservice abgegeben werden. Sollen nicht nur findbare, sondern auch gut nutzbare Datensätze entstehen, ist es vielmehr notwendig, dass Sie vorbereitende Schritte selbst unternehmen, weil Sie Potenziale wie Schwierigkeiten Ihres Materials am besten kennen. Das kann auf den ersten Blick auch erfahrene Forscher:innen vor Herausforderungen stellen. Diese Handreichung soll Ihnen deshalb Einblicke in Verfahren sowie obligatorische wie optionale Schritte ermöglichen und damit einen Eindruck vermitteln, wie Sie die Archivierung Ihres Materials bei Qualiservice gut vorbereiten können. Wesentlich ist, dass alle hier beschriebenen Schritte an den je spezifischen Fall angepasst werden können – und oft auch müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendige Schritte der Vorbereitung von Material für die Archivierung sollen in diesem Sinne immer im Hinblick auf die mögliche Nachnutzung erfolgen. Qualiservice versteht diese Vorbereitung als kooperative Aufgabe (Mozygemba und Kretzer 2022), in deren Zentrum die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Forschungsdatenzentrum steht. Das betrifft zunächst den intensiven Austausch über die Planung der für die Archivierung notwendigen Arbeitsschritte, die Forschende als Expert:innen ihres Materials selbst umsetzen müssen. Es kann zudem notwendig sein, dass Forschende Entscheidungen gemeinsam oder nach Rücksprache mit Partner:innen aus dem jeweiligen Forschungsfeld treffen. Ziel ist, alle vorbereitenden Tätigkeiten sinnvoll so in den Projektverlauf zu integrieren, dass eine intensive Verdichtung der Aufgaben am Projektende bestmöglich vermieden wird, und zwar auch dann, wenn Material aus einem Projekt nicht vollständig archiviert werden soll. Qualiservice unterstützt und begleitet Forschende in diesem Prozess und berät dabei ebenso zu Aspekten des Datenschutzes und der Forschungsethik wie zu Fragen der Kontextualisierung und Anonymisierung von Forschungsmaterialien. Nach der Übergabe an Qualiservice werden alle Materialien nochmals geprüft und kuratiert und – sofern vereinbart, zunächst mit einer Sperrfrist versehen – schließlich für die wissenschaftliche Nachnutzung bereitgestellt. Weil dafür sowohl in einem Forschungsprojekt als auch bei Qualiservice selbst Ressourcen notwendig sind, bietet Qualiservice zudem Unterstützung bei der Kalkulation von Kosten – die in den Projektantrag einfließen kann – schon im Prozess der Antragstellung an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Idealerweise wenden Sie sich daher bereits bei Projektplanung und Antragstellung an Qualiservice – Sie können &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;uns&amp;lt;/span&amp;gt; aber auch zu j&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;edem beliebigen Zeitpunkt&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ansprechen.&amp;lt;/span&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind uns bewusst, dass ethnografische Forschung kaum standardisierbar ist, sondern unter den Prämissen der Gegenstandsangemessenheit, der methodischen Offenheit und Prozesshaftigkeit feldspezifisch arbeitet und in diesem Sinne spezifisches, weitgehend unikales Material zusammenträgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dies betonen auch die Fachgesellschaften der ethnologischen Fächer in ihren Positionspapieren zum Umgang mit Forschungsdaten (vgl. [https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW/dgv 2018] und [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies im Blick, können die folgenden Erörterungen vermutlich nicht für alle Herausforderungen unmittelbare Lösungen anbieten. Sie zeigen vielmehr Möglichkeiten und Verfahren der Dokumentation und Aufbereitung von ethnografischen Materialien auf, die im Einzelfall und in Kooperation mit Qualiservice flexibel gehandhabt und angepasst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-nachnutzen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Ethnografisches Material nachnutzen&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice archivierte Materialien werden ausschließlich an Wissenschaftler:innen für Nach- bzw. Sekundärnutzungen in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung gestellt. Das Potenzial für solche Nutzungen lässt sich kaum vollständig antizipieren – nicht zuletzt, weil umfangreichere Arbeiten auf der Grundlage einer Sichtung und Re-Lektüre vorhandenen Materials durch Dritte und unter anderen Fragestellungen zumindest in den ethnologischen Fächern bisher die Ausnahme sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielhaft genannt sei die Arbeit von Christine Oldörp, die im Rahmen einer Sekundäranalyse von Material aus dem Forschungsprojekt “Kultur, Alltag und Wandel der Technik im Spiegel biographischer Erfahrungen der Gegenwart” (Thomas Hengartner, Hans Joachim Schröder,1999-2001) untersucht hat, wie im Frage-Antwort-Muster ethnografischer Interviews Sprach- und Handlungsräume ausgehandelt werden (Oldörp 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl sind vielfältige Szenarien der Nachnutzung denkbar: Archiviertes Material kann für neue Fragestellungen relevant und aufschlussreich sein, auch weil der analytische Gehalt des reichhaltigen und komplexen Materials aus offenen Erhebungsverfahren, die in der primären Forschung letztlich realisierten Analysen in der Regel übersteigt. Insbesondere dann, wenn das Material nicht oder nur in Teilen ausgewertet wurde, könnten Feinanalysen durchgeführt oder Zeitvergleiche angestellt werden. Auch Re-Analysen, die Material aus verschiedenen Forschungsprojekten bzw. in Kombination mit selbst erhobenem Material gemeinsam auswerten, sind denkbar, etwa um gruppen- oder regionenübergreifende Aussagen zu treffen. Archiviertes Material könnte in diesem Sinne auch für breiter angelegte Vergleichsstudien genutzt werden. Auch bei fehlenden oder eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Forschungsfeldern, bei fehlenden Mitteln für eine eigene Feldforschung oder um einer Überforschung einzelner Felder oder Gruppen (vgl. [https://doi.org/10.17620/02671.35 Hollstein und Strübing 2018]: 2) zu begegnen, kann die Sekundärauswertung vorhandenen Materials eine Alternative sein. Archiviertes Material kann sich zudem für die Bearbeitung epistemologischer und methodologischer Fragestellungen eignen. Die Sichtung kann auch dazu dienen, ein eigenes Forschungsprojekt vorzubereiten. Bei Qualiservice archivierte Materialien werden nicht zuletzt auch für die Lehre zur Verfügung gestellt und finden insbesondere in der Methodenausbildung und für die beispielhafte Bearbeitung von Themen aus den Bereichen Forschungsethik, Datenschutz und Forschungsdokumentation Verwendung (siehe etwa Witzel und Reiter 2022).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Material aus ethnografischer Forschung ist eng an die forschende Person gebunden – das für die ethnografische Wissensproduktion so wichtige körperlich-sinnliche Erleben und auch die „epistemic affects“ (Stodulka, Selim und Mattes 2018) der Forschenden bilden sich zwar in „headnotes“ (Ottenberg 1990: 144), aber eben nur begrenzt nachvollziehbar im Material ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Formen der systematischen Verbalisierung werden gleichwohl auch explizit empfohlen, z.B. im Rahmen eines Emotionstagebuchs (Stodulka, Samia und Ferdiansyah 2019). Das Medium soll Forschenden dabei helfen, sich ihrer Emotionen, Affekte und Gefühle im Forschungsprozess bewusst zu werden, indem diese vor und während des Aufenthalts im Feld möglichst systematisch erfasst und genau beschrieben werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine sekundäre Auswertung bekommt damit unvermeidlich einen anderen Charakter als die Analyse selbst erhobenen Materials (Simon 2015). Umso wichtiger ist es daher, Forschungsschritte soweit wie möglich nachvollziehbar zu machen und dazu das Material mit entsprechenden Hinweisen zu versehen, seine Entstehung zu rekapitulieren, Besonderheiten des Feldes, Schwierigkeiten oder auch Umwege, Neujustierungen oder die Einbindung unterschiedlicher Akteur:innen in den Forschungsprozess und ähnliches zu dokumentieren – unabhängig davon, ob Material aus einem Projekt oder einer Studie vollständig oder in Teilen und unabhängig davon, ob Material unmittelbar oder erst nach Ablauf einer Sperrfrist zugänglich gemacht werden kann (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-dokumentieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;2 Ethnografisches Material dokumentieren&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Datasets don’t speak for themselves“ (Lederman 2016: 261). Die möglichst umfassende Dokumentation empirischer Forschungsdaten gilt als eine wesentliche Voraussetzung für jede Analyse und jede neue Interpretation der Materialien. Auch Sozial- und Kulturanthropolog:innen, die eigenes Feldforschungsmaterial Jahre nach der Erstellung nochmals unter neuen Blickwinkeln analysiert oder selbst mit archiviertem Material gearbeitet haben, betonen die Bedeutung umfassender Dokumentation (vgl. Åkerström et al. 2004; [http://eprints.ncrm.ac.uk/921/ Geiger et al. 2010]). Die Dokumentation soll Informationen bereitstellen, die Nachnutzenden eine angemessene Einordnung und Bewertung und damit ein besseres Verständnis des archivierten Materials ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll ethnografisches Material von Dritten verwendet werden, die nicht an der Forschung beteiligt waren, dann ist ein eher technisches Verständnis der Datenbeschreibung, wie sie etwa die Checkliste der DFG zum Umgang mit Forschungsdaten ([https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf DFG 2021]) oder auch das Informationsportal zu Forschungsdatenmanagement [https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ forschungsdaten.info]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; nahelegen, nicht ausreichend. Forschungsdokumentation muss sich vielmehr darüber hinaus auch auf die vielgestaltigen und untrennbar in das empirische Material verwickelten Kontexte eines beobachteten Phänomens (Dilger und Hadolt 2010) und damit auch auf die Kontexte der Materialproduktion selbst erstrecken (vgl. Kraus und Eberhard 2022: 192f). Forschungsdokumentation fußt in diesem Sinne auf Verfahren des möglichst strukturierten Aufzeichnens, Aufschreibens und Sicherns ethnografischer Materialien bereits während des Forschungsprozesses (vgl. Fischer und Beer 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern sind Schritte der Dokumentation für die Archivierung keine vollständig neuen oder zusätzlichen Arbeitsschritte. Vielmehr ist – bei aller Unterschiedlichkeit der individuellen Praxis – die Dokumentation von Wahrnehmungen, Erfahrungen und Eindrücken in Form von Feldnotizen und Memos, Feldtagebüchern oder Gesprächs- und Beobachtungsprotokollen ohnehin Teil des ethnografischen Prozesses. Das gilt auf einer anderen Ebene ähnlich für die Protokollierung gemeinsamer Entscheidungen und Erkenntnisse in Forschungsgruppen, die etwa dazu auffordert, Verständnis- und Lernprozesse zu explizieren und zu reflektieren, für Visualisierungen von Arbeitsprozessen (z.B. Timelines oder Visual Maps) sowie für Arbeits- und Projektberichte. Je frühzeitiger und systematischer Sie Formen der Dokumentation in den Forschungsprozess integrieren können, desto weniger Aufwand wird – mit Blick auf die Archivierung – für die retrospektive Rekapitulation von Arbeitsschritten und Entscheidungen erforderlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein vergleichsweise neues Format ist der Datenmanagementplan (DMP), der die Dokumentation des Umgangs mit Material im Forschungsprozess unterstützen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Für die Erstellung eines DMPs können ggf. strukturierte Online-Fragenkataloge genutzt werden. Weitere Informationen sowie Links z.B. unter https://www.forschungsdaten.info/themen/informieren-und-planen/datenmanagementplan/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein DMP kann auch für die Vorbereitung Ihres Materials zur Archivierung bei Qualiservice nützlich sein, weil damit notwendige Vorkehrungen und Entscheidungen organisatorischer, rechtlicher und technischer Natur frühzeitig getroffen und schriftlich dokumentiert werden. Ein DMP ist ein dynamisches Dokument (sog. living document) und sollte, vor dem Hintergrund der Ergebnisoffenheit und Flexibilität ethnografischen Forschens, laufend aktualisiert und angepasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;formate-der-dokumentation-bei-qualiservice&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Formate der Dokumentation bei Qualiservice&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Dokumentation für das Verständnis ethnografischen Materials so zentral ist, stehen Ihnen dafür bei Qualiservice verschiedene Formate zur Verfügung, die sich in ihrer Funktion und dem Informationsgehalt unterscheiden bzw. auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. Manche dieser Dokumentationsformate müssen obligatorisch erstellt werden, andere stehen optional zur Verfügung. Wir beschreiben im Folgenden das Mögliche. In welchem Umfang und in welcher Tiefe Sie die Dokumentation Ihrer Materialien erarbeiten bzw. einzelne Dokumentationsformate nutzen (können), wird sich projektspezifisch und in Abhängigkeit verfügbarer Ressourcen unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dokumentationsformate unterscheiden sich mit Blick auf ihre Zugänglichkeit und Sichtbarkeit im Internet. Sie bilden damit gleichzeitig einen idealtypischen Weg bzw. eine Reihenfolge ab, in der potenzielle Nutzer:innen bei der Recherche auf archiviertes Material aufmerksam werden und in der sie sich dem Material schrittweise annähern können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;5&amp;quot;|  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Annäherung an das archivierte Material&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Format&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zugänglichkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Funktion&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Metadaten&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Fernglas“, um erste grobe und formalisierte Informationen über das Material zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studienreport&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Schaufenster“ in das Forschungsvorhaben und das Material, um ausführlichere Informationen zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mikro-Metadaten&lt;br /&gt;
| zugänglich nach Registrierung&lt;br /&gt;
| „Lupe“, um detailliertere Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Feldreport&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| „Wegweiser“ durch das ethnografische Material zur weiteren Einordnung ggf. auch ethischer Fragen und um sensible Informationen zum Forschungsverlauf zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Forschungsmaterial und zusätzliches Kontextmaterial&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| Forschungs- und Kontextmaterial kann je nach Einstufung entweder extern heruntergeladen oder vor Ort unter streng kontrollierten Bedingungen genutzt werden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 1: Formate der Dokumentation bei Qualiservice&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Metadaten&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archivierten Forschungsmaterialien werden durch ausführliche Metadaten beschrieben, die sicherstellen, dass das Material überhaupt gefunden und dann auch genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind strukturierte Informationen, die die archivierten Forschungsmaterialien beschreiben – vergleichbar etwa mit Informationen über Publikationen in Bibliothekskatalogen. „Strukturiert“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass in vordefinierten Feldern allgemeine Informationen z.B. zu Art (Beobachtungsprotokoll, Interviewtranskript etc.) und Umfang des Materials, zu Ort und Zeit der Materialerstellung sowie ggf. Nutzungseinschränkungen (z.B. Sperrfristen) und Ähnliches erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind erforderlich, damit Forschungsdaten nicht nur bei Qualiservice, sondern auch in übergreifenden Portalen und Suchmaschinen&amp;lt;ref&amp;gt;Datenportale wie etwa DataCite ermöglichen die Suche nach Datensätzen über mehrere Repositorien hinweg. Bei Qualiservice archivierte ethnografische Forschungsdaten können z.B. auch im [https://www.evifa.de/de Fachportal EVIFA] des Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie gefunden werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; – national wie international sowie über Institutionen und Fachgrenzen hinweg – recherchiert werden können. Metadaten können bei Qualiservice teilweise oder vollständig mehrsprachig erfasst werden, um die Auffindbarkeit und Sichtbarkeit des Materials auch im internationalen Kontext zu fördern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z.B. die Metdaten zur Studie: Hornidge, Anna-Katharina; Barragán-Paladines, María José; Broocks, Anne-Katrin; Zimmer, Martin (eds.) (2021): Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Qualiservice, PANGAEA, https://doi.org/10.1594/PANGAEA.929747&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten vermitteln – gemessen an der inhaltlichen Dichte des Materials selbst – ähnlich einem „Fernglas“ nur grobe, rudimentäre Informationen über ein Projekt oder eine sog. Datenkollektion, in der Forschungsmaterialien nach unterschiedlichen Kriterien zusammengefasst werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;). Gleichzeitig sind sie aber die Ebene der Materialbeschreibung, auf die Personen, die nach Forschungsdaten suchen, als erstes stoßen. Sie sind öffentlich zugänglich, durchsuchbar und vermitteln einen ersten Eindruck des archivierten Materials.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice bietet an, neben verpflichtenden Metadaten auch optionale Informationen zu erfassen. Die Pflichtmetadaten umfassen im Wesentlichen allgemeine Informationen zu einer Forschung bzw. zu einem Projekt wie den Titel, ein Abstract, den Forschungsgegenstand, den Förderzeitraum etc. Die optionalen Elemente bieten die Möglichkeit, weitere und spezifischere Informationen über das Projekt zur Verfügung zu stellen, wie etwa räumliche&amp;lt;ref&amp;gt;Wenn z.B. konkrete Orte in den – frei zugänglichen – Metadaten nicht benannt werden sollen, kann auch die Erfassung größerer territorialer Einheiten (z.B. Staaten) in Erwägung gezogen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; und weitere zeitliche Angaben, Informationen zum methodischen Vorgehen, Förderinstitutionen etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Qualiservice-Metadatenschema findet sich unter https://wiki.pangaea.de/wiki/Qualiservice_Data_Model [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ermöglicht Forschenden, von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Informationen in Form von Metadaten öffentlich zugänglich sein können und welche womöglich problematisch bzw. zu sensibel wären. Gleichwohl gilt: Je umfangreicher die frei zugänglichen Metadaten sind, desto besser können Daten gefunden werden, und desto präziser können interessierte Wissenschaftler:innen schon in diesem ersten Rechercheschritt das Potenzial archivierten Materials für die eigene Fragestellung einschätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe werden Sie daher gebeten, Metadaten zu ihrem Material zu erfassen. Qualiservice stellt dafür ein Webformular&amp;lt;ref&amp;gt;https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zur Verfügung, das vordefinierte Felder und Termini zur Beschreibung bereithält, aber auch Raum lässt für fach- und projektspezifische Angaben. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung der Metadaten, überprüft die Eingaben nochmals und nimmt in Rücksprache mit Ihnen ggf. Ergänzungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der sogenannten verteilten Archivierung bietet Qualiservice zudem die (virtuelle) Verknüpfung mit Datensätzen in anderen Datenzentren an, z.B. wenn Sie mit Mixed-Methods-Ansätzen gearbeitet haben&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Forschungsdaten aus der Mixed-Methods Studie von Achim Goerres et al. (2020) wurden beispielsweise bei Qualiservice (qualitatives Material) und GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (quantitative Daten),&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
archiviert. Siehe hier die Metadaten für die qualitativen Daten: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.919342&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Verknüpfung wird mit Hilfe der Metadaten realisiert, sodass der gemeinsame Projektentstehungskontext sowie die Beziehungen des Materials sichtbar erhalten bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;studienreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport dient – über die Metadaten hinaus – als eine Art „Schaufenster“ (Heuer et al. 2020: 5), das Interessierten einen genaueren Eindruck von Art, Inhalt und dem Entstehungskontext des bei Qualiservice archivierten Materials sowie ggf. den Bedingungen für die Nachnutzung vermittelt. Wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten, ist die Anfertigung eines Studienreports deshalb unerlässlich. Der Studienreport ist zudem im Suchportal von Qualiservice&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.qualiservice.org/de/qsearch.html [Zugriff am 09.10.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; als Volltext durchsuchbar und trägt damit auch zur Auffindbarkeit Ihrer archivierten Forschungsmaterialien bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport wird auf dem Dokumentenserver der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen als eigenständige Internet-Publikation frei zugänglich veröffentlicht und erhält einen persistenten Digital Object Identifier (DOI). Es ist deshalb notwendig, dass Sie Formulierungen wählen, die für die Veröffentlichung geeignet sind, und ggf. Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung mitdenken (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sollten dann darauf achten, dass das zugrunde gelegte Anonymisierungskonzept (vgl. [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013] und [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]) dasselbe ist, mit dem Sie auch die Forschungsmaterialien selbst sowie Ihre darauf basierenden weiteren Publikationen bearbeitet haben. Studienreports können in Umfang und Ausführlichkeit variieren (vgl. z.B. [https://doi.org/10.26092/elib/1071 Broocks 2021] und [https://doi.org/10.26092/elib/1395 Weiß et al. 2022]). Qualiservice empfiehlt auch hier, so viele Informationen wie möglich im Studienreport zu publizieren, damit sich interessierte Forschende ein möglichst genaues Bild von Ihrem Material und dessen Potenzial für eine mögliche Nachnutzung machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport bietet damit auch einen Rahmen, zentrale Aspekte des Forschungsprozesses explizit in einer eigenständigen Publikation zusammenzuführen. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung ([https://doi.org/10.26092/elib/166 Heuer et al. 2020]) und einer Autor:innenvorlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Studienreport kann beispielsweise Angaben zu folgenden Punkten enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;allgemeine Ausführungen&#039;&#039;&#039; zum Forschungsvorhaben, zum Forschungsgegenstand und dem administrativen wie organisatorischen Rahmen (z.B. Förderprogramm und Förderdauer, Affiliation und Projektleitung)&lt;br /&gt;
* Angaben zu den &#039;&#039;&#039;Zielen und Fragestellungen&#039;&#039;&#039; sowie die Darstellung des theoretischen Bezugsrahmens und konzeptionelle Begriffsklärungen&lt;br /&gt;
* Erläuterungen zur &#039;&#039;&#039;methodischen Herangehensweise&#039;&#039;&#039;, zu verwendeter Software und Tools (wie z.B. [http://www.maxqda.com MAXQDA&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.maxqda.com [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt;] oder [https://www.laurenceanthony.net/software AntConc]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.laurenceanthony.net/software [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;), ggf. vorhandene Gesprächsleitfäden können als Anhang beigefügt werden&lt;br /&gt;
* eine Skizze von &#039;&#039;&#039;Feldzugang, Erhebungs- und Auswertungsstrategien&#039;&#039;&#039;, die idealerweise einen Einblick in die konkrete Arbeitspraxis gibt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&amp;lt;/u&amp;gt;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;projektspezifische Informationen&#039;&#039;&#039;, wie etwa die Darstellung der Arbeitsteilung bei der Auswertung im Team und/oder die gemeinsame Organisation und Bearbeitung von Material und Dokumenten&lt;br /&gt;
* Beschreibung und Begründung der &#039;&#039;&#039;Auswahl&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;der archivierten Materialien&#039;&#039;&#039;, Hinweise auf Relationen zwischen bzw. den inneren Zusammenhang von verschiedenen Materialien, Hinweise auf ggf. nicht archiviertes Material aus demselben Forschungskontext&lt;br /&gt;
* Informationen zu &#039;&#039;&#039;Schritten der Aufbereitung&#039;&#039;&#039; für die Nachnutzung, z.B. zu Maßnahmen zur Pseudonymisierung und Anonymisierung&lt;br /&gt;
* Informationen zur Umsetzung &#039;&#039;&#039;rechtlicher Anforderungen&#039;&#039;&#039; (z.B. Informierte Einwilligung) und ggf. Hinweise auf feldspezifische &#039;&#039;&#039;ethische Aspekte&#039;&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* Sofern das Material in Forschungskooperationen, Forschungsverbünden und/oder internationalen Projekten entstanden ist, sollten auch &#039;&#039;&#039;etwaige Besonderheiten&#039;&#039;&#039; beschrieben werden; dazu können unterschiedliche Rechtslagen und Genehmigungspflichten in den beteiligten Ländern gehören oder vertragliche Vereinbarungen mit Partnerinstitutionen, die Auswirkungen auf die Forschung hatten&lt;br /&gt;
* Überlegungen zum &#039;&#039;&#039;Nachnutzungspotenzial des Materials&#039;&#039;&#039; und den spezifischen Anforderungen an die Weiternutzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mit Blick auf ethnografische Forschungsansätze können hier folgende und ähnliche Fragen Orientierung geben bzw. als Anregung dienen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wurden z.B. Protokolle/Notizen tageweise verfasst oder wurden bestimmte Situationen wiederkehrend beobachtet und dokumentiert? In welcher Form, in welcher Detailtreue und Sprache wurden Beobachtungen notiert? Werden wortwörtliche Ausdrücke erwähnt?&lt;br /&gt;
* Welche Techniken wurden beim Verfassen von Beobachtungsprotokollen, Feldnotizen, Feldtagebüchern und anderen Materialien eingesetzt, z.B. sinnhafte Rekonstruktion, Kontrastierung, Verfremdung?&lt;br /&gt;
* In welchen Formaten bestehen Beobachtungsprotokolle, liegen neben Text etwa auch Fotos, Skizzen oder andere multimodale Materialien vor?&lt;br /&gt;
* Wird die eigene Rolle als Forscher:in thematisiert, z.B. die eigene Körpersprache und das eigene Verhalten, die Beziehungsarbeit oder Emotionen, und wenn ja, in welcher Form?&lt;br /&gt;
* In welchen Settings und Situationen wurden die Materialien angefertigt?&lt;br /&gt;
* Wie wurde bei Interviews die Leitfadenentwicklung gestaltet? Inwieweit und warum wurde vom Leitfaden abgewichen, wurde dieser im Laufe der Erhebung angepasst?&lt;br /&gt;
* Wie gestaltete sich der Prozess des Einholens informierter Einwilligungen?&lt;br /&gt;
* Haben sich aus Erkenntnissen Rückwirkungen auf den Forschungsprozess ergeben, wie etwa Modifizierungen und Anpassungen von Forschungsfragen und Forschungsdesign?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mikro-metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikro-Metadaten stellen detaillierte Informationen zu einzelnen Dateien innerhalb einer Datenkollektion (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;) zur Verfügung. Sie enthalten – in Abhängigkeit vom konkreten Material – zusätzliche Informationen etwa zur sozialen Einbettung einer konkreten Beobachtungssituation (Marktplatz, Patientengespräch, Straßenfest etc.) oder zu Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Geschlecht, Alter, Beruf). Außerdem kann in Mikro-Metadaten erfasst werden, zu welchem Zeitpunkt, an welchem Ort und mittels welcher Methoden beispielsweise ein Beobachtungsprotokoll angefertigt wurde und welche Inhalte und Themen darin vorkommen. Auch spezifische Dateiinformationen (z.B. Dateiname und das technische Format) und – mit Blick auf den Erhalt von Komplexität besonders wichtig – die Zusammenhänge zwischen Dateien (z.B. Audio-Aufnahme und Transkript eines Interviews sowie Fotos derselben Interviewsituation) können durch Mikro-Metadaten vermittelt werden. Dementsprechend können sie – ähnlich einer „Lupe“ – dazu beitragen, dass interessierte Wissenschaftler:innen Materialien finden, die möglichst gut zu ihrem Anliegen passen. Mikro-Metadaten sind für Nutzer:innen nur nach vorheriger Online-Registrierung&amp;lt;ref&amp;gt;Die Registrierung erfolgt derzeit über ein [https://www.pangaea.de/user/signup.php?referer=https%3A%2F%2Fwww.pangaea.de%2Fsubmit%2F Online-Formular] beim Informationssystem PANGAEA, das die technische Infrastruktur für Qualiservice bereitstellt. Anschließend können die Mikro-Metadaten eingesehen werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe fertigen Sie eine Übersicht der Materialien an, die sie an Qualiservice übermitteln. Diese Übersicht nutzt Qualiservice in Absprache mit Ihnen gleichzeitig zur Erstellung von Mikro-Metadaten. Qualiservice stellt für die Übersicht eine geeignete Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung. Zur Vorbereitung und Erleichterung dieses Arbeitsschritts empfiehlt Qualiservice die fortlaufende Pflege der Tabelle bereits während des Forschungsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;feldreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;2.1.4 Feldreport&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Abhängigkeit vom Forschungsfeld und dem zu archivierenden Material wird es mehr oder weniger regelmäßig Informationen geben, die zwar nicht öffentlich zugänglich in den Metadaten oder im Studienreport hinterlegt werden können, für das Verständnis des Forschungsprozesses bzw. der Forschungsmaterialien aber hilfreich oder notwendig sind. Qualiservice bietet deshalb die Möglichkeit, solche Informationen und Hinweise optional im sogenannten „Feldreport“ zu archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feldreport dient – ähnlich einem „Wegweiser“ – der weiteren Einbettung des archivierten Materials und der Orientierung für Nachnutzende. Er lässt sich in diesem Sinne als zusätzliche Anleitung und Hilfestellung für Personen, die Ihre Materialien nutzen und weiter bearbeiten möchten, charakterisieren und kann auch zur Einordnung feldspezifischer ethischer Fragen genutzt werden – sofern die nicht im offen zugänglichen Studienreport dargelegt werden können. Eine Leitfrage könnte sein: Welche Informationen benötigen Dritte ergänzend zu den Metadaten, dem Studienreport und ggf. zu Ihren Publikationen, damit sie das archivierte Material und z.B. das Vorgehen im Feld angemessen verstehen können? Damit einher geht der Versuch, implizites Wissen aus dem Feld, Überlegungen zur Beziehungsgestaltung und Positionalität im Feld sowie leibliche Erfahrungen und sinnliche Eindrücke, die zwar konstitutiv für den Prozess der ethnografischen Wissensgenerierung sind, sich aber nur begrenzt datenförmig abbilden, diskursiv so weit wie möglich verfügbar zu machen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Feldnotizen nicht archiviert werden sollen oder können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern mit Blick auf ethische Fragestellungen, Machtdynamiken und historische Kontexte oder affektive Dynamiken im Feld die Informationsdichte in den öffentlich zugänglichen Formaten der Dokumentation (Metadaten und Studienreport) reduziert werden muss, kann dieses Dokument auch zur Weitergabe solcher Informationen genutzt werden. Auch sensible Informationen über die Forschenden selbst (z.B. Feldforschung mit Partner:in oder Kindern, Wohnen im Feld, Schwierigkeiten und Lücken) können vielleicht nicht öffentlich zugänglich, aber unter Umständen im Feldreport transparent und nachvollziehbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie entscheiden selbst, ob Sie einen Feldreport anfertigen. Qualiservice lässt die Wahl der konkreten Form, des Umfangs und Inhalts des Feldreports bewusst offen: Die konkrete Gestalt hängt vielmehr davon ab, welchen Bedarf Sie sehen, Nachnutzenden zusätzliche Hinweise zum Forschungsprozess zu geben. Welche Aspekte in den Metadaten, im Studienreport oder im Feldreport wie gewichtet werden, wird sich entsprechend von Projekt zu Projekt unterscheiden. Unabhängig von der konkreten Form steht dieses Dokument – wie das eigentliche Forschungsmaterial auch – nicht frei im Internet zur Verfügung, sondern ist ausschließlich unter kontrollierten Bedingungen (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;) einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zusätzliches-kontextmaterial&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Zusätzliches Kontextmaterial&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus können Sie ergänzende Materialien unterschiedlicher Art, die Sie für das Verständnis Ihres Forschungsmaterials als relevant erachten, bei Qualiservice archivieren und für die Nachnutzung zur Verfügung stellen. Dazu können z.B. Materialien gehören, die zur Vorbereitung der ethnografischen Forschung dienten, wie etwa Leitfäden, Beobachtungs-bögen oder Dokumente zur Kontaktaufnahme mit potenziellen Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Anschreiben, Flyer, Aushänge, Anzeigen, Vorlage für die Einwilligungserklärung). Die Archivierung ausgefüllter und unterschriebener Einwilligungserklärungen ist bei Bedarf – und unter speziellen Sicherungsvorkehrungen – ebenfalls möglich. Auch Material, das im Zuge der Interpretation und Auswertung entstanden ist, wie etwa Codelisten, Kategorienschemata, aber auch Fallanalysen und Zusammenfassungen können geeignet sein. Sofern Exportdateien aus Programmen der computergestützten Datenanalyse wie MAXQDA oder [https://atlasti.com/de ATLAS.ti]&amp;lt;ref&amp;gt;https://atlasti.com/de [Zugriff am 12.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; mit archiviert werden, können Nachnutzende über Memos und Codierungen Einblicke in die Auswertungsschritte erhalten. Wurden die Forschungsmaterialien in Arbeitsgruppen und Forschungswerkstätten gemeinsam interpretiert, können ggf. auch Protokolle dieser Sitzungen als ergänzendes Kontextmaterial archiviert werden. Das gilt auch für die Dokumentation der Nutzung von Zitaten, Exzerpten oder Bildern für Publikationen und Vorträge. Darüber hinaus können auch von Dritten erstellte Dokumente, Materialien oder Leitlinien, die arbeitspraktisch und/oder thematisch mit Ihrem Material in Zusammenhang stehen, Anträge oder Berichte aus dem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis liefern – sofern die Archivierung urheberrechtlich möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie mit Beteiligung von NGOs, Unternehmen, lokalen Behörden oder Community Organizations geforscht haben, können Sie überlegen, ob Vereinbarungen zur Zusammenarbeit oder dem Umgang mit Informationen und Forschungsdaten, Vertraulichkeitserklärungen und Verschwiegenheitspflichten mit archiviert werden können. Wichtig hierbei ist, dass Qualiservice diese Kontextmaterialien wie die Forschungsmaterialien selbst behandelt. Sie sind entsprechend nicht öffentlich zugänglich und können ggf. unter besonderen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-für-die-archivierung-und-nachnutzung-vorbereiten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;3 Ethnografisches Material für die Archivierung und Nachnutzung vorbereiten&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen erste Ideen nahebringen, wie Sie mit Blick auf die Archivierung und die Nachnutzung über Ihr Material nachdenken können, und gleichzeitig Einblicke in die Archivierungspraxis bei Qualiservice ermöglichen. Weiterführende Überlegungen und spezifische Fragen zu konkreten Materialien lassen sich hingegen häufig am besten in individuellen Beratungsgesprächen klären. Qualiservice unterstützt Sie in diesem Sinne bei allen Schritten, die Sie vorbereitend unternehmen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice können im Grundsatz alle Arten ethnografischen/qualitativen Forschungsmaterials archiviert werden. Wie oben ausgeführt, ist in aller Regel das Ziel, dieses Material auch für wissenschaftliche Nachnutzungen zur Verfügung zu stellen. Für internetbasierte und Social Media Daten werden aktuell Möglichkeiten der sinnvollen Archivierung und Nachnutzung eruiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach wie vor sind viele Fragen in diesem, aber auch in anderen Bereichen nicht ausreichend geklärt. Qualiservice arbeitet hier gemeinsam mit anderen Forschungsdatenzentren und im Rahmen des NFDI-Konsortiums KonsortSWD kontinuierlich an der Verbesserung seiner Angebote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice überprüft, ob die &#039;&#039;&#039;datenschutzrechtlichen Anforderungen&#039;&#039;&#039; an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind. Die Übergabe von Material, das personenbezogene Informationen enthält, z.B. in Konvoluten von Fotos oder Videoaufzeichnungen, ist immer dann möglich, wenn eine informierte Einwilligung der Betroffenen zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung vorliegt&amp;lt;ref&amp;gt;Die Einwilligung kann zu verschiedenen Zeitpunkten im Forschungsprozess eingeholt werden. Ein Überblick zu Bedeutung und Verwendung der Informierten Einwilligung in der ethnologischen (Feld-)Forschung findet sich in [https://doi.org/10.26092/elib/1070 Huber und Imeri (2021)].&amp;lt;/ref&amp;gt; oder eine andere Rechtsvorschrift&amp;lt;ref&amp;gt;Z.B. im Rahmen der sog. Interessensabwägung (Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO).&amp;lt;/ref&amp;gt; dies erlaubt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Eine informierte Einwilligung kann mündlich, schriftlich oder elektronisch (z.B. durch eine E-Mail oder ein Webformular) erfolgen. Unabhängig von dieser Formfreiheit wird – um der Nachweispflicht bestmöglich gerecht werden zu können – gerade mit Blick auf sensible Daten im Allgemeinen die Schriftform empfohlen (Baumann, Krahn und Lauber-Rönsberg 2021: 195). Qualiservice stellt auf seiner Webseite DSGVO-konforme Vorlagen zur Verfügung, die Sie bei Bedarf nutzen und an die Erfordernisse Ihres Projektes individuell anpassen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe https://www.qualiservice.org/de/datenschutz.html [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern das Einholen der schriftlichen Zustimmung nicht möglich oder angemessen ist, ist es wichtig, dass Sie die Einwilligung in anderer Form dokumentieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Das kann z.B. geschehen, indem die mündliche Zustimmung aufgezeichnet wird (vgl. [https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08 Benner und Löhe 2019]). In der Forschungspraxis ist es durchaus üblich – und manchmal auch nicht anders umsetzbar –, dass zusätzlich zu ggf. erforderlichen offiziellen Forschungsgenehmigungen von Behörden oder Institutionen einzelne Personen zwar informell über Zwecke und Anliegen der Forschung informiert werden und Akte der Zustimmung erfolgen, die aber nicht aufgezeichnet werden können (vgl z.B. Dilger 2017). Es sollte dann gesondert notiert werden, wer wann wozu eine Einwilligung gegeben hat und worüber genau informiert worden ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Fragen zur Informierten Einwilligung unterstützt Qualiservice Forschende im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/4407 Kretzer et al. 2020]), die den ethischen und rechtlichen Hintergrund erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig ist ggf. zudem die Klärung von &#039;&#039;&#039;Urheberrechten&#039;&#039;&#039;, insbesondere bei Material, das Sie nicht selbst oder auch gemeinsam mit Personen im Forschungsfeld erstellt haben, wie etwa Zeitungen, veröffentlichte Filme, Dokumente, Flyer, Plakate, Archivmaterial und Ähnliches. Sollten rechtliche Klärungen erforderlich sein, können Sie sich an die zuständigen Stellen (Datenschutzbeauftragte, Rechtsabteilung, Beratungsstellen zu Forschungsdaten-management etc.) an Ihrer Hochschule bzw. Forschungseinrichtung wenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &#039;&#039;&#039;technischen Dateiformaten&#039;&#039;&#039; macht Qualiservice derzeit keine standardisierten Vorgaben, empfiehlt jedoch die Verwendung von Dateiformaten, die die weitere Bearbeitung im Kurationsprozess erlauben.&amp;lt;ref&amp;gt;Es sollten z.B. nach Möglichkeit keine PDFs an Qualiservice übergeben werden. Wir empfehlen für Textdokumente TXT, RTF, ODT, DOCX, für Fotos TIFF, JPEG, JPEG2000, für Videos MPEG-4, MP4, für Audio WAV, MP3, für Zitate RIS oder Bibtex. Während der Kuration wandeln wir die Formate ggf. in langzeitarchivierungsfähige Formate um. Darüber hinaus ist z.B. auch die Bewertung unterschiedlicher technischer Dateiformate der Schweizerischen Koordinationsstelle für die dauerhafte Archivierung elektronischer Unterlagen (KOST) hilfreich: https://kost-ceco.ch/cms/kad_main_de.html [Zugriff am 16.05.2023]. Eine weitere Bewertungsmatrix findet sich im Wiki der Fachstelle Forschungsdatenmanagement und Datenerhalt der ETH-Bibliothek Zürich unter https://documentation.library.ethz.ch/display/DD/Archivtaugliche+Dateiformate [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern Sie handschriftliche Notizen angefertigt haben, können Sie auch diese – in digitalisierter, also gescannter Form – bei Qualiservice archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsmaterialien-für-die-archivierung-auswählen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Forschungsmaterialien für die Archivierung auswählen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht immer möglich – und auch nicht zwingend notwendig – Materialien aus einem Projekt vollständig zu archivieren und für die Nachnutzung zugänglich zu machen (vgl. [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]). Bei der Beurteilung kommt es immer auf den Einzelfall an, dennoch gibt es einige generelle Anhaltspunkte, die Ihnen bei der Entscheidung helfen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Auswahl kann zunächst Material mangelnder technischer Qualität (z.B. missglückte “Schnappschüsse”) ausschließen. Es kann zudem notwendig und sinnvoll sein, aus ethischen oder rechtlichen Gründen eine Auswahl aus einem Materialkorpus zu treffen und bestimmte Dokumente, einzelne Textpassagen oder Bilder von vornherein nicht zu berücksichtigen. Auch persönliche Informationen über die Forschenden selbst können unter Umständen zum Ausschluss führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ethnografische Forschung in den allermeisten Fällen im engen Austausch von Forschenden und Forschungsteilnehmer:innen stattfindet, kann es notwendig und/oder ethisch angemessen sein, Forschungsteilnehmer:innen in Entscheidungsprozesse über die Auswahl und Weitergabe der Daten einzubinden (vgl. Kraus und Eberhard 2022, 191). Personen, die insgesamt in besonderer Weise an der Erstellung bzw. der Aufbereitung des Materials beteiligt waren, können namentlich z.B. in den Metadaten genannt werden, sofern diese Angaben aus rechtlichen oder ethischen Gründen nicht pseudonymisiert bzw. anonymisiert werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie, dass die Auswahl in erheblichem Maße mit bestimmt, welche Nachnutzungs-szenarien möglich sind. Auswahlentscheidungen sollten idealerweise in den Studienreport, alternativ auch in den Feldreport Eingang finden, damit ein Verständnis für die originäre Zusammensetzung des Materialkorpus ermöglicht wird. Für Forschungsmaterialien, die nicht archiviert werden, sollten im Idealfall ein knapper Überblick über die Materialien und Hinweise auf die Gründe für den Ausschluss notiert werden. Qualiservice kann Sie bei grundlegenden Fragen zur Auswahl beraten. Da Sie als forschende Person Ihr Material sowie die Umstände und Kontexte Ihrer Forschung am besten kennen, liegt die konkrete Auswahlentscheidung aber bei Ihnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Innerfachlich abgestimmte Kriterien oder Empfehlungen existieren in den ethnologischen – und auch anderen – Fächern bisher nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;material-in-datenkollektionen-ordnen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Material in Datenkollektionen ordnen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig von möglichen Auswahlentscheidungen ist ethnografisches Material äußerst komplex und heterogen. Heterogen im Sinne einer großen Vielfalt an Materialarten – Beobachtungs- und Gesprächsprotokolle, Interviews, Feldnotizen, Fotos, Filme, Mappings etc. – komplex, weil Material aufeinander Bezug nimmt, sich wechselseitig kommentiert, erweitert und ergänzt (Amann und Hirschauer 1997: 16). Es ist ein besonderes Anliegen von Qualiservice, bei der Archivierung die Komplexität – die im je konkreten Projektzusammenhang unterschiedlich gewichtet und unterschiedlich gut zu dokumentieren sein kann – soweit wie möglich zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Abbildung 3: Material nach unterschiedlichen Kriterien in Datenkollektionen zusammenfassen (Beispiel)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element der Materialordnung sind bei Qualiservice die sogenannten Datenkollektionen. In Datenkollektionen können zum Beispiel Materialien derselben Art zusammengefasst werden: Interviews zu einer Datenkollektion, Beobachtungsprotokolle zu einer weiteren, Fotos zu einer dritten, usw. Materialien können aber auch nach anderen Kriterien wie etwa Entstehungsort&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.B. Weiß, Anja; Sommer, Ilka; Chen, Wei; Liu, Tao; Guo, Fan; Liu, Wenting (2021): Globalizing medical knowledge and practise. Doctor-patient-interaction videoobserved at a university hospital in Beijing (PRChina). Transcripts, translation, audiovisual and context material. PANGAEA: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.939235&amp;lt;/ref&amp;gt;, Entstehungszeitpunkt oder Ereignissen gruppiert werden, um die Beziehungen zwischen den Daten zu erhalten. Datenkollektionen werden durch die oben erwähnten Mikro-Metadaten ergänzt, die einen Überblick über den Inhalt einer Datenkollektion ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice versucht im Regelfall, die Materialordnung und -struktur, die Sie bereits im Forschungsprozess erarbeitet haben, in Datenkollektionen zu überführen und/oder mit Ihnen gemeinsam abzustimmen. Wenn Sie bereits im Forschungsprozess eine Übersicht der Materialien angelegt haben, erleichtert dies die hierfür notwendigen Entscheidungen. Qualiservice stellt für diese Übersicht eine Vorlage zur Verfügung – die oben bereits beschriebene Tabelle (siehe [[#mikro-metadaten|Mikro-Metadaten]]), die damit für unterschiedliche Arbeitsschritte in der Archivierungsvorbereitung genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden greifen wir einige Aspekte und Fragen auf, die sich im Umgang mit bestimmten Materialarten stellen bzw. die mit Blick auf die Nachnutzung ethnografischen Materials besondere Relevanz haben können. Die Ausführungen sollen Ihnen als Anregung dienen, wie sich einzelne Materialarten für die Archivierung vorbereiten lassen. Abhängig vom konkreten Material und von verfügbaren Ressourcen wird sich die konkrete Umsetzung projektspezifisch unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zu-einzelnen-materialarten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Hinweise zu einzelnen Materialarten&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn &#039;&#039;&#039;Interviewtranskripte&#039;&#039;&#039; archiviert werden, können sie mit ergänzendem Material – wie bspw. Postskripta, die für das Verständnis wesentlich sein können – angereichert werden. Die Transkriptionsweise wird von Qualiservice nicht vorgegeben, empfohlen wird lediglich, das Transkriptionsverfahren zu dokumentieren. Sofern Sie die Interviewtranskripte pseudonymisieren bzw. anonymisieren (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;), achten Sie auf ein möglichst einheitliches Vorgehen und versuchen Sie auch hier, Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Dafür käme in der Regel der Studienreport, alternativ auch der Feldreport infrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Audioaufnahmen&#039;&#039;&#039; können eigenständig archiviert werden, unabhängig davon, ob gleichzeitig auch Transkriptionen der aufgezeichneten mündlichen Interaktionen an Qualiservice übergeben werden. Aufnahmen können auch ausschließlich non-verbale Informationen und akustische Ereignisse dokumentieren – denkbar ist z.B. die Archivierung von alltäglichen Geräuschkulissen, Klangräumen oder Soundscapes, die etwa im Rahmen ethnografischer Forschung/sensorischer Ethnografie aufgezeichnet werden. Für das bessere Verständnis des Materials ist es in der Regel sinnvoll, den Entstehungszusammenhang und den Stellenwert der Aufnahmen im Studienreport, alternativ auch im Feldreport, zu erläutern. Vor allem bei Audioaufnahmen ohne dazugehöriges Transkript bietet es sich an, im Forschungsprozess ggf. generierte Zeitmarken und Kodierungen mit zu archivieren, um die Navigation durch die Aufzeichnung zu erleichtern. Sofern Audioaufnahmen personenbezogene Informationen enthalten, werden sie bei Qualiservice besonders geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch &#039;&#039;&#039;Fotos&#039;&#039;&#039; und anderes Bildmaterial können archiviert werden. Sofern Fotos und Bilder personenbezogene Daten enthalten und eine Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nicht sinnvoll umgesetzt werden kann, werden auch sie besonders geschützt. Für die Verwaltung und Sortierung von Fotos kommt bei Qualiservice derzeit das Bildverwaltungsprogramm [https://www.tropy.org Tropy]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;https://www.tropy.org [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Einsatz. Qualiservice empfiehlt Forschenden, diese kostenfreie Software für die Verwaltung von Fotos und Bildmaterial zu nutzen, weil hiermit u.a. eine nutzerfreundliche Erfassung von Metadaten (z.B. Titel, Urheber:in, Entstehungszeitpunkt), aber auch eine einfache Übermittlung an Qualiservice möglich ist. Um das Verständnis des Materials zu erleichtern, können Fotos in Tropy zudem mit Notizen versehen werden, die weitere Informationen zur Abbildung und zum Zustandekommen der Bilder festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle&#039;&#039;&#039; entstehen häufig in oder unmittelbar nach einer konkreten Beobachtungssituation. Sofern sie nicht „nur“ als unmittelbare Erinnerungsstützen dienen und ungeordnete und für Außenstehende unverständliche Notizen enthalten, sollten Sie über die Archivierung nachdenken. Ausführliche Beschreibungen sind ein besonders reichhaltiges Material und können ein hohes Maß an Nachvollziehbarkeit gewährleisten. Es kann deshalb sinnvoll sein, die Nachnutzung gerade dieses wertvollen Materials mit weiteren Schritten zu erleichtern. Sie können z.B. Themen und Sachgebiete kennzeichnen oder einen Index erstellen. Sofern angemessen, können Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle auch kodiert und damit im Detail erschlossen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie ein &#039;&#039;&#039;Feldtagebuch&#039;&#039;&#039; geführt haben, können Sie in Erwägung ziehen, es mit zu archivieren. Was ein Feldtagebuch beinhaltet und wie es geführt wird, ist bekanntermaßen nicht klar definiert und hängt stark von individuellen Vorlieben und feldspezifischen Bedingungen ab (vgl. Sanjek 1990). Stärker themen- oder methodenbezogene Notizen können mit persönlicheren Reflexionen, etwa auch über Emotionen im Feld, verwoben sein. Wir sind uns bewusst, dass Feldtagebücher individuell und in vielen Fällen ein Material sind, in dem die forschende Person selbst besonders stark hervortritt. Feldtagebücher können daher gerade mit Blick auf die Forschenden selbst besonders sensibles, gleichzeitig aber auch besonders reichhaltiges und wertvolles Material sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann insofern auch sinnvoll sein, nur Teile des Tagebuchs zugänglich zu machen, oder – etwa bei groben Verständnisschwierigkeiten – Überarbeitungen, Glättung, Korrektur oder stilistische Verfeinerung in Erwägung zu ziehen. Es ist auch möglich, persönlichere Passagen zu kennzeichnen und vor der Archivierung aus dem Dokument zu entfernen. Um dem hohen Schutzbedürfnis von Feldtagebüchern Rechnung zu tragen, können sie – wie andere Materialien auch – überdies mit einem Embargo für eine bestimmte Zeit geschützt werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sind dann erst nach Ablauf dieser Frist für Nachnutzungen zugänglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich wie Feldtagebücher kann auch autoethnografisches Material unter spezifischen Sicherheitsmaßnahmen archiviert und zur wissenschaftlichen Nachnutzung bereitgestellt werden. Siehe beispielsweise dieses bei Quali-service archivierte Projekt: Domsel, Maike Maria (2021): „Leben! Freiheit! Gott?!“ – Die spirituelle Wanderschaft einer Religionslehrerin. Autoethnographische Materialien. https://doi.org/10.1594/PANGAEA.933316&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechende Informationen können ggf. im Studienreport und/oder Feldreport gegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;pseudonymisierung-und-anonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisch Forschende sichern ihren Gesprächspartner:innen oftmals Anonymität zu, um einen geschützten, möglichst offenen und vertraulichen Austausch zu ermöglichen. Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung kommt daher – bisher vor allem mit Blick auf Publikationen – ein besonderer Stellenwert bei der Umsetzung ethischer Prinzipien zu: Sie sollen die Forschungsbeteiligten schützen und Schaden abwenden, indem sie Rückschlüsse auf die beteiligten Personen verunmöglichen bzw. hochgradig unwahrscheinlich machen. Sie sind damit auch Instrumente, um Anforderungen des Datenschutzes zu erfüllen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die DSGVO (Erwägungsgrund 26) legt nahe, dass Daten als anonym gelten, wenn sie faktisch anonymisiert sind, d.h. wenn identifizierende Informationen über Personen entfernt oder so verändert wurden, dass „ein Personenbezug nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand wiederhergestellt werden kann“ (RatSWD 2020, 18, vgl. [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]). Auch bei der Pseudonymisierung werden personenbezogene Informationen im Material verändert. Eine Schlüsseldatei ermöglicht jedoch, dass sie einer Person wieder zugeordnet werden können.&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechend stellen Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung wesentliche Schritte der Aufbereitung von Material für die Archivierung und Nachnutzung dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während also das Ziel ist, Forschungsbeteiligte zu schützen, ist es aus der Sicht von Personen, die Forschungsmaterial nachnutzen möchten, gleichzeitig wesentlich, möglichst viele für die Interpretation relevante Informationen und damit die Aussagekraft der Forschungsmaterialien weitgehend zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Qualiservice hat deshalb das Konzept der flexiblen Anonymisierung entwickelt, das es erlaubt, mit Blick auf eine konkrete Nutzungsanfrage Abstraktionsebenen anzupassen, bevor Material zur Nutzung freigegeben wird ([https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Schutzbedarf und potenzielle Nutzungsinteressen müssen entsprechend in jedem Projekt feld- und materialspezifisch ausbalanciert werden. Notwendige Schritte der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung führen Forschende in der Regel selbst und vor der Übergabe des Materials an Qualiservice durch. Qualiservice berät und unterstützt Sie dabei insbesondere mit Blick auf die Erstellung und Abstimmung projektspezifischer Anonymisierungskonzepte. Es trägt zur Vermeidung der Re-Identifizierung von Personen bei, wenn Sie darauf achten, dass Sie in den Forschungsmaterialien sowie in allen Formen der Dokumentation demselben Anonymisierungskonzept folgen. Für die Umsetzung von Anonymisierungsschritten in textgebundenen Materialien bietet Qualiservice mit dem Anonymisierungstool QualiAnon eine teilautomatisierte Unterstützung (&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Nicolai et al. 2021&amp;lt;/span&amp;gt;, [https://doi.org/10.26092/elib/2576 Nicolai und Mozygemba 2023]) und mit einer Handreichung weitere Hilfestellung an (Mozygemba und Hollstein 2023). Spezifische Fragen können darüber hinaus individuell besprochen werden. Die Pseudonymisierung oder Anonymisierung, die Sie im Material selbst vorgenommen haben, wird bei Qualiservice nach der Datenübergabe nochmals geprüft und, falls erforderlich, vervollständigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mehrsprachigkeit-im-material&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Mehrsprachigkeit im Material&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografische Forschung findet häufig in Feldern statt, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden. Es ist daher üblich, dass im Material zumindest einige Begriffe, Formulierungen und Redewendungen verwendet werden, die für Forschende ohne Vertrautheit mit dem spezifischen Feld nicht unmittelbar verständlich sind. In solchen Fällen kann ein Verzeichnis, in dem relevante fremdsprachige Begriffe erläutert werden, das Verständnis in der Nachnutzung unterstützen. Sofern Sie ganze Schilderungen von Ereignissen, Erzählungen oder Stellungnahmen von Personen in verschiedenen Sprachen notiert haben, können Sie – insbesondere an ausgewählten, besonders wichtigen Stellen im Material – über Zusammenfassungen in deutscher oder englischer Sprache nachdenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vollständige Übersetzungen sind keine Voraussetzung für die Archivierung bei Qualiservice. Sofern Material anonymisiert bzw. pseudonymisiert werden muss, kann durch Qualiservice derzeit eine Überprüfung nur in Deutsch und Englisch garantiert werden. Wenn Material in anderen Sprachen vorliegt, ist eine Rücksprache mit Qualiservice erforderlich – in der Regel müssen Sie selbst dafür Sorge tragen, dass die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung erfolgt ist und die Forschungsmaterialien forschungsethischen wie datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen. Qualiservice begleitet Sie bei der Umsetzung und arbeitet daran, hierfür angemessene Verfahren weiter zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zur-datenübergabe&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Hinweise zur Datenübergabe&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice begreift die Archivierung und Bereitstellung der Materialien für die Nachnutzung stets als kooperative Aufgabe von Forschungsdatenzentrum und Forschenden, die Material abgeben. Deshalb werden Zugangsformen und Nutzungsbedingungen für das Material gemeinsam besprochen und von den Datengebenden festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Sie Forschungsmaterialien zur Archivierung übergeben, schließen Sie mit Qualiservice eine Übergabevereinbarung ab. Diese Vereinbarung dokumentiert die Ergebnisse von Absprachen zur Bewertung der Sensibilität der Forschungsmaterialien und dem entsprechenden Schutzbedarf, der für verschiedene Materialien unterschiedlich hoch sein kann. Für besonders sensible oder nicht anonymisierbare Forschungsmaterialien etwa können zusätzlich schützende Vorkehrungen getroffen werden. Das kann z.B. auch einschließen, dass Material nur in einem speziell gesicherten Gastwissenschaftler:innenraum vor Ort (On-Site Nutzung) oder erst nach Information bzw. in begründeten Einzelfällen nach individueller Zustimmung der Datengebenden genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang werden ggf. auch Sperrfristen (Embargo) festgelegt – Zeiträume, in denen Ihr Material zwar in Katalogen nachgewiesen, aber (noch) nicht von Dritten genutzt werden kann. Damit kann auch sichergestellt werden, dass Sie Ihr Material noch einige Zeit exklusiv bearbeiten können, bspw. weil Qualifikationsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Sofern z.B. veränderte Bedingungen im Feld, der Feldbeziehungen oder der Schutzbedarfe dies erforderlich machen, können die in der Übergabevereinbarung festgelegten Zugangs- und Nutzungsbedingungen auch nachträglich verändert, also z.B. eine Sperrfrist aufgehoben oder verlängert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte nutzen Sie – unabhängig vom Schutzbedarf – für die Übergabe aller Materialien ausschließlich den besonders gesicherten Upload-Space von Qualiservice. Den Zugang stellt Qualiservice im Übergabeprozess bereit. Nach dem Upload der Materialien über eine gesicherte Verbindung werden Ihre Materialien – abgeschnitten vom Internet – kuratiert. Die Kuration umfasst eine Reihe von Schritten, die sicherstellen, dass das Material dauerhaft aufbewahrt und genutzt werden kann und datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllt sind. Dabei wird unter anderem die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung im gesamten Material geprüft und ggf. in Abstimmung mit Ihnen ergänzt. Darüber hinaus nimmt Qualiservice keine Veränderungen am Material vor. Die umfangreiche Kuration erfolgt im so genannten Safe Center vor Ort, das höchste Sicherheitsanforderungen erfüllt und nur für die Kurator:innen zugänglich ist. Die Kuration selbst wird von ausgebildeten Sozialwissenschaftler:innen mit Erfahrungen in der qualitativen bzw. ethnografischen Forschung übernommen. Nach Abschluss der Kuration können Sie den vollständig aufbereiteten Datensatz (Metadaten, Datenkollektionen, Material etc.) noch einmal prüfen. Schließlich vergibt Qualiservice Persistente Identifikatoren (DOI), die für eine nachhaltige Zitierfähigkeit der archivierten Materialien und des Studienreports sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Dritte Ihr Material nutzen können, werden wiederum [https://www.qualiservice.org/files/contao-theme/public/documents/downloads/Vereinbarung_Datennutzung_01_20202_barrierefrei.pdf Nutzungsvereinbarungen]&amp;lt;ref&amp;gt;Projektspezifische Anpassungen können seitens der Datengebenden vorgeschlagen und vereinbart werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen dem/der Datennutzer:in und Qualiservice geschlossen. Die Vereinbarungen stellen sicher, dass die Daten entsprechend der Qualiservice-Nutzungsbedingungen verwendet werden. So verpflichten sich Nutzer:innen etwa, Versuche der Re-Identifikation einzelner Personen sowie die Veröffentlichung ganzer Interviewtranskripte zu unterlassen. Zudem werden Löschfristen für das genutzte Material vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zum-schluss-forschungsdaten-archivieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Zum Schluss: Forschungsdaten archivieren&#039;&#039;&#039;  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisches Material ist in der Regel sehr reichhaltiges, in weiten Teilen unikales Material, dessen analytischer Gehalt in der primären Forschung häufig nicht ausgeschöpft wird. Es besitzt deshalb in vielen Fällen auch über den ursprünglichen Entstehungs- und Forschungskontext hinaus einen bleibenden Wert. Die Archivierung erlaubt es dann nicht nur, Material unter neuen Fragestellungen und Perspektiven zu analysieren, sondern ermöglicht gleichzeitig den Aufbau eines fachlichen Archivs „neuen Typs“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Archivierung digitalen ethnografischen Materials nicht verpflichtend sein kann ([https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW 2018], [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]): Wenn Sie Material archivieren und dessen Nachnutzung ermöglichen können und möchten, finden Sie bei Qualiservice eine angemessene technische Infrastruktur sowie fachlich passende Prozesse und Verfahren, die mit Blick auf material- und projektspezifische Anforderungen flexibel sind. Qualiservice archiviert digitales ethnografisches Material und stellt es unter kontrollierten – und gemeinsam mit Ihnen festgelegten – Bedingungen für die weitere Nutzung in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung basiert auf dem derzeitigen Stand der Archivierungsprozesse bei Qualiservice. Qualiservice arbeitet kontinuierlich – und im Austausch mit Forschenden – an der Verbesserung und Erweiterung seiner Angebote. Wenn Sie über die Archivierung Ihres Materials nachdenken, treten Sie gern mit uns in Kontakt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;archivierung-kompakt&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Archivierung kompakt&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Edit Icon erstellt von zafdesign, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/bearbeiten_4803228 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Archiv Icon erstellt von Kiranshastry, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/archiv_711729 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgende Übersicht führt in knapper Form nochmals wesentliche Bereiche zusammen, in denen Sie vorbereitende Arbeitsschritte unternehmen müssen, wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei allen Schritten, kann Ihnen die erforderlichen Vorarbeiten aber nicht abnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Data Sharing als kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen – ggf. im Austausch mit Forschungspartner:innen – fest, welche Daten und ergänzende Kontextmaterialien archiviert werden.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice berät bei Projektplanung und Antrag-stellung, inkl. der Kalkulation von Kosten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende bereiten die Daten im Projekt vor (zentral: Informierte Einwilligung einholen, Daten ggf. anonymisieren / pseudonymisieren, Forschungsschritte und Material dokumentie-ren).&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice bietet fortwährend Beratung und Unterstützung an, um bereits im Forschungs-projekt geeignete Voraussetzungen für die Archivierung zu schaffen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen in der Übergabevereinba-rung fest, wann und unter welchen Bedingun-gen ihr Material genutzt werden kann: Forschung und/oder Lehre, On-Site Nutzung, Sperrfristen etc.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice übernimmt die Daten und kuratiert sie.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende geben den vollständig aufberei-teten Datensatz frei.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt die Materialien für die Nach-nutzung zur Verfügung und macht sie sichtbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Metadaten&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;gewährleisten als „Fernglas“ die Auffindbarkeit Ihrer Forschungsdaten (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erfassen Metadaten, die allgemei-ne Angaben und Informationen zum Projekt und zum Material enthalten.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt ein [https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm Online-Formular] zur Er-fassung der Metadaten zur Verfügung; überprüft die Eingaben und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermittelt als „Schaufenster“ einen genauen Eindruck von Inhalt/Umfang des archivierten Materials (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen einen Studienreport.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstel-lung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung (Heuer et al. 2020) und Good-Practice-Beispielen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermitteln als „Lupe“ Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion (zugänglich nach Registrierung)&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende fertigen eine Materialübersicht an, die sie an Qualiservice übergeben.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt eine Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung und erstellt daraus die Mikro-Metadaten. Die Übersicht dient auch als Grund-lage für die Ordnung des Materials in Datenkol-lektionen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Feldreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
enthält als zusätzlicher „Wegweiser“ z.B. sensible Informationen zum Forschungsverlauf (zugänglich mit Nutzungsvertrag)&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen optional einen Feld-report.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstellung des Feldreports individuell.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Datenschutzrechtliche Anforderungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen eine Dokumentation der Einwilligung der Forschungsbeteiligten für die Archivierung und wissenschaftliche Nach-nutzung des sie betreffenden Materials vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice prüft, ob Anforderungen an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind und unterstützt im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([http://dx.doi.org/10.26092/elib/192 Kretzer et al. 2020]) und stellt individuell anpassbare DSGVO-konforme Vorlagen für die Einwilligung zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;soll Rückschlüsse auf einzelne Forschungsbeteiligte verunmöglichen bzw. unwahrscheinlich machen&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende entwickeln ein Konzept der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung und nehmen entsprechende Schritte im gesamten Material selbst vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt mit individueller Beratung, einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/7215 Mozygemba und Hollstein 2023]) und dem Anonymisierungstool QualiAnon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Qualiservice prüft die Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nach der Datenübergabe und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;literatur&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Åkerström, Malin; Jacobsson, Katarina; Wästerfors, David (2004) Reanalysis of Previously Collected Material. In: Seale, Clive et al. (Hg.) Qualitative Research Practice. London: SAGE, 314–327.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amann, Klaus; Hirschauer, Stefan (1997) Die Befremdung der eigenen Kultur. Ein Programm. In: Dies. (Hg.) Die Befremdung der eigenen Kultur. Zur ethnographischen Herausforderung soziologischer Empirie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 7–52.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumann, Paul; Krahn, Philipp; Lauber-Rönsberg, Anne (2021) Forschungsdatenmanagement und Recht. Datenschutz-, Urheber- und Vertragsrecht. Feldkirch/Düns: Wolfgang Neugebauer Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benner, Angela; Löhe, Julian (2019) Die informierte Einwilligung auf Tonband: Analyse im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie mit älteren Menschen aus forschungsethischer und rechtlicher Perspektive. In: ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung 20(2), 341–356. [https://www.budrich-journals.de/index.php/zqf/article/view/34855 https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Broocks, Anne-Katrin (2021) Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Study Report. Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1071.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2021) Umgang mit Forschungsdaten: Checkliste für Antragstellende zur Planung und zur Beschreibung des Umgangs mit Forschungsdaten in Forschungsvorhaben. Version 21.12.2021. https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf. [Zugriff am 22.08.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2022) Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Kodex. 1.1. https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) (2019) Positionspapier zum Umgang mit ethnologischen Forschungsdaten, Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA). [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-für-MV_24.09.2019.pdf]. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW), vorm. Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv) (2018) Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten. https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg (2017) Ethics, Epistemology and Ethnography: The Need for an Anthropological Debate on Ethical Review Processes in Germany. In: Sociologus 67(2), 191–208. https://doi.org/10.3790/soc.67.2.191.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg; Hadolt, Bernhard (2010) Medizin im Kontext. Überlegungen zu einer Sozial- und Kulturanthropologie der Medizin(en) in einer vernetzten Welt. In: Dies. (Hg.): Medizin im Kontext. Krankheit und Gesundheit in einer vernetzen Welt. Frankfurt a.M.: Peter Lang, 11–19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fischer, Hans; Beer, Bettina (2020) Dokumentation von Feldforschungsdaten. In: Beer, Bettina; König, Anika (Hg.) Methoden ethnologischer Feldforschung. Berlin: Dietrich Reimer Verlag, 261–282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geiger, Till; Moore, Niamh; Savage, Mike (2010) The archive in question. NCRM Discussion Paper. http://eprints.ncrm.ac.uk/921/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goerres, Achim; Mayer, Sabrina J; Spies, Dennis C. (2020) Immigrant voters against their will: a focus group analysis of identities, political issues and party allegiances among Ger-man resettlers during the 2017 bundestag election campaign. In: Journal of Ethnic and Migration Studies 46(7), 1205–1222. https://doi.org/10.1080/1369183X.2018.1503527.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heuer, Jan-Ocko; Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Huber, Elisabeth; Hollstein, Betina (2020) Kontextualisierung qualitativer Forschungsdaten für die Nachnutzung – eine Handreichung für Forschende zur Erstellung eines Studienreports. Qualiservice Working Papers 1-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/166.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hollstein, Betina; Strübing, Jörg (2018) Zentrale Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Workshop für Archivierung und Sekundäranalyse qualitativer Forschungsdaten. In: RatSWD (Hg.): Archivierung und Zugang zu Qualitativen Daten. RatSWD Working Paper 267/201. Berlin, Rat für Sozial und Wirtschaftsdaten (RatSWD), 101–105. https://doi.org/10.17620/02671.35.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, Elisabeth; Imeri, Sabine (2021) Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges (preprint). Qualiservice Working Papers 4-2021, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1070.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraus, Wolfgang; Eberhard, Igor (2022) Managing Data, Managing Contradictions: Archiving and Sharing Ethnographic Data. In: Burkhardt, Marcus et al. (Hg.): Interrogating Datafication: Towards a Praxeology of Data. Bielefeld: Transcript, 185-206.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne (2013) Arbeitspapier zur Konzeptentwicklung der Anonymisierungs-/Pseudonymisierung in Qualiservice. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Heuer, Jan-Ocko; Huber, Elisabeth (2020) Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung. Qualiservice Working Papers 2-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. http://dx.doi.org/10.26092/elib/192.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lederman, Rena (2016) Archiving Fieldnotes? Placing “Anthropological Records” Among Plural Digital Worlds. In: Sanjek, Roger; Tratner, Susan W. (Hg.): eFieldnotes. The Makings of Anthropology in the Digital World. Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 251–271.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne (2022) Datenvielfalt im Data-Sharing - eine kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum. In: Lohmeier, Christine; Wiedemann, Thomas (Hg.) Datenvielfalt in kommunikationswissenschaftlichen Forschungskontexten. Wiesbaden: Springer VS, 157–178.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Hollstein, Betina (2023) Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten – eine Handreichung. Qualiservice Working Papers 5, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/2525.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne; Hollstein, Betina (2021) QualiAnon - Qualiservice tool for anonymizing text data. Qualiservice. University of Bremen. Software available at: https://github.com/pangaea-data-publisher/qualianon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati (2023) QualiAnon User Manual, v1.3. Qualiservice Technical Report 2-2023, Bremen. https://doi.org/10.26092/elib/2576.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oldörp, Christine (2018) Verschriftlichungen? Zur Technizität und Medialität des Sprechens im qualitativen Interview. Zürich: Chronos Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ottenberg, Simon (1990) Thirty Years of Fieldnotes: Changing Relationships to the Text. In: Sanjek, Roger (Hg.) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press, 139–160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RatSWD [Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten] (2020) Handreichung Datenschutz. 2.vollständig überarbeitete Auflage. RatSWD Output 8/6. https://doi.org/10.17620/02671.50.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sanjek, Roger (Hg.) (1990) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simon, Michael (2015) Ethnologische Anmerkungen zu Bernd Riekens „Gesprächen mit Einheimischen“ in Galtür. In: Bernd Rieken (Hg.) Wie bewältigt man das Unfassbare? Interdisziplinäre Zugänge am Beispiel der Lawinenkatastrophe von Galtür. Münster: Waxmann, 93–105.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Selim, Nasima; Mattes, Dominik (2018) Affective Scholarship: Doing Anthropology with Epistemic Affects. In: ETHOS 46(4), 519–536. https://doi.org/10.1111/etho.12219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Dinkelaker, Samia; Thajib, Ferdiansyah (2019) Fieldwork, ethnography and the empirical affect montage. In: Kahl, Antje (Hg.) Analyzing Affective Societies. Methods and Methodologies. London: Routledge, 279–295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Tropy&amp;lt;/span&amp;gt; (2017) Roy Rosenzweig Center for History and New Media, George Mason University, Fairfax/Virginia. https://www.tropy.org. [Zugriff am 16.05.2023].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiß, Anja; Quasinowski, Benjamin; Sommer, Ilka (2022) Study Report “Globalizing medical knowledge and practice”. Transcripts, translation, audiovisual and context material for doctor-patient-interaction videoobserved at university hospitals in Ankara (Turkey), Beijing (PRChina), Groningen (Netherlands) and Würzburg (Germany). Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1395.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Witzel, Andreas; Reiter, Herwig (2022) Das problemzentrierte Interview - eine praxisorientierte Einführung. Weinheim: Beltz Juventa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Über Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum Qualiservice archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzung zur Verfügung. Unsere Services sind sicher, flexibel und forschungsorientiert. Sie beinhalten die persönliche und studienspezifische Beratung, die Kuration und Aufbereitung qualitativer Daten für die Nachnutzung und die Langzeitarchivierung ebenso wie die Bereitstellung archivierter Forschungsdaten und relevanter Kontextinformationen. Durch international anschlussfähige Metadaten werden Daten­sätze such- und findbar. Persistente Identifikatoren (DOI) sorgen für eine nachhaltige Zitierfähigkeit von Daten und Studienkontexten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2019 wurde Qualiservice vom RatSWD akkreditiert und orientiert sich an dessen Kriterien zur Qualitätssicherung. Qualiservice fühlt sich den &#039;&#039;DFG-Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&#039;&#039; verpflichtet und berücksichtigt darüber hinaus die &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for Scientific Data Management and Stewardship&#039;&#039; sowie die &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Qualiservice-Konsortium:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Akkreditiert durch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PANGAEA – zertifiziertes Weltdatenzentrum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gefördert von&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Qualiservice]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16059</id>
		<title>Ethnographische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten - ein Überblick für Forschende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.pangaea.de/w/handler?title=Ethnographische_Forschungsmaterialien_zur_Archivierung_und_Nachnutzung_vorbereiten_-_ein_%C3%9Cberblick_f%C3%BCr_Forschende&amp;diff=16059"/>
		<updated>2025-04-30T08:34:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sschlerka: Created page with &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Michaela Rizzolli, Sabine Imeri und Elisabeth Huber&amp;#039;&amp;#039;  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;  University of Bremen – Qualiservice Working Papers  &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;QS-WP-6-2024&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;  Empfohlene Zitierung / Suggested Citation:  Rizzolli, Michaela; Imeri, Sabine &amp;amp;amp; Huber, Elisabeth (2024): Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumen...&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;Michaela Rizzolli, Sabine Imeri und Elisabeth Huber&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
University of Bremen – Qualiservice Working Papers&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;QS-WP-6-2024&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Empfohlene Zitierung / Suggested Citation:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rizzolli, Michaela; Imeri, Sabine &amp;amp;amp; Huber, Elisabeth (2024): Ethnografische Forschungsmaterialien zur Archivierung und Nachnutzung vorbereiten und dokumentieren – ein Überblick für Forschende, Qualiservice Working Papers 6-2024, Bremen, https://doi.org/10.26092/elib/2723.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
© FDZ Qualiservice, Januar 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Impressum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Universität Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mary-Somerville-Str. 7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
UNICOM - Gebäude&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
D-28359 Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Germany&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Webseite: [https://www.qualiservice.org/ &amp;lt;u&amp;gt;https://www.qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
E-Mail: [mailto:info@qualiservice.org &amp;lt;u&amp;gt;info@qualiservice.org&amp;lt;/u&amp;gt;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;vorbemerkung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Vorbemerkung&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung richtet sich insbesondere an Sozial- und Kulturanthropolog:innen, Ethnolog:innen und Empirische Kulturwissenschaftler:innen, aber auch an Forschende anderer Fachrichtungen, die ethnografisch arbeiten. Sie informiert über die Möglichkeiten, Forschungsmaterialien beim Forschungsdatenzentrum Qualiservice für die weitere Nutzung zugänglich zu machen und erläutert die dafür erforderlichen Vorarbeiten.&amp;lt;ref&amp;gt;Im Rahmen des [https://www.evifa.de/de/ueber-uns &amp;lt;u&amp;gt;Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie&amp;lt;/u&amp;gt;] (DFG-Förderung) arbeiten das Forschungsdatenzentrum Qualiservice an der Universität Bremen und die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin seit 2019 gemeinsam an der Entwicklung angemessener Verfahren für die Archivierung und Nachnutzung ethnografischen Materials. Die Autorinnen danken den Mitgliedern des Beirats des FID SKA sowie weiteren Kolleg:innen – insbesondere Hansjörg Dilger, Igor Eberhard, Lina Franken, Wolfgang Kraus, Martina Röthl, Birgitt Röttger-Rössler, Franz Templin und Larissa Vetters – für Hinweise und konstruktive Kritik.&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschungsmaterial zugänglich zu machen bedeutet hier nicht, dass es frei im Internet einsehbar ist, sondern dass es unter kontrollierten Bedingungen von anderen Wissenschaftler:innen in Forschung und/oder Lehre verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice ist spezialisiert auf die angemessene Archivierung qualitativer und insbesondere auch ethnografischer Forschungsmaterialien mit sensiblen Inhalten. Archivierung bedeutet dabei zunächst erhaltende Speicherung digitaler Artefakte in einer kontrollierten, sicheren Umgebung – im Unterschied zu mehr oder weniger privaten Speicherpraktiken von Material, das nicht mehr regelmäßig bearbeitet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Den [https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827 &amp;lt;u&amp;gt;Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&amp;lt;/u&amp;gt;] der DFG zufolge sollen Forschungsdaten für einen angemessenen Zeitraum – in der Regel wird dabei an zehn Jahre gedacht – aufbewahrt werden (Deutsche Forschungsgemeinschaft 2022). Hier können auch institutionelle Angebote, z.B. Repositorien einzelner Forschungseinrichtungen Unterstützung leisten. Häufig können diese jedoch spezifische Anforderungen – gerade mit Blick auf ethnografisches Material – nicht ausreichend erfüllen. Auch kann eine Langzeitarchivierung über zehn Jahre hinaus oft nicht gewährleistet werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das eigentliche Ziel der Archivierung geht aber darüber hinaus: Forschungsmaterialien sollen nicht nur erhalten, sondern für weitere wissenschaftliche Nutzungen aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Der Ressourcenaufwand für den Datenerhalt rechtfertigt sich also vor allem durch die Absicht, Material für weitere Forschungen zugänglich zu machen, unabhängig davon, wann und in welchem Umfang archiviertes Forschungsmaterial tatsächlich nachgenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit Archivierung und Nachnutzung überhaupt sinnvoll möglich sind, kann Material nicht einfach auf einer Festplatte oder Ähnlichem bei Qualiservice abgegeben werden. Sollen nicht nur findbare, sondern auch gut nutzbare Datensätze entstehen, ist es vielmehr notwendig, dass Sie vorbereitende Schritte selbst unternehmen, weil Sie Potenziale wie Schwierigkeiten Ihres Materials am besten kennen. Das kann auf den ersten Blick auch erfahrene Forscher:innen vor Herausforderungen stellen. Diese Handreichung soll Ihnen deshalb Einblicke in Verfahren sowie obligatorische wie optionale Schritte ermöglichen und damit einen Eindruck vermitteln, wie Sie die Archivierung Ihres Materials bei Qualiservice gut vorbereiten können. Wesentlich ist, dass alle hier beschriebenen Schritte an den je spezifischen Fall angepasst werden können – und oft auch müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendige Schritte der Vorbereitung von Material für die Archivierung sollen in diesem Sinne immer im Hinblick auf die mögliche Nachnutzung erfolgen. Qualiservice versteht diese Vorbereitung als kooperative Aufgabe (Mozygemba und Kretzer 2022), in deren Zentrum die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Forschungsdatenzentrum steht. Das betrifft zunächst den intensiven Austausch über die Planung der für die Archivierung notwendigen Arbeitsschritte, die Forschende als Expert:innen ihres Materials selbst umsetzen müssen. Es kann zudem notwendig sein, dass Forschende Entscheidungen gemeinsam oder nach Rücksprache mit Partner:innen aus dem jeweiligen Forschungsfeld treffen. Ziel ist, alle vorbereitenden Tätigkeiten sinnvoll so in den Projektverlauf zu integrieren, dass eine intensive Verdichtung der Aufgaben am Projektende bestmöglich vermieden wird, und zwar auch dann, wenn Material aus einem Projekt nicht vollständig archiviert werden soll. Qualiservice unterstützt und begleitet Forschende in diesem Prozess und berät dabei ebenso zu Aspekten des Datenschutzes und der Forschungsethik wie zu Fragen der Kontextualisierung und Anonymisierung von Forschungsmaterialien. Nach der Übergabe an Qualiservice werden alle Materialien nochmals geprüft und kuratiert und – sofern vereinbart, zunächst mit einer Sperrfrist versehen – schließlich für die wissenschaftliche Nachnutzung bereitgestellt. Weil dafür sowohl in einem Forschungsprojekt als auch bei Qualiservice selbst Ressourcen notwendig sind, bietet Qualiservice zudem Unterstützung bei der Kalkulation von Kosten – die in den Projektantrag einfließen kann – schon im Prozess der Antragstellung an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Idealerweise wenden Sie sich daher bereits bei Projektplanung und Antragstellung an Qualiservice – Sie können &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;uns&amp;lt;/span&amp;gt; aber auch zu j&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;edem beliebigen Zeitpunkt&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;ansprechen.&amp;lt;/span&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sind uns bewusst, dass ethnografische Forschung kaum standardisierbar ist, sondern unter den Prämissen der Gegenstandsangemessenheit, der methodischen Offenheit und Prozesshaftigkeit feldspezifisch arbeitet und in diesem Sinne spezifisches, weitgehend unikales Material zusammenträgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dies betonen auch die Fachgesellschaften der ethnologischen Fächer in ihren Positionspapieren zum Umgang mit Forschungsdaten (vgl. [https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW/dgv 2018] und [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies im Blick, können die folgenden Erörterungen vermutlich nicht für alle Herausforderungen unmittelbare Lösungen anbieten. Sie zeigen vielmehr Möglichkeiten und Verfahren der Dokumentation und Aufbereitung von ethnografischen Materialien auf, die im Einzelfall und in Kooperation mit Qualiservice flexibel gehandhabt und angepasst werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-nachnutzen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Ethnografisches Material nachnutzen&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice archivierte Materialien werden ausschließlich an Wissenschaftler:innen für Nach- bzw. Sekundärnutzungen in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung gestellt. Das Potenzial für solche Nutzungen lässt sich kaum vollständig antizipieren – nicht zuletzt, weil umfangreichere Arbeiten auf der Grundlage einer Sichtung und Re-Lektüre vorhandenen Materials durch Dritte und unter anderen Fragestellungen zumindest in den ethnologischen Fächern bisher die Ausnahme sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Beispielhaft genannt sei die Arbeit von Christine Oldörp, die im Rahmen einer Sekundäranalyse von Material aus dem Forschungsprojekt “Kultur, Alltag und Wandel der Technik im Spiegel biographischer Erfahrungen der Gegenwart” (Thomas Hengartner, Hans Joachim Schröder,1999-2001) untersucht hat, wie im Frage-Antwort-Muster ethnografischer Interviews Sprach- und Handlungsräume ausgehandelt werden (Oldörp 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl sind vielfältige Szenarien der Nachnutzung denkbar: Archiviertes Material kann für neue Fragestellungen relevant und aufschlussreich sein, auch weil der analytische Gehalt des reichhaltigen und komplexen Materials aus offenen Erhebungsverfahren, die in der primären Forschung letztlich realisierten Analysen in der Regel übersteigt. Insbesondere dann, wenn das Material nicht oder nur in Teilen ausgewertet wurde, könnten Feinanalysen durchgeführt oder Zeitvergleiche angestellt werden. Auch Re-Analysen, die Material aus verschiedenen Forschungsprojekten bzw. in Kombination mit selbst erhobenem Material gemeinsam auswerten, sind denkbar, etwa um gruppen- oder regionenübergreifende Aussagen zu treffen. Archiviertes Material könnte in diesem Sinne auch für breiter angelegte Vergleichsstudien genutzt werden. Auch bei fehlenden oder eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Forschungsfeldern, bei fehlenden Mitteln für eine eigene Feldforschung oder um einer Überforschung einzelner Felder oder Gruppen (vgl. [https://doi.org/10.17620/02671.35 Hollstein und Strübing 2018]: 2) zu begegnen, kann die Sekundärauswertung vorhandenen Materials eine Alternative sein. Archiviertes Material kann sich zudem für die Bearbeitung epistemologischer und methodologischer Fragestellungen eignen. Die Sichtung kann auch dazu dienen, ein eigenes Forschungsprojekt vorzubereiten. Bei Qualiservice archivierte Materialien werden nicht zuletzt auch für die Lehre zur Verfügung gestellt und finden insbesondere in der Methodenausbildung und für die beispielhafte Bearbeitung von Themen aus den Bereichen Forschungsethik, Datenschutz und Forschungsdokumentation Verwendung (siehe etwa Witzel und Reiter 2022).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Material aus ethnografischer Forschung ist eng an die forschende Person gebunden – das für die ethnografische Wissensproduktion so wichtige körperlich-sinnliche Erleben und auch die „epistemic affects“ (Stodulka, Selim und Mattes 2018) der Forschenden bilden sich zwar in „headnotes“ (Ottenberg 1990: 144), aber eben nur begrenzt nachvollziehbar im Material ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Formen der systematischen Verbalisierung werden gleichwohl auch explizit empfohlen, z.B. im Rahmen eines Emotionstagebuchs (Stodulka, Samia und Ferdiansyah 2019). Das Medium soll Forschenden dabei helfen, sich ihrer Emotionen, Affekte und Gefühle im Forschungsprozess bewusst zu werden, indem diese vor und während des Aufenthalts im Feld möglichst systematisch erfasst und genau beschrieben werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine sekundäre Auswertung bekommt damit unvermeidlich einen anderen Charakter als die Analyse selbst erhobenen Materials (Simon 2015). Umso wichtiger ist es daher, Forschungsschritte soweit wie möglich nachvollziehbar zu machen und dazu das Material mit entsprechenden Hinweisen zu versehen, seine Entstehung zu rekapitulieren, Besonderheiten des Feldes, Schwierigkeiten oder auch Umwege, Neujustierungen oder die Einbindung unterschiedlicher Akteur:innen in den Forschungsprozess und ähnliches zu dokumentieren – unabhängig davon, ob Material aus einem Projekt oder einer Studie vollständig oder in Teilen und unabhängig davon, ob Material unmittelbar oder erst nach Ablauf einer Sperrfrist zugänglich gemacht werden kann (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-dokumentieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;2 Ethnografisches Material dokumentieren&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Datasets don’t speak for themselves“ (Lederman 2016: 261). Die möglichst umfassende Dokumentation empirischer Forschungsdaten gilt als eine wesentliche Voraussetzung für jede Analyse und jede neue Interpretation der Materialien. Auch Sozial- und Kulturanthropolog:innen, die eigenes Feldforschungsmaterial Jahre nach der Erstellung nochmals unter neuen Blickwinkeln analysiert oder selbst mit archiviertem Material gearbeitet haben, betonen die Bedeutung umfassender Dokumentation (vgl. Åkerström et al. 2004; [http://eprints.ncrm.ac.uk/921/ Geiger et al. 2010]). Die Dokumentation soll Informationen bereitstellen, die Nachnutzenden eine angemessene Einordnung und Bewertung und damit ein besseres Verständnis des archivierten Materials ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soll ethnografisches Material von Dritten verwendet werden, die nicht an der Forschung beteiligt waren, dann ist ein eher technisches Verständnis der Datenbeschreibung, wie sie etwa die Checkliste der DFG zum Umgang mit Forschungsdaten ([https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf DFG 2021]) oder auch das Informationsportal zu Forschungsdatenmanagement [https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ forschungsdaten.info]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.forschungsdaten.info/themen/beschreiben-und-dokumentieren/datendokumentation/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; nahelegen, nicht ausreichend. Forschungsdokumentation muss sich vielmehr darüber hinaus auch auf die vielgestaltigen und untrennbar in das empirische Material verwickelten Kontexte eines beobachteten Phänomens (Dilger und Hadolt 2010) und damit auch auf die Kontexte der Materialproduktion selbst erstrecken (vgl. Kraus und Eberhard 2022: 192f). Forschungsdokumentation fußt in diesem Sinne auf Verfahren des möglichst strukturierten Aufzeichnens, Aufschreibens und Sicherns ethnografischer Materialien bereits während des Forschungsprozesses (vgl. Fischer und Beer 2020).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insofern sind Schritte der Dokumentation für die Archivierung keine vollständig neuen oder zusätzlichen Arbeitsschritte. Vielmehr ist – bei aller Unterschiedlichkeit der individuellen Praxis – die Dokumentation von Wahrnehmungen, Erfahrungen und Eindrücken in Form von Feldnotizen und Memos, Feldtagebüchern oder Gesprächs- und Beobachtungsprotokollen ohnehin Teil des ethnografischen Prozesses. Das gilt auf einer anderen Ebene ähnlich für die Protokollierung gemeinsamer Entscheidungen und Erkenntnisse in Forschungsgruppen, die etwa dazu auffordert, Verständnis- und Lernprozesse zu explizieren und zu reflektieren, für Visualisierungen von Arbeitsprozessen (z.B. Timelines oder Visual Maps) sowie für Arbeits- und Projektberichte. Je frühzeitiger und systematischer Sie Formen der Dokumentation in den Forschungsprozess integrieren können, desto weniger Aufwand wird – mit Blick auf die Archivierung – für die retrospektive Rekapitulation von Arbeitsschritten und Entscheidungen erforderlich sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein vergleichsweise neues Format ist der Datenmanagementplan (DMP), der die Dokumentation des Umgangs mit Material im Forschungsprozess unterstützen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Für die Erstellung eines DMPs können ggf. strukturierte Online-Fragenkataloge genutzt werden. Weitere Informationen sowie Links z.B. unter https://www.forschungsdaten.info/themen/informieren-und-planen/datenmanagementplan/ [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein DMP kann auch für die Vorbereitung Ihres Materials zur Archivierung bei Qualiservice nützlich sein, weil damit notwendige Vorkehrungen und Entscheidungen organisatorischer, rechtlicher und technischer Natur frühzeitig getroffen und schriftlich dokumentiert werden. Ein DMP ist ein dynamisches Dokument (sog. living document) und sollte, vor dem Hintergrund der Ergebnisoffenheit und Flexibilität ethnografischen Forschens, laufend aktualisiert und angepasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;formate-der-dokumentation-bei-qualiservice&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Formate der Dokumentation bei Qualiservice&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil die Dokumentation für das Verständnis ethnografischen Materials so zentral ist, stehen Ihnen dafür bei Qualiservice verschiedene Formate zur Verfügung, die sich in ihrer Funktion und dem Informationsgehalt unterscheiden bzw. auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. Manche dieser Dokumentationsformate müssen obligatorisch erstellt werden, andere stehen optional zur Verfügung. Wir beschreiben im Folgenden das Mögliche. In welchem Umfang und in welcher Tiefe Sie die Dokumentation Ihrer Materialien erarbeiten bzw. einzelne Dokumentationsformate nutzen (können), wird sich projektspezifisch und in Abhängigkeit verfügbarer Ressourcen unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dokumentationsformate unterscheiden sich mit Blick auf ihre Zugänglichkeit und Sichtbarkeit im Internet. Sie bilden damit gleichzeitig einen idealtypischen Weg bzw. eine Reihenfolge ab, in der potenzielle Nutzer:innen bei der Recherche auf archiviertes Material aufmerksam werden und in der sie sich dem Material schrittweise annähern können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| rowspan=&amp;quot;5&amp;quot;|  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Annäherung an das archivierte Material&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Format&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Zugänglichkeit&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| &#039;&#039;&#039;Funktion&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Metadaten&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Fernglas“, um erste grobe und formalisierte Informationen über das Material zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Studienreport&lt;br /&gt;
| öffentlich zugänglich&lt;br /&gt;
| „Schaufenster“ in das Forschungsvorhaben und das Material, um ausführlichere Informationen zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mikro-Metadaten&lt;br /&gt;
| zugänglich nach Registrierung&lt;br /&gt;
| „Lupe“, um detailliertere Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Feldreport&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| „Wegweiser“ durch das ethnografische Material zur weiteren Einordnung ggf. auch ethischer Fragen und um sensible Informationen zum Forschungsverlauf zu erhalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
| Forschungsmaterial und zusätzliches Kontextmaterial&lt;br /&gt;
| zugänglich mit Nutzungsvertrag&lt;br /&gt;
| Forschungs- und Kontextmaterial kann je nach Einstufung entweder extern heruntergeladen oder vor Ort unter streng kontrollierten Bedingungen genutzt werden&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 1: Formate der Dokumentation bei Qualiservice&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Metadaten&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archivierten Forschungsmaterialien werden durch ausführliche Metadaten beschrieben, die sicherstellen, dass das Material überhaupt gefunden und dann auch genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind strukturierte Informationen, die die archivierten Forschungsmaterialien beschreiben – vergleichbar etwa mit Informationen über Publikationen in Bibliothekskatalogen. „Strukturiert“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass in vordefinierten Feldern allgemeine Informationen z.B. zu Art (Beobachtungsprotokoll, Interviewtranskript etc.) und Umfang des Materials, zu Ort und Zeit der Materialerstellung sowie ggf. Nutzungseinschränkungen (z.B. Sperrfristen) und Ähnliches erfasst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten sind erforderlich, damit Forschungsdaten nicht nur bei Qualiservice, sondern auch in übergreifenden Portalen und Suchmaschinen&amp;lt;ref&amp;gt;Datenportale wie etwa DataCite ermöglichen die Suche nach Datensätzen über mehrere Repositorien hinweg. Bei Qualiservice archivierte ethnografische Forschungsdaten können z.B. auch im [https://www.evifa.de/de Fachportal EVIFA] des Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie gefunden werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; – national wie international sowie über Institutionen und Fachgrenzen hinweg – recherchiert werden können. Metadaten können bei Qualiservice teilweise oder vollständig mehrsprachig erfasst werden, um die Auffindbarkeit und Sichtbarkeit des Materials auch im internationalen Kontext zu fördern.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. z.B. die Metdaten zur Studie: Hornidge, Anna-Katharina; Barragán-Paladines, María José; Broocks, Anne-Katrin; Zimmer, Martin (eds.) (2021): Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Qualiservice, PANGAEA, https://doi.org/10.1594/PANGAEA.929747&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Metadaten vermitteln – gemessen an der inhaltlichen Dichte des Materials selbst – ähnlich einem „Fernglas“ nur grobe, rudimentäre Informationen über ein Projekt oder eine sog. Datenkollektion, in der Forschungsmaterialien nach unterschiedlichen Kriterien zusammengefasst werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;). Gleichzeitig sind sie aber die Ebene der Materialbeschreibung, auf die Personen, die nach Forschungsdaten suchen, als erstes stoßen. Sie sind öffentlich zugänglich, durchsuchbar und vermitteln einen ersten Eindruck des archivierten Materials.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice bietet an, neben verpflichtenden Metadaten auch optionale Informationen zu erfassen. Die Pflichtmetadaten umfassen im Wesentlichen allgemeine Informationen zu einer Forschung bzw. zu einem Projekt wie den Titel, ein Abstract, den Forschungsgegenstand, den Förderzeitraum etc. Die optionalen Elemente bieten die Möglichkeit, weitere und spezifischere Informationen über das Projekt zur Verfügung zu stellen, wie etwa räumliche&amp;lt;ref&amp;gt;Wenn z.B. konkrete Orte in den – frei zugänglichen – Metadaten nicht benannt werden sollen, kann auch die Erfassung größerer territorialer Einheiten (z.B. Staaten) in Erwägung gezogen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; und weitere zeitliche Angaben, Informationen zum methodischen Vorgehen, Förderinstitutionen etc.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Qualiservice-Metadatenschema findet sich unter https://wiki.pangaea.de/wiki/Qualiservice_Data_Model [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ermöglicht Forschenden, von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Informationen in Form von Metadaten öffentlich zugänglich sein können und welche womöglich problematisch bzw. zu sensibel wären. Gleichwohl gilt: Je umfangreicher die frei zugänglichen Metadaten sind, desto besser können Daten gefunden werden, und desto präziser können interessierte Wissenschaftler:innen schon in diesem ersten Rechercheschritt das Potenzial archivierten Materials für die eigene Fragestellung einschätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe werden Sie daher gebeten, Metadaten zu ihrem Material zu erfassen. Qualiservice stellt dafür ein Webformular&amp;lt;ref&amp;gt;https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zur Verfügung, das vordefinierte Felder und Termini zur Beschreibung bereithält, aber auch Raum lässt für fach- und projektspezifische Angaben. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung der Metadaten, überprüft die Eingaben nochmals und nimmt in Rücksprache mit Ihnen ggf. Ergänzungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der sogenannten verteilten Archivierung bietet Qualiservice zudem die (virtuelle) Verknüpfung mit Datensätzen in anderen Datenzentren an, z.B. wenn Sie mit Mixed-Methods-Ansätzen gearbeitet haben&amp;lt;sup&amp;gt;.&amp;lt;/sup&amp;gt;.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Forschungsdaten aus der Mixed-Methods Studie von Achim Goerres et al. (2020) wurden beispielsweise bei Qualiservice (qualitatives Material) und GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (quantitative Daten),&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
archiviert. Siehe hier die Metadaten für die qualitativen Daten: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.919342&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Verknüpfung wird mit Hilfe der Metadaten realisiert, sodass der gemeinsame Projektentstehungskontext sowie die Beziehungen des Materials sichtbar erhalten bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;studienreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport dient – über die Metadaten hinaus – als eine Art „Schaufenster“ (Heuer et al. 2020: 5), das Interessierten einen genaueren Eindruck von Art, Inhalt und dem Entstehungskontext des bei Qualiservice archivierten Materials sowie ggf. den Bedingungen für die Nachnutzung vermittelt. Wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten, ist die Anfertigung eines Studienreports deshalb unerlässlich. Der Studienreport ist zudem im Suchportal von Qualiservice&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.qualiservice.org/de/qsearch.html [Zugriff am 09.10.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; als Volltext durchsuchbar und trägt damit auch zur Auffindbarkeit Ihrer archivierten Forschungsmaterialien bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport wird auf dem Dokumentenserver der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen als eigenständige Internet-Publikation frei zugänglich veröffentlicht und erhält einen persistenten Digital Object Identifier (DOI). Es ist deshalb notwendig, dass Sie Formulierungen wählen, die für die Veröffentlichung geeignet sind, und ggf. Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung mitdenken (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sollten dann darauf achten, dass das zugrunde gelegte Anonymisierungskonzept (vgl. [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013] und [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]) dasselbe ist, mit dem Sie auch die Forschungsmaterialien selbst sowie Ihre darauf basierenden weiteren Publikationen bearbeitet haben. Studienreports können in Umfang und Ausführlichkeit variieren (vgl. z.B. [https://doi.org/10.26092/elib/1071 Broocks 2021] und [https://doi.org/10.26092/elib/1395 Weiß et al. 2022]). Qualiservice empfiehlt auch hier, so viele Informationen wie möglich im Studienreport zu publizieren, damit sich interessierte Forschende ein möglichst genaues Bild von Ihrem Material und dessen Potenzial für eine mögliche Nachnutzung machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Studienreport bietet damit auch einen Rahmen, zentrale Aspekte des Forschungsprozesses explizit in einer eigenständigen Publikation zusammenzuführen. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei der Erstellung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung ([https://doi.org/10.26092/elib/166 Heuer et al. 2020]) und einer Autor:innenvorlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Studienreport kann beispielsweise Angaben zu folgenden Punkten enthalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;allgemeine Ausführungen&#039;&#039;&#039; zum Forschungsvorhaben, zum Forschungsgegenstand und dem administrativen wie organisatorischen Rahmen (z.B. Förderprogramm und Förderdauer, Affiliation und Projektleitung)&lt;br /&gt;
* Angaben zu den &#039;&#039;&#039;Zielen und Fragestellungen&#039;&#039;&#039; sowie die Darstellung des theoretischen Bezugsrahmens und konzeptionelle Begriffsklärungen&lt;br /&gt;
* Erläuterungen zur &#039;&#039;&#039;methodischen Herangehensweise&#039;&#039;&#039;, zu verwendeter Software und Tools (wie z.B. [http://www.maxqda.com MAXQDA&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.maxqda.com [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt;] oder [https://www.laurenceanthony.net/software AntConc]&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.laurenceanthony.net/software [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt;), ggf. vorhandene Gesprächsleitfäden können als Anhang beigefügt werden&lt;br /&gt;
* eine Skizze von &#039;&#039;&#039;Feldzugang, Erhebungs- und Auswertungsstrategien&#039;&#039;&#039;, die idealerweise einen Einblick in die konkrete Arbeitspraxis gibt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&amp;lt;/u&amp;gt;)&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;projektspezifische Informationen&#039;&#039;&#039;, wie etwa die Darstellung der Arbeitsteilung bei der Auswertung im Team und/oder die gemeinsame Organisation und Bearbeitung von Material und Dokumenten&lt;br /&gt;
* Beschreibung und Begründung der &#039;&#039;&#039;Auswahl&#039;&#039;&#039; &#039;&#039;&#039;der archivierten Materialien&#039;&#039;&#039;, Hinweise auf Relationen zwischen bzw. den inneren Zusammenhang von verschiedenen Materialien, Hinweise auf ggf. nicht archiviertes Material aus demselben Forschungskontext&lt;br /&gt;
* Informationen zu &#039;&#039;&#039;Schritten der Aufbereitung&#039;&#039;&#039; für die Nachnutzung, z.B. zu Maßnahmen zur Pseudonymisierung und Anonymisierung&lt;br /&gt;
* Informationen zur Umsetzung &#039;&#039;&#039;rechtlicher Anforderungen&#039;&#039;&#039; (z.B. Informierte Einwilligung) und ggf. Hinweise auf feldspezifische &#039;&#039;&#039;ethische Aspekte&#039;&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
* Sofern das Material in Forschungskooperationen, Forschungsverbünden und/oder internationalen Projekten entstanden ist, sollten auch &#039;&#039;&#039;etwaige Besonderheiten&#039;&#039;&#039; beschrieben werden; dazu können unterschiedliche Rechtslagen und Genehmigungspflichten in den beteiligten Ländern gehören oder vertragliche Vereinbarungen mit Partnerinstitutionen, die Auswirkungen auf die Forschung hatten&lt;br /&gt;
* Überlegungen zum &#039;&#039;&#039;Nachnutzungspotenzial des Materials&#039;&#039;&#039; und den spezifischen Anforderungen an die Weiternutzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Mit Blick auf ethnografische Forschungsansätze können hier folgende und ähnliche Fragen Orientierung geben bzw. als Anregung dienen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wurden z.B. Protokolle/Notizen tageweise verfasst oder wurden bestimmte Situationen wiederkehrend beobachtet und dokumentiert? In welcher Form, in welcher Detailtreue und Sprache wurden Beobachtungen notiert? Werden wortwörtliche Ausdrücke erwähnt?&lt;br /&gt;
* Welche Techniken wurden beim Verfassen von Beobachtungsprotokollen, Feldnotizen, Feldtagebüchern und anderen Materialien eingesetzt, z.B. sinnhafte Rekonstruktion, Kontrastierung, Verfremdung?&lt;br /&gt;
* In welchen Formaten bestehen Beobachtungsprotokolle, liegen neben Text etwa auch Fotos, Skizzen oder andere multimodale Materialien vor?&lt;br /&gt;
* Wird die eigene Rolle als Forscher:in thematisiert, z.B. die eigene Körpersprache und das eigene Verhalten, die Beziehungsarbeit oder Emotionen, und wenn ja, in welcher Form?&lt;br /&gt;
* In welchen Settings und Situationen wurden die Materialien angefertigt?&lt;br /&gt;
* Wie wurde bei Interviews die Leitfadenentwicklung gestaltet? Inwieweit und warum wurde vom Leitfaden abgewichen, wurde dieser im Laufe der Erhebung angepasst?&lt;br /&gt;
* Wie gestaltete sich der Prozess des Einholens informierter Einwilligungen?&lt;br /&gt;
* Haben sich aus Erkenntnissen Rückwirkungen auf den Forschungsprozess ergeben, wie etwa Modifizierungen und Anpassungen von Forschungsfragen und Forschungsdesign?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abbildung 2: Orientierungsfragen für ethnografische Forschungsansätze&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mikro-metadaten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039; ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mikro-Metadaten stellen detaillierte Informationen zu einzelnen Dateien innerhalb einer Datenkollektion (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Material in Datenkollektionen ordnen&amp;lt;/u&amp;gt;) zur Verfügung. Sie enthalten – in Abhängigkeit vom konkreten Material – zusätzliche Informationen etwa zur sozialen Einbettung einer konkreten Beobachtungssituation (Marktplatz, Patientengespräch, Straßenfest etc.) oder zu Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Geschlecht, Alter, Beruf). Außerdem kann in Mikro-Metadaten erfasst werden, zu welchem Zeitpunkt, an welchem Ort und mittels welcher Methoden beispielsweise ein Beobachtungsprotokoll angefertigt wurde und welche Inhalte und Themen darin vorkommen. Auch spezifische Dateiinformationen (z.B. Dateiname und das technische Format) und – mit Blick auf den Erhalt von Komplexität besonders wichtig – die Zusammenhänge zwischen Dateien (z.B. Audio-Aufnahme und Transkript eines Interviews sowie Fotos derselben Interviewsituation) können durch Mikro-Metadaten vermittelt werden. Dementsprechend können sie – ähnlich einer „Lupe“ – dazu beitragen, dass interessierte Wissenschaftler:innen Materialien finden, die möglichst gut zu ihrem Anliegen passen. Mikro-Metadaten sind für Nutzer:innen nur nach vorheriger Online-Registrierung&amp;lt;ref&amp;gt;Die Registrierung erfolgt derzeit über ein [https://www.pangaea.de/user/signup.php?referer=https%3A%2F%2Fwww.pangaea.de%2Fsubmit%2F Online-Formular] beim Informationssystem PANGAEA, das die technische Infrastruktur für Qualiservice bereitstellt. Anschließend können die Mikro-Metadaten eingesehen werden. [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Datenübergabe fertigen Sie eine Übersicht der Materialien an, die sie an Qualiservice übermitteln. Diese Übersicht nutzt Qualiservice in Absprache mit Ihnen gleichzeitig zur Erstellung von Mikro-Metadaten. Qualiservice stellt für die Übersicht eine geeignete Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung. Zur Vorbereitung und Erleichterung dieses Arbeitsschritts empfiehlt Qualiservice die fortlaufende Pflege der Tabelle bereits während des Forschungsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;feldreport&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;2.1.4 Feldreport&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Abhängigkeit vom Forschungsfeld und dem zu archivierenden Material wird es mehr oder weniger regelmäßig Informationen geben, die zwar nicht öffentlich zugänglich in den Metadaten oder im Studienreport hinterlegt werden können, für das Verständnis des Forschungsprozesses bzw. der Forschungsmaterialien aber hilfreich oder notwendig sind. Qualiservice bietet deshalb die Möglichkeit, solche Informationen und Hinweise optional im sogenannten „Feldreport“ zu archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feldreport dient – ähnlich einem „Wegweiser“ – der weiteren Einbettung des archivierten Materials und der Orientierung für Nachnutzende. Er lässt sich in diesem Sinne als zusätzliche Anleitung und Hilfestellung für Personen, die Ihre Materialien nutzen und weiter bearbeiten möchten, charakterisieren und kann auch zur Einordnung feldspezifischer ethischer Fragen genutzt werden – sofern die nicht im offen zugänglichen Studienreport dargelegt werden können. Eine Leitfrage könnte sein: Welche Informationen benötigen Dritte ergänzend zu den Metadaten, dem Studienreport und ggf. zu Ihren Publikationen, damit sie das archivierte Material und z.B. das Vorgehen im Feld angemessen verstehen können? Damit einher geht der Versuch, implizites Wissen aus dem Feld, Überlegungen zur Beziehungsgestaltung und Positionalität im Feld sowie leibliche Erfahrungen und sinnliche Eindrücke, die zwar konstitutiv für den Prozess der ethnografischen Wissensgenerierung sind, sich aber nur begrenzt datenförmig abbilden, diskursiv so weit wie möglich verfügbar zu machen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Feldnotizen nicht archiviert werden sollen oder können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern mit Blick auf ethische Fragestellungen, Machtdynamiken und historische Kontexte oder affektive Dynamiken im Feld die Informationsdichte in den öffentlich zugänglichen Formaten der Dokumentation (Metadaten und Studienreport) reduziert werden muss, kann dieses Dokument auch zur Weitergabe solcher Informationen genutzt werden. Auch sensible Informationen über die Forschenden selbst (z.B. Feldforschung mit Partner:in oder Kindern, Wohnen im Feld, Schwierigkeiten und Lücken) können vielleicht nicht öffentlich zugänglich, aber unter Umständen im Feldreport transparent und nachvollziehbar gemacht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie entscheiden selbst, ob Sie einen Feldreport anfertigen. Qualiservice lässt die Wahl der konkreten Form, des Umfangs und Inhalts des Feldreports bewusst offen: Die konkrete Gestalt hängt vielmehr davon ab, welchen Bedarf Sie sehen, Nachnutzenden zusätzliche Hinweise zum Forschungsprozess zu geben. Welche Aspekte in den Metadaten, im Studienreport oder im Feldreport wie gewichtet werden, wird sich entsprechend von Projekt zu Projekt unterscheiden. Unabhängig von der konkreten Form steht dieses Dokument – wie das eigentliche Forschungsmaterial auch – nicht frei im Internet zur Verfügung, sondern ist ausschließlich unter kontrollierten Bedingungen (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;) einsehbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zusätzliches-kontextmaterial&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== &#039;&#039;&#039;Zusätzliches Kontextmaterial&#039;&#039;&#039;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus können Sie ergänzende Materialien unterschiedlicher Art, die Sie für das Verständnis Ihres Forschungsmaterials als relevant erachten, bei Qualiservice archivieren und für die Nachnutzung zur Verfügung stellen. Dazu können z.B. Materialien gehören, die zur Vorbereitung der ethnografischen Forschung dienten, wie etwa Leitfäden, Beobachtungs-bögen oder Dokumente zur Kontaktaufnahme mit potenziellen Forschungsteilnehmer:innen (z.B. Anschreiben, Flyer, Aushänge, Anzeigen, Vorlage für die Einwilligungserklärung). Die Archivierung ausgefüllter und unterschriebener Einwilligungserklärungen ist bei Bedarf – und unter speziellen Sicherungsvorkehrungen – ebenfalls möglich. Auch Material, das im Zuge der Interpretation und Auswertung entstanden ist, wie etwa Codelisten, Kategorienschemata, aber auch Fallanalysen und Zusammenfassungen können geeignet sein. Sofern Exportdateien aus Programmen der computergestützten Datenanalyse wie MAXQDA oder [https://atlasti.com/de ATLAS.ti]&amp;lt;ref&amp;gt;https://atlasti.com/de [Zugriff am 12.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; mit archiviert werden, können Nachnutzende über Memos und Codierungen Einblicke in die Auswertungsschritte erhalten. Wurden die Forschungsmaterialien in Arbeitsgruppen und Forschungswerkstätten gemeinsam interpretiert, können ggf. auch Protokolle dieser Sitzungen als ergänzendes Kontextmaterial archiviert werden. Das gilt auch für die Dokumentation der Nutzung von Zitaten, Exzerpten oder Bildern für Publikationen und Vorträge. Darüber hinaus können auch von Dritten erstellte Dokumente, Materialien oder Leitlinien, die arbeitspraktisch und/oder thematisch mit Ihrem Material in Zusammenhang stehen, Anträge oder Berichte aus dem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis liefern – sofern die Archivierung urheberrechtlich möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie mit Beteiligung von NGOs, Unternehmen, lokalen Behörden oder Community Organizations geforscht haben, können Sie überlegen, ob Vereinbarungen zur Zusammenarbeit oder dem Umgang mit Informationen und Forschungsdaten, Vertraulichkeitserklärungen und Verschwiegenheitspflichten mit archiviert werden können. Wichtig hierbei ist, dass Qualiservice diese Kontextmaterialien wie die Forschungsmaterialien selbst behandelt. Sie sind entsprechend nicht öffentlich zugänglich und können ggf. unter besonderen Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;ethnografisches-material-für-die-archivierung-und-nachnutzung-vorbereiten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;3 Ethnografisches Material für die Archivierung und Nachnutzung vorbereiten&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen erste Ideen nahebringen, wie Sie mit Blick auf die Archivierung und die Nachnutzung über Ihr Material nachdenken können, und gleichzeitig Einblicke in die Archivierungspraxis bei Qualiservice ermöglichen. Weiterführende Überlegungen und spezifische Fragen zu konkreten Materialien lassen sich hingegen häufig am besten in individuellen Beratungsgesprächen klären. Qualiservice unterstützt Sie in diesem Sinne bei allen Schritten, die Sie vorbereitend unternehmen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Qualiservice können im Grundsatz alle Arten ethnografischen/qualitativen Forschungsmaterials archiviert werden. Wie oben ausgeführt, ist in aller Regel das Ziel, dieses Material auch für wissenschaftliche Nachnutzungen zur Verfügung zu stellen. Für internetbasierte und Social Media Daten werden aktuell Möglichkeiten der sinnvollen Archivierung und Nachnutzung eruiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach wie vor sind viele Fragen in diesem, aber auch in anderen Bereichen nicht ausreichend geklärt. Qualiservice arbeitet hier gemeinsam mit anderen Forschungsdatenzentren und im Rahmen des NFDI-Konsortiums KonsortSWD kontinuierlich an der Verbesserung seiner Angebote.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice überprüft, ob die &#039;&#039;&#039;datenschutzrechtlichen Anforderungen&#039;&#039;&#039; an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind. Die Übergabe von Material, das personenbezogene Informationen enthält, z.B. in Konvoluten von Fotos oder Videoaufzeichnungen, ist immer dann möglich, wenn eine informierte Einwilligung der Betroffenen zur Übermittlung, Archivierung und weiteren wissenschaftlichen Nutzung vorliegt&amp;lt;ref&amp;gt;Die Einwilligung kann zu verschiedenen Zeitpunkten im Forschungsprozess eingeholt werden. Ein Überblick zu Bedeutung und Verwendung der Informierten Einwilligung in der ethnologischen (Feld-)Forschung findet sich in [https://doi.org/10.26092/elib/1070 Huber und Imeri (2021)].&amp;lt;/ref&amp;gt; oder eine andere Rechtsvorschrift&amp;lt;ref&amp;gt;Z.B. im Rahmen der sog. Interessensabwägung (Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO).&amp;lt;/ref&amp;gt; dies erlaubt (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;). Eine informierte Einwilligung kann mündlich, schriftlich oder elektronisch (z.B. durch eine E-Mail oder ein Webformular) erfolgen. Unabhängig von dieser Formfreiheit wird – um der Nachweispflicht bestmöglich gerecht werden zu können – gerade mit Blick auf sensible Daten im Allgemeinen die Schriftform empfohlen (Baumann, Krahn und Lauber-Rönsberg 2021: 195). Qualiservice stellt auf seiner Webseite DSGVO-konforme Vorlagen zur Verfügung, die Sie bei Bedarf nutzen und an die Erfordernisse Ihres Projektes individuell anpassen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe https://www.qualiservice.org/de/datenschutz.html [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern das Einholen der schriftlichen Zustimmung nicht möglich oder angemessen ist, ist es wichtig, dass Sie die Einwilligung in anderer Form dokumentieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Das kann z.B. geschehen, indem die mündliche Zustimmung aufgezeichnet wird (vgl. [https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08 Benner und Löhe 2019]). In der Forschungspraxis ist es durchaus üblich – und manchmal auch nicht anders umsetzbar –, dass zusätzlich zu ggf. erforderlichen offiziellen Forschungsgenehmigungen von Behörden oder Institutionen einzelne Personen zwar informell über Zwecke und Anliegen der Forschung informiert werden und Akte der Zustimmung erfolgen, die aber nicht aufgezeichnet werden können (vgl z.B. Dilger 2017). Es sollte dann gesondert notiert werden, wer wann wozu eine Einwilligung gegeben hat und worüber genau informiert worden ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Fragen zur Informierten Einwilligung unterstützt Qualiservice Forschende im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/4407 Kretzer et al. 2020]), die den ethischen und rechtlichen Hintergrund erläutert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notwendig ist ggf. zudem die Klärung von &#039;&#039;&#039;Urheberrechten&#039;&#039;&#039;, insbesondere bei Material, das Sie nicht selbst oder auch gemeinsam mit Personen im Forschungsfeld erstellt haben, wie etwa Zeitungen, veröffentlichte Filme, Dokumente, Flyer, Plakate, Archivmaterial und Ähnliches. Sollten rechtliche Klärungen erforderlich sein, können Sie sich an die zuständigen Stellen (Datenschutzbeauftragte, Rechtsabteilung, Beratungsstellen zu Forschungsdaten-management etc.) an Ihrer Hochschule bzw. Forschungseinrichtung wenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &#039;&#039;&#039;technischen Dateiformaten&#039;&#039;&#039; macht Qualiservice derzeit keine standardisierten Vorgaben, empfiehlt jedoch die Verwendung von Dateiformaten, die die weitere Bearbeitung im Kurationsprozess erlauben.&amp;lt;ref&amp;gt;Es sollten z.B. nach Möglichkeit keine PDFs an Qualiservice übergeben werden. Wir empfehlen für Textdokumente TXT, RTF, ODT, DOCX, für Fotos TIFF, JPEG, JPEG2000, für Videos MPEG-4, MP4, für Audio WAV, MP3, für Zitate RIS oder Bibtex. Während der Kuration wandeln wir die Formate ggf. in langzeitarchivierungsfähige Formate um. Darüber hinaus ist z.B. auch die Bewertung unterschiedlicher technischer Dateiformate der Schweizerischen Koordinationsstelle für die dauerhafte Archivierung elektronischer Unterlagen (KOST) hilfreich: https://kost-ceco.ch/cms/kad_main_de.html [Zugriff am 16.05.2023]. Eine weitere Bewertungsmatrix findet sich im Wiki der Fachstelle Forschungsdatenmanagement und Datenerhalt der ETH-Bibliothek Zürich unter https://documentation.library.ethz.ch/display/DD/Archivtaugliche+Dateiformate [Zugriff am 16.05.2023].&amp;lt;/ref&amp;gt; Sofern Sie handschriftliche Notizen angefertigt haben, können Sie auch diese – in digitalisierter, also gescannter Form – bei Qualiservice archivieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;forschungsmaterialien-für-die-archivierung-auswählen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Forschungsmaterialien für die Archivierung auswählen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht immer möglich – und auch nicht zwingend notwendig – Materialien aus einem Projekt vollständig zu archivieren und für die Nachnutzung zugänglich zu machen (vgl. [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]). Bei der Beurteilung kommt es immer auf den Einzelfall an, dennoch gibt es einige generelle Anhaltspunkte, die Ihnen bei der Entscheidung helfen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Auswahl kann zunächst Material mangelnder technischer Qualität (z.B. missglückte “Schnappschüsse”) ausschließen. Es kann zudem notwendig und sinnvoll sein, aus ethischen oder rechtlichen Gründen eine Auswahl aus einem Materialkorpus zu treffen und bestimmte Dokumente, einzelne Textpassagen oder Bilder von vornherein nicht zu berücksichtigen. Auch persönliche Informationen über die Forschenden selbst können unter Umständen zum Ausschluss führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ethnografische Forschung in den allermeisten Fällen im engen Austausch von Forschenden und Forschungsteilnehmer:innen stattfindet, kann es notwendig und/oder ethisch angemessen sein, Forschungsteilnehmer:innen in Entscheidungsprozesse über die Auswahl und Weitergabe der Daten einzubinden (vgl. Kraus und Eberhard 2022, 191). Personen, die insgesamt in besonderer Weise an der Erstellung bzw. der Aufbereitung des Materials beteiligt waren, können namentlich z.B. in den Metadaten genannt werden, sofern diese Angaben aus rechtlichen oder ethischen Gründen nicht pseudonymisiert bzw. anonymisiert werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenken Sie, dass die Auswahl in erheblichem Maße mit bestimmt, welche Nachnutzungs-szenarien möglich sind. Auswahlentscheidungen sollten idealerweise in den Studienreport, alternativ auch in den Feldreport Eingang finden, damit ein Verständnis für die originäre Zusammensetzung des Materialkorpus ermöglicht wird. Für Forschungsmaterialien, die nicht archiviert werden, sollten im Idealfall ein knapper Überblick über die Materialien und Hinweise auf die Gründe für den Ausschluss notiert werden. Qualiservice kann Sie bei grundlegenden Fragen zur Auswahl beraten. Da Sie als forschende Person Ihr Material sowie die Umstände und Kontexte Ihrer Forschung am besten kennen, liegt die konkrete Auswahlentscheidung aber bei Ihnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Innerfachlich abgestimmte Kriterien oder Empfehlungen existieren in den ethnologischen – und auch anderen – Fächern bisher nicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;material-in-datenkollektionen-ordnen&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Material in Datenkollektionen ordnen&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig von möglichen Auswahlentscheidungen ist ethnografisches Material äußerst komplex und heterogen. Heterogen im Sinne einer großen Vielfalt an Materialarten – Beobachtungs- und Gesprächsprotokolle, Interviews, Feldnotizen, Fotos, Filme, Mappings etc. – komplex, weil Material aufeinander Bezug nimmt, sich wechselseitig kommentiert, erweitert und ergänzt (Amann und Hirschauer 1997: 16). Es ist ein besonderes Anliegen von Qualiservice, bei der Archivierung die Komplexität – die im je konkreten Projektzusammenhang unterschiedlich gewichtet und unterschiedlich gut zu dokumentieren sein kann – soweit wie möglich zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Abbildung 3: Material nach unterschiedlichen Kriterien in Datenkollektionen zusammenfassen (Beispiel)&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element der Materialordnung sind bei Qualiservice die sogenannten Datenkollektionen. In Datenkollektionen können zum Beispiel Materialien derselben Art zusammengefasst werden: Interviews zu einer Datenkollektion, Beobachtungsprotokolle zu einer weiteren, Fotos zu einer dritten, usw. Materialien können aber auch nach anderen Kriterien wie etwa Entstehungsort&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe z.B. Weiß, Anja; Sommer, Ilka; Chen, Wei; Liu, Tao; Guo, Fan; Liu, Wenting (2021): Globalizing medical knowledge and practise. Doctor-patient-interaction videoobserved at a university hospital in Beijing (PRChina). Transcripts, translation, audiovisual and context material. PANGAEA: https://doi.org/10.1594/PANGAEA.939235&amp;lt;/ref&amp;gt;, Entstehungszeitpunkt oder Ereignissen gruppiert werden, um die Beziehungen zwischen den Daten zu erhalten. Datenkollektionen werden durch die oben erwähnten Mikro-Metadaten ergänzt, die einen Überblick über den Inhalt einer Datenkollektion ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice versucht im Regelfall, die Materialordnung und -struktur, die Sie bereits im Forschungsprozess erarbeitet haben, in Datenkollektionen zu überführen und/oder mit Ihnen gemeinsam abzustimmen. Wenn Sie bereits im Forschungsprozess eine Übersicht der Materialien angelegt haben, erleichtert dies die hierfür notwendigen Entscheidungen. Qualiservice stellt für diese Übersicht eine Vorlage zur Verfügung – die oben bereits beschriebene Tabelle (siehe [[#mikro-metadaten|Mikro-Metadaten]]), die damit für unterschiedliche Arbeitsschritte in der Archivierungsvorbereitung genutzt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden greifen wir einige Aspekte und Fragen auf, die sich im Umgang mit bestimmten Materialarten stellen bzw. die mit Blick auf die Nachnutzung ethnografischen Materials besondere Relevanz haben können. Die Ausführungen sollen Ihnen als Anregung dienen, wie sich einzelne Materialarten für die Archivierung vorbereiten lassen. Abhängig vom konkreten Material und von verfügbaren Ressourcen wird sich die konkrete Umsetzung projektspezifisch unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zu-einzelnen-materialarten&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Hinweise zu einzelnen Materialarten&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn &#039;&#039;&#039;Interviewtranskripte&#039;&#039;&#039; archiviert werden, können sie mit ergänzendem Material – wie bspw. Postskripta, die für das Verständnis wesentlich sein können – angereichert werden. Die Transkriptionsweise wird von Qualiservice nicht vorgegeben, empfohlen wird lediglich, das Transkriptionsverfahren zu dokumentieren. Sofern Sie die Interviewtranskripte pseudonymisieren bzw. anonymisieren (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;/u&amp;gt;), achten Sie auf ein möglichst einheitliches Vorgehen und versuchen Sie auch hier, Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Dafür käme in der Regel der Studienreport, alternativ auch der Feldreport infrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Audioaufnahmen&#039;&#039;&#039; können eigenständig archiviert werden, unabhängig davon, ob gleichzeitig auch Transkriptionen der aufgezeichneten mündlichen Interaktionen an Qualiservice übergeben werden. Aufnahmen können auch ausschließlich non-verbale Informationen und akustische Ereignisse dokumentieren – denkbar ist z.B. die Archivierung von alltäglichen Geräuschkulissen, Klangräumen oder Soundscapes, die etwa im Rahmen ethnografischer Forschung/sensorischer Ethnografie aufgezeichnet werden. Für das bessere Verständnis des Materials ist es in der Regel sinnvoll, den Entstehungszusammenhang und den Stellenwert der Aufnahmen im Studienreport, alternativ auch im Feldreport, zu erläutern. Vor allem bei Audioaufnahmen ohne dazugehöriges Transkript bietet es sich an, im Forschungsprozess ggf. generierte Zeitmarken und Kodierungen mit zu archivieren, um die Navigation durch die Aufzeichnung zu erleichtern. Sofern Audioaufnahmen personenbezogene Informationen enthalten, werden sie bei Qualiservice besonders geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch &#039;&#039;&#039;Fotos&#039;&#039;&#039; und anderes Bildmaterial können archiviert werden. Sofern Fotos und Bilder personenbezogene Daten enthalten und eine Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nicht sinnvoll umgesetzt werden kann, werden auch sie besonders geschützt. Für die Verwaltung und Sortierung von Fotos kommt bei Qualiservice derzeit das Bildverwaltungsprogramm [https://www.tropy.org Tropy]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;https://www.tropy.org [Zugriff am 16.05.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; zum Einsatz. Qualiservice empfiehlt Forschenden, diese kostenfreie Software für die Verwaltung von Fotos und Bildmaterial zu nutzen, weil hiermit u.a. eine nutzerfreundliche Erfassung von Metadaten (z.B. Titel, Urheber:in, Entstehungszeitpunkt), aber auch eine einfache Übermittlung an Qualiservice möglich ist. Um das Verständnis des Materials zu erleichtern, können Fotos in Tropy zudem mit Notizen versehen werden, die weitere Informationen zur Abbildung und zum Zustandekommen der Bilder festhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle&#039;&#039;&#039; entstehen häufig in oder unmittelbar nach einer konkreten Beobachtungssituation. Sofern sie nicht „nur“ als unmittelbare Erinnerungsstützen dienen und ungeordnete und für Außenstehende unverständliche Notizen enthalten, sollten Sie über die Archivierung nachdenken. Ausführliche Beschreibungen sind ein besonders reichhaltiges Material und können ein hohes Maß an Nachvollziehbarkeit gewährleisten. Es kann deshalb sinnvoll sein, die Nachnutzung gerade dieses wertvollen Materials mit weiteren Schritten zu erleichtern. Sie können z.B. Themen und Sachgebiete kennzeichnen oder einen Index erstellen. Sofern angemessen, können Feldnotizen und Beobachtungsprotokolle auch kodiert und damit im Detail erschlossen archiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Sie ein &#039;&#039;&#039;Feldtagebuch&#039;&#039;&#039; geführt haben, können Sie in Erwägung ziehen, es mit zu archivieren. Was ein Feldtagebuch beinhaltet und wie es geführt wird, ist bekanntermaßen nicht klar definiert und hängt stark von individuellen Vorlieben und feldspezifischen Bedingungen ab (vgl. Sanjek 1990). Stärker themen- oder methodenbezogene Notizen können mit persönlicheren Reflexionen, etwa auch über Emotionen im Feld, verwoben sein. Wir sind uns bewusst, dass Feldtagebücher individuell und in vielen Fällen ein Material sind, in dem die forschende Person selbst besonders stark hervortritt. Feldtagebücher können daher gerade mit Blick auf die Forschenden selbst besonders sensibles, gleichzeitig aber auch besonders reichhaltiges und wertvolles Material sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann insofern auch sinnvoll sein, nur Teile des Tagebuchs zugänglich zu machen, oder – etwa bei groben Verständnisschwierigkeiten – Überarbeitungen, Glättung, Korrektur oder stilistische Verfeinerung in Erwägung zu ziehen. Es ist auch möglich, persönlichere Passagen zu kennzeichnen und vor der Archivierung aus dem Dokument zu entfernen. Um dem hohen Schutzbedürfnis von Feldtagebüchern Rechnung zu tragen, können sie – wie andere Materialien auch – überdies mit einem Embargo für eine bestimmte Zeit geschützt werden (siehe &amp;lt;u&amp;gt;Hinweise zur Datenübergabe&amp;lt;/u&amp;gt;). Sie sind dann erst nach Ablauf dieser Frist für Nachnutzungen zugänglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich wie Feldtagebücher kann auch autoethnografisches Material unter spezifischen Sicherheitsmaßnahmen archiviert und zur wissenschaftlichen Nachnutzung bereitgestellt werden. Siehe beispielsweise dieses bei Quali-service archivierte Projekt: Domsel, Maike Maria (2021): „Leben! Freiheit! Gott?!“ – Die spirituelle Wanderschaft einer Religionslehrerin. Autoethnographische Materialien. https://doi.org/10.1594/PANGAEA.933316&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechende Informationen können ggf. im Studienreport und/oder Feldreport gegeben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;pseudonymisierung-und-anonymisierung&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisch Forschende sichern ihren Gesprächspartner:innen oftmals Anonymität zu, um einen geschützten, möglichst offenen und vertraulichen Austausch zu ermöglichen. Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung kommt daher – bisher vor allem mit Blick auf Publikationen – ein besonderer Stellenwert bei der Umsetzung ethischer Prinzipien zu: Sie sollen die Forschungsbeteiligten schützen und Schaden abwenden, indem sie Rückschlüsse auf die beteiligten Personen verunmöglichen bzw. hochgradig unwahrscheinlich machen. Sie sind damit auch Instrumente, um Anforderungen des Datenschutzes zu erfüllen.&amp;lt;ref&amp;gt;Die DSGVO (Erwägungsgrund 26) legt nahe, dass Daten als anonym gelten, wenn sie faktisch anonymisiert sind, d.h. wenn identifizierende Informationen über Personen entfernt oder so verändert wurden, dass „ein Personenbezug nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand wiederhergestellt werden kann“ (RatSWD 2020, 18, vgl. [https://doi.org/10.26092/elib/2525 Mozygemba und Hollstein 2023]). Auch bei der Pseudonymisierung werden personenbezogene Informationen im Material verändert. Eine Schlüsseldatei ermöglicht jedoch, dass sie einer Person wieder zugeordnet werden können.&amp;lt;/ref&amp;gt; Entsprechend stellen Verfahren der Pseudonymisierung und Anonymisierung wesentliche Schritte der Aufbereitung von Material für die Archivierung und Nachnutzung dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während also das Ziel ist, Forschungsbeteiligte zu schützen, ist es aus der Sicht von Personen, die Forschungsmaterial nachnutzen möchten, gleichzeitig wesentlich, möglichst viele für die Interpretation relevante Informationen und damit die Aussagekraft der Forschungsmaterialien weitgehend zu erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Qualiservice hat deshalb das Konzept der flexiblen Anonymisierung entwickelt, das es erlaubt, mit Blick auf eine konkrete Nutzungsanfrage Abstraktionsebenen anzupassen, bevor Material zur Nutzung freigegeben wird ([https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2 Kretzer 2013]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Schutzbedarf und potenzielle Nutzungsinteressen müssen entsprechend in jedem Projekt feld- und materialspezifisch ausbalanciert werden. Notwendige Schritte der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung führen Forschende in der Regel selbst und vor der Übergabe des Materials an Qualiservice durch. Qualiservice berät und unterstützt Sie dabei insbesondere mit Blick auf die Erstellung und Abstimmung projektspezifischer Anonymisierungskonzepte. Es trägt zur Vermeidung der Re-Identifizierung von Personen bei, wenn Sie darauf achten, dass Sie in den Forschungsmaterialien sowie in allen Formen der Dokumentation demselben Anonymisierungskonzept folgen. Für die Umsetzung von Anonymisierungsschritten in textgebundenen Materialien bietet Qualiservice mit dem Anonymisierungstool QualiAnon eine teilautomatisierte Unterstützung (&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Nicolai et al. 2021&amp;lt;/span&amp;gt;, [https://doi.org/10.26092/elib/2576 Nicolai und Mozygemba 2023]) und mit einer Handreichung weitere Hilfestellung an (Mozygemba und Hollstein 2023). Spezifische Fragen können darüber hinaus individuell besprochen werden. Die Pseudonymisierung oder Anonymisierung, die Sie im Material selbst vorgenommen haben, wird bei Qualiservice nach der Datenübergabe nochmals geprüft und, falls erforderlich, vervollständigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;mehrsprachigkeit-im-material&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
== &#039;&#039;&#039;Mehrsprachigkeit im Material&#039;&#039;&#039; ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografische Forschung findet häufig in Feldern statt, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden. Es ist daher üblich, dass im Material zumindest einige Begriffe, Formulierungen und Redewendungen verwendet werden, die für Forschende ohne Vertrautheit mit dem spezifischen Feld nicht unmittelbar verständlich sind. In solchen Fällen kann ein Verzeichnis, in dem relevante fremdsprachige Begriffe erläutert werden, das Verständnis in der Nachnutzung unterstützen. Sofern Sie ganze Schilderungen von Ereignissen, Erzählungen oder Stellungnahmen von Personen in verschiedenen Sprachen notiert haben, können Sie – insbesondere an ausgewählten, besonders wichtigen Stellen im Material – über Zusammenfassungen in deutscher oder englischer Sprache nachdenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vollständige Übersetzungen sind keine Voraussetzung für die Archivierung bei Qualiservice. Sofern Material anonymisiert bzw. pseudonymisiert werden muss, kann durch Qualiservice derzeit eine Überprüfung nur in Deutsch und Englisch garantiert werden. Wenn Material in anderen Sprachen vorliegt, ist eine Rücksprache mit Qualiservice erforderlich – in der Regel müssen Sie selbst dafür Sorge tragen, dass die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung erfolgt ist und die Forschungsmaterialien forschungsethischen wie datenschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen. Qualiservice begleitet Sie bei der Umsetzung und arbeitet daran, hierfür angemessene Verfahren weiter zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;hinweise-zur-datenübergabe&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Hinweise zur Datenübergabe&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Qualiservice begreift die Archivierung und Bereitstellung der Materialien für die Nachnutzung stets als kooperative Aufgabe von Forschungsdatenzentrum und Forschenden, die Material abgeben. Deshalb werden Zugangsformen und Nutzungsbedingungen für das Material gemeinsam besprochen und von den Datengebenden festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Sie Forschungsmaterialien zur Archivierung übergeben, schließen Sie mit Qualiservice eine Übergabevereinbarung ab. Diese Vereinbarung dokumentiert die Ergebnisse von Absprachen zur Bewertung der Sensibilität der Forschungsmaterialien und dem entsprechenden Schutzbedarf, der für verschiedene Materialien unterschiedlich hoch sein kann. Für besonders sensible oder nicht anonymisierbare Forschungsmaterialien etwa können zusätzlich schützende Vorkehrungen getroffen werden. Das kann z.B. auch einschließen, dass Material nur in einem speziell gesicherten Gastwissenschaftler:innenraum vor Ort (On-Site Nutzung) oder erst nach Information bzw. in begründeten Einzelfällen nach individueller Zustimmung der Datengebenden genutzt werden kann. In diesem Zusammenhang werden ggf. auch Sperrfristen (Embargo) festgelegt – Zeiträume, in denen Ihr Material zwar in Katalogen nachgewiesen, aber (noch) nicht von Dritten genutzt werden kann. Damit kann auch sichergestellt werden, dass Sie Ihr Material noch einige Zeit exklusiv bearbeiten können, bspw. weil Qualifikationsarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Sofern z.B. veränderte Bedingungen im Feld, der Feldbeziehungen oder der Schutzbedarfe dies erforderlich machen, können die in der Übergabevereinbarung festgelegten Zugangs- und Nutzungsbedingungen auch nachträglich verändert, also z.B. eine Sperrfrist aufgehoben oder verlängert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte nutzen Sie – unabhängig vom Schutzbedarf – für die Übergabe aller Materialien ausschließlich den besonders gesicherten Upload-Space von Qualiservice. Den Zugang stellt Qualiservice im Übergabeprozess bereit. Nach dem Upload der Materialien über eine gesicherte Verbindung werden Ihre Materialien – abgeschnitten vom Internet – kuratiert. Die Kuration umfasst eine Reihe von Schritten, die sicherstellen, dass das Material dauerhaft aufbewahrt und genutzt werden kann und datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllt sind. Dabei wird unter anderem die Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung im gesamten Material geprüft und ggf. in Abstimmung mit Ihnen ergänzt. Darüber hinaus nimmt Qualiservice keine Veränderungen am Material vor. Die umfangreiche Kuration erfolgt im so genannten Safe Center vor Ort, das höchste Sicherheitsanforderungen erfüllt und nur für die Kurator:innen zugänglich ist. Die Kuration selbst wird von ausgebildeten Sozialwissenschaftler:innen mit Erfahrungen in der qualitativen bzw. ethnografischen Forschung übernommen. Nach Abschluss der Kuration können Sie den vollständig aufbereiteten Datensatz (Metadaten, Datenkollektionen, Material etc.) noch einmal prüfen. Schließlich vergibt Qualiservice Persistente Identifikatoren (DOI), die für eine nachhaltige Zitierfähigkeit der archivierten Materialien und des Studienreports sorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor Dritte Ihr Material nutzen können, werden wiederum [https://www.qualiservice.org/files/contao-theme/public/documents/downloads/Vereinbarung_Datennutzung_01_20202_barrierefrei.pdf Nutzungsvereinbarungen]&amp;lt;ref&amp;gt;Projektspezifische Anpassungen können seitens der Datengebenden vorgeschlagen und vereinbart werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; zwischen dem/der Datennutzer:in und Qualiservice geschlossen. Die Vereinbarungen stellen sicher, dass die Daten entsprechend der Qualiservice-Nutzungsbedingungen verwendet werden. So verpflichten sich Nutzer:innen etwa, Versuche der Re-Identifikation einzelner Personen sowie die Veröffentlichung ganzer Interviewtranskripte zu unterlassen. Zudem werden Löschfristen für das genutzte Material vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;zum-schluss-forschungsdaten-archivieren&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Zum Schluss: Forschungsdaten archivieren&#039;&#039;&#039;  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ethnografisches Material ist in der Regel sehr reichhaltiges, in weiten Teilen unikales Material, dessen analytischer Gehalt in der primären Forschung häufig nicht ausgeschöpft wird. Es besitzt deshalb in vielen Fällen auch über den ursprünglichen Entstehungs- und Forschungskontext hinaus einen bleibenden Wert. Die Archivierung erlaubt es dann nicht nur, Material unter neuen Fragestellungen und Perspektiven zu analysieren, sondern ermöglicht gleichzeitig den Aufbau eines fachlichen Archivs „neuen Typs“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Archivierung digitalen ethnografischen Materials nicht verpflichtend sein kann ([https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf DGEKW 2018], [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf DGSKA 2019]): Wenn Sie Material archivieren und dessen Nachnutzung ermöglichen können und möchten, finden Sie bei Qualiservice eine angemessene technische Infrastruktur sowie fachlich passende Prozesse und Verfahren, die mit Blick auf material- und projektspezifische Anforderungen flexibel sind. Qualiservice archiviert digitales ethnografisches Material und stellt es unter kontrollierten – und gemeinsam mit Ihnen festgelegten – Bedingungen für die weitere Nutzung in Forschung und/oder Lehre zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Handreichung basiert auf dem derzeitigen Stand der Archivierungsprozesse bei Qualiservice. Qualiservice arbeitet kontinuierlich – und im Austausch mit Forschenden – an der Verbesserung und Erweiterung seiner Angebote. Wenn Sie über die Archivierung Ihres Materials nachdenken, treten Sie gern mit uns in Kontakt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;archivierung-kompakt&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Archivierung kompakt&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Edit Icon erstellt von zafdesign, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/bearbeiten_4803228 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Archiv Icon erstellt von Kiranshastry, https://www.flaticon.com/de/kostenloses-icon/archiv_711729 [Zugriff am 11.09.2023]&amp;lt;/ref&amp;gt; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgende Übersicht führt in knapper Form nochmals wesentliche Bereiche zusammen, in denen Sie vorbereitende Arbeitsschritte unternehmen müssen, wenn Sie Forschungsmaterialien bei Qualiservice archivieren möchten. Qualiservice unterstützt und berät Sie bei allen Schritten, kann Ihnen die erforderlichen Vorarbeiten aber nicht abnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
! colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Data Sharing als kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
! [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen – ggf. im Austausch mit Forschungspartner:innen – fest, welche Daten und ergänzende Kontextmaterialien archiviert werden.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice berät bei Projektplanung und Antrag-stellung, inkl. der Kalkulation von Kosten.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende bereiten die Daten im Projekt vor (zentral: Informierte Einwilligung einholen, Daten ggf. anonymisieren / pseudonymisieren, Forschungsschritte und Material dokumentie-ren).&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice bietet fortwährend Beratung und Unterstützung an, um bereits im Forschungs-projekt geeignete Voraussetzungen für die Archivierung zu schaffen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen in der Übergabevereinba-rung fest, wann und unter welchen Bedingun-gen ihr Material genutzt werden kann: Forschung und/oder Lehre, On-Site Nutzung, Sperrfristen etc.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice übernimmt die Daten und kuratiert sie.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende geben den vollständig aufberei-teten Datensatz frei.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt die Materialien für die Nach-nutzung zur Verfügung und macht sie sichtbar.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Metadaten&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;gewährleisten als „Fernglas“ die Auffindbarkeit Ihrer Forschungsdaten (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erfassen Metadaten, die allgemei-ne Angaben und Informationen zum Projekt und zum Material enthalten.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt ein [https://elib.suub.uni-bremen.de/html/studienmetadaten.htm Online-Formular] zur Er-fassung der Metadaten zur Verfügung; überprüft die Eingaben und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Studienreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermittelt als „Schaufenster“ einen genauen Eindruck von Inhalt/Umfang des archivierten Materials (frei zugänglich)&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen einen Studienreport.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstel-lung des Studienreports individuell sowie mit einer Handreichung (Heuer et al. 2020) und Good-Practice-Beispielen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Mikro-Metadaten&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
vermitteln als „Lupe“ Informationen zu einzelnen Materialien innerhalb einer Datenkollektion (zugänglich nach Registrierung)&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende fertigen eine Materialübersicht an, die sie an Qualiservice übergeben.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice stellt eine Vorlage im Tabellenformat zur Verfügung und erstellt daraus die Mikro-Metadaten. Die Übersicht dient auch als Grund-lage für die Ordnung des Materials in Datenkol-lektionen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Feldreport&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
enthält als zusätzlicher „Wegweiser“ z.B. sensible Informationen zum Forschungsverlauf (zugänglich mit Nutzungsvertrag)&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende erstellen optional einen Feld-report.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt und berät bei der Erstellung des Feldreports individuell.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Datenschutzrechtliche Anforderungen&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende legen eine Dokumentation der Einwilligung der Forschungsbeteiligten für die Archivierung und wissenschaftliche Nach-nutzung des sie betreffenden Materials vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice prüft, ob Anforderungen an die Verarbeitung von Daten und Informationen erfüllt sind und unterstützt im Rahmen von individueller Beratung sowie mit einer Handreichung ([http://dx.doi.org/10.26092/elib/192 Kretzer et al. 2020]) und stellt individuell anpassbare DSGVO-konforme Vorlagen für die Einwilligung zur Verfügung.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[File:media/image3.png|36x36px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| &#039;&#039;&#039;Pseudonymisierung und Anonymisierung&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;soll Rückschlüsse auf einzelne Forschungsbeteiligte verunmöglichen bzw. unwahrscheinlich machen&lt;br /&gt;
| [[File:media/image4.png|31x31px|Ein Bild, das Schwarz, Dunkelheit enthält. Automatisch generierte Beschreibung]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Forschende entwickeln ein Konzept der Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung und nehmen entsprechende Schritte im gesamten Material selbst vor.&lt;br /&gt;
| colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Qualiservice unterstützt mit individueller Beratung, einer Handreichung ([https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/7215 Mozygemba und Hollstein 2023]) und dem Anonymisierungstool QualiAnon.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Qualiservice prüft die Pseudonymisierung bzw. Anonymisierung nach der Datenübergabe und ergänzt ggf.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span id=&amp;quot;literatur&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
= &#039;&#039;&#039;Literatur&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Åkerström, Malin; Jacobsson, Katarina; Wästerfors, David (2004) Reanalysis of Previously Collected Material. In: Seale, Clive et al. (Hg.) Qualitative Research Practice. London: SAGE, 314–327.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amann, Klaus; Hirschauer, Stefan (1997) Die Befremdung der eigenen Kultur. Ein Programm. In: Dies. (Hg.) Die Befremdung der eigenen Kultur. Zur ethnographischen Herausforderung soziologischer Empirie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 7–52.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Baumann, Paul; Krahn, Philipp; Lauber-Rönsberg, Anne (2021) Forschungsdatenmanagement und Recht. Datenschutz-, Urheber- und Vertragsrecht. Feldkirch/Düns: Wolfgang Neugebauer Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Benner, Angela; Löhe, Julian (2019) Die informierte Einwilligung auf Tonband: Analyse im Rahmen einer qualitativen Interviewstudie mit älteren Menschen aus forschungsethischer und rechtlicher Perspektive. In: ZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung 20(2), 341–356. [https://www.budrich-journals.de/index.php/zqf/article/view/34855 https://doi.org/10.3224/zqf.v20i2.08].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Broocks, Anne-Katrin (2021) Mangroves and Meaning-Making: A mutual relationship over time? Ethnographic Data. Study Report. Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1071.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2021) Umgang mit Forschungsdaten: Checkliste für Antragstellende zur Planung und zur Beschreibung des Umgangs mit Forschungsdaten in Forschungsvorhaben. Version 21.12.2021. https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/grundlagen_dfg_foerderung/forschungsdaten/forschungsdaten_checkliste_de.pdf. [Zugriff am 22.08.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) (2022) Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Kodex. 1.1. https://doi.org/10.5281/zenodo.6472827.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) (2019) Positionspapier zum Umgang mit ethnologischen Forschungsdaten, Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA). [https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-fu%CC%88r-MV_24.09.2019.pdf https://www.dgska.de/wp-content/uploads/2019/11/Positionspapier_Bearbeitet-für-MV_24.09.2019.pdf]. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW), vorm. Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv) (2018) Positionspapier zur Archivierung, Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten. https://dgekw.de/wp-content/uploads/2023/03/dgv-Positionspapier_FDM.pdf. [Zugriff am 16.05.2023]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg (2017) Ethics, Epistemology and Ethnography: The Need for an Anthropological Debate on Ethical Review Processes in Germany. In: Sociologus 67(2), 191–208. https://doi.org/10.3790/soc.67.2.191.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dilger, Hansjörg; Hadolt, Bernhard (2010) Medizin im Kontext. Überlegungen zu einer Sozial- und Kulturanthropologie der Medizin(en) in einer vernetzten Welt. In: Dies. (Hg.): Medizin im Kontext. Krankheit und Gesundheit in einer vernetzen Welt. Frankfurt a.M.: Peter Lang, 11–19.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fischer, Hans; Beer, Bettina (2020) Dokumentation von Feldforschungsdaten. In: Beer, Bettina; König, Anika (Hg.) Methoden ethnologischer Feldforschung. Berlin: Dietrich Reimer Verlag, 261–282.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geiger, Till; Moore, Niamh; Savage, Mike (2010) The archive in question. NCRM Discussion Paper. http://eprints.ncrm.ac.uk/921/.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goerres, Achim; Mayer, Sabrina J; Spies, Dennis C. (2020) Immigrant voters against their will: a focus group analysis of identities, political issues and party allegiances among Ger-man resettlers during the 2017 bundestag election campaign. In: Journal of Ethnic and Migration Studies 46(7), 1205–1222. https://doi.org/10.1080/1369183X.2018.1503527.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heuer, Jan-Ocko; Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Huber, Elisabeth; Hollstein, Betina (2020) Kontextualisierung qualitativer Forschungsdaten für die Nachnutzung – eine Handreichung für Forschende zur Erstellung eines Studienreports. Qualiservice Working Papers 1-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/166.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hollstein, Betina; Strübing, Jörg (2018) Zentrale Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Workshop für Archivierung und Sekundäranalyse qualitativer Forschungsdaten. In: RatSWD (Hg.): Archivierung und Zugang zu Qualitativen Daten. RatSWD Working Paper 267/201. Berlin, Rat für Sozial und Wirtschaftsdaten (RatSWD), 101–105. https://doi.org/10.17620/02671.35.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Huber, Elisabeth; Imeri, Sabine (2021) Informed consent in ethnographic research: A common practice facing new challenges (preprint). Qualiservice Working Papers 4-2021, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1070.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kraus, Wolfgang; Eberhard, Igor (2022) Managing Data, Managing Contradictions: Archiving and Sharing Ethnographic Data. In: Burkhardt, Marcus et al. (Hg.): Interrogating Datafication: Towards a Praxeology of Data. Bielefeld: Transcript, 185-206.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne (2013) Arbeitspapier zur Konzeptentwicklung der Anonymisierungs-/Pseudonymisierung in Qualiservice. https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-47605-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kretzer, Susanne; Mozygemba, Kati; Heuer, Jan-Ocko; Huber, Elisabeth (2020) Erläuterungen zur Verwendung der von Qualiservice bereitgestellten Vorlagen für die informierte Einwilligung. Qualiservice Working Papers 2-2020, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. http://dx.doi.org/10.26092/elib/192.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lederman, Rena (2016) Archiving Fieldnotes? Placing “Anthropological Records” Among Plural Digital Worlds. In: Sanjek, Roger; Tratner, Susan W. (Hg.): eFieldnotes. The Makings of Anthropology in the Digital World. Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 251–271.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne (2022) Datenvielfalt im Data-Sharing - eine kooperative Aufgabe von Forschenden und Forschungsdatenzentrum. In: Lohmeier, Christine; Wiedemann, Thomas (Hg.) Datenvielfalt in kommunikationswissenschaftlichen Forschungskontexten. Wiesbaden: Springer VS, 157–178.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozygemba, Kati; Hollstein, Betina (2023) Anonymisierung und Pseudonymisierung qualitativer textbasierter Forschungsdaten – eine Handreichung. Qualiservice Working Papers 5, Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/2525.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati; Kretzer, Susanne; Hollstein, Betina (2021) QualiAnon - Qualiservice tool for anonymizing text data. Qualiservice. University of Bremen. Software available at: https://github.com/pangaea-data-publisher/qualianon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicolai, Tom; Mozygemba, Kati (2023) QualiAnon User Manual, v1.3. Qualiservice Technical Report 2-2023, Bremen. https://doi.org/10.26092/elib/2576.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oldörp, Christine (2018) Verschriftlichungen? Zur Technizität und Medialität des Sprechens im qualitativen Interview. Zürich: Chronos Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ottenberg, Simon (1990) Thirty Years of Fieldnotes: Changing Relationships to the Text. In: Sanjek, Roger (Hg.) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press, 139–160.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
RatSWD [Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten] (2020) Handreichung Datenschutz. 2.vollständig überarbeitete Auflage. RatSWD Output 8/6. https://doi.org/10.17620/02671.50.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sanjek, Roger (Hg.) (1990) Fieldnotes. The Makings of Anthropology. Ithaca: Cornell University Press.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Simon, Michael (2015) Ethnologische Anmerkungen zu Bernd Riekens „Gesprächen mit Einheimischen“ in Galtür. In: Bernd Rieken (Hg.) Wie bewältigt man das Unfassbare? Interdisziplinäre Zugänge am Beispiel der Lawinenkatastrophe von Galtür. Münster: Waxmann, 93–105.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Selim, Nasima; Mattes, Dominik (2018) Affective Scholarship: Doing Anthropology with Epistemic Affects. In: ETHOS 46(4), 519–536. https://doi.org/10.1111/etho.12219.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stodulka, Thomas; Dinkelaker, Samia; Thajib, Ferdiansyah (2019) Fieldwork, ethnography and the empirical affect montage. In: Kahl, Antje (Hg.) Analyzing Affective Societies. Methods and Methodologies. London: Routledge, 279–295.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span class=&amp;quot;mark&amp;quot;&amp;gt;Tropy&amp;lt;/span&amp;gt; (2017) Roy Rosenzweig Center for History and New Media, George Mason University, Fairfax/Virginia. https://www.tropy.org. [Zugriff am 16.05.2023].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiß, Anja; Quasinowski, Benjamin; Sommer, Ilka (2022) Study Report “Globalizing medical knowledge and practice”. Transcripts, translation, audiovisual and context material for doctor-patient-interaction videoobserved at university hospitals in Ankara (Turkey), Beijing (PRChina), Groningen (Netherlands) and Würzburg (Germany). Bremen: Forschungsdatenzentrum Qualiservice. https://doi.org/10.26092/elib/1395.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Witzel, Andreas; Reiter, Herwig (2022) Das problemzentrierte Interview - eine praxisorientierte Einführung. Weinheim: Beltz Juventa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Über Qualiservice.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Forschungsdatenzentrum Qualiservice archiviert qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen und stellt sie für die wissenschaftliche Nachnutzung zur Verfügung. Unsere Services sind sicher, flexibel und forschungsorientiert. Sie beinhalten die persönliche und studienspezifische Beratung, die Kuration und Aufbereitung qualitativer Daten für die Nachnutzung und die Langzeitarchivierung ebenso wie die Bereitstellung archivierter Forschungsdaten und relevanter Kontextinformationen. Durch international anschlussfähige Metadaten werden Daten­sätze such- und findbar. Persistente Identifikatoren (DOI) sorgen für eine nachhaltige Zitierfähigkeit von Daten und Studienkontexten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2019 wurde Qualiservice vom RatSWD akkreditiert und orientiert sich an dessen Kriterien zur Qualitätssicherung. Qualiservice fühlt sich den &#039;&#039;DFG-Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis&#039;&#039; verpflichtet und berücksichtigt darüber hinaus die &#039;&#039;FAIR Guiding Principles for Scientific Data Management and Stewardship&#039;&#039; sowie die &#039;&#039;OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Das Qualiservice-Konsortium:&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Akkreditiert durch&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PANGAEA – zertifiziertes Weltdatenzentrum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gefördert von&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Sschlerka</name></author>
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